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Germany · Episode #160 · 23.12.2025 · 59 Min

Hadi Teherani, Hadi Teherani Architects

Hadi TeheraniHadi Teherani Architects
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Aufgenommen: Büro Hadi Teherani Architects, Hamburg

Standbild aus der Episode mit Hadi Teherani Germany59 Min

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„Ich gucke mir immer das Grundstück an, was ich beplane, und dann sage ich mir selbst immer, der Entwurf ist schon da, du musst ihn nur noch erkennen.“

Hadi Teherani, 18:38

Ronald M. Arndt besucht den Architekten Hadi Teherani in dessen Büro in Hamburg. Teherani erzählt, wie er mit sechs Jahren aus dem Iran nach Hamburg kam, wie ihn Herrenmode und ein alter Porsche 356 zu seinem ersten Auftrag brachten und wie die Kranhäuser in Köln, das Dockland und die tanzenden Türme entstanden sind. Dazu kommen mindestens zehn gebaute Hotels, das Marriott in Freiburg samt Interieur und sein Blick auf eine Baubranche, die um fast 40 Prozent nachgelassen hat.

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Kernaussagen

  1. Hotels als neues Feld: Teherani hat mindestens zehn Hotels gebaut, in Freiburg das Gebäude für ein Marriott samt komplettem Interieur. Bei einem Hotel in Leogang kommt zur großen Spa-Landschaft ein 50 Meter langer Infinity-Pool, der in den See eingelassen ist.
  2. Entwurf aus dem Grundstück: Er schaut sich das Grundstück so lange an, bis er die Fragestellung erkennt. Bei den Kranhäusern standen davor denkmalgeschützte Lagerhäuser, also trug er die Masse nach oben und kam nur mit dünnen Beinen auf den Boden.
  3. Erster Auftrag über Mode: Unter seinem Kölner Büro produzierte er Herrenmode, um in der Stadt ins Gespräch zu kommen. Über seinen Porsche 356 kam der Kontakt zu einem Wettbewerb in Hamburg, den er gewann und als erstes Gebäude ein Autohaus baute.
  4. Baubranche unter Druck: Die Baubranche hat fast 40 Prozent nachgelassen: Banken geben keine Kredite, die gesetzlichen Vorgaben haben die Kosten um weitere 30 Prozent erhöht, Baugenehmigungen dauern zu lange. Er erwartet noch ein paar Jahre, bis sich das zurechtschüttelt.
  5. Arbeit ist das Hobby: Mit 70 fängt er noch neue Felder an, erneuerbare Energien, Solar, Wasserstoff. Morgens geht er 8 Kilometer um die Alster, einmal pro Woche Tennis, weil der Körper abschaltet, was er nicht braucht.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen59 Min · Ronald M. Arndt und Hadi Teherani

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:00
    Ronald M. Arndt

    Ja, lieber Hadi, schön, dass wir heute beide sein dürfen hier in Hamburg. Und du bist ja in Hamburg groß geworden, ne? Ist deine, nicht geboren, aber deine Heimat.

  2. 00:12
    Hadi Teherani

    Also ja, schön, dass ihr hier seid. Jetzt seht ihr mal, wie wir hier in Hamburg arbeiten und das Wetter genießen. Wir haben hier auch mal schönes Wetter.

  3. 00:26
    Ronald M. Arndt

    Ist es immer so? Nee, oder? Das nicht.

  4. 00:28
    Hadi Teherani

    Immer.

  5. 00:28
    unklar

    Immer.

  6. 00:29
    Ronald M. Arndt

    In unserem Herzen immer.

  7. 00:30
    Hadi Teherani

    Wir haben schon lange super Wetter hier.

  8. 00:32
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  9. 00:34
    Hadi Teherani

    Ja, ich bin damals 1960 nach Hamburg gekommen, mit 6 Jahren, und musste dann hier gleich in die Schule, konnte kein Deutsch und habe das dann eben von den Kindern da gelernt. Ja, da habe ich die ganze Schulzeit hier verbracht und zum Studieren dann nach Braunschweig gewechselt. Da habe ich Architektur studiert und mein erster Job hat mich nach Köln gebracht. Also eine kleine Runde habe ich gemacht und dann von Köln wieder nach Hamburg.

  10. 01:17
    Ronald M. Arndt

    Also hat dich Hamburg nicht losgelassen. Und Shenur, du bist auch aus Hamburg, richtig?

  11. 01:21
    unklar

    Nein, ich bin aus dem Ostwestfälischen, aus Bielefeld.

  12. 01:23
    Ronald M. Arndt

    Aus Bielefeld, genau.

  13. 01:24
    unklar

    Aber dann etwas näher dran an Braunschweig sozusagen. Aber wir sind dann beide nicht aus diesem Norddeutschland eigentlich rausgekommen, sozusagen. Wir bewegen uns zwischen Braunschweig, Bielefeld und Hamburg.

  14. 01:36
    Ronald M. Arndt

    Genau, meine Welt ist eigentlich die der Hotels. Es gibt einen Hotel-Podcast. Freue mich jetzt mit dir, Hadi, den Construction Podcast auch weiter mit spannenden Persönlichkeiten, Menschen zu füllen. Wir sehen nichtsdestotrotz hier ein Hotel, ne? Im Hintergrund. Du hast gerade von deinem ersten Projekt gesprochen, damals in Köln, können wir gleich mal drauf noch zu sprechen kommen, was das war. Die Welt der Hotels, das ist jetzt bei dir nie so ein Schwerpunkt gewesen, gell?

  15. 02:04
    Hadi Teherani

    Es ist nicht wirklich ein Schwerpunkt gewesen, weil wir in anderen Bereichen noch stärker waren. Nichtsdestotrotz haben wir natürlich baulich bestimmt mindestens 10 Hotels gebaut. Und wir haben denn jetzt eben auch mehr Interesse und haben jetzt in Freiburg eben das Gebäude gebaut, Marriott Hotel, und auch das ganze Interieur gemacht, weil das eben auch ein Feld ist, was uns gut Spaß macht. Und da, wo wir drauf schauen, das ist ja der Karlerhof in Leonberg in Leogang. Leogang, genau. Und ja, da haben wir eine große Spa-Landschaft.

  16. 02:56
    Ronald M. Arndt

    Man sieht nur einen kleinen Teil hier, aber ich glaube, allein der Infinity Pool, der eingelassen ist, hat 50 Meter.

  17. 03:01
    Hadi Teherani

    Ja, ja, wir haben gedacht, da muss natürlich der See besonders groß sein, dass der Pool im See vorne, ne, dass der Pool im See sich da wohlfühlt. Und wenn du denn da rausschwimmst, die 50 Meter, hast du das ganze Alpenpanorama einmal um dich herum und eröffnet vollkommen neue Perspektiven.

  18. 03:24
    Ronald M. Arndt

    Ja, also da kann man, wie gesagt, ich kenne das ja schon seit dem Hotel-Podcast und habe schon einiges gesehen, aber wenn du jetzt sagst, das macht natürlich Spaß, kann man so ein Projekt natürlich einmal mehr auch nachvollziehen. Aber in Köln damals, mit was ging es da los, dein erstes Projekt? Immer noch mal.

  19. 03:40
    Hadi Teherani

    In Köln habe ich ja dann angefangen als Architekt bei Professor Schürmann, und da habe ich dann die ersten 3 oder 4 Jahre gearbeitet. Und da habe ich hauptsächlich am Deutschen Bundestag gearbeitet. Damals war Deutschland ja noch nicht geeint, und der Bundestag sollte nach Bonn, und Da habe ich dran gearbeitet, ein bisschen an den romanischen Kirchen, und aber dann kam die Idee, du musst selber was machen.

