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Germany · Episode #113 · 05.08.2024 · 46 Min

Markus Kaplan, BWM Designers & Architects

Markus KaplanBWM Designers & Architects · Wien
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Aufgenommen: The Hoxton, Vienna, Wien

Standbild aus der Episode mit Markus Kaplan Germany46 Min

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„Da ist man wirklich wahnsinnig nachhaltig mit Ressourcen, mit Material umgegangen, muss man schon sagen, aber einfach aus dem heraus, weil es einfach wahnsinnig teuer war, das Material.“

Markus Kaplan, 05:47

Markus Kaplan von BWM Designers & Architects spricht mit Ronald M. Arndt im The Hoxton Vienna, einem denkmalgeschützten Bürogebäude von Carl Appel aus den 1950er Jahren. Er erklärt, warum aus dem früheren Haus der Wirtschaftskammer ein Hotel mit 154 Zimmern wurde, was beim Abnehmen der Natursteinfassade zum Vorschein kam und welche Vorteile der Denkmalschutz für Projektentwickler hat.

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Kernaussagen

  1. Büro wird Hotel: Aus dem engen Büroraster entstanden 154 Zimmer, zum Teil tiny. Ein Wohnbau hätte Balkone an der denkmalgeschützten Fassade gebraucht, das ging nicht.
  2. Gebaut aus Bauschutt: Als die schlecht verankerte Natursteinfassade abgenommen wurde, kamen Betonnester und Löcher in den Wänden zum Vorschein. Die Natursteinreste der Fassade hatte man damals zum Terrazzoboden der Lobby verarbeitet, weil Material teuer war.
  3. Fassade über Photoshop: Der ursprüngliche Cipollino war nicht frostbeständig und wurde durch einen frostbeständigen ersetzt. Das Maserungsbild der einzelnen Platten wurde im Photoshop angeordnet und vom Bundesdenkmalamt freigegeben.
  4. Denkmalschutz rechnet sich: Ein denkmalgeschütztes Gebäude kann in 15 Jahren abgeschrieben werden statt in 64, dazu kommen Förderungen vom Bundesdenkmalamt und von den Ländern. Die Baukosten sind dafür oft höher.
  5. Hotelmacher, nicht nur Architekten: BWM arbeitet bis zur Positionierung, Guest Journey und zum Food-Konzept mit, im Team sitzen auch Leute aus dem hoteloperativen Bereich.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Markus Kaplan kann nicht nur Hotels, sondern auch Musik. Es geht auf jeden Fall rhythmisch los, reinhören lohnt sich!

Zu besprechen gibt es viel rund um die BWM Designers & Architects, im Mittelpunkt steht aber das brandneue The Hoxton, Vienna.

Ennismore hat die Marke nun nach Österreich gebracht, die Hauptstadt erfreut sich über den Londoner Blick auf die 50er Jahre.

Erneut hat JP Immobilien hier zugeschlagen, diesmal ein denkmalgeschütztes Bürogebäude aus der Feder von Carl Appel.

Wir sprechen über einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen (nach dem Krieg allein aus Kostengründen), höheren Baukosten im Rahmen der Sanierung, aber auch den vielen Vorteilen für Investoren.

Und natürlich bleibt die Frage nicht aus, wo es Markus Kaplan noch hinzieht bzw. welchen Juwel er auf halbem Wege zwischen Triest und Wien an einer Bahnstrecke gefunden hat.

Jetzt aber hoch ins Cayo Coco, der neuen Rooftop-Bar mit 360-Grad-Blick auf Wien. Prost!

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Transkript

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Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:00
    Ronald M. Arndt

    The stage is yours, Markus. Los geht's!

  2. 00:01
    Markus Kaplan

    Jazzy, funky, bounce, bounce, dance as we dip in the melodic sea. Rhythm keeps flowing as it drips to MC. Sweet sugar pop, sugar pop, rock the pop, you don't stop till the sweet beat drop. Assuring proof as the stick and move, every poem recited on the top of a groove. Smooth, ma, floating like a butterfly, news out of float. Sounds like a lullaby, praise yourself as the beat dip, yeah, deep trip.

  3. 00:24
    Ronald M. Arndt

    Herzlich willkommen!

  4. 00:25
    Markus Kaplan

    Hallo, servus!

  5. 00:25
    Ronald M. Arndt

    Freue mich, dass du mal mit dabei bist. Ich gewöhne mich allmählich dran, immer wenn ich jemanden treffe hier aus der BWM-Familie, dass es last minute ist. Letztes Mal war es der Flug, wo ich dann morgens den Erik zum Podcast getroffen habe. Heute du, heute habe ich den Zug gewählt, aber auch diesmal das Hemd nicht ganz faltenfrei.

  6. 00:46
    Markus Kaplan

    Na gut, bei mir auch jetzt nicht.

  7. 00:47
    Ronald M. Arndt

    Bei dir auch nicht. Super, also wir legen los. Eine weitere Aufzeichnung mit dem Hotel-Podcast, gerade schon erwähnt. Erik durfte ich schon Hier begrüßen, aber nicht nur in Erich. Ich war auch schon bei den Urbanauts.

  8. 01:01
    Markus Kaplan

    Ah super!

  9. 01:01
    Ronald M. Arndt

    Ich war gar nicht so lange her im Magdas.

  10. 01:06
    Markus Kaplan

    Also von daher, dann kennst du ja schon ein paar unserer bisschen bisschen was kenne ich ja Familie sozusagen.

  11. 01:11
    Ronald M. Arndt

    Und wo sind wir heute? Bei welchem Familienmitglied?

  12. 01:13
    Markus Kaplan

    Ja, wir sind jetzt in einer unserer Neuzugänge im The Hoxton Vienna. Ziemlich cooles Hotel, ein denkmalgeschütztes Gebäude aus der Nachkriegsarchitektur aus den 1950er Jahren. Damals geplant von Carl Appel, ist ein sehr bekannter Architekt in Österreich. Sozusagen der Nachkriegsmoderne. Ein sehr schönes sachliches Bürogebäude, ursprünglich für die Wirtschaftskammer errichtet. Ja, und wir durften dieses wunderschöne Bürogebäude in ein Hotel umbauen.

  13. 01:42
    Ronald M. Arndt

    Wann fiel die Entscheidung, hieraus ein Hotel zu machen? Weil das Gebäude hat ja schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel.

  14. 01:48
    Markus Kaplan

    Naja, das Projekt wurde gekauft quasi von JP Immobilien, von Daniel Elitzker, und wenn man ihn kennt, weiß man, dass er da schon sehr große Vorliebe für Hotels in den letzten Jahren entwickelt hat. Und ich sage mal, gerade in Zeiten wie diesen vielleicht gar nicht so verkehrt. Und da war die Frage vielleicht gar nicht so, ob man es in irgendeine andere Art von Immobilie umwandelt. Man hätte es vielleicht noch in ein Wohnhaus umwandeln können, ja. Aber eine Gewerbeimmobilie wie diese, sozusagen aus einem Bürogebäude ein Hotel zu machen, ist dann vielleicht doch naheliegender.

  15. 02:25
    Ronald M. Arndt

    Naheliegender oder einfacher? Was sind so die Gesichtspunkte?

  16. 02:28
    Markus Kaplan

    Ich würde sagen, auch einfacher, weil tatsächlich ist es so, das Gebäude ist denkmalgeschützt. Wie ich schon erwähnt habe. Und wenn ich mir jetzt die modernen Ansprüche an einen Wohnbau vorstelle und ich stelle mir diese Fassade mit Balkonen vor, dann geht sich das nicht aus. Also dann sage ich, okay, in einem Modell funktioniert das schon leichter, dass ich sage, ich habe Gäste, die jetzt nicht unbedingt bei einem Stadttouristen unbedingt einen Balkon brauchen, dann funktioniert das schon leichter, dass ich das in ein Hotel umwandle. Und das andere ist auch, man hat hier durchaus sehr kleine Zimmereinheiten bekommen aufgrund dieser engen Hotelbüroraster. Und da hat man das dann auch geschafft, eben mit diesen 154 Zimmern, sind es glaube ich schon eine immense Anzahl und zum Teil tiny, und mit dem Betreiber The Hoxton, die bespielen das ganz gut.

