Aytaç Aygün, Titanic Hotels
Aufgenommen: Berlin
Germany38 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Es ist bunt, es ist laut … Stillstand ist für uns wirklich tot.“
Aytaç Aygün, 16:05
Aytaç Aygün, CEO der Titanic Hotels, spricht mit Ronald M. Arndt und Katharina Beatriz Varga in Berlin über den Weg vom Döner-Geschäft in Kreuzberg zur Hotelgruppe mit Häusern in Deutschland und der Türkei. Er erzählt, wie aus 25 Zimmern erst 55, dann 100 und später 500 wurden, warum die Familie lieber selbst erwirbt, entwickelt und betreibt und wie Entscheidungen im Familienunternehmen fallen. Dazu die Projekte in München, Leipzig und Hannover, der Sylter Hof in Berlin, ein zweites Resort in Bodrum und das erste Franchise in Sharm el-Sheikh.
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Kernaussagen
- Essen vor Foodkosten: Wenn Kostenkontrolle oder Finance beim Frühstück warnen, hält Aygün dagegen. Das Essen bringt den Gast zurück, ob im 3-, 4- oder 5-Sterne-Haus.
- Vom Spieß zum Hotel: Die Familie kam als Gastarbeiter nach Berlin und fing mit Gastro in Kreuzberg an, die Läden laufen weiter. Das erste Hotel mit 25 Zimmern kam per Zufall über ein Angebot, daraus wurden 55, 100 und dann 500 Zimmer.
- Selbst bauen und betreiben: Die Gruppe ist Eigentümer und Betreiber ihrer Hotels, dazu kamen Pachtobjekte in Berlin, Istanbul und Antalya. Erwerb, Entwicklung, Bau und Betrieb macht sie selbst, bei Neuprojekten entscheidet der Vorstand.
- Zwei Märkte, zwei Tempi: Türkei und DACH-Region werden getrennt gesteuert, Headquarter ist die Türkei, die Geschäftsführung in Deutschland agiert autark. In Berlin sind 80 Prozent der Gäste deutsch, in den Resorts kommen sie aus Skandinavien, UK, der Schweiz und CIS.
- Pipeline bis Ägypten: Projekte mit Long- und Shortstay in München mit knapp 400 Zimmern, in Leipzig und Hannover, in Bodrum ein zweites Resort mit rund 300 Zimmern und Eröffnung Mitte 2027, in Sharm el-Sheikh das erste Franchise mit Management durch Titanic.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Mit HOTEL-PODCAST.COM-Episode #150 melden wir uns aus der Hauptstadt. Zu Gast ist Aytaç Aygün, CEO der Titanic Hotels.
Wir freuen uns besonders, dass das Berliner Hotelunternehmen mit türkischen Wurzeln ab sofort einen eigenen Channel auf HOTEL-PODCAST.COM hat. So bekommen wir künftig noch tiefere Einblicke in eine der beeindruckendsten Unternehmergeschichten der deutschen Hotellerie.
Mit sechs Jahren stand Aytac Aygün bereits an der Kasse des Familienbetriebs in Kreuzberg, später folgte das erste eigene Hotel mit überschaubaren 25 Zimmern.
Heute führt die Familie eine wachsende Hotelgruppe mit Häusern in Deutschland und der Türkei und spannenden Perspektiven in München, Leipzig, Hannover, bald auch in Ägypten und vielleicht sogar in Wien.
Auch diesmal spüren Katharina und Ronald: Genuss gehört zur DNA der Titanic Hotels, damals wie heute. Aber was macht türkische Gastfreundschaft eigentlich aus?
Trotz Expansion, neuer und alter Gesichter wie Burak Uenver (siehe Episode #109) bleibt der familiäre Charakter erhalten.
Wir sprechen über unternehmerische Herausforderungen, ambitionierte Pläne und darüber, warum der ursprüngliche Berufswunsch ein ganz anderer war.
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Transkript öffnenTranskript schließen38 Min · Ronald M. Arndt und Aytaç Aygün
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:00 Ronald M. Arndt
So, heute ist der Aytaç fit. Beim letzten Anlauf, ich glaube, es war letztes Jahr EM, da haben wir so einen Morgen erwischt, wo die Türkei davor gewonnen hatte und da hat die Stimme nicht so mitgemacht, ne, Aytaç?
- 00:11 Katharina Beatriz Varga
War das die EM?
- 00:12 Ronald M. Arndt
Das war die EM, ne?
- 00:13 Aytaç Aygün
Ja, war EM 24 und die Türkei war ja auch sehr gut weitergekommen, ne? Also bis zum, ich glaube, so Viertelfinale und ja, da hast du mich erwischt, da war es bestimmt einen Tag vorher noch. Ein Spiel und da war die Stimmung dann weg.
- 00:28 Ronald M. Arndt
Genau.
- 00:28 Katharina Beatriz Varga
Super.
- 00:28 Ronald M. Arndt
Heute haben wir es geschafft. Heute bist du fit. Wie hältst du dich generell fit, Aytaç?
- 00:33 Aytaç Aygün
Du, ich laufe sehr gerne. Ich bereite mich jetzt auf den Marathon vor, Berlin, wieder mal. Bin im April den kleinen gelaufen, den halben. Und generell Fitness so 5- bis 6-mal in der Woche, wenn ich es kann. Morgens immer.
- 00:48 Ronald M. Arndt
Okay.
- 00:48 Aytaç Aygün
Ist am besten.
- 00:50 Katharina Beatriz Varga
Wir haben ja gerade darüber gesprochen. Es ist ja nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch, um den Kopf frei zu kriegen.
- 00:55 Aytaç Aygün
Ja, sehr sogar.
- 00:55 Ronald M. Arndt
Also ich meine eigentlich fast nur.
- 00:58 Aytaç Aygün
10% vielleicht der Körper, aber eigentlich der Rest ist eigentlich nur für den Kopf. Und du kommst da komplett, sage ich mal, runter und kannst dich dann auf deinen Job, auf alles andere dann halt mehr so konzentrieren.
- 01:08 Ronald M. Arndt
Jetzt sind wir heute in der Chausseestraße. Genau. Das Frühstück läuft noch im Hintergrund hier.
- 01:14 Aytaç Aygün
Wie du es hören kannst, ja.
- 01:15 Ronald M. Arndt
Wie man es hören kann. Dann geht es über nachher ins Mittagessen. Dafür seid ihr bekannt, Gourmet, aber auch hier, ich habe auch das letzte Mal hier geschlafen, Spa, Hammam, alles im Haus.
- 01:25 Aytaç Aygün
Ja, wir bieten so ein bisschen alles an. Also wir versuchen es.
- 01:29 Ronald M. Arndt
Zumindest liegt euch das am Herzen?
