Dominik Klein, McDreams Hotels
Aufgenommen: McDreams Hotel Stuttgart, Stuttgart
Germany23 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Wenn du 2 € noch mal den Preis senkst, kriegst du über Nacht noch mal 50 Zimmer Pickup auf dem Haus. Und auf das musst du reagieren können, musst die Kosten dafür im Griff bekommen.“
Dominik Klein, 13:01
Dominik Klein hat McDreams zusammen mit seinem Vater gegründet, sein Bruder Christoph verantwortet Vertrieb, Marketing und Design. Ronald M. Arndt trifft ihn mitten auf der Baustelle in Stuttgart, wo ein ehemaliges Ibis in sechs Wochen zum McDreams wird. Es geht um Technologie statt Personal, 16 Quadratmeter Zimmer mit teuren Materialien und die nächsten Standorte in Nürnberg, Würzburg und Köln.
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Kernaussagen
- Conversion in Rekordzeit: Vom Erstkontakt im November bis zur Eröffnung im September, der Umbau selbst in sechs Wochen inklusive Zimmerreinigung. Den Pachtvertrag gab es erst Ende März, das Haus wurde zum 1.8. vom Eigentümer übernommen, der es zum 31.7. von Accor übernommen hatte.
- Drei statt 19 Mitarbeiter: Im Ibis arbeiteten 19 Mitarbeiter, bei McDreams werden es drei. Der Gast checkt über die LikeMagic-PWA ein, öffnet die Tür per Knopfdruck oder Swipe, im Hintergrund läuft KI, die McDreams mit Onsai entwickelt hat, von der Telefonie bis in die Prozesse.
- Gespart wird an Fläche: 16 Quadratmeter im Zimmer statt 35, dafür Boxspringbett, 1-Gigabit-Glasfaser, viele Access Points und ein großer Flat mit Übertragung. Bei Materialien, WiFi und Entertainment sieht Klein McDreams pro Zimmer führend.
- Budget-Markt unterversorgt: England und Frankreich liegen bei Marktanteilen von fast 50 Prozent, Deutschland nach Kleins Angabe unter 10. Er erwartet eine Entwicklung Richtung 30 Prozent, zulasten von Gasthöfen und Garnis mit Renovierungsstau und Nachfolgeproblemen.
- Nicht der Meistbietende: Bei der Ausschreibung des Immobilienfonds hat McDreams den Zuschlag über kurze Entscheidungswege, den selbst übernommenen Umbau und schnell wieder fließende Miete bekommen. Der Eigentümer musste nicht ins Baurisiko gehen.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Dominik Klein baut das Portfolio der McDreams Hotels konsequent aus.
Anpacken ist derzeit in Stuttgart angesagt. In nur sechs Wochen entsteht hier der erste Standort in der Schwabenmetropole.
Die Marke Ibis musste weichen, das Personal von 19 auf 3 Mitarbeiter reduziert. Aber wer sagt, dass darunter der Gästekomfort leidet?
Wer kam auf den Namen McDreams und wohin geht es als nächstes? Nürnberg, Würzburg, Köln, und?
Familie Klein scheint früh auf den richtigen Markt gesetzt zu haben, es bleibt spannend.
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Transkript öffnenTranskript schließen23 Min · Ronald M. Arndt und Dominik Klein
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:00 Ronald M. Arndt
Ja, ich habe letztens mal geschrieben auf LinkedIn, Stuttgart blüht auf. Woran liegt's? McDreams ist jetzt auch hier in meiner Heimatstadt angekommen.
- 00:07 Dominik Klein
Ja, also für uns eine Riesenchance gewesen. Eins der schnellsten Projekte, die wir je realisiert haben. Von Erstkontakt im November bis Eröffnung im September, also innerhalb von einem Jahr. Das kennen wir eigentlich sonst nicht, weil wir normal immer im Neubau ansässig sind und jetzt zum ersten Mal eine Conversion von dem alten Ibis gemacht haben oder machen. Ja, du siehst, wir sind hier mitten auf auf der Baustelle, wir sitzen mittendrin, sitzen noch auf Ibis-Stühlen, glaube ich, und genau, konvertieren jetzt hier gerade in Rekordzeit von 6 Wochen das komplette Haus. Wir haben es zum 1.8. vom Eigentümer übernommen, der es zum 31.7. von Accor übernommen hat. Und ja, mega spannendes Projekt, und das macht riesig Spaß, und das war alle, alle Vollgas gebunden und voll mit dabei. Und von daher glaube ich, dass sich der Markt Stuttgart definitiv auf unser cooles Produkt hier freuen kann, ja.