  17. 03:23
    Ronald M. Arndt

    Ja, und Hoxton ist das erste Mal damit nach Österreich gekommen. Ja, und das ist auch noch nicht lange her, sondern es war glaube ich im April jetzt.

  18. 03:31
    Markus Kaplan

    Ja, ganz genau, ganz genau. Und also ich finde es auch ziemlich lässig, ich finde es einen sehr coolen Brand. Für die, die es nicht kennen, The Hoxton ist eine Marke, ein Brand, der kommt aus London, und man spürt es auch, wenn man durch das Haus hier geht. Es ist nicht so gewohnt wienerisch, was ich sehr positiv finde. Es kokettiert mit den 1950er Jahren, was zu dem Gebäude passt, und gleichzeitig bringt es durchaus die Londoner Sicht auf die Welt mit, und das ist doch nett.

  19. 04:03
    Ronald M. Arndt

    Ja, und eine ganz besondere Herausforderung, hast du ja auch schon gesagt, Nachkriegszeit. Jetzt komme ich aus Stuttgart, und ich habe gehört, du bist auch bald in Stuttgart. Gibt es natürlich auch so ein paar Städte, die sind, da ist nicht so viel übrig geblieben.

  20. 04:17
    Markus Kaplan

    Ja, wobei, wie man ja weiß aus der Geschichte, wenn man sich mit Baukultur beschäftigt, die größte Zerstörung war ja nicht während des Krieges, sondern nach dem Krieg. Also durch das, gerade in Deutschland, durch die autogerechte Stadt hat hat man ja eigentlich ganze Gründerstadtteile weggerissen. Also jetzt bin ich kein Experte für Stuttgart, das kann ich jetzt für Stuttgart nicht sagen, aber bei München weiß ich, dass ganze Stadtquartiere weggerissen wurden, um die autogerechte Stadt zu realisieren. Solche Pläne hat es tatsächlich auch für Wien gegeben, nur in Wien war es schier so, dass man nicht das Geld dafür gehabt hat. Also die Autobahn war schon konzipiert, die Autobahn wäre über die Wienzeile quasi über den Naschmarkt, den hätte es dann natürlich nicht gegeben, drüber gegangen, und hier im Stadtpark wäre dann die Autobahnausfahrt gewesen, also das Ende der Autobahn. Der Kursalon Hübler, der wäre geschliffen worden und so weiter. Zum Glück ist uns das erspart geblieben. Also muss ich ganz ehrlich sagen, in Wien war die Entscheidung eigentlich nach dem Krieg einfach, das wieder aufzubauen, was zerstört war, und genauso wieder aufzubauen, wie es vorher war. Und nur ganz wenige totale Baulücken hat man dann gefüllt durch eben die Nachkriegsmoderne, ohne einen Manierismus, also wirklich in dieser Sachlichkeit der Nachkriegsmoderne. Und ich muss schon sagen, dass dieses Gebäude eben, wo vorher die Wirtschaftskammer drinnen war, schon eine ausgezeichnete Architektur dieser Zeit war.

  21. 05:36
    Ronald M. Arndt

    Wie würdest du die Epoche, sage ich mal, den Stil bezeichnen? Sachlich, ja. Wie haben sich die Menschen früher gefühlt, um eben dann so eine Architektur hervorzubringen?

  22. 05:47
    Markus Kaplan

    Ja, das ist eine gute Frage. Ich meine, in Wirklichkeit war das so, das sind wir erst im Zuge des Baus draufgekommen, wie wenig Geld für das Bauen damals da war. Man hat dieses Gebäude teilweise wirklich aus Bauschutt zusammengebaut. Also wir haben dann, wie diese Natursteinfassade abgenommen wurde, weil sie schlecht verankert war, sind wir darauf gekommen, dass dahinter Betonnester waren, teilweise Löcher in den Wänden, wo man durchgreifen konnte, und der Beton war einfach nicht so verdichtet. Der hat eine wahnsinnig schlechte Qualität gehabt. Nicht jedes Gebäude hat eine schlechte Qualität, das in der Zeit errichtet worden ist, was den Beton angeht. Wir haben natürlich gewusst, dass bauphysikalisch in der Zeit hat es noch nichts gegeben. Also das war halt sozusagen, da hat es keine Wärmedämmung gegeben und so weiter. Das war noch vor der Energiekrise. Und aber es war sichtbar, dass sie wenig Geld fürs Bauen gehabt haben, aber sie haben eine hohe Baukultur gehabt. Also sie haben dann schon, was die Oberflächen angeht, schöne Natursteine eingesetzt, sie haben es schön in Terrazzo eingesetzt. Also das Handwerk, das hat es ja damals noch gegeben, wo man eben diese schönen Terrazzoböden gemacht hat. Und es ist dann auch ganz spannend, zum Beispiel, man hat die Natursteinreste, die übrig geblieben sind aus der Fassade, hat man dann dazu verwendet, um quasi so einen Terrazzoboden aus diesen Resten des Marmors zu machen oder des Natursteins zu machen. Und das war dann der Boden der Hotellobby oder der damals Bürolobby. Und da ist man wirklich wahnsinnig nachhaltig mit Ressourcen, mit Material umgegangen, muss man schon sagen, aber einfach aus dem heraus, weil es einfach wahnsinnig teuer war, das Material. Die Arbeitsleistung war damals nicht so teuer, das muss man auch sagen. Und diese Ästhetik, vor allen Dingen ist es ein prunkvolles Stiegenhaus hier auch da drinnen gewesen, und auch der Mittelresalit der Fassade war eben aus Naturstein verkleidet. Und das war in einer modernen Sachlichkeit, aber doch mit einer gewissen Opulenz. Also wie man es auch, die Architektur auch in Stuttgart, die war mit Sicherheit sehr, sehr ähnlich aus dieser Zeit, wie wie in Österreich, wie in Wien. Also das hat so eine moderne Sachlichkeit. Also man hat da mehr oder weniger an der klassischen Moderne angeknüpft. Und ja, das sind durchaus diese positiven Aspekte aus dieser Zeit.

  23. 07:55
    Ronald M. Arndt

    Jetzt habe ich hier vom Interieur noch gar nicht viel gesehen, aber natürlich bin ich gerade ausgestiegen am Bahnhof hier, U-Bahn, habe gesehen, wie toll eben das Gebäude auch wirkt, wenn es dann so zwei noch ältere Gebäude eingebettet ist, wenn man hier hochläuft. Ist für unser Gespräch auch gar nicht schlimm, denn du warst ja in erster Linie eben für das von außen Sichtbare zuständig mit BWM.

  24. 08:15
    Markus Kaplan

    Ja, genau, wir waren hier klassischerweise nur als Architekten tätig, in Anführungsstrichen nur. Es ist so, dass wir ja als Hotelexperten durchaus manchmal beides machen, also das Interieurdesign und die Hochbauarchitektur. Manchmal machen wir nur das Interieurdesign, und in dem Fall haben wir jetzt nur die Architektur gemacht, aber wirklich mit den Anführungsstrichen nur, weil es doch auch spannend ist, wenn dann eine sozusagen jemand anderer sozusagen noch diesen Aspekt des Interior Designs dazu bringt. Also da gibt es dann durchaus in dieser Schnittstelle durchaus Reibungen, die positiv sein können. Und in diesem Fall ist es so, man kann jetzt manche Dinge kritisieren oder wie auch immer, also ich finde es durchaus positiv, weil es eben, wie ich zuerst schon zitiert habe, diesen, diesen englischen Blick oder den Londoner Blick auf die 50er Jahre in Wien mitbringt.

  25. 09:08
    Ronald M. Arndt

    Okay, stimmt.

  26. 09:08
    Markus Kaplan

    Ja, und es muss ja nicht alles authentisch sein. Also das ist jetzt eine, eine, eine hochwertige Einrichtung, das muss man schon sagen. Ist ein durchaus hochwertiges Lifestyle-Produkt von Anis Moore, und es besticht einfach durch diese tolle alte Hotellobby, wenn man erst einmal die sozusagen die Außenstiegen emporgeht, die auch sehr prunkvoll sind. Auch das ganze Gebäude steht eigentlich auf einer Anhöhe. Wenn man auf das Gebäude zugeht, ist es schon sehr erhaben, fast schon schlossartig.

