Gerhard Brix, Alps Resorts
Aufgenommen: Berg- und Golfresort Westendorf, Westendorf
Germany52 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Ich habe nie einen Euro Fremdkapital in der Firma gehabt, sondern begonnen habe ich mit meinen Ersparnissen und habe mal das erste halbe, dreiviertel Jahr keinen Lohn bezahlt.“
Gerhard Brix, 50:01
Gerhard Brix, Gründer von Alps Resorts, spricht mit Ronald M. Arndt im Berg- und Golfresort in Westendorf in Tirol über ein Unternehmen, das über zehn Jahre im Schnitt 50 Prozent gewachsen ist und von der Financial Times als schnellstwachsendes Unternehmen Österreichs ausgezeichnet wurde. Er erzählt, wie er sich mit 48 Jahren selbstständig machte, weil es für Ferienimmobilien keinen Betreiber mit Vermarktung, Logistik und Facility Management gab, und warum aus reiner Apartment- und Chaletvermietung immer hotelähnlichere Resorts werden. Dazu: Selbstversorger-Gäste als Hebel für die Ortskerne, eigene Gastronomie unter Alps Kitchen, Private Spa für die Zwischensaison und Wachstum ohne einen Euro Fremdkapital.
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Kernaussagen
- 50 Prozent über zehn Jahre: Die Financial Times zeichnete Alps Resorts über einen Betrachtungszeitraum von zehn Jahren als schnellstwachsendes Unternehmen Österreichs aus, im Leisure-Bereich europaweit an vierter Stelle. Das durchschnittliche Wachstum lag bei 50 Prozent.
- Wachstum aus dem Cashflow: Brix startete mit seinen Ersparnissen, nahm nie einen Euro Fremdkapital auf und zahlte das erste halbe bis dreiviertel Jahr keinen Lohn an sich. Bis auf ein Covid-Jahr war die Firma immer profitabel und finanzierte das Wachstum aus dem eigenen Cashflow.
- Orte beleben, Betriebe clustern: Weil viele alte Betriebe zu klein sind, um wirtschaftlich zu laufen, bündelt Alps Resorts sie und bewirtschaftet sie über Marketing, Vertrieb und Verwaltung aus der Zentrale. In Westendorf gehören zum Golfresort zwei Apartmenthäuser mit 15 und 9 Apartments.
- Selbstversorger statt Bademantel: Die Gäste im Apartment- und Chaletbereich buchen auf Basis Selbstversorger, kaufen vor Ort ein und gehen vor Ort essen. Brix sieht darin lokale Wertschöpfung, anders als bei Wellnesshotels, wo die Gäste das Haus kaum verlassen.
- Wissen im Haus weitergeben: Mit der Alps Academy bildet das Unternehmen eigene Mitarbeiter zu Trainern aus, drei Turnusse waren zum Zeitpunkt der Aufnahme durch. Die Leitfrage dahinter: Wie schaffen wir es, dass Alps weiß, was Alps weiß?
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Gerhard Brix, Gründer und Geschäftsführer von ALPS RESORTS, gibt spannende Einblicke in die Entwicklung eines Unternehmens, das heute zu den größten Hotelketten Österreichs zählt. In den vergangenen zehn Jahren wuchs ALPS RESORTS im Schnitt um rund 50 Prozent pro Jahr und das komplett aus eigener Kraft und ausschließlich aus dem eigenen Cashflow finanziert. Der Erfolg begann mit einer klar erkannten Marktlücke: Buy-to-let-Ferienimmobilien professionell zu verwalten. Daraus entstand ein Geschäftsmodell, das Urlaub in Apartments und Chalets auf ein neues Level hebt. Das Unternehmensmotto „Wir beleben Orte mit Menschen“ beschreibt es perfekt. Neben der Entwicklung neuer Resorts werden auch bestehende Betriebe revitalisiert. Gleichzeitig nutzen Selbstversorger-Gäste intensiv die lokale Infrastruktur, was einen echten Gewinn für die gesamte Region darstellt. Die Produktpalette von ALPS RESORTS wird ständig weiterentwickelt und reicht heute weit über das ursprüngliche Buy-to-let-Modell hinaus. So entstehen in letzter Zeit vermehrt hotelähnliche Resorts, wie das Carpe Solem in Kaprun. Der Claim „My way of holiday“ steht für individuelle Aufenthalte fernab von Standardkonzepten. Um für die Gäste attraktiv zu bleiben, baut ALPS RESORTS die eigene Gastronomie weiter aus und setzt auf Private-Spa-Angebote, die in der Zwischensaison für zusätzliche Buchungen sorgen. Geleitet wird das Unternehmen heute von einem dreiköpfigen Führungsteam, zu dem auch Brix’ Sohn zählt. Im Fokus stehen die Mitarbeiterqualifikation, laufende Qualitätsverbesserungen sowie das zukünftige Wachstum. Geplant ist eine weitere Expansion im Alpenraum und die Entwicklung neuer Unterkunftskonzepte.
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Transkript öffnenTranskript schließen52 Min · Ronald M. Arndt und Gerhard Brix
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- 00:00 Ronald M. Arndt
Weit hast du es heute Morgen nicht gehabt, Gerhard.