- 01:03 Ronald M. Arndt
Ja, und mit, ich glaube, 133 Zimmern auch eins der größeren Objekte, glaube ich, bislang.
- 01:11 Dominik Klein
Aber also München Flughafen ist unser größtes, da haben wir 145 Zimmer. Der Rest liegt ja so immer um die 100 Zimmer. Aber das von der ganzen Infrastruktur her ist es definitiv für uns auch noch mal jetzt ein bisschen eine Veränderung. Wir haben unten ja auch eine Bar und es gibt einen Frühstücksraum, den wir wiederum aber an den externen Betreiber fürs Frühstück weitergeben und wollen dann so eine Allgemeinfläche unten schaffen, die wir unsere Gäste dann eben auch nachmittags, abends nutzen können und da verweilen, ein Bier trinken. Es gibt dann eine Bar von uns am Abend auch. Und nee, das glaube ich, wird für uns definitiv noch mal so ein bisschen so ein McDreams Plus, ja. Aber super coole Herausforderung und freuen wir uns riesig drauf.
- 01:55 Ronald M. Arndt
Ja, und so im Hintergrund kann man schon ein bisschen das Produkt erkennen.
- 01:58 Dominik Klein
Genau, also schon ein bisschen was. Wir haben ja alles hier in Stuttgart gleich in der Nähe vom Hotel, ist die älteste Bauhaus-Siedlung, Deutschlands. Und dann diese Bauhausarchitektur hat sich hier—
- 02:11 Ronald M. Arndt
ich wohne 3 Minuten, 3 Minuten davon entfernt.
- 02:14 Dominik Klein
Du hast gesagt, du bist hergelaufen. Genau, zusammen mit meinem Bruder, der ja schon immer bei uns so diesen ganzen Designpart übernimmt und dann immer das in dem Architekturbüro fordert. Und der hat die ganz schön gefordert hier. Und haben hier auch die Herausforderung gehabt, dass wir dann erst einen Pachtvertrag im Ende März hatten, und wir wussten, okay, wir müssen ja dann schon in die Planungen, in die Bestellungen, allem gehen. Also in Rekordzeit haben wir das dann alles geplant, und ich denke, das ist aber mit Abstand jetzt unser bestes Produkt, das wir bisher auch umgesetzt haben.
- 02:48 Ronald M. Arndt
Ja, spannend. Du hast deinen Bruder gerade schon erwähnt, den ich ja auch kenne. Irgendwie sitzt der Vater noch am Tisch, mit dem es ja damals losging.
- 02:56 Dominik Klein
Wir sind ein Familienunternehmen, genau. Ich habe es zusammen ja mit meinem Vater gegründet vor 15 Jahren, und mein Bruder, der hat ja noch promoviert, promoviert Kommunikationswissenschaftler. Und dann haben wir gesagt, jeden, einen Doktor braucht jede Firma, und komm doch bitte dringend zu McDreams. Und von daher konnten wir ihn dann für uns gewinnen und ist auch ein sehr, sehr wichtiger Part bei uns in der Company.
- 03:17 Ronald M. Arndt
Ja, komm, lass mal kurz so am Anfang bleiben, vor 15 Jahren. Wie ging es da los? Ich glaube, eine spannende Geschichte bei jedem Familienunternehmen, dass es zu so einer Reife auch schafft dann irgendwann.
- 03:28 Dominik Klein
Ja, wir hatten eine Idee und dann natürlich auch viel Glück, dass wir jemanden gefunden haben, der die Idee das erste Mal mit uns umsetzt.
- 03:35 Ronald M. Arndt
Wuppertal war das, glaube ich. Genau, in Wuppertal.