  20. 04:21
    Ronald M. Arndt

    Okay, also so früh schon eigentlich, ne, in den beruflichen Jahren.

  21. 04:24
    Hadi Teherani

    Und dann habe ich gesagt, ich mache mich jetzt selbstständig. Schirmer sagt, wieso, du bist doch hier gut und hast so viele Perspektiven. Sage ich, nee, ich muss jetzt das selber probieren. Und dann habe ich ein Büro gemietet und festgestellt, dass ich gar keine Einkommen habe eigentlich. Da musste ich erstmal sehen, wie bezahle ich das. Dann habe ich dann angefangen, 2 Tage einem großen Büro Korrektion zu geben und 2 Tage habe ich in Aachen unterrichtet an der Technischen Hochschule. Und unter meinem Büro ist noch ein Laden frei geworden und habe dann mit Mode angefangen. Also ich habe Herrenmode produziert.

  22. 05:21
    Ronald M. Arndt

    Ich grinse gerade, ich frage dich gleich warum, Hadi.

  23. 05:24
    Hadi Teherani

    Und meine Architekten mussten manchmal Modell stehen, wenn wir dann die die Designs anprobiert haben. Und das Schöne war, über die Mode bin ich zu meinem ersten Projekt gekommen. Also ich glaube ja immer an Karma, an Energien, und die in der Luft schweben. Und wenn ich nicht weiter weiß, dann docke ich oben an. Frage das Universum, was ich tun soll. Das war eben auch so beim Studium. Also ich wusste nicht, was ich studieren soll, hatte mich dann auf Grafik oder Architektur dann beworben und habe dann natürlich gesagt, okay, Groschen hochgeschmissen und habe Hilfe von oben geholt und fiel auf Architektur. So kam es, dass ich überhaupt Architektur studiert habe. Und wenn du denn jetzt mit dem Büro anfängst und Mode machst, ich hatte im Gefühl, in Köln kannte mich ja eigentlich noch keiner. Also in Hamburg war ich schon ein bisschen auf der Szene unterwegs, aber in Köln kannte mich keiner. Dann habe ich gedacht, vielleicht durch die Mode schaffe ich Leute anzuziehen und ein bisschen ins Gespräch zu kommen. Und genauso ist es passiert. Also plötzlich war ich auf den größten Modeveranstaltungen mit vertreten und musste dann später die Reißleine ziehen und sage, eigentlich will ich ja Architekt sein und kein Modelmensch. Und so kam es, mein Schneider war in Hamburg und ich hatte damals noch, ich war auch noch ein bisschen autoaffin, hatte mir in den USA einen alten Porsche 356 gekauft für 5.000 Dollar.

  24. 07:35
    Ronald M. Arndt

    Ich wollte gerade schon sagen, da kam ja schon ein bisschen Einkommen rein, ne?

  25. 07:38
    Hadi Teherani

    Ich habe mir das Geld geliehen bei meinem Cousin in Kalifornien und dann bin ich damit dann nach Deutschland. Und mit diesem Porsche bin ich dann nach Hamburg gefahren zu meinem Schneider. Und da rannte mal jemand um mein Auto rum. Und der war ganz wuschig über diesen 356 und kam dann rein und fragte, wem gehört der? Da habe ich gesagt, der gehört mir. Und ich mache jetzt zwar ein bisschen Mode, aber eigentlich bin ich Architekt. Und er war auch jemand, der hat gerade für Mode eingekauft, auch für das Loft in Hamburg damals. Und dann habe ich den ein halbes Jahr später in der Galerie, in der Passage getroffen. Der kam auf mich zu und sagte, ey, dich kenne ich doch. Sag ich, ja, wir haben uns da kennengelernt. Und dann sagte er, ja, er hat die Firma gewechselt. Und bist in einer Firma, wo sie ein Autohaus bauen wollen. Und ich bin doch Architekt, ob ich nicht Literatur wüsste. Er hat gesagt, da vorne gibt es einen Buchladen, kannst du mal gucken gehen, und da gibt es noch einen, aber du wirst nichts Gutes finden. Wenn du was Gutes haben willst, musst du zu mir kommen. Dieser jugendliche Leichtsinn hilft einem ja immer, dass man ein bisschen frech und lustig antwortet. Aber es passierte so, dass plötzlich 2 Wochen später fuhr ein Bentley in Köln vor meinem Büro. Und dann stieg er mit seinem Chef aus. Und dann sagten sie, ja, die machen einen Wettbewerb in Hamburg. Und wenn ich Lust habe, kann ich mitmachen. Klaro, ne? Und habe dann mitgemacht und habe dann gewonnen. Und dann war es klar, alle Sachen packen, Auftrag nach Hamburg. Habe ich das Autohaus gebaut, das war damals ein Autohaus, wollte nur Autos verkaufen, die im Logo einen Flügel hatten. So wie Bentley und Rolls-Royce, Aston Martin und all diese Dinge. Und ich habe damals schon ganzheitlich gedacht, also nicht nur rein Architekt seine Räume, sondern ich habe an Marketing gedacht, ich habe an Verkauf gedacht, ich habe an Identität gedacht, DNA. Da habe ich gesagt, okay, da muss ich etwas entwerfen, was viel mit Flügel zu tun hat. Und habe dann mich an den Autos orientiert, habe gesehen, wie machen die Autos das, da ist alles so bündig, alles toll integriert. Und unsere Architektur war ja dann noch eben einen Tick grobschlächtiger, nicht so aerodynamisch, und habe natürlich viele Dinge dann aus dem Autobau quasi in die Architektur umgesetzt, sodass ich das Thema auf den Punkt gebracht habe. Und dann haben wir dann eben gewonnen und das gebaut. Und das war mein erstes Gebäude. Aber es hat gleich so einen Aufschrei hinterlassen, dass plötzlich alle, die Journalisten, alle kamen und ich war noch jung und wusste gar nicht, was ich eigentlich gemacht habe. Ich habe gesagt, ich habe hier nur ein Haus gebaut, was macht ihr für einen Wind? Aber dann habe ich die Maschinerie begriffen. Dann haben die geschrieben, plötzlich habe ich Anrufe bekommen. Da hatten wir eine große Einweihung mit über 1000 Leuten. Da waren natürlich alle Leute, die auch bauen, waren natürlich autoaffin. Und so war es dann ganz klar, ich hau hier ein großes Büro hin. Mich kannte ja eigentlich keiner als Architekt und hab einfach ein Büro gemietet, was viel zu groß war in der Schuhgröße. Aber ich habe gesagt, wenn ich hier auftrete und große Aufträge haben will, dann kann ich nicht sagen, das war jetzt mal das erste Projekt und wir sind ja nur 2, 3 Leute, ne. Und habe dann ein sauschickes Büro dahingestellt. Alles, was ich da verdient habe am Autohaus, habe ich sofort direkt investiert in das Büro und habe dann eine Einweihung gemacht und alle Investoren, Banker und alles Mögliche eingeladen und musste natürlich ein paar Leute noch Statisten hinsetzen, damit das nicht so leer aussah. Und das hat dann gefunkt und Danach ging die Karriere schnell auf. Ich war zu der Zeit das schnellstwachsende Büro insgesamt in Hamburg. Also das hat keine 5, 6 Jahre gedauert, hatte ich plötzlich 100 Leute.