  27. 09:38
    Ronald M. Arndt

    Genau, also das war beeindruckend gerade.

  28. 09:40
    Markus Kaplan

    Ja, und dann hat man den schönen Schanigarten, also Gastgarten zu Deutsch, vor dem Gebäude mit dem Restaurant und so weiter. Man geht durch die Lobby durch, hat dann noch die Originalverkleidungen, Originalnaturstein, Originalterrazzoboden, und man hat sogar noch die Originalliebe Lifte, die so schön mit Aluminium verkleidet sind, und mit denen fährt man dann rauf in die Rooftop-Bar.

  29. 09:59
    Ronald M. Arndt

    Den werde ich nachher noch nehmen, einen Lift. Ja, und du hast gerade schon angesprochen, für Balkone war kein Platz, macht auch keinen Sinn, aber es gibt neben der Rooftop-Bar sogar einen Pool da oben.

  30. 10:10
    Markus Kaplan

    Ja, ganz genau, es gibt einen Pool.

  31. 10:12
    Ronald M. Arndt

    War das jetzt ja deine Idee oder kam die aus London? Nein, also, oder ist es Grundbedingung heutzutage?

  32. 10:16
    Markus Kaplan

    Nein, es war schon unser Grundansatz, bevor wir haben, dass der Brand The Hoxton& Annismore hier reinkommt, haben wir schon gesagt, okay, es muss dort oben ein Pool her. Ich war kurz vorher im Ace Hotel auch in LA, und ich finde es einfach sehr bestechend. Also das, gerade in Zeiten wie diesen, wo es so heiß ist in der Stadt, diese Abkühlung da oben am Pool, einen kleinen Drink zu schlürfen, und das als Stadttourist, das ist einfach toll, mit einem wunderschönen Blick auf Wien, muss man schon sagen.

  33. 10:44
    Ronald M. Arndt

    Also bringt am Ende halt Gäste wie Locals natürlich auch ins Hotel und dann ganz genau.

  34. 10:48
    Markus Kaplan

    Meines Wissens nach dürfen nur die Hotelgäste da oben baden, aber ich bin mir nicht sicher, wie gut das mit der Kontrolle funktioniert. Ich habe schon einen kleinen Sneak gefunden, wie man dort sich hineinschleichen könnte, aber ich verrate das jetzt niemandem.

  35. 11:00
    Ronald M. Arndt

    Okay, ja gut, das können wir nachher noch, wenn das Aufnahmegerät aus ist, besprechen. Das heißt ja vom Naturstein und vom Terrazzo, heißt das, gell? Gesprochen. Sind das jetzt Materialien, die man dann übernimmt und aufarbeitet und wieder anbringt, oder weil du gesagt hast, dahinter sah es nicht so gut aus, oder muss man sich die zum Teil neu beschaffen?

  36. 11:24
    Markus Kaplan

    Ja, tatsächlich ist es ja so, das ist ein denkmalgeschütztes Gebäude und man muss eigentlich möglichst alles erhalten. Nur bei dem Naturstein war das so, das war gar nicht geplant, war die Verankerung des Steins auf der Fassade eigentlich nicht fachgerecht. Und das war ein bisschen Gefahr in Verzug, und wir mussten das eigentlich schleunigst runternehmen lassen, dass da nichts passiert, dass da keine Platten runterfallen.

  37. 11:46
    Ronald M. Arndt

    Also einmal komplett, meinst du?

  38. 11:48
    Markus Kaplan

    Ja, ja, die, die, ich habe es ja gesehen, ist ja unterteilt, ne?

  39. 11:50
    Ronald M. Arndt

    Fliesenartig.

  40. 11:51
    Markus Kaplan

    Die wurden komplett weggenommen, und dann ist man auch draufgekommen, dass dieser damalige Naturstein, dieser Cipollino, nicht wirklich frostbeständig war. Ist ein italienischer Stein, und der wurde dann durch einen anderen Cipollino, der wiederum aber frostbeständig ist, ersetzt. Und der wurde dann genau bemustert. Da wurden mehrere Natursteine quasi bemustert und das Bundesdenkmalamt hat das dann auch freigegeben. Und die haben auch sozusagen darauf bestanden, dass wir diese Fladerung, quasi das Maserungsbild, wie dieser Stein auf die Fassade aufgebracht wird, das muss sozusagen auch vom Bundesdenkmalamt freigegeben werden. Das ist dann im Photoshop quasi gemacht worden und da sind die einzelnen Steinplatten im Steinbruch ab worden, und die wurden dann angeordnet auf der Fassade. Und dieses Maserungsbild, was dann da entsteht, das wurde freigegeben, und das ist das, was man jetzt sehr, sehr schön sieht. Und das ist wirklich imposant und schön geworden. Die Naturstein-Einbindung des Haupteingangs, die ist allerdings komplett original, und auch im Inneren ist alles komplett original, auch in den Stiegenhäusern, die Natursteinplatten, ist alles original. Da ist nichts rausgenommen worden. Und das war auch ein bisschen die Herausforderung. Wir haben zum Beispiel, weil die Stiegen erhalten werden mussten, mit diesem wahnsinnig schönen— damals war das ein Neonband, das von unten nach oben durch hinaufgeht— das haben wir durch LED ersetzt. Aber dieses imposante Stiegenhaus musste natürlich erhalten bleiben, auch in den Belägen. Und dadurch konnten wir die Fußbodenaufbauten in den einzelnen Geschossen nicht erhöhen. Und da haben wir dann sozusagen dazu gegriffen, dass wir eigentlich nur eine Trittschalldämmung unter den Fußbodenbelag— also wir haben Parkettböden und darunter ist eine Trittschalldämmung, und das ist zum Glück ausreichend gewesen, auch bei den Schallmessungen für das Hotel. Ist natürlich auch wieder etwas, was man beim Wohnbau so nicht machen könnte. Und noch was, was natürlich toll ist, warum es super ist, so ein Projekt nicht zu einem Wohnbau zu machen, was ja ein privates Gebäude dann ist, weil es dann halt der nicht mehr so zugänglich ist. Also jetzt ist das Gebäude der Öffentlichkeit zugänglich. Die Locals können halt reinkommen, nicht nur in der Lobby sich aufhalten, sondern auch ins Rooftop fahren und dort den schönen Ausblick genießen und so weiter und das Gebäude erfahren, durchs Stiegenhaus gehen und so weiter.

  41. 14:06
    Ronald M. Arndt

    Und ich habe auf eurer Webseite auch gelesen, dass es euch auch daran liegt, vielleicht war es sogar ein Zitat von dir, diese Nachkriegsarchitektur für die nächste Generation zu erhalten. Das passt dann auch wieder, weil ich kann es von draußen ansehen, ganz klar, Aber hier geht's ja weiter, ja. Ja, wir bekommen eine Idee, wie hier früher gelebt und gearbeitet wurde, vor allem.

