Emilia Bräutigam & Sabrina Ochs, EmiLu Design Hotel
Aufgenommen: EmiLu Design Hotel, Stuttgart
Germany49 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Ich sag manchmal so, ich habe die Hotelausbildung in einem Jahr vollzogen.“
Emilia Bräutigam & Sabrina Ochs, 10:42
Emilia Bräutigam und Sabrina Ochs sprechen über das EmiLu in Stuttgart, das im September 2021 eröffnet hat. Die Familie Bräutigam hatte vorher nichts mit Hotellerie zu tun: Der Vater kommt aus der Immobilienbranche, die Mutter ist Architektin, hat die Baustelle täglich überwacht und das komplette Mobiliar ausgesucht. Sabrina Ochs kam im Oktober 2020 vom Schlossgarten dazu und erzählt, wie das Haus mit Pächtern für Frühstück und Boutique schlank aufgestellt wurde.
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Kernaussagen
- Quereinstieg der Familie: Emilias Vater kommt aus der Immobilienbranche und hatte zuvor Hotelprojekte für andere in Stuttgart realisieren wollen, die nie zustande kamen. Ihre Mutter ist Architektin, hat die Baustelle jeden Tag überwacht, das komplette Mobiliar ausgesucht und über Jahre Vintage-Möbel auf Auktionen gesammelt.
- Pächter statt eigenes F&B: Das Frühstücksrestaurant Fritz führen drei junge Betreiber, die sich mit dem Hotel zusammen selbstständig gemacht haben, dazu kommt eine Damenboutique als Pächterin im Haus. Die Öffnung zur Stadt war laut Emilia Bräutigam auch eine Vorgabe der Stadt.
- Roomservice vom Italiener: Weil es kein eigenes Abendrestaurant gibt, bestellen Gäste an der Rezeption von der Karte des Italieners um die Ecke. Der bringt das Essen rüber, der Gast holt es unten ab.
- Bauen im Bestand: Aus zwei Gebäuden wurde eins, zwei Etagen wurden aufgestockt, ein Erdbebensicherheitsnachweis und Rippendecken führten zu Verzögerungen. Statt zwei Jahren dauerte der Bau vier, am Ende gibt es sechs Zimmerkategorien.
- OTAs für Sichtbarkeit: Sabrina Ochs sieht Booking und Expedia als schnellsten Weg zu internationaler Sichtbarkeit, weil Vertrieb im Ausland für ein einzelstehendes Familienhotel schwierig ist. Dazu kommen Kooperationen in der Stadt und Events wie die Jazz Open.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Stuttgart blüht auf! Im Fußball, wie in der Hotellerie.
Nebst dem VfB Stuttgart, ist das EmiLu Design Hotel mit den Gastgeberinnen Emilia Bräutigam und Sabrina Ochs ein purer Glücksfall für die Landeshauptstadt.
Im Herbst 2021 eröffnet, liegt das luxuriös anmutende Hotel im Herzen der Stuttgarter Innenstadt und feiert dieser Tage seinen bereits dritten Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!
Die Entstehungsgeschichte ist bemerkenswert, der Weg bis zur Eröffnung herausfordernd. Am Ende wurde aber auch hier der unternehmerische Mut von Familie Bräutigam belohnt.
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Transkript öffnenTranskript schließen49 Min · Ronald M. Arndt und Emilia Bräutigam & Sabrina Ochs
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:00 Ronald M. Arndt
Heimspiel im Hotel-Podcast. Ich wollte gerade schon sagen im VfB-Podcast. Die Mannschaft kennt man ja mittlerweile auch gut in Deutschland, denn wir befinden uns wirklich im Herzen der City. Ja, von mir waren es 3 Stationen mit U-Bahn und links und rechts kann man sehen, die Stadt lebt, oder?
- 00:18 Sabrina Ochs
Ja, auf jeden Fall. Herzlich willkommen bei uns. Schön, dass du da bist.
- 00:21 Ronald M. Arndt
Danke.
- 00:21 Emilia Bräutigam
Herzlich willkommen. Wir freuen uns sehr.
- 00:23 Ronald M. Arndt
Ja, danke euch beiden. Es wurde Zeit, denn ich glaube schon im September 2021 hat euer Haus, das EmiLu, eröffnet. Liege ich da richtig?
- 00:30 Emilia Bräutigam
Ja, genau. Wir haben im September 2021 eröffnet und sind jetzt im— am 1. September feiern wir schon unser drittes Jubiläum tatsächlich. Also ja, die Zeit vergeht so schnell.
- 00:44 Ronald M. Arndt
Was muss da zusammenkommen, dass eine Familie sagt, wir eröffnen ein privat geführtes Hotel in der Stuttgarter Innenstadt, schließen uns keiner großen, schließen uns keiner großen Kette an. Und kommt ihr aus der Hotellerie?
- 01:04 Emilia Bräutigam
Nee, tatsächlich nicht. Also wir alle nicht.
- 01:07 Ronald M. Arndt
Und das noch dazu.
- 01:09 Emilia Bräutigam
Was könnte, was kommt da alles dazu? Also ich glaube, da gehört auf jeden Fall viel Mut dazu, zum Ersten, und auch glaube ich, der Ansporn, auch in der Stadt was entwickeln zu wollen auf jeden Fall. Das war glaube ich der Grundgedanke auch von meinem Papa. Der kommt ursprünglich aus der Immobilienbranche, genau, und war auch dabei, verschiedene Hotelprojekte für andere eben in Stuttgart zu realisieren, kam aber dann nie zustande. Und dann hat er sich irgendwann selber mal, ja, auf die Suche gemacht nach einem eigenen passenden Objekt. Und ja, meine Mutter ist dann, ob sie wollte oder nicht, mitgehangen, mitgefangen, ja, mit in das Projekt eingestiegen. Mein Papa hat auch das, sage ich mal, große Glück gehabt, dass meine Mama Architektin ist.
- 02:12 Ronald M. Arndt
Also dann gar nicht so weit weg vom Thema.
- 02:13 Emilia Bräutigam
Nee, gar nicht so weit weg vom Thema.
- 02:16 Ronald M. Arndt
Design. Schön.
- 02:17 Emilia Bräutigam
Okay, ja, sie hat selber aber davor auch noch nie irgendwie ein Hotel eingerichtet oder designt oder irgendwas. Die hat tatsächlich auch alles von der Pike auf selber sich erarbeitet und erlernt.
- 02:31 Ronald M. Arndt
Und ja, und bei dir, Sabrina, glaube ich, du hast wirklich Hotelerfahrung.
- 02:37 Sabrina Ochs
Ja, also ich bin schon ein Kind Hotellerie, ja, durch und durch, würde ich sagen. Also bin seit über 20 in der Hotellerie in unterschiedlichen Positionen und bin dann im Jahr 2020, Oktober 2020, bin ich zur EmiLu-Familie gestoßen und durfte, ja, da war das so, ja, so die heiße Phase vom Bau, sage ich mal, oder wo der Bau ernst wurde. Als es ernst wurde, da durfte ich mit einsteigen, genau.
- 03:06 Ronald M. Arndt
Also wirklich von Anfang an?
- 03:08 Sabrina Ochs
Ja, mehr oder weniger.
- 03:09 Ronald M. Arndt
Vor Eröffnung? Aber du warst davor auch schon in Stuttgart, glaube ich? Ja, am Schlossgarten. Schlossgarten ist ja so ein bisschen das erste echte, der erste echte GM, der im Hotel-Podcast zu Gast war. Davor war es ein Winzer, also da beim Uli Schwer, den grüßt man an der Stelle auch immer gerne. Das heißt, den Stuttgarter Markt kanntest du damals schon?
