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Germany · Episode #151 · 17.06.2025 · 41 Min

Patrick J. Jonek, Kimpton Main Frankfurt

Patrick J. JonekKimpton Main Frankfurt
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Aufgenommen: Kimpton Main Frankfurt, Frankfurt am Main

Standbild aus der Episode mit Patrick J. Jonek Germany41 Min

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„Die Leute sollen … zu Lazuli kommen und dann sagen, oh, ist ja ein Hotel dabei, das wussten wir gar nicht.“

Patrick J. Jonek, 26:33

Patrick J. Jonek verantwortet Marketing und Sales im Kimpton Main Frankfurt, dem ersten Kimpton in Deutschland, das Mitte März eröffnet hat. Er erklärt, warum die Marke so lange auf den passenden Standort gewartet hat, wie Interior Designer Tom Bartlett Bauhaus mit modernem Twist hinter die erhaltene Fassade des alten Deutsche-Bank-Hauses gebracht hat und warum das Rooftop Lazuli der Demand Driver des Hauses ist. Dazu Social Hour, Recruiting ohne Recruiting-Day und die Vision, Social Hotspot der Stadt zu werden. Jan Simon ist erstmals als Co-Host dabei.

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Kernaussagen

  1. Marke braucht Standort: Kimpton hat auf den passenden Standort und Stadtteil gewartet, bevor die Marke nach Deutschland kam. In Europa waren es zum Zeitpunkt der Aufnahme ungefähr 12 Hotels, in den USA rund 60.
  2. Bauhaus mit Twist: Tom Bartlett mit seinem Studio Waldo Works aus London hat das Haus gestaltet: Bauhaus mit großem Materialmix, von der alten Bankschalterhalle im Deutsche-Bank-Gebäude über die Zimmer bis zum Rooftop, wo Bauhaus auf Bohemia trifft. Die historische Fassade steht unter Denkmalschutz.
  3. Rooftop zieht Nachfrage: Lazuli, Bar und Restaurant auf dem Dach, nennt Jonek den Demand Driver des Hotels. Die Gastronomie soll eigenständig funktionieren, Gäste sollen zu Lazuli kommen und erst dort merken, dass ein Hotel dazugehört.
  4. Social Hour täglich: Von 17 bis 18 Uhr lädt das Haus seine Hausgäste zur gehosteten Social Hour, weltweit ein Kimpton Signature. In Frankfurt mit eigener kleiner Cocktailkarte statt nur Wein, immer begleitet von jemandem aus dem Management.
  5. Recruiting ohne Recruiting-Day: Der geplante Recruiting-Day war nicht nötig, Stellen von Line-Staff bis Management waren besetzt. Jonek führt das auf die neue Marke, die Lage mitten in der City und das Bauprojekt mit vier Türmen zurück, in dem 6000 Menschen leben sollen.

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Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:00
    Ronald M. Arndt

    Du bist Badener und beim Jan Simon, der hat sogar schwäbische Wurzeln, war das nicht so?

  2. 00:05
    Jan Simon

    Ja, tatsächlich, ja. Französisch.

  3. 00:09
    Ronald M. Arndt

    Französisch-schwäbisch.

  4. 00:10
    Jan Simon

    Ja, liegt ja sehr nah.

  5. 00:11
    Ronald M. Arndt

    Bester Mix, wenn man mich so ein bisschen kennt. Und bei dir war es Baden, glaube ich, gell?

  6. 00:16
    Patrick J. Jonek

    Richtig, komme aus Baden-Baden tatsächlich.

  7. 00:18
    Ronald M. Arndt

    Aus Baden-Baden?

  8. 00:20
    Patrick J. Jonek

    Ja, also aus einer kleinen Ortschaft in Baden-Baden. Wenn du die Badener fragst, dann gehört der nicht dazu, ist im wunderschönen Rebland. Weinregionen.

  9. 00:28
    Ronald M. Arndt

    Was lässt sich von Baden-Baden auf Frankfurt übertragen? Der Genuss.

  10. 00:34
    Patrick J. Jonek

    Der Genuss, genau.

  11. 00:35
    Ronald M. Arndt

    Qualität.

  12. 00:36
    Patrick J. Jonek

    Qualität, schön gesagt. Genau, aber es muss ja auch seinen Grund geben, nach Baden-Baden zu fahren.

  13. 00:43
    Ronald M. Arndt

    Gut, heute sind wir in Frankfurt am Main im neuen Haus von Kimpton.

  14. 00:50
    Patrick J. Jonek

    Richtig, herzlich willkommen bei uns, das neue Kimpton Main Frankfurt. Wir sind seit März am Start. Mitte März haben wir endlich geöffnet und ja, das erste Kimpton in Deutschland. Und schön, dass ihr da seid.

  15. 01:04
    Jan Simon

    Gratulation!

  16. 01:05
    Patrick J. Jonek

    Vielen Dank.

  17. 01:06
    Ronald M. Arndt

    Das erste Kimpton in Deutschland, das erste Mal, dass der Jan Simon als Co-Host dabei ist.

  18. 01:11
    Patrick J. Jonek

    Grüße dich! Wir freuen uns.

  19. 01:12
    Jan Simon

    Danke.

  20. 01:14
    Ronald M. Arndt

    Warum hat es so lange gedauert, bis das Kimpton nach Deutschland kam?

  21. 01:17
    Patrick J. Jonek

    Ich glaube, es ist wie bei allen Neubauprojekten oder Hotelprojekten, dass man generell die Marke Kimpton, ja, ja, man wartet natürlich auf den richtigen Standpunkt, Standort und Ja, es ist nicht einfach, eine Marke in einen neuen Markt zu bringen, und gerade bei Kimpton, wo es ja wirklich eine sehr spezielle Brand ist, wenn man sich die anderen Häuser anguckt in Europa zum Beispiel, da sind wir ungefähr bei 12 Hotels aktuell, da muss es schon passen. Da muss die Location passen, da muss der Stadtteil passen, da geht das nicht überall.

  22. 01:55
    Ronald M. Arndt

    Und als Kimpton auf dich zukam, wahrscheinlich war es nicht so, dass du auf Kimpton zugegangen bist. Kanntest du die Marke da schon oder war dir die dann neu?

  23. 02:04
    Patrick J. Jonek

    Ich kannte sie tatsächlich, aber ich habe mich nie so richtig damit befasst. Also es war für mich schon relativ neu. Wusste natürlich, dass sie zu IHG gehört und dass das die Lifestyle-Boutique-Marke ist. Aber bis dato hatte ich einfach noch nicht die Anknüpfungspunkte mit der Marke. Kam ja ein bisschen aus der Marriott-Franchise-Richtung. Und das war dann schon ein Begriff, aber dann vieles gelernt in dem ganzen Prozess und auch bis jetzt, wo wir hier stehen.