  26. 13:18
    Ronald M. Arndt

    Hadi, ich musste gerade schmunzeln, denn meine erste Gründung hat stattgefunden in Köln. Und was war es? Maßmode. Maßmode, Maßhemden, Maßanzüge habe ich gemacht mit 19 Jahren. Und das Ganze war am Karthäuser Hof, Südstadt. Und damals wurden, glaube ich, gerade die Kranhäuser fertig, als ich da war. Und ich weiß nicht, wie viele Kölsch, aber es waren Tausende und Abertausende, die ich eben da unter deinen Gebäuden am Ende auch da während meiner Gründungszeit getrunken habe. Also haben wir eine gewisse Parallele. Freut mich.

  27. 13:51
    Hadi Teherani

    Der Köln ist ein guter Start.

  28. 13:54
    Ronald M. Arndt

    Hast du dich dann später gefreut, da die Kranhäuser auch entwerfen zu dürfen? Hat sich da der Kreis so ein bisschen geschlossen, Hadi?

  29. 14:03
    Hadi Teherani

    Das war ja auch nochmal interessant. Ich habe die Kranhäuser, der Wettbewerb lief, als ich noch in Köln war. Ich baute gerade an dem Autohaus, Kranträger, und habe dann diesen Wettbewerb mitgemacht. Der war ein offener Wettbewerb. Da waren 120 Teilnehmer, alle Namen dabei. Und für mich war das der, also nach dem Autohaus der zweite Wettbewerb, aber der erste große.

  30. 14:36
    Ronald M. Arndt

    Ja, sehr große, mal 3.

  31. 14:39
    Hadi Teherani

    Und dann landete ich auf dem ersten Platz. Oh, was interessant. Und meine Kollegen, die mit mir bei Schürmann arbeiteten, Der eine Kollege landete auf dem zweiten Platz und der andere auf dem dritten Platz. Das war auch witzig, aber dann hat es natürlich 15 Jahre gedauert, bis die Politik überhaupt bereit war, ein Go zu geben.

  32. 15:10
    Ronald M. Arndt

    Ich musste gerade rechnen, weil so alt bin ich auch noch nicht, ne? Das muss noch ein bisschen gedauert haben.

  33. 15:15
    Hadi Teherani

    Und bis dann das erste stand, hat über 20 Jahre gedauert. Also du musst eben in unserem Beruf Geduld haben und alt werden können. Aber nachher lohnt es sich. Also ich fahre unglaublich gern nach Köln oder fahre auch unter den Kranhäusern jedes Mal durch. Und du bist selber immer wieder überrascht, was für eine Wirkung die haben, obwohl du es selbst alles gezeichnet hast. Und das hat natürlich der ganzen Stadt nochmal eine neue Kraft gegeben. Und eine neue Identität, der ganze Rheinauhafen. Und das war für Köln eben plötzlich das Zeichen in die Zukunft, in die Moderne, weil Köln hat sich ausgeruht auf seinen romanischen Kirchen und eine Reihe von 50er-Jahresbauten. Ansonsten waren die gar nicht architekturaffin. Und mit den Häusern waren sie plötzlich sexy. Und das ist das Landmark. Und ich hatte damals die Häuser auch Kranhäuser genannt, weil die bei mir quasi als Arbeitstitel waren. Und das hatte auch ein bisschen damit zu tun, der Rheinhafen Da sind die Hafenbetriebe rausgezogen und haben das Stück Halbinsel der Stadt zurückgegeben für Wohnen, Arbeiten, Kunst und solche Dinge. Und ich erinnere mit den Kranhäusern an die alte Hafenarbeit, an den Kränen, ja, und gebe der ganzen Insel auch noch ein Rückgrat. Und ein passendes Pendant zum Dom. Der Dom ist dort sehr heilig. Also wenn du nur dem Dom nur ein bisschen zu nahe kommst, das geht nicht. Und aber in Köln läuft ja der Karneval, den kennt ihr ja. Und die Kranhäuser waren plötzlich auch im Karneval vertreten. Also das war ein Zeichen, dass die Kölner es angenommen haben. Das hat damals das Dreigestirn genannt, ja. Und das freut einen natürlich als Architekt, wenn du eben mehr gibst als jetzt nur eine Architektur mit Inhalt und dass du ganzen Kontext, eine ganze Veränderung der Stadt, einen anderen Impuls geben kannst. Dann merkte ich, wie viel Kraft eigentlich in unserem Beruf steckt, wie wir Dinge verändern können. Und Kinder schreiben Aufsätze darüber, schicken uns die, und meine Architekturen werden hier überall in den Schulen durchgenommen. Das war mir gar nicht bewusst, dass das solche Auswirkungen hat.

  34. 18:25
    Ronald M. Arndt

    Und gerade die Idee, da jetzt ein Kranhaus hinzusetzen und nicht ein Hochhaus, ein ganz normales, ist es dann was, was einfach so spontan kommt, oder? Was dir schnell klar ist, oder nimmt der Hadi da ein Stück Blatt Papier in die Hand und—

  35. 18:38
    Hadi Teherani

    Nee, das liegt drin. Ich gucke mir immer das Grundstück an, was ich beplane, und dann sage ich mir selbst immer, der Entwurf ist schon da, du musst ihn nur noch erkennen. Also ich gucke so lange, bis ich die Einflüsse auf dieses Grundstück sehe und die Fragestellung erkenne. Und dann die passende Antwort gebe. Und es waren 3 Lücken, wo die Kranhäuser quasi sich aufstellen konnten, aber davor waren alles denkmalgeschützte Lagerhäuser und da konnte ich also nicht mit dem Haus runtergehen, sondern ich habe dann die Masse nach oben getragen und bin nur mit den dünnen Beinen vorne zum Aufstellen angekommen und dadurch ist diese Kranform entstanden, aber hat natürlich zu tun auch mit der Situation dieses Grundstücks und dieser Häuser. Und die 3 Häuser stehen auch alle noch in Achsen von Straßen auf der anderen Rheinseite. Also wenn man dann auf die zugeht, also es ist so ein richtiges Gewebe.

  36. 19:51
    unklar

    So ähnlich ist es ja auch in den tanzenden Türmen entstanden. Genau, die ja auch ihren Einfluss in ihrer Architektur zeigen hier in Hamburg.

  37. 20:01
    Hadi Teherani

    Da müssen wir nach Hamburg springen.

  38. 20:03
    Ronald M. Arndt

    Ja, ich habe, du wirst es nicht glauben, Shinoahe, aber ich habe zu mindestens 4, 5 Gebäuden von dir, Hadi, wirklich eine persönliche Verbindung. Das waren die Kranhäuser in Köln. In den Tanzenturm habe ich wahrscheinlich 40 Kümmelschnäpse letztes Jahr getrunken, bin ich nicht mehr runtergefunden. Aber an dem Abend ist Gutes entstanden in Richtung Selbstständigkeit, muss ich sagen. Aber bleiben wir da, ja? Ich habe es ja mittlerweile verarbeitet, die Schnäpse.

  39. 20:30
    Hadi Teherani

    Die tanzenden Türme hatten auch noch die Adresse Reeperbahn Nummer 1.

  40. 20:35
    Ronald M. Arndt

    Genau.