  42. 14:24
    Markus Kaplan

    Ja, es ist eigentlich ein interessanter Aspekt generell, wenn es darum geht, Gebäude aus vergangenen Zeiten zu beurteilen, und mit was für einer Wertschätzung begegnet man diesen. Also jetzt ist es eigentlich so, der Brutalismus wird von vielen Leuten gar nicht so wahnsinnig geschätzt, und auch die Nachkriegsmoderne wird nicht wahnsinnig geschätzt, Das sind meistens so nüchterne Gebäude, nicht besonders schön, vielleicht sogar hässlich. In Österreich würde man sagen schiere Gebäude. Und in Wirklichkeit ist es aber nicht so. Die Gebäude sind vielleicht ein bisschen ins Alter gekommen, vielleicht ein bisschen dreckig, müssen gereinigt werden und so weiter, ein bisschen saniert werden. Und eines unserer Beispiele sozusagen von vor 15 Jahren, das ist das 25 Hours, was wir gemacht haben in Wien. Das war auch ein Gebäude aus dieser Zeit und das war eine Waschbetonfassade, die wir halt gereinigt haben und dann dunkel lasiert haben. Und dadurch ist sie quasi zu neuem Glanz erstrahlt. Was ich damit sagen will, ist, man kann solche Dinge durchaus mit einem Twist in die Jetztzeit bewegen. Bei diesem Gebäude, dadurch dass es unter Denkmalschutz steht, sollte es original bleiben. Und sozusagen, auch wenn die Leute das jetzt noch nicht alle schön finden, wobei ich bezweifle, dass es sehr viele gibt, die das nicht schön finden, aber es Ich glaube, in 10, 15 Jahren finden das die meisten Leute schön, weil wir sagen immer ganz gerne oder zitieren immer gerne, dass in den 70er-Jahren die Otto-Wagner-Pavillons am Karlsplatz abgerissen worden wären, wenn nicht sozusagen ein paar, eine Minderheit von Architekten protestiert hätte. Und warum? Weil man hat einfach nach dem Krieg in dieser klassischen Moderne gedacht, und das war diese Nüchternheit, das war die Formsprache, die man halt die en vogue war. Und dieses Florale des Otto Wagners war nicht wertgeschätzt. Und erst dadurch, dass der Betrachtungsabstand zum Otto Wagner größer geworden ist, ist sozusagen auch die Wertschätzung gestiegen. Also der Otto Wagner ist heute über jeden Zweifel erhaben, er ist ein Juwel, den würde man niemals wegreißen. Und ich glaube, den Carl Appel, den würden viele Leute auch noch wegreißen, weil sie ihn nicht so wertschätzen würden. Zum Glück stand er, wie gesagt, ich betone das, unter Denkmalschutz. Aber ich glaube, in, in noch ein paar Jahrzehnten wird man den auch nicht mehr wegreißen wollen, auch als Laie nicht, weil es ist einfach diese, diese Epoche, die sozusagen es auch wert ist, dass man sie der nächsten Generation weiterreicht. Weil würde man die jetzt alle wegreißen, dann gibt es aus dieser Zeit nichts mehr, kein kulturelles Erbe, was wir weitergeben können. Und ja, es ist sehr schwierig, aus dieser Epoche die Gebäude zu erhalten, weil sie energetisch wirklich nicht gut sind.

  43. 17:00
    Ronald M. Arndt

    Wäre jetzt die nächste Frage gewesen: Dämmung, Wärmeschutz etc., kann man das überhaupt wieder aufholen bei so einem großen Gebäude? Ja, sagen wir mal so, man weiß also vom Einfamilienhaus, ne, was ist auch, wird einiges gemacht mittlerweile.

  44. 17:12
    Markus Kaplan

    Ja klar, Einfamilienhaus ist ein ganz anderes Thema, aber bei größeren Gebäuden, vor allen Dingen innerstädtisch, ist es erstens einmal die Frage, manche Gebäude kann man nicht so einfach dämmen, das geht nicht so leicht. Und dann ist aber auch die Frage, muss man das? Also sozusagen die Energie, das ist schon klar, jedes Gebäude soll möglichst energetisch sein, dass man möglichst wenig Energie verbraucht. Aber die Frage ist, ein Schloss würde man ja auch nicht dämmen wollen. Also das akzeptiert man einfach, dass das so ein wahnsinnig wichtiges kulturelles Erbe ist, und das Schloss wird halt nicht gedämmt, auch wenn dort ein Hotel eingebaut werden würde. Also da müssen wir ja auch warm oder kalt haben. Je nachdem. Also das ist jetzt ein extrem überzeichnetes Beispiel natürlich. Da akzeptiert man halt, dass es nicht gedämmt wird. Dann muss man halt clever überlegen und sagen, okay, vielleicht kann ich dann die Energiegewinnung so machen, dass sie halt sehr nachhaltig ist. In dem Fall ist es ein Fernwärmenetz, aber man könnte auch mit Geothermie arbeiten oder wie auch immer. Also Energie so gewinnen, dass sie halt kostengünstig ist und keine mineralischen Ressourcen verbraucht.

  45. 18:16
    Ronald M. Arndt

    Also ich hole die Kosteneinsparung dann eher über die Gewinnung.

  46. 18:19
    Markus Kaplan

    Spannender Ansatz. Beim 25 Hours, da war das so, da haben wir halt innen gedämmt. Also das kann man machen bei Hotels, dann sieht man das außen nicht. Und bei diesem Gebäude war es tatsächlich so, dass das Vorgängerprojekt schon nicht mehr im Originalzustand war, sondern auch schon eine Wärmedämmung hatte, nämlich bevor sie unter Denkmalschutz gestellt wurde, wurde schon gedämmt, allerdings mit einer sehr dünnen Wärmedämmung.

  47. 18:40
    Ronald M. Arndt

    Wann wird so ein Gebäude unter Denkmalschutz gestellt? Was ungefähr, naja, wann war so ein bisschen der Der Wechsel, wo die Leute gesagt haben, oder die Stadt oder wer auch immer, sollte erhalten bleiben und nicht abreißen?

  48. 18:54
    Markus Kaplan

    Das ist zum Teil so. Also früher war das ja Ex-Lege, das heißt, früher sind alle öffentlichen Gebäude unter Denkmalschutz gestellt worden in Österreich. Also jede Schule, die errichtet wurde, war sofort unter Denkmalschutz. Das ist jetzt nicht mehr so, oder schon seit einigen Jahren nicht mehr so. Jetzt ist es so, dass tatsächlich Experten kommen und dann einen Antrag stellen, die sagen, okay, diese dieses Gebäude, da ist die Gefahr, dass das zerstört wird und dass ein kulturelles Erbe untergeht. Und dann wird das Denkmalamt manchmal angeschrieben mit der Aufforderung, bitte stellst das unter Denkmalschutz, dass da nichts passiert. Das Denkmalamt selber ist da sehr aktiv auch und geht natürlich durch und katastriert die Gebäude und schaut, welche Gebäude sehr altenswert sind und unter Denkmalschutz gestellt werden sollen. Und dann wird natürlich auch im Detail sozusagen einen Bescheid geschrieben, und da steht auch drinnen, warum das unter Denkmalschutz steht. Das ist halt auch wichtig. Was ist das besonders Erhaltenswerte? Ist es die Fassade? Ist es das Stiegenhaus innen drinnen? Ist es irgendeine Struktur, ein Tragwerk oder was auch immer? Und ja, bei dem Gebäude war es eben so.

  49. 19:55
    Ronald M. Arndt

    Und über den Brief freut man sich dann als Eigentümer eher oder eher nicht?

  50. 19:58
    Markus Kaplan

    Sowohl als auch. Also ich verstehe schon, viele Leute haben ja Angst davor, vor dem Denkmalschutz, und das ist eine Abwertung, keine Ahnung was, wird das so gesehen, und eine Belastung, keine Ahnung. Aber in Wirklichkeit ist es so, wir als BWM-Architekten sind extrem froh über den Denkmalschutz, weil man kann mit denen schon auf Augenhöhe, mit den Experten dort reden und überlegen, was man sozusagen im besten Sinne mit dem Projekt machen kann. Und das sind ja auch keine Verhinderer. Und dann gibt es ja noch einen wahnsinnig tollen anderen Aspekt für jeden Projektentwickler, dass er er sozusagen einen kürzeren Abschreibungszeitraum hat. Also ein denkmalgeschütztes Gebäude kann in 15 Jahren abgeschrieben werden im Gegensatz zu 64 Jahren, was ein normales Gebäude abgeschrieben wird. Also es ist eine steuerliche Begünstigung. Ja, das Geld muss man erstmal haben und dann ist es schon so, dass es dann immer wieder auch Förderungen gibt vom Bundesdenkmalamt, auch Landesförderungen, je nachdem, um dann diverse Denkmalschutzmaßnahmen auch zu stützen. Das ist schon so. Ja, es ist, wenn man, wenn man ganz offen und ehrlich ist, ein denkmalgeschütztes Gebäude verursacht dann vielleicht auch ein bisschen mehr Baukosten. Das muss man, so ehrlich muss man sein. Das ist nicht immer so, aber oft. Aber man hat ja auch ein Denkmal in der Hand, also es ist ja auch mehr wert. Also das muss man schon auch sagen. Es ist ja nicht irgendein Gebäude, das unter Denkmalschutz gestellt wird.

  51. 21:15
    Ronald M. Arndt

    Also ja, das heißt The Hoxton oder Ennismore, das hat einfach auch gepasst. Die Marke erstmalig in Österreich, schönes Gebäude.