  24. 02:32
    Ronald M. Arndt

    Also die Marke mal ein bisschen zu verorten: Du hast schon gesagt IHG, und dann heißt es, glaube ich, IHG Luxury Lifestyle Collection, richtig? Da steckt sie drin, die Marke Kimpton.

  25. 02:43
    Patrick J. Jonek

    Ja, Luxury Lifestyle Collection bei IHG ist so das Top-Tier, wo auch Marken wie Six Senses, InterContinental natürlich die meistbekannteste wahrscheinlich, und dann Kimpton eben im Lifestyle-Bereich. Luxury-Lifestyle-Marke. Es gibt dann noch weitere Lifestyle-Marken im ein bisschen weiter unteren Segment, und da ordnen wir uns ein. Ist Mitte der 2000er Jahre zu IHG gekommen, war damals von Bill Kimpton gegründet worden in den USA, in San Francisco, in den 80er Jahren. Er hat tatsächlich damals die Boutique-Hotellerie miterfunden, kann man sagen. Also er war der Pionier damals in der Zeit der Kettenhotellerie, hat er sich gedacht, ich muss da was Neues machen, ich muss das Ganze brechen. Und hat gesagt, wir machen individuelle Boutique-Lifestyle-Hotels, die individuell sind und die einzigartig sind. Und das war ein Erfolg, sodass wir dann 2016, was glaube ich, zu IHG dann gekommen sind. 2013, 2016.

  26. 03:43
    Ronald M. Arndt

    Und dein Background ist ja auch die Welt des Designs, mehr oder weniger, Jan Simon.

  27. 03:46
    Jan Simon

    Das stimmt, ja.

  28. 03:47
    Ronald M. Arndt

    Von daher denke ich mal, fühlst du dich hier gleich wohl, oder?

  29. 03:51
    Jan Simon

    Absolut. Also großes Kompliment auch. Du wirst mit Sicherheit ein bisschen was über den Designer erzählen oder wer das auch entworfen hat hier. Aber es ist schon besonders, aber auch auf eine schöne Art, muss ich sagen. Also es hat natürlich sehr viel Design. Ich sehe, man sieht auch, woher ihr kommt. Und ich finde die Frage, die du vorher gestellt hast, mit warum erst jetzt, die ist schon ganz gut. Aber ich denke auch, dass man gerade so eine Marke, die so spitz ist, eben auch dementsprechendes Surrounding braucht. Wo tritt man eigentlich auf und wo verstehen im Zweifel vielleicht auch die Kunden erst das Konzept?

  30. 04:36
    Ronald M. Arndt

    Druck bringt da nichts. Also die Marke an den falschen Ort zu bringen, richtig, genau, einfach vergebene Liebesmüh. Mir ist die Farben, die Farben sind mir gleich aufgefallen. Also das macht froh, dass sie es haben.

  31. 04:50
    Patrick J. Jonek

    Das ist ein guter, guter Punkt. Das ist genau das, was Tom Bartlett, unser Interior Designer mit seinem Studio Waldo Works aus London, eben kreieren wollte. Das Zimmer, wo wir uns befinden, oder eine unserer Suiten, soll Energie bringen, soll inspirieren, soll zum Nachdenken anregen, und es soll vor allem unvergesslich sein. Sein Credo war so immer, wir checken aus zu vielen Hotels aus, die einfach vergesslich sind, wo wir einfach nicht mehr wissen, wie war jetzt, wie sah das Zimmer aus, wie sah das Hotel aus. Und er hat da einfach gesagt, wir machen das anders, hat natürlich im ganzen Design das Bauhaus- Thema aufgegriffen, was für Deutschland und die deutsche Architektur natürlich sehr wichtig ist, hat aber gesagt, wir machen Bauhaus mit einem modernen Twist. Also es ist nicht reduziert auf diverse wenige Materialien, sondern haben wir einen sehr großen Materialmix. Die Farben natürlich Bauhaus, also in die Bauhausrichtung, viel mit Chrom gearbeitet, viele Formen, viele, viele Linien, die sich durchziehen durch das ganze Gebäude. Und hat dann aber auch das Ganze ein bisschen verspielter gemacht, indem er von unten, von der Arrival Experience Lobby, wo es alles so ein bisschen ernster ist, eine alte Bankschalterhalle, wir sind übrigens im alten Deutsche Bank Headquarter, über die Zimmer, wo es sehr verspielt Bauhaus zur Geltung kommt, und oben Rooftop, was ihr jetzt beide noch nicht gesehen habt, da freue ich mich drauf, euch das heute Abend zu zeigen.

  32. 06:24
    Jan Simon

    Wir uns auch.

  33. 06:25
    Patrick J. Jonek

    Da bricht dann das Bauhaus-Thema und trifft auf Bohemia und hat das Ganze ein bisschen mediterraner in den, in das Revival von Bauhaus in den 80er Jahren in Tel Aviv und Miami gebracht. Und man fühlt sich ja auch so wie ein bisschen auf dem Kreuzfahrtdeck, also so ein bisschen erhöht, hat den maritimen Charakter und sieht immer wieder diesen Bauhaus-Aspekt in den Fliesen und so. Das ist ganz interessant.

  34. 06:54
    Ronald M. Arndt

    Ja, wir verlängern den Tag heute noch ein bisschen, machen den Tag noch zur Nacht, unser erstes Realtalk-Dinner heute Abend.

  35. 07:00
    Jan Simon

    Da freuen wir uns.

  36. 07:01
    Ronald M. Arndt

    In eurem Restaurant. Da vielleicht kurz den Namen dazu.

  37. 07:06
    Patrick J. Jonek

    Das Restaurant auf dem Rooftop ist Lazuli, Lazuli Bar und Restaurant. Kommt vom Stein Lapislazuli, der blaue Edelstein, sehr bekannt. Ihr werdet später auch sehen, warum es den Namen trägt, und das ist auch so für uns ein tolles Storytelling dort oben. Dazu kommt, dass wir eben ein Rooftop haben, was man in Frankfurt nicht genug haben kann. Wir sitzen nicht über den Säcken.

  38. 07:29
    Ronald M. Arndt

    Ist auch gar nicht so einfach, gell?

  39. 07:30
    Jan Simon

    Nee, ist nicht einfach.

  40. 07:32
    Patrick J. Jonek

    Da können wir uns schon glücklich schätzen.

  41. 07:35
    Ronald M. Arndt

    Und was manchmal Ortens Rooftop ist, woanders Rooftop ist, ist hier Erdgeschoss.

  42. 07:44
    Patrick J. Jonek

    Ja, da lässt sich drüber streiten. Okay, wir sind gespannt. Genau, wir haben ein Rooftop, unser Dach, und das ist, wie wir es schon merken, der Demand Driver für unser Hotel. Jeder will dort hoch. Wir haben eine tolle Aussicht, wir haben tolles Mobiliar, eine schöne Küche, mediterran angehaucht. Aber es geht bei uns vielmehr um die Experience. Also das, was man erlebt, und einfach dieses einzigartige Gefühl mit dieser ganzen Geschichte, die Kimpton mit sich bringt und die Lazuli daneben auch weiterführt als eigenständige Marke in unserem Hotel.