  41. 20:37
    Hadi Teherani

    Und da war der Mojo Club. Und wir haben da die Türme gebaut und ein Hotel. Als ich da entworfen habe, habe gesagt, St. Pauli ist ja eigentlich das größte Vergnügungsviertel seit Jahrhunderten, fast weltweit, und du musst den Spirit aufnehmen, den Mut, der da herrscht, und den im Gebäude erkennbar machen. Und dadurch sind die tanzenden Türme entstanden, ja, und Sonst ist ja die Reeperbahn eigentlich architektonisch ja—

  42. 21:18
    Ronald M. Arndt

    Man muss schon reingehen irgendwo, um dann wieder Tanz zu sehen, gell?

  43. 21:23
    Hadi Teherani

    Es wird erst lebendig durch die Lichtarchitektur in der Nacht wie Las Vegas, dann fängt es an zu leben, aber sonst sind da keine Highlights zu sehen und umso besser dann, direkt an Reeperbahn Nummer 1 den Beginn, dann diese Türme zu tun.

  44. 21:49
    Ronald M. Arndt

    Ich möchte gerne noch mal auf die Zeit zurückkommen, bevor es dann nachher wieder weitergeht mit unserer architektonischen Reise, auf die Zeit, als du als 6-Jähriger nach Deutschland gekommen bist, aus dem Iran, glaube ich, gell?

  45. 22:00
    Hadi Teherani

    Genau.

  46. 22:00
    Ronald M. Arndt

    Damals, das war, hast ja vorher schon gesagt, du kanntest die Sprache nicht.

  47. 22:06
    Hadi Teherani

    Nee, ja. Also ich kam mit meinem Handy, war schwierig und wir haben dann Unterkunft gefunden. Es gab eine persische Gemeinde, die hatten ein Grundstück an der Außenalster gekauft, beste Lage, wo jetzt die Blaue Moschee steht an der Außenalster. Die gab es damals nicht, da stand ein kleines Haus und es waren Kastanienbäume und da War ich die ersten 3 Jahre und habe da auch die Sturmflut miterlebt, 1962, da war unser Haus unter Wasser. Aber als wir dann hier ankamen, wurde ich plötzlich schulpflichtig und meine Eltern hatten Angst, weil sie kein Geld hatten, dass sie meine Schule nicht bezahlen können. Hatten also für mich schon ein Ticket besorgt, dass ich wieder zurückfliege nach Teheran. Und dort meine Schule mache, während sie hier sind. Aber dann kam ein Schreiben von der Schulbehörde und sie konnten da auch nicht lesen und dann haben sie jemanden das sich vorlesen lassen, dass es stand, es gibt eine Schulpflicht und das kostet auch nichts. Und da waren die natürlich unheimlich froh, dass ich dann bleiben durfte und kam dann gleich nach 2 Wochen in die erste Klasse und dann rannten 30 Kinder um mich rum, alle schrien irgendwas, du hast nichts verstanden, aber als Kind lernt man schnell die Sprache und so kam das dann.

  48. 23:52
    Ronald M. Arndt

    Ja, ist natürlich eine Sache, die uns heute auch wieder gesellschaftlich Aber wie du schon sagst, als Kind und einfach möglichst früh da auch anzudocken an die Gesellschaft, das ist der einzige Weg.

  49. 24:04
    Hadi Teherani

    Du bist unbelastet, du nimmst die Dinge, wie sie kommen, du denkst da nicht drüber nach, sondern du sagst nicht, warum sind wir plötzlich hier und nicht da, sondern du machst das, was deine Eltern mit dir tun.

  50. 24:22
    Ronald M. Arndt

    Als ich damit beim Sohn das erste Mal in Hamburg war, einen wichtigen Geschäftstermin hatte, habe ich auch gesagt, Vincent, abends geht's ans Wasser. Und da kannte ich das Haus noch nicht. Ich meine, die Docklands direkt hier ums Eck. Und wir waren beide begeistert, dass man da über eine Treppe nach oben laufen kann, im Sonnenuntergang fast entgegen, ne?

  51. 24:41
    Hadi Teherani

    Ja, das hat auch eine schöne Geschichte. Die Dockland war auch eine Idee von von Herrn Völkers, den gehört Engel und Völkers, ein großes, den kannte ich aus der Schule noch. Und dann sind wir beide vorbeigefahren, da war dann eine kleine Landzunge, und dann haben wir gesagt, ja, eigentlich müsste man da mal was probieren. Und dann habe ich diesen Entwurf dahingesetzt und bin dann zum Oberbaudirektor Und der guckte sich das an und sagte, du bist verrückt. Sag ich, wieso verrückt? Sag mal, weißt du, was das, wo du dahin bauen willst, das ist gar kein Grundstück. Da sag ich, ja und, dann machen wir eins draus. Das ist nicht im Bebauungsplan, das ist außerhalb. Aber der fand das Ding so gut, weil ich baue ja auch am Anfang gleich Modelle mit Licht und so, dann hat es ihn geschnappt, hat gesagt, das kriegst du nicht hin.

  52. 25:43
    Ronald M. Arndt

    Also auch wieder hier das Ganzheitliche, dein Blick einfach, wie du sagst, du zoomst dich so ein bisschen hoch und lieferst gleich das Komplettprogramm.

  53. 25:50
    Hadi Teherani

    Und dann hat er gesagt, das schaffst du nie, aber du musst hier durch 7 Behörden rennen damit. Ist ja nicht nur die in Altona, die Baubehörde, sondern du hast mit dem Hafen zu tun, du hast mit Umwelt, mit vielen Sachen zu tun und dann War ich denn bei Altona, dann ist hier der Altonaer Balkon hier oben. Und dann haben die natürlich gesagt, nee, da vorne kannst du nichts hinbauen, weil das verdeckt unsere Blicke. Da habe ich gesagt, wieso? Ich schenke euch schönere Blicke. Da haben sie gesagt, wie du so ein bisschen arrogant bist, wissen wir ja, aber wie willst du das machen? Sag ja, hier ist ja damals die Englandfähre gewesen, dann sind alle Leute gekommen und haben dann gewunken und ich habe dann gesagt, ich nehme mein Bürogebäude und addiere dann plötzlich eine öffentliche Piazza drauf, sodass alle Leute darauf laufen können und haben die schönsten Blicke. Und das haben sie geschnallt. Und das war auch lustigerweise so ein Zeitpunkt, da wechselt der Oberbaudirektor, der Jörn Walter kam neu nach Hamburg und hatte dann damit zu tun. Und da sagte er, dann schiebst du doch weiter nach rechts. Okay, dann haben wir es weiter nach da hingeschoben und Der hat damals nicht geschnallt, dass wir dann plötzlich nicht mehr in Hamburg waren, sondern im Bundesgewässer. Also die Stadt hat auch kein Geld dafür gekriegt, weil wir dann im Bundesgewässer waren. Das war lustig.

  54. 27:43
    Ronald M. Arndt

    Ja, aber ich glaube, als Architekt, wenn man das so hört, schön, wo wir genommen haben, schon noch mal ein bisschen diese kindliche Naivität, die du vorher schon angesprochen hast, auch, oder so das Unternehmerische einfach, ne. Beibehalten, sonst passiert halt auch nichts. Sonst wäre das jetzt halt einfach noch Landzunge.

  55. 27:58
    Hadi Teherani

    Und du darfst dich nicht entmutigen lassen. Wenn du eine coole Idee hast, dann musst du sehen, na, wie kriege ich das Ding denn dann dahin? Und du rennst natürlich überall immer an verschlossene Türen und dann musst du gucken, wo du noch irgendwie deinen Fuß reinkriegst. Und das geht natürlich als junger Mensch eben gut, wenn du selber strahlst und mit so einem Ding dahinkommst, dann müssen sie auch erstmal die Tür wieder zumachen. Aber, und mittlerweile ist das das Wahrzeichen hier, wenn man nach Hamburg reinfährt mit dem Kreuzfahrtschiff.