- 03:36 Dominik Klein
Wir wollten A, nur reine Kernleistung Übernachtung machen. Wir wollten da schon sehr weit viel auf Technologie setzen und wir wollten so ein bisschen, damals gab es ja noch das Motel One noch nicht in der Form, wie es es heute gab, sondern eher noch so dieses Ibis-Budget-Style hatten die ja auch. Wir wollten das Ganze noch mal ein bisschen schicker machen und noch mal in zentralere Lagen kommen und haben dann eben gesagt, das ist eigentlich für uns ein gutes Konzept, wenn wir uns mit Handel oder so Fachmarkt in Innenstadtlagen kombinieren, oben drauf gehen, unten drin haben wir einen Bäcker, die bieten das Frühstück an und wir können auch die Parkplätze sie gleich mit nutzen. Und aus der Perspektive sind wir reingestartet und haben da ja auch die nächsten Standorte so weiterentwickelt. Haben jetzt aktuell 8 Standorte und hat dann schon mit München Airport angefangen, dass das ein Standalone war, und jetzt zieht sie mit Stuttgart weiter, weil wir da einfach auch sagen, als Familienunternehmen, wo wir enge Entscheidungswege haben, sind wir dann auch so flexibel zu sagen, hey, okay, das ist ein cooles Projekt, ist eine gute Lage, das funktioniert, rechnet sich, und dann machen wir das auch so. Ja, also hängen da jetzt nicht an einer bestimmten Form, Aber klar, diese Vorteile dieser Mixed-Use-Immobilie, die sind nach wie vor extrem da. Da haben wir Riesenspaß dann auch dabei, weil alle Services da sind. Da müssen wir nichts selber anbieten und können uns wirklich auf die Übernachtung konzentrieren. Und das ist dann schon eigentlich das Reinkonzept.
- 05:02 Ronald M. Arndt
Ja, und dann kommt unterm Strich so ein Satz raus wie: Guter Schlaf kann auch günstig sein.
- 05:06 Dominik Klein
Ja klar.
- 05:07 Ronald M. Arndt
Wenn man einfach auch guckt, was kann man weglassen, was muss man jetzt nicht selber verantworten.
- 05:11 Dominik Klein
Du kommst ja vom Technologieanbieter, von daher weißt du es ja. Ich denke, das ist schon eine ganz wichtige Baustelle in der Hotellerie, und die Personalkosten sind über die letzten Jahre extremst angestiegen. Jetzt kannst du es entweder in Übernachtungspreis umsetzen oder wie wir in Technologie und probieren, die Personalkosten dementsprechend irgendwie auf dem Level zu halten von vor x Jahren und sozusagen die Erhöhung auszugleichen mit dem entsprechend mehr Technologie und dass das die Technologie abfängt. Ja, und wir haben dahingehend festgestellt auch, dass es unser Team, das ist ja schon ultra lang dabei, und alles, was wir dann aber so an Quantität dazugeholt haben, das hat gar nicht immer funktioniert, bis die eingearbeitet waren. Und waren dann oftmals auch einfach nicht so viele dabei, die dann auch so performt haben, wie wir uns das vorgestellt haben. Und jetzt haben wir unser Team zusammen, wir haben da wahnsinnig viele Experten, die bilden wir in den Bereichen aus und weiter. Und die die sind dann wirklich topfit und können die Technologie betreuen. Und das hilft uns schon extrem weiter.
- 06:20 Ronald M. Arndt
Und am Ende könnt ihr sagen, oder eine Abpreiskondition, glaube ich, schon nach wie vor 29,99 €. Ja, aber durch den Kampfpreis, das können wir in Stuttgart nicht machen.
- 06:30 Dominik Klein
Aber sag mal, selbst wenn wir hier in dieser Citylage schon irgendwie ab 50 € rausgehen, dann ist es ja schon auch ein absoluter Kampfpreis. Und klar, hier zuvor im Ibis gab es 19 Mitarbeiter, bei uns wird es 3 geben.
- 06:43 Ronald M. Arndt
Ja, das ist dann schon leichter Unterschied.