- 00:02 Gerhard Brix
Na, Gott sei Dank, es waren nur gute 10 Minuten von Kitzbühel hier nach Westendorf.
- 00:06 Ronald M. Arndt
Kitzbühel, heute Westendorf in Tirol, in Österreich. Für mich das erste Mal Westendorf, aber auch das Haus, wo wir heute sind, im Berg- und Golfresort, das ist auch noch nicht so lange im Portfolio bei euch, ne, bei Alps Resorts.
- 00:20 Gerhard Brix
Na, das haben wir relativ kurzfristig Anfang Mai übernommen. Hatten aber trotzdem einen recht guten Sommer schon und zufriedene Gäste, ist das Wichtigste. Und wir sind sehr froh über das Produkt hier und freuen uns auf die weitere Entwicklung hier.
- 00:41 Ronald M. Arndt
Ja, wie lange braucht es ungefähr, um so ein Haus, oder läuft es sofort als Alps Resorts weiter?
- 00:48 Gerhard Brix
Normalerweise braucht man schon ein Dreivierteljahr. Aber wir sind es gewohnt, gerade in den letzten Jahren, dass wir oft kurzfristig von anderen übernehmen, wo es irgendwas gegeben hat, entweder Betreiberproblem, Insolvenz oder was auch immer. Und dann sind wir sehr oft diejenigen, die dann kurzfristig einspringen und einfach das Beste draus machen.
- 01:12 Ronald M. Arndt
Ja, ein extremes Wachstum, ob extremes das richtige Wort ist, ist ja ein bisschen negativ, habt ihr auf jeden Fall zurückgelegt die letzten Jahre. Ja, 2022 noch um die 20.
- 01:23 Gerhard Brix
Ich würde es atemberaubend nehmen eigentlich. Wir haben eine Auszeichnung bekommen von, von der Financial Times über einen Betrachtungszeitraum von 10 Jahren. Da waren wir das schnellstwachsende Unternehmen in Österreich. Und also nicht nur Hotellerie, sondern insgesamt, insgesamt im Leisure-Bereich in Europa an vierter Stelle. Und wir haben über 10 Jahre ein durchschnittliches Wachstum von 50% gehabt.
- 01:50 Ronald M. Arndt
Und das ist wirklich atemberaubend und hat natürlich Herausforderungen, die du aber immer gut gemeistert hast mit deinem Team. Oder gab es mal Herausforderungen, wo du gesagt hast, jetzt wird's eng?
- 02:05 Gerhard Brix
Na, es ist eigentlich interessanterweise nie so eng geworden. Erstens einmal waren wir eigentlich immer gut vorbereitet. Weil wir gewusst haben, im nächsten Jahr oder in 2 Jahren kommen diese neuen Projekte auf uns zu. Und wir haben dann immer so, wie da ein bekannter Moderator früher in Österreich mal gesagt hat, rechtzeitig drauf schauen, dass man es hat, wenn man es braucht. Haben wir geschaut, dass man die Ressourcen entsprechend aufbauen. Das hat zwar immer auf die Ertragskraft gedrückt, aber wir waren immer bereit und Unser Motto war ja nicht immer nur größer werden, sondern auch immer besser werden. Und dieser Spagat ist, glaube ich, sehr gut gelungen.
- 02:49 Ronald M. Arndt
Wie ging es denn damals los, Gerhard?
- 02:53 Gerhard Brix
Ganz am Anfang?
- 02:54 Ronald M. Arndt
Ganz am Anfang.
- 02:57 Gerhard Brix
Ich war mein ganzes Leben im Tourismus und immer eigentlich im Incoming, Produktentwicklung, Vertrieb. Und in den Nullerjahren gab es die ersten Projekte in Österreich, sogenanntes Bridgeway, das ja in anderen Ländern wie Spanien und so weiter schon gang und gäbe war. Damals in erster Linie holländische Firmen haben das gemacht und da waren auch einige Bauträger involviert, die dann gemerkt haben, sie brauchen einen Betreiber für die Dinge, weil ein wichtiger Teil dieses Geschäftskonzepts ist ja die Vermietung. Es wird einmal entwickelt, gebaut, verkauft, aber dann soll ja die nächsten 20 Jahren das Investment zurückverdient werden. Und da gab es keine Struktur in Österreich. Es gab natürlich Hotelbetreiber, aber Hotel und Apartments bzw. Schlepplifte sind zwei unterschiedliche Dinge. Und in meiner damaligen Funktion als Incoming bei Eurotours habe ich gesagt, na, ich kann die Dinge vermarkten für euch. Aber nicht vor Ort betreiben. Dafür haben wir keine, keine Ressourcen. Und ja, habe dann gemerkt, da tut sich ein Bedarf auf. Da geht's natürlich sehr viel um Vermarktung, um Logistik, um ja auch entsprechendes Facility Management. Und da gibt's eigentlich keine Anbieter.
- 04:35 Ronald M. Arndt
Mhm.
- 04:35 Gerhard Brix
Und ja, das war dann eigentlich der Grund, dass ich mich mit 48 Jahren doch selbstständig gemacht habe.
