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Germany · Episode #149 · 07.06.2025 · 36 Min

Johannes Kunze, MEININGER Hotels

Johannes KunzeMEININGER Hotels · Hamburg
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Aufgenommen: MEININGER Hamburg City Center, Hamburg

Standbild aus der Episode mit Johannes Kunze Germany36 Min

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„Das ist auch unser Ziel, dass man so wenig wie möglich den Unterschied macht, so wenig wie möglich erkennt, hier ist jemand anders.“

Johannes Kunze, 13:58

Johannes Kunze leitet das MEININGER Hotel in Hamburg und beschäftigt Menschen mit Behinderung im normalen Hotelbetrieb. Er erzählt, wie er über die Hamburger Arbeitsassistenz gestartet ist, warum der Einstieg über Praktika läuft und wie Aufgaben auf die Stärken der einzelnen Person zugeschnitten werden. Sein Anspruch: Niemand läuft mit einem Inklusionsstempel herum, und beim Check-in fällt kein Unterschied auf.

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Kernaussagen

  1. Kein Inklusionsstempel: Kunze will, dass der Unterschied im Betrieb so wenig wie möglich auffällt. Ronald erkannte beim Check-in nicht, wer von den Mitarbeitenden über das Inklusionsprojekt im Team ist.
  2. Partner suchen, dann starten: Den Partner, die Hamburger Arbeitsassistenz, lernte er auf einer Messe auf St. Pauli kennen. Sein Rat an die Branche: erst einen Partner suchen, dann machen statt in der Theorie bleiben.
  3. Aufgaben nach Stärken: Statt fester Job Description schneidet das Haus die Aufgaben auf die einzelne Person zu, Kunze nennt es Job-Carving. Bei der ersten Kandidatin passte das Arbeitstempo zum ersten Aufgabenbereich nicht, also bauten sie eine andere Position auf. Sie arbeitet seit über fünf Jahren dort.
  4. Einstieg über Praktika: Begonnen wurde mit Praktika, um auszuprobieren, welche Aufgaben passen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme arbeiten drei Menschen aus dem Projekt im Haus, eine weitere Abteilung ist im Blick.
  5. Preis fürs Team: Für die Arbeit gab es einen Inklusionspreis im Rathaus, überraschend für Kunze. Danach kamen Anfragen nach Kooperationen, und das Thema zog auch an anderen MEININGER Standorten an.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Johannes Kunze represents not only MEININGER Hotels in Hamburg but also lived inclusion in the hospitality industry.

How does he manage to create an environment where inclusion is no longer something special — but simply normal?

His personal life story plays an important role in this. But even without prior personal experience, much can be achieved — provided you have a strong partner by your side.

For Johannes, that partner is Hamburger Arbeitsassistenz, with whom he has been successfully collaborating for years.

One thing remains crucial: You have to take the first step yourself. Find the right partner. And then stay open to new things. Because the right role in the team can be found for every person — if only you are willing to look.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen36 Min · Ronald M. Arndt und Johannes Kunze

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:00
    Ronald M. Arndt

    Ja, meine Reise geht weiter mit den MEININGER Hotels. Zuletzt war ich bei der Daniela in Berlin und heute bei dir, Johannes, in Hamburg.

  2. 00:09
    Johannes Kunze

    Ja, schön, dass du da bist.

  3. 00:10
    Ronald M. Arndt

    Und wie ich schon erfahren habe, bist du Hamburger.

  4. 00:13
    Johannes Kunze

    Ja, ganz genau. Also hier geboren, aufgewachsen und zwischendurch mal weg und wieder zurückgekommen, weil es einfach die schönste Stadt ist.

  5. 00:21
    Ronald M. Arndt

    Ja, dieses Wegsein ist ja typisch für die Hotellerie, aber auch so ein bisschen typisch für Hamburg. Wenn man hier rausschaut aus eurem Hotel, dann hat man gleich einen Blick auf den Hafen, auf die Elphi. Ist da nicht manchmal auch Sehnsucht da wieder nach weg?

  6. 00:35
    Johannes Kunze

    Ja, immer wieder mal. Also ich reise unheimlich gerne durch die Welt und habe aber auch schon viel in den letzten Jahren gesehen, dass ich jetzt mittlerweile sagen kann, okay, Reisen schön, aber Hamburg ist mein Zuhause und das ist einfach am Wasser, wie du schon gesagt hast. Wir sitzen hier im 6. Stock gerade, gucken auf die Elbphilharmonie und auf die tanzenden Türme. Das ist einfach Heimat.

  7. 01:02
    Ronald M. Arndt

    Ja, Daniela hat ja in der letzten Episode gemeint, sie hat, glaube ich, eine Ausbildung angefangen im Hotel, hat da dann die Gründer von MEININGER kennengelernt, also einen der Gründer, der eben auch da gejobbt hatte, dann später sie auf die Gründung angesprochen hatte. Wie war dein Einstieg in die Hotellerie erstmal? Nicht direkt MEININGER, aber—

  8. 01:23
    Johannes Kunze

    Ja, zu, genau, zu MEININGER muss ich unbedingt auch was sagen. Ich bin auch sehr witziger, sehr witzig zu MEININGER gekommen, aber mein Einstieg war Ja, ich bin schon relativ früh, 14, 15, habe ich angefangen, in der Gastronomie überall alles Mögliche zu jobben, beim Popcorn-Pop durchs HSV-Stadion zu laufen.

  9. 01:41
    Ronald M. Arndt

    Endlich habt ihr es geschafft, ja, Aufstieg, erste Liga.

  10. 01:46
    Johannes Kunze

    Und bin dann tatsächlich erstmal ins Ausland gegangen nach der Schule. Habe da ein Jahr in London gewohnt, bin dann wieder zurück, weil ich meinen Zivildienst machen musste. Und dann habe ich gedacht, wenn ich schon mal in Deutschland wieder bin, machst du auch eine Ausbildung hinterher, bevor du vielleicht wieder nach England zurückgehst, weil mir das da super gefallen hat.