- 03:29 Sabrina Ochs
Ja, auf jeden Fall. Also ich war die letzten 5 Jahre, also vor EmiLu, war ich im Schlossgarten als Director of Sales and Marketing tätig und kenne natürlich den Stuttgarter Markt daher sehr gut. Davor war ich sehr lange bei Maritim in unterschiedlichen Positionen. Genau, und ja, habe mich dann gefreut, dass ich aber hier eben mal so vom Start an eben mit dabei sein durfte, mich auch mit sehr vielen Dingen einfach einbringen durfte, mir da viel Vertrauen von Anfang an geschenkt wurde seitens der Familie und das macht natürlich, also es ist schon spannend, wenn man eben vom PMS-System über, sage ich mal, dann die Bettwäsche alles selbst aussuchen darf.
- 04:13 Ronald M. Arndt
Also ja, wird so oft nicht passieren in Stuttgart, dass man halt diesen Hand leider Gottes, ja, vielleicht noch in Zukunft, aber da arbeiten wir alle zusammen dran. Das heißt, du hast von der Familie Bräutigam so ein bisschen das Konzept nahegelegt bekommen, ja? Wie kann ich mir das vorstellen? Es kam ja schön mit, visuell kann man ja immer schon gut Appetit machen, gerade wenn auch deine Mutter aus dem und dein Vater irgendwo auch aus dem Bereich kommt.
- 04:42 Sabrina Ochs
Ja, man hat mir halt die Geschichte erzählt. Also das Kennenlernen war auch auf, also ich glaube, so wie es jetzt auch ist, also schon von Beginn an sehr familiär, sehr locker und man hat mir halt von dem Projekt berichtet und ich glaube, irgendwie war es von Anfang an auch noch so ein bisschen blindes Verständnis, dass ich mir das relativ schnell vorstellen konnte, was irgendwie ja die Familie irgendwie hier vorhatte, geplant hatte und ich mich da auch recht schnell damit identifizieren konnte. Genau, und ja, auch sehr schnell Lust drauf hatte.
- 05:17 Ronald M. Arndt
Jetzt ist Stuttgart ja die sechstgrößte Stadt, glaube ich, in Deutschland, definitiv, und ein bisschen was haben wir ja auch. Wir sind immer bescheiden, gell, aber bisschen was haben wir auch zu zeigen. Ich glaube, genau da müssen wir hin, dass wir Dass wir da ein bisschen selbstbewusster werden.
- 05:33 Emilia Bräutigam
Auf jeden Fall.
- 05:34 Ronald M. Arndt
Das heißt, du hast auch von Anfang an dran geglaubt, einfach dass es hier funktionieren kann? Ein Haus dieser Klasse und Größe?
- 05:43 Sabrina Ochs
Ja, nee, auf jeden Fall. Also ich glaube, also Stuttgart hat so ein Haus wie EmiLu definitiv einfach auch gebraucht, hat gefehlt bisher, so ein individuelles Designhotel. Das zum einen, und einfach auch so vom Konzept her, wie man sich das halt hier überlegt hat, aus einer Bestandsimmobilie das Ganze in ein Hotel umzubauen, plus eben dann auch noch unsere Mitbewohner, so nenne ich sie jetzt mal, dass man— wir haben ja noch eine Damenboutique im Haus, die bei uns Pächter sind, plus eine Bar mit, ja, wenn ich also unser F&B-Konzept zum Beispiel, dass wir das outgesourct haben und so wie wir EmiLu aufstellen konnten von Anfang an, ist relativ schlank auch, da habe ich schon von Anfang an dran geglaubt, dass das auf jeden Fall sehr erfolgreich werden wird.
- 06:31 Ronald M. Arndt
Also auch für dich, sage ich mal, Konzentration auf das, was man wirklich besonders gut kann, was auch irgendwo noch händelbar ist unternehmerisch, und gerade das Thema Gastro etc. oder Flächen, die man halt auch einfach nicht braucht, nochmal anderen Unternehmern zu überlassen.
- 06:48 Sabrina Ochs
Okay, verstehe. Genau, und dann, ja, also ich glaube halt gerade beim F&B-Part, ich meine, das ist ja immer so ein spannender Punkt in der Hotellerie oder wo es manchmal dann schwierig ist, halt auch mit Personalkosten und einfach das auch mit einer dementsprechenden Qualität kontinuierlich zu führen. Und wir hatten aber auch ein bisschen das Glück, dass wir eben mit den Betreibern von unserem Frühstücksrestaurant Fritz einfach auch 3 junge, motivierte Menschen gefunden haben, die sich im Prinzip ja mit uns zusammen selbstständig gemacht haben. War ähnlich auch gleich irgendwie so, man hat gesprochen, man hatte das gleiche Verständnis von dem, wo man eigentlich hin will, was man für ein Ziel hat, was man hier so präsentieren möchte an Speisen und Und ja, ich glaube, dadurch sind wir einfach super flexibel. Die sind sehr erfolgreich, sind natürlich selbst auch sehr daran interessiert, dass sie hier ständig versuchen, die Qualität hochzuhalten. Man hat den Vorteil, dass man sich in der Stadt einfach für den Stuttgarter, war man gleich von Anfang an eigentlich viel interessanter. Es ist ja manchmal so ein bisschen das Phänomen, dass sich in eine Hotelbar oder in ein Hotel traut sich niemand so rein. Man denkt so, darf ich da rein, wenn ich nicht Hotelgast bin? Und das war bei uns von Anfang an gar nicht das Problem eigentlich.
- 08:06 Emilia Bräutigam
Das war auch ein bisschen die Vorgabe tatsächlich auch von der Stadt, dass man sich ja auch der Stadt hin öffnen soll. Daher auch dann dieses Konzept auch mit den Pächtern und ich glaube, mit dem Fritz ist es uns tatsächlich auch sehr gelungen, dass wir uns zur Stadt hin öffnen, weil man ja immer ab 10:30 Uhr unter der Woche, ab 11 Uhr am Wochenende frühstücken kann bei uns. Und ja, diese Hemmschwelle, die Sabrina genannt hat, somit nicht existiert. Nicht existiert.
- 08:41 Ronald M. Arndt
Was haben wir heute für einen Tag? Mittwoch, ne?
- 08:43 Emilia Bräutigam
Mittwoch.
- 08:44 Ronald M. Arndt
Und ich saß hier unten ein bisschen in der Lobby und habe gesehen, wie die Leute reinkamen. Pärchen, Familien.
- 08:50 Emilia Bräutigam
Mamis mit Kinderwägen sind sehr gerne zu Gast.
- 08:54 Ronald M. Arndt
Aber nur bis 10:30 Uhr gewartet haben, bis es eben das Frühstück à la carte hier unten gibt, ne? Und mit dem tollen Außenbereich. Okay, super. Jetzt hast du vorher gesagt, deine Mutter, die ist da so ein bisschen mit reingezogen worden. Glaube ich ja noch nicht ganz, denn hier steckt ja so viel Liebe zum Detail drin. Und was mir natürlich aufgefallen ist, dieser Mix zwischen der Moderne, klar, Dinge, die einfach hier neu gebaut und entstanden worden sind, aber einfach Mobiliar, wie jetzt hier die Sesseln, wo wir drauf sitzen, die natürlich jetzt nicht erst 2021 ausgeliefert worden sind. Hat da deine Mutter irgendwie die Finger mit drin gehabt?
- 09:33 Emilia Bräutigam
Ja, auf jeden Fall. Also mit reingezogen meine ich eher so, ich glaube, sie selber wäre vielleicht nicht auf die Idee gekommen, ein Hotel zu eröffnen, aber sie war natürlich voll mit Herzblut mit dabei und sie hat wirklich, glaube ich, von allen am meisten geleistet für dieses Projekt. Und hat die komplette Baustelle jeden Tag überwacht, war jeden Tag da, alle Pläne, und hat das komplette Mobiliar ausgesucht, zusammen auch mit den Innenarchitekten die ganzen Zimmer und Räume gestaltet. Also sie hat wirklich überall ihr Obendrauf gelegt, auf jeden Stoff, auf jeden Stuhl, den man hier sieht, und Und ja, ich glaube, das macht auch dieses Haus so besonders.