- 06:43 Dominik Klein
Und Das heißt aber für den Gast nicht, dass er jetzt weniger Guest Experience hat, ja, weil über die tolle LikeMagic-PWA kann er easy einchecken, muss an keiner Rezeption warten, bekommt alle Daten, die er hat, kann hier auch— wir haben mit Hefele zusammen ja hier die Schlösser auch mit installiert, sodass wir dann auch über Knopfdruck oder über Swipe die Zimmertür öffnen können. Wir setzen natürlich auch wieder im Background wahnsinnig viel KI ein. Wir haben ja mit Onsai zusammen da über die letzten, ja, das letzte halbe, dreiviertel Jahr wahnsinnig viel entwickelt, von Telefonie angefangen über schon in die Prozesse reingegangen, was wirklich sensationelles Produkt jetzt geworden ist, wo Jochen ja jetzt mit seinem Team noch mal weiter in die Sales rausgeht, weil es so verdammt gut geworden ist. Und ja, das hilft uns und entlastet uns, und damit können wir es, und wir haben dann halt trotzdem die Bar mit unseren Hosts geöffnet am Abend, aber die kümmern sich halt untertags dann auch ums ganze Haus, schauen, dass die Prozesse im Haus laufen, schauen, dass die Zimmer sauber sind, kümmern sich um Probleme, was weiß ich, Vandalismus, Raucherzimmer, sonstige Themen, die einfach in so einem Haus täglich anfallen. Das ist unser Host, das ist eigentlich dann schon fast wie so eine Rezeptionsleitung, und am Abend steht er halt nicht an der Rezeption, checkt die Leute ein, sondern quatscht mit den Leuten beim lockeren Bier und hilft ihnen am Check-in-Terminal, sollten sie bis dahin noch nicht geschafft haben, online einzuchecken, beziehungsweise, aber du kennst ja das Produkt, eigentlich ist es ja so einfach, aber manche haben dann doch noch mal ganz selten ein paar Probleme.
- 08:26 Ronald M. Arndt
Wer kam damals auf den tollen Namen McDreams? War das der Vater? Warst das du oder war es der Doktor?
- 08:30 Dominik Klein
Tatsächlich kann ich das jetzt gar nicht mehr so ganz genau sagen. Ich glaube, wir haben das so gebrainstormt und das war so diese Mac-Zeit damals. Gab es ja das MacFit, MacGuides etc. Der große Vorteil, als wir das dann auch so genannt haben, war, wir hatten von vornherein einfach gleich eine Marke. Das Mac strahlt sofort eine Marke aus. Und aber auch dieses kostengünstig, preisbewusste, also jedem war gleich klar, okay, das ist nicht nur ein einzelnes Hotel, sondern das wird mal eine Hotelgruppe, und die, die sind auf dem günstigen Preis aus.
- 09:00 Ronald M. Arndt
Und das, von daher sind wir da nach wie vor eigentlich ganz glücklich mit unserem Namen, ja, bei einer Qualität, sage ich mal, die man eben natürlich auch an anderen an allen Orten eben zu erwarten hat, ja, was so eine Systemgastronomie wie McDonald's eben auch ausmacht.
- 09:13 Dominik Klein
Ja, also ich denke, die Qualität ist bei uns richtig hoch, ja. Wir setzen überall auch nur die besten Materialien ein. Wo wir halt einsparen, ist die Fläche, ja. Wir haben halt keine 35 Quadratmeter im Zimmer, sondern wir haben halt bloß irgendwie 16, ja. Und aber was man auf den 16 Quadratmetern machen, da sind wir, unterscheiden wir uns sicherlich nicht vom 5-Sterne, sondern legen eher manchmal noch einen drauf, also gerade was bei uns das WiFi und TV-Entertainment und alles kostet, ja, da sind wir schon, denke ich, führend, ja, pro Zimmer, weil wir da wirklich auch Wert drauf legen. Weil was sind die Kernmerkmale einer Übernachtung? Ja, ich möchte ein super bequemes Bett, also gibt's ein schönes bequemes Boxspringbett. Es gibt, ich muss dann am Abend arbeiten oder will entertaint werden, deswegen brauche ich einfach ein 1-Gigabit-Glasfaser mit besten Anknüpfen, möglichst viele Access Points, dass hier alles läuft, und und dann brauche ich natürlich einen großen Flat und ich möchte dann, wenn ich hier mein Sky Go habe, möchte ich es nicht auf meinem kleinen Dings, sondern ich möchte es irgendwie übertragen können. Ja, und das haben wir hier auch umgesetzt und das sind glaube ich so bei Entertain die wichtigsten Sachen. Klar, dann möchte ich am nächsten Tag irgendwie gut duschen und möchte einfach vernünftig komfortablen Schlaf bekommen und das bietet man trotzdem an, trotz des kleinen Preises.