  43. 08:17
    Ronald M. Arndt

    Ja, jetzt hast du gesagt, ich finde, man merkt das auch.

  44. 08:20
    Jan Simon

    Also ich habe 20 Jahre Erfahrung auch mit Reisen natürlich, berufliches Reisen. Also was du sagst, rein, raus, und man hat es eigentlich vergessen. Das wird einem hier nicht passieren, denn allein schon die Türklinke ist besonders, habe ich schon gemerkt. Und das ist schon schön, wenn man weiß, oder wenn man so viele, ja, Nächte in Hotels verbracht hat, und dann kommst du in etwas, das besonders ist, bleibt ja auch in Erinnerung. Also ich kann dir wahrscheinlich 5 nennen, die ich in 20 Jahren wieder beschreiben könnte, detailgetreu. Und das waren eben immer Hotels, die auch dieses Storytelling hatten. Und ich glaube auch, wie du sagst, dass der Designer hier auch die Möglichkeit hatte, durch IHG sich dementsprechend dann auch, ja, auszuleben, finde ich schwierig. Aber dieses Storytelling radikal zu verfolgen, das muss ja auch ein Auftraggeber sein, der da auch mitspielt. Und das ist in vielen Marken eben nicht möglich, und bei euch ist es das.

  45. 09:23
    Patrick J. Jonek

    Ja, vollkommen richtig. Und ich finde es auch schön, dass du das ansprichst, weil es immer schön, mit designaffinen Menschen zu sprechen, die das auch wertschätzen, die Wertigkeit Materialien, die Liebe zum Detail, die hier sehr deutlich wird, und dass man eben auch auf den zweiten Blick erst ganz viel erkennt, wo Toms Gedanken herkommen und warum er das so umgesetzt hat. Und das ist auch für uns ganz spannend. Das ist für unser Team nicht einfach nur ein Hotel, wo wir arbeiten, oder ein cooles Lifestyle-Hotel, sondern hier haben wir ganz, ganz viel zu erzählen. Und es ist auch wichtig, weil sonst versteht man das Produkt nicht. Sonst ist das für den einen oder anderen nur bunt, aber es hat halt seinen Grund, warum es so bunt ist und warum das dann aber oben ganz anders ausschaut. Und das macht halt Spaß an dem ganzen Projekt.

  46. 10:14
    Ronald M. Arndt

    Hat's immer Spaß gemacht, seitdem ihr angefangen habt, die Eröffnung vorzubereiten?

  47. 10:19
    Patrick J. Jonek

    Ja, ich glaube das. Ich musste mir auch, bevor ich die Rolle angetreten bin, viel anhören, dass es hart wird, dass es eine heftige Zeit sein wird. Und das ist in gewisser Weise auch richtig. So ein Pre-Opening ist nie Es ist kein Zuckerschlecken, aber es ist unheimlich spannend und mit ganz, ganz viel Spaß. Natürlich auch Kopfschmerzen hier und da. Man muss mit der Stadt zusammenarbeiten, das ist nie einfach. Man trifft auf Challenges, die so nicht vorhergesehen waren. Ja, also das kommt natürlich einher, aber das ist ja das, woran man wächst. Ich habe unheimlich viel gelernt in dieser Zeit und ich glaube, wir alle haben viel gelernt, aber es einfach einzigartig, ein einzigartiges Erlebnis, so ein Hotel mitzuformen, gestalten, die ganze Brand Identity zu kreieren from scratch. Also das, ne, das, das ist schon einzigartig und einmalig und kann ich nur jedem empfehlen in der Branche, sich mal ein Pre-Opening anzuschauen. Das macht definitiv Spaß.

  48. 11:27
    Jan Simon

    Und wenn ich fragen darf, wie bist du zur Hotellerie gekommen? Wenn wir jetzt gerade mit diesem Macht mal, probiert mal, war das auch so oder war das schon auch ein Plan dahinter?

  49. 11:40
    Patrick J. Jonek

    Ein Plan indirekt. Also es hat keiner zu mir, also meine Eltern haben nicht gesagt, mach mal, das ist schon was. Gar nicht. Ich bin irgendwie aus eigenem Interesse als junger Kerl zur Hotellerie und ja, für mich also ganz banal. Ich habe in Baden-Baden die ganzen Hotels gesehen und die Flaggen draußen. Für mich war das Internationalität, Leute aus überall und hat für mich halt so aus dem Dorf kommend, war das für mich die große Welt und das hat mich fasziniert. Und dann habe ich hier Praktika gemacht, hier und da, und bin irgendwann dann in der Gastronomie erst gelandet und bin dann aufgrund eines Zwischenfalls, die, die mich kennen, das ist immer eine ganz lustige Geschichte, bin ich meiner Direktorin gefolgt, die in ein Boutiquehotel gegangen ist, neu eröffnet in Baden-Baden, ganz kleines Boutiquehotel. Und das hat mich geprägt, da habe ich gemerkt, okay, das ist genau das, was du machen willst. Und bis heute, und ich sage immer wieder, wenn man Hotellerie mit Leidenschaft macht, dann macht es auch Spaß. Dann kann man auch was werden. Dann ist es einfach ein tolles Umfeld, ein tolles Leben, tolle Arbeit. Also man geht, man steht morgens gerne auf, geht zur Arbeit, man hat Spaß mit seinesgleichen. Ja, so bin ich zur Hotellerie gekommen.

  50. 12:53
    Jan Simon

    Das heißt, das Kompliment an euch ist der zufriedene Gast oder mehr?

  51. 13:00
    Patrick J. Jonek

    Der zufriedene Gast. Und wenn der Gast seine Geschichte weitererzählt. Das finde ich immer, ist das, was dazugehört, weil zufrieden gehen wir alle irgendwie aus dem Hotel raus, aber es ist diese Extended Journey, wie wir sagen. Was nimmst du mit? Was erzählst du weiter? Wie teilst du es mit deinem Umfeld, was ich erlebt habe, oder so mein Erlebnis generell? Das ist ja nicht nur im Hotel, und das ist das, was für uns ein Kompliment ist einerseits, aber auch was die beste Werbung ist und was uns weiterbringt am Ende.

  52. 13:33
    Jan Simon

    Und wahrscheinlich auch die größte Herausforderung.

  53. 13:36
    Patrick J. Jonek

    In der Tat, ja, muss man so sagen.

  54. 13:40
    Jan Simon

    Was ich ja an der Hotellerie so schön finde, sie ist immer, nicht immer, aber primär positiv behaftet für Menschen. Wenn du sie fragst, hey, weißt du irgendwas, dann erzählen sie dir erst mal über Tipps.

  55. 13:51
    Patrick J. Jonek

    Richtig.

  56. 13:52
    Jan Simon

    Oder das Gegenteil. Ja, und deshalb ist das ganz schön, wie du sagst, dass diese Extended Journey für euch natürlich maßgeblich wichtig ist, dass er einfach mit nicht nur einem guten Gefühl, sondern mit einer Story nach Hause geht, die er dann auch gerne erzählt. Denn ich denke auch, dass Geschichten uns Menschen sehr nahe sind, von Kindesbeinen an. Und die Geschichte hier ist natürlich toll, die ist wirklich sehr, sehr gelungen. Also ich fühle mich pudelwohl, bin noch nicht so lange hier, aber es ist toll.

  57. 14:25
    Patrick J. Jonek

    Der erste Eindruck zählt ja bekanntlich.

  58. 14:27
    Jan Simon

    Ja, ist genauso wie mit dem ersten Gefühl.

  59. 14:31
    Ronald M. Arndt

    Im März habt ihr eröffnet. Hast du gesagt, den Ronald, meinen Namensvetter, an deiner Seite, den kanntest du davor schon, oder gab es da irgendwann mal den Tag, wo es dann hieß, lernt euch mal kennen, weil ihr macht jetzt das Kimpton zusammen? Wie war dann dein erstes Gefühl?

  60. 14:48
    Patrick J. Jonek

    Gut, tatsächlich, das war, muss man sagen, ohne Fishing for Compliments, war wie Liebe auf den ersten Blick. Also es war ein Perfect Match, und tatsächlich hat mich ein Headhunter auf, also musste mir einen kleinen Anschubser geben in die Richtung. Ich war schon ein bisschen nach 6 Jahren, war ich schon auf der Suche nach was Neuem, und dann kam dann eben der Hettan da um die Ecke und meinte, hier, da gibt's noch eine Neueröffnung in Frankfurt, das musst du dir anhören, das passt gut zu dir, so was ich sehe. Und ich wusste natürlich, das ist das Kimpton, und so ein bisschen informiert und war aber erstmal vorsichtig. Und das habe ich im Nachhinein noch zu Ronald gesagt, habe gesagt, Ich habe ein bisschen Respekt, in einen Konzern zurückzugehen, ganz einfach. Ich war bei der Gecko Group 6 Jahre. Das ist ein kleines Unternehmen, mittlerweile auch kein kleines Unternehmen mehr, aber es ist kleiner. Und da habe ich mich wohlgefühlt, sehr wohl. Und das ist dann halt schon ein großer Step. Und bei dem Gespräch, ja, war ein perfekter Match. Er hat mir die Ängste genommen, hat mir auch die positiven Seiten des Konzernlebens gezeigt. Und dann war eigentlich klar, dass das jetzt der richtige Schritt ist. Und ja, und es ist eben wichtig, auch natürlich Commercial GM ist immer so eine Konstellation, das muss harmonieren. Und ich denke, wir ergänzen uns da super gut. Und ja, perfect match. Ich bin nach Hause gefahren, meine Frau hat gefragt, und wie war's? Und dann habe ich gesagt, ja, leider gut. Das möchte ich gerne machen. Und dann hat es natürlich funktioniert. Und jetzt bin ich seit einem Jahr mittlerweile schon hier.

  61. 16:22
    Ronald M. Arndt

    Und Frankfurt als Stadt? Jetzt auch privat. Hast du dich gut eingefunden?

  62. 16:28
    Patrick J. Jonek

    Bin schon eine Weile in Frankfurt.

  63. 16:30
    Ronald M. Arndt

    Ach so, über Gecko auch.

  64. 16:31
    Patrick J. Jonek

    Genau, über Gecko. Mich hat es tatsächlich damals nach dieser Bahn-Bahn-Geschichte in den jungen Jahren nicht ganz weit in die Welt getrieben, so wie ich mir das erhofft habe. Bin zwar aufs Kreuzfahrtschiff einmal um die Welt geschippert und dann Frankfurt, Mallorca, St. Moritz und dann wieder nach Frankfurt, den Umständen entsprechend. Und ja, ich sag halt so gerne, Frankfurt ist nicht die Liebe auf den ersten Blick. Es ist generell nicht, bei vielen nicht, aber je länger man Zeit hier verbringt und auch hinter die Fassade schaut, im wahrsten Sinne des Wortes, umso mehr entdeckt man an Frankfurt, was man lieben kann. Nichtsdestotrotz wohne ich außerhalb von Frankfurt, bin gerne hier in der Stadt zum Arbeiten, für den Vibe, den tagsüber aufzusaugen, aber abends dann gerne im Ländlichen.

  65. 17:21
    Jan Simon

    Das ist dann, das schlägt dann noch so bei mir mehr Aber ich glaube, das ist für Frankfurt auch recht normal, ne, dass du die Einwohnerzahl von Frankfurt ist, glaube ich, ich glaube tagsüber ist doppelt, sind doppelt so viele Menschen in Frankfurt, wie hier eigentlich gemeldet sind.

  66. 17:39
    Patrick J. Jonek

    Also das ist so, ist so, ja, also ein bisschen guter Gesellschaft.

  67. 17:42
    Jan Simon

    Ja, richtig.

  68. 17:44
    Ronald M. Arndt

    Wer kommt am Ende dann so ins Kimpton?

  69. 17:46
    Patrick J. Jonek

    Ja, oder was kann man da schon sagen, was den ersten Wochen und Monaten Ja, wir haben ja bei Kimpton und wie bei vielen anderen Marken auch unsere Muse erstellt, also unser Top-1%-Guest, unser, unser, wenn Kimpton Main Frankfurt eine Person wäre, dann wäre es Jakob Steiner bei uns, mittlere 30, nicht zu verwechseln mit Rudolf Steiner, Mitte 30, sehr, sehr angenehmes sechsstelliges Einkommen, pendelt zwischen London und Frankfurt, Finance-Bereich tätig, sehr kunstaffin. Verbindet sich mit den Marken, die wir auf der Goethestraße direkt um die Ecke haben. Das ist so unser gut aussehender Jakob Steiner. Und das ist natürlich nicht nur unsere Zielgruppe. Wir haben natürlich von bis. Wir haben die Corporates, wir haben Lifestyle-Traveller, wir haben aber auch ganz außergewöhnliche Gäste, die bei uns einkehren, die einfach mal was Neues ausprobieren wollen. Viele, die Kimpton kennen aus anderen Ländern und sich freuen, dass wir endlich hier sind. Die Nachbarschaft hat auf uns gewartet. Also es ist bunt gemischt. Und doch sieht man so ein bisschen den Kimpton-Gast in allen.

  70. 18:59
    Ronald M. Arndt

    Hast du dann in der Vorbereitung auf die Eröffnung auch mal ein Kimpton Nirvanas angeschaut?

  71. 19:04
    Patrick J. Jonek

    Tatsächlich durfte ich in den Genuss kommen, einige Kimptons anzuschauen. Das war—

  72. 19:09
    Ronald M. Arndt

    lässt sich da was übertragen?

  73. 19:10
    Patrick J. Jonek

    Ja, definitiv. Was natürlich schön ist, ist, dass jedes Kimpton individuell ist und passt zur Location wie die Faust aufs Auge und hat so die Story aus der Location oder Destination. Und dann ist es umso spannender zu sehen, wie jedes Kimpton eigenständig agiert und so sein eigenes Storytelling betreibt, aber auch den roten Faden, der sich durchzieht. Ich war in Amsterdam, das war glaube ich noch mein erstes, dann in Edinburgh, Glasgow und Manchester. Privat durfte ich dann auch noch das Kimpton Mallorca kennenlernen, ganz toll, zweite Heimat. Und der rote Faden sind halt eben die Kimpton Signatures. Das ist die Social Hour, die überall stattfindet, wo unsere Gäste einladen um 17 Uhr, also wir müssen uns beeilen, dann kriegen wir noch einen Drink. Die Fahrräder, die man kostenlos ausnutzen kann, ganz viele Sachen im Zimmer, Yogamatte zum Beispiel. Also das zieht sich so durch und das findet man überall.

  74. 20:12
    Ronald M. Arndt

    Um 17 Uhr habe ich noch frei. Was war das gerade?

  75. 20:15
    Patrick J. Jonek

    Social Hour.

  76. 20:15
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  77. 20:15
    Patrick J. Jonek

    Ja, wir laden unsere Gäste, also Hausgäste, ab 17 Uhr bis 18 Uhr auf eine Social Hour ein. Das ist dann eine gehostete Cocktailrunde, sag ich mal, Wine Hour hieß es früher. Wir haben das hier bei uns in Frankfurt aufs nächste Level gehoben. Also es gibt bei uns nicht nur Wein und Sekt oder Bier, sondern wir haben eine kleine Cocktailkarte kreiert. Wir haben ganz tolle Bartender hier, ein Barteam aus Frankfurt, die aus der Ambery Bar, aus der ehemaligen Bar, zu uns rübergekommen sind nach Schließung. Ist natürlich toll, und das wollen wir auch unseren Gästen bieten, diese, diese Bar-Experience. Und deswegen nicht nur Wein, sondern auch eine kleine Auswahl an Drinks. Und das ist dann immer mit jemandem vom Management gehostet. Da geht es dann um Connection, Socializing, um Networken. Das ist so der Sinn dahinter. Also da trifft man dann unter den Hotelgästen dann neue Kontakte, macht Geschäfte hier und da. Also das ist eine ganz schöne Crowd, finde ich.

  78. 21:15
    Jan Simon

    Finde ich sehr einladend, klingt einladend.

  79. 21:19
    Ronald M. Arndt

    Erinnert mich ein bisschen an den Sex-C Social Club.

  80. 21:21
    Patrick J. Jonek

    Richtig.

  81. 21:22
    Ronald M. Arndt

    Vielleicht bringen wir den auch noch mal hierher ins Kimpton.

  82. 21:24
    Patrick J. Jonek

    Definitiv, wie gesagt, wir sind offen für Social Media.

  83. 21:27
    Ronald M. Arndt

    Machen wir ein paar Hours draus.

  84. 21:29
    Patrick J. Jonek

    Ja, ja.

  85. 21:31
    Ronald M. Arndt

    Und das ist dann jeden Tag?

  86. 21:33
    Patrick J. Jonek

    Das jeden Tag von 5 bis 6 weltweit.

  87. 21:38
    Jan Simon

    Und ich Ich hatte nur gerade so einen Gedanken, und zwar, wie das wohl wäre, wenn man alle gleichzeitig zusammenschaltet.

  88. 21:50
    Ronald M. Arndt

    Aus dem Zimmer raus.

  89. 21:51
    Jan Simon

    Das sind dann immer andere Unterkurzzeiten.

  90. 21:53
    Patrick J. Jonek

    Das wird ein bisschen schwierig.

  91. 21:55
    Jan Simon

    Da müssen die einen morgens trinken, die anderen abends. Nein, aber das ist schon toll. Also vor allen Dingen, wenn man eben so viel reist wie zum Beispiel ich, dann ist das natürlich eine tolle Gelegenheit. Wobei ich selten um 17 Uhr dann im Hotel bin. Aber das sind dann eher so Pleasure-Reisen. Aber nichtsdestotrotz eine tolle, tolle Idee. Und ich glaube, da trifft man auch die unterschiedlichsten Charaktere, ne.

  92. 22:20
    Ronald M. Arndt

    Wir lassen uns überraschen. Der Frage bist du vorher ein bisschen aus dem Weg gegangen. Es gab Herausforderungen, ja, weil hier, was Design angeht, Möbel, Mobiliar, da konntest du jetzt nicht so viel, oder musstest du auch ein paar Betten tragen, Matratzen? Genau, das haben wir schon oft gehört im Podcast.

  93. 22:35
    Jan Simon

    Das habe ich auch ganz oft gehört.

  94. 22:37
    Patrick J. Jonek

    Aber glücklicherweise, und da kann ich sagen, ist auch wieder so ein Konzernding, das ist einfach so, das ist so gut organisiert von IHG, Das, also ich musste nichts tragen und mein Team auch nicht und keiner von uns. Das ist so gut organisiert, dass man eben sich auf das Wesentliche konzentrieren kann, was natürlich gut ist. Natürlich, das Team schweißt anders zusammen. Wir haben viele andere Dinge gemeinsam gemacht und keine Matratzen geschleppt, aber ich habe es auch oft gehört, ja. Und deswegen, viele waren auch so bei der ersten Site Inspection nach Eröffnung, die waren dann etwas entsetzt, gesetzt, dass ich so entspannt in der Lobby stehe, lächelnd und keine Augenringe, weil einfach, es waren ja, war ein tolles, tolles Pre-Opening, angenehm.

  95. 23:22
    Jan Simon

    Wie viel IHG, oder sagen wir mal aus der Gruppe heraus, habt ihr in Frankfurt, also die ihr zusammen aus der, also IHG-Gruppe kommt?

  96. 23:34
    Patrick J. Jonek

    Wir haben in Frankfurt, ist es das Portfolio nicht, nicht allzu groß. Wir haben einige Holiday Inns und Crowne Plaza. Und das Kimpton und das Intercontinental ja leider nicht mehr. Das war es tatsächlich. Und das ist aber auch ein guter Punkt. IHG ist natürlich gerade sehr am Expandieren. Wir haben letztes Jahr die Novum Hospitality ja übernommen. Das heißt, es sind dadurch auch einige Holiday Inn's, New Hotels dazugekommen. Also ich habe es unter Holiday Inn gezählt. Und die neueste Akquisition war ja Ruby Hotels mit unserem direkten Nachbarn. Und das freut uns natürlich sehr, ja, nicht nur ein tolles Produkt in der Nachbarschaft zu haben, sondern auch in einem anderen Segment, trotzdem im Lifestyle-Segment, eine schöne Rooftop-Terrasse. Also das ist ganz schön. Und, und IHG investiert natürlich ungemein in Lifestyle- und Luxury-Bereich. Das heißt, da wird noch viel kommen, nicht nur in Frankfurt, sondern auch in Deutschland.

  97. 24:39
    Ronald M. Arndt

    Die Anwerbung von Kollegen und Mitarbeitern, also Neueröffnung, stelle ich mir vor, so eine der großen Herausforderungen. Ist die Story spannender, fällt es einem leichter vielleicht, wenn das eine neue Marke ist von IHG, die hier nach Frankfurt kommt?

  98. 24:57
    Patrick J. Jonek

    Ja, absolut. Und das ist das, was wir gesehen haben. Wir haben nicht, dass alles leicht war für dich, aber jetzt hört sich immer so an, ne, so dieses typische Verkäufergeschwätz, mag ich gar nicht, aber leider ist es so. Das ist die Wahrheit. Ja, es ist die Wahrheit. Wir haben uns nicht schwergetan, Mitarbeiter zu finden, sei es im Management-Level, Line-Staff, Mittelmanagement. Das lief so super smooth. Wir haben alle mit einem großen Recruiting-Day geplant, den wir irgendwann machen wollten. Mussten wir nicht machen, das hat funktioniert. Also es ist tatsächlich, ne, wirklich gut und definitiv ist der Grund dafür, dass, dass wir eine neue Marke sind. Wir sind mitten in der City, das ist wichtig. Wir sind, wir sind Impuls der Zeit, wir sind Teil eines super spannenden Real Estate Projekts vor Frankfurt. Das hat europaweit, hat das Schlagzeilen, Strahlkraft. Und man muss sich mal überlegen, das sind 4 neue Türme in, in der Innenstadt. Das war Europas größtes innerstädtisches Bauprojekt. 6000 Menschen werden hier leben und das will man einfach Teil von sein, das neue Stadtzentrum hier zu kreieren und dann eben auch zu beleben.

  99. 26:15
    Jan Simon

    Die Herausforderung haben Hotels ja häufig, gerade was die Nachbarschaft anbelangt. Also wie integriert man sich, wie kriegt man das, das nicht, dass man eben nur das halt wieder ein Hotel und die Leute kommen und gehen, ne, was ja natürlich ist für ein Hotel. Aber wie integriert ihr so Nachbarschaft, oder habt ihr da Ideen?

  100. 26:33
    Patrick J. Jonek

    Das gehört zur Kimpton-DNA, dass Local Communities eben eine ganz, ganz wichtige Rolle spielen, sei es über die Supplier, aber auch partnerschaftlich die Nachbarschaft mit einzubeziehen. Also es sind verschiedene Bereiche, über die wir da bei dieser Local Community sprechen. Wie gesagt, Supplier ist das Wichtigere, ist aber, dass wir Orte kreieren mit den Kimpton Hotels, die nicht nur für Hotelgäste sind, sondern auch für die Locals. Und ein wichtiger Treiber dafür ist, dass unsere Gastronomiekonzepte in allen Kimpton Hotels so individuell gestaltet sind, dass sie auch frei in der City funktionieren würden. Wir haben da mit der Gorgeous Group gearbeitet aus UK, die einen super Job gemacht haben. Also es ist wirklich, man sieht, das ist was Handfestes. Und die Restaurants sollen individuell funktionieren. Also das soll kein Hotelrestaurant sein, es soll das Anni, die Brasserie, die wir unten haben, sein, und Lazuli, unser Rooftop. Und die Leute sollen, das ist unser Ziel, zu La Suli kommen und dann sagen, oh, ist ja ein Hotel dabei, das wussten wir gar nicht, ne? Und nicht, ah, wir gehen, das kennst du, dieses Rooftop da in dem neuen Hotel in der Innenstadt, das wollen wir nicht. Und das ist dieser Local-Aspekt. Wir wollen die Locals hier zu uns holen. Wir arbeiten mit vielen Partnern hier in der Umgebung zusammen, und das ist das Spannende, weil man bringt eben einen ganz besonderen Vibe ins Hotel.

  101. 28:03
    Jan Simon

    Ja, dieses vom global to local.

  102. 28:06
    Patrick J. Jonek

    Richtig, ja, schön gesagt.

  103. 28:08
    Jan Simon

    Das Schöne, ja.

  104. 28:09
    Ronald M. Arndt

    Und deine Aufgaben noch ein bisschen besser zu verstehen, du bist dann auch fürs Restaurant Marketing, Sales verantwortlich, oder? Absolut. Hört das irgendwann mal auf bei dir?

  105. 28:17
    Patrick J. Jonek

    Naja, es ist das volle Programm, und das ist natürlich was, was man nicht alleine schaffen sollte.

  106. 28:23
    Ronald M. Arndt

    Eigentlich, ja, genau, spannend.

  107. 28:26
    Patrick J. Jonek

    Ja, gehört dazu und ist auch super wichtig, weil gerade wenn man sich so positionieren möchte im Markt, dann muss man genauso viel mindestens Effort in das Restaurantmarketing stecken wie ins Hotel. Und da hat man natürlich dann die verschiedenen Bereiche, die man angehen kann. Aber ja, das ist natürlich auch spannend, gerade auch auf Social Media da die Waage zu finden, dass man einerseits die Outlets eigenständig positioniert, aber dann irgendwie doch beim Hotel zugehörig und die nicht aus den Augen verliert, weil sonst ist es halt einfach nur ein Hotel mit Zimmern und das wollen wir auch nicht. Die ganze Erfahrung oder Experience ist ja mit Restaurant, mit den Menschen, mit den Bars, dass das alles harmoniert.

  108. 29:13
    Jan Simon

    Ja, ich finde das ganz schön, dass du vorher sagtest, ja, du bist nicht allzu weit gekommen, so rein kilometerweise, was das Arbeiten anbelangt. Aber ich finde, umgedreht könnte man ja genauso gut sagen, jetzt kommt die Welt zu euch.

  109. 29:30
    Patrick J. Jonek

    Richtig. Also, und die kommt, die kommt. Das ist der Vorteil, den du hast.

  110. 29:35
    Ronald M. Arndt

    Du warst schon in Baden-Baden bei uns.

  111. 29:38
    Patrick J. Jonek

    Ein Mann von Welt. Dadurch, dass Kimpton eine US-amerikanische Marke ist, ist es natürlich ein großer Vorteil für uns, weil wir eben dort schon sehr präsent sind mit 60 Hotels roundabout. Das heißt, dort kennt man Kimpton und das ist ja dann nach Europa rübergeschwappt mit den 12 Hotels und auch ein bisschen in Asien. Also da ist natürlich noch Education notwendig, aber für uns einfacher als Marke mit dem Apparat IHG hinten dran, uns auf dem internationalen Markt zu positionieren.

  112. 30:17
    Ronald M. Arndt

    Jetzt habt ihr aufgemacht und Kimpton hat eine Menge vorgegeben und im März hattet ihr so das Gefühl, okay, das ist es jetzt, das Endprodukt. Gab es in der Zwischenzeit schon Dinge, wo ihr gesagt habt, nee, das funktioniert dann doch nicht so? Da müssen wir irgendwas wieder wegnehmen oder anders machen. Ich denke gerade die Bank da vor dem Aufzug unten. Ich fand die nett, eine Sitzgelegenheit. Ja, da.

  113. 30:39
    Patrick J. Jonek

    Also viele Kleinigkeiten, wie du sagst. So die Bank stand nämlich auch mal vor der Tür draußen. Also die gehört vor den Aufzug. Und wenn Tom kommt—

  114. 30:48
    Ronald M. Arndt

    oder gehört sie da gar nicht hin?

  115. 30:52
    Jan Simon

    Gut, das wurde rausgeschnitten.

  116. 30:56
    Patrick J. Jonek

    Ja, und das kannst du sicherlich bestätigen, man hat Design auf der einen Seite und man hat die Praxis auf der anderen.

  117. 31:05
    Ronald M. Arndt

    Und wenn der Aufzug zu lange dauert, dann kocht so eine Bank.

  118. 31:09
    Patrick J. Jonek

    Wenn sich der Interior Designer was dabei denkt, dann denkt er sich was dabei. Aber wenn wir merken, wir laufen dagegen oder sonst was, dann funktioniert es halt nicht. Wir haben tatsächlich die Bank, die ist so schön, dass wir gesagt haben, wir müssen draußen ein Placement machen für Lazuli, dass wir ein bisschen Traffic generieren. Und die stand dann kurze Zeit draußen, und dann haben wir aber mitbekommen, dass das für das Holz, das ein sehr hochwertiges Holz ist, auch nicht so gut ist.

  119. 31:33
    Ronald M. Arndt

    Oder hat sich die Stadt gemeldet?

  120. 31:34
    Patrick J. Jonek

    Die Stadt hat sich noch nicht gemeldet.

  121. 31:35
    Ronald M. Arndt

    Wegen der Bank?

  122. 31:37
    Patrick J. Jonek

    Nee, aber ist auch ein heikles Thema. Das liegt bei mir auf dem Tisch. Ja, nicht einfach, weil wir halt eine historische Fassade haben. Die ist ja erhalten geblieben, um das kurz abzuschließen auch noch. Also wir sind hier hinter dem, hinter der alten Fassade der Deutschen Bank, und komplett dahinter wurden die 4 Türme hochgezogen. Nur die Fassade ist erhalten geblieben, und da ist natürlich Denkmalschutz, das müssen wir berücksichtigen und machen wir natürlich auch, gehört halt dazu.

  123. 32:04
    Jan Simon

    Weißt du, wie lange das gedauert hat, also der Bau an sich?

  124. 32:08
    Patrick J. Jonek

    So, ja, 2017 wurde, weiß nicht, unterschrieben so, oder angekündigt, und 2019 war dann Grundsteinlegung Und ja, letztes Jahr wurde dann der erste Tower T4, der kleinste, eröffnet, und dann ging das nach und nach, bis ja Anfang nächsten Jahres sollte dann das gesamte Projekt fertiggestellt werden. Und dann haben wir dann hier 6000 Menschen am Platz.

  125. 32:38
    Jan Simon

    Wow. Apropos Menschen, wie ist es, oder was machst du um dein Team? Es sind ja alle, manche kennen sich, klar, ist Hotellerie, kleine Branche, man kennt sich, aber hier und da werden sie nicht zusammengearbeitet haben. Wie schaffst du das mit einem neuen Team, die zu integrieren oder dich zu integrieren?

  126. 33:00
    Patrick J. Jonek

    Ja, da ist, da ist glaube ich viel, was im Recruiting-Prozess schon passiert, dass man eben die Leute zusammenbringt oder, oder wo man direkt schaut, dass das auch passt. Also nicht nur Talents für jeden Bereich, sich sucht, die gut sind, die unter Umständen aber nicht harmonieren, sondern dass man da schon drauf achtet, könnte das passen, gibt es einen guten Vibe oder nicht. Und das muss ich sagen, habe ich ganz gut gemacht. Haben wir alle ganz gut gemacht. Ich habe ein relativ kleines, also für ein Hotel schon großes Commercial-Team. Okay, sind 8 Leute. Ja, das ist nicht schlecht. Aber wie es dann halt so ist, entwickelt sich. Ich kann sagen, dass super Harmonie bei uns herrscht, super locker. Commercial ist aber auch Spaß, ne? Wir sind super kreativ jeden Tag, und dadurch, dass wir noch am Anfang sind, müssen wir halt noch ganz viel kreieren. Und dadurch ist es Startup-Mentalität, und dann schließen wir uns auch mal im Meetingraum ein, und der Tisch ist voll mit mit Artikeln.

  127. 34:12
    Jan Simon

    Also nee, das war erst 18 Uhr.

  128. 34:15
    Patrick J. Jonek

    Ja, Commercial Team ist ja immer am Champagner trinken. Ja, nee, das funktioniert, denke ich, ganz gut, wenn man die richtigen Leute zusammenbringt.

  129. 34:29
    Jan Simon

    Und wie kommst du zu deiner Kraft? Also wie erdest du dich? Weil du hier sehr trubel, Leute kommen, gehen, du wirst ständig, gibt es neue Themen, mit denen du konfrontiert wirst. Und wie findest du deine Ruhe, deinen Kraftort?

  130. 34:45
    Patrick J. Jonek

    Sehr gute Frage, und ich glaube, ich spreche da irgendwo für uns alle, hoffe ich, durch meinen Sohn, 2 Jahre, der gibt mir unheimlich viel Energie, viel Kraft. Aber es ist so das gesamte Familienthema eigentlich, also mit dem Support meiner Frau, ohne die könnte ich das auch nicht machen, wie ich das hier mache. Dann haben wir noch einen Hund, mit dem bin ich in der Natur, und dieses Gesamtpaket ist, glaube ich, das, was mich mega erdet. Also da gibt es nichts anderes. Ich habe kein Hobby, ich gehe nicht angeln oder Sport leider auch nicht. Also es ist Family. Mein Sohn ist eine Ultra-Bereicherung für mein Leben.

  131. 35:25
    Jan Simon

    Herausforderung und Bereicherung.

  132. 35:28
    Patrick J. Jonek

    Absolut. Wäre gelogen, wenn ich das ausschlagen würde.

  133. 35:31
    Jan Simon

    Das ist auch gut so.

  134. 35:31
    Patrick J. Jonek

    Ronald kann es bestätigen.

  135. 35:33
    Ronald M. Arndt

    Kann ich mit 2 Söhnen, 3 und 6, auch bestätigen. Von der Bank haben wir gerade gesprochen, aber gibt es noch irgendwas, wo ihr gesagt habt, auch vielleicht in puncto Service, oder wo ihr eine Versprechung gemacht habt im März, wo man dann gesagt hat, okay, das ist einfach nicht praktikabel?

  136. 35:50
    Patrick J. Jonek

    Ich würde nicht sagen, dass es irgendwas gibt. Natürlich viele Änderungen, Gestaltungsthema beim Frühstück oder Gästekommunikation, wie sehen bei uns die VIP-Treatments aus, die Social Hour, die war anfangs auch so gedacht, wie der Standard eben ist, wo wir gesagt haben, wir heben sie aufs nächste Level. Vieles, also da war jetzt nicht so, wie gesagt—

  137. 36:17
    Ronald M. Arndt

    Ist ja auch schön zu hören, da kommt was aufs nächste Level noch mal.

  138. 36:19
    Patrick J. Jonek

    Richtig, richtig. Ja, so muss es ja auch sein. Aber war eigentlich nichts, wo wir gesagt haben, das müssen wir irgendwie runterschrauben oder ganz anders machen, weil es nicht funktioniert. Das ist aber auch, glaube ich, dieses Hotellerie-Ding. Man findet Wege und Lösungen, wo es keine gibt. Das konnten wir, glaube ganz gut unter Beweis stellen.

  139. 36:43
    Jan Simon

    Und wie ist deine Vision für die Zukunft für diesen Standort?

  140. 36:47
    Patrick J. Jonek

    Ja, die ist, die ist in der Tat groß. Wir haben viel vor mit der Marke Kimpton, also Dachmarke Kimpton als Kimpton Main Frankfurt. Da schließe ich jetzt unsere Outlets mit ein. Wir möchten, und das, das ist in der DNA verankert von, von der Brand, immer in der Stadt der Social Hotspot werden durch Events, durch Community, eine eigene Community, die wir gerade am Kreieren sind. Wir arbeiten gerade an unserem Eventkonzept. Wir haben ein tolles Lazuli Opening gefeiert, ein einmaliges Erlebnis. Die Leute sind gekommen, die haben gesagt, Patrick, zu allen, was ist das für eine geile Party? Wir haben es aufs nächste Level gehoben und das müssen wir natürlich aufrechterhalten. Und dann eben die Marke bekannt machen. Die Marke ist noch nicht bekannt genug in Deutschland. In Frankfurt tun wir uns gut, weil die Leute drauf gewartet haben, vor allem die Nachbarschaft. Aber das ist die größte Vision, die wir haben, dass wir der Social-Hotspot werden und aber auch ein Wohnzimmer für Kreative für Frankfurt.

  141. 38:04
    Jan Simon

    Ich finde ja gerade diese, diese Social Aspekt, der wird ja immer wichtiger in der Hotellerie, war er ja eigentlich immer, ist die DNA der Hotellerie. Früher sagte man, man geht an eine Hotelbar, das war das Nonplusultra, das war top, top, top. Und ich habe auch das Gefühl, dass die Marken und die Brands das langsam wieder erkennen bzw. dann auch implementieren. Ne, und zu sagen, hey, das ist wirklich hier so ein Spot. Frankfurt ist vielleicht auch noch mal besonders, weil, was wir vorher sagten, die kommen, viele kommen rein, gehen dann, dann bleiben sie vielleicht aber auch noch mal länger einen Moment, trinken was mit Kollegen, wie auch immer, und gehen dann wieder aufs Land in dem Fall.

  142. 38:49
    Patrick J. Jonek

    Und habt ihr da eine Idee, wie ihr das, also diesen Treiber, diesen Traffic bekommen Ja, es gibt unheimlich viele Veranstaltungsformate, die auch schon alle an der Tür klopfen, weil sie das Format zu uns bringen wollen. Also aus Stuttgart nach Frankfurt ist noch mal was anderes als die, die es hier schon gibt. Und das sind diese Networking-Abende in verschiedensten Formaten, die wir, die wir auch bei uns abbilden werden. Wir nehmen natürlich nur das, was gut zu uns passt, wo wir sagen, das ist, das passt zu unserer Community. Aber da gibt's, da gibt's reichlich, und da denke ich, ist es dann die Essenz, nicht einfach das Event von irgendwo zu kopieren, sondern daraus unsere, teilweise unser Event zu machen und unseren Spirit mit reinzubringen.

  143. 39:38
    Jan Simon

    Talk of the Town.

  144. 39:40
    Patrick J. Jonek

    Exakt, das ist die Vision.

  145. 39:43
    Ronald M. Arndt

    Würde ich sagen, dass wir genau da weitermachen. Bisschen Talk of the Town heute Abend. Unserem Dinner. Wir freuen uns drauf. Wie war's, Jan Simon, dein erster Hotel-Podcast?

  146. 40:00
    Jan Simon

    Ach so, ja, nee, also ich finde ja, nee, ich finde das, ich finde das, ich finde das toll, dass das auf eine sehr normale, also wirklich so Real Talk ist, ne. Und man merkte das auch, man kommt hier rein, wir haben uns gleich gut verstanden, ist einfach, einfach ein den Leuten ein bisschen diese, diese Thematik, diese Branche näherbringen, oder denjenigen, die drin sind, noch vielleicht ein paar Inspirationen zu geben. Soll natürlich nichts geklaut werden, aber grundsätzlich natürlich toll. Ja klar, super, hat Spaß gemacht.

  147. 40:37
    Ronald M. Arndt

    Dann freue ich mich auf viele weitere Episoden. Und hier, ich denke, da gibt es noch einiges zu berichten. Ja, hier gibt es noch einiges zu hören, wie ihr immer auf das nächste Level alles hebt. Ja, das soll ja keinen Stress machen, dir fällt ja sowieso leicht alles, haben wir schon gelernt. Aber diesen weiteren Weg natürlich, eine Marke Kimpton zu etablieren in Frankfurt, in Deutschland, das weiter mitzuverfolgen.

  148. 41:01
    Jan Simon

    Ja, da wünschen wir auf jeden Fall viel, viel Spaß an erster Stelle. Dann kommt der Erfolg von alleine in der Regel, richtig?

  149. 41:07
    Patrick J. Jonek

    Ja, und so soll es sein.

  150. 41:11
    Jan Simon

    Und genau, ja, vielen Dank.

  151. 41:13
    Ronald M. Arndt

    Danke dir.

  152. 41:14
    Patrick J. Jonek

    Vielen Dank an euch. Schön, dass ihr da wart.

  153. 41:15
    Ronald M. Arndt

    Bis bald. Ciao. Bis ciao.