- 10:23 Ronald M. Arndt
Ja, also einfach ganz persönlicher Touch. In welcher Lebensphase hat dich das Projekt damals so erreicht? Als, ich weiß nicht, ob die das, ob deine Eltern das erstmal unter sich besprochen haben, oder hat der Vater, oder am Frühstückstisch irgendwann mal gesagt, du, ihr hört mal zu, ich habe da was?
- 10:42 Emilia Bräutigam
Ja, also eigentlich muss ich sagen, ich habe das glaube ich zu Beginn gar nicht so. Also ich war sehr jung, ich war 20, wo, oder 21, wo ich hier angefangen habe. Also genau vor 4 Jahren. Also angefangen, also ja, ein Jahr vor Eröffnung auch. Aber quasi, wir haben ja länger gebaut, also da war ich dann 18 oder 17, wo wir angefangen haben. Und ich glaube so in der jungen Naivität habe ich das noch gar nicht so ernst genommen, oder halt so, mir war gar nicht bewusst, was das auch vielleicht bedeutet, oder wie viel Arbeit dahinter steckt, oder was auch da vielleicht mal für eine Verantwortung kommen wird, die ich annehmen kann oder eben auch nicht. Aber ja, ich war halt sehr jung und ich war natürlich immer mit auch auf der Baustelle oder bei Besprechungen dabei oder habe Mama zu Hause beraten, wenn sie ihre ganzen Stoffe ausgelegt hat. Aber ja, als ich dann— ich habe damals auch eine Ausbildung gemacht nach meinem Abitur, aber in der Immobilienbranche, also genau als Immobilienkauffrau. Und dann nach der Ausbildung wollte ich auf jeden Fall was Neues machen, und dann haben eben meine Eltern auch gemeint, hey, nutz doch auch die Chance, steig ein mit Steig jetzt mit ein, dann wirst du alles von null auf mal mitbekommen. Ich meine, die Chance haben sehr wenige im Leben, glaube ich. Da wird man sehr viel sehen, sehr viel lernen. Und ich habe, war direkt dabei und habe gesagt, ja, die Chance nutze ich, also das lasse ich mir nicht entgehen. Habe da natürlich auch immer mehr gesehen, was so geplant ist, und war auch voll begeistert davon. Und Ja, dann bin ich nach meiner Ausbildung direkt mit eingestiegen und habe dann auch alles eben von null auf mit aufgebaut. Und ja, es war auf jeden Fall super spannend, es war sehr lehrreich. Also ich sag manchmal so, ich habe die Hotelausbildung in einem Jahr vollzogen.
- 12:54 Sabrina Ochs
Aber wirklich?
- 12:56 Emilia Bräutigam
Aber ja, also es war echt eine richtig schöne Zeit.
- 13:00 Ronald M. Arndt
Und das halt definitiv nicht passiv, sondern sehr aktiv, weil du ja auch zeitgleich die ganze Verantwortung schon mitgeschultert hast. Und wie du sagst, also sicherlich selten, dass eine Familie überhaupt ein Hotel eröffnet, die davor nichts mit Hotellerie zu tun hatte. Von Nachfolgern, so klar, da hört man immer wieder auch im Hotel-Podcast, was das dann so mit sich bringt. Aber dass man hier einfach komplett bei null startet, eine Familie mit der Expertise von dir, Sabrina, da loslegt. Ja, und damit nicht genug, sondern EmiLu, das, da steckt ja sogar noch viel mehr von dir drin, glaube ich, im Namen, ne?
- 13:36 Emilia Bräutigam
Ja, genau, der Name. Ja, der Name stand tatsächlich relativ schnell auch fest und relativ früh. Also ich glaube, manchmal hat man ja da immer so ein bisschen oder viel mehr Probleme, so einen Namen zu finden. Bei uns war das relativ schnell klar. Und genau, das ist die Zusammensetzung aus meinem Namen, also Emilia, Emi, und meine Mama heißt mit zweitem Namen Luise und daher EmiLu. Und ja, uns war halt wichtig bei der Namensfindung, dass wir was haben, wo man auch international gut aussprechen kann, wo man sich auch leicht merken kann und ja, wo es vielleicht auch so noch nicht gibt einfach.
- 14:15 Ronald M. Arndt
Genau. Erinnert mich so ein bisschen an die Story meiner Frau und mir. Ich bin der Ronald, sie ist die Alice. Und seit jeher sind wir Ronaldis. Wir wissen noch nicht, was draußen steht eines Tages.
- 14:26 Emilia Bräutigam
Ronaldis.
- 14:29 Ronald M. Arndt
Vielleicht ja doch mal ein Hotel in Südfrankreich.
- 14:31 Emilia Bräutigam
Da würde es ja auch hinpassen. Ronaldis.
- 14:34 Ronald M. Arndt
Schauen wir mal. Ja, Verwaltungsgebäude. Letztens war ich im neuen Hoxton in Wien, auch ein ehemaliges Verwaltungsgebäude. Was konvertiert wurde. Man hätte natürlich Wohnungen draus machen können. Der Markus Kaplan, der Architekt, hat dann gemeint, ja, ist aber bedeutend einfacher, aus so einem Gebäude ein Hotel dann doch am Ende auch zu machen. Man braucht da irgendwie keine Balkone, die erwartet werden im wohnwirtschaftlichen Bereich. Und ja, generell einfach, man ist da flexibler mit der Fläche. Und ich sehe viele Parallelen, ja. Und eine ist definitiv, aber diese sehr geringe Standardisierung bei den Zimmern. Ist schon so, ne? Man hatte einfach, musste einfach nehmen, was man kriegt, ne? So ein bisschen auch statisch gesehen.
- 15:22 Sabrina Ochs
Ja, also wir haben 6 verschiedene Zimmerkategorien.
- 15:26 Ronald M. Arndt
Und also je älter das Gebäude ist, desto mehr Zimmerkategorien wahrscheinlich.
- 15:31 Sabrina Ochs
Ja, es war, es ist bei uns halt irgendwie aufgrund, weil es halt ein Bestandsgebäude war, also sind 2 Etagen sind noch aufgestockt worden. Das muss man vielleicht noch dazu sagen und in dem Bereich, wo wir gerade sitzen, es waren eigentlich zwei Häuser, die dann zusammengefügt wurden oder wo die Etagen aber auch angeglichen werden mussten. Ja, und dadurch sind halt die, wir sind, bei uns ist nichts quadratisch praktisch, also selbst innerhalb. Wir haben versucht eben aufgrund der Größe und der Lage der Zimmer ein also das halt in Kategorien einzuteilen.
- 16:07 Emilia Bräutigam
Aber ja, ich weiß auch noch, wie ich damals mit so einem Plan da saß. Das war nämlich meine Aufgabe, eine meiner Aufgaben, mit den Textmarkern einzuzeichnen, welche Zimmer zueinander passen würden. Ja, es war schon, also haben wir schon lange, ja, schon lange rumdiskutiert und rumgetüftelt, wie das auch dann eben Ja, dass man auch wirklich beachtet, dass es irgendwie auch fair ist, welches Zimmer man bucht, dass es auch zusammenpasst von den Kategorien.
- 16:36 Sabrina Ochs
Stimmt, ja, die gleiche Kategorie ist einfach, ja.
- 16:41 Emilia Bräutigam
Aber andererseits ist es auch für den Gast ja auch voll der Vorteil, finde ich.
- 16:45 Sabrina Ochs
Absolut.
- 16:46 Emilia Bräutigam
Weil man ja, man kann quasi fast 90-mal kommen und bekommt fast ein anderes Zimmer. Also es wird nie langweilig, ist ja auch schön.
- 16:58 Sabrina Ochs
Ja, und die Gäste haben glaube ich auch mittlerweile, es gibt wirklich Gäste, die jetzt schon einfach ihr Lieblingszimmer sozusagen gefunden haben und die explizit sagen, ich möchte Zimmernummer XY einfach festhaben. Ja, weil es einfach glaube ich so, das ist auch, das war auch so eine schöne Geschichte oder auch lustige Geschichte, als deine Mama mit ihren Farbtafeln hier durch die Baustelle gezogen ist und halt so individuell entschieden hat. Das Zimmer wird jetzt hellblau, das andere wird Terrakotta, also wirklich so individuell, wie das Licht halt einfach auch reinscheint in das jeweilige Zimmer oder auf welcher Etage das ist. Ja, und dadurch können wir auch sagen, wenn dir Terrakotta nicht gefällt, dann haben wir für dich ein hellblaues Zimmer oder ein dunkelblaues. Also ja.
- 17:42 Ronald M. Arndt
Ja, Sabrina, du hast gerade gemeint, die Gäste, da hat der eine oder andere schon so sein Lieblingszimmer. Wer kommt denn so? Also ja, wer kommt, so kann man es ja nicht sagen.
- 17:52 Sabrina Ochs
Den Namen dürfen wir nicht nennen.
- 17:54 Ronald M. Arndt
Nein, nein, wer?
- 17:55 Emilia Bräutigam
Interessante Gäste.
- 17:58 Sabrina Ochs
Ja, wir haben also ein bunt gemischtes Publikum und das ist vielleicht auch so, wir wurden am Anfang immer gefragt, so ja, ihr müsst jetzt hier euer Marketing planen, was sind denn jetzt hier genau eure Zielgruppen, ihr müsst es genau definieren und wir haben immer gesagt, nee, eigentlich wollen wir das gar nicht, weil eigentlich so unser Ziel ist, also Jeder ist hier herzlich willkommen oder jeder soll zu uns kommen, der einfach schönes Design mag und der sich hier wohlfühlt. Und wir waren immer der Meinung, das kann man auch nicht festlegen auf eine Altersgruppe oder sagen, dass das jetzt ein Single sein muss oder ein Pärchen. Dann wurden wir am Anfang so ein bisschen, glaube ich, schon belächelt und haben gesagt, ja, die haben ja irgendwie gar keinen Plan. Aber mittlerweile sind wir sehr stolz drauf. Das ist genau das, was wir eigentlich vorhatten. Also hier passiert ist. Es ist schon, Stuttgart ist immer, es ist schon sehr geschäftsreiseabhängig nach wie vor und von Montag bis Donnerstag haben wir schon, sage ich mal, eher vielleicht den Geschäftsreisenden bei uns. Dann switcht das Ganze aber und wir haben dann wirklich von Donnerstag bis Sonntag ja von der jungen Familie über Oma, Opa, die hier vielleicht die Kinder besuchen kommen in Stuttgart, Kulturinteressierte, also wirklich alle Altersklassen hier im Haus. Vertreten und das macht es glaube ich auch so bunt und lebendig und schön.
- 19:17 Ronald M. Arndt
Ja, das ist ein Haus, was man liebhaben kann am Ende.
- 19:21 Sabrina Ochs
Ich hoffe doch, wo man sich hier wie zu Hause einfach fühlt.
- 19:26 Ronald M. Arndt
Auch damals mit Uli da im Schlossgarten, wie gesagt, einer der ersten Hotel-Podcasts, hat er sich auch da schon reingedacht, den Stuttgarter Markt, und es war immer die Rede davon, eigentlich haben wir hier alles touristisch. Die Weinberge reichen bis zum Hauptbahnhof und so weiter und so fort. Aber es braucht halt am Ende auch diesen, dieses überraschende Hotelhaus, wo ich sag, ja, weil der Aufenthalt hängt halt immer zusammen, besteht immer aus Hotel und Stadt.
- 19:51 Emilia Bräutigam
Ja, auf jeden Fall.
- 19:52 Ronald M. Arndt
Und den Ort, den habt ihr hier mit extrem großer Leidenschaft geschaffen. Ja, und jetzt ein bisschen rückblickend auf die, auf die letzten 4 Jahre, ging so die Skala der Verantwortung wurde immer größer, oder hast du dich da in deinen jungen Jahren, muss ja schon sagen, immer besser reinfinden können? Das ist natürlich eine tolle Konstellation.
- 20:20 Emilia Bräutigam
Ja, ich glaube, ich habe mich eigentlich ganz gut damit eingefunden.
- 20:27 Sabrina Ochs
Viel zu bescheiden dafür. Das ist auch wie der Stuttgarter, kann Emi da auch.
- 20:32 Ronald M. Arndt
Bist du nicht Stuttgarterin ursprünglich, oder?
- 20:34 Sabrina Ochs
Also ich komme ursprünglich aus dem Pforzheimer Raum.
- 20:37 Ronald M. Arndt
Okay, ja, das ist ja ein ähnlicher Menschenstamm.
- 20:40 Emilia Bräutigam
Also ich denke schon, ja. Ich glaube dadurch, dass, also ich bin auch irgendwo sehr froh, dass ich diese Erfahrung machen durfte.
- 20:50 Ronald M. Arndt
Das hängt ja auch mit Unternehmertum erstmal zusammen. Ja. Das ist ja auch so ein Thema. Wer hat da heute noch in der jüngeren Generation, sage ich mal, Lust, da überhaupt einen eigenen Weg einzuschlagen? Viele eben nicht.
- 21:03 Emilia Bräutigam
Ja, nee, also das kann ich selbstbewusst sagen, das habe ich auf jeden Fall. Nee, aber ich glaube, was für mich sehr gut war, und da bin ich auch wie gesagt sehr froh drüber, dass ich so jung eigentlich auch mal so viel arbeiten musste und auch mal so früh sehen musste, wie viel Arbeit hinter sowas steckt, weil ich glaube, oder ich bin mir sicher, dass man dadurch erstmal wertzuschätzen weiß, sowas auch haben zu dürfen, mithaben zu dürfen, oder auch ja in so einem tollen Haus arbeiten zu dürfen. Und ich glaube, viele junge Leute, die dieselbe Erfahrung machen oder auch vielleicht mal einen Beruf ausüben, der sehr viel fordert, oder auch mal lange Nächte, lange Tage, man lernt da sehr viel über sich selber auch. Und auch sehr viel, dass man auch einfach sehr viel lernen kann, erlernen kann und sehr viel auch Mut dazugehört. Zum Beispiel, ich bin ja im Bereich Marketing hier zuständig, Social Media und Marketing. Und also Social Media war schon immer so eine Leidenschaft von mir. Ich glaube auch dadurch, dass ich damit einfach aufgewachsen bin. Also Ja, und Marketing selber habe ich aber ja nicht wirklich gelernt. Also es war auch so Learning by Doing, und da war ich am Anfang schon manchmal so ein bisschen, oh Gott, kann ich das? Und wie funktioniert das? Und diese Begriffe, und oh Gott. Und dann habe ich auch eine Fortbildung, also so eine nebenher, so eine Fortbildung gemacht und habe dann irgendwann gemerkt, ah ja, eigentlich ist es auch ganz gut machbar. Aber man ist da manchmal so ein bisschen, am Anfang sieht man so einen Berg vor sich und denkt, oh Gott, das werde ich nie schaffen. Und dann merkt man eigentlich, dass es ganz gut umsetzbar ist.
- 23:00 Ronald M. Arndt
So, also ja, ich höre so ein bisschen raus, wie du gerade gesagt hast, über dieses Tage-und-Nächte-Tun. Da stellt man irgendwann fest, welchen Weg man überhaupt in der Lage ist zurückzulegen, und dass da dann auch so Zwischenziele und Meilensteine bei rauskommen, ne?