- 01:33 Aytaç Aygün
Ja, du, also wir sind, oder nee, ich fange mal so an, also wir glauben sehr an das Thema Liebe geht durch den Magen. Das bleibt auch im Kopf. Also ich meine, du schläfst bestimmt auch eine Menge in anderen Häusern und halt auch nicht immer nur zu Hause. Und was bleibt dir im Kopf, ist die Frage. Und daher ist es schon seit eh und je eigentlich unser Thema, ob 3, 4 oder 5 Sterne, was bewirkt das Essen, sei es ein Frühstück, Mittag oder auch später am Abend. Und das versuchen wir irgendwie immer so, der rote Faden geht immer so entlang. Und da wir auch halt aus der Gastro kommen, ist das, sage ich mal, immer so ein Thema, was wir immer gerne machen wollen. Vielleicht nicht immer sehr, sehr gut, weil im Endeffekt 365 Tage ist nicht immer tätig, aber wir versuchen zumindest sehr nah dranzukommen und geben halt auch extra Liebe und sagen auch, okay, da ist die Foodkost dann beim Breakfast dann zu hoch, sagt dann der Kostkontrolle oder Finance, dann sagen wir, stopp, warte mal, das hat seinen Grund, weil möglicherweise bringt das dann wieder den Kunden wieder zurück, weil er sagt oder sie sagt, ja, schau mal, ist nur ein 3-Sterne-Haus, aber guck mal, hier ist Frühstück mit Lachs und Croissant und alles drumherum.
- 02:49 Katharina Beatriz Varga
Das Frühstück ist ja auch bei euch türkisch angehaucht, das finde ich ja ganz toll. Mit Sushis und alles Mögliche.
- 02:55 Aytaç Aygün
Genau, also ich meine, wir wollen jetzt nicht nur so türkisch fahren, also es ist tatsächlich ein Teil davon, genau, aber es ist jetzt nicht, sage ich mal, nur, dass wir sagen, okay, wir machen nur türkisches Frühstück. Wir haben Teile und setzen so halt die Akzente, aber es ist nicht nur türkisch.
- 03:10 Ronald M. Arndt
Jetzt hast du vorher gesagt, das ging mit der Gastro los in eurem Familienunternehmen. Genau. Vielleicht können wir da mal nicht ein paar Jahre, sondern ein paar Jahrzehnte zurückspulen, wie es da losging und wo.
- 03:20 Katharina Beatriz Varga
Back to the roots.
- 03:22 Aytaç Aygün
Ja, die Roots sind Berlin, also hier auch, wo wir sind. Hier hat das alles angefangen damals, als dann die Familie sozusagen nach Berlin gekommen ist, hier um zu arbeiten, um hier Geld zu verdienen, um hier sich eine Existenz aufzubauen. Genau, Gastarbeiter halt. Und dann hat man angefangen mit Gastro, halt so Klassiker, Döner und so weiter und so fort. Und hat das dann, sage ich mal, skaliert und hat gesehen, okay, die Legende nicht, dass ihr die Ersten wart, die den Döner nach Berlin gebracht haben. Danke, dass du es ansprichst. Ja, es ist so, aber da ist weder ein Patent noch irgendwas anderes, deshalb kann das jeder sagen, ne. Aber ich würde schon sagen, wir sind einer der Pioniere, die das hier damals wirklich groß gemacht haben und haben einfach gesehen, okay, Hamburger funktioniert, ne, Hamburger geht, kommt aus den Staaten, war der Hype damals, jetzt auch Mittlerweile wieder. Und da haben wir gesagt, okay, wieso können wir das nicht mit dem Spieß machen, mit Döner, frischem Fleisch, mit Salat? Und es kam sehr, sehr gut an. Phänomenal. Also die Amis, alle haben gesagt, was ist das? Wir lieben das.
- 04:34 Ronald M. Arndt
Also damals schon?
- 04:35 Aytaç Aygün
Ja, damals schon.
- 04:36 Katharina Beatriz Varga
Das gesündeste Fast Food, was es gibt.
- 04:39 Aytaç Aygün
So gesehen, genau. Und hat ja auch mittlerweile hier die Currywurst dann auch mal so überholt, mehrmals. Back to back. Und nee, und das ist sozusagen halt die Roots, die DNA, von wo wir herkommen, die Keimzelle in Kreuzberg, und betreiben weiterhin noch die Läden.
- 04:58 Ronald M. Arndt
Bin letztes Jahr dann auf Empfehlung hin durch die halbe Stadt noch mal abends gefahren.
- 05:01 Aytaç Aygün
Ich hoffe doch, ich hoffe doch. Der Laden, der hat auf jeden Fall 20 Stunden lang offen. Der Döner, der bleibt nicht so lange, weil der wird immer dann so gegen 10 Uhr abends, dann ist er schon durch. Aber nee, wir machen da den Spieß auch noch halt selber.
- 05:12 Ronald M. Arndt
Super.
- 05:12 Aytaç Aygün
Mit Liebe und Leidenschaft. Genau, und daher ist sozusagen halt die Roots und die DNA, und von dort aus haben wir uns dann entwickelt, sage ich mal, und sind jetzt da, wo wir sind, mit Resortanlagen in der Türkei, mit schönen Stadthotels in Berlin und auch noch vielen in der Pipeline.
- 05:27 Ronald M. Arndt
Ja, die Pipeline ist spannend, da gucken wir nachher mal ein bisschen drauf. Aber los ging es, und das ist ja das, was so eine Familiengeschichte am Ende auch so spannend macht. Natürlich klein erstmal mit 45 Zimmern. Ja, irgendwo.
- 05:39 Aytaç Aygün
Genau, nee, es war also, es war am Anfang nur 25 Zimmer. 25, okay. Und das war auch sehr spontan sogar, also das war jetzt nicht, dass wir das vorprogrammiert hatten und gesagt hatten, okay, wir steigen jetzt in die Branche ein und sagen, okay, wir machen Hotellerie.
- 05:54 Katharina Beatriz Varga
Vom Dönerspieß zum Hotel.
- 05:55 Aytaç Aygün
Per Zufall, ne, und dann wurde angeboten, dann wurde gesagt, ey, schau mal, hier ist diese Chance, hättest du Lust, hättest du Bock, ne. Und man ist halt sehr umtriebig unterwegs und wo kann man was verdienen, wie geht was und so weiter und so fort. Also da ging es wirklich damals auch schon immer Wie komme ich über die Runden? Wie kann ich mein Business, wie kann ich, sage ich mal, das verdoppeln und verdreifachen? Und wurde etwas angeboten, wurde gesagt, okay, hier Hotel, 25 Zimmer. Okay, wir machen nur Gastfreundlich, aber ja, schauen wir uns mal an. Und dann hat das eine zum anderen halt geführt, und dann waren wir auf einmal die Inhaber des Hotels, 25 Zimmer. Wir wussten erstmal nicht, okay, von Tuten und Blasen, also ich meine, im Groben ja, aber niemand wirklich so in Tiefe. Und dann hat man sich da eingefuchst, ne, so wie es halt ist. Und dann wurde aus 25, 55 Zimmer, Nachbarhaus wurde gekauft, wurde dann erweitert. Man hat gesehen, okay, je mehr Zimmer, umso profitabler, ne. Und ja, dann irgendwie 5 Jahre später dann mit 100 Zimmern, dann dort in Istanbul, in so weiteres Haus. Und von dort aus ging dann die Story los.