- 04:42 Ronald M. Arndt
Gutes Alter.
- 04:43 Gerhard Brix
Ja, im Nachhinein schon. Wobei in meinem Herzen war ich eigentlich immer schon Unternehmer.
- 04:48 Ronald M. Arndt
Ja. Und dann ging es hier in der Nähe von Kitzbühel los mit dem ersten Haus, oder?
- 04:52 Gerhard Brix
Nein. Oder der erste Erfolg? Interessanterweise ging es in der Steiermark los. Mein erster Partner, der heute noch unser größter Partner ist, Almdorfbau, haben Projekte entwickelt in der Steiermark. Und ich hatte schon Kontakt mit, mit einer Bank, die zwei gescheiterte Projekte verwaltet hat. Nur Bank ist eben auch kein Hotelbetreiber. Und die haben dann zu mir gesagt, wenn du so eine Firma machst, dann kannst du unsere Anlagen gleich betreiben, weil wir sind froh, wenn wir damit nichts mehr zu tun haben. Und so war dann der Start eigentlich in der Steiermark, in Hohendauen, mit einem älteren Chaletdorf und am Kreisberg mit dem Ferienpark.
- 05:45 Ronald M. Arndt
Ja, beide.
- 05:47 Gerhard Brix
Also das ältere Chaletdorf in Hohentauen betreiben wir nicht mehr, da wurde dann nicht mehr investiert und die Qualität war nicht mehr gegeben. Aber den Ferienpark am Kreisberg, den haben wir immer noch.
- 05:59 Ronald M. Arndt
Und auch der Bergwangerhof, der am Entstehen ist, ist glaube ich auch ein Projekt mit—
- 06:03 Gerhard Brix
das ist auch ein Projekt mit Almdorfbau. Und Also für mich ein ganz tolles Projekt und auch ein sehr gutes Beispiel, dass dieses Konzept nachhaltig ist, weil es geht dort um 3 Hotelbetriebe, von denen einer schon seit 20 Jahren da ist und eigentlich verfallen ist, mitten im Ort. Direkt daneben ein zweites Hotel, das seit 9 Jahren geschlossen war, und gegenüber ein altes Apartmenthaus, das am Ende seiner Lebenszeit war. Und aus diesem Ensemble wird jetzt mit dem geschichtlichen Hintergrund vom Berwanger Hof ein ganz neues, tolles Produkt gemacht, mitten im Ort, neben der Bergbahn, an der Skipiste. Und somit dieser Leerstand, dieser Schandfleck im Ort eigentlich wiederbelebt und trägt dann zur Weiterentwicklung des Ortes bei.
- 07:02 Ronald M. Arndt
Um den Ausblick, sage ich mal, auf die nahe Zukunft direkt noch mal abzuschließen. Auch in Kaprun geht's weiter.
- 07:09 Gerhard Brix
Kaprun, freuen wir uns sehr, ist ein ganz tolles Produkt. KP Solem, mit demselben Partner haben wir schon ein sehr tolles Produkt in Rauris, sehr hohe Qualität und toller Standort, dort auch sehr erfolgreich. Und somit konnten wir uns auch jetzt wieder mit dem neuen Projekt durchsetzen. Und dürfen das am 17. Dezember eröffnen. Auch schon wieder mehr hotelähnlich. Aus der reinen Apartmentvermietung und Chaletvermietung haben wir immer hotelähnlichere Produkte jetzt. Und in Kaprun werden wir haben einen Family-Wellnessbereich, einen Adults-only-Wellnessbereich oben am Dach und die Kombination aus Zimmer und Apartments.
- 07:56 Ronald M. Arndt
Also auch hier in Westendorf Infinity Pool.
- 07:59 Gerhard Brix
Ja, auch hier in Westendorf ist ja ursprünglich war das hier nur ein Apartmenthotel auch. Es wurden dann Zimmer dazugebaut, ein zweiter Wellnessbereich gebaut in einer fantastischen Lage, auch in einer sehr hohen Qualität. Der Entwickler hier, Pure Hotels, errichten auch in sehr hoher Qualität. Also wir haben sehr tolles Feedback auch von den Gästen und vom selben Entwickler haben wir auch schon ein tolles Produkt in Ehrwald. Übernommen und im Mond davon.
- 08:30 Ronald M. Arndt
Das hast du gerade schon erwähnt, Kaprun, einmal mehr Hotel, klassisches Hotel, fast klassisches Hotel. Ist das eine Veränderung?
- 08:41 Gerhard Brix
Im Prinzip ja. Und das ist auch eine Herausforderung für uns, weil das natürlich auch vom Service-Level, vom Personaleinsatz eine ganz andere Nummer ist als reines Aparthotel oder reines Chaletdorf. Wo ja der Dienstleistungsgrad sehr niedrig ist, wo es in erster Linie um die Vermietung der Immobilie geht, um die Verwaltung der Immobilie, sind wir hier jetzt eigentlich im klassischen Hotelbetrieb angekommen. Und entsprechend natürlich wächst auch die Mitarbeiterzahl. Aber wir sehen das Ganze positiv, weil wir wollen uns auch in dieser Richtung weiterentwickeln.