  11. 02:11
    Ronald M. Arndt

    Ja.

  12. 02:12
    Johannes Kunze

    Und dann bin ich, ja, habe mich bei vielen beworben, wurde auch, ja, konnte es mir quasi aussuchen, wo ich hingehe, bin dann nach München gegangen und habe da meine Meine Ausbildung dann auch zum Hotelfachmann, ganz klassisch angefangen.

  13. 02:28
    Ronald M. Arndt

    Und jetzt hast du gerade schon gesagt, MEININGER war dann lustig irgendwann. Genau, auch schon, liegt auch schon lange zurück, muss man sagen.

  14. 02:35
    Johannes Kunze

    Ja, genau, 2009. Ich hatte gerade eine Auszeit genommen von der Hotellerie, war in Italien als Kinderbetreuer witzigerweise tätig, auch über die ITW dazugekommen, und Das war in der Toskana, und da habe ich eins von den Kindern von einem der 3 Gründer betreut. Genau, und mittlerweile Fußballprofi bei Hertha BSC, der junge Mann.

  15. 03:03
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  16. 03:04
    Johannes Kunze

    Und ja, da wurde ich gefragt, ob ich nicht vielleicht für MEININGER arbeiten möchte, und dann habe ich gesagt, ja, ich habe jetzt nach der Zeit als Kinderbetreuer, das war nur saisonal, noch nichts vor. Warum nicht? Gehst ins nächste Abenteuer und stand dann ein paar Monate später in Wien.

  17. 03:22
    Ronald M. Arndt

    Bei MEININGER in Wien?

  18. 03:23
    Johannes Kunze

    Bei MEININGER in Wien, genau. Ich hatte hier ein kleines Kennenlernen in Hamburg, Kennenlerngespräch 2009, und hat mir sofort gefallen.

  19. 03:31
    Ronald M. Arndt

    Erinnerst du dich noch, was so ein bisschen die Faszination damals für dich ausgemacht hat, als du von MEININGER gehört hast?

  20. 03:37
    Johannes Kunze

    Ja, ich kannte MEININGER vorher gar nicht, aber als ich mir das dann angeguckt hatte, dass es einfach zu mir passt. Also ich hatte wirklich jede Sternekategorie im Hotel durch, und dieses Ja, dieses Miteinanderwachsen. Man kann sich selber ausleben, man kann eigene Ideen mit einbringen. Das hat mich total fasziniert an MEININGER, also dieses gemeinsam Wachsen und so flexibel, locker, ja, im Prinzip wie so eine Family.

  21. 04:08
    Ronald M. Arndt

    Dann bist du nach Hamburg irgendwann zurückgekommen, deine Heimatstadt. Hier jetzt in Altona, Hamburg, das City Center Hotel von MEININGER. Gab es das damals schon oder kam es erst später dazu?

  22. 04:22
    Johannes Kunze

    Nee, es gab es tatsächlich damals schon. Wir sind jetzt seit letztem Jahr 15 geworden hier in Hamburg. Ist auch eine lustige Geschichte. Ich habe immer darauf gehofft, dass irgendwann in Hamburg mal eine Stelle frei wird als Hotelmanager und bin ja im Prinzip 2013 wieder zurück nach Hamburg gezogen aus familiären Gründen, habe da ein bisschen Und dann kam irgendwann der Anruf, weil ich wollte eigentlich ja mich komplett neu orientieren und wollte ein Studium anfangen zum Lehrer, also auf Lehramt, Berufsschullehrer am liebsten.

  23. 05:03
    Ronald M. Arndt

    Dir scheint es die jungen Leute angetan zu haben. Also, gehören ja auch zum MEININGER-Konzept. Aber damals Toskana, Kinder betreuen, Lehrer, okay.

  24. 05:12
    Johannes Kunze

    Also es passt irgendwie alles. Und dann wollte ich eigentlich nur ein Zeugnis anfordern, weil ich das noch brauchte für die Vollständigkeit, das ich damals in Wien irgendwie vergessen hatte, wie auch immer, von MEININGER zu bekommen. Und dann hat mich Markus Pettinger, unser Regionaldirektor, gefragt, ob ich nicht statt einem Zeugnis zurück zu MEININGER möchte, weil gerade eine Stelle frei wird. Und das, ja, man kann es Zufall oder Schicksal nennen, perfekt gepasst. Und dann war ich wieder hier seit 2019.

  25. 05:43
    Ronald M. Arndt

    Jetzt kenne ich ja schon das ein oder andere MEININGER Hotel. Es kommen noch ein paar dazu dieses Jahr, so viel sei schon gesagt. Aber auch hier, ich meine, ihr habt auch wieder den MEININGER Stil komplett durchgezogen.

  26. 05:57
    Johannes Kunze

    Ja, ja, auf jeden Fall.

  27. 06:00
    Ronald M. Arndt

    Sitzen hier in einem sehr, sehr geräumigen Zimmer, einmal mehr 6. Etage, mit dem Bett hier für die Eltern, in der, mit der Skyline vom Hafen im Hintergrund am Kopfteil, und natürlich ein schönes Stockbett für die Kinder. Also 4-Bettzimmer, ne?

  28. 06:17
    Johannes Kunze

    Ja, 4 plus 1.

  29. 06:19
    Ronald M. Arndt

    4 plus 1, okay, stimmt. Das ist ja einfach auch MEININGER-typisch.

  30. 06:26
    Johannes Kunze

    Ja, ja.

  31. 06:26
    Ronald M. Arndt

    Kategorien.

  32. 06:27
    Johannes Kunze

    Auf jeden Fall. Und wir hier in Hamburg haben tatsächlich auch eine, ja, eine der größten oder vielfältigsten Bettenstrukturen. Wir haben von Einzel- bis 8-Bettzimmer alles mit dabei.