- 10:29 Ronald M. Arndt
Ja, also wollte ich gerade sagen, trotz verhältnismäßig günstigem Preis, sage ich mal, und niedrigerem Umsatz vielleicht, wie jetzt vielleicht andere, die da gemacht werden könnten mit 131 Zimmern, investiert ihr einfach ganz bewusst in die eine andere Richtung, die euch wichtig ist und die am Ende dem Gast auch wichtig ist. Gibt es trotzdem irgendwas, wo du sagst, da müssen wir halt Abstriche machen, das ist schade, vielleicht finden wir da irgendwann noch mal eine Lösung zu? Oder ich glaube nicht mal im Bereich Nachhaltigkeit, das hat er glaube auch.
- 10:57 Dominik Klein
Genau, also wir haben alle Green Sign zertifiziert auf Level 4, also ich glaube, da geht nicht mehr so viel mehr. Klar, Level 5 wäre schön, aber ich glaube, das ist dann schon einfach noch mal, da musst du dir von Anfang an die Immobilie wirklich so planen, dass du komplett energieautark bist. Und das ist dann halt in unserem Preissegment auch schon wieder schwierig, weil wir natürlich relativ viel Warmwasser auf einmal durchschießen. Und das ist, da bräuchte es eine relativ große Photovoltaik mit Wärmepumpen, die aber mit Legionellen wieder Probleme haben. Also das, das ist der Haustechnik-Part, beschäftigen wir uns immer massiv, weil klar, die Nebenkosten sind eine zweite Miete, und das musst du auch immer von vornherein bedenken, wenn du in, in, in langfristiges Pachtverhältnis reingehst.
- 11:37 Ronald M. Arndt
Das hast du vorher schon gesagt, Motel One gab es in der Form noch gar nicht, als ihr gestartet habt. Stichwort Budget-Hotellerie. Ist davon auszugehen, dass es auch nach wie vor einfach ein Markt der Zukunft ist, ne?
- 11:51 Dominik Klein
Ja, Budget-Hotellerie ist ja noch nach wie vor unterversorgt im Markt. Wenn wir uns jetzt Vergleichsmärkte anschauen, England, Frankreich, die haben ja irgendwo Marktanteile fast um 50%, und wir liegen in Deutschland, glaube ich, immer noch unter 10%. Und man erwartet ja eigentlich schon, dass wir irgendwie Richtung 30% Prozent zumindest kommen. Und was ich denke, es wird wie bei allen Märkten sein, es wird sich so ein bisschen in die Richtung entweder ganz teuer Luxury oder eben dann günstig entwickeln. Und klar werden die Budgethotels natürlich auch ein bisschen kannibalisieren von so kleinen Gasthöfen, Pensionen, Hotelgarnis, die einfach auch natürlich einen starken Renovierungsstau haben oder dementsprechend Nachfolgeprobleme haben. Ich glaube, da wird sich auch einiges tun. Und klar, wir haben halt den Vorteil, mit 130 Zimmern oder mit 100 Zimmern am Standort, wenn man eine ganz andere Systematisierung dahinter, ja. Und bei uns, damit haben wir auch für den Gast ein ganz anderes Erlebnis. Und ich glaube, das ist auch das, was die Gäste dann schätzen an den Budgethotels.
- 12:51 Ronald M. Arndt
Und ich meine, so die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, höhere Preissensibilität, Reisebudgets etc., spielt natürlich euch und dem Segment weiter in die Karten, ja.