- 09:21 Ronald M. Arndt
Gib mal einen kleinen Einblick so in eure Struktur? Wie viele Mitarbeiter habt ihr ungefähr bei Alps Resorts?
- 09:27 Gerhard Brix
Also wir gehen jetzt in Richtung 300 Mitarbeiter. Natürlich durch die Gastronomie, die wir jetzt erst seit eineinhalb Jahren machen, wächst es relativ schnell. Und besonders stolz bin ich darauf, dass wir sehr viele Mitarbeiter haben, die schon sehr lange dabei sind. Und das hilft natürlich sehr, wenn man, wenn man neue Geschäftsfelder aufmacht, wenn man expandiert, wenn man einfach ein Team hat, auf man sich verlassen kann, die auch sehr gut miteinander können, die auch gerne miteinander arbeiten. Und dann macht Erfolg einfach Spaß.
- 10:04 Ronald M. Arndt
Ja, hast ja gerade das Beispiel genannt, 3 Häuser waren es dann, die da verfallen oder schon zu waren. Das heißt, ihr belebt am Ende Orte. Das glaube ich so ein bisschen euer Motto.
- 10:14 Gerhard Brix
Das ist unser Motto, anders nicht sagen. Also wir beleben Orte mit Menschen. Und ich denke, dass das auch in Zukunft noch noch viel wichtiger wird. Es wird ja immer kritisiert bei neuen Projekten, Grundverbrauch, Bodenversiegelung und so weiter. Und auf der anderen Seite gibt es aber massive Probleme in sehr vielen Orten, dass die Ortskerne einfach aussterben. Die Infrastruktur ist gewandert an die Ortsränder, die Supermärkte, Verwaltung und so weiter. Und die Ortskerne sterben langsam aus. Und mit unserem Konzept können wir doch sehr gut zur Belebung beitragen. Wir können es wahrscheinlich nicht alleine stemmen, aber wir können sehr viel dazu beitragen. Warum? Unsere Gäste, also unser Hauptklientel im Apartment- und im Chaletbereich, buchen ja prinzipiell auf Basis Selbstversorger. Das heißt, die kaufen sich alles vor Ort, kaufen sich Lebensmittel vor Ort, die gehen vor Ort essen, nehmen die Infrastruktur in Anspruch und tragen so sehr, sehr viel zur wirklich lokalen Wertschöpfung bei. Und im Gegensatz zu All-Inclusive-Top-Wellnesshotels irgendwo, wo die Leute 3 Tage im Bademantel im Hotel rumlaufen, ist es so, dass man die Gäste oft im Ort kaum sieht. Und unsere Gäste sind aber im Ort unterwegs, und somit wird auch das Thema Revitalisierung von älteren Gebäuden ein großes Thema. Das Problem ist, viele dieser alten Betriebe sind zu klein, um wirtschaftlich geführt zu werden, aber Mit unserem Konzept, indem wir auch mehrere kleine Betriebe clustern, können wir Strukturen schaffen, beziehungsweise auch mit unseren zentralen Einheiten im Hintergrund, Marketing, Vertrieb, Verwaltung und so weiter, können wir auch mehrere kleine Betriebe führen. Gutes Beispiel hier in Westendorf. Wir haben hier das Golfresort und daneben haben wir noch 2 Apartmenthäuser, eins mit 15 Apartments, eins mit 9 Apartments, und somit können wir diesen Cluster auch entsprechend bewirtschaften.
- 12:43 Ronald M. Arndt
Und nicht zuletzt helft ihr, dass eben viele junge Leute Perspektive haben, im Dorf bleiben und da eben auch Arbeit haben.
- 12:52 Gerhard Brix
Das ist uns ganz wichtig. Mit der Gastronomie ändert sich ein bisschen, weil man einfach die Mitarbeiter in einigen Regionen nicht in ausreichender Anzahl bekommt. Aber in der Vermietung haben wir also bis vor 1, 2 Jahren fast 100% aller Mitarbeiter rekrutiert, dort wo sie wohnen. Das heißt, mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, mit Karrierechancen, mit attraktiven Arbeitsrahmenbedingungen konnten wir immer in der, in der einheimischen Bevölkerung sehr gut rekrutieren. Und mir ist es auch besonders wichtig, dass junge Leute im Tourismus einen guten Job haben, weil natürlich die Tourismusgesinnung schon ein Thema ist. Und was kann man für eine positive Tourismusgesinnung Besseres machen, als dass junge Leute einen tollen Job im Tourismus haben und ihren Freunden und Familien davon erzählen?
- 13:47 Ronald M. Arndt
Ja, und auf so eine große Marke am Ende, ihr seid ja wahrscheinlich eine der größten Hotelgruppen in Österreich.
- 13:53 Gerhard Brix
Wir sind mittlerweile der größte Unterkunftsgeber in Österreich und wir wollen natürlich auch der Beste sein.
- 14:02 Ronald M. Arndt
Hast du gerade schon gesagt.
- 14:04 Gerhard Brix
Wir investieren aber auch sehr viel in den letzten Jahren in die Markenbildung, vor allem auch in die Markenbildung in Richtung Arbeitgeber und sind sehr erfolgreich damit. Wichtig ist, gute Mitarbeiter zu rekrutieren, aber mindestens so wichtig ist, die dann auch im Unternehmen zu halten. Und da haben wir in den letzten Jahren sehr viele Initiativen in diese Richtung entwickelt.