  33. 06:40
    Ronald M. Arndt

    Also, und es zeigt sich auch unten im Frühstücksraum wieder, ne, da hat man eine ganz große Tafel, aber auch den Zweiertisch. Und was ich gestern Abend beim Check-in natürlich auch wieder einfach gemerkt habe, und das ist einfach so ein bisschen die Wahrnehmung, man fühlt sich einfach, einfach willkommen. Ja, wenn man ankommt. Du bist seit 2019 dann hier, ne? Hat sich das Haus über die Zeit verändert? Also ich glaube, so Renovierungsarbeiten habt ihr auch erst vor nicht allzu langer Zeit wahrscheinlich vollzogen, ne?

  34. 07:11
    Johannes Kunze

    Ja, genau. Also tatsächlich hat sich sehr, sehr viel verändert, seit ich da bin. Jetzt nicht unbedingt wegen mir, aber im ganzen Team. Also natürlich, das Team ist das absolute Herzstück hier und deswegen, ja, man merkt es, wie du schon sagst, beim Check-in hoffentlich, dass man sich hier wohlfühlen kann, dass man auch willkommen ist. Wir haben von kleinen Renovierungsarbeiten in den Zimmern, die waren eigentlich 2019 so abgeschlossen schon, haben wir dann so viele Kleinigkeiten umgesetzt. Ja, einmal unten die Lobby sieht jetzt, das haben wir letztes Jahr tatsächlich gemacht, sieht jetzt eher aus wie Boutique-Hotel-Style. Und da haben wir dieses Mauern, Mauerwerk, was auch so ein bisschen typisch für zum Beispiel die Speicherstadt ist, mit reingebracht. Und auch der Hafen-Style ist mit dabei. Ich würde schon sagen, hat sich sehr viel verändert und sehr viel entwickelt zusammen mit dem Team, mit der ganzen Abteilung aus unserer Zentrale auch. Ja, ich bin mega stolz drauf.

  35. 08:14
    Ronald M. Arndt

    Team hast du angesprochen, das macht natürlich am Ende den Unterschied. War für dich immer schon einfach wichtig, ne?

  36. 08:20
    Johannes Kunze

    Ja, definitiv. Ich komme aus einer großen Familie, das heißt ja, auch da muss man Rücksicht aufeinander nehmen und miteinander zurechtkommen. Hier in Hamburg Das Team entwickelt sich ja ständig. Also als ich ankam, gab es natürlich auch für mich erstmal, ich muss reinkommen, ich muss das Team kennenlernen, und hat sich dann alles miteinander entwickelt. Man ist zusammengewachsen, hat viele Sachen neu mit reingebracht und ist das Herzstück, ohne das es gar nicht möglich wäre.

  37. 08:59
    Ronald M. Arndt

    Jetzt haben wir heute auch nochmal hier ein Wir haben uns einen Schwerpunkt vorgenommen in der Episode, denn ich weiß nicht, ob das überall bei MEININGER der Fall ist, aber du setzt dich da insbesondere für das Thema Inklusion ein.

  38. 09:10
    Johannes Kunze

    Ja.

  39. 09:11
    Ronald M. Arndt

    Wie gestaltet sich das bei euch im Team?

  40. 09:14
    Johannes Kunze

    Genau, also ist für mich tatsächlich eine Sache, die für mich selbstverständlich ist. Ich bin so aufgewachsen. Ich komme aus einer Familie mit Heilpädagogen. Das heißt, meine Eltern waren beide Sozialpädagogen und Lehrer für Menschen mit Behinderung. Und das heißt, für mich war früh— wir sind auch in einem Heim quasi aufgewachsen, also in einer anderen separaten Etage. Aber das heißt, ich hatte die Inklusion im Prinzip vor der Haustür oder mit im eigenen Wohnhaus. Und für mich war es immer normal.

  41. 09:52
    Ronald M. Arndt

    Ja.

  42. 09:53
    Johannes Kunze

    Und genau das wollte ich auch in der Hotellerie mit einbringen, also dass es nichts Besonderes ist, dass man sich nicht auf die Flagge schreibt, wir sind inklusiv oder so, sondern es ist einfach, ja, jeder ist gleich bzw. jeder hat seine Stärken und sollte mit integriert werden ins Team. Und genau das probieren wir hier umzusetzen.

  43. 10:13
    Ronald M. Arndt

    Und das gestaltet sich wie?

  44. 10:14
    Johannes Kunze

    Natürlich, ja, der Anfang ist immer sehr, sehr schwer. Wie starte ich überhaupt mit sowas? Wie ist der Ja, im Prinzip wie beim Sport, ne, der erste Schritt.

  45. 10:28
    Ronald M. Arndt

    Oder wie bei einer Gründung, ja, weil du vorher auch wieder vom Gründer gesprochen hast, von MEININGER. Also es muss ja der Wunsch, der Wille da sein erstmal, der Impuls, und dann, wie starte ich, ja.

  46. 10:39
    Johannes Kunze

    Genau.

  47. 10:40
    Ronald M. Arndt

    Und auch der Rückhalt von der Zentrale muss ja da sein. MEININGER ist ja jetzt mittlerweile ein großes Unternehmen mit, glaube, um die 35 Standorten, ne?

  48. 10:48
    Johannes Kunze

    Ja, sogar 36.

  49. 10:50
    Ronald M. Arndt

    36.

  50. 10:53
    Johannes Kunze

    Also, es war für mich halt von Anfang an klar, und auch das wieder ein Zufall. Ich war auf einer Messe auf St. Pauli, kurz nachdem ich gekommen bin, habe da einen Partner auch schon kennengelernt, und da haben wir sofort gesehen, wir haben die gleichen Werte und wir wollen zusammen Inklusion starten. Und dann bin ich an unsere, ja, unseren Regionaldirektor Markus Pettinger wieder herangetreten und gefragt, wie sieht's aus?

  51. 11:19
    Ronald M. Arndt

    Mhm.