  56. 28:35
    unklar

    Ja, genau.

  57. 28:37
    Hadi Teherani

    Und das sind so alles so Marken, also wie Markenhäuser.

  58. 28:43
    Ronald M. Arndt

    Und ist das so ein Anspruch, solche Landmarks dann auch zu schaffen.

  59. 28:50
    Hadi Teherani

    Das Landmark entsteht eben aus dem Grundstück, also an der Stelle, wie soll ich denn da bauen?

  60. 28:56
    Ronald M. Arndt

    Also ich will einen normalen Karton hingebaut hätte, direkt da, wo wir haben hier ein älteres Hochhaus irgendwo, wo auf der Fensterseite, auf der Wasserseite gar keine Fenster sind. Ja, auch schon gesehen gestern.

  61. 29:09
    Hadi Teherani

    Und da habe ich gesagt, was ist denn hier Genius Loki? Und das war der, das waren eben das, was wir am Hafen lieben, sind die Schiffe, die Kräne, die Lagerhäuser und die Hafenindustrie. Da war mir klar, das muss irgendwie damit zu tun haben. Und wenn du dann direkt ins Herz triffst mit dem Punkt, dann steht das da und keiner stellt mir eine Frage, ja, warum steht denn das Haus jetzt da? Sondern es ist selbstverständlich. Dass es dort steht und ich versuche auch immer all die Dinge einfach zu lösen, obwohl sie sehr komplex sind. Und das ist jetzt eigentlich wie so ein Parallelogramm, was du dann einfach nur weggekippt hast und dann kriegt es so eine Schiffsform plötzlich und dann mit den Treppenanlagen, um darauf zu laufen, Das Motiv kennt man auch von den Schiffen. Also hier stehen ja alle Kreuzfahrtschiffe von der Queen Mary bis AIDA, aber keins ist so schön wie dieses. Nur meins hat keinen Motor, steht festgefahren, aber die anderen kommen und gehen.

  62. 30:34
    unklar

    Das ist dann die nächste Etappe, dass es auch noch fährt. Das wäre noch eine Idee, was auf dem Wasser.

  63. 30:41
    Ronald M. Arndt

    Ich meine, von Hotels hast du vorher schon geschwärmt, da mehr machen zu wollen. Ich meine, Hotellerie, Kreuzfahrt. Alles spannende Felder eigentlich, ne?

  64. 30:50
    Hadi Teherani

    Ja, schöne Themen gibt es genug.

  65. 30:52
    unklar

    Aber das ist auch ein Projekt, was im Schulbuch entstanden ist, oder beziehungsweise auch mathematische Lösungen auch schon mit herbeiführt, sozusagen.

  66. 31:04
    Hadi Teherani

    Ja, und es sieht ja dann immer auch alles einfach aus, aber jetzt zum Beispiel, das Ding ist schräg, die Aufzüge fahren schräg. Jetzt finde mal jemanden, der die schräg schräge Aufzüge macht, baut. Also da ist die Komplexität, ist dann in dem Gebäude vorhanden. Wir mussten das sichern gegen Schiffsanprall. Ja, wenn, wenn jetzt so ein Containerschiff plötzlich Motor ausfällt und das, die können das nicht mehr navigieren und das schwimmt dagegen, da muss Vorsorge getroffen werden. Und das hatten sie mich da auch gefragt, wie willst du das machen? Habe ich gesagt, das ist überhaupt kein Problem, wir haben ein paar Unterwasserminen da. Und dann haben sie gesagt, hör mal auf zu flachsen. Aber wir haben da große Poller hingestellt, das sind über 5 Meter im Durchmesser Stahlpoller, die sind mit Sand gefüllt, die fangen Die Großen ab und die ganz Großen, die bleiben unten schon hängen, kommen mit der Nase nicht dagegen. Also es sind 1000 Fragen, die der da beantworten muss und auch technisch lösen muss. Und die Kunst ist, die Komplexität so rüberzubringen, dass es einfach aussieht.

  67. 32:27
    unklar

    Eine Leichtigkeit reinzubringen.

  68. 32:29
    Hadi Teherani

    Ja, und dann, weil du denkst, ja, Hier stimmt ja alles, das muss ja, das hätte ich auch gekonnt, aber all die schweren Probleme versuche ich meistens immer auf eine einfache, begreifbare Formel zu bringen.

  69. 32:48
    Ronald M. Arndt

    Also ob die Kranhäuser in Köln, die Docklands in Hamburg, die tanzenden Türme, Reeperbahn 1, dein Ding scheint ja immer gewesen zu sein, so die modernen Stadttore irgendwo zu bauen, ja, ein Willkommenszeichen auch. Und eins, das wir alle kennen, oder zumindest schon mal vorbeigefahren sind oder unten durchgefahren sind, ist in Frankfurt. Außerhalb von Frankfurt.

  70. 33:08
    Hadi Teherani

    Der IC-Bahnhof, meinst du?

  71. 33:09
    Ronald M. Arndt

    Genau, am Flughafen.

  72. 33:10
    Hadi Teherani

    Am Flughafen, ja, das ist damals natürlich auch ein sehr komplexes Ding gewesen. Da trafen ja alle Geschwindigkeiten aufeinander. Die ganzen Autobahnen, die Bahngleise und die Flieger. Da habe ich gesagt, jetzt musst du da ein Gebäude entwerfen, wenn du aus dem Zug steigst, musst du das Gefühl haben, du stehst unterm Flieger. Und da ist ein Riesenbauch, 700 Meter lang, und das sieht aus wie ein Flugobjekt. Und damit das auch wie ein Flugobjekt aussieht, habe ich die Stützen, die das tragen, wir haben 60 Meter, mussten die überspannen und da drauf nochmal 10 Geschosse tragen können. Das sind gigantische Träger, ja. Und wie kriege ich die hin, dass sie leicht aussehen, als ob die nicht da sind? Habe ich also unter die, unter dem Bauch versteckt und habe die Stützen teleskopartig wie eine Antenne gemacht. Du hast das Gefühl, der kann die Füße einziehen und wegfliegen, ja. Und da kommt plötzlich die Leichtigkeit in einem gigantischen, schweren Gebäude zustande. Aber wenn du immer mit der richtigen Story kommst, mit der Idee, wie du die Aufgabe löst und das im Detail auch noch auf den Punkt bringst, dann kommen solche Objekte zustande.

  73. 34:40
    Ronald M. Arndt

    Die Reise all deiner Bauwerke können wir gar nicht irgendwie heute fortführen, zumindest vielleicht ein anderes Mal. Es geht ja weiter bis dann wieder in die Heimat, Iran, aber auch China viel. Ganz viel.

  74. 34:51
    Hadi Teherani

    Dubai, Abu Dhabi.

  75. 34:53
    Ronald M. Arndt

    Dubai, genau, weltweit.

  76. 34:55
    Hadi Teherani

    Moskau, 14 Jahre in Moskau gewohnt.

  77. 34:57
    Ronald M. Arndt

    Gibt es nochmal irgendwo so einen Flecken, so einen Stadteingang, wo du sagst, eigentlich müsste man da auch mal wieder tätig werden? Da ist eine Lücke. Da sieht der Hadi eine Lücke.