- 14:33 Ronald M. Arndt
Hast anfangs gesagt, du kommst aus diesem Incoming-Umfeld. Das heißt auch hier in der Vermarktung von Alps Resorts über die Landesgrenzen weg, da hat ja auch immer geholfen, sicherlich.
- 14:44 Gerhard Brix
Ja, natürlich. Das war ja auch der Start in dieses Geschäft eigentlich, war das Netzwerk, das ich hatte durch meine jahrzehntelange Tätigkeit, Netzwerk zu Reiseveranstaltern, zu Vertriebspartnern und so weiter und dort auch einen entsprechenden Vertrauensvorschuss bekommen habe. Auch von den Entwicklern, weil das ist einmal gerade am Start natürlich wahnsinnig wichtig, dass man diesen Vertrauensvorschuss bekommt, weil man muss es erst beweisen können. Aber dazu muss man auch die Gelegenheit haben. Und ja, das hat am Anfang sehr geholfen und das war auch immer das, was ich, was ich gerne gemacht habe.
- 15:23 Ronald M. Arndt
Kannst du einen kleinen Einblick geben in eure Quellmärkte? Also Deutschland sicherlich, Holland nach wie vor.
- 15:30 Gerhard Brix
Ja, also unsere Quellmärkte sind alle wichtigen Quellmärkte in Europa und je nach Standort der Hotelanlagen sehr unterschiedliche Prioritäten. Also hier im Westen ist natürlich in erster Linie der deutsche Markt, aber auch der Benelux-Markt, ganz im Westen der Schweizer Markt. Sehr wichtig. Der österreichische Markt spielt hier eine untergeordnete Rolle, während in der Steiermark zum Beispiel 50, 60% der Gäste aus dem Inland kommen. Und dann natürlich auch sehr stark aus Ungarn, Tschechien, Slowakei. Polen ist viel stärker geworden, aber auch die skandinavischen Länder. Einerseits eine Affinität zur Destination, aber was wir gesehen haben, auch eine Affinität zum Produkt. Die Niederländer sind weniger in die Steiermark gefahren, aber wir haben dort auch einen überproportionalen Anteil erhalten aufgrund des Produkts. Die Holländer mögen gerne, Niederländer mögen gerne Apartments und Chalets, und die gibt es ja in Tirol, Salzburg jetzt nicht so viel, und vor allem nicht in dieser Ausstattung und Qualität, wie wir sie haben. Und von daher konnten wir diesen Markt auch in die Steiermark, vor allem in die Obersteiermark, bringen.
- 16:51 Ronald M. Arndt
Jetzt scheinst du da nicht nur damals bei Gründung eine Nische eben für dich gefunden zu haben, sondern auch heute. Es gibt einfach, wie schaut denn so ein bisschen die Hotellerie aus in Österreich? Also Betreiber werden wahrscheinlich immer noch gesucht. Das hat sich nicht verändert.
- 17:08 Gerhard Brix
Ja, Betreiber werden sicherlich gesucht. Thema Nachfolge ist ein Riesenthema in den nächsten Jahren. Aber wie gesagt, oft das Problem auch der Betriebsgröße und oft eben auch verbunden, wenn es unsichere Weitergabe gibt, dass es auch einen Investitionsstau gibt. Ja, also das ist, das ist ein Thema. Wir haben unsere Nische im Produkt in den letzten Jahren ausgebaut, vor allem in Richtung unseres Claims My Way of Holiday, nämlich Individuell, frei, mit viel Platz. Und das ist sicherlich das, was uns immer unterschieden hat vom klassischen Hotel. Unsere Gäste, die brauchen Platz, die sind mit der Familie, mit Freunden unterwegs. Und wenn ich heute zu sechst, zu siebt, zu neunt Urlaub mache, dann will ich Zeit miteinander verbringen. Und das ist im Hotel halt schwieriger, weil Da bin ich immer im öffentlichen Raum. Und bei uns kann man sich eben im Chalet zusammensitzen, in der Ferienwohnung zusammensitzen, kann sich unterhalten, kann gemeinsam kochen, kann eine Flasche Wein trinken, kann spielen. Die Kinder haben in der Ecke zusätzlich Platz. Und das ist eben, was unsere Gäste mögen. Die wollen auch nicht unbedingt jeden Abend ein 5-Gänge-Menü essen. Die wollen sich zum Frühstück nicht am Frühstücksbuffet mit 100 anderen Leuten anstellen. Sondern so wie jeder aufsteht, mal raus auf die Terrasse, ein Kaffee runterlassen, in die Berge schauen, zusammen gemeinsam gemütlich frühstücken. Das ist my way of holiday.