  52. 11:20
    Johannes Kunze

    Wir würden das gerne starten. Wir würden gerne anfangen, auch Menschen mit Behinderung bei uns im Arbeitsalltag zu integrieren. Sofort das Go bekommen, auch ja sehr, sehr viel Rückhalt aus der Zentrale, von Thomas angefangen, unserem CEO, bis zu Markus Pettinger, meinem direkten Vorgesetzten. Und dann haben wir gestartet, erst mal mit Praktika. Um zu gucken, wie können wir eigentlich Menschen auch integrieren? Weil es gibt keine besondere Job Description oder so was, sondern wirklich sehen, wie funktioniert es? Und dass keiner mit einem Inklusionsstempel rumläuft.

  53. 12:03
    Ronald M. Arndt

    Ja.

  54. 12:03
    Johannes Kunze

    Ich habe ein Namensschild, ich bin ein inklusiver Mitarbeiter. Und das wollten wir natürlich nicht. Aus dem Team sehr unterschiedliche Resonanz, also Grundtenor auf jeden Fall positiv. Aber trotzdem natürlich, ja, wenn du keine Berührungspunkte vorher vielleicht mit Menschen mit Behinderung hattest, dann ist das Thema für dich auch so ein bisschen fremd und du weißt nicht genau, wie gehe ich da ran? Wie kann ich— muss ich vielleicht den anders behandeln, besonders, oder worauf muss ich achten? Und ja, das haben wir im Team halt durch— ich sag mal, es ist wie eine Reise.

  55. 12:43
    Ronald M. Arndt

    Ja.

  56. 12:44
    Johannes Kunze

    Wir haben die Reise zusammen begonnen und dann haben wir uns da quasi reingearbeitet. Oder ja, durch Erfahrungen, neue Abenteuer haben wir gesehen, dass eigentlich jeder Mensch eine Stärke hat und auch integriert werden sollte.

  57. 12:58
    Ronald M. Arndt

    Interessant, weil die meisten haben wirklich keine Berührungspunkte mit Menschen mit Behinderungen, mit einer Benachteiligung. Wenn du dann so ein Projekt umsetzt, dann arbeitet man auf einmal mit jemandem Tag für Tag, die ganze Woche zusammen, ganz nah.

  58. 13:17
    Johannes Kunze

    Ja, und das ist wirklich was, was wunderschön ist, gerade auch, wenn man ein Team sieht, da entsteht was zusammen. Also der Respekt füreinander, die Offenheit, einfach jeden zu nehmen. Es ist auch eine andere Art von Verantwortung oder Respekt für den anderen, aber auch eine Reflexion, dass man guckt, Okay, wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um? Und da ist dann Inklusion irgendwann egal, also beziehungsweise dass jemand eine Behinderung hat. Ich weiß nicht, ob du vielleicht hier im Team gesehen hast, als du eingecheckt hast, wer von unseren Menschen, die hier arbeiten, inklusiver Mitarbeiter ist.

  59. 13:56
    Ronald M. Arndt

    Also ehrlich gesagt gestern Abend nicht.

  60. 13:58
    Johannes Kunze

    Ja, also das ist auch unser Ziel, dass man so wenig wie möglich den Unterschied macht, so wenig wie möglich erkennt, hier ist jemand anders.

  61. 14:07
    Ronald M. Arndt

    Im Gegenteil, also im Gegenteil, also gar nicht. Schön. Du hast gerade erwähnt, dass du einen Partner dann da bei der Messe auf so einem Podium kennengelernt hast. Mit dem arbeitest du bis heute zusammen, oder?

  62. 14:20
    Johannes Kunze

    Genau, das ist die Hamburger Arbeitsassistenz. Die sind auch schon seit, ich glaube, 30 Jahren oder so was auf dem Markt, also haben auch so ein bisschen Pionierarbeit in diese Richtung geleistet.

  63. 14:31
    Ronald M. Arndt

    Erstmal branchenübergreifend, ne? Und jetzt dann auf die Hotellerie runtergebrochen. Genau.

  64. 14:37
    Johannes Kunze

    Und ja, bei denen ist es halt wirklich so, die arbeiten ja sowohl mit Menschen, die eigentlich auch gar nicht vermittelbar sind oder nicht als vermittelbar gelten auf dem ersten Arbeitsmarkt, sondern eher den Stempel Werkstatt aufgedrückt bekommen und ja eigentlich gar keine andere Möglichkeit haben. Und mit denen zusammen haben wir halt geguckt, was können wir machen oder wie können wir die Menschen integrieren durch Vorgespräche, dass wir gesehen haben, Oder geguckt haben, was gibt es für Aufgaben bei uns vielleicht, und dann einfach ins Ausprobieren gegangen sind. Und da hatten wir den ersten Kandidaten oder Kandidatin, die ist jetzt auch immer noch bei uns seit über 5 Jahren. Mit der hatten wir wirklich eine Aufgabe angefangen, haben geguckt, okay, haben irgendwann festgestellt, das passt vielleicht nicht so, weil vielleicht auch die— ich will nicht sagen der Speed vom Arbeiten her.

  65. 15:32
    Ronald M. Arndt

    Ja.

  66. 15:33
    Johannes Kunze

    Hat nicht zusammengepasst mit den Arbeitsabläufen. Deswegen haben wir gesagt, wir probieren was anderes mit dir aus und haben quasi die Stärke von den Personen, also das heißt auch wirklich auf jeden Einzelnen eingehen, die Stärken filtern und ausbauen und für uns nutzen, aber dass auch der Mitarbeiter einfach zufrieden, glücklich mit seiner Arbeit ist. Und das ist einfach ja das, was einen dann auch im Endeffekt glücklich macht oder stolz macht zu sehen, hier haben wir jemanden, der ist gerne bei uns, macht seine Aufgabe gut und gerne und ist einfach ein mega wichtiger Teil des Teams.

  67. 16:10
    Ronald M. Arndt

    Bleibt es dann in der Regel bei so dieser früher mal definierten Aufgabenauswahl oder entwickelt sich das auch weiter?

  68. 16:18
    Johannes Kunze

    Es entwickelt sich auch weiter. Genau. Also es ist je nach Mitarbeiter, je nach Kandidaten auch, dass wir einfach gucken, so wie ein Job-Carving quasi. Wir gucken, was können die, was kann der, sie für Aufgaben übernehmen im Team, und dann gehen wir zusammen auf die Entdeckungstour und entwickeln quasi eine neue Position.

  69. 16:40
    Ronald M. Arndt

    Mhm.

  70. 16:40
    Johannes Kunze

    Und das haben wir mit 2 zusammen gemacht, und einen haben wir auch direkt mit an der Rezeption integriert. Das ist noch mal eine andere Art von— das ist ein Integrationsprojekt sozusagen. Also, man muss da unterscheiden zwischen verschiedenen Töpfen, auch Budget für Arbeit und Integrations- Töpfen sozusagen, und funktioniert alles ja tiptop. Selbst durch Corona sind wir gekommen und haben da gesehen, ja, in der herausfordernden Zeit, sage ich mal, dass auch da die Aufgaben quasi—

  71. 17:17
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, es ist ganz wichtig, einfach die Aufgaben so auch klar zu definieren, auf diesen einzelnen Menschen und seinen Hintergrund einfach zuzuschneiden. Und das vermeidet am Ende auch dann, sage ich mal, Reibung ab und an, weil man einfach sich nicht in Anführungszeichen im Weg steht, auf Ja, auf jeden Fall. Innerhalb des Teams.

  72. 17:35
    Johannes Kunze

    Ja, dazu muss natürlich auch der Respekt vom Team da sein, wenn wir wirklich sagen, okay, das ist jetzt hier Aufgabe von Person XY, weil das ist dann auch ganz wichtig, dass die Aufgabe wirklich auch ernst genommen wird vom Team, zu sagen, okay, das ist jetzt wirklich die Aufgabe, die die Person macht. Das ist ja Responsibility. Und gerade wenn dann jemand im Urlaub ist, Und nach 2 Wochen wiederkommt und in der Zeit doch gesehen wird, was alles dann liegen geblieben ist, dann hat man auch noch mehr diesen Respekt und diese Anerkennung, wie wertvoll jeder Mensch bei uns ist und wie wertvoll die Aufgaben sind, die wir haben oder die die Personen dann erledigen.

  73. 18:27
    Ronald M. Arndt

    Und ihr habt immer so eine relativ gleichbleibende Anzahl oder einen Schnitt, oder?

  74. 18:32
    Johannes Kunze

    Da sind wir gar nicht so wirklich festgelegt. Also momentan sind es 3 insgesamt, aber wir gucken auch gerade schon wieder in die Richtung, was können wir als Nächstes machen. Wir haben noch eine weitere Abteilung auch im Blick, wo wir uns austauschen und gucken, was könnte man vielleicht noch übernehmen. Es ist natürlich auch eine Entlastung, das muss man ganz klar sagen, für einige Aufgaben, die vielleicht auch aus dem Team— ich will nicht sagen, es klingt so ein bisschen bösartig, dass wir die abschieben möchten, eine Aufgabe, aber es sind Aufgaben, Mhm. Aufgaben, die vielleicht einfach wiederkehrend sind, die uns in anderen Dingen vielleicht aufhalten, wodurch jemand anderes einfach eine große Wertschätzung erfährt und wirklich wichtig auch zum Teil beitragen kann, seinen Teil beitragen kann.

  75. 19:19
    Ronald M. Arndt

    Ja, also MEININGER ist bekannt für Menschen. Thomas hast du vorhin schon erwähnt, Thomas Hagemann, der in der ersten Episode zu Gast war, Daniela. Für Menschen, die einfach lange auch bei MEININGER und mit MEININGER schon sind, der Markus nicht zuletzt. Das Schöne ist ja, dass dann solche Ideen, solche Projekte auch relativ schnell wahrscheinlich bei MEININGER Hotels weitergetragen werden.

  76. 19:46
    Johannes Kunze

    Ja, auf jeden Fall. Ja, und dafür bin ich auch sehr, sehr dankbar, dass das, was ich auch schon zu Beginn sagte, es wird wirklich ernst genommen. Jeder wird auch ernst genommen.

  77. 19:56
    Ronald M. Arndt

    Weitergetragen und mitgetragen werden.

  78. 19:58
    Johannes Kunze

    Und wir wachsen zusammen.

  79. 20:00
    Ronald M. Arndt

    Genau.

  80. 20:01
    Johannes Kunze

    Und Ideen werden gehört, und wenn sie gut sind, werden sie mit umgesetzt und eingebaut. Ja, was einfach erfrischend begeisternd ist.

  81. 20:11
    Ronald M. Arndt

    Aber es braucht, oder es wäre einfach ratsam, auch so ein bisschen als Tipp, sage ich mal, an die Branche, einfach mit so einem großen Partner zusammenzuarbeiten, der einfach die Zugänge, die Expertise drin hat, ne?

  82. 20:23
    Johannes Kunze

    Ja, auf jeden Fall. Also ich glaube, daran scheitert es auch manchmal.

  83. 20:26
    Ronald M. Arndt

    Bürokratisch und so, das wird sicherlich nicht nur einfach sein.

  84. 20:29
    Johannes Kunze

    Ja, nee, da sind schon so ein paar Hürden, glaube ich, gesetzt, und ich glaube, daran scheitert es auch manchmal. Dass man diesen ersten Schritt, ja, wie gesagt, wie beim Sport, den ersten Schritt muss man machen. Was möchte ich eigentlich überhaupt?

  85. 20:43
    Ronald M. Arndt

    Ja.

  86. 20:44
    Johannes Kunze

    Oder für dieses Thema interessieren und dann einen Partner suchen. Es gibt so viele Partner, also die EAA, eine Organisation, die ist in jeder Stadt in Deutschland präsent mit verschiedenen Partnern, die man dann auch kontaktieren kann, dass man sich jemanden sucht, Für den Aufbau und dann einfach drauf einlassen, nicht irgendwie stigmatisieren oder so was, sondern einfach offen sein, bereit sein, auf eine neue Reise zu gehen und dann ja nicht in Theorie verstricken, sondern einfach machen. Und dann läuft das Ganze.

  87. 21:20
    Ronald M. Arndt

    Gab es denn so einen Moment, wo du wirklich schon einen dieser Mitarbeiter auch gesehen hast, die fühlt sich jetzt richtig wohl, die ist einfach nur glücklich, hier bei MEININGER jetzt auch tätig zu sein? Und nicht in der Werkstatt nur in Anführungszeichen arbeiten zu müssen?

  88. 21:34
    Johannes Kunze

    Ja, tatsächlich. Es gibt ja mit 2 Mitarbeiterinnen, gibt es tatsächlich sehr, sehr schöne Momente, wo ich wirklich auch gedacht habe, okay, das ist genau das Richtige, was wir hier machen. Und wir haben das geschafft, Inklusion zu leben und nicht einfach nur jemanden einzustellen. Wir haben eine, die— also wir haben so eine kleine Tradition im Team, sage ich mal, dass es, wenn jemand Geburtstag hat und da ist, dass es dann einen Kuchen gibt und wir zusammen anstoßen und denjenigen feiern. Und eine Mitarbeiterin kam dann an und sagte, Johannes, wenn ihr den Dienstplan schreibt, könnt ihr bitte dafür sorgen, ich habe in 2 Wochen Geburtstag, dass ihr nicht vergesst, dass ich an dem Tag dann arbeite, weil ich möchte gerne diesen Kuchen und die Feier zusammen haben. Und das hat mich einfach so berührt, weil ich gesehen habe, okay, Die scheint sich wirklich so einfach wohlzufühlen. Also wirklich, das ist ja eine Sache, die sagt man nicht einfach nur so, sondern das ist, wow, das macht Spaß.

  89. 22:36
    Ronald M. Arndt

    Du hast gerade gesagt, 2 Beispiele.

  90. 22:39
    Johannes Kunze

    Hast du noch eins? Genau. Und bei der anderen Person ist es auch, wir führen ja regelmäßige Feedbackgespräche und auch wegen den Praktika. Und da gab es Habe ich sehr viel Positives einfach sagen müssen, weil es einfach auch so war, dass die Person in ihrem Bereich halt einfach eine sehr gute Arbeit gemacht hat und wir gesehen haben, okay, hey, hier ist jemand einfach wertvoll. Und die hat gesagt, wow, das hat sie noch nie vorher gehört in ihrer Werkstatt oder bei, wo auch immer sie Regale eingeräumt hat, dass man wertgeschätzt wird und dass jemand zufrieden ist mit der Arbeit. Ja, einfach, dass man sich wohlfühlen kann und respektiert wird für das, was man ist.

  91. 23:25
    Ronald M. Arndt

    Ich glaube, die Hotellerie ist da eine sehr dankbare Branche einfach auch, ne? Man sagt ja generell über die Hotellerie, dass man einfach, dass sie auch Karrieren ermöglicht. Man kann relativ schnell ins Ausland Erfahrungen machen, die man so, wenn man nicht irgendwie einen Hintergrund hat, eben nicht macht. Man kann, ich glaube, man ist Man kann sehr viele unterschiedliche Abteilungen ausprobieren in kurzer Zeit, auch Marken, Häuser, Kategorien. Und hier auch für so ein Projekt, sage ich mal, ist es einfach ein super Startpunkt, was ja nicht heißen soll, ihr wollt es ja nicht verlieren, keine Frage, aber auch ein Startpunkt einfach ins Arbeitsleben und dann vielleicht auch mal woanders noch mal reinschnuppern.

  92. 24:05
    Johannes Kunze

    Ja, auf jeden Fall. Und ich muss Also es sind auch zwei wirklich, die eigentlich als unvermittelbar galten und wo ich mir die Frage stelle, warum? Also warum probiert man einfach nicht jeden erstmal überhaupt, wenn es über ein Praktikum ist, erstmal anschauen und was ergibt sich vielleicht?

  93. 24:30
    Ronald M. Arndt

    Und ich finde es super, super spannend mit Praktikum, weil da kann man einfach so seine Tätigkeiten vorab definieren. Und dann guckt man einfach in einem kurzen Zeitraum, passt das jetzt? Ja, und jeder weiß relativ schnell, woran er ist, auch die Kollegen. Ja, genau.

  94. 24:47
    Johannes Kunze

    Ja, das ist schon eine beeindruckende Sache oder ein schöner Weg, den man dann hier zusammen mit den jeweiligen Kandidaten beschreitet quasi.

  95. 24:56
    Ronald M. Arndt

    Jetzt wurde vor nicht allzu langer Zeit eure Arbeit auch ja über einen Preis honoriert, ein Inklusionspreis, den ihr bekommen habt. Vielleicht erzählst du da ein bisschen was?

  96. 25:06
    Johannes Kunze

    Ja, war sehr, sehr überraschend, muss ich ganz ehrlich gestehen. Also wir haben damit nicht gerechnet, im Rathaus zu sein und dann plötzlich zu hören, also Sie haben eine Laudatio quasi über das Unternehmen oder über die Arbeit. Und als es schon so anfing, dass es für uns eigentlich, ja, für den nächsten Kandidaten ist es was Normales, da habe ich schon gedacht, oha. Da könnte es uns treffen. Aha. Das ist zum einen natürlich für uns eine Anerkennung. Ich finde es vor allem fürs Team eine super, super schöne Anerkennung, einfach zu sehen, wie offen der Umgang miteinander ist und dass das Ganze dann auch irgendwo die richtige Intention, der richtige Weg ist, auf den wir gehen, und das auch was sein kann, worauf wir stolz sein können. Und es hat sich natürlich danach auch ein bisschen was verändert. Also ja klar, in dem Moment nach der Veranstaltung kamen sehr viele und wollten Kooperationen, haben gefragt, was wir eigentlich anders machen. Wobei ich muss ganz ehrlich sagen, ich mache nichts oder wir machen nichts Besonderes. Vielleicht ist aber genau das, was es so besonders macht, dass wir es einfach als Teil unserer Kultur irgendwie auch sehen.

  97. 26:25
    Ronald M. Arndt

    Ja.

  98. 26:26
    Johannes Kunze

    Und das Ganze Thema nicht zu groß aufbauschen und sagen, wir sind also kein— ich würde jetzt mal Inklusionswashing betreiben oder so.

  99. 26:36
    Ronald M. Arndt

    Hm.

  100. 26:36
    Johannes Kunze

    Und genau, und auch MEININGER ist natürlich dann so ein bisschen, oder ist ein kleiner Ruck durch unsere Firma noch mal gegangen, würde ich sagen, das Thema auch weiter zu behandeln. Wir können jetzt auch sehen, ich bin in anderen Standorten auch mit im Gespräch mit Kooperationspartnern. In Berlin ist auch sehr viel passiert in den letzten Monaten und ich denke, dass es ein guter Weg ist, auf dem wir uns befinden.

  101. 27:04
    Ronald M. Arndt

    Und dafür sind solche Preise natürlich am Ende gut, weil die einfach dann doch auch das Team und die Idee dahinter, die ihr habt, wertschätzen und die Geschichte nach außen tragen.

  102. 27:16
    Johannes Kunze

    Ja, für mich persönlich war es, muss ich sagen, einfach nur, mir ging es gar nicht um den Preis, sondern weil den Preis haben wir schon gewonnen, indem wir das einfach machen.

  103. 27:27
    Ronald M. Arndt

    Ganz genau.

  104. 27:29
    Johannes Kunze

    Aber das war einfach, ja, einfach eine schöne, ein schönes Zeichen zu sehen, okay, wir sind, wir machen das Richtige. Das ist alles der Rest.

  105. 27:38
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, dein persönliches Ziel ist jetzt einfach auch innerhalb der MEININGER Hotels die Idee weiterzutragen und Partner zu gewinnen, bei den Hotels, bei anderen GMs und nicht zuletzt eben bei Kooperationspartnern in den jeweiligen Städten. Ja, auf jeden Fall. Das heißt, da kannst du auch von Hamburg aus hier Agieren innerhalb der Gruppe?

  106. 27:59
    Johannes Kunze

    Ja, also ich bin ein bisschen mit involviert. Ich will jetzt nicht sagen, würde mir jetzt auch nicht auf die Fahne schreiben, ich bin hier der Inklusionsobermacker, sondern ich unterstütze so gut ich kann. Habe auch schon mit einem Kooperationspartner, sage ich mal, in einer anderen Stadt telefoniert. Einfach auch, weil nicht nur die Hotels, sondern auch dann zum Beispiel die Arbeitsagenturen oder andere, sich nicht dann vielleicht so sicher sind, wie kommen wir aufeinander zu? Und da probiere ich so ein bisschen auch die Verbindung mit zu schaffen, wenn es geht, dass wir ja im Prinzip den ersten Approach zusammen schaffen, um das Thema einfach nicht in der Theorie zu besprechen, sondern einfach anzugehen.

  107. 28:43
    Ronald M. Arndt

    Jetzt hast du nicht nur den Bereich Inklusion bei dir im Team und auch als Leader, sage ich mal, den du da zu verantworten hast, sondern in der Hotellerie natürlich auch Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, Sprachen. Ist es dann für dich als Führungskraft schon alles sehr, sehr, sehr komplex, oder macht's— oder ist es genau der Reiz und ist das, was dich antreibt?

  108. 29:06
    Johannes Kunze

    Ich würde sagen, eher das Zweite. Also es ist wirklich, ja, wenn wir wirklich alle wie ein Rädchen funktionieren würden und alle die gleiche Sprache sprechen, ich glaube, dann wäre es irgendwann auch langweilig, und dann würde auch Unruhe reinkommen. Also klar kommt es auch so, wie in jeder guten Familie mal Unruhe oder ein Streit rein durch Sprachbarrieren oder kulturelle Unterschiede. Aber ja, das ist genau das, was es so interessant macht, also jeden irgendwie auch so zu nehmen, wie er ist, jedem wirklich aktiv auch zuzuhören, jeden zu respektieren, selbst innerhalb des Teams und auch ich als Führungskraft ein Stück weit auch Pädagoge sein. Weil jeder hat so seine Wehwehchen und muss auch wirklich ernsthaft gehört werden. Jeder hat seine eigene Meinung, die auch gehört werden soll, auf jeden Fall. Und das zusammenzubringen als ein Team und auch irgendwie mit gutem Beispiel, ich versuche es zumindest, voranzugehen und zu zeigen, okay, jeder Mensch ist gleich. Und heute hat der vielleicht Mist gebaut und ist zu spät gekommen und morgen hast du deinen Keine Ahnung, dein Wehwehchen irgendwie.

  109. 30:23
    Ronald M. Arndt

    Also ja, mach's. Ich fand es voll ein schönes Beispiel mit eurem Geburtstag, wenn da jeder gern da ist und den Kuchen, und darüber halt einfach jeden im Team und wirklich jeden zumindest einmal im Jahr sichtbar zu machen. Ja, machst du dir Gedanken, wie so Formate einfach auch weiter noch aussehen könnten, um einfach die, das Team zusammenzubringen? Über alle Barrieren hinweg.

  110. 30:47
    Johannes Kunze

    Ja, wir haben also einmal auch von der MEININGER Kultur her Teamevents, die wirklich mit im Alltag dabei sind. Hier im Team probieren wir auch zusätzlich noch kleinere Ausflüge, ob es jetzt eine Fahrradtour ist, zu machen. Zusammen Kekse zu backen an Weihnachten ist auch eine Tradition, wo dann Family and Friends zusammenkommen, dass man auch wirklich jeden noch mal auf eine andere Art und Weise—

  111. 31:15
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, da können auch noch dann Familienmitglieder wirklich auch eingeladen werden?

  112. 31:19
    Johannes Kunze

    Freunde.

  113. 31:20
    Ronald M. Arndt

    Zur Hotelfamilie?

  114. 31:21
    Johannes Kunze

    Zur Hotelfamilie und unsere Gäste. Das heißt, das ist jedes Jahr, es werden immer mehr, und es ist einfach so toll zu sehen, auch den Austausch. Und so lernt man auch den anderen noch mal ganz, ganz anders kennen, wenn man vielleicht auch ein Bild hat von einer Person, die wirklich in ihrer Meinung vielleicht was anderes ausdrückt, als man selber vielleicht greift oder denkt. Und dann einfach zu sehen, okay, da steckt ein ganz anderer Mensch dahinter, oder da steckt ein Mensch dahinter, der hat einfach ein anderes Anschauungsbild, wie auch immer, aber trotzdem ist er ein Mensch und trotzdem ist er nett.

  115. 31:56
    Ronald M. Arndt

    Hm.

  116. 31:58
    Johannes Kunze

    Und das zu sehen und das dann mit solchen kleinen Sachen zu fördern, ist Finde ich ganz, ganz wichtig. Und ja, auch wenn wir kleinere Teammeetings oder so was machen, dass jeder auch wirklich seinen Teil dazu beitragen kann. Wir haben jetzt ganz bald ein ganz neues Format, Team Dynamics heißt das, wo wir einfach noch mal auf eine andere Art und Weise sehen möchten, wie wir aufeinander eingehen, was der eine oder andere vielleicht für Ideen hat.

  117. 32:29
    Ronald M. Arndt

    Ja.

  118. 32:31
    Johannes Kunze

    zur Gestaltung, weil im Endeffekt ist es die Kommunikation, die einfach der Schlüssel zu allem ist.

  119. 32:39
    Ronald M. Arndt

    Und ja. Also im Guten wie dann auch, wenn es Konflikte gibt, einfach.

  120. 32:45
    Johannes Kunze

    Also Konflikte dann auch als Führungskraft nicht als etwas Schlimmes zu sehen, sondern wirklich als Effekt, was zu lernen daraus und das auch zu reflektieren an das Team. Das ist kein Problem, sondern es ist eine Challenge. Eine Herausforderung, die es zu lösen gilt. Und vielleicht einmal die andere Seite hören, vielleicht reflektieren, was kann ich selber dazu beitragen. Und das probieren wir hier umzusetzen, und ich denke auch relativ erfolgreich.

  121. 33:18
    Ronald M. Arndt

    Ja, also ist einfach wunderschön zu hören, was am Ende in so einem Hotel— am Ende ist es ein Hotel— drinsteckt. Also Ja, das ist doch eine Welt im Kleinen und einfach unheimlich positiv hier vorangeht und auch so die Herausforderungen in der Gesellschaft da mal anders angeht. Also ganz lieben Dank dafür. Jetzt bist du Hamburger und das Hotel ist ja hier auch unheimlich zentral und MEININGER sieht sich auch immer so als Ausgangspunkt für eine Exkursion innerhalb der Stadt. Für jedermann, denn dafür ist ja MEININGER bekannt, also einfach generationenübergreifend hier auch die Gästestruktur zu haben. Was wären so deine Tipps, sage ich mal, deine Ausflugstipps, die man in Hamburg, wenn man vielleicht das erste Mal da ist? Morgen geht es ins Miniatur Wunderland für mich und meinen Sohn, der dabei ist.

  122. 34:13
    Johannes Kunze

    Solltet ihr auf jeden Fall machen. Ich glaube, das ist eins der, ja sogar deutschlandweit, eins der meistbesuchten Attraktionen. Ich persönlich, auch wenn ich Gästen was vorschlage, Seid ihr gut zu Fuß, dann auf jeden Fall, gerade bei gutem Wetter, nutzt die Möglichkeit. Wir haben von hier aus in 20 Minuten an die Elbe, direkt an den Hafen runter über die Altonaer Balkone und dann einfach über den Fischmarkt in die HafenCity, Landungsbrücken und Co. Was ich tatsächlich jetzt ganz neu kennengelernt habe, letztes Wochenende war ich auch in Hamburg unterwegs mit Freunden aus sonst woher, um denen Hamburg zu zeigen. Und da sind wir ins Westfield Center gegangen. Das ist noch mal in der HafenCity ein ganz neuer Stadtteil, wirklich. Also es war die HafenCity, war ja schon, ist ja schon ein bisschen länger da, aber da ist einfach sowas Neues, ja, Cooles auch entstanden. Okay, nicht wie ein richtiger Einkaufscenter, sondern wirklich wie so eine kleine neue Stadt am Wasser direkt. Das ist eins.

  123. 35:18
    Ronald M. Arndt

    Auch wirklich vor nicht allzu langer Zeit fertig geworden, ne?

  124. 35:21
    Johannes Kunze

    Also wurde vor 3 Wochen, glaube ich, eröffnet. Ich bin eingeweiht.

  125. 35:24
    Ronald M. Arndt

    Also einmal mehr eine Reise wert. Johannes Kunze, ganz, ganz lieben Dank für deine Teilnahme.

  126. 35:30
    Johannes Kunze

    Sehr, sehr gerne.

  127. 35:31
    Ronald M. Arndt

    Und für all deine Arbeit. Und ich wünsche dir und MEININGER, dass es einfach noch sehr viel Strahlkraft einfach hat und auch von dem einen oder anderen Preis begleitet nach außen getragen wird.

  128. 35:42
    Johannes Kunze

    Dankeschön.

  129. 35:43
    Ronald M. Arndt

    Danke dir.

  130. 35:43
    Johannes Kunze

    Danke dir.

  131. 35:44
    Ronald M. Arndt

    Bis bald.