  78. 35:12
    Hadi Teherani

    Es gibt ja dann manchmal so Ideen, die ich dann selber Forciere, genau, die klappen nicht immer, aber hier hatte ich natürlich die Idee, Hamburg ist ja durch die Elbe zweigeteilt, das gibt es also den südlichen Bereich mit Wilhelmsburg, Harburg und so, und dann gibt es eben diesen Innenstadtbereich und getrennt durch den Elbstrom. Und jetzt versucht man eben auch den südlichen Bereich mehr zu entwickeln, also Harburg und Wilhelmsburg. Man hat die Baubürde auch dorthin gebracht, da hat man Gartenbauschauen gemacht und solche Dinge. Und dann habe ich gesagt, wenn du die Wilhelmsburger und Harburger an die Stadt an willst, brauchst du irgendwie eine Brücke. Und die schönsten Grundstücke sind da frei. Wenn du da in einem Haus wohnst und dann in der Westlage nach Hamburg guckst, die ganzen Kirchtürme, den Hafen, die Innenstadt siehst, also mehr geht nicht. Habe ich gesagt, also versuchst du die längste bebaute Brücke zu machen, wie die Ponte Vecchio. Also wir haben sie dann Living Bridge genannt, 700 Meter lang mit 1000 Wohnungen drauf, alle Ost-West-Lage, den Elbstrom rauf und runter, Blick auf die Stadt, urban mit vielen Restaurants, Universitätseinrichtungen, alles Mögliche. Eine Stadt bloß über dem Wasser. Und das sollte für mich den Hamburgern zeigen, dass sie mit dem Wasser, über dem Wasser leben, das auf den Punkt bringen. Weil Hamburg, für die, die es nicht wissen, hat über 2000 Brücken. Das heißt mehr als Venedig und Amsterdam zusammen. Ja, und da würde das mal auf den Punkt gebracht. Und diese Idee ist natürlich auch gut in der Politik angekommen und Ich habe da sehr viel Geld investiert, 4 Jahre, und dann gab es einen Politikwechsel und dann ist es wieder eingeschlafen, obwohl das noch immer der Bringer für ganz Hamburg wäre, gerade wenn sie mal wieder eine Olympiabewerbung machen oder eben die südlichen Stadtteile bebauen. Im Moment musst du immer über die Autobahn fahren, Elbbrücken, da denkst du, du musst raus aus der Stadt. Bist gar nicht angebunden richtig, ja, bist gar nicht ernst genommen. Und die Wilhelmsburger, Vettel und Harburg, die haben es verdient, zu Fuß in die Innenstadt zu können, ja. Und das war die Idee, aber die hat sich noch nicht verwirklicht.

  79. 38:19
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, das Modell finden wir hier noch irgendwo bei dir im Büro, werde ich nachher mal gucken. Gibt es doch ein Bauwerk, wo du sagst, da Ich baue überall gerne.

  80. 38:32
    Hadi Teherani

    Also du brauchst mir nur irgendeine kleine Grundstück zu geben. Die Arbeit ist das, was plötzlich das Produkt bringt. In dem Moment, wo ich mich damit beschäftige, ist das das wichtigste Projekt. Zum Beispiel habe ich auf Sylt ein Reetdachhaus gebaut, 10 auf 10 Meter, und habe noch nie was mit Reet gemacht. Und da ist ja alles so traditionell. Ist gleich der Bringer, ne? Alle fahren dahin, um das Ding zu fotografieren.

  81. 39:03
    unklar

    Genau, das Highlight im Hotel.

  82. 39:05
    Hadi Teherani

    Und da kommt es gar nicht auf die Größe an. Also muss nicht wie Frankfurt 700 Meter sein, kann auch 10 Meter sein. Wichtig ist, dass ich etwas erkenne, wo ich mich mit beschäftige, eine Story entwickeln kann und dann die passende Antwort geben kann.

  83. 39:25
    Ronald M. Arndt

    Gibt es vielleicht doch ein Bauwerk von dir, wo du sagst, da müsstest du noch mal ran nach Jahren, weil es sich vielleicht doch nicht so entwickelt hat oder die Umgebung hat sich verändert?

  84. 39:38
    Hadi Teherani

    Vielleicht wisst ihr ja, dass ich ja auch Produktdesign mache. Also die Stühle, wo ihr drauf sitzt, das ist alles hier gemacht. Hier ist auch die Produktdesignabteilung, wo wir alles Mögliche machen wir, Designstoffe, wir machen Türgriffe, wir machen 3D-gedruckte Möbel, Brillen, Steinzeug, Fliesen, Teppiche, also alles Mögliche. Und dann habe ich damals einmal das kleinste Haus, mein kleinstes Haus entworfen. Das war ein Vogelhaus. Also für eine Vogelfamilie, die man dann in den Garten stellen konnte. Und das war auch eine lustige Geschichte. Was hat denn so eine schöne Form? Die Form hatte ich von den Webervögeln in Südafrika. Da gibt es diese Webervögel, die haben so hängende Nester. Die sind wie so ein Tropfen, so ein Oval. Und da sind wir hier mit zur Firma Gapa gegangen. Die machen Outdoor-Möbel. Dann haben wir gesagt, für Outdoor-Möbel für den Garten wollen wir dieses Produkt machen. Und die fanden das natürlich toll und sagten aber, sie testen das ein Dreivierteljahr, bevor sie es auf den Markt bringen, ob überhaupt ein Vogel da reingeht. Und nach 3 Wochen riefen sie an, Vogel ist da. Wir können das starten. Ich habe gleich meine Mitarbeiter gefragt, wer von euch hat den Vogel da reingesetzt? Manipuliert. Und ja, das war das Kleidshaus.

  85. 41:25
    unklar

    Sehr süß.

  86. 41:26
    Hadi Teherani

    Ein Duplex, hatte man auch eine Skizze gemacht, innen drin mit Kamin und so, wo die Vogelfamilie sitzen konnte.

  87. 41:32
    unklar

    Das kenne ich noch gar nicht. Die Geschichte kannte ich noch nicht. Okay, mit dem Vogel, das finde ich perfekt.

  88. 41:38
    Ronald M. Arndt

    Jetzt hast du nicht nur den den doch schwierigeren Start als Kind gehabt. Du hast dich dann auch sehr früh selbstständig gemacht und standst auf eigenen Beinen. Hast du im weiteren Verlauf immer mal wieder jemanden gehabt, ein Vorbild oder einen Mentor, wo du sagst, der hat mir auch den Weg aufgezeigt, oder hat Hadi das immer gerne mit sich selbst ausgemacht und war da selber stark?

  89. 41:58
    Hadi Teherani

    Ja, hatte leider keinen Mentor oder irgendjemand, der mich geführt hat, sondern Das ist alles aus mir selbst gekommen, aus dem Bauchgefühl, was das Richtige ist und was zu mir passt. Also du bist ja als Architekt, wirst ja nicht so vorbereitet wie vielleicht andere Berufszweige, sondern es ist sehr individuell. Jeder macht sein Büro so gut er kann. Und du musst dann während des Tuns muss er sich professionalisieren. Und mein Weg hat natürlich zu mir gepasst, weil er von mir ist. Also das ist 200% authentisch. Also das, was ich designe für die Menschen, das lebe ich auch. Und das, was ich lebe, das bin ich. Es gibt jetzt kein Gebäude, was ich nicht bin. Und dann ist es ja für einen selbst dann einfacher. Und du musst nicht irgendwo hinterherlaufen. Aber nichtsdestotrotz gab es natürlich Architekten, die mich sehr interessiert haben damals. Da gab es einmal den Mies van der Rohe aus Bauhauszeiten, der eben sehr minimal gearbeitet hat. Er hat alles auf den Punkt.