  52. 21:29
    Markus Kaplan

    Die haben ja mit dem Denkmalschutz in dem Fall nichts zu tun, sondern das ist ja nur eine Sache, die den Eigentümer sozusagen tangiert als Errichter. Aber für Ennismore ist es so, dass ja der Denkmalschutz zum Glück in Österreich und gerade hier in Wien nicht so betrieben wird, dass man dann im Inneren gar nichts ändern darf und so weiter, und dass man dann rückwärtsgewandt denkt. Also es gibt durchaus, ich weiß jetzt nicht ganz im Detail, wie es in Deutschland ist, oder es gibt aber auch in anderen Ländern so, dass dann teilweise sozusagen auch das Denkmalamt mitredet, welche Farben im Inneren verwendet werden und, und, und. Und das ist hier nicht so. Also da, die haben dann schon eine Meinung zu dem Thema, und natürlich war hier Augenmerk das Foyer, das besonders schützenswert ist, und das Stiegenhaus und so weiter und so fort. Da musste alles wirklich möglichst originaltreu erhalten werden. Aber auch dort haben wir aus dem Brandschutz heraus wichtige Maßnahmen setzen müssen, also Brandschutzvorhänge beziehungsweise auch Brandschutztüren einbauen und so weiter. Und da hat man sehr gut mit dem Denkmalamt reden können und Kompromisse eingehen. Da geht es dann immer wesentlich darum, dass man nicht die Bausubstanz zerstört und dass man im Wesentlichen das auch wieder rückbauen könnte, und dann wäre es wieder der Originalzustand. Das ist Das ist sozusagen die Grunddenke auch des Denkmalschutzes in Österreich, wobei natürlich auch darauf geachtet wird, dass der optische Eindruck möglichst nahe an das Original herankommt. Das ist auch klar.

  53. 22:51
    Ronald M. Arndt

    Wenn du so durch eine Stadt läufst, Wien oder auch eine andere, kommt es da manchmal dann zu dem Moment, wo du sagst, naja, aus dem Gebäude könnte man auch noch was Schönes machen?

  54. 23:00
    Markus Kaplan

    Unbedingt, unbedingt. Und das Interessante ist, gut, dass du mich das fragst, also meistens sind das so Gebäude, die gar nicht so vordergründig schön sind, die mich besonders reizen. Ich kann mich erinnern, wie ich auf der Mailänder Möbelmesse war, wo ich eine Garage gesehen habe, wo unten in der Garage eine kleine Vespa-Werkstatt war, und der hat eine Espressomaschine dort stehen gehabt und ein paar Tische draußen. Und ich habe mir gedacht, aus dem würde ich jetzt super gerne Hotel machen, aus dieser Hochgarage. Und also das sind so, so Themen. Oder wir haben auch in Wien jetzt einen befreundeten Bauträger, der eine Hochgarage erworben hat, den habe ich auch nahegelegt, nicht darüber nachzudenken, ob er nicht aus der Garage einen Beherbergungsbetrieb machen könnte, ein Hotel oder was Hotelnahes, bevor man es abreißt und einfach neu baut. Das hat natürlich einen Nachhaltigkeitsaspekt, das kann man super argumentieren, jetzt auch in Zeiten wie diesen vor allen Dingen, aber es hat auch dieser Ort so eine spezielle Aura. Also, und es ist auch einfach sofort eine Story dahinter. Also ich muss keine Story aufsetzen und erfinden und mir aus der Nase ziehen, sondern die ist einfach da und ich muss sie nur erkennen und, und sozusagen die Schichten rausschälen, die diese Story unterstreichen.

  55. 24:11
    Ronald M. Arndt

    Also ganz oft einfach wieder an den Anfang gehen und die Geschichte dann einfach neu erzählen, neu interpretieren. Und da denke ich natürlich in dem Moment an, ich glaube, es war Episode 83 mit der Theresia Kohlmeier bei den Urbanauts, wie wir da Wo saß man, in einer alten Schneiderei oder was war das? Auch eine alte Werkstatt, sage ich mal, die da eben im Sinne von dem ursprünglichen Urban House Konzept umgestaltet worden ist in eine Ferienwohnung eigentlich.

  56. 24:38
    Markus Kaplan

    Ja klar, ich würde sagen Hotelzimmer.

  57. 24:40
    Ronald M. Arndt

    Hotelzimmer, ja.

  58. 24:41
    Markus Kaplan

    Ferienwohnung, würde man auf die falsche Gedanke kommen. Im technischen Sinne ist es quasi eine Ferienwohnung, aber eigentlich ist es vom Feeling her Hotelzimmer.

  59. 24:49
    Ronald M. Arndt

    Gibt es da noch eine Stadt oder die eine oder andere Stadt in Europa, auf der Welt, wo du sagst, da gibt's wirklich noch richtig viel zu tun? Muss ja nicht gleich Kuba sein, aber gibt's auf jeden Fall.

  60. 24:57
    Markus Kaplan

    Nein, nein, also ich würde sagen, in Europa gibt's schon viele, viele Städte. Also zum Beispiel in Italien ist es so, dass dort wahnsinnig viele tolle alte Hotels zum Beispiel allein sind, die extrem in die Jahre gekommen sind, oft eigentümergeführt, und die haben sowas Schrulliges. Und vordergründig irgendwie strange und vielleicht ein bisschen schier, aber eigentlich cool. Man könnte mit so ein paar Aspekten, könnte man das so herumdrehen und könnte was richtig Lässiges draus machen. Und das ist zum Beispiel etwas, was ich extrem reizvoll finde. Und ja, aus verschiedenen Epochen, wie gesagt, die haben dort auch sozusagen brutalistische Gebäude, teilweise auch aus der Moderne, eben und so weiter, faschistische Gebäude, die jetzt in dem Fall tolle Architektur sind. Also wenn man jetzt mal den politischen Background weglässt, also wirklich tolle Architektur in Italien aus dem Faschismus. Und da gibt es wahnsinnig tolle Sachen und natürlich auch noch ältere historische Gebäude, ist eh klar. Also ich finde, Italien ist wahnsinnig viel sozusagen Potenzial. Ich finde auch Budapest als Stadt wahnsinnig interessant, also Osteuropa generell, auch die der Ost, die Ostmoderne, wenn man so will, ehemaligen Sowjetstaaten und so weiter, haben schon total spannende Aspekte auch, die auch nicht vordergründig schön sind. Und ich rede jetzt nicht von Städten, die meiner Meinung nach, was das Thema angeht, fertig sind. Also Paris ist fertig, Amsterdam ist fertig und so weiter. Da muss man sich eher wieder überlegen, wie kann man gegen den Overtourism was machen, also was kann man da tun, tun. Wie vielleicht kann man da qualitativ da was anheben und die Quantität ein bisschen nach hinten drängen oder wie auch immer. Aber ja, also, und dann gibt's natürlich noch das Gegenstück zum Urbanen. Ich habe jetzt sehr viel vom Urbanen geredet. Ich finde ja auch, dass der Ferientourismus in Europa eine wahnsinnig sozusagen neue Welle jetzt bekommen hat. Nicht nur durch Corona, das war schon vorher angedeutet, aber Corona hat das so wahnsinnig beschleunigt, dass jetzt Leute wieder viel mehr darüber nachdenken, in der Nähe Urlaub zu machen, eben mit der Bahn in Urlaub zu fahren oder im Auto, nicht unbedingt zu fliegen. Und da gibt es halt dann schon tolle Sachen wie alte aufgelassene Kloster oder irgendwelche alte Bauernhöfe oder alte Dörfer, die verlassen sind, die ich wieder umbaue, Albergo-Diffuso-Konzepte und so weiter. Da sind wir wieder in Richtung Urban House unterwegs.

  61. 27:26
    Ronald M. Arndt

    Genau, ja, die Retreats waren es glaube ich damals im Podcast, ne, so die Richtung.

  62. 27:30
    Markus Kaplan

    Ja, also da gibt's, da gibt's ganz viel tolle Ideen oder, oder Sachen. Oder wir haben jetzt momentan in Montpellier auch ein Urban-House-Projekt in, in alten denkmalgeschützten, total schönen mittelalterlichen Gemäuern, haben wir da sozusagen uns hineingefunden. Also da gibt's irrsinnig viel Potenzial, sozusagen ein Gegenstück zum Stadttourismus am Land zu finden. Oder wir haben jetzt ein unglaublich tolles Projekt, nämlich eine alte Gießerei, das in Niederösterreich auf der ehemaligen Eisenstraße. Und diese alte Gießerei, die quasi eine Ruine ist, die bauen wir jetzt um zu einem Hotel mit einer Eigentümerin, die sich die sozusagen das geerbt hat und das in einer mehreren Generationen in der Familie gewesen ist. Und da wird dieses, diese alte Gießerei quasi in einen Hotelbetrieb übergeführt. Und ich meine, da geht das Kino im Kopf erst so richtig los. Also da brauche ich niemandem erzählen, dass das irgendwas Langweiliges ist. So, wenn man allein diese Vorstellung, eine alte Ruine wird umgebaut zu einem coolen Spa oder zu einem sehr coolen Restaurant oder so und so weiter. Also da gibt es schon echt lässige Ansätze.

  63. 28:42
    Ronald M. Arndt

    Also passt für mich absolut zusammen, wenn man da einfach Orte in der unmittelbaren Umgebung dermaßen einzigartig machen kann, die dann wieder Urlaubsziel sind, egal wie weit weg von zu Hause. Seit Kurzem gibt es den Construction Podcast neben dem Hotel Podcast, eine kleine Schwester. Auch hier unsere Episode wird da noch mal parallel laufen. Und den habe ich gemacht, weil mich einfach deine Welt immer schon interessiert hat. Das war früher schon irgendwie in der Schule ein einwöchiges Praktikum beim Architekten in Stuttgart. Wann ging es bei dir los mit den ganzen Themen Architektur? Ja, tatsächlich, weil du sagst, ich war ja gerade mit deinem musikalischen Talent schon reinhören dürfen.

  64. 29:17
    Markus Kaplan

    Gut, gut, dass du das sagst. Ich meine, bei mir war ja tatsächlich am Anfang nicht klar, werde ich Musiker oder Architekt. Mein Vater hat gesagt, werde bitte nicht Architekt, lern was Gescheites. Und mein Posaunenlehrer hat mir damals auch gesagt, eine Woche Praktikum. Ja, aber damals mein Posaunenlehrer hat auch gesagt, du, wenn du mit Posaune Geld verdienen willst, dann musst du Kirchen Musik machen. Und dann war klar, okay, Posaune kann man auch was Schönes draus machen.

  65. 29:42
    Ronald M. Arndt

    Oft habe ich die schon gehört aus Kirchen.

  66. 29:44
    Markus Kaplan

    Habe ich tatsächlich weiterhin Jazzposaune gespielt, aber nicht die Kirchenmusik. Und dann ist es eher zum Hobby geworden. Aber auch während des Studiums habe ich dann immer schon parallel sehr stark Musik daneben gemacht. Aber die Architektur, und das ist das Tolle, kann man ja quasi wie einen Lehrberuf sehen, war es auch früher. Und ich habe auch angefangen als Lehrling, damals bei Hansen Petersen in Dortmund sogar, da ich damals in Deutschland gelebt habe. Und quasi als Auslandösterreicher. Und dort habe ich dann 2 Jahre lang eine Lehre gemacht und habe echt die Chance bekommen, in einem ganz jungen Büro alles zu machen. Also ich habe Modellbau gemacht, ich habe Einreichpläne gezeichnet, ich habe Entwürfe gemacht und so weiter, alles mit dem Rapidografen am Anfang noch. Und habe dann aber auch in diesem Büro dann diesen Umstieg von Rapidograf auf Computer erlebt, damals mit Archicad angefangen, auf schönen alten Macintosh Quadra gearbeitet und so weiter. Und mit dem Studium dann und so weiter das natürlich noch vertieft und verfestigt. Und das kann ich auch nur jedem mitgeben, der Begeisterung für Architektur hat: Macht ein Praktikum und schaut euch das an, ob euch das liegt. Weil wenn es einem wirklich taugt, dann ist es auch ein schöner Beruf. Also man macht diesen Beruf nicht wie alle anderen Berufe, macht man nicht wegen des Geldes. Also man macht es, weil man eine Passion dafür hat, weil man es wirklich wahnsinnig gerne macht. Und das Schöne an Architektur ist ja, dass man, dass man, dass es so ein People's Business ist, gerade wenn man Hotels macht. Man macht es ja für Menschen, man macht es ja nicht zum Selbstzweck. Wir sehen uns halt nicht als Künstler, die da irgendwelche Skulpturen in die Landschaft setzen und man kann dann halt hineingehen, weil es ein Gebäude ist. Nein, wir sehen die Architektur, hat einen Zweck, den sie erfüllen, aber es Es muss sozusagen einen wesentlichen Mehrwert haben. Also es muss schon einen emotionalen Mehrwert haben, es muss einen antriggern, ansprechen. Es soll auch Fachleute ansprechen, die sollen auch darüber schreiben, es muss ihnen, sollen ihnen gefallen, man soll darüber erzählen. Aber auch als Laie soll ich hineingehen und ich soll eine Gänsehaut kriegen. Also ich rede jetzt davon, wenn ich es so richtig gut geschafft habe, wenn die Leute Gänsehaut kriegen, dann sage ich, wow, super. Aber so kritisch muss man sein, das gelingt einem nicht sehr oft, aber wir streben es auf jeden Fall an.

  67. 31:55
    Ronald M. Arndt

    Ja, aber weil ihr auch so viele Hotels macht, haben wir gerade besprochen, haben wir immer die Möglichkeit, was zu schaffen, etwas, die Möglichkeit, was zu schaffen, wo Leute auch nachher in großer Zahl rein und wieder rausgehen.

  68. 32:05
    Markus Kaplan

    Und wir können uns auf TripAdvisor und Booking und wie sie alle heißen dann immer die Fotos anschauen und was dann Leute kritisieren oder nicht. Und das ist schön, weil die, dann sieht man auch durch einen ganz anderen Filter, was für eine Relevanz die Architektur Architektur oder das Design hat. Und damals war das beim Hotel Topaz so, das war, ist unser Hotel mit diesen ovalen Fenstern, dass wir unendlich viele Fotos von diesen, und Instagram, da war Instagram total neu als Social-Media-Plattform, und da war auf Instagram, waren da Bilder, tausende Bilder, was die Leute da in diesen Fenstern aufgeführt haben und wie sie sich da zur Pose gestellt haben und so weiter. Und das habe ich schon spannend gefunden. Dann haben wir begonnen, auch immer bei unseren Projekten, die wir realisiert haben, selber die Instagram-Profile zu verfolgen, um zu schauen, was die Benutzer damit machen und die Gäste damit machen und so weiter. Und das ist schon ein interessantes Feedback. Damals haben wir gesagt, man muss in der Architektur Instagrammable Moments einführen. Davon würde ich jetzt Abstand nehmen, weil das ist mir zu vordergründig, zu erzwungen. Aber es hat schon auch was. Es, es halt, früher hat man gesagt, es muss photogene Aspekte haben, Meinst du damit Ecken, oder? Nein, also das Ganze, es muss einfach das Ganze schon etwas Fotogenes auch haben, das schon. Ich muss es ja auch vermarkten, also auch der Hotelbetreiber, der muss ja auch sozusagen mit den entsprechenden Fotos das Ganze im Internet vermarkten können und so weiter. Das ist auch ein Teil des Produktes, das muss es auch können, weil die Leute buchen es ja, weil es ihnen gefällt, weil die die Bilder im Internet sehen. Und da muss man dann manchmal schon so ausgefallene Ideen suchen. Wie kann ich mich jetzt vor den Mitbewerb setzen? Was kann der USB dort sein und so weiter? Und das macht auch Spaß. Also da sind wir dann mitten in einem Positionierungsprozess, was wir auch sehr gerne machen. Also wir sehen uns ja nicht nur als Architekten oder Designer, sondern wir sehen uns eigentlich auch als Hotelmacher und wir betreiben auch gerne den gesamten Prozess. Wir haben auch teilweise Leute bei uns im Team, die aus dem hoteloperativen Bereich kommen, die gar nicht Designer oder Architekten sind. Und das Schöne ist, dass man da diesen Aspekt hineinbringt, von der Guest Journey weggedacht, was es da braucht. Wie kann ich zum Beispiel effizient ein Hotel planen? Wie spare ich mir viele Mitarbeiterwege, die wieder Geld kosten? Oder wie ist die Customer Journey? Also wie geht der Gast durchs Hotel? Was erfährt er? Welche Sachen sieht er, wie wird er inspiriert, oder wie riecht das Ganze, oder was für ein Food-Konzept haben wir, was für Essen ist auf dem Tisch. Kaufe, verkaufe ich jetzt da in den Alpen irgendwelche Lobster, oder habe ich da eine bessere Idee? Mache ich da eher modernes Food, das local sozusagen ist, oder so? Also das heißt, man merkt schon, dass das hört dann gar nicht mehr auf. Also wenn ich sage, wir sind nicht Architekten oder Designer, sondern wir machen Hotels, dann kann man einen riesengroßen Blumenstrauß aufmachen. Und der Spaß ist ja auch, mit so vielen Experten dann zusammenzuarbeiten. Also das ist vom Food-Konzept bis hin zum Styling des Ganzen. Also wenn ich dann quasi eine Ausstattung mache, Möbel und so weiter designe, geht es auch darum, was für Bücher stehen dann da drin, welche Vasen, welche Blumen, welche Pflanzen. Wir machen sehr oft auch sozusagen, arbeiten wir zusammen mit Gärtnern, die dann sozusagen auch wirklich Pflanzen im Innenraum und auch im Außenraum zutun und so weiter. Also so umfassend, wie das im Bereich Hotel möglich ist, ist es in kaum einem Bereich sozusagen der Architektur.

  69. 35:41
    Ronald M. Arndt

    Was gibt es am Straubinger Platz Neues?

  70. 35:45
    Markus Kaplan

    Straubinger Platz haben wir ja wirklich sehr, sehr erfolgreich eröffnen dürfen und haben dort auch wirklich super Feedback bekommen. Die Objekte sind sozusagen beim Betreiber auch sehr gut angekommen und fühlen sich auch sehr gut. Und tatsächlich ist es so, dass ich teilweise, wenn ich spontan am Wochenende dann doch einmal nach Bad Gastein fahren will, dann sagen sie, ja, tut mir leid, Herr Kaplan, da gibt es leider kein freies Zimmer. Also dann bin ich einerseits befriedigt und denke mir, ja, okay, gut, geht, rennt gut, aber gleichzeitig auch ein bisschen schade.

  71. 36:20
    Ronald M. Arndt

    Man muss halt doch auch mal früher buchen, oder muss bisschen durch Städtchen laufen und gucken, was man da noch so machen kann. Ja, genau. 4 Kids hast du, ja, genau, habe ich mir angelesen.

  72. 36:31
    Markus Kaplan

    Stimmt.

  73. 36:31
    Ronald M. Arndt

    Ist da schon bei einem, bei einer der Funke übergesprungen, was Architektur angeht?

  74. 36:35
    Markus Kaplan

    Na ja, der Funke mit Sicherheit, also da kommen sie dann raus. Aber sozusagen mein Ältester ist 21, der geht in Richtung Medizin. Das finde ich auch total super. Ist extrem kreativ, kann viel besser zeichnen als der Papa, also viel besser als ich. Also super Zeichner. Mein Zweiter hat jetzt gerade Matura gemacht und der wird wahrscheinlich in Richtung Sport und wird Physio und so weiter. Und dann meine beiden Damen, also 16 und 14, die sind auch beide sehr kreativ. Da könnte es sogar noch passieren, dass sie da auch so eine Richtung einschlagen. Wenn ich mir ihre Zeugnisse anschaue, sind sie vor allen Dingen in dem Bereich sehr, sehr gut. Aber ich möchte es überhaupt nicht vorfassen, und ich würde es Ihnen jetzt nicht explizit nahelegen, es Ihnen auch nicht ausreden, aber Sie müssen das ein bisschen selber entscheiden und sich auch einfach mal fort und woanders anschauen, ganz genau, wie das echte Leben dann am Ende doch ausschaut. Und es ist auch immer ganz gut, wenn man dann nicht im Betrieb der Eltern arbeitet, sondern auch woanders. Also ich habe zum Beispiel auch nur ganz kurz einmal im Unternehmen meines Vaters gearbeitet, der auch ein Architekturbüro gehabt hat. Und so gern ich das gemacht habe, meinen Vater sehr, sehr schätze, aber es ist sehr gut, wenn man seine Erfahrung auswärts macht, weil man einfach sozusagen nicht als Sohn des Chefs in ein Unternehmen reinkommt oder als Tochter des Chefs, sondern wirklich komplett unvoreingenommen und in den gleichen Rahmenbedingungen startet wie alle anderen auch. Also da wird man nicht bevorzugt oder wie auch immer benachteiligt auch vielleicht, sondern da hat man die gleichen Startmöglichkeiten. Und das kann ich auch nur empfehlen.

  75. 38:07
    Ronald M. Arndt

    Mhm. Brauchst du da nicht immer wieder Inspiration ohne Ende, oder ist es allmählich schon so ein Sammelsurium einfach? Das hast du alles mal gesehen, jetzt setzt du es zusammen bei Projekten.

  76. 38:18
    Markus Kaplan

    So, ist eine sehr, sehr gute Frage. Also tatsächlich muss man da wirklich sehr vorsichtig sein. Also das ist auch ein kritischer Augenblick, wo man sagt, okay, okay, man wiederholt sich einfach immer nur noch. Also uns befriedigt das nicht. Also wir versuchen das immer ganz stark zu vermeiden. Es sind schon Rezepte, die man wiedererkennt, das kann man dann Handschrift nennen, aber es soll nicht gleich ausschauen. Also wir, wenn man auch auf unsere Website schaut und unsere Projekte anschaut, merkt man durchaus, dass da eine sehr große Differenz zwischen den Projekten ist. Also Also ich kann jetzt zum Beispiel ein Projekt, das wir für Sacha machen, das kann man mitnichten vergleichen mit einem Hostel wie zum Beispiel A&O. Also das hat gar nichts miteinander zu tun, außer dass da Betten drinnen stehen sozusagen, man dort schlafen kann. Aber, und das ist auch gut so, und wir versuchen auch wirklich, auch vor allen Dingen, wenn die Produkte näher beieinander sind, wenn man jetzt sagt, man ist im Luxushotelbereich oder im Midscale-Bereich, Da muss man wirklich schauen, was ist der USP von dem Projekt und wie kann ich mich einerseits abgrenzen, auch nicht nur vom Mitbewerb, sondern wie schaffe ich es auch, mich selber nicht zu kopieren. Ist gar nicht so leicht, aber ist auf jeden Fall unser Bestreben.

  77. 39:34
    Ronald M. Arndt

    Was steht die nächsten Monate an, oder 2025? Kann man schon irgendwas Neues, Highlight, weil ich meine, die poppen ja so auf bei euch, außer dem Straubinger Platz.

  78. 39:44
    Markus Kaplan

    Und ja klar, also das sind jetzt die Projekte, die wir eröffnet haben. Tatsächlich haben wir Projekte in der Pipeline, über die ich jetzt tatsächlich nicht so gerne rede, aber es sind massive Juwelen. Also wir haben jetzt gerade ein Gebäude im hochalpinen Bereich in Österreich, das würde ich sagen noch einmal eine Stufe über dem, was wir Straubinger und Badeschloss gehabt haben, also was die Baukultur angeht. Das ist ein wirkliches Juwel, liegt dann an einer Bahnstrecke in Österreich, die zwischen Triest und Wien ist.

  79. 40:13
    Ronald M. Arndt

    Hält die Bahn da auch?

  80. 40:14
    Markus Kaplan

    Ja, die Bahn hält auch. Ist ein Weltkulturerbe. Und dann, die Kenner wissen dann eh schon, was ich meine. Und das ist sozusagen ein Projekt, das wir am Tisch liegen haben. Also wirklich, ja, das ist once in a lifetime, wenn man so ein Projekt machen darf.