- 18:52 Ronald M. Arndt
Also jetzt habt ihr glaube 45 Hotels und Resorts oder sogar ein bisschen 45 plus dann die, die wir schon—
- 19:00 Gerhard Brix
es kommen welche dazu. Nächstes Jahr sind schon wieder einige in der Pipeline. Aber das ist gar nicht das Entscheidende, ob es jetzt 45 sind oder 48 sind, sondern wichtig ist, dass wir gute Standorte haben und dass wir ein gutes Produkt haben für unser wachsendes Klientel. Und da sind wir auch aus der Not heraus natürlich den Weg gegangen, dass wir kein Standardprodukt haben, eine Marke, wo dann jedes Hotelzimmer gleich aussieht. Das geht bei uns gar nicht, weil wir arbeiten mit unterschiedlichen Entwicklern, Architekten, unterschiedlichen Regionen. Und somit ist bei uns eigentlich sehr viele Objekte, schauen komplett anders aus. Aber daraus haben wir wieder einen Vorteil kreiert, indem wir eben sagen, wir haben eine Vielfalt. Und bei uns findet jeder das, was er sucht. Nicht nur vom Produkt her, sondern auch von den Destinationen her. Wir sind eben 45 Standorte, alle in Österreich.
- 20:06 Ronald M. Arndt
Das, darauf zielte meine Frage ab. Und somit die Alpen für Alps Resorts.
- 20:10 Gerhard Brix
Und somit decken wir hier sehr viel an Bedürfnis ab. Und dann kann ich gleich die erwartete Frage nach Standorten im Ausland. Wir hatten schon Standorte im Ausland, 2 kleine Standorte, wo es die Perspektive gab, zu erweitern, zu vergrößern. Das hat sich dann aber nicht realisiert, und so haben wir uns von diesen Standorten zurückgezogen. Und wir haben durchaus Interesse an Standorten im Alpenraum in anderen Ländern. Allerdings, wir sind aufgrund des atemberaubenden Wachstums nie in die Lage gekommen, aktiv zu akquirieren, sondern wir haben uns wirklich darauf konzentriert, dieses, dieses Wachstum sehr gut umzusetzen. Aber wir sind offen, wir haben auch immer wieder Gespräche, es gibt auch immer wieder Lagen, Grundstücke, die wir uns anschauen. Ganz das Richtige war noch nicht dabei, aber es wird passieren.
- 21:16 Ronald M. Arndt
Also es gibt deutschen Alpen, Südtirol, das meinst du auch, ne?
- 21:19 Gerhard Brix
Einfach genau, also Deutschland, Italien, Schweiz, ja. Also im Alpenbogen.
- 21:28 Ronald M. Arndt
Ist es denn das Ziel, eigentlich ein Haus ganzjährig auszulasten, also vom Konzept her, oder kann man da schon mal mit leben, dass man sagt, okay, es gab eine Sommersaison und eine Wintersaison?
- 21:39 Gerhard Brix
Und prinzipiell arbeiten wir in Destinationen, die zumindest 2 Saisonen haben. Allerdings sind fast alle unsere Anlagen das ganze Jahr geöffnet. Also ich glaube, im Moment haben wir 2 oder 3 Anlagen, die wir saisonal zusperren. Aber alle anderen sind das ganze Jahr offen und wir versuchen wirklich hier auch die Zwischensaison zu beleben. Wir haben ja sowieso Mitarbeiter vor Ort jetzt in der Vermietung für Reservierungen und so weiter, weniger in der Gastronomie, aber wir versuchen wirklich auch diese Schulterzeiten oder die Zwischensaisonen mit Leben zu füllen. Und was wir merken, ist, dass wir da mit einem Teil unseres Portfolios auch erfolgreich sind, speziell jene, wo wir eben dieses Thema Private Spa anbieten können, wo Einheiten eine eigene Sauna haben, wo Einheiten eigenes Whirlpool haben, wo Einheiten ein eigenes Schwimmbad haben, haben wir sehr, sehr gute Erfolge. In diesen Anlagen haben wir jetzt im Oktober an die 80% Auslastung und auch im November durchaus auch gute Belegungen. Also es ist schon möglich, dass wachsen zu lassen. Ist nicht einfach, ist nicht Selbstläufer, aber hat natürlich mit unserem Produkt gute Voraussetzungen. Und das Marketing muss sich halt ein bisschen anstrengen.
- 23:07 Ronald M. Arndt
Und Thema Wintersaison, wie denken Unternehmer jetzt darüber nach, wenn der Schnee vielleicht die nächsten Jahre, Jahrzehnte eher nicht mehr, sondern weniger wird?