- 07:03 Ronald M. Arndt
Genau, du hast gerade gesagt gekauft, gekauft, gekauft. Genau, nachher sprechen wir noch mal kurz vielleicht zum Gendarmenmarkt. Auch das Gebäude habt ihr dann irgendwann gekauft, ne?
- 07:11 Aytaç Aygün
Haben wir erworben und haben wir dann entwickelt. 2015, Baurechte, dann hat er geschafft.
- 07:15 Ronald M. Arndt
Die finanzielle Power, die basierte damals auf dem Döner, oder wie?
- 07:19 Aytaç Aygün
Ja, du, also ich meine, im Endeffekt, man hat immer Finanzpartner, Banken, mit denen man das macht, die auch dann an deine Vision glauben, die dann mit dir gehen, weiterhin noch. Und das war auch damals halt natürlich der Trigger. Und man hat dann halt gesehen, okay, so ein 25-Zimmer-Hotel, das geht noch irgendwo halt aus der eigenen finanziellen Kraft. Aber wenn es dann zum nächsten Step kommt, dann brauchst du halt Partner. Und in dem Sinne haben wir dann natürlich uns erweitert. Und wie gesagt, von 25, 55, 100, dann waren es 500 und dann ging es weiter. Und so war halt der Weg.
- 07:56 Ronald M. Arndt
Und dann wird es irgendwann sehr groß.
- 07:59 Aytaç Aygün
Genau.
- 07:59 Katharina Beatriz Varga
Aber ihr seid bis heute auch Eigentümer und Betreiber?
- 08:02 Aytaç Aygün
Genau, wir sind weiterhin noch 100%iger Eigentümer und Betreiber der Hotels, haben aber zwischenzeitlich auch Pachtobjekte dazu bekommen, hier in Berlin, aber auch in Istanbul. Und in Antalya haben wir auch eins in der Pandemie bzw. kurz vor der Pandemie als Pachtobjekt da übernommen. Und genau, also ist so ein Mix. Würde ich sagen, zwischen Eigentum und Pacht.
- 08:28 Katharina Beatriz Varga
Was ist dir lieber? Oder kann man da überhaupt eine Entscheidung treffen?
- 08:32 Aytaç Aygün
Derzeit Eigentum, würde ich sagen. Ja, also ich meine, kurz nach der Pandemie hat so unser Weg in dieses Pachtmodell halt begonnen hier in der DACH-Region. Aber mittlerweile, ich denke mal, wir können eigentlich sehr gut selber halt erwerben, selbst entwickeln und dann auch bauen und betreiben.
- 08:52 Katharina Beatriz Varga
Also den kompletten Prozess macht ihr ja selber.
- 08:53 Aytaç Aygün
Genau, genau, genau. Aber wie gesagt, es muss sich halt anbieten. Und wenn wieder was irgendwann kommen sollte und die Finanzpartner auch dazu stehen, dann sehr gerne.
- 09:05 Katharina Beatriz Varga
Egal wo?
- 09:07 Aytaç Aygün
In schönen Städten würde ich sagen, in schönen Städten, wo sich das anbietet. Deutschland, klar. Also wir haben ja, wie gesagt, Projekte in der Pipeline, aber dazu werden wir noch kommen. Aber Berlin weiterhin noch sehr, sehr hochinteressant, aber auch zum Beispiel Städte wie Hamburg und Frankfurt und München, die ziehen sehr an.
- 09:27 Katharina Beatriz Varga
Aber die Länder, auf die ihr euch konzentriert, sind Türkei und Deutschland?
- 09:30 Aytaç Aygün
DACH-Region würde ich sagen. Also Österreich, Wien, da wird auch viel geflirtet, aber ist noch nichts passiert.
- 09:38 Katharina Beatriz Varga
Dann bleiben wir mal in der Türkei, Ronald.
- 09:40 Ronald M. Arndt
Da können wir gleich bleiben, da legen wir an, das passt ja ganz gut. Denn 2003 habt ihr in Antalya dann eine ganz andere Dimension aufgemacht, ne? Und da kam es auch zum Namen Titanic, ne?
- 09:54 Aytaç Aygün
Ja, genau. Also es war vorher, der Name war nicht Titanic, sondern war unser Nachname, war der Familienname. Und Titanic daher wegen der Architektur, sieht aus wie ein Schiff. Das Resort. Antalya steht halt sehr für Thementäuser, Themenresorts, und da wir halt auch aus dem Schwarzen Meer kommen, war dann irgendwie halt die Idee da geboren, okay, wenn ein Thema, dann Wasser und Schiff. Und ja, dann hat das eine zum anderen halt geführt, und dann wurde der Name dort geboren. Genau, weil ich meine, Titanic steht ja auch für Exzellenz, nicht nur das Drama, steht für vieles, ja.
- 10:36 Ronald M. Arndt
Genau.
- 10:36 Aytaç Aygün
Was viele dran denken, aber eigentlich steht es halt für wirklich zur damaligen Zeit Exzellenz, Service und die Qualität.
- 10:43 Katharina Beatriz Varga
Ja, und da auch, das unterstreicht ja auch noch mal eure Wurzeln, die Gastronomie, wo ihr eigentlich herkommt, nämlich auch diese exzellente oder hochqualitative Gastronomie mit Liebe zum Detail, ist ja mit dem Namen genauso unterstrichen.
- 11:00 Aytaç Aygün
Ja, so ist das auch dann tatsächlich. Ich meine, Das könnt ihr jetzt nicht erfahren, aber wir wissen selber, dort die Hotelbranchenkollegen vor Ort in Antalya auch zum Beispiel, die wissen und gehen gerne zu uns zum Essen, zum Check auch mit unter anderem. Aber sie wissen halt, okay, Titanic steht nicht nur für Zimmer und Resort und Anlage, sondern auch für Essen. Und die F&B-Konzepte, die werden dann mal so ein bisschen Copy-Paste gemacht und gesagt, ey, guck mal, die sind schon hier die Marktführer, was das angeht. Wenn irgendwas bei uns gemacht werden soll, dann guckt erstmal da und dann können wir das bei uns machen. Also deshalb ist da schon der Name irgendwie gut etabliert.
- 11:42 Ronald M. Arndt
Wie entwickelt sich generell der Tourismusmarkt in der Türkei?
- 11:45 Aytaç Aygün
Du, sehr stark, also resorttechnisch und was so die Küste angeht, Antalya und Bodrum ist sehr, sehr stark. Istanbul ist, sage ich mal, wirklich ein Pott. Da geht sehr, sehr viel. Stadthotellerie ist immer halt natürlich sehr halt so schwankend, aber was Anteile angeht, sind wir eigentlich sehr zufrieden. Also die Zahlen sind immer stetig steigend.
- 12:14 Ronald M. Arndt
Und das ist ja immer spannend, weil wir sprechen hier von zwei ganz unterschiedlichen Märkten höchstwahrscheinlich. DACH-Region auf der einen Seite, Türkei auf der anderen Seite. Wo sind da so die Schnittmengen bei euch? Also wie habt ihr das in der Familie aufgeteilt, im Management aufgeteilt?
- 12:30 Aytaç Aygün
Tatsächlich laufen die Länder für sich ganz alleine und haben sozusagen ihr eigenes Tempo, und auch die Entscheidungen fallen eigentlich für sich selbst, weil wir einfach halt erkannt haben, okay, wir können jetzt nicht Resorts oder Stadthotels aus der Türkei steuern, die hier stattfinden und die, sage ich mal, einen Kundenkreis haben, der gar nicht mit der Türkei zu tun hat. Hier haben wir, ich meine, du weißt ja selber, zu 80% ist deutsch, und dann kommen die anderen. UK, USA und so weiter und so fort. Und dort ist es halt auch komplett anders, ne. Also da hast du viel aus Skandinavien, UK, aber auch Schweiz und CIS und so weiter und so fort.
- 13:14 Katharina Beatriz Varga
Also viel gemischter als dann hier.
- 13:16 Aytaç Aygün
Viel gemischter, genau. Und auch natürlich ein bisschen auch türkisch, ist klar. Aber das Segment, was wir dort ansprechen, ist schon sehr hochpreisig. Deshalb kann man schon sagen, dass die Menge der türkischen Gäste halt doch schon viel weniger ist, und es kommen halt so die Kaufkräftigen von draußen. Genau, deshalb haben wir halt entschieden, Headquarter ist die Türkei, ja, aber wir agieren hier komplett autark, und es gibt hier eine Geschäftsführung hier in Deutschland mit, mit unter anderem auch mir dann zusammen, und wir machen das dann, das Geschäft hier, und die Türkei macht das für sich selbst.
- 13:53 Ronald M. Arndt
Genau.
- 13:53 Aytaç Aygün
Aber die Familie spricht natürlich miteinander. Das ist ein Vorstand. Vorstandsmitglieder, die halt hier leben, sind natürlich auch im Vorstand dort in der Türkei und die reporten sich dann.
- 14:02 Katharina Beatriz Varga
Okay. Aber stimmt ihr, welche Themen stimmt ihr ab? Also weil das Konzept, das ist ja wiedererkennbar, Titanic, ne?
- 14:08 Aytaç Aygün
Genau.
- 14:08 Katharina Beatriz Varga
Also jetzt ein Einkauf oder auch die ganze Abwicklung, die Designentscheidungen, also.
- 14:16 Aytaç Aygün
Ja, also es ist so, wenn es bei Neuprojekten geht, dann ist es so, dass natürlich es dem Vorstand vorgelegt wird. Okay, möchten wir in die Stadt? Möchten wir expandieren, ist es das wert, oder sehen wir uns dort mit der Marke? Aber an sich so Day-to-Day-Business, das findet alles hier dann vor Ort statt. Genau, ja. Aber so Themen wie neue Projekte, das wird dem Vorstand vorgelegt, die Finanzen, und macht das Sinn, halt die Wirtschaftlichkeit.
- 14:44 Katharina Beatriz Varga
Und falls das, sage ich mal, dann steckt ihr dann schon die Köpfe zusammen, Türkei und Deutschland, und entscheidet gemeinsam.
- 14:52 Ronald M. Arndt
Also derjenige, der damals als Gastarbeiter hierher kam, das war dann dein—
- 14:58 Aytaç Aygün
war auch mein Vater.
- 14:59 Ronald M. Arndt
Mein Vater, genau.
- 15:00 Aytaç Aygün
Aber es sind ja 6 Gebrüder gewesen und jeder hat natürlich irgendwo seinen Part und auch Teil. Ich denke mal, die Stärke liegt im Zusammenhalt und da hat jeder wirklich, ja, wie soll man sagen, Fulltempo, Vollgas, alles Mögliche gegeben. Da gab es nicht irgendwie, keine Ahnung, 2 Tage frei oder 5 oder irgendwas, sondern da wird jeden Tag halt gemacht und getan, was geht, weil damals war halt die Devise, okay, wie können wir größer werden, wie können wir verdoppeln und verdreifachen, und deshalb war wirklich, also die Familie kam, also Teile der Brüder, die anderen waren dann noch in der Türkei, und dann wurde hier einfach gemacht und getan. Genau.
- 15:49 Ronald M. Arndt
Das heißt, Das ist ja schon schön, wenn es dann funktioniert, ne, innerhalb der Familie, dass alle sich auf so einen Space einfach einigen können.
- 16:01 Katharina Beatriz Varga
Und ja, bei einem Familienunternehmen ist es gut, wenn es miteinander funktioniert.
- 16:05 Aytaç Aygün
Ja, aber ich meine, es ist natürlich so, also ich meine, es ist natürlich so wie bei jeder Firma, ob Family oder auch nicht Family, da hast du auch da Gesprächsthemen, wo du nicht auf dem gleichen Nenner bist oder wo du sagst, ey, nee, der gefällt mir nicht, oder halt wie auch immer. Bei der Family ist es halt immer so, okay, da fließen auch die Gefühle mit rein teilweise. Ich sage immer, wenn ich halt da gefragt werde, okay, wie ist es denn bei euch, wie kommt ihr überhaupt klar halt als Family? Es ist bunt, es ist laut, ja, es wird aber desto trotz dann eine Entscheidung halt da getroffen, weil es ist wichtig, das, was da gemacht wird, weil Stillstand ist für uns wirklich tot. Und daher wird dann auch dann mal gesagt, okay, dann werden die Köpfe mal zusammengestoßen kurz, ne, es tut weh, alles gut, und dann trinken wir wieder einen Tee, oder man sagt Okay, passt so, und dann geht's weiter. Auch wenn es nicht jedem schmeckt, aber wie bei auch einer anderen Firma.
- 16:59 Katharina Beatriz Varga
Aber es ist ja auch gut, neutrale Personen auch mit in diesem Team zu haben. Also auch jetzt, ihr habt ja auch jemanden wie den Burak im Team, der ja kein Familienmitglied ist in dem Sinne, aber mehr oder weniger. Ja, aber da halt auch so ein bisschen die neutrale Ebene mit zu pflegen.
- 17:20 Aytaç Aygün
Ja, also sehe ich auch da genauso. Man muss auch von draußen sich öffnen, also für draußen, und man muss zugänglich sein, denn nur so kann man, denke ich mal, auch eine gewisse Größe dann halt erreichen. Nur selber und ich und ich und ich und ich und ich, es geht nicht. Und daher sind wir auch sehr stolz, dass wir mit Burak auch ja Teamlead haben, der wirklich das Senior Management jetzt mittlerweile so offen auf einer Struktur hat und das Level hat, wo wir sagen können, okay, das geht jetzt hier halt in eine Marschrichtung und wir können hier auch skalieren. Also ich meine, so als Head Office dann Berlin und von hier aus sozusagen dann die anderen Standorte dann dort bewirtschaften.
- 18:06 Ronald M. Arndt
Burak verantwortet jetzt eben natürlich auch mit die Expansion in der DACH-Region, aber begonnen hat er, glaube ich, bei euch, deswegen habe ich gerade gesagt, mehr oder weniger Familie, als Direktor am Gendarmenmarkt.
- 18:16 Katharina Beatriz Varga
Markt, ne?
- 18:18 Aytaç Aygün
Burak Aygün heißt er. Nein, Spaß.
- 18:20 Ronald M. Arndt
Habe ich gerade durcheinander gebracht, ja. Habe ich doch zu viel Kaffee gehabt. Nächstes Mal. Der Burak, ne?
- 18:28 Aytaç Aygün
Ja, der war bei uns GM. Der hat als GM angefangen in der Französischen Straße, unser Schmuckstück damals und auch jetzt, und hat unser Haus dort verantwortet für gute 4 Jahre. Ist dann rüber zum Entwickler und ist dann wieder zu uns gekommen.
- 18:49 Katharina Beatriz Varga
Er wusste ja, worauf er sich einlässt.
- 18:52 Aytaç Aygün
Genau, ja, das auch, aber natürlich auch möglicherweise die Wurzeln, die türkischen Wurzeln, die auch irgendwie halt für ihn, glaube ich, halt eine Rolle gespielt haben. Ist nicht nur immer alles, sage ich mal, nur wirtschaftlich, sondern auch irgendwie so, okay, Wie sehe ich das? Ist der Background, passt der zu mir? Und kann ich hier noch mal rein? Und macht es mir Spaß? Und er hat auch selber da gesehen, als er dann natürlich dann wieder zu uns kommen wollte, okay, hier hat sich auch was getan. Die Company ist auch weiter größer geworden. Die Köpfe sind auch weiterentwickelt und die Strategie ist klar: größer werden. Und dann hat er eins und eins zusammengezählt, hat gesagt, okay, das ist mein Platz, ich komme wieder.
- 19:36 Ronald M. Arndt
Kann man die türkische Unternehmenskultur so ein bisschen beschreiben? Was sind da die Stärken?
- 19:41 Aytaç Aygün
Ja, die kann man sehr gut beschreiben.
- 19:42 Ronald M. Arndt
Was war denn Burak da wieder so wichtig?
- 19:44 Aytaç Aygün
Ja, was war wichtig? Ich glaube, für ihn war wichtig, okay, wird eine Entscheidung da gefällt und wenn nicht, okay. Aber für ihn war wichtig, okay, was passiert hier, wohin will die Company und nicht dieses, sage ich mal, okay, das geht noch auf 10 Vorstandssitze, debinnen, und dann wird gar nichts entschieden. Und hier ist halt das Schöne, möglicherweise aber auch das Schlechte, die Entscheidungen werden halt dann gefällt, kurze Wege, halt die Family ist hier vor Ort, ein Anruf, und dann wird gesagt, ja, hier oder hot, was natürlich auch, sage ich mal, seine Tücken haben kann. Aber wie gesagt, ich glaube, das hat ihm sehr gefehlt, wo er dann vorher war, oder halt Es wurde dann dort immer weniger, weniger und sagt, okay, ich bin aber eigentlich ein Typ, ich brauche halt einen Frühstück.
- 20:34 Katharina Beatriz Varga
Naja, und das hat ihn halt einfach nicht erfüllt. Also das ist ja eher die Frage, wie stellt ihr euch als türkisches Familienunternehmen dar, dass jemand sagt, ja, da möchte ich hin? Also das noch mal auf diese türkische Unternehmenskultur zurückzukommen. Was unterscheidet das, euer Denken zu dem, was ihr hier aus Deutschland zum Beispiel kennt?
- 20:54 Aytaç Aygün
Ich würde das gerne so auf Türkisch beantworten. Darstellen, sondern eher sagen, familygeführt. Und familiengeführt bedeutet halt immer irgendwo halt immer, okay, da wird eine Entscheidung gefällt, da passiert etwas, man sieht immer die Gefahr im Verzug und dann wird auch sofort reagiert. Wobei vielleicht bei anderen Firmen, die nicht familiengeführt sind, dann lässt man sich vielleicht ein bisschen mehr Zeit oder da sagt man, okay, ja, dann ist das halt so. Und wir sind da schon sehr, sehr proaktiv, manchmal zu sehr. Aber das haben wir auch gelernt oder lernen müssen, dass man auch nicht irgendwie Rom nur in einem Tag baut, sondern es braucht Zeit. Deshalb also auch ein Service-Level, die Qualität, Personalentwicklung, Trainings, das braucht Zeit. Und daher sind wir sehr happy, dass wir jetzt mit dem Senior-Management-Team auch eine Station haben, wo wir sagen können, okay, es geht sehr professionell weiter. Destotrotz noch Family, aber wie gesagt, eine größere Family sind wir geworden.
- 21:59 Ronald M. Arndt
Ja, und klar, der Burak hat da die gleichen Wurzeln, aber Ralf Alsdorf und andere, die werden auch noch alle in unserer kleinen Content-Reihe hier mal auftauchen.
- 22:09 Aytaç Aygün
Sehr gut.
- 22:09 Ronald M. Arndt
Unserem neuen Channel mit den Titanic Hotels, freue ich mich jetzt schon drauf. Genau, am Gendarmenmarkt, 10 Jahre feiert er gerade. Wir feiern heute unseren 150. Hotel-Podcast. Oh, das heißt mit mir, mit dir, mit dir. Anniversary.
- 22:24 Katharina Beatriz Varga
Dankeschön.
- 22:27 Ronald M. Arndt
Danke. Extra dafür nach Berlin gekommen.
- 22:30 Katharina Beatriz Varga
Jetzt übertreib nicht, Ronald.
- 22:33 Aytaç Aygün
Gib ihm Kaffee.
- 22:34 Ronald M. Arndt
Gib ihm Kaffee, genau.
- 22:36 Katharina Beatriz Varga
Oder lass einen weg.
- 22:37 Ronald M. Arndt
In 10 Jahren, habt ihr da so ein bisschen eine Familie oder auch im Managementteam eine Vision und Ziel, eine Vorstellung oder so?
- 22:46 Aytaç Aygün
Ich glaube, eine Vision, die hat man immer. Ein Traum. Die formuliert ist eine Frage. Aber ja, also tatsächlich, die 10 Jahre sind vergangen. Wie im Fluss, ist unglaublich. Ich kann mich noch erinnern, als wir das Haus oder das Gebäude damals gekauft haben, mit dem Denkmalschutzamt uns tagelang, monatelang gekämpft haben.
- 23:09 Ronald M. Arndt
Dafür habt ihr 8 Jahre wahrscheinlich gebraucht.
- 23:11 Aytaç Aygün
Ja, 8 Jahre gebraucht, genau. Und nee, es war wirklich halt eine tolle Zeit und das Haus hat sich auch extrem halt entwickelt in eine Richtung, die wir auch immer so prophezeit haben. Aber wir sind noch nicht angekommen. Definitiv, weil das Haus hat wirklich halt eine Story, die man auch gut an den Gast bringen muss und auch kann. Das Team ist wirklich einsame Klasse. Wir haben auch Menschen, die seither auch noch bei uns sind, also knapp 9 Jahre. Deshalb ist das auch wirklich schön zu sehen, dass das Haus mit den Leuten sich zusammenentwickelt hat. Und ja, also ich meine, 10 Jahre ist schon ein Meilenstein. Wir freuen uns auf die nächsten 10. Und Luxus ist halt, wie gesagt, in der Straße, an dem Ort, das musst du wirklich leben. Und daher sind wir auch bereit, uns zu entwickeln und bauen zum Beispiel nächstes Jahr im Januar, da haben wir vor, einen siebenstelligen Betrag dort zu investieren, um die Gastro upzugraden, den Barbereich, Smokers Lounge und so fort, weil natürlich man muss auch etwas bieten. Und 10 Jahre ist schon eine lange Zeit, daher ist auch der Marmor und auch der Boden und auch die Wände schon in die Jahre gekommen, und daher wollen wir sozusagen den Gästen was Neues bieten.
- 24:32 Ronald M. Arndt
Unabhängig von Sternen und Klassifizierung, was ist denn für dich so ein guter, schöner Hotelaufenthalt? Sind das die Menschen?
- 24:41 Aytaç Aygün
Sind die Menschen.
- 24:42 Ronald M. Arndt
Mit auch die Kulinarik, die du vorher erwähnt hast.
- 24:43 Aytaç Aygün
Ja, es sind die Menschen, und es ist für mich wichtig, okay, denkt das Hotel mit? Also ist es, sage ich mal, nur, ist es, ist es lokal angedockt und gibt es mir eine Story wieder. Es geht gar nicht so darum, okay, sind die Zimmer groß oder klein oder ist es irgendwie hell oder halt dunkel, sondern es muss so stimmig sein miteinander. Also Lobby, das Konzept selber und der Check-in und dann das Schlafen, das Bett, Badezimmer, Frühstück. Und wenn das, sage ich mal, miteinander stimmt, ob 3, 4 oder 5 Sterne, dann ist das Sehr, sehr schön.
- 25:20 Katharina Beatriz Varga
Wie machst du denn Urlaub?
- 25:22 Aytaç Aygün
Du, wie mache ich Urlaub? Ich versuche, an Orte zu gehen, an denen ich noch nicht war, oder zumindest an Orte zu gehen, die mir so gut gefallen haben, dann will ich wieder hin. Das ist mit unter anderem aber halt auch, wie gesagt, die Türkei, aber auch andere schöne Städte. Und ich liebe es zu verreisen. Ich glaube, 100% komplett irgendwie wegzukommen von Arbeit und Mails, es geht bei mir gar nicht.
- 25:45 Katharina Beatriz Varga
Das geht in der Hospitality auch nicht.
- 25:46 Aytaç Aygün
Nee, nee, es geht gar nicht und soll auch nicht sein, ne. Aber ich glaube, so wenn man sich für sich so mal so einen Ruhepol findet, so, so paar Stunden am Tag mit der Family, ist das völlig okay.
- 25:57 Ronald M. Arndt
Ja, ja, wachsen, doppelt so groß, dreimal so groß, was eben damals schon der Antrieb war, jetzt mit Burak. Expansionspläne sind ja auch zum Teil offengelegt und transparent. Kann man da so ein bisschen was sagen, was sich da zuletzt getan hat, was gerade aktuell ist?
- 26:14 Aytaç Aygün
Na, du warst ja schon vor einem Jahr hier. In dem Jahr hat sich noch nicht wirklich so viel getan, außer den Syltehof, den haben wir mit dazu bekommen als, als, als der Betreiber, und haben weiterhin noch viele Projekte auf der Agenda, mit denen wir uns da beschäftigen. Haben tolle Projekte in der Pipeline in München, in Leipzig und Hannover, wo wir tatsächlich auch so in das Longstay-Thema gehen. Tolle innerstädtige Lagen, die gut angebunden sind, aber die tatsächlich wirklich den Wunsch erfüllen, okay, Zimmer und Kitchenette, und du kannst dich sozusagen unten in der Lobby/Wohnzimmer dann auch halt mit anderen dann vernetzen. Und das versuchen wir dann, sage ich mal, so als Mixed Use zu machen, also mit Long- und Shortstay. Und da haben wir, wie gesagt, 3 Projekte in der Pipeline, ein 4. ist in Berlin tatsächlich auch vielleicht noch mit der Motorworld. Weil die bauen ja auch ungefähr schon seit 10 Jahren hier.
- 27:18 Ronald M. Arndt
Was heißt vielleicht?
- 27:20 Aytaç Aygün
Na, da sind wir in guten Gesprächen, aber es ist noch nicht, genau, es ist noch nicht trocken, die Tinte. Ja, ja, Motorworld ist ja bestimmt mal Begriff.
- 27:28 Ronald M. Arndt
Motorworld, ja, ja, nee, aber ich kenne auch die Idee da ein bisschen, die Seecontainer, ne?
- 27:33 Aytaç Aygün
Genau, genau, genau, genau, genau.
- 27:34 Ronald M. Arndt
Und Service Apartments ist ja nicht zuletzt auch ein Thema, was der Burak, glaube ich, ganz gut kennt. Ja, von daher.
- 27:39 Aytaç Aygün
Daher auch sozusagen den, genau.
- 27:41 Ronald M. Arndt
Syltehof hast du erwähnt, das heißt Übernahme von Bestandshotels ist auch immer interessant, ne?
- 27:46 Aytaç Aygün
Sehr, sehr. Also ich glaube, das ist so auch der Trend gerade. Viele, viele, die das machen, vormachen. Und da sehen wir uns halt auch, sage ich mal, komplett halt zu Hause, weil wir haben eine gewisse Struktur hier und die können wir dann auch auf ein 3-, 4- oder 5-Sterne-Haus dann komplett mit übernehmen. Und daher, der Syltehof war Nummer 1 jetzt, aber könnte vielleicht noch was anderes kommen.
- 28:14 Ronald M. Arndt
Bleibt es denn beim Namen Sylterhof oder ist es irgendwann mal ein—
- 28:16 Aytaç Aygün
Ja, der Sylterhof ist halt eine Marke, ne, und ich meine, den kennt man auch, den Standort, und wir haben uns halt da gedacht, da wären wir doch blöd, wenn man sagen würde, okay, da machen wir jetzt Titanic Sylterhof.
- 28:27 Ronald M. Arndt
Ja, ja, genau.
- 28:27 Aytaç Aygün
Dann haben wir gesagt, okay, das soll so bleiben, wie es ist. Das hat seinen Charme, ne, ist eine Berliner Urmarke, und das wollen wir nur wiederbeleben.
- 28:34 Ronald M. Arndt
Und München, definitiv auch spannender Standort, ne?
- 28:37 Aytaç Aygün
Oh ja, sehr.
- 28:38 Ronald M. Arndt
Ich glaube Richtung Olympiapark.
- 28:40 Aytaç Aygün
Genau, sehr gut. Ja, ja, genau. Das ist dadurch Standort, mit knapp 400 Zimmern, mit Short- und Longstay-Anteil. Ist ein schöner Mix.
- 28:49 Ronald M. Arndt
Ja, da hat meine Frau studiert, das kenne ich alles. Auch Joggen, kenne ich jeden Grashalm, glaube ich, da.
- 28:58 Katharina Beatriz Varga
Nachdem du deine 4 Kaffee hattest, laufen gehen.
- 29:02 Ronald M. Arndt
Ja, also es geht weiterhin vom Wachstum organisch weiter.
- 29:08 Aytaç Aygün
Ja, also soweit es geht. Also ich meine, es geht natürlich.
- 29:10 Ronald M. Arndt
Oder klopft da ab und an mal auch ein Großer an? Und hat mir jetzt auch zuletzt immer öfters gehört. Und sagt, hier, wie schaut's aus?
- 29:18 Aytaç Aygün
Ja, ich denke mal, also das natürlich, wenn du etwas gut kannst, dann kommen irgendwann mal die einen oder anderen. Ja, ja, ich meine, dann kommen halt die einen oder anderen und sagen, hey, guck mal, manchmal geht es auch schneller. Schau mal, das, was er da macht, macht er sehr gut. Können wir ein bisschen von dem was haben? Und dann bekommt er dafür das und das. Also ist klar. Ich meine, die Frage ist nur, wohin wollen wir? Als Firma und als Gruppe. Und bis dato haben wir das tatsächlich wirklich sehr self-doing und organisch halt gemacht. Und das ist auch der Weg. Also da ist jetzt nicht groß irgendwie, dass wir sagen, okay, wir verkaufen jetzt die Hälfte und machen dann nur Party auf einer Yacht oder so, sondern das treibt uns ja auch an, also die neuen Projekte und wirklich tolle Sachen auch zu kreieren und auch Jobs da zu schaffen.
- 30:08 Ronald M. Arndt
Hier für Menschen zu schaffen und auch das Familienerbe natürlich immer wieder eine Generation.
- 30:12 Aytaç Aygün
Ja, also ich meine, wir sind jetzt in der zweiten Generation, genauso motiviert ist. Ja, genau, wir sind jetzt in der zweiten Generation und wie gesagt, ich habe auch schon vorhin angesagt, wenn es die dritte überlebt, dann ist es für die Ewigkeit.
- 30:26 Katharina Beatriz Varga
Also sind wir gerade in einer sehr, sehr speziellen Phase und zweite, dritte und Gibt's schon eine potenzielle Dritte, die auch schon Interesse irgendwie äußern, in die Hotellerie mit einzusteigen?
- 30:43 Aytaç Aygün
Doch, doch, schon. Also ich meine, die anderen, also es sind nicht alle tatsächlich, das sage ich auch ganz offen, die natürlich sagen, okay, wir sind jetzt Feuer und Flamme und wollen das machen. Viele sagen auch, okay, ich habe überhaupt gar keinen Bock auf das, ich mache was ganz anderes, Tierärztin oder auch irgendwas anderes. Also die haben komplett eine andere Vorstellung, was sie im eben machen wollen.
- 31:02 Katharina Beatriz Varga
Alex sucht nach einer großen dritten Generation. Wenn du sagst, sie haben nicht alle Interesse.
- 31:06 Aytaç Aygün
Genau, ja, ja, wir sind ja schon eine Menge. Ich meine, wenn ihr schon gehört habt, 6 Brüder, Frau, Kinder, mindestens 2 bis zu 4, deshalb dann ist man da schon eine Truppe. Und ja, also es gibt die ein oder anderen, die das noch machen wollen, aber andere auch, die komplett sagen so, nee, thank you, no thank you. Es ist ja auch schön, man hat das Privileg zu sagen, ich muss nicht. Und früher war das anders. Früher war, wie gesagt, zur Level, ob du fit bist. Und deshalb ist das schön, dass man jetzt auch sagen kann, okay, man kann auch was anderes machen.
- 31:39 Ronald M. Arndt
Wie lange bist du schon unternehmerisch, wahrscheinlich schon als Kind tätig?
- 31:44 Aytaç Aygün
Also ich war in Kreuzberg an der Kasse mit, ich glaube, 6 oder 7, habe die Trinkgelder mir eingeheimst. Und nee, aber seither sehe ich ja schon, wie die Familie halt in Gastro ist und Hotels. Und du fühlst dich ja dann auch irgendwie halt wohl, ne, also in der Lobby oder wo auch immer. Von so klein auf. Und ja, ich wollte eigentlich auch was ganz anderes machen. Ich wollte Kinderarzt werden, aber ja, hat sich dann irgendwie anders entwickelt. Und dann wurde man dann auch hier reingeworfen, mit eigener Zustimmung dann. Und dann hat es sich entwickelt und dann hat man es auch lieben gelernt. Es ist so etwas, was man nicht jetzt irgendwie sagt, okay, ich mache das jetzt, weil das mein Job immer, sondern man kommt da rein und denkt, okay, es macht Spaß, es ist schön, und du gibst was auch zurück, und, und, und du hast jeden Tag was Neues, und das ist schon wirklich sehr, sehr spannend.
- 32:46 Ronald M. Arndt
Was war so der schwierigste Moment so in der ganzen unternehmerischen Laufbahn?
- 32:52 Aytaç Aygün
Schwierigste Moment waren natürlich Sachen, wo man sagt, okay, das kannte man so nicht. Ich meine, im Endeffekt kommt man aus dem Studium in der Schweiz und denkt, okay, der Bachelor, der ist jetzt für mich hier der Orden, ja, damit kann ich alles machen im Leben. Aber Straßenpraxis und so, der Real Life ist halt was komplett anderes. Und da wird man sofort oder schnell eines Besseren belehrt. Und ja, die ganzen Bauphasen, also ich meine vom Hotel, wenn man das so miterlebt, das prägt einen sehr, wo man dann sieht, okay, da ist jetzt wirklich nur so braches Land und dann so in 18 Monaten steht da halt das Hotel. Und der Weg Also die Station, das ist schon wirklich hart manchmal, weil du brauchst halt die Geduld, den langen Atem.
- 33:42 Katharina Beatriz Varga
Vor allem brauchst du dann doch schon die Geduld, wenn du im Vergleich das siehst, was man in der Türkei bauen kann.
- 33:48 Aytaç Aygün
Ja, ich glaube, auf das Thema sollten wir nicht eingehen.
- 33:50 Katharina Beatriz Varga
Ich glaube, das ist noch mal eine eigene Folge, oder?
- 33:52 Aytaç Aygün
Ja, sehr, weil ich meine, im Endeffekt tatsächlich war es auch so, dass wir hier teilweise mit Projekten angefangen haben und in der Türkei wurde ein viel größeres sogar angefangen. Später als hier, dann wurden die schon fertig und wir waren noch nicht mal hier halbwegs fertig. Da merkt man einfach nur, okay, wie die beiden dann einfach ticken können.
- 34:13 Katharina Beatriz Varga
Und dass es halt auch funktioniert.
- 34:15 Aytaç Aygün
Genau, und dass es auch funktioniert.
- 34:16 Katharina Beatriz Varga
Genau.
- 34:17 Aytaç Aygün
Anders. Und ich meine, im Endeffekt, da haben wir dann oft viele Telefonate und Lächeln gehabt und gesagt, okay, guck mal, ihr seid noch nicht fertig und wir sind hier schon mit dem Ding hier fertig. Mussten wir uns oftmals hier rechtfertigen. Haben wir erzählt, ja, hier Denkmalschutz und das und das und das braucht seine Zeit.
- 34:35 Katharina Beatriz Varga
Ja, aber selbst wenn man das erzählt, ist es ja nicht so, dass es verstanden wird, weil das einfach so eine andere Art und Weise ist.
- 34:42 Aytaç Aygün
Nee, wird nicht verstanden, will man auch nicht verstehen. Mag sein, okay, alles schön und gut, aber wie gesagt, ich bin Berliner, ich bin hier groß geworden und ja, das ist halt, ich denke mal, so ein Landthema. Ja, bauen ist hier schwierig. Aber wenn man es dann schafft, dann?
- 35:01 Katharina Beatriz Varga
Ja, man sagt ja auch, wenn du in Deutschland schon mal gebaut hast, dann kannst du überall bauen. Aber wenn du überall gebaut hast, heißt das noch lange nicht, dass du in Deutschland bauen kannst.
- 35:09 Aytaç Aygün
So sieht's aus. Und wir können es ja in beiden Ländern.
- 35:12 Ronald M. Arndt
Genau, und hier die Stärken aus beiden Kulturen, aus beiden Ländern zusammenzuwerfen in einem Familienunternehmen. Das ist, glaube ich, eine ganz besondere Sache.
- 35:20 Aytaç Aygün
Ja, dann.
- 35:25 Ronald M. Arndt
Bedanken wir uns.
- 35:27 Aytaç Aygün
Das war's schon, okay.
- 35:28 Ronald M. Arndt
Naja, außer du hast jetzt noch die Special News, die heute hier unbedingt in den 150. Hotel-Podcast reingehört. Welche Ankündigung, welche Top-Leute hat der Aytaç gerade geholt? Gibt's noch ein Projekt? Nein?
- 35:42 Aytaç Aygün
Ja, es gibt ein Projekt, aber nicht in Deutschland. Was damit? Nee, nicht hier leider. Aber nichtsdestotrotz, es ist ja, es ist halt die Gruppe, es ist sehr schön, dass die Gruppe auch wächst. Und wir haben in Deutschland, aber in Dach, nee, auch nicht in Dach, in der Türkei, das Saint-Tropez der Türkei, da bauen wir unsere zweite Anlage. Und da sind wir gerade derzeit in der Baurechtschaffung. 300 Zimmer werden es ungefähr, Villen, High-End-Top-Kundensegment. Und das wird saisonal, ist das, Bodrum macht auf so ca. im April, Mitte April bis Ende September. Und da haben wir bereits schon eine Anlage mit knapp 600 Zimmern seit 2016 und haben jetzt, wie gesagt, in der Pandemiezeit haben wir uns dann Land da gesichert, Und fangen jetzt an zu bauen und wollen dann eröffnen Mitte '27. Und Ende dieses Jahres machen wir auch noch ein weiteres Projekt auf, aber wieder nicht hier in der DACH-Region, sondern in Sharm el-Sheikh in Ägypten. Genau, ist unser erstes Franchise-Projekt. Genau, ist auch ein Resort, wo wir sozusagen das Management machen. Der Häuser. Also wir stellen sozusagen unsere Marke und die Guidelines, und der Eigentümer, der baut das nach unseren Vorstellungen und nach dem Konzept von uns. Und das geht Ende des Jahres dann live, genau, so November, glaube ich.
- 37:32 Katharina Beatriz Varga
Wahnsinn! Schön, dass du die Frage noch gestellt hast, Ronald, dass wir die Info jetzt zum Schluss noch bekommen haben.
- 37:36 Ronald M. Arndt
Schön, dass ihr noch weitermachen wollt. Super, wir sind gespannt. Wir halten die ganze Audience natürlich jetzt auch über den Kanal auf dem Laufenden. Ich glaube, das ist wirklich besonders spannend bei so einem Familienunternehmen mit dem Hintergrund, mit der Leidenschaft, mit der Power, mit der Geschwindigkeit.
- 37:56 Aytaç Aygün
Ja, danke euch, vielen lieben Dank fürs Kommen.
- 37:58 Ronald M. Arndt
Wir feiern heute Abend noch ein bisschen die 150. Folge, Katharina, hier in Berlin.
- 38:02 Aytaç Aygün
Ja, warum denn später noch mit dem Ralf Althoff?
- 38:06 Ronald M. Arndt
Genau, richtig. Deswegen immer noch dran. Danke, Ayça.
- 38:09 Aytaç Aygün
Merci, danke fürs Kommen.