  90. 43:30
    Ronald M. Arndt

    Ich wohne direkt am Weißen Hof in Stuttgart. Haben wir ihn auch?

  91. 43:35
    Hadi Teherani

    Und auf den Punkt gebracht, dass ich davon immer wieder beeindruckt bin. Und wenn man sich die Nationalgalerie anguckt, da kann man sich eigentlich alle anderen Museen schenken, die tausend Formen haben und so was. Der schlägt alles damit. Nur mit der Reduziertheit, das hat so eine mörderhafte Kraft.

  92. 44:00
    Ronald M. Arndt

    Die Reduziertheit meinst du?

  93. 44:01
    Hadi Teherani

    Diese Reduziertheit. Und das hat mich natürlich immer sehr interessiert. Aber ich bin natürlich auch, vielleicht weil ich aus dem Iran komme, vielleicht auch nicht, das gibt dann auch mal die emotionale Komponente. Und deswegen hat mich damals dann auch der Oscar Niemeyer sehr interessiert, der in Brasilien die schönen Sachen gebaut hat. Und der hat das immer geschafft, auch emotional ein paar Kurven noch damit reinzubringen und die Pointe zu bedienen. Und dann hat er mich als Mensch auch noch interessiert. Er hat mit 101 geheiratet. Also meine zukünftige Frau kenne ich noch gar nicht. Und der ist dann mit dem Stress wahrscheinlich dann mit 104 dann gestorben. Aber hatte noch 70 Leute im Büro. Wow. Und also die beiden, die kann ich immer sofort nennen.

  94. 45:14
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, du warst noch gar nicht verheiratet bislang? Hadi?

  95. 45:16
    Hadi Teherani

    Ich habe gerade geheiratet.

  96. 45:18
    Ronald M. Arndt

    Ach, hast du gerade geheiratet? Na dann, herzlichen Glückwunsch.

  97. 45:21
    Hadi Teherani

    Mit 70 das erste Mal.

  98. 45:23
    Ronald M. Arndt

    Ja, er hat gerade gemeint, seine zukünftige, also er denkt ja später weiter.

  99. 45:26
    Hadi Teherani

    Ich weiß ja nicht, was in 30 Jahren ist.

  100. 45:31
    Ronald M. Arndt

    Genau, erstmal schön die Silberhochzeit feiern.

  101. 45:34
    Hadi Teherani

    Genau.

  102. 45:34
    unklar

    Ja, Silberhochzeit, genau.

  103. 45:37
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  104. 45:38
    Hadi Teherani

    Und also der Aber wenn man die Namen nennt, fühle ich mich zu Hause. Alles, was ich gelernt habe, habe ich bei Professor Schürmann gelernt in den ersten 3 Jahren. Der war Architekt von Kopf bis Fuß. Seine Frau Architektin, seine 4 Kinder Architekten. Der war Bauhaus himself. Das war der letzte Eiermann-Schüler. Und der war so penibel und genau und ich habe das ganze Werkzeug der Moderne quasi bei ihm mitgenommen, ohne dass ich irgendwas so mache wie er. Aber ich sage immer, alles was ich gelernt habe, habe ich bei Professor Schürmann gelernt.

  105. 46:28
    unklar

    Also schon geprägt.

  106. 46:29
    Hadi Teherani

    Das auch.

  107. 46:30
    unklar

    Schon geprägt von den Zügen und den Zeiten.

  108. 46:32
    Hadi Teherani

    Obwohl ich mich nicht orientiere an seiner Arbeit.

  109. 46:34
    Ronald M. Arndt

    Inspiration geholt, aber sich nicht beeinflussen lassen.

  110. 46:38
    Hadi Teherani

    Dieses Know-how, die Dinge zu lösen.

  111. 46:44
    Ronald M. Arndt

    Was da so die Zukunft angeht in puncto Architektur, vielleicht auch was angeht, wie sind Städte, sage ich mal, kooperativ, und bist du da hoffnungsvoll, optimistisch, oder sagst du?

  112. 46:57
    Hadi Teherani

    Ja, ich meine, im Moment ist ja gerade so eine Situation, wo alle natürlich abhängig sind von der Konjunktur. Unser Bereich, die Baubranche, hat ja fast um 40% nachgelassen, weil im Moment stimmen die Rahmenbedingungen nicht. Die Banken geben keine Kredite, die Einkäufe sind zu teuer, das Bauen ist zu teuer, die gesetzlichen Vorgaben haben das noch mal um 30% erhöht. Baugenehmigungen dauern viel zu lange. Also bis sich das wieder zurechtschüttelt und die Rahmenbedingungen stehen, gehen wohl noch ein paar Jahre ins Land. Also wir können heute noch nicht sagen, ich sehe jetzt schon das Licht am Horizont, aber die Hoffnung ist trotzdem da.

  113. 47:56
    Ronald M. Arndt

    Aber die Not ist groß, ne, nach wie vor. Also gerade im städtebaulichen Bereich, also ob es jetzt Smart Cities sind, wie man so sagt, oder auch nachhaltigere, sage ich mal, Lebensumgebungen, sozialere Umfelder.

  114. 48:10
    Hadi Teherani

    Natürlich, die Themen sind da, gerade in der Nachhaltigkeit. Im Moment sind wir einer der wenigen Länder, die so nachhaltig sind, dass wir jetzt auch schon sehen müssen, wo ist das noch bezahlbar. Und wir sehen, es werden keine Wohnungen gebaut, die Städte, die Preise gehen alle durch die Decke, weil die Menschen finden keine Wohnung. Aber neue Wohnungen können nicht gebaut werden, weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen, weil wir einfach zu viel wollen, ja. Und bis sich das einpendelt, müssen wir dann immer dann noch bisschen überlegen, was, wo kann man mithelfen, kann man der Politik Hilfestellung geben, was müssen sie in den Baugenehmigungen anders machen, bis wohin macht die Nachhaltigkeit Auch Sinn und Bezahlbarkeit. Die ist natürlich überhaupt wichtig für das ganze Verhalten der Menschen. Also wenn du nachhaltig erzogen wirst, denkst du über die Dinge nach. Und dafür ist es natürlich sehr wichtig gewesen, dass man alle sensibilisiert. Aber man muss natürlich auch sehen, damit retten wir die Welt nicht. Und jetzt müssen wir sehen, Prioritäten setzen. Sind jetzt Wohnungen für die Menschen wichtiger oder dass nicht gebaut wird und kein Fußabdruck entsteht? Und in dieser Balance müssen wir, sage ich mal, die richtige, die richtigen Ergebnisse finden, damit wir wieder auch einen Schub kriegen. Wir waren ja in vielen Dingen immer die Nummer 1 hier in Deutschland. Und im Moment stagniert es, andere überholen oder ziehen auf. Und wenn wir alle wieder Lust haben, etwas zu tun, und die Politik uns auch Perspektiven aufzeichnet und sagt, haut mal rein, wir schaffen das wieder, Das vermisse ich so ein bisschen. Dann würde, glaube ich, auch bei vielen auch das ein bisschen kippen, dass man nicht sagt, immer nur noch Life-Life oder Work-Life-Balance. Damit können wir nichts gewinnen. Wir müssen auch wieder arbeiten und unsere Position wieder zu stärken. Wir haben ja der Welt eine Menge gegeben, unsere ganze Industrie, unser Know-how, all die guten Ideen von uns werden von anderen aufgenommen, wie China, und die machen das viel günstiger und mittlerweile auch besser. Und da darf man sich auf diesen Lorbeeren nicht ausruhen, sondern wir müssen alle wieder in einen neuen Mut versetzen, dass sie sagen, Es bringt auch Spaß zu arbeiten und Erfolge zu haben, ja. Und wenn man, wenn man das in Deutschland wieder hinkriegt, dann würde ich auch wieder optimistisch reinblicken. Und weil die Plattform haben wir, die, der Grund ist dafür da, die intelligenten Menschen haben wir, und das können, und es fehlen nur die Impulse, eben auch aus der Politik. Nur das, was wir uns verdienen können, können wir darauf verteilen.

  115. 52:13
    Ronald M. Arndt

    Welche Gesellschaft, welches Land fasziniert dich da gerade am meisten, wo du sagst, die geben einfach richtig Gas, die haben Lust, die motivieren mich als Mich auch als Unternehmer. Ist das Asien?

  116. 52:29
    Hadi Teherani

    Man kann das fast deutlich ablesen. Das hat mit Corona angefangen. Corona hat sehr viel beigesetzt und da haben die Leute auch noch mal neu nachgedacht über ihr Leben und sowas. Und dann haben sie sich dran gewöhnt, dass man Homeoffice machen kann. Und das hat sich bis hingeschaukelt. Wenn ich junge Leute haben will, für die ist das ein Kriterium. Hier anzufangen, wenn sie einen Tag frei kriegen. Aber das ist sehr schwer zu handeln für so ein Büro. Bei uns rufen die Auftraggeber an, dann muss ich immer sagen, der ist heute nicht da. Und das macht einem auch bequem. Du musst hungrig sein, damit du was leistest. Wenn du nicht hungrig bist und bequem wirst, Dann sagst du, ja, lass mal kommen, ja, aber es kommt nichts von allein, ja. Und deswegen glaube ich, dass wir wieder unser Mindset korrigieren müssen, ja, und nicht die Leute, die wirklich hier die Taue ziehen, sag mal, den Wert auch schätzen. Weil wenn die alle weglaufen, dann haben wir ein Problem. Wir haben leider keine Bodenschätze hier. Da, wo ich herkomme, Iran, die sind reich bis 1000 Jahre weiter, weil unter der Erde ist alles, was man noch verwerten kann. Aber hier sind wir ja wirklich auf unser Know-how angewiesen, unser Können und unsere Unsere Lust, unsere Werte, unsere Tugend. Und wenn das wieder in die Spur kommt, dann sehe ich überhaupt keine Probleme. Zum Glück Hotels laufen ja noch ganz gut, aber dann vielleicht noch besser. Und ich bin immer noch hungrig, Neues anzufangen. Auch neue Felder. Ich bin ja auch noch immer, kümmere mich jetzt um erneuerbare Energien, um Solar, um Wasserstoff, um solche Dinge, weil stillsitzen ist einfach langweilig.

  117. 55:01
    Ronald M. Arndt

    Also jetzt muss man schauen, ob du in einer jungen Ehe mehr oder weniger Zeit hast, Hadi.

  118. 55:06
    Hadi Teherani

    Ja, aber dieses auch mit der jungen Ehe musst du Die muss auch motivieren, dass sie etwas machen muss.

  119. 55:16
    unklar

    Natürlich.

  120. 55:18
    Hadi Teherani

    In meinem Alter ist es ja gefährlich, wenn du plötzlich aufhörst, dann, der Körper ist ja so brutal, der schaltet ja alles ab, was er nicht braucht. Wenn du nicht mehr denken brauchst, dann schaltet er oben ab, deine Muskeln schaltet er ab, das, was er nicht braucht, lässt er. Ich stresse den richtig, also der muss noch mitmachen, noch fit bleiben.

  121. 55:45
    unklar

    Machst du immer noch Sport morgens?

  122. 55:47
    Hadi Teherani

    Ich gehe um die Alster rum. Immer noch um die Alster joggen? Ja, jeden Morgen. Joggen habe ich nicht mehr, aber ich gehe 8 Kilometer morgens, spiele einmal die Woche Tennis.

  123. 55:57
    unklar

    Und immer unterwegs.

  124. 55:59
    Hadi Teherani

    Aber ich sauge immer Energie ein. Ja, also du musst viel positive Energie einsaugen, damit du über den Tag in der Bilanz abends noch positiv endest und nicht mit negativer Energie endest. Und das schaffst du am besten bei Spaziergängen, wenn du deine Augen aufmachst, wenn du siehst, wie es regnet oder was sich im Wasser spiegelt oder die frischen Blätter an den Bäumen, wenn du Schatten, Licht erkennst, wenn du, das gibt dir alles so viel Energie, dass du am Tag ganz anders durchkommst. Und das ist auch eben ganzheitlich. Also diese Energie brauchst du überall. Die Energie muss von oben kommen, von unten kommen. Du musst sehen, dass du ein guter Mensch bist und bleibst, egal was passiert. Weil ich sage immer, wir haben Jeder Mensch hat so eine Aura und so eine Aura ist ja eigentlich so eine Wolke um dich, die unsichtbar ist. Aber wir sagen, dass alle negativen Gedanken und so, die schreiben sich in dieser Wolke nieder. Und die positiven auch. Aber negativen Gedanken auszulöschen braucht 7-mal so viel Energie wie einen positiven. Also sage ich immer, keep your cloud clean, das heißt, halt deine Wolke sauber, ohne negative Energie. Also sei gut, saug schöne Sachen auf, dann wirst du sympathisch. Und Leute, die dir sympathisch sind, die haben eine saubere Energie. Leute, um die du einen Bogen machst, die haben negative Energie zu viel. Und wenn man sich ein bisschen an diesen ganz einfachen Regeln hält, dann kommst du viel einfacher durchs Leben. Es öffnen sich plötzlich ganz leicht Tore, die vorher geschlossen waren, nur weil du dich selber reinfühlst und das auch nach außen weitergibst und der, der dich sieht, der macht die Tür auf.

  125. 58:14
    unklar

    Das projiziert sich dann halt auch.

  126. 58:16
    Hadi Teherani

    Ja, der sagt, der Mensch hat ja eine gute Energie, lass mal mit dem quatschen. Und schon geht alles viel einfacher, als wenn du immer nur negativ, alles ist schlecht und nichts bringt Spaß. Und so würde ich es nicht machen.

  127. 58:36
    unklar

    Also schon ziemlich essenziell auch für dich. Und ich glaube auch nicht, dass die Arbeit, also sie ist schon essenziell in dem Sinne, aber nicht, dass die Arbeit für dich so als Arbeit zu bezeichnen ist in dem Sinne.

  128. 58:48
    Hadi Teherani

    Ich sauge ja Energie aus der Arbeit. Und für mich ist ist die Arbeit ja auch mein Hobby. Wenn du das schaffst, das passiert, kann zwar nicht jedem passieren, also dass deine Arbeit und dein Hobby sich überdeckt, dann empfindest du das nicht als Arbeit, sondern das ist dein Leben. Sehr schön.

  129. 59:15
    Ronald M. Arndt

    Danke, Hadi. Hadi Teherani, wir kommen wieder. Freuen uns schon. Alles Gute, bis bald.

  130. 59:25
    unklar

    Dankeschön.