- 23:17 Gerhard Brix
Ja, das Thema Schnee ist immer ein mediales Thema. Wenn ich dran denke, die letzten 4, 5 Jahre hatten wir 2 Jahre mit relativ wenig Schnee. Aber so wie letztes Jahr hatten wir gut Schnee im Dezember und dann Weihnachten, Silvester mal kein Weihnachtstauwetter. Also ging der Schnee sehr gut bis Ende Januar, Anfang Februar. Dann gab es einmal Probleme. Wir hatten aber auch in den letzten 4 Jahren 2 Winter, wo wir teilweise fast im Schnee erstickt sind. Also ich kann mich da auch aus meiner Kindheit noch gut erinnern. Ich bin ja nur wenige Kilometer von hier in Hopfgarten aufgewachsen. Die Hohe Salve war mein Skiberg. Und ich kann mich erinnern als Kind, dass im Jänner am Berg kein Schnee war und dass die Ziegen auf der Weide waren. Und wenn man alte Bilder anschaut aus den 30er, 50er Jahren von Hahnenkammrennen in Kitzbühel, da sind so viele Bilder dabei mit ganz wenig Schnee. Also es gibt schon solche Zyklen und Ich bin weit davon entfernt, den Klimawandel abzustreiten, aber sehr viel hat halt doch auch noch mit Wetter zu tun. Und wir hatten in den letzten Jahren einige Male sehr guten, sehr frühen Schnee. Vor 2 Jahren hatten wir Weihnachtsfeier in Rauris, Ende November, und über Nacht kam ein halber Meter Schnee. Also es war fast kitschig. Wir haben Weihnachtsparty gefeiert und wenn man aus dem Fenster rausgeschaut hat, es hat geschneit und am Morgen hat man einen halben Meter Schnee. Ja, also es ist ein, ein, ein Thema, es wird medial verbreitet, quasi der Winter findet in Zukunft nicht mehr statt. Das glaube ich nicht. Es gibt Veränderungen, aber solange ich in der Branche tätig bin, werden wir noch ganz tolle Winter haben und wir werden viel Spaß beim Skifahren haben. Das hast du vorher gesagt, an die 300 Mitarbeiter, aber du hast eine Geschäftsführung, ne, schon Ja, das war sehr wichtig, sehr wichtiger Schritt, eben auch Teil des Wachstums und auch der Voraussicht. Es gibt erschreckende Beispiele, wo Gründer, vor allem Gründer, das Problem haben loszulassen und Verantwortung zu übergeben. Und ich habe eigentlich immer Mitarbeiter oder leitende Mitarbeiter ins Unternehmen geholt, wenn sie verfügbar waren. Weil diese Kaliber, die findet man eigentlich nicht, wenn man sie sucht, sondern die, da muss man zugreifen, wenn man, wenn, wenn sie verfügbar sind. Ganz am Anfang hatte ich auch schon ein paar, die ins Unternehmen gekommen sind, die ich mir zu dem Zeitpunkt eigentlich gar nicht leisten konnte, wo ich aber wusste, solche Leute brauche ich. Und Wir konnten sehen, dass das Wachstum eben entsprechend weitergeht. Und deshalb habe ich die Struktur der Firma neu aufgestellt. Der jetzige Geschäftsführer, Tom Beyer, der war auch sehr lange bei Arndt, den kannte ich schon viele, viele Jahre. Und er ist dort unglücklich geworden und hat mich dann informiert. So, wir hatten immer losen Kontakt, dass er dort gekündigt hat. Also er hat mich nicht abgeworben, dass er dort gekündigt hat und eben jetzt sich verändern will. Und da habe ich ihm, glaube ich, ganz am guten Vorschlag für Veränderung gemacht und habe das zum Anlass genommen, eben eine neben mir eine Doppelspitze im Unternehmen zu installieren als Geschäftsführung, darunter ein Managementteam. War am Anfang auch ein bisschen nicht so einfach, weil man gedacht hat, einige kennen sich untereinander nicht, andere haben schon im selben Unternehmen gearbeitet. Wie war da das Verhältnis miteinander? Hat super funktioniert. Die 2 Geschäftsführer, eben der Tom Beyer und mein Sohn, haben sich vorher nicht gekannt, ergänzen sich aber super, können auch persönlich sehr, sehr gut miteinander. Und das ist natürlich ein Glücksfall. Und auch das Management-Team um sie herum, von denen die meisten ja schon seit 8, 10, 12 Jahren im Unternehmen sind, obwohl die Firma erst seit 14 Jahren gibt. Und ich glaube, das macht schon einen großen Teil unserer Stärke aus, diese Stabilität und Und dass die auch aber immer noch hungrig sind und diesen Spirit, diesen Anfangsspirit immer noch dabei haben.
- 27:48 Ronald M. Arndt
Ja, dein Sohn hat ja damals bei Gründung auch ein Alter gehabt, wo auf jeden Fall alles von Anfang an mitbekommen hat.
- 27:54 Gerhard Brix
Ja, aber bei Gründung, bei Gründung bin ich nicht davon ausgegangen, dass eins meiner Kinder mal im Unternehmen sein wird. Mein Sohn war in der Automobilbranche auch als Junger sehr erfolgreich. Und da habe ich nicht damit gerechnet. Aber er ist dann auf mich zugekommen nach einigen Jahren, wie es so richtig angefangen hat zu gehen, und gesagt, bei euch geht so die Post ab, da wäre ich gern dabei. Und das hat mich natürlich sehr gefreut. Und seit 3 Jahren ist auch meine Tochter im Unternehmen. Und ja, von daher natürlich alles Roger.
- 28:32 Ronald M. Arndt
Schon ein echtes Familienunternehmen nach wie vor.
- 28:34 Gerhard Brix
Ein echtes Familienunternehmen. Aber ganz, ganz wichtig, auch der Junior als Quereinsteiger hat von der Pike aus angefangen. Also er ist die ersten Monate an der Rezeption am Kreisberg gesessen, hat dann im ersten Winter, haben wir auf der Reiteralm 13 Chalets aufgesperrt mit wahnsinnig viel Schnee, mit einigen Mängeln, die zu beheben waren. Musste auch nachputzen und Wäsche vertragen. Also so haben sie sich auch den Respekt der Kollegen erarbeitet, dass sie nicht quasi vom Chef reingeschissen wurden, sondern haben wirklich sich auch diesen Respekt erarbeiten müssen.
- 29:26 Ronald M. Arndt
Sicherlich eine tolle Spielwiese unternehmerisch für die Kinder, die du da auch mit aufgebaut hast, aber auch für den einzelnen Mitarbeiter. Der fängt mal irgendwo in einem eurer Resource Hotels an, aber hat natürlich auch immer die große Marke Alps Resorts im Hinterkopf und die Möglichkeit, sich da innerhalb der Gruppe weiterzuentwickeln.
- 29:46 Gerhard Brix
Ich glaube, das ist für viele Mitarbeiter eine Motivation, zu uns zu kommen, weil viele, die wollen sich ja auch weiterentwickeln, die fangen vielleicht an der Rezeption an und wir haben wirklich viele Beispiele dafür, Mitarbeiter, die an der Rezeption begonnen haben und mittlerweile Sales Manager sind. Mitarbeiter, die als untalentierte Hausmeister begonnen haben und mittlerweile im Marketing sehr erfolgreich sind. Also bei uns gibt es eigentlich alles und wir haben wirklich viele, die bei uns dann einfach die richtige Tätigkeit gefunden haben, für das sie talentiert sind, das ihnen Spaß macht. Und wir wissen natürlich, alles, was man gerne tut, mit Spaß tut, macht man in der Regel auch gut. Und von daher sind wir da sehr glücklich. Wir haben aber auch schon vor einigen Jahren begonnen, uns zu überlegen, wie wir Mitarbeiter auch aktiv weiterentwickeln können. Und da war das Schlagwort, das wir immer genutzt haben: Wie schaffen wir es, dass Alps weiß, was Alps weiß? Also es gibt so viel Wissen bei den Mitarbeitern, aber wie können wir sicherstellen, dass dieses Wissen einfach breiter zu den, zu den Mitarbeitern bekommt, speziell wenn eine Organisation so dezentral aufgestellt ist wie wir, mit kleinen Teams in unterschiedlichen Orten. Und da haben wir schon vor einigen Jahren begonnen mit der Alps Academy. Wir haben uns einen sehr erfolgreichen Trainer geholt, der dann begonnen hat, Mitarbeiter von uns auszubilden als Trainer, also auszubilden als Wissensvermittler, weil man hat ja im Unternehmen natürlich Mitarbeiter, die sehr gut fachlich sind, denen man aber das Werkzeug in die Hand geben muss, dieses Wissen auch weiterzuvermitteln. Und da haben wir mittlerweile schon 3 Turnusse von Mitarbeitern ausgebildet. Und wir wissen ja, wenn man die Mitarbeiter auf ein Seminar schickt und da erzählt einer was da draußen, dann heißt es immer, ja, bei uns ist das ganz anders, bei uns in der Firma ist das ganz anders. Wenn aber dann der Trainer aus dem eigenen Unternehmen kommt, der weiß genau, wie bei uns die Abläufe sind, dann wird erstens einmal schon das Programm entsprechend gestaltet und dann wissen die Mitarbeiter auch, der weiß, wovon er spricht, weil der weiß genau, wie es bei uns läuft. Und von daher ist auch die Akzeptanz, dann das anzunehmen, wesentlich größer.
- 32:25 Ronald M. Arndt
Du hast gerade gesagt, dezentral findet natürlich vieles statt, aber sicherlich habt ihr auch einige Kompetenzen, Marketing etc. Gebündelt, oder?
- 32:33 Gerhard Brix
Genau, also dezentral, dezentral ist die, die Arbeit am Gast. Ja, ja, wir haben es vermieden bisher, dass wir Check-in-Automaten haben, sondern wir haben freundliche Mitarbeiter vor Ort, die Grüß Gott sagen, die sich um die Gäste kümmern. Und ich glaube, das hat doch etwas mit Gastfreundschaft zu tun, gerade im im Ferienbereich. In der Stadt ist es vielleicht noch einmal anders, da ist es auch nicht so wichtig, da kann man auch anonymer sein. Die Gäste sind oft nur für ein oder zwei Tage da. Bei uns sind die Gäste doch länger, haben keine Gäste, die eine Ferienwohnung oder Chalet mieten, haben keinen großen Bedarf an Dienstleistung, aber doch wollen einmal einen Ratschlag haben, wo es hingehen soll, wenn irgendein Problemchen auftaucht. Dann kann man sich gleich drum kümmern. Und von daher ist es schon wichtig, dass man da gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter hat.
- 33:39 Ronald M. Arndt
Also man kann vieles digitalisieren, muss es ja auch, ne, die Prozesse immer weiter verschlanken.
- 33:44 Gerhard Brix
Aber nicht alles, was möglich ist, ist auch gut.
- 33:47 Ronald M. Arndt
Genau richtig. Ja, Gastro, