Daniela Schade & Martin Kemmer, Hey Lou HOTELS, Teil 2
Aufgenommen: Berlin
Germany59 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Und wenn man das spart, dann hat man ein besseres Gasterlebnis, schöneren Umsatz und höheren Gewinn.“
Daniela Schade & Martin Kemmer, 14:08
Daniela Schade und Martin Kemmer stellen in Teil 2 ihr Hotelbetriebskonzept 9dots vor: neun Leistungsmodule, ein Betriebssystem namens NineOS und KI als Rückgrat des gesamten Geschäftsmodells. Martin nennt Zahlen aus seiner Zeit als Franchisenehmer: aus 30 FTE im Mercure wurden 7, aus 20 FTE in einem Ibis in Stuttgart 3. Zielgruppe sind kleine und mittlere Betreiber sowie Individualhotels, abgerechnet wird mit einem Fixpreis pro Zimmer und Monat.
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Kernaussagen
- Zahlen aus den Franchisehäusern: Martin nennt Ross und Reiter: Im Mercure sank die Zahl von 30 FTE auf 7, bei Comfort von 30 auf 7, im Ibis Styles von 25 auf 7, in einem Ibis in Stuttgart von 20 auf 3.
- Vier Basis-, fünf Zusatzmodule: Basis-IT, Sales und Distribution, Marketing und CRM sowie Operational Excellence muss jeder nehmen. Procurement, Finance, HR, Facility Services und ESG/Energy sind optional dazu wählbar.
- Preis auf dem Bierdeckel: Daniela wollte kein Franchisemodell mit Distribution Fee und Marketing Fee obendrauf. Stattdessen gibt es einen fixen Preis pro Zimmer und Monat, bei HR pro Mitarbeiter und Monat, plus ein Creditsystem für Sonderwünsche.
- Prozesse KI-lesbar erfasst: In 18 Monaten haben sie alle Prozesse der Module definiert, digital erfasst und KI-lesbar gemacht. Martins Beispiel ist der Bügeleisen-Ausleihprozess, der als Prozessgrafik zeigt, wie viele Subroutinen an einer Kleinigkeit hängen.
- Sicherheit mit Honeypots: Die Hotelbranche gehört zu den am stärksten angegriffenen im Netz. Es gibt regelmäßige Penetrationstests, Honeypots und MFA über das Diensthandy jedes Mitarbeiters, sensible Systeme sogar mit Dreifach-Authentifizierung. Daniela ist selbst einmal hineingelaufen.
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Transkript öffnenTranskript schließen59 Min · Ronald M. Arndt und Daniela Schade & Martin Kemmer
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:00 Katharina Beatriz Varga
Welcome to Berlin, Ronald.
- 00:02 Ronald M. Arndt
Berlin, Berlin. Warum Berlin? Wir fahren nach Berlin. Was ist der Hintergrund?
- 00:06 Martin Kemmer
Ja, es ist eigentlich ein ganz spannender Hintergrund. Vor über 15 Jahren haben wir hier angefangen, die Hotelwelt kennenzulernen, und haben ja dann als noch damals Franchisenehmer und White-Label-Betreiber verschiedene Marken begonnen zu betreiben und das Hotelgeschäft wirklich von der Pike auf kennenzulernen, allerdings damals schon zu modernisieren. Und zu aktivieren und haben ja viele Häuser dann gebaut und viel gelernt. Und Berlin ist da einer der Ursprungsorte, weil es ist der Ort, wo die IT von mir zu Hause ist. Und insofern treffen wir uns jetzt wieder hier in Berlin nach 15 Jahren, um etwas ganz Neues dieser Welt zu zeigen.
- 00:51 Katharina Beatriz Varga
Also eigentlich noch mal ein Jubiläum. Zuerst ist der erste Geburtstag von Hey Lou und jetzt, 15 Jahre später, ist es ja auch irgendwie ein geschichtliches Ereignis.
- 01:01 Martin Kemmer
Es ist erstaunlich, meine Kinder sind jünger als die Firmen, und wenn man sich das so ein bisschen auf der Zunge zergehen lässt, wie lange man das eigentlich schon macht, für mich kommt das so vor, als wäre es gestern gewesen. Und Daniela, ich weiß, mit dir sind es ja auch immer ganz spannende Diskussionen, und damals warst du ja noch wo ganz anders. Wir haben uns schon kennengelernt, schon miteinander zusammengearbeitet und jetzt wieder. Und ich glaube, die letzten 2 Jahre, 3 Jahre, die wir dieses Produkt jetzt eher aus der Wiege gehoben haben oder aus der Traufe gehoben haben, die sind vergangen wie im Flug. Zumindest mir ging das so. Und wenn man mit ganz vielen Hotelmenschen zusammenarbeitet, wenn man ganz viele ITler zusammenbringt, und gerade jetzt für dieses Produkt, das war jetzt wirklich etwas, wo wir gesagt haben, wir bringen die unterschiedlichsten Stakeholder zusammen. Wir haben wirklich in den Hotels Design-Thinking-Workshops gemacht, wir haben mit Programmierern zusammengearbeitet. Und dadurch, dass es ja nicht mein erster Versuch ist, sondern das Ganze schon mal 2017 versucht haben mit Watson aufzubauen, also mit IBM, und es damals halt von der Technologie her noch nicht so weit war. Also die AI-Technologie von Watson—
- 02:15 Katharina Beatriz Varga
also du warst schon so weit, aber die Technologie noch nicht.
- 02:19 Martin Kemmer
Also jetzt ist deutlich einfacher, das zu machen, und damals hat ja Watson sehr stark in dem Hospitality-Sektor, also nicht dem Hotelsektor, sondern wirklich Krankenhäuser und so weiter, die AI implementieren wollen. Und wir waren das diejenigen, die mit dem Hotelprodukt gearbeitet haben. Und das, was wir heute jetzt haben, das ist mir schon damals vorgeschwebt, noch nicht in dem Detailgrad. Und wir haben es probiert mit dem Design Thinking, haben wirklich alles aufgebaut, aber die Technologie war noch nicht so weit. Ja, also insofern, ich muss dir zustimmen, vielleicht war ich schon so weit, aber die Technik noch nicht.
- 02:52 Katharina Beatriz Varga
Ja, ich glaube, ich kann mir auch zustimmen in dem Satz.
- 02:55 Daniela Schade
Aber wie du ja gerade auch schon gefragt hast, als wir angefangen haben, und wir haben ja den Podcast zu Hey Lou gemacht, Hey Lou sozusagen der erste logische Schritt, dass wir auch eine klare Positionierung der Firmen aufgebaut haben, nämlich einmal die PlaceValue. Das hat Martin erzählt, das ist der Ursprung, die Keimzelle sozusagen als Hotelsanierer, der die Hotels kauft, saniert und wirklich dann auch betreibt. Und dann eben dort weg dieser Splitt und zu sagen, raus aus dem Franchise, wir machen was Eigenes, wenn wir unsere Idee verwirklichen wollen. Und das haben wir ja in dem letzten Podcast auch genauso gezeigt, Dann haben wir Hey Lou aufgebaut und das ist wichtig, denn dieses Schaufenster ist nachher das, worauf wir auch unseren Proof of Concept haben.
- 03:45 Katharina Beatriz Varga
Das eigene Schaufenster vor allem.
- 03:46 Daniela Schade
Das eigene Schaufenster und was gibt es Besseres, als wenn du ein neues Produkt launchst und sagen kannst, hier geh in das Hotel, geh in ein Hey Lou Hotel und schau es dir an, es funktioniert. So, guck dir alles an, mach alle Sachen, alle Schränke und sonstige Sachen auf und schau es dir an. Und die logische Folgerung und die strategische Ausrichtung '23, als wir angefangen haben, diese Vision wirklich auf den Boden zu holen, war dann natürlich auch zu sagen, das Produkt soll dann auch für den Markt für externe Hotels wirklich zugänglich gemacht werden. Und ja, da stehen wir jetzt, 2 Jahre danach. Hurra!
- 04:22 Katharina Beatriz Varga
Jetzt haben wir ein paar Minuten über das Produkt gesprochen. Drums, please. Um was geht es denn eigentlich in diesem Produkt?
- 04:32 Martin Kemmer
Also bevor ich das verrate oder Daniela dies verrät, machen wir kurz Werbung. Genau, machen wir einen kurzen Werbeblock. Das ist ganz wichtig auch für euch, der Werbeblock natürlich. Okay, aber ich wollte einfach noch mal, wir waren in der Leaders in Hospitality Podiumsdiskussion und auf der Bühne saß Dominik von McDreams und hat erzählt, er hat ein Haus übernommen. Und hat das mit seinem System, welches nichts mit unserem System zu tun hat, aber übernommen und hat gesagt, okay, 20 FTE, jetzt hat er sie auf 3 runter reduziert. Und dann kamen 3 andere, die darüber gesagt haben, wow, und dann kam ich halt an die Reihe und habe dann gemeint, ja gut, nennen wir doch mal Ross und Reiter, und das mache ich auch hier. Was ist Ross und Reiter? Wir waren großer Franchisenehmer von Accor, Mercure. 30 FTE. Mercure 30 FTE, 7 jetzt. Comfort, also Choice, 30 FTE, manchmal 29 FTE, jetzt 7. Ibis Styles 25 FTE, jetzt 7. Das andere war übrigens ein Ibis in Stuttgart, wer es sich anschauen möchte. 20 FTE, jetzt 3. Das heißt, die Welt hat sich weitergedreht. Die Welt funktioniert besser, sie funktioniert anders. Wir haben eine Möglichkeit gefunden, das Gasterlebnis nach oben zu bringen, das Hotel sauber zu strukturieren und am Ende profitabel zu positionieren. Und das ist das Produkt, was wir vorstellen. Daniela, das werfe ich dir in den Ballraum.
- 06:13 Daniela Schade
Mit was fangen wir denn an? Wie das Produkt überhaupt mal heißt, oder?
- 06:15 Katharina Beatriz Varga
Es hat ein paar Punkte, oder? Ein paar Punkte.
- 06:19 Daniela Schade
Ja, es hat genau 9 Punkte sozusagen. Es hat eine Zahl. Es hat eine Zahl. Eine Zahl, 9, und es heißt 9dots. So, und warum 9dots? Ich meine, es ist der gleiche Prozess, den wir auch bei Hey Lou besprochen haben. Du machst eine Markenstrategie, du baust die auf, sagst dir, was soll das Produkt wirklich beinhalten, wo wollen wir hin? Und dann kommt es ja irgendwann mal an diesen netten Punkt der Namensfindung. Auch das haben wir damals mit Hey Lou, da haben wir ja gesagt, warum Hey Lou? Haben es ja aus bekannten Gründen so genannt. Und jetzt haben wir gesagt Nine Dots. Nine Dots, ich denke, Dots alleine ist ganz stark verbunden mit der IT-Branche, connecting the dots, also auch dieses Netzwerk, dieses Zusammenfügen, dieses Ganzheitliche. Das ist absolut, ja, wie soll ich mal sagen, mit dem Thema IT und Digitalisierung verbunden. Dann hast du auf der anderen Seite das Thema Nine, also die Neun, die steht für Vollkommenheit. Aber wir haben es natürlich auch so gut abgetimt, dass wir natürlich 9 Leistungspakete haben.
- 07:27 Katharina Beatriz Varga
So ein Zufall.
- 07:28 Daniela Schade
So ein Zufall, die wir in diesem Betriebs-, Hotelbetriebskonzept anbieten. Und ich glaube, das umschreibt es ganz gut. Es ist ein ganzheitliches Hotelbetriebskonzept, 9 Dots.
- 07:42 Martin Kemmer
Und wer immer zu Hause das mal üben möchte, es ist immer noch in der McKinsey-Test drin. Verbindet diese 9 Punkte mit 4 Strichen, 4 Strichen ohne abzusetzen, und mache einen Pfeil daraus. Und das funktioniert nur dann, wenn man Grenzen überschreitet und es wirklich mit einem Zug durchzieht. Und wenn man das mal überlegt, genau darum geht es, Grenzen zu überschreiten und ein Produkt zu haben, was wirklich AI-first ist, was wirklich einen Kern hat, der von der künstlichen Intelligenz aus gedacht ist, und dann drumherum alles darüber aufbaut. Weil das ist ein ganz fundamentaler Architektur- elektronischer Unterschied. Das mag jetzt für den ein oder anderen nicht so wichtig erscheinen, aber wenn man sich das überlegt, von der Architektur her ist das etwas ganz, ganz anderes, Systemarchitektur, als das alte Denken. Ich sag dann immer mit den Dampfmaschinen und Elektromaschinen. Früher hatte man eine Dampfmaschine in der Mitte, hatte ganz viel Kraft, und deswegen hat man drumherum die Fabriken gebaut. Und irgendwann hat man gesagt, na gut, machen wir Elektromotor, einen ganz starken. Und irgendwann ist man drauf gekommen, nee, das ist vielleicht nicht der effizienteste Weg, Elektromotoren einzusetzen, sondern man setzt viele kleine Motoren ein an verschiedenen Stellen. Ist jetzt ein Beispiel, aus der Technik, was so nicht auf die IT zu übertragen ist, aber was vielleicht hilft, das zu verstehen, wie wichtig es ist, ein Konzept für das, wofür ich es nutze, zu denken und nicht aufgrund der Gegebenheiten. So muss es sein, weil so haben wir es schon immer gemacht.
- 09:08 Katharina Beatriz Varga
Oh, da bin ich ganz allergisch auf den Satz, so haben wir es schon immer gemacht. Ja, das ist wunderschön.
- 09:14 Martin Kemmer
Aber wir machen es ständig.
- 09:16 Katharina Beatriz Varga
Ja, aber auch die Verbindung zur Kreativität. Das, was ihr gerade beschrieben habt, ist ja auch ein ganz essenzieller.
- 09:23 Daniela Schade
Ja, essenziell noch mal. Also Martin hat es, glaube ich, gerade gesagt. Das eine sind diese neuen Module, die wir auf dieser Plattform— wir sprechen ja immer, oder beziehungsweise bevor der Name jetzt rauskam, haben wir immer von unserer Plattform gesprochen. Ich sage da noch mal PlaceValue, der Hotelsanierer, Hey Lou, sozusagen der Hotelbetreiber, und die Plattform oder jetzt Nine Dots als der Hoteloptimierer. So, und diese neun, diese neun, sage ich schon, diese neun Leistungspakete, das sind die essenziellen Pakete, die ein Hotel braucht, um wirklich dieses Hotel als gesamtheitliches Konzept wirklich führen zu können. Und das zweite Thema ist eben, also das ist das eine, digital führen zu können, digital genau in die Zukunft führen zu können. Und das zweite ist genau das, was Martin gerade gesagt hat, nämlich dieser Backbone, also dieses Rückgrat oder dieses dieses, sage ich mal, strategische Grundelement der KI. Und das ist nicht, weil viele sagen, ja, ich nutze schon KI, ich nutze doch ChatGPT, verstehe ich jetzt gar nicht. Nein, das ist aber nicht, das ist ein Unterschied, ob du das eben nur punktuell nutzt oder ob du sagst, ich baue mein gesamtes Geschäftsmodell darauf auf. Und es geht, im Moment gibt es ganz viele Artikel, dass es Unternehmen gibt, die ihre gesamte Strategie wirklich darauf ausrichten und auch wirklich ihr gesamtes Setup danach ausrichten. Und mag sein, dass das ein bisschen dauern wird. Mag sein, dass wir jetzt First Mover sind, aber wir sind auf jeden Fall in der richtigen Zeit, weil wir sind nicht mehr 7 Jahre vorher, wo das vielleicht an diversen Rahmenbedingungen gescheitert ist, sondern wir sind jetzt genau in der Zeit, wo das Thema KI in aller Munde ist und wo wir sozusagen, wo es jeden Tag Quantensprünge gibt.
- 11:09 Martin Kemmer
Und das, was du angesprochen hast mit der Kreativität, da kann man ganz viel Kreativität walten lassen, weil wenn man die Möglichkeiten hat, die Zeit zu sparen an ziemlich blöden Prozessen. Also ich sage immer, Rechnungen kontrollieren und abgleichen, das ist nicht unbedingt das, was der Mensch, besonders nicht der Hotelmensch, der sich als Gastgeber sieht, gerne macht und genau macht. Und auch bei mir nach 20 Seiten verschwimmen dir die Zahlen. Das kann eine KI wesentlich besser. Und Front Office heißt vorne am Gast. Bei uns ist das ja in verschiedenen Dingen auch ein bisschen anders, aber es heißt nicht Back Office. Und das ist halt eine ganz entscheidende Sache. Und wenn man sich Hotelprozesse angeschaut hat über die letzten 10 Jahre, dann hat man gesehen, dass fast 60, 70% der Arbeitszeit hinten passiert, also im Back-of-House, wo sie keinen Mehrwert dem Gast, keinen Mehrwert dem Hotel bringt. Und Bürokratie, ja, das ist was, was die KI sehr gut kann. Das ist sehr einfach. Bürokratie ist ein Ordnungssystem. Ordnungssysteme kann die KI wunderbar bearbeiten. Und was immer sich Brüssel oder Berlin ausdenkt, das lässt sich mit KI sehr gut abbilden.
- 12:24 Daniela Schade
Aber vielleicht, ich springe noch mal auf dieses Thema Ordnungsprozesse auf, weil ich glaube, dass das auch noch ein ganz interessanter Aspekt ist, was, was, woran wir in den letzten 18 Monaten auch sehr, sehr, sehr intensiv gearbeitet haben. Das ist, dass du das nur aufsetzen kannst, wenn du wirklich dein gesamtes oder die gesamten Leistungspakete und die Module, die wir anbieten, auch durchprozessualisiert hast. Das heißt, wir haben wirklich jetzt gerade in jedem Bereich haben wir alle Prozesse genau definiert. Wir haben die digital sozusagen erfasst und aufgezeichnet, sodass das nachher auch KI-lesbar wird. Ich nehme jetzt mal nur den operativen Bereich. Das ist ein Wahnsinn, weil das sind so unglaublich viele Prozesse, wenn du da durchgehst, was in der operativen, im normalen operativen Hotelalltag wirklich für Dinge jeden Tag passieren. Und das mal festzuhalten ist ein, also es ist ein Riesenakt gewesen, das alles wirklich dann auch mal runter zu deklinieren und mal KI-lesbar zu machen. So, und das hat im Hintergrund auch stattgefunden. Das eine ist ja, dass du sagst, was braucht ein Hotel? Welche neuen Module müssen wir aufbauen, damit der Hotelier sein Hotel in die Zukunft führen kann und betreiben kann und einfach wieder Gastgeber sein kann und kein IT-Experte, by the way. Und auf der anderen Seite mussten wir ja auch unser eigenes Setup in der Organisation danach aufbauen. Also, das ist etwas, was auch noch eine Aufgabe ist. Es geht nicht nur darum, was nach draußen zu verkaufen, sondern wenn wir es nach draußen verkaufen, müssen wir auch die perfekte Abstimmung intern haben.
- 14:08 Martin Kemmer
Und dieses Business Process Modeling, wie das ja so schön heißt, also die Prozesse wirklich abzubilden und über KI steuern zu lassen, das ist das vielleicht, wenn man sich die Evolution einer KI anguckt. Wir kennen am Anfang die Chatbots, da war wenn die Frage kommt, dann das, dann das oder das. Dann kamen die Copiloten, die so neben einem standen und gesagt haben, ich unterstütze dich. Und dann kamen die selbstständig agierenden Agenten, die praktisch diese Frameworks, die da waren, genommen haben und selbstständig entscheiden hast, ich mache erst diese Schleife oder diese Seite. Deswegen ist diese Prozessseite so wichtig, weil dadurch schafft es die KI, zusammen mit dem Menschen das Hotel zu steuern und zu optimieren. Und das ist eine ganz entscheidende Sache, und das ist das, was heute jetzt möglich möglich ist, dass wir praktisch multiple What-if-Szenarien oder ITFF, also if that, then that, then that, folgenden Szenarien aufbauen können und halt auch steuern und modellieren können und halt wirklich sehen, was kostet denn ein Prozess, was bringt uns ein Prozess, und dadurch auch viel, viel mehr auch Verständnis. Und ich möchte da mal das Beispiel nennen, wo es auch den Menschen sehr stark, ganz eindeutig wird, es nicht nur für die Maschine gut, sondern auch für den Menschen extrem gut? Wir nennen das immer, passt das zum Bügeleisen-Ausleihprozess? Der Bügeleisen-Ausleihprozess ist der durchdachte Prozess, wie man ein Bügeleisen ausleiht und wieder zurückbekommt an die Rezeption. Und was wir machen, wenn der Gast, ein anderer Gast, ebenfalls ein Bügeleisen braucht und so weiter. Wenn man sich das mal modelliert als Prozessgrafik aufschaut und wie viel Subroutinen da notwendig ist, dann überlegt man sich, wie macht man das etwas intelligenter? Und vielleicht legt man dann auf jede Etage ein Bügeleisen und sagt, das ist dann zur Verfügung. Nicht, dass man das sofort so löst. Aber du hast von Kreativität gesprochen. Ich finde, da liegt eine ganz große Kreativität, wenn man sich mal dessen bewusst macht, wofür wie viel Arbeitszeit für Kleinigkeiten, Bürokratie und Nichtigkeiten draufgeht. Und wenn man das spart, dann hat man ein besseres Gasterlebnis, schöneren Umsatz und höheren Gewinn. Das ist das, dieser Dreiklang, den wollen wir immer wieder mit unserem Produkt Nine Dots erreichen. Und wir sprechen bei Nine Dots übrigens über von einem Konzept, ein Hotelbetriebskonzept, weil da sind sowohl 9OS als Betriebssystem als auch die ganzen Prozesse mit dabei, also die einzelnen Arbeitsschritte. Und diese Arbeitsschritte sind zum Teil auch noch so gesteuert, dass wir sie optimieren mit Daten, die schneller als Echtzeit sind. Was meine ich damit? Daten, die schneller als Echtzeit sind: Zukunftsdaten, Revenue-Daten. Revenue Management wird bis jetzt nur optimiert auf das Maximum pro Zimmer, Wir gucken uns nicht an, ob wir Revenue Management nicht über Sprungfixkosten definieren können. Sprungfixkosten, also ab wann brauche ich einen Mitarbeiter mehr, wie viel muss mir dieser zusätzliche Gast denn dann bringen, damit sich das lohnt. Das heißt, ich muss mein Revenue Management an einer ganz anderen Stelle schon starten und die Preise an einer ganz anderen Stelle schon modellieren, um das optimale Betriebsergebnis zu erreichen. Und das ist keine menschliche Aufgabe, das ist eine ziemliche Machine-Learning-Aufgabe. Und Daniela, ich danke noch mal, dass du gesagt hast, ChatGPT ist nicht AI, das Das ist nämlich genau der Punkt. Ein LLM ist ein Ausgabegerät, eine Kommunikation mit einem Menschen. Vieles der AI-Prozesse sind keine ChatGPTs oder LLM-Modelle. Das ist wirklich nur das, womit wir kommunizieren können mit dem Rechner.
- 17:41 Katharina Beatriz Varga
Daniela, let's talk about colors.
- 17:43 Daniela Schade
Let's talk about colors.
- 17:44 Katharina Beatriz Varga
Bei dem letzten Podcast mit Hey Lou oder über Hey Lou vielmehr hattest du auch das schöne Grün an, was sich identifiziert mit Hey Lou. Aber das Grün fehlt mir heute. Du hast einen roten Pullover an, aber ich bin mir sicher, dass das auch einen Hintergrund hat, so wie ich dich kenne.
- 18:02 Daniela Schade
Ja, ja, hat es, hat es. Und das letzte Mal hatte ich eine wunderschöne monochrome grüne, eine Hey-Lou-grüne Kombination. Das wollte ich dieses Mal im Himbeerrot machen, aber es ist mir leider nicht gelungen, weil der Anbieter, der mir die Lederhose schicken sollte, leider die Hose leider beschädigt war. Also deswegen musste ich mit was anderem anfangen. Und ihr seht hier dieses wunderschöne Himbeerrot, dass man es auch schön in dieser Kamera sieht.
- 18:30 Katharina Beatriz Varga
Und natürlich abgestimmt mit dem Sessel.
- 18:32 Daniela Schade
Haben wir. Na ja, also mit dem Sessel passt es nicht ganz so gut, aber macht nichts. Wir haben uns entschieden, dass wir für Nine Dots wirklich auch zum einen mal schwarz-weiß bleiben in den Grundfarben, weil das auch gerade oft für Techies die Farben sind. Martin verwendet immer schwarze Hintergründe für seine Bildschirme, was ich ganz fürchterlich finde. Er nickt schon hier, weil die ITler das so machen. Trotzdem, dieses Schwarz-Weiß ist natürlich sehr techy-lastig und wir haben uns bewusst dann für ein sehr, sehr, sehr kräftiges, für so ein Himbeerrot entschieden, was dann wirklich so einen Akzent setzt. Und deswegen bin ich heute zumindest, wenn auch schon nicht in dem anderen Outfit, aber zumindest in einem roten Outfit heute.
- 19:14 Katharina Beatriz Varga
Siehst du, ich habe gesagt, das hat einen Hintergrund. Es ist ja ein Punkt, ist rot in dem Logo.
- 19:20 Daniela Schade
Genau, und wir haben dann natürlich gesagt, wenn wir schon 9 Punkte haben, dann muss ganz frech einer rot sein.
- 19:25 Katharina Beatriz Varga
Himbeerrot.
- 19:26 Daniela Schade
Genau, Himbeerrot. Und auf der Website zeichnet sich auch das ab. Wir arbeiten da sehr, sehr stark mit den Punkten, die dann auch wirklich überall hinführen. Lasst euch da überraschen. Das ist wirklich, wirklich ganz, ganz gut gemacht. Und die neuen Punkte führen dann auch wieder zu den neuen Leistungsmodulen, die dann eben auch wieder, ja, auch in verschiedenen Rottönen nachher agieren. Also das zieht sich wie ein roter Faden durch.
- 19:55 Martin Kemmer
Das Einzige, was ich bei der Webseite sagen durfte, war die Domain 9dots.ai. Also da durfte ich noch mitreden bei den Farben.
- 20:04 Daniela Schade
Genau, wir haben kein .de oder .com, sondern wir haben .ai. Also wenn es bei uns nicht passt mit AI, dann weiß ich es auch nicht.
- 20:14 Katharina Beatriz Varga
Hashtag Leistungsmodule.
- 20:15 Ronald M. Arndt
Genau, in der Vorbereitung habe ich gedacht, oh la la, 9 Module, wer kann das alles abbilden von der Kompetenz her? Aber dann habe ich noch mal den ersten Podcast nachgehört und mich natürlich dran erinnert, und da ist mir das Bild auch klarer geworden, weil wir haben hier diesen Tech-Hintergrund, der eben schon damals mit Watson und so weiter rumgemacht, rumprobiert hat, da schon weiter war als Watson. Und mit dir haben wir natürlich jemanden, oder ihr bei euch in der Runde, der einfach immer ja Topmanager war bei den großen Hotelmarken, eben Accor, H World, wie eben die Deutsche Hospitality heute heißt. Da kam natürlich auch was zusammen, was eigentlich einfach zusammengehört, um die Hotellerie weiterzudenken.
- 21:00 Daniela Schade
Also ich sag mal so, das Ideale, glaube ich, ist auf der einen Seite, dass Martin mit seinen Firmen und seinen Hotels das Thema Hotelbetreiber da sehr viel Erfahrung mitgebracht hat. Was brauche ich wirklich? Weil wenn du selber Franchise-Partner von einem großen Konzern warst, dann weißt du genau, was gut war, und was war, was waren eher die Pain Points. So, ich habe es umgekehrt genau aus der großen Betreiberbrille erlebt und habe auch erlebt, was in den Franchise-Systemen gut lief und was einfach gute Dinge sind, die ein Franchisegeber einem Hotelier mitgeben kann, aber wo auch die Pain Points sind, ja, und was Franchise-Partner immer, immer nachfragen. Und genau daraus haben sich eben diese Leistungsmodule entwickelt und Ich weiß nicht, ob wir jetzt mal einfach mal kurz drauf eingehen, was wir für Leistungsmodule haben, weil, aber da würde ich das erste Martin überlassen, weil das erste nennt sich natürlich, vielleicht muss ich noch, ich muss noch einen halben Schritt zurückgehen, und zwar wir haben gerade von 9 Dots als Hotelbetriebskonzept gesprochen. Das ist das gesamte ganzheitliche Konzept, was dahinter steckt, und damit alle diese neuen Leistungsmodule laufen und funktionieren und miteinander funktionieren, haben wir gesagt, wir brauchen eine notwendige Systemwelt und das ist NineOS. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, klingt auch wieder kaum nach IT, aber ist genau das. Und wir haben unser Hotelbetriebssystem dahinter NineOS genannt und NineOS—
- 22:38 Katharina Beatriz Varga
Das macht aber auch Sinn.
- 22:39 Daniela Schade
Macht absolut Sinn, ist mit Nine Dots natürlich verbunden, logisch. Und so heißen auch die Module, dass wir die Module von OS1 bis OS 9 natürlich dann auch benannt haben, weil das ist natürlich eine schöne Marketing-Spielerei, das lässt das Marketingherz höher schlagen.
- 22:57 Katharina Beatriz Varga
Und aus den Leistungsmodulen machen wir jetzt 9 Leistungspunkte.
- 23:01 Daniela Schade
Dann, wenn du da Leistungspunkte, bei uns heißt es nach wie vor Module, aber wir können gerne hier fürs Gespräch Punkte draus machen.
- 23:10 Martin Kemmer
Ja, ich denke, wenn wir bei dem ganzen Scherzen und so weiter darüber, bevor wir da in die Module, Punkte, wie wir sie auch nennen wollen, hineingehen. Wir müssen zwei große Dinge noch mal beachten in der Hotellerie. 87% der Hotellerie in Deutschland, zumindest sind die Dualhotellerie, die haben einen großen Teil davon, wollen ihre Hotels weitergeben an die Kinder oder an die Enkelkinder. Und damit sie das können, wollen sie nicht mehr, dass ihre Enkelkinder oder Kinder nachts um 10 Uhr, 11 Uhr dasitzen und die Bürokratie machen, Und sie wollen eben auch global erreichbar sein. Die Welt zu Gast bei Freunden. Ja, wir heißen die Welt gerne bei uns willkommen und die Hoteliers tun das, sind exzellente Gastgeber. Und bei uns hat man dann die Möglichkeit, dass man die Bürokratie löst. Das habe ich eben schon erklärt. Aber man kommt auch in die ganzen Distributionssysteme hinein, die weltweit funktionieren. Das heißt, der Das Hotel zur Post, das Hotel der Goldene Hirsch von der Familie Hirsch, das kann jetzt mit jedem Hilton, jedem Marriott auf der Welt mithalten. Und das ist auch noch mal so eine ganz entscheidende Sache. Und wenn man sich dann noch mal in die Zukunft hineinschaut, wie wird heutzutage optimiert? Ich habe vor über 25 Jahren SEO sehr stark betrieben, Search Engine Optimization. Damals gab es das noch nicht. Das war einer der ersten Dinge, wo wir sehr erfolgreich hier in Berlin waren mit SEO. Und ich habe gerade ein Papier geschrieben, was gar nichts hier mit NineDots zu tun hat und so weiter, was ich meinem ehemaligen Geschäftspartner oder jetzt immer noch Geschäftspartner mal rübergeschickt habe, weil es ist genau dasselbe, was man mit den RAG-Datenbanken heute macht, was früher das SEO war, weil die AI wird man demnächst befragen. Wenn man Google Search schon macht, Google AI Search, was ja jetzt schon in den USA freigeschaltet ist, die Leute nutzen das ja gar nicht mehr als Suchmaschine, wo sie irgendwo hingehen, sondern sie nehmen die Antworten, aus der KI. Das heißt, eine Optimierung auf die KI muss erfolgen. Das heißt, wir können dem Mittelständler, dem Hotelier vor Ort, der das als Familienunternehmen führt, und wie gesagt, es sind 87% der deutschen Hotellerie, der können wir sagen, wir lösen dir das Bürokratieproblem, wir lösen dir das Optimierungsproblem, dass du weltweit zu finden bist über die Buchungsmaschinen, und du bist vorne dran vor den anderen, weil unsere Systeme sind in den AI-Systemen zu Hause. Wir wissen, wie Vektordatenbanken funktionieren und wie man einen ordentlichen Vektor definiert und auch den AIs zur Verfügung stellt. Auch das wird noch mal ein ganz anderes Thema werden, eine Welt wahrscheinlich, vielleicht wenn man sich den Podcast in einem Jahr oder zwei anschaut, dann wird das Standard sein. Heute ist es noch nicht Standard, und genau an diesem Wendepunkt der Geschichte sind wir gerade.
- 26:00 Daniela Schade
Ich glaube, das ist aber, du hast einen guten Punkt angesprochen, weil wir hatten es jetzt gerade vom Hotel zum Goldenen Hirsch, so heißt für uns quasi immer eine der Zielgruppen, weil wir hatten ja auch gesagt, wer soll denn die Zielgruppe sein von der Plattform, und wir haben wirklich 2 Zielgruppen im Auge. Das eine sind wirklich kleine und mittlere Hotelbetreiber, die heute vielleicht schon eine Marke auf dem Dach haben oder auch unter ihrem eigenen Namen betreiben oder White Label, was auch immer. Und die sagen, wir möchten gerne das Hotel in die Zukunft führen, hätten aber gerne wirklich mal nicht nur eine große Franchise-Glasglocke, die über mir schwebt und vielleicht gar nicht zu mir passt, sondern die ich mir modular auch aussuchen kann. Was ist für mich das Entscheidende und das Wichtige? Da kommen wir gleich noch mal bei den Leistungsmodulen drauf, weil die sind teilweise sind Basismodule, teilweise sind es optionale Module. Und so kann sich dieser kleine, mittlere Hotelbetreiber das zusammenstellen. Und er hat natürlich Zugang dann zu einer jungen, frischen Marke, nämlich Hey Lou, und kann sich auch den Proof of Concept direkt anschauen. So, das Zweite, die zweite Zielgruppe ist, und das ist überhaupt nicht despektierlich gemeint, aber wir sprechen immer vom Hotel zum Goldenen Hirsch. Das kann auch der Goldene Löffel oder was auch immer sein, spielt überhaupt keine Rolle. Das ist diese große, große Anzahl der Individualhotels. Und der Martin hat es gerade gesagt, ein Großteil über 25.000 in Deutschland mit sehr teilweise beschränkten Möglichkeiten, auch große Gesamtkonzepte zu kaufen. Franchise geht gar nicht, weil wenn in dem Moment, wenn du auch deine Identität behalten willst, weil du sagst, ich bin jetzt ein Traditionshaus, ich bin der Goldene Hirsch schon seit 3 Generationen und ich möchte auch in der 4. und 5. Generation bleiben. Dann hast du heute keine Möglichkeit. Dann kannst du auf den Markt gehen, kannst dir Insellösungen kaufen, musst aber dann zeitgleich noch IT-Experte sein, kannst dir vielleicht noch einen Berater holen, hast aber trotzdem lauter Einzellösungen. Und was ist jetzt die Lösung? Und da haben wir wirklich einen USP, weil wir sagen, wir bieten das erste Mal ein ganzheitliches Hotelkonzept mit einem Hotelbetriebssystem dahinter, das genau diesem Individualhotelier erlaubt, sich komplett auf das Thema Gastgeber zu fokussieren, dass er nicht der IT-Experte sein muss, der um Himmels willen mit IT und KI und sich sonstigen Sachen beschäftigen muss, sondern sagt, ich gebe das ab und ich kümmere mich um meine Gastgeberrolle. So, also das sind die beiden Zielgruppen, und ich glaube, das ist wichtig, das noch mal festzuhalten, dass wir sagen, wir sind Mittelständler, wir verstehen den Mittelstand, und wir arbeiten für den Mittelstand. Und deswegen wirst du die Sachen auch immer bei uns finden: vom Mittelstand für den Mittelstand.
- 28:54 Martin Kemmer
Und das ist die optimale Überleitung auf deine Fragen, die wir nicht vergessen haben oder die ich auch gerne beantworte. Das Modul US1 ist Basis-IT und Infrastruktur, und genau darum geht es. Das, was Daniela gerade als Problem noch mal sehr schön erläutert hat: ein durchschnittliches Hotel, jedes, welches ich mir angeschaut habe, ob aus Insolvenzen, aus Übernahmen, Mergers and Acquisitions, oder auch aus anderen Neubau. Man hat mehr als 100 IT-Systeme da drin. Das geht ganz schnell, bis man das zusammengezählt hat. Und wenn man diese 100 Systeme nicht miteinander ordentlich verbindet, dann hat man ein Problem. Und Daniela hat da noch mal 3 Punkte angesprochen: einmal die Vielzahl der Systeme, die verbinden werden müssen. Das Zweite ist die Silolösung, also dass die Daten nicht miteinander sprechen. Und das Dritte, und das ist für viele Hoteliers auch etwas, wo sie drüber nachdenken müssen, es ist auch unheimlich komplex und kompliziert in die Programme, wenn man das überhaupt schafft, dort reinzukommen. Es gibt IT- Partner, die einen bei der Größe gar nicht nehmen. Die wollen auch das gar nicht, und mit denen kann man auch nicht zusammenarbeiten. Und wenn man sich überlegt, um ein CRM-System mal aufzusetzen im Hintergrund, was es ausmacht, das, was technisch dafür notwendig ist, damit es ordentlich funktioniert, also reaktive Webseiten, reaktive E-Mails, reaktives WhatsApp. Ich rede noch gar nicht von Agenten, das kommen wir noch oben drauf. Das ist, das ist noch mal viel, viel komplexer oben drauf. Wobei ich finde, dann ist es auch wieder einfacher. Aber das ist, das könnte eine lange Diskussion werden, wenn wir da in die Tiefe einsteigen. Insofern, wenn man dieses Basis-IT-Modul einmal nimmt, dann hat man einmal alles so, dass es miteinander kommuniziert und harmoniert, und darauf baut dann das Ganze auf. Und wir haben uns auch immer nicht nur den Gast überlegt, sondern auch den Mitarbeiter. Der Mitarbeiter braucht ein System, mit dem er umgehen kann. Der Mitarbeiter, also ich gehöre zu den Menschen, die immer eine Tastatur hat, die Laptops hat. Ja, Daniela, du hast es schon verraten, ich habe auch ganz viele Monitore, die sind schwarz im Hintergrund und so weiter. Weiter. Ja, typisch ITler, aber ich schaue mir sehr genau an, was machen unsere Mitarbeiter, wie machen sie das wirklich? Und ich habe bei vielen Kolleginnen gesehen, dass sie am liebsten das PMS-System einfach mit dem Handy bedient haben. Insofern jeder unserer Mitarbeiter und jeder Mitarbeiter, der dann als Basis von IT, das ist eine der Voraussetzungen auch aus Sicherheitsgründen, muss sein eigenes Handy bekommen. Und wenn er das Handy hat, kann er dortmit alles bedienen. Das heißt, je nachdem, was dann freigeschaltet ist, kann ich mein Handy da schon nutzen als Kassensystem. Also jeder Mitarbeiter hat immer eine Kasse dabei, ein Abrechnungsterminal. Man kommt ins PMS-System, also POS und PMS ist gelöst. CRM-System, E-Mails, WhatsApp, all das ist gelöst. Und das ist das Basis-IT-Modul. Und wir reden hier auch über Office 365, richtig eingerichtet, richtig administriert. Auch das ist etwas, wo es häufig, ich in Hotels komme, und dann, ich habe sehr tolle Hausmeister erlebt, die sehr gute ITler sind, weil sie haben sich als Autodidakten sehr viel beigebracht. Aber eine Aufsetzung einer Systemarchitektur ist schon noch etwas anderes. Und insofern, wir müssen dort weg in der Hotellerie, meiner Ansicht nach, von der so amateurhaften Profiliga, so, ah, so, ich mache das alles selber, hin zu dem, wie die Konzepte aufgebaut sind. Und dann haben wir das gesagt, okay, dieses Basis-IT- und Infrastrukturmodul ist die Basis. Alles ohne das geht es nicht, ohne das ist es nicht vernetzt. Das heißt, dieses Ding muss als allererstes da sein, um das aufzubauen. Und dann, Daniela, dann werfe ich den Ball mal zu OS/2.
- 32:39 Daniela Schade
Genau, weil das sind ja dann meine Spezialthemen.
- 32:42 Ronald M. Arndt
Also eine Sache kurz Wir haben immer 3 Perspektiven in meinen Augen. Es sind die Gäste, es sind die Mitarbeiter und am Ende auch der Betreiber. Also auch, was dein Hintergrund mit ist und dein natürlich auch. Und 100 ist eine wahnsinnige Zahl, aber 100 verursacht auch eine Menge Kosten. Das heißt, da Kosteneffizienz auch reinzubringen, ist auch so eine Sache.
- 33:00 Martin Kemmer
Kosteneffizienz ist, also für mich gibt es ja eine Zahl, die nirgendwo ich in einem Lehrbuch finde: EAE, Earning After Everything. Also es bedeutet, dass das in meiner Tasche landet. Ich weiß, das ist keine Metrik, die betriebswirtschaftlich irgendwo zu finden ist, aber ich Ich finde, EAI, das ist das, was am absoluten zählt, und genau darum geht es, Dinge zu optimieren und auch Stop Doing, weil dann merkt man mal, wie viele Sachen man eigentlich gar nicht braucht oder die zweimal oder dreimal im Jahr angesteuert werden. Und da muss man sich wirklich überlegen, macht es Sinn, die anzusteuern? Manche Dinge sind einfach aufgrund von Auflagen, aufgrund von Gegebenheiten notwendig, da muss ich sie mit einbinden, aber ich muss mich nicht mehr selber darum kümmern, die einzubinden. Das ist halt das Entscheidende, weil die Systeme schon funktionieren. Und wir sind ein Systemanbieter, wir sind kein einzelnes Softwareprodukt anzubieten. Also wenn wir sagen, das ist die Lösung, die wir ausprobiert haben, wir schlucken unsere eigene Medizin, wir wissen, was funktioniert, wir wissen, was nicht funktioniert. Das ist ja immer, mir wird auch ständig IT-mäßig alles verkauft, was möglich ist. Wenn ich dann hinter die Motorhaube schaue, muss ich sagen, wie die das hinkriegen wollen, das weiß ich nicht so genau, aber lass ich mich mal überraschen. Und es gibt tolle Dinge, wo ich mir sage, wow, hätte ich nicht gedacht. Aber es gibt leider auch häufig die Erfahrung, und jeder, der ein IT-System schon mal eingeführt hat, sind diese versteckten Kosten von, ich sitze da abends um 10 Uhr noch da und versuche es zum Laufen zu bringen, und dann sitzt der Gesellschafter noch mit am Tisch und man versucht das irgendwie hinzukriegen. Also ich sehe hier fleißiges Nicken, ich weiß genau, dass ich da zumindest hier einige treffe. Und das ist eine Sache, wo man sich sagt, ist das die Fokuszeit? Und da finde ich TCO, Total Cost of Ownership, also nicht nur, was kostet das System, sondern was kostet mich die Einrichtung, was kostet mich der Betrieb und was für Opportunitätskosten gehen mir verloren, wenn ich das nicht mache. Und mein Lieblingsbeispiel, wie ich unseren Leuten immer sage, was ist Total Cost of Ownership, dann ist es der Hausmeister, der mir ganz stolz sagt, ich habe für 12 Euro einen Besen gekauft. Ja, das mag ja sein, dass er sich für 12 Euro einen Besen gekauft hat, aber dafür musste er in den Baumarkt fahren, dann hat er sich in— ich bin jetzt böse— ich Ich weiß, irgendwo den Baumarkt angeschaut. Ich bin auch ein Mann, ich schaue mir auch die Grillabteilung an. Also das muss ich jetzt mal ehrlicherweise zugeben. Also wenn man in den OBI reingeht, dann muss man mal die Grillabteilung sich anschauen, dann hat man da mal 15 Minuten verloren.
- 35:22 Katharina Beatriz Varga
Baumärkte sind total faszinierend.
- 35:25 Martin Kemmer
Also finde ich auch. Insofern, da verbringt man gerne ein bisschen Zeit. Meistens verbraucht auch der Hausmeister ein bisschen Zeit da drin. Das heißt, er hat den Besen dann gekauft, hat sich also eine halbe Stunde hinbewegt, eine Stunde im OBI verbracht und eine halbe Stunde zurück. In diesen 2 Stunden sagt er mir, ich habe 12 € den Besen. Gekauft und hier in der Verkaufsplattform, in der Procurement-Plattform hätte ich ihn für 36 gekauft. Dann schaue ich ihn nur an und sage, nee, nee, ich rechne nicht nur deine Arbeitszeit, die du nicht hast, sondern du könntest Leistung am Gast bringen, weil der Gast, der nachts in einem dunklen Zimmer sitzt, weil die Glühbirne nicht getauscht wurde, der ist nicht froh darüber, dass der Besen für 12 € eingekauft wurde, sondern der hat kein Licht. Und wenn man sich so die Prozesse— ich habe es jetzt versucht, ein bisschen zu verspitzen, und ich weiß, die Facility Manager mögen mir hier jetzt verzeihen, dass ich sie als Beispiel genommen habe. Aber es ist doch das praktischste Beispiel. Es ist einfach ein praktisches Beispiel, wo man hinkommt. Und wenn man das aufgebaut hat und sich das mal überlegt, dann kann man da ganz viele Kleinigkeiten machen, um dann System zu machen. Und das sind Tausende von solchen Prozessen. Und ich hoffe, das beantwortet so ein bisschen deine Zusatzfrage, warum sind es Hunderte Systeme? Es wird verdammt viel, wenn du die Haustechnik dir anschaust, wenn du dir die Keycard-Systeme anschaust. Da sind viele Sachen, die du gar nicht wegkürzen kannst mehr, weil man braucht sie heutzutage einfach mal, die ELA-Anlage und so weiter. Und all das muss vernetzt sein. All das muss funktionieren.
- 36:46 Katharina Beatriz Varga
Mich interessieren aber auch die anderen 8 Module noch. Wir sind aber auch erst bei OS2.
- 36:50 Daniela Schade
Aber wie Martin schon gesagt hat, das Basismodul ist natürlich am, ja, ich sag mal, am gewaltigsten, in Anführungszeichen. Und dann kommen klassische Module, was wir uns natürlich auch aus gut laufenden Franchise-Konzepten auch mitgenommen haben, weil wie immer lernt man aus den Dingen und macht dann für sich selber, baut seine Lösung. Es gibt ein Sales- und Distribution-Modul, das OS2, Dann gibt es ein Marketing- und CRM-Tool mit all diesen Leistungen, die klassischerweise dahingehen zu sagen, du kriegst Vertriebsreichweite und du kriegst natürlich Präsenz. Das ist ganz, ganz wichtig, und die Module dürfen bei uns nicht fehlen. Und dann kommt als weiteres Modul, als viertes Modul OS4, kommt die Operational Excellence dazu. Und das ist genau jetzt dieses Modul, wo wir alle Prozesse in der Operative genau beschreiben, genau aufzeigen, mit KI unterlegen und dieses fertige Konzept sozusagen wirklich auch den Hoteliers zur Verfügung stellen. Und das ist mit ein Schlüssel auch, um zu sagen, dem Thema Personalmangel, und alle sprechen Fachkräftemangel, ich kriege niemanden mehr, keiner möchte mehr irgendwelche Jobs machen. Ja, genau dafür ist das da. Das ist für Total Efficiency in der Hoteloperative, und das ist quasi, das sind die 4 Basismodule, die wir haben, wo wir auch sagen, die musst du nehmen, damit auch das Thema Nine Dots sich für dich rechnet und damit wir dir auch einen Return erwirtschaften können. Die Effizienz ist ja auch in euren Werten hinterlegt, sowohl bei Hey Lou als auch jetzt bei Nine Dots. Und das Gute an Nine Dots ist eben, dass es dann alles Weitere ist modular. Und das ist auch der Unterschied zu großen Franchise-Konzepten. Zum einen, dass es modular ist, und zum anderen, dass wir Module anbieten, die in großen Konzepten gar nicht verfügbar sind. Also was meine ich damit? Wir bieten dann noch an als Nächstes ein Procurement-Modul, wo du wirklich über eine Einkaufsplattform als Hotelier auch quasi den Einkauf tätigen kannst. Wir haben das Thema Finance mit dabei. Was keiner unserer großen Franchise- oder der großen Franchise-Konzepte anbietet. Es gibt das ganze Thema Human Resources, das gesamte Thema Personalverwaltung von A bis Z bis hin zur Lohnabrechnung, wo alles drin ist, auch wo große Systeme auch dahinter stecken. Martin hat es gerade gesagt, wo vielleicht einzelne Hoteliers gar nicht drankommen an das Thema. Es gibt einen Baustein dann Facility Services, wo wir alles rund um das Thema Facility Management anbieten. Und eben zum Schluss ganz wichtig, weil das liegt auch in unserer DNA als Firma, das Thema ESG und Energy, wo wir auch wirklich dann das Thema Energie bis hin zum Energieeinkauf, bis hin zur Zertifizierung mit begleiten. Also du siehst, dieses Konzept aus diesen 4 Basismodulen und diesen 5 optionalen Modulen ist dann etwas, was wirklich das gesamte Paket abrundet und wo wir mit dem Hotelier auch zusammen dann das bearbeiten können und sagen können, so, wann machst du was? Das soll ja mindestens ein 3-, 4-, 5-Jahresplan sein, um zu sagen, wie hoch ist deine Investitionskraft, was können wir Jahr für Jahr eben machen zusammen? Und da arbeiten wir eben genau dieses Konzept aus für den Hotelier.
- 40:27 Katharina Beatriz Varga
Das klingt schon ein bisschen länger als die Zeit, die ihr gebraucht habt, um das aufzubauen.
- 40:32 Daniela Schade
Also Transformation, Martin sagt immer, Transformation ist kein Spaziergang.
- 40:36 Martin Kemmer
Nein, das ist es definitiv nicht. Also eine Transformation dieser Art, das, da muss man sich nichts vormachen, das ist wirklich eine Transformation. Und das ist, wir gehen in die Zukunft, wir machen uns zukunftsfest. Und genau darum geht es. Und das, was Daniela ja auch gerade noch mal gesagt hat, das System gibt ja sehr viel vor, es gibt auch sehr viel Hilfestellung. Und ob Fachkraft oder Arbeitskraft, wir wollen einen Gastgeber haben, das reicht für das System System, weil das System einen durchaus steuert, Tipps gibt und auch dort wiederum mitarbeitet. Weil wir lieben das System ja, und es verbessert sich ja immer weiter, das darf man nicht vergessen. Und der zweite Punkt, den wir ja noch mal angesprochen hast, mit, ist der große Unterschied, weil du hast immer die Bottomline so ein bisschen angesprochen, was kommt denn unten bei raus. Ja, das ist der große Unterschied, weil jetzt, wenn man die Hey Lou hat, man noch eine Marke, aber wir gehen nicht nur über die Topline, sondern wir gehen auch über die Bottomline. Also wir haben eine 70% oder 50- bis 70-prozentige Reduktion der Personalkosten, wir haben eine Reduktion der Einkaufskosten von 10 bis 15%, wir haben sowohl die RevPAR-Steigerung als auch die Kostenoptimierung. Und damit kann man der Inflation, dem Problem, was man ja in den letzten Jahren hatte, also ich meine, allein die Lohnkosten sind um 38% gestiegen, wir haben 40 bis 50% Mehrkosten Betriebskosten nach oben gestiegen in den letzten Jahren. Die Hotelpreise haben sich nur leicht nach oben entwickelt. Und insofern, genau diese Krise, die müssen wir irgendwie lösen, die müssen wir angehen. Und den Service am Gast, am Kunden zu sparen, das fände ich das Schlimmste, sondern wir müssen da die uneffizienten Dinge rausnehmen. Und das ist auch das, und das ist ja immer ganz witzig, wir sind mit Hey Lou eines der grünsten Hotels Deutschlands. Wir verbrauchen in Durchschnitt Scope 3 keine 5 Kilogramm CO2 pro Übernachtung. Unser bestes Haus liegt bei 3 Komma irgendwas Kilogramm pro Übernachtung. Andere reden da über Scope 2, über höhere Werte. Ja, wie tun wir das? Wir wurden da sehr auf Herz und Nieren geprüft, weil uns konnte das keiner glauben. Wir sind wirklich effizient. Bei uns gibt es kein Papier mehr, bei uns gibt es all diese Sachen nicht mehr. Und plötzlich ist Effizienz auch ressourcenschonend und damit nachhaltig. Und wenn man das miteinander zusammenbringt, dann kann man grüner reisen, ohne auf Komfort zu verzichten und ohne, dass es sich irrsinnig mit Aufwendungen in die Investitionen hineingeht. Natürlich muss man das ein oder andere machen, oder man verzichtet auf das andere. Man kann es ersetzen mit Dingen, die gut funktionieren. Und das ist das, glaube ich, was es sehr gut abrundet, um diese 9 Module miteinander zu verbringen. Und wie gesagt, immer die Module im Zusammenhang mit dem Konzept sehen, die Prozesse dahinter, die auch für die Mitarbeiter sehr— sie sind nicht starr, weil sie sind KI-gesteuert. Das heißt, sie sind flexibel, aber sie halten doch wie, wie so Leitplanken, die Menschen— bei der AI spricht man immer von Guardrails, das ist bei den KI-Agenten. Und genauso ist es, ob du einen KI-Agenten oder einen Menschen in eine Organisationsstruktur integrierst, dafür brauchst du gewisse Leitplanken und Jobbeschreibungen. Und genau das bietet Nine Dots.
- 43:49 Ronald M. Arndt
Das klingt das alles gigantisch und so einfach. Und einfach bei Nine Dots, ihr seid dann jetzt als Produkt verfügbar, als Plattform. Genau, dann gilt es ja erstmal, sich den Individualhotelier, sich dem zu nähern und zu überzeugen, dann aber auch die Mitarbeiter, dass sowas natürlich auch erstmal angenommen wird. Das nennt ihr dann Transformation. Wie ist da dein Blick auf das Thema?
- 44:16 Martin Kemmer
Transformation ist kein Spaziergang, ich kann das nur immer wieder wiederholen. Und das beginnt ja bei uns schon bei der Hotelanalyse. Also bevor man noch in den weiteren, in die Premiumanalyse hineingeht, kriegt man auf der Webseite die Möglichkeit, eine Hotelanalyse zu machen. Das über 200 Fragen zum Hotel. Wenn man die ehrlich für sich selbst beantwortet, hat man als Hotelier schon wahnsinnigen Mehrwert, weil dann weiß ich schon mal, was funktioniert für mich, was funktioniert nicht für mich, wo stehe ich denn gerade selber da? Weil diese 200, 250 Fragen, die muss ich einfach beantworten. Als ich das Ding selber durchgemacht habe, ja, das muss ich ehrlich sein, ich habe 4 Stunden knapp gebraucht, und zwar obwohl ich alle Daten vorliegen hatte. Ich kannte diesen, die Analyse, also ich hatte das alles. Das heißt, allein das wird schon mal ein bisschen dauern, sich da hinein zu begeben. Und es wird nicht— es ist nicht so, dass man die Hotelanalyse einfach jemandem abschieben kann, sondern die muss man selber machen, beziehungsweise man muss sie als Team machen. Und da kommt der nächste Punkt der Transformation, dann kommt die Premiumanalyse. Da sind wir vor Ort, da schauen wir uns das genau an und reden auch schon mal und merken, funktioniert das, funktioniert das nicht. Da muss auch ein Willen für Transformation da sein, weil ohne dass man da stark dahinter steht, funktioniert das nicht. Einfach nur, ich will irgendeiner Mode nachlaufen, das bringt es da nicht. Und dann funktioniert AI auch nicht, sondern man muss es halt wirklich ganzheitlich denken und wirklich machen. Und da nimmt man schon, beginnt man schon, die Mitarbeiter mitzunehmen. Und dann kommt die Integrationsphase, und die Integrationsphase ist noch mal eine ganz starke Lern- und Veränderungsphase. Prozesse werden anders geschult, Prozesse werden anders gemacht, Fehler passieren, man muss dann immer wieder Schleifen drehen. Das ist, das ist leider so, das ist normal, das ist in der IT so.
- 46:02 Katharina Beatriz Varga
Das ist aber auch, wenn man mit Menschen arbeitet, leider, das ist zum Glück so, weil sonst würde man ja das auch nicht finden.
- 46:09 Martin Kemmer
Also das ist das auch wieder richtig. Und Lernen funktioniert darüber, über Wiederholungen. Und je mehr man das wiederholt hat, und erst wenn diese Integrationsphase abgeschlossen ist, dann gehen wir zur Maximierungsphase über. Und dann fängt an, das System wirklich zu bitzeln und zu laufen. Und dann sieht man auch die ersten Quick Wins und später dann halt die stark wachsenden und kontinuierlichen Errungenschaften, die man über diesen Transformationsschmerz sich erarbeitet hat. Und zum Teil ist es auch schmerzhaft, weil man gewohnte alte Zöpfe— du hast es vorhin so schön gesagt, du hast diesen Spruch, das haben wir schon immer so gemacht. Genau das ist es. Da ist ganz viel, da haben wir schon immer so gemacht, das geht jetzt weg. Das muss man jetzt dann anders machen. Ja, es ist optimierter, es ist einfacher. Und viele sagen, ja, es ist aber auch schöner, weil man die Zeit ganz anders verwendet, wenn man dann zurückschaut und sagt, meine Güte, wie viel Zeit habe ich dafür verbraucht? Das ist so, wie als würde man sich den Laptop anschauen, den man irgendwann mal seiner Oma gegeben hat, und sagen, der alte Laptop, der war ja noch richtig gut. Und dann fährt er einmal hoch und denkt sich, wie konnte ich jemals mit so einem Gerät arbeiten? Vielleicht verstehen das nicht alle, aber ITler wissen genau, was ich meine und wie langsam die Dinger sind.
- 47:23 Katharina Beatriz Varga
Also wir beschäftigen uns ja auch viel mit dem Thema Sicherheit. Wir sind ja mehr auf der OT-Seite als auf der IT-Seite. Aber wie sieht's denn aus mit der Sicherheit? Also Hacker, Secure, das ist ja auch ein richtig großes Thema, auch was Hotels betrifft. Das kann ja wirklich den Umsatz von einem Moment auf den anderen komplett auf null fahren.
- 47:45 Martin Kemmer
Die Hotelbranche ist eine der angegriffensten Branchen die es gibt im Netz. Und wir haben da eine multiple Strategie darauf, um mit solchen Bedrohungslagen umzugehen. Wir haben regelmäßige Penetrationstests, wo wir uns selber angreifen, wo die Systeme selber angreifen, und die sind von unserer IT sehr clever gestaltet. Und von den Mitarbeitern bis zum Management ist, glaube ich, jeder schon mal in irgendeine Sache hineingelaufen, waren zum Glück Honeypots, die absolut harmlos waren. Honeypots ist das zweite Sicherheitssystem. Nicht alles, was bei uns so schön aussieht, sollte man unbedingt reintreten. Dies ist nicht geplant.
- 48:30 Katharina Beatriz Varga
Insofern, die Frage ist ja auch nicht, ob man gehackt wird, sondern wann.
- 48:33 Martin Kemmer
Das war für die Hacker gedacht. Also es sieht manche Sachen, sogenannte Honeypots, sehen halt sehr, sehr attraktiv aus. Und dann sehen wir schon, was passiert, weil wir unsere Pappenheimer ja ein bisschen kennen und wissen, dass da viel Social Engineering drin ist. Und insofern lasst uns das mal testen. Und last but not least, ich habe es vorhin gesagt, jeder Mitarbeiter hat sein Handy. Das heißt, ohne MFA, ohne Schlüssel geht gar nichts. Das heißt, ich kann mich in kein System einwählen, wenn ich nicht meine biometrischen Daten und mein Handy dabei habe. Das heißt, ich habe ein sehr, sehr starkes Schlüssel-Schloss-Prinzip. Und ich habe gerade schon das Dritte erwähnt: Sensible Systeme sind sogar mit einer Dreifach-Authentifizierung gesichert. Größtes Problem ist sicherlich auch der der dahinter steht. Und leider nein, es wird keine absolute Sicherheit geben, das gibt es in der IT-Welt nicht. Und es ist immer ein Arms Race mit denjenigen, die einem schaden wollen. Und da kann man versuchen, das Möglichste zu machen und mit den Teams im Internet zusammenzuarbeiten, aber man muss ständig auf der Hut sein und seine eigenen Systeme ständig überprüfen und verbessern und auch die Wachsamkeit bei den Mitarbeitern Daniela, wie empfindest du denn das mit diesen ganzen Tests, die wir machen? Ich weiß, das ist ja manchmal ein bisschen—
- 49:54 Daniela Schade
Also die Tests sind mega, ich muss dazu sagen, und den Schuh ziehe ich mir auch an. Ich bin selber einmal in diesen Topf da reingelaufen und habe da—
- 50:02 Katharina Beatriz Varga
Ich bin bei unseren Tests auch schon reingefallen.
- 50:04 Daniela Schade
Und das sieht man daran, ich bin wirklich schon sehr vorsichtig und trotzdem ist es mir neulich erst passiert, wo dann unsere IT gesagt hat, jetzt darfst du mal eine Schulung machen. Wunderbar. Das ist ja genau der Hintergrund dann zu sagen, oh, okay, also Anscheinend ist das noch nicht so sensibilisiert und genauso muss es laufen und das funktioniert ganz gut. Und ich glaube, durch die Wiederholungen bekommst du es auch rein und wir sehen es ja auch, wie viel dann die Mitarbeiter machen und beziehungsweise wie das passiert. Und nach jeder Schulung siehst du auch die Verbesserung immer wieder. Also es ist einfach dieses regelmäßige Schulen muss sein.
- 50:41 Martin Kemmer
Das Schulen und das Offensein. Also bei uns gibt es von der IT immer eine Hotline und das ist keine, du hast was falsch gemacht Hotline. Hotline, sondern irgendwie, wie können wir dir helfen? Weil das Wichtigste ist, dass wir unsere Experten dann dazuholen, um dort im Sicherheit Datenschutz Sicherheitssysteme zu machen und das aufzubauen. Und das Schlimmste ist, wenn die Leute nicht, nicht darüber reden. Sie sollen die Fehler nicht löschen, sondern wir nehmen das Handy so, wie es ist, wir schauen es uns an, wir schauen an, was für Trojaner drauf sind, wir schauen uns das an und wir überlegen, was können wir damit machen und mit welchen spezialisierten Teams kann man zusammen sollte man natürlich auch zusammenarbeiten, um solche Sachen zu lösen. Weil auf der anderen Seite sitzen ja kriminelle Organisationen und denen muss man nichts schenken. Und ich denke, da sollte man durchaus ab und zu mal hinschauen und sagen, hier, nein, bitte nicht.
- 51:34 Ronald M. Arndt
Ja, jetzt wollt ihr natürlich nein Dots nicht für euch behalten, das habt ihr lange genug gemacht und nicht zuletzt bei Hey Lou, sondern natürlich auch einer breiten Masse.
- 51:44 Martin Kemmer
Da muss ich ja der Daniela den Dank aussprechen. Wir haben das Ganze, ich wollte es ja damals schon bauen, aber Daniela hat gemeint, oh meine ist ja ein Rohdiamant, der muss mal geschliffen werden, der muss der Hotellerie zureden. Und wenn man sich dann damit beschäftigt hat, dann also noch mal danke dafür, dass du das gesagt hast, Daniela. Und wenn man dann diesen, diesen Rohdiamanten schleift und merkt, das ist eine Lösung für die Hotellerie von heute, dann ist das eine Sache. Und ich meine, wir haben auf der Webseite ja unseren ROI-Rechner, Return on Investment, mit allen Kosten und allem drin. Daran kann man mal rumspielen mit seinem Haus und sagen, okay, Hier, ich investiere etwas, aber ich bekomme ja umso mehr über die Jahre hinweg zurück. Und auch das noch mal ganz klar und transparent. Und jetzt, Daniela, vielleicht, da muss ich jetzt den Ball wirklich ganz gerne an dich spielen. Nicht nur, weil du da diejenige bist, die diesen Diamanten schleifen wollte und ihn glänzend gemacht hast, sondern auch, weil er ist ja einfach geworden. Ist nicht ganz so einfach geworden, wie du es dir gewünscht hast, aber wir haben dran gearbeitet, dass es so einfach wie möglich ist.
- 52:48 Daniela Schade
Vielleicht sagst du einfach mal. Nein, da gibt es glaube ich nicht viel dazu zu sagen. Wir sind wahnsinnig froh, um auf deine Frage zu kommen. Wir sind wahnsinnig froh, dass wir wirklich jetzt das gesamte Konzept auf den Boden gebracht haben. Das war uns ganz wichtig, dass es pragmatisch ist, dass es einfach ist, also einfach zumindest mal zum Verstehen, was wir tun. In der Umsetzung haben wir es ja gerade besprochen, denn Transformation ist und bleibt schwierig und komplex, gar keine Frage. Aber es ist eine Lösung für die Individualhoteliers und wir, wir sind uns ganz sicher, dass wir damit einen Markt haben. Du hast gerade erzählt, die Massen. Wir sind jetzt auch gar nicht im Moment darauf aus, weil wir sagen, wir wollen langsam wachsen. Also dieses Thema Klasse statt Masse, weil wir auch sagen, wir wollen lernen mit den Fällen, die jetzt kommen, und dann sukzessive das Thema wirklich ausbauen. Deswegen, ja, wir freuen uns natürlich total, dass es losgeht.
- 53:51 Martin Kemmer
Ja, okay. Also als Franchisenehmer habe ich häufig versucht zu verhandeln: Gib mir ein Cap, so viel ist es. Ich habe es bei keiner Marke geschafft. Bei Marriott wollte ich den Cap von 10% einziehen, das ging nicht, angeblich sei es da drunter. Dann war es 12%, angeblich sei es da drunter, auch das geht nicht. Dann kommen die ganzen Schulungen dazu, dann kommt das, das, das. Du konntest die Kosten nie abschätzen. Und dann, Daniela, haben wir gemeinsam uns hingesetzt und haben einen Preis pro Zimmer relativ einfach ausgerechnet.
- 54:22 Daniela Schade
Also ich wollte wollte ja von vornherein erst aus der Konzernhotellerie kommend, Martin hat es gerade gesagt, Franchise-Systeme sind, und das meine ich gar nicht despektierlich, die sind enorm komplex, weil du ganz viele Zusatzkosten hast. Das kommt, dass du siehst zwar deine Franchise-Gebühr, aber dann kommt noch eine Distribution Fee, dann kommt noch eine Marketing Fee, dann kommt noch dies, dann kommt noch jenes und so weiter. Und ich habe zu Martin gesagt, Martin, ich möchte, dass wir ein Bierdeckelkonzept machen. Ich nehme jetzt mal unseren aktuellen Bundeskanzler, der mal, glaube ich, irgendwann gesagt hat, eine Steuererklärung muss auf einen Bierdeckel passen. Und damit habe ich den Martin ziemlich genervt, weil ich gesagt habe, ich möchte, dass wir was ganz Einfaches haben für den Hotelier, dass er ausrechnen kann, dass er ganz schnell ausrechnen kann, was kostet mich das ganze Thema. Und so kamen wir sehr, sehr schnell auf dieses Thema, ein fixer Preis pro Zimmer pro Monat. Das ist sehr, sehr transparent, das kann man sehr, sehr schnell nachvollziehen. Man sieht sehr schnell, was kosten mich die Basismodule, was kostet mich die optionalen Module. Das Einzige, wo wir was anderes machen, ist HR, also Human Resources. Da ist es ein Fixpreis pro Mitarbeiter pro Monat, aber es ist auch wirklich da einfach zu rechnen. Und du kannst wirklich in dem Moment als Hotelier sagen, das und das und das sind meine Kosten, und dann kann ich meine Investitionskraft dagegenstellen und kann sagen, über einen 5-Jahresplan, was mache ich zum ersten Schritt, das sind die Basismodule, und dann hole ich ich mir Modul XY und Z dazu. Also das war wichtig, diese Transparenz und dieses auf Augenhöhe mit unserer Zielgruppe.
- 56:03 Martin Kemmer
Also da komplexe Probleme brauchen einfache Lösungen, und 9dots bietet genau diese einfache Lösung, zwar nicht nur im Produkt, sondern auch in der Preisfindung. Ich rechne mir ganz genau aus, Preis pro Zimmer, und weiß, was ich für Kosten habe. Sonst würde ein ROI-Rechner ja auch nicht funktionieren, weil er ja immer von Annahmen ausgeht, und das ist bei uns nicht der Fall, sondern man hat die fixen Preise. Und wenn man doch etwas individuell braucht, dann gibt es noch ein Creditsystem, dass man sich das noch dazu kaufen kann, wenn man einen Experten dazu buchen möchte. Aber dann hat man die ganze Auswahlsache nicht mehr notwendigerweise, sondern weiß, das funktioniert. Aber das ist halt wirklich nur etwas, wir denken, das wird gar nicht notwendig sein. Aber ich kenne auch die Hotellerie, ich kenne meine Kollegen, und es gibt sicherlich den ein oder anderen Sonderwunsch. Also auch da muss man die Individualisierung auch zulassen, und das geht dann über Credits. Aber alles andere ist Preis pro Zimmer fix Monat und das war's.
- 56:57 Ronald M. Arndt
Fertig.
- 56:58 Katharina Beatriz Varga
Ich sehe das schon bei dem Produkt. Das wird wie bei so ganz begehrten Konzerttickets sein, dass die Leute schon am Abend vorher zelten, bevor sie verkauft werden.
- 57:06 Daniela Schade
Das hoffen wir.
- 57:08 Katharina Beatriz Varga
Ich sehe schon die Schlangen in den Zelten.
- 57:11 Martin Kemmer
Ich weiß nicht, ob die Hoteliers zelten oder sich da doch in ihren Produkten wohlfühlen. Insofern sollten sie sich da— Symbolisch bin ich. Ich weiß absolut, was du meinst. Das ist eine wunderschöne Vorstellung. Wenn ich ich mir das überlege, und Daniela hat es auch gesagt, wir wollen auf Qualität setzen, nicht auf Quantität. Das heißt, wir gucken uns auch nicht nur, ist das ein Partner, passen wir zu dem, passt der zu uns. Ich glaube, das ist immer eine Gemeinsamkeit, und das darf nie verloren gehen, gerade wenn wir über Transformationsprozesse reden. Wenn man später im Maximierungsprozess ist, dann ist das nicht mehr so notwendig, aber gerade in der Transformation, eine Transformation ohne Begleitung geht nicht. Und ich sage, meine IT sagt mir das immer, Martin, können wir dieses Produkt nicht einfach kaufen? Das wäre so viel viel einfacher. Ja, das gab es nur leider nicht, deswegen mussten wir es bauen, deswegen haben wir es gemacht.
- 58:00 Ronald M. Arndt
Genau, und die, die Pain Points, die gerade privat geführte Hotels haben, individuelle, sind allseits bekannt, die werden hoch und runter diskutiert. Umso schöner, dass es da jetzt eine Lösung für gibt, eine ganzheitliche, einen ganzheitlichen Ansatz mit dem Hintergrund von euch. Und ja, da sagen wir einmal mehr herzlichen Glückwunsch zu einem Jahr Hey Lou, und aber auch herzlichen Glückwunsch zur Geburtsstunde jetzt von Nine Dots und wir freuen uns, hier dabei gewesen zu sein.
- 58:29 Katharina Beatriz Varga
Große Ehre, vielen Dank.
- 58:31 Martin Kemmer
Super, und wenn wir vielleicht den ein oder anderen Kunden dann haben, können wir mit denen ja eine Success Story mal mit euch machen, weil ich würde gerne auch die andere Seite auf dem Podcast sehen.
- 58:39 Katharina Beatriz Varga
Das ist eine gute Idee.
- 58:40 Ronald M. Arndt
Das machen wir.
- 58:41 Katharina Beatriz Varga
Eine Success Story mit den ersten 3 Kunden zum Beispiel.
- 58:45 Ronald M. Arndt
Dann nicht Karlsruhe, nicht Berlin, sondern beim Kunden. Mal schauen, wo er sein wird.
- 58:49 Katharina Beatriz Varga
New York, Mailand, Paris.
- 58:51 Martin Kemmer
Ah, ich merke schon.
- 58:53 Ronald M. Arndt
Du bist reiselustig, Katharina.
- 58:55 Martin Kemmer
Sollte man für einen Hotel-Podcast auch sein, oder?
- 58:58 Daniela Schade
Auch ein Dank an euch. Und ja, ihr seid ja sozusagen mit der Story jetzt auch ganz, ganz, ganz, ganz, ganz frisch draußen.
- 59:06 Ronald M. Arndt
Es kribbelt.
- 59:07 Daniela Schade
Es kribbelt bei uns auch. Wir sind bereit und freuen uns drauf.
- 59:12 Katharina Beatriz Varga
Wie du so schön gesagt hast, Martin, es bitzelt. Schreibt man mit TS, ne?
- 59:16 Martin Kemmer
Ja, es bitzelt. Du hast meinen Scherz verstanden. Wenige verstehen den. Danke.
- 59:24 Ronald M. Arndt
Danke, alles Gute.