  81. 40:29
    Ronald M. Arndt

    Also Tisch liegen heißt, da wird schon dran gearbeitet?

  82. 40:32
    Markus Kaplan

    Wir arbeiten schon dran, ja. Können nicht drüber reden. Dann haben wir auch, und das ist jetzt ein bisschen gemein, also dass man jetzt nicht so Ich könnte jetzt erzählen, über was ich nicht reden darf. Und das ist aber auch, finde ich, wichtig und gut so. Und auch den Respekt dem Eigentümer und auch den Betreibern gegenüber. Dieser Moment, wo man sozusagen etwas eröffnet und so weiter, der muss gut kommuniziert werden und so weiter. Da ist ja ganz viel dahinter.

  83. 40:58
    Ronald M. Arndt

    Und was seid ihr da auch unterstützend wahrscheinlich mit tätig?

  84. 41:02
    Markus Kaplan

    Absolut unterstützend.

  85. 41:03
    Ronald M. Arndt

    Absolut.

  86. 41:03
    Markus Kaplan

    Auch die Kommunikation unterstützen wir da sehr massiv, sind auch synchronisiert. Und haben da auch sehr großen Respekt, dass man halt nicht immer alles erzählen kann. Also was ich schon erzählen kann, ist eben ein Herzensprojekt, was wir auch haben, diese Gießerei, die wir in, in Chiemberg haben, in der Nähe von Lunz am See. Das ist ein Projekt, das uns wahnsinnig am Herzen liegt. Das ist jetzt nicht riesig, aber wir glauben, dass es sozusagen eine Besonderheit hat, weil es nämlich eine strukturschwache Region sozusagen aufwerten kann und dort den Tourismus hinbringt und eine Region auf eine Landkarte bringen kann, weil man dort ein Produkt schafft, das so einzigartig ist. Das ist zumindest unser Bestreben, dass dort Leute auch von weit herkommen, um sich das anzuschauen, weil es einfach was Einzigartiges ist. Also, und die diversen anderen Projekte, an denen wir arbeiten, das sind schon auch tolle Juwelen, aber wie gesagt, sollte man nicht drüber reden.

  87. 42:01
    Ronald M. Arndt

    Und aber so habe ich es auch noch nicht gesehen, und dafür ist der Podcast aber auch immer schön, um dass ich da auch neue Impulse einsammle. Der bringt den Tourismus in eine Region, wo halt vielleicht schon länger die Lichter aus waren, die junge Generation weggezogen ist.

  88. 42:17
    Markus Kaplan

    Ja, ja, okay. Ja, oft übersteigt das weit die Grenzen des Architektonischen. Also wir werden da manchmal eingeladen, Vom Bauträger, manchmal auch von Leuten aus der Region, vom Bürgermeister. Kommen diverse Leute auf uns zu und sagen, ihr habt doch da hier und das und so tolle Projekte gemacht, könnt ihr nicht mal vorbeischauen, was man da machen könnte? Und dann bin ich da manchmal dort gewesen und wir haben uns das angeschaut und sagen, ja okay, das ist aber kein architektonisches Problem, was wir dort haben, sondern das ist wirklich, die ganze Region muss entwickelt werden und da muss man sich wirklich was überlegen. Und manchmal gibt es aber, aus welchem Grund auch immer, so ein besonderes Highlight, wo man dann dran glauben kann, dass man dort wirklich dann Leute auch hinbringt, wo man sagen kann, okay, da kann man was drauf aufbauen.

  89. 43:03
    Ronald M. Arndt

    Das kann alles sein, das muss nicht ein Hotel sein.

  90. 43:05
    Markus Kaplan

    Das kann theoretisch alles sein, aber weil wir jetzt sozusagen über Hotels reden und auch Experten sind, ist es sehr oft in die Richtung Hospitality, was natürlich auch Restaurants sein können oder und so weiter. Und in dem Fall von dieser Gießerei Kienberg wird es sozusagen ein Day Spa sein, wo ich auch als Externer reinkommen kann, mit einem tollen Restaurant auch für Externe und eben für eigene Hotelgäste. Und rundherum gibt es sozusagen noch Überbleibsel von einem ehemaligen Industriebetrieb, einen sehr namhaften.

  91. 43:36
    Ronald M. Arndt

    Auch das löst natürlich so ein bisschen die Distanz auf, wenn überhaupt Externe rein können in ein Hotel. Weil letztens habe ich einen großen Podcast gemacht mit Famelux, den Gebrüdern Mayr im Salzkammergut, und da die Geschichte von Gosau beleuchtet. Und ist natürlich so, am Ende schafft da das halbe Dorf und drüber hinaus einfach mit, ne, die am Anfang eben sehr kritisch gegenüber waren, dass das so entsteht.

  92. 44:01
    Markus Kaplan

    Ja, sicher. Und manchmal übernimmt auch ein Hotel die Rolle, was von, von dem, was die Kirche früher gemacht hat, also sozusagen Treffpunkt für viele Menschen.

  93. 44:10
    Ronald M. Arndt

    Ja, okay.

  94. 44:10
    Markus Kaplan

    Und gerade im ländlichen Raum, ja, wenn du so ein gutes Hotel am Platz hast, wo eine gute Wirtsstube auch drin ist, wo dann die Einheimischen drin sitzen, das ist schon, das kann auch was.

  95. 44:21
    Ronald M. Arndt

    Sind wir doch wieder in der Kirche gelandet. Ja, unser Posaunenmusiker. Super, Markus Kaplan, ganz, ganz lieben Dank.

  96. 44:31
    Markus Kaplan

    Gerne, gerne.

  97. 44:31
    Ronald M. Arndt

    Das war für mich ein toller Auftakt hier in meine nächsten Tage hier in Wien, die ich wieder habe. Meine Großtante war ja Wienerin. Als Kind war ich hier im Sommer regelmäßig 2 Wochen.

  98. 44:41
    Markus Kaplan

    Ja, dann genieß den Aufenthalt noch. Und wenn du, wenn es dir zu heiß wird, kann ich dir ein paar Tipps geben. Dann geh segeln auf der Alten Donau, dann springst du danach noch bisschen rein, kühlst dich ab, und dann segelst du und hast eine wahnsinnig schöne Silhouette auf die UNO City und hast genauso dieses Gänsehäufel im Vordergrund mit schönen Schilfgürteln, und hinten hast du dann die Skyscraper bis 220 Meter hoch.

  99. 45:04
    Ronald M. Arndt

    Ich glaube, das habe ich am Anfang vom Hotel-Podcast wirklich gemacht, dass ich dann meinen Gast immer noch nach Tipps gefragt habe vor Ort, so seine 3 liebsten Tipps.

  100. 45:12
    Markus Kaplan

    Aber Segeln auf der Donau, und der zweite Tipp wäre auf den Nussberg gehen, zum Heurigen Wieniger. Da sitzt man, ist eigentlich eine Buschenschenke, muss man sagen, und da sitzt man oben in den Weinbergen auf Bierbänken Und kann eine Jause nehmen, guten Wein trinken und auf Wien herunterschauen. Es ist wunderschön.

  101. 45:33
    Ronald M. Arndt

    Dann brauchen wir noch einen Tipp.

  102. 45:34
    Markus Kaplan

    Dann haben wir deinen Tipp.

  103. 45:36
    Ronald M. Arndt

    Dann hier natürlich die Rooftopper.

  104. 45:39
    Markus Kaplan

    Ja, genau, die Rooftopper hier sowieso. Also das ist ein Muss. Also auch der Blick von dieser Rooftopper hier oben ist wirklich toll, muss ich schon sagen. 360 Grad auf Wien.

  105. 45:48
    Ronald M. Arndt

    Und da fahre ich jetzt hoch. Herzlichen Dank.

  106. 45:50
    Markus Kaplan

    Ja, dann viel Spaß da oben und bis zum nächsten Mal.

  107. 45:52
    Ronald M. Arndt

    Und mal schauen, was hier noch alles so rund um meine Podcasts und BWM passiert.

  108. 45:55
    Markus Kaplan

    Ja, super. Danke für die Einladung.

  109. 45:56
    Ronald M. Arndt

    Merci. Sehr gern.

  110. 45:57
    Markus Kaplan

    Ciao.