- 13:01 Dominik Klein
Ja, definitiv. Also wir merken es schon momentan auch, dass ein extremer Preisdruck da ist, dass das wirklich, wenn du 2€ noch mal den Preis senkst, kriegst du über Nacht noch mal 50 Zimmer Pickup auf dem Haus. Und auf das musst du reagieren können, musst die Kosten dafür im Griff bekommen. Und das haben wir jetzt auch noch mal über die letzten, übers letzte Jahr extrem, waren wir dahinterher, uns da so aufzustellen, dass wir auch diesen Weg gehen können.
- 13:29 Ronald M. Arndt
Ja, wenn ihr dann Stuttgart hier erobert habt, was wäre noch so ein, zwei weitere Standorte, wo du sagst, da müssen wir noch hin?
- 13:38 Dominik Klein
Wir haben in Nürnberg einen Pachtvertrag unterschrieben, da sind wir dabei, das jetzt umzusetzen. Dann Würzburg sind wir auch noch dran, in Köln haben wir auch Pachtverträge unterschrieben. Ja, und so Step by Step. Wir müssen ja nicht, wir sind nicht getrieben von irgendeinem Equity-Fonds, der irgendwie sagt, wir müssen um das und das wachsen. Wir haben Spaß am Wachstum. Ich bin jetzt ja auch jeden Tag selbst hier auf der Baustelle und koordiniere das. Ja, wir weil wir auch da so agil sein wollen, ja, und das Ganze selbst in der Hand haben, wie wir was machen. Und hätte ich das hier in dem Ingenieurbüro gegeben, die hätten mir gesagt, ja, aber du, für dasselbe mindestens 4 Monate, ja.
- 14:19 Ronald M. Arndt
Und du hast 6 Wochen, glaube ich, vorher erwähnt, ja.
- 14:21 Dominik Klein
6 Wochen inklusive Zimmer reinigen und allem. Das heißt eigentlich, in Realität haben wir hier ja ein ACO-Produkt übernommen, das fürchterlich aussah, von mit so gesprenkelten Wänden, so tiefer Sprenkelputz drauf und allem. Und das haben wir alles runtergeschliffen. Geschliffen, grundiert, tapeziert, Böden neu rein, Decken neu gestrichen, hier die ganzen Möblierungen neu. Also es sind schon etliche Arbeitsschritte und dafür sind diese 4, 5 Wochen Arbeitszeit plus noch eben die Reinigung, ist das schon, denke ich, eine Rekordzeit. Können wir auch sehr, sehr stolz auf uns sein. Aber auch alle in der Company machen mit. Also wir haben auch noch eine Umfrage gemacht, wer möchte, am Montag kommt die Bettenlieferung und möchte hier noch so ein bisschen beim Feintuning dann mitmachen von den ersten Etagen. Und es war Rekordanzahl an Leuten, alle Dreamies wollen da mit dabei sein. Ich glaube, es kommen am Montag fast 15 Leute, um da zu helfen, zu unterstützen und auch hier das neue Haus kennenzulernen und hier dann auch mit zu, ja, auch dann in den Prozessen mit zu unterstützen. Gab auch von den anderen Hosts in den anderen Staaten, sie würden hier gerne die Leute einarbeiten, und das ist schon auch schön zu sehen, was wir da aufgebaut haben, welchen Teamgeist und wie alle da ehrgeizig sind, halt auch weiterzuwachsen.
- 15:39 Ronald M. Arndt
Also am Ende ein echtes, wenn auch relativ junges Familienunternehmen, ja, was seinen Weg gefunden hat, seine Nische, und da jetzt mit allen zusammen, genau, und so wollen wir eben weiter wachsen, und dann schauen wir mal, auf wie viele Standorte wir springen.
- 15:53 Dominik Klein
Ich habe gesagt, mal, ich würde es schon noch gerne irgendwann mal verdoppeln jetzt über die nächsten Jahre und sehe da schon auch viele Chancen, aber klar muss dann auch immer vieles passen. Wir haben Standorte, manchmal dauern sie halt ein Jahr wie hier Rekordzeit, bis hin dann zu, dass man sich einen Standort 10 Jahre zieht, bis er dann entsteht. Aber ich bin auf jeden Fall zuversichtlich.
- 16:16 Ronald M. Arndt
Gab es so seit Gründung bis heute auch mal so Phasen bei euch in der Familie, im Familienunternehmen, wo ihr gesagt habt, jetzt wird es schwierig oder herausfordernd?
- 16:28 Dominik Klein
Wir haben den großen Vorteil, dass wir schon von Anfang an wirklich klar die Arbeitsbereiche verteilt haben. Mein Vater kommt ja aus der Immobilienwelt. Das heißt, es war ja schon von Anfang an klar, so dieses Immobilien, diese Standortentwicklung, das ist sein Steckenpferd. Und der Christoph, klar, als promovierter Kommunikationswissenschaftler hat natürlich dann diesen ganzen Teil Vertrieb, E-Commerce, Marketing, Kommunikation, und dann auch das Ganze, die ganze Designkomponente hat er sozusagen dann übertragen bekommen und, und hat da definitiv auch seine Stärken und, und hat da, denke ich, ein wahnsinnig gutes Gefühl für, für Design und, und für Farben und für, für Marke, die wir so entwickelt haben über die letzte Zeit hat das sicherlich auch stark geholfen, das Produkt zu dem zu machen, wie es heute da ist. Und klar, ich bin schon irgendwie immer so in allen Bereichen drin gewesen, habe irgendwie alles koordiniert, bin natürlich auch bei Standortthemen unterwegs. Zum Beispiel hier Stuttgart lief komplett nur über mich. Aber klar, diese ganze Operative und so weiter betreue ich schon von Anfang an und habe das somit aufgebaut. Und Habt natürlich da auch immer super Leute, die da unterstützen jetzt. Und von daher ist das so gut aufgeteilt, dass man sich da, glaube ich, nicht in die Quere kommt.
- 17:54 Ronald M. Arndt
Jetzt haben wir es schon angesprochen. Ich bin ja Stuttgarter, kenne somit auch hier die Ecke, die Nachbarschaft gut und kann bestätigen, dass ihr hier einen extremst spannenden Standort habt. Der davor eben ein Ibis war. Warum dann kriegt ein McDreams den Zuschlag?
- 18:12 Dominik Klein
Ich glaube, dass wir tatsächlich mit unserem technologischen Ansatz da den Eigentümer stark überzeugt haben. Eigentümer ist ein Immobilienfonds, wird von dem Münchner Büro verwaltet dementsprechend, und gab eine Ausschreibung. Klar, zum Schluss müssen die Zahlen auch halbwegs passen, aber ich denke, da sind wir immer mit unseren Pachtansätzen wettbewerbsfähig. Und dann waren wir aber tatsächlich nicht der Meistbietende, sondern einfach klar ist es für auch für so einen einfacher, wenn du Leute hast, mit denen du sprechen kannst und nicht irgendwie 7 Vorstandsentscheidungen brauchst. Und zudem natürlich auch, dass wir gesagt haben, wir können in kürzester Zeit hier Miete generieren, und wir übernehmen selbst den Umbau. Das sind natürlich so Parameter, die dann auch noch mal dazu führen, wo jemand sagt, okay, ich muss gar nicht ins Baurisiko gehen, sondern die kümmern sich um alles, die haben ihre festen Truppen, die gehen einfach durch, machen das neu, und ich habe quasi das Rundum-sorglos-Paket und kriege in kürzester Zeit wieder Miete und Rendite. Ja, und von daher glaube ich, war das zum Schluss so das Gesamtpaket von uns, das zukunftsträchtigste Produkt, bis hin zu dem, dass wir da ein gutes Gesamtpaket dann abgegeben haben.
- 19:28 Ronald M. Arndt
Ja, spannend zu hören. Aber klar, am Ende sind diese kurzen Entscheidungswege, die jeder mit überzeugen. Aber eben auch die Digitalisierung, das heißt, Digitalisierung kann auch, also, und die hebt ja hervor, weil das ja fester Bestandteil der DNA von McDreams, am Ende mittlerweile den Unterschied machen.