- 23:19 Emilia Bräutigam
Das ist ja ein bisschen das, voll.
- 23:21 Ronald M. Arndt
Und es geht immer ums Starten und Dranbleiben irgendwo.
- 23:25 Emilia Bräutigam
Ja, und das, da sind meine Eltern auf jeden Fall auch ein Vorbild. Also die haben auch nie aufgegeben, auch während dem Bau. Ich meine, das war ja nicht einfach und hat sich ja sehr lange gezogen. Und, aber es war dann auch so schön, wo man dann so das Ziel hatte, okay, jetzt dürfen wir bald eröffnen. Und es gab trotzdem immer Herausforderungen, aber man hat es als Team auch immer gemeistert. Also wir waren halt von Anfang auch mit Sabrina und Andrea immer schon so ein starkes Team und der Kern war glaube ich so stark bei uns, dass wir so wussten, okay, wir schaffen alles, egal was kommt eigentlich. Und ja, ich glaube, durch auch dieses Ziel und das man vor Augen hatte, war das am Ende einem irgendwo dann auch bisschen zweitrangig, ob man jetzt 8 Stunden am Tag arbeitet oder vielleicht auch mal ein bisschen länger. Und ja, hat sich ja gelohnt. Hat sich gelohnt.
- 24:20 Ronald M. Arndt
Nee, und abermals belegt, dass Unternehmertum in und mit der Familie eben auch funktionieren kann, wenn natürlich die Charaktere, die Interessen so gleich ähnlich gelagert einfach sind.
- 24:32 Emilia Bräutigam
Ja, auf jeden Fall.
- 24:33 Ronald M. Arndt
Also kann da einfach was Tolles bei entstehen.
- 24:35 Emilia Bräutigam
Ja, ich glaube auch. Und dadurch, dass ja auch quasi jetzt bei uns in der Familie jeder so seine eigenen Stärken auch hat und jeder vielleicht woanders bisschen besser ist. Also ich glaube, mein Papa könnte jetzt kein Social Media, aber ich könnte jetzt auch teilweise diese Vertragsverhandlung oder wie auch immer Sachen nicht, nicht so gut. Und deswegen, ja, ich glaube, da ergänzen wir uns ganz gut. Aber klar, es ist trotzdem auch nicht immer nur Sonnenschein. Also wenn man jetzt in der Familie arbeitet, ist natürlich auch manchmal viel Diskussion, viel Austausch, aber das gehört glaube ich auch dazu, aber hat auch viele Vorteile.
- 25:20 Ronald M. Arndt
Das hast du vorher schon erwähnt, ihr habt ja noch mal 2 Stockwerke hier oben draufgesetzt auf das ehemalige Verwaltungsgebäude. Was habt ihr da untergebracht?
- 25:27 Sabrina Ochs
Also es sind auch noch mal 2 Zimmeretagen und die oberste Etage davon ist unsere Suitenetage, also da sind 6 Emi-Suiten und unsere Lennartz Rooftop Lounge ist ganz oben, so als nochmal als Highlight vom Hotel. Das Lennartz ist gedacht wie das zweite Wohnzimmer also von jedem Gast und war auch so die Idee von Petra, egal ob du jetzt hier das kleinste Zimmer, unser Super-Cosi-Zimmer buchst oder eben eine Suite, dass jeder Zugang hat einfach zu einem Loungebereich, wo eine schöne Terrasse noch mit dabei ist. Genau, das ist noch praktisch jetzt so hier über uns.
- 26:04 Ronald M. Arndt
Und ihr bespielt dann eben auch diese Flächen, die ihr habt, um das Hotel, wie ihr vorher schon gesagt habt, einfach auch der Stadt gegenüber zu öffnen.
- 26:12 Sabrina Ochs
Ja, im Lennartz ist es schon so, dass also primär steht es den Hotelgästen einfach zur Nutzung zur Verfügung, aber immer am ersten Donnerstag im Monat machen wir auch zusammen mit dem Fritz unten ein Afterwork-Event, wo dann praktisch auch jeder kommen kann, der Lust drauf hat. Und man kann sich das Lennartz und auch die 3 kleinen Besprechungsräume, die wir noch haben, eben auch mieten für Veranstaltungen, für Hochzeiten, Geburtstagsfeiern. Genau.
- 26:38 Ronald M. Arndt
Was ich sehr cool fand, und das erwartet man jetzt nicht zwingend, egal in welchem Hotel welcher Kategorie, dass ihr sogar eine kleine Sauna und einen Fitnessraum unten habt.
- 26:49 Emilia Bräutigam
Ja, stimmt.
- 26:51 Sabrina Ochs
Also ich glaube, es ist schon wichtig, den, also in einem Stadthotel das auch zu haben. Aber ich würde uns jetzt nicht als Spa-Wellness-Hotel bezeichnen oder das schreiben wir uns nicht auf die Fahne. Und ja, ich denke, es ist ausreichend. Wir haben sehr gute und hochwertige Geräte in unserem Fitnessbereich.
- 27:11 Ronald M. Arndt
Ja, aber es ist da. Es ist da. Super.
- 27:13 Sabrina Ochs
Und klein, aber fein, würde ich sagen. Und so ist auch unser Saunabereich. Der wird schon auch mal mehr, mal weniger genutzt, aber es gibt wirklich auch Tage, da ist 3 Tage die Sauna dass die gar nicht genutzt wird und wir das mittlerweile auch so machen, dass wir eben den Gast bei Anreise informieren, dass wir eine Sauna haben, wir die sehr gerne für ihn anschalten, aber er soll uns doch bitte kurz informieren und dann dauert es 30 Minuten, dass die aufheizt und ich muss sagen, das ist glaube ich auch, das finde ich auch schön, dass bei den Gästen so ein Umdenken stattgefunden hat und viele das einfach auch verstehen, dass man vielleicht jetzt nicht sofort in die Sauna gehen kann, sondern wirklich diese 30 Minuten warten muss und das den Gast dann aber trotzdem auch vollkommen in Ordnung ist und man so halt auch die Sauna nicht jeden Tag 8 Stunden durchballern lassen muss, sage ich mal. Ja, also es ist glaube ich schon so ein bisschen, ja, also finde ich auch gut, dass es da bei den Gästen so ein bisschen ein Umdenken stattgefunden hat oder das akzeptiert wird.
- 28:08 Ronald M. Arndt
Okay. Im Hotel-Podcast beantworten wir immer auch die Frage, wie jemand überhaupt in die Hotellerie kam. Wie war das bei dir? Ging es in Pforzheim los oder woanders?
- 28:18 Sabrina Ochs
Also tatsächlich bin ich nach dem Abitur, habe ich damals, wusste ich nicht so genau, was ich machen will. Dann bin ich ein Jahr lang Flugbegleiterin und bin durch die Welt geflogen. Das fand ich auch sehr schön, aber habe mir als Ziel gesetzt, also das machst du maximal ein Jahr, sonst bleibst du da hängen und eine Ausbildung solltest du vielleicht schon noch irgendwie machen, sowas Ordentliches. Und dann Ja, irgendwie, ich glaube, ich bin so, meine Mama ist selbstständig, hat einen Friseursalon. Ich glaube, so Dienstleistungsbereich wurde mir vielleicht auch so ein bisschen in die Wiege gelegt. Also ich liebe Menschen oder ich habe gern viele Menschen um mich rum und bin auch gerne Gastgeber. Und ja, irgendwie bin ich dann auf die Lehre zur Hotelfachfrau gekommen und habe eigentlich auch in der Lehre gemerkt, dass ich da, oder ich habe recht schnell gemerkt, dass ich da genau richtig bin.
- 29:14 Ronald M. Arndt
Sprich, nach dem Abitur hast du nochmal eine klassische Lehre gemacht?
- 29:16 Sabrina Ochs
Genau, nach dem Abitur habe ich eine klassische Lehre gemacht, habe dann noch später berufsbegleitend habe ich ein Studium zum Eventmanagement oder mit Schwerpunkt Eventmanagement noch gemacht und habe aber dann eigentlich wirklich einfach durch, ich würde sagen, viele unterschiedliche Positionen in der Hotellerie ist mein Weg halt einfach immer weitergegangen. Kam bei jeder Station, kam halt noch ein bisschen was anderes vielleicht so mit dazu, sodass ich jetzt zum Schluss hier gelandet bin.
- 29:46 Emilia Bräutigam
Zum Glück.
- 29:49 Ronald M. Arndt
Und wäre bei dir nicht EmiLu auf einmal ins Leben getreten, davor hast du, wie gesagt, hast du im Bereich Immobilien eine Ausbildung gemacht. Was waren bei dir früher so andere Träume beruflich?
- 30:00 Emilia Bräutigam
Ach, viele. Also ich glaube tatsächlich, tatsächlich, wenn jetzt das mit dem EmiLu gar nicht in mein Leben getreten wäre, dann wäre ich in die Richtung Mode tatsächlich gegangen, also Design, sowas. Also ja, die Richtung. Ich wollte auch ganz früher Kindergärtnerin werden oder ja, sowas in die Richtung. Aber nee, ich glaube, Richtung Mode, Design wäre auf jeden Fall meine Richtung gewesen, also schon eher Also ich habe ja die Ausbildung, sage ich mal, eher Richtung meinem Papa gemacht, aber wahrscheinlich wäre ich dann eher Richtung Mama gegangen. Ja, nee, aber ja.
- 30:43 Ronald M. Arndt
Wo kommen die ganzen Vintage-Möbel her, die man so sieht? Also es ist ja wirklich nicht nur in diesem Raum hier, sondern an allen Ecken ist diese Kombi aus, kann man sagen, Klassik und Moderne irgendwo sticht ins Auge, ne? Und ja, sehr angenehme Art und Weise.
- 30:56 Emilia Bräutigam
Also viele Möbel tatsächlich, also hat meine Mama über viele Jahre schon vor der Eröffnung tatsächlich über Auktionen gesammelt, entweder übers Internet oder auch hier in Stuttgart vor Ort bei lokalen Firmen. Und sie war da auch teilweise dann schon bekannt, dass sie auch sogar schon angerufen wurde, wenn es mal was Neues gab. Habt ihr da noch mal was? Es könnte passen. Ja, und so hat sie halt wirklich über die Jahre alles gesammelt. Und was ich eigentlich so faszinierend fand, war, wo wir dann in diesem Haus standen hier und die ganzen Möbel angeliefert wurden, und die Mama wusste wirklich aus dem Kopf in jeden Raum, was reinkommt. Ich dachte immer so, wie funktioniert das? Also wirklich fertig waren, ja, also sie wusste wirklich, der Tisch, der muss da rein, die Stühle müssen da rein, das Sofa kommt da rein. Und ja, ich glaube, das ist halt so ein Vorstellungsvermögen, das haben nicht alle.
- 32:01 Sabrina Ochs
Ohne deine Mama wäre es auch gar nicht gegangen, also dieses Haus einzurichten. Ich glaube, das war auch so, also ist schon auch was Besonderes von ihr. Ich habe das noch nie erlebt in meiner Hotellaufzeit, dass hier wirklich, also beim Einrichten dieses Gebäudes, die Geschäftsführung oder die Inhaber wirklich selbst die Stühle in die Zimmer getragen haben und arrangiert haben und unten mit ausgepackt haben. Also hier steckt wirklich schon sehr viel eigene Initiative, Engagement und Liebe drin. Das hat uns von Anfang an so ein bisschen besonders gemacht.
- 32:37 Ronald M. Arndt
Jetzt machst du auch Marketing und Social Media. Wie weit hast du die Geschichte von EmiLu schon in die Welt hinaus tragen können? Was gab es da schon? Gibt es schon irgendwelche schönen Geschichten zu erzählen?
- 32:50 Emilia Bräutigam
Ja, also wir haben tatsächlich in den, also die letzten 3 Jahre, viele schöne, tolle Kooperationen schon gehabt. Was uns auch von Anfang an super wichtig war, ist, dass wir uns quasi nicht einfach hier reinsetzen, auch marketingtechnisch, sondern dass wir uns eigentlich, dass wir eigentlich diese die Verbindung zu anderen Firmen, zu anderen Läden, Geschäften, Restaurants nutzen, also diese Synergien und eigentlich sagen, hey, zum Beispiel auf der Webseite empfehlen wir euch, lasst doch zusammen mal eine Kooperation machen. Wo können wir zusammenarbeiten? Wo können wir zum Beispiel gerade mit dem Bräuninger zusammenarbeiten? Wie viel? Da haben wir zum einen so ein Arrangement. Zusammen entwickelt, dass wir dann auch zusammen, ja, oder wir bewerben auch. Also wir haben eben auch versucht zu gucken, auch was, was gibt's schon in Stuttgart, was können wir gut nutzen, wie können wir uns gut hier einbringen.
- 33:51 Ronald M. Arndt
Und ja, aber neudeutsch diese Collabs, wie man das nennt, ne?
- 33:58 Emilia Bräutigam
Influencer-Collabs, ja, haben wir auch natürlich.
- 34:02 Ronald M. Arndt
Nein, aber auch Also so Zusammenarbeiten aller Art, einfach zu gucken, wer passt hier noch zu unserem Klientel.
- 34:09 Emilia Bräutigam
Und ja, okay, sehr aufwühlend. Also ich glaube, auch für ein Hotel ja total wichtig, auch, oder auch für die Gäste dann zu wissen, wo kann ich hingehen, wo kann ich gut essen gehen, wo kann ich ins Museum gehen, wo kann ich shoppen gehen, kriege ich da vielleicht einen Vorteil oder nicht. Und also wir haben das halt immer gerade dann auch genutzt, um uns auch, und also auch bei den lokalen Betreibern auch da bemerkbar eben zu machen. Und ja, auf Social Media haben wir natürlich eine, haben wir immer drauf geachtet, dass die Bildsprache wunderschön ist, einfach auch zum Haus passt und immer eine klare Linie. Haben ja Kooperationen auch ganz klassisch Gewinnspiele und ja.
- 35:01 Ronald M. Arndt
Aber ins Ausland schauend, das interessiert mich natürlich, wie schafft man es, ausländisches Klientel, Gäste nach Stuttgart zu locken? Das geht schon stark übers Hotel, das ist die Stadt und das Hotel zumindest, ne?
- 35:14 Emilia Bräutigam
Ja, also klar, da sind es auch wahrscheinlich die Buchungsplattformen, mit denen wir auch—
- 35:20 Sabrina Ochs
Ich glaube so, die für die Sichtbarkeit, sage ich mal, als jetzt Familienhotel, was hier zum ersten Mal gestartet ist, also das ist, da führt kein Weg dran vorbei, einfach die OTAs, also Booking, Expedia, die braucht man.
- 35:33 Ronald M. Arndt
Zu füttern, ja.
- 35:36 Sabrina Ochs
Ja, wobei ich dem auch, ich denke, das ist, viele Hoteliers sagen, oh, das ist so negativ, nur hohe Kommissionen. Ich sehe das—
- 35:46 Ronald M. Arndt
Das ist ein Schaufenster, was man—
- 35:48 Sabrina Ochs
Weil es ist für uns, sage ich mal, was wirklich einfach die einfachste und die schnellste Möglichkeit, einfach eine internationale Sichtbarkeit einfach zu erlangen. Und gerade als einzelstehendes Familienhotel, es ist schwierig, Vertrieb im internationalen Ausland zu machen. Und da nutzt man sicher einfach diese Kanäle, natürlich dann aber auch über gerade die Kooperationspartner, die Emi vorher schon genannt hat, dass man sich über die Sichtbarkeit schafft, durch die Events, die in Stuttgart stattfinden, sei es jetzt also die Klassiker, die jedes Jahr stattfinden, wie die Jazz Open zum Beispiel, dass man sich da einfach auch international platzieren kann. Und wir merken das jetzt eigentlich schon, dass da einfach auch internationale Gäste, also wir Stammgäste aus dem Ausland auch haben. Sicherlich werden wir—
- 36:39 Ronald M. Arndt
Das gefällt mir, einfach Stammgäste, wiederkehrende Gäste aus dem Ausland, die sagen, hier die Jazz Open, Ja, einfach auch eine Unternehmerstory schlechthin. Also ich habe mich mit dem Gründer auch vor ein paar Jahren unterhalten und wie er da meinte, wie er früher sein Feld zum Markt tragen musste und irgendwie jedes Jahr von Neuem insolvent war, bis es dann jetzt— ja, ist so, ne?
- 37:01 Sabrina Ochs
Ja, nee, das ist auch Wahnsinn, wie sich die Chess Open entwickelt haben in Stuttgart. Und ich glaube, sie sind mittlerweile, also es ist nicht mehr wegzudenken vom Schlossplatz. Klappt.
- 37:12 Ronald M. Arndt
Und das ist für den Standort, für die, für die, lass ein bisschen beim Standort Stuttgart bleiben. Ja, also wir haben die Jazz Open, wir haben natürlich das ganze Thema Automobil, wir haben das Thema wirklich Natur um uns herum, ja, bis hin zum Schwarzwald. Gibt's noch ein paar Sachen, Highlights, wo du auch sagst, ach gut, dass das jetzt endlich sich etabliert hat und funktioniert? Thema Wein, wie sieht's da aus?
- 37:35 Sabrina Ochs
Ja, ich finde Stuttgart tut sich nach wie vor noch so ein bisschen schwer als Destination, weil aber das, so wie wir zum Eingang unseres Gesprächs vielleicht auch gesagt haben, so der Stuttgarter ist halt immer so ein bisschen, der hat nicht so die stolzgeschwellte Brust wie jetzt vielleicht der Münchner oder der Düsseldorfer. Und es würde uns, glaube ich, es würde auch dem Standortmarketing oder allgemein der Stadt Stuttgart guttun, wenn man da vielleicht auch ein bisschen selbstbewusster auftreten würde. Als Destination. Ich glaube, die EM war für Stuttgart jetzt dieses Jahr eine gute Plattform, sich international positiv zu präsentieren, also gerade was jetzt den touristischen Aspekt angeht. Aber ich glaube, man kann da schon noch ein bisschen mutiger sein. Nach wie vor ist leider Stuttgart immer noch so ein bisschen die Stadt auf den zweiten Blick. Also wenn die Gäste dann hier sind, sei es jetzt, sage ich mal, der Leisure-Gast oder auch der Geschäftsreisende, bekommt man eigentlich immer wieder das Feedback beim Checkout, ist eigentlich ganz schön hier. Ja, aber ja, also ich bin jetzt schon so lange in Stuttgart und es ist echt schwierig.
- 38:41 Ronald M. Arndt
Es braucht immer ein bisschen Glück, damit der Gast auch am Ende ja so ein bisschen das gesehen hat, was es einfach ja Stuttgart ausmacht, gell? So ein bisschen.
- 38:48 Sabrina Ochs
Oder vielleicht auch, dass wie gesagt, der, dass das da mit einem anderen Mindset vielleicht auch hier angegangen wird, weil viele sind wirklich, oh was, was kann man hier alles machen, ist ja toll, aber man hat glaube ich halt, man verbindet. Was ja gut ist, dass man Stuttgart immer noch halt so als Automobilstadt sieht und mit Mercedes und Porsche halt verbindet. Aber das ist es ja nicht nur. Und ich glaube, ja, da liegt es glaube ich einfach an uns allen.
- 39:14 Ronald M. Arndt
Vielleicht ist sogar die Lösung, so die Idee, ein bisschen aus diesem Schatten rauszukommen und zu sagen: Hey, lasst mal die Sache hier neu bewerten.
- 39:22 Sabrina Ochs
Ich glaube, so hier ist vielleicht schon auch ein schönes Beispiel dieses Viertel hier. Also durch die Eröffnung jetzt, also früher war das hier ein Viertel, da ist man nicht hingegangen und ich glaube, durch den Bau jetzt hier von dem Hotel, die Innenstadt wurde, also oder hier das ganze Viertel wurde dann halt von der Stadt auch noch saniert, neuer Bodenbelag und das Dorotheenquartier kam, das Marlow drüben, also hier das ist sehr, sehr aufgewertet worden und es es ist hier, also es ist wirklich einfach schön, hier abends zu sein und es sind viele Cafés, viele Restaurants und das sagen auch viele, dass das, weil es hier relativ kompakt ist, das eigentlich total schön ist. Und ich glaube, so muss Stuttgart vielleicht einfach noch an mehreren Ecken, wie jetzt vorne am Bahnhof oder so, muss einfach auch so eine Wendung mal noch stattfinden, damit man Stuttgart als positiver Ort noch wahrnimmt. Aber ich glaube, jetzt gerade hier, das erwarten viele gar nicht. Und wenn die dann hier sind, dann sagen die, wow, schön.
- 40:23 Ronald M. Arndt
Aber du hast recht, ich kenne es ja aus der Kindheit. Es war natürlich schon relativ eine verlorene Ecke hier hinten, hinterm Rathaus.
- 40:29 Sabrina Ochs
Ja, hinterm Rathaus.
- 40:30 Ronald M. Arndt
Was war denn hinterm Rathaus? In anderen Städten würde man Kiez sagen, aber irgendwo so ein neues Viertel eben entstanden. Ja. Und ein Hotel eurer Art ist ja dann am Ende einfach auch ein zentraler Punkt, ein Treffpunkt für die Menschen. Das macht ein Hotel am Ende doch aus und das wirst du wahrscheinlich auch immer geliebt haben.
- 40:52 Sabrina Ochs
Ich glaube, also hier ist es halt wirklich das Schöne auch, oder ich liebe es auch unten einfach in unserer Lobby zu sitzen oder da mal einfach an unserem ovalen Tisch von dort aus zu arbeiten und es so zu beobachten, das bunte Treiben. Und das finde ich halt das Schöne, dass hier eigentlich immer auch ein Leben in der Lobby ist. Also das ist selten, also es ist einfach immer so ein Ein und Aus und eine bunte Mischung an Menschen und ja, ich glaube, das liebt das Team auch so hier bei uns, das sehe ich.
- 41:24 Ronald M. Arndt
Ja, doch, also einfach, dass viel Begegnung einfach da ist. Das fällt vielmehr immer so ein bisschen schwer hier in Stuttgart, genau, dass es diese irgendwo festen etablierten Treffpunkte Ja, nicht so greifbar sind, ne. Aber ja, ich würde sagen, oftmals geht's ja auch um eine zweite, dritte Begegnung mit jemandem. Und wenn man da aber ähnlichen gleichen Anlaufort hat, weil man vielleicht auch hier ab und an nur zum Kaffee oder zum Frühstück da ist.
- 41:49 Emilia Bräutigam
Ja, ja, ich glaube, das hier schon, haben wir schon so, also ist hier schon so ein Ort, wo sich viele auch treffen, auch viele junge, viele junge Menschen. Gerade auch dann geht es ja über in dieses Hans-im-Glück-Brunnenviertel, wo ja auch viele Studenten immer sind. Also das finde ich auch sehr lebendig hier. Und ja, ich glaube, die, wie Sabrina auch gesagt hat, die Stadt hat auch sehr viel Potenzial einfach noch. Und es wäre wahrscheinlich ja auch für die Zukunft schön, wenn, wenn viel oder auch die Leute, die sich eben gerade so Ideen haben oder sich trauen, was zu machen, das auch umzusetzen. Okay, ja, da gehört natürlich auch viel Mut dann dazu, aber ich glaube, der Stadt selber würde das total gut tun auch.
- 42:44 Ronald M. Arndt
Jetzt hast du vorher gesagt, dass die Umbauphase hier auch kompliziert war und auch länger gedauert, länger gedauert hat. Sie lacht auch noch mal, die Sabrina. Kannst du da vielleicht ein bisschen was zu sagen, wo da die Herausforderungen lagen?
- 42:58 Emilia Bräutigam
Ja, also die, ich glaube, ursprünglich waren es mal 2 Jahre Bauzeit geplant. Es war doppelt so lang, also 4 Jahre. Ja, die Herausforderung war eigentlich darin, dass, wie Sabrina vorhin auch schon gesagt hat, dass es 2 Gebäude waren. Also alles hinterm Treppenhaus, wo wir jetzt auch sitzen, war ein anderes Gebäude und das zuvor noch mal ein größeres. Und man musste erstmal eben dieses Gebäude hier an das andere angleichen, quasi auch von den Etagen. Und da fehlte dann auch so ein Erdbebenstandssicherheitsnachweis, so hieß dieses Ding. So hieß dieses Ding, genau.
- 43:41 Ronald M. Arndt
Erdbeben haben wir natürlich oft hier in Stuttgart.
- 43:44 Emilia Bräutigam
Ja, dass man dann auch, also so weit musste man das Haus eben auch ertüchtigen. Also wir haben sehr viel oder sehr lange auch im Keller gebaut, kann man so sagen. Also man hat lange auch nicht wirklich viel gesehen vom Gebäude und dann musste man eben diesen Nachweis erbringen und das hat eben auch dazu geführt, dass wir eine Verzögerung hatten im Bau. Und ja, dadurch, dass wir halt im Bestand gebaut haben, kamen immer wieder neue Herausforderungen, die man vorher vielleicht nicht gesehen hat. Dann hatten wir überall Rippendecken und dann musste man ja diese Standleitungen bauen für die Bäder oder auch für Wasser und alles. Und das hat dann oft nicht gepasst. Dann musste man wieder die Zimmer verrücken und die Bäder anders planen. Und das sind so viele Kleinigkeiten. Und dann ist es ja auch so, dass wir quasi nicht mit einem Generalunternehmen gebaut haben, sondern mit verschiedenen Gewerken. Und wenn sich natürlich ein Gewerk verschiebt, dann muss das andere auch wieder zu dem Zeitpunkt vielleicht wieder Zeit haben und verfügbar sein. Also es sind schon super viele Herausforderungen und Ich glaube, man kann vor jedem Respekt haben, der Größeres baut, weil das schon eine Herausforderung ist, auf jeden Fall.
- 45:05 Ronald M. Arndt
Ja, im Nachhinein ist es für einen Außenstehenden natürlich fast unmöglich, das irgendwie nachzuvollziehen, ja. Aber es ist halt wirklich das, wenn, und wie du auch gerade gesagt hast, was Stuttgart angeht, wenn einer nicht diesen Weg einschlägt, dann wird am Ende halt auch nichts bei rauskommen. Ja, das ist so. Ja, also von daher bin ich sehr dankbar euch als Lokalpatriot, als Stuttgarter, dass ihr, dass ihr den Weg eingeschlagen habt. Freue mich, dass ihr euch gefunden habt, auch dass es, auch dass es, dass es in der Familie so gut klappt bei Bräutigams. Dann halt mehr als ein Gartenhaus am Wochenende zusammenzuschrauben. Und du nicht zuletzt halt auch da deine Berufung mit drin gefunden hast.
- 45:55 Emilia Bräutigam
Ja, auf jeden Fall.
- 45:56 Ronald M. Arndt
Das ist natürlich ein Lifetime-Projekt am Ende auch.
- 46:00 Emilia Bräutigam
Ja, doch. Also man hat ja auch hier jeden Tag neue Herausforderungen und auch dann neue Ziele, die man sich setzt. Aber ist ja auch schön, es wird einem auch nie langweilig. Und bei uns ist ja auch so, dass wir wirklich hier wie so eine kleine Familie sind. Also es sind ja nicht nur dann meine Eltern und ich, sondern es ist wirklich auch das komplette Team. Und ich glaube auch so ein bisschen dadurch, dass wir vielleicht nicht aus der Hotellerie kommen und das auch gar nicht so kannten, wie das klassisch ist, haben wir das einfach mal so ganz auf unsere Weise so ein bisschen gemacht.
- 46:38 Sabrina Ochs
So, ja, nee, das stimmt. Es ist also, das hat es sehr erfrischend einfach gemacht. Oder ich fand es ja, ich fand es auch toll, dass man dann, sage ich mal, wenn man in einem Kettenhotel oder so ist, dann ist da viel schon so standardisiert und vorgefertigt von der Zentrale, und es ist wenig Raum für eigene Ideen. Oder viele eigene Ideen werden dann auch schnell, ach nee, nee, nee, nee, das funktioniert eh nicht. Und das finde ich hier schon besonders, dass man hier wirklich, man hat eine neue Idee, dann bespricht man das im Kleinen in unserem Jour fixe mit den Geschäftsführern und dann sagt man, ja, so Try and Error. Und ich glaube, das macht es einfach auch hier besonders und das macht es auch gut und dass man sich aber auch traut, vielleicht mal was anderes zu machen, wie man das jetzt standardmäßig in in der Hotellerie vielleicht jetzt erwartet. Ein Beispiel ist zum Beispiel bei uns auch unser, wir haben keinen Roomservice, weil wir ja kein eigenes Abendrestaurant im Haus haben und dann sind wir auf die Idee gekommen, wir haben aber einen tollen Italiener hier direkt an der Ecke und ob wir nicht einfach den fragen, ob der sein Essen zu uns rüberbringt und der Gast kann jetzt praktisch an der Rezeption von der Karte von drüben vom Italiener bestellen. Der Italiener bringt irgendwo rüber und der Gast holt sich aber auch selber sein Essen unten an der Rezeption ab. Das war die Idee, wie das ankommt, ob das dann auch angenommen wird, aber das kam also super an vom ersten Tag bei den Gästen und es läuft auch problemlos. Also ich glaube, das ist einfach so mal auch so think out of the box. Also wie kannst du dir denn vielleicht auch, weil ja die Gäste wollten schon was abends zu essen haben, wir konnten es nicht abdecken, wie können wir uns denn helfen damit? Also, und ich glaube, das wäre jetzt so in einem, wenn du so ein Kettenhotel hast oder so, wäre schwierig gewesen, vielleicht jetzt mit dem Vorschlag ums Eck zu kommen.
- 48:29 Ronald M. Arndt
Ja, genial. Also Stuttgart und die Region immer schon bekannt für Unternehmerstorys, seltenst für Stories innerhalb der Hotellerie. Hier haben wir eine. Noch mal besten Dank, dass ihr teilgenommen habt, dass es geklappt hat heute.
- 48:42 Emilia Bräutigam
Ja, danke, danke.
- 48:43 Ronald M. Arndt
Auf weiterhin gutes Gelingen.
- 48:46 Sabrina Ochs
Dankeschön.
- 48:46 Emilia Bräutigam
Danke schön.
- 48:46 Ronald M. Arndt
Ich freue mich, werde euch weiterempfehlen.
- 48:48 Sabrina Ochs
Du musst bald mal wieder besuchen.
- 48:49 Ronald M. Arndt
Mache ich sehr gern. Danke.
- 48:50 Emilia Bräutigam
Vielen Dank.
- 48:51 Ronald M. Arndt
Tschüss. Danke.