- 19:46 Dominik Klein
Ja, ich denke, gerade für solche Immobilien, wo man sich dann schon irgendwie langfristig zukünftig ausrichten möchte, überlegt natürlich schon ein Investor auch, okay, was haben die für ein Produkt und wo geht der Gesamtmarkt hin? Ja, und Dieses klassische 3-Sterne-Hotel mit 4 Mitarbeitern und 4 Flächen, das ist eher das, was Probleme bekommen wird, während eben kompakt, wenig Personal, gute Prozesse im Hintergrund, das ist das, was sich weiter ausbreiten wird. Und da haben wir halt schon die letzten Jahre sehr, sehr stark vorgearbeitet, ja, und haben natürlich dann gewissen Wettbewerbsvorteil, aber die anderen werden ja auch dementsprechend hinterherziehen, klar. Und auch müssen, ja, weil es die ganze Kostenstruktur bei allen gar nicht mehr anders hergibt.
- 20:37 Ronald M. Arndt
Also sehr, sehr spannend. Ich freue mich, dass ich jetzt schon mal hier reinschauen durfte.
- 20:43 Dominik Klein
Du warst schon ganz neugierig. Ich wohne ja gleich neben dir, aber kann ich mal hier auf der Baustelle vorbeikommen? Du kommst vorbei und dann bist du heute reingeschneit. Ich bin hier eben im Arbeitsdress, ja, weil natürlich ist es einfach viel, viel Themen da, deswegen bin ich den ganzen Tag immer gut eingespannt und packe auch an, wenn es irgendwo Not am Mann ist. Und aber macht auch, macht auch riesig Spaß, weil wenn man sonst immer nur im Büro sitzt und gar nicht sieht, was man so eigentlich dann erschaffen hat, ja, ist das hier relativ schnell sichtbar, wenn man irgendwo Steckdosen verteilt hat oder wenn die Schreiner kommen und die ersten Räume entstehen, dann kriegt man relativ schnell eine gute Rückmeldung auf das, was man sich so alles überlegt hat.
- 21:26 Ronald M. Arndt
Ja, wir haben so ein kleines Unterformat im Hotel-Podcast namens New in Town. Und dann würde ich sagen, wenn das hier alles fertig ist, machen wir eine schöne Haustour.
- 21:35 Dominik Klein
Das machen wir gerne.
- 21:36 Ronald M. Arndt
Mit Bild und Ton.
- 21:37 Dominik Klein
Kommst gerne noch mal vorbei. Da ist wahrscheinlich auch noch ein bisschen ruhiger wie heute. Heute hier so ein bisschen zwischen Tür und Angel auf den alten Ibis-Stühlen. Aber dann machen wir mal, wenn alles fertig ist, kommst du mal Mitte, Ende September noch mal vorbei.
- 21:51 Ronald M. Arndt
Sehr gerne.
- 21:51 Dominik Klein
Und dann machen wir eine Haustour und trinken dann gemeinsam ein schönes Stuttgarter Hofbräu unten in der Lobby.
- 21:57 Ronald M. Arndt
Ausgezeichnet. Ich sehe, du kennst dich aus. Du bist angekommen hier in Stuttgart und jetzt für die nächsten Wochen.
- 22:03 Dominik Klein
Weil wir sonst ja keine Bar haben, sind wir nicht die Oberbarprofis, aber haben wir natürlich gleich hier eine Blindverkostung mit den ganzen Handwerkern gemacht, haben mal die verschiedenen Stuttgarter Biersorten hergeholt und das Stuttgarter Hofbräu hatte sowohl beim Pils wie beim Hellen gewonnen.
- 22:20 Ronald M. Arndt
Ausgezeichnet. Also dir, deinem Team, eurer Familie und da gehören ja alle alle, wie hast du vorgenannt, Dreamies, die Dreamies dazu. Alles Gute, ich freue mich, wenn es dann fertig ist, ja, danke, wieder reinschauen zu dürfen. Danke dir, Dominik. Danke, bis bald.
- 22:34 Dominik Klein
Bis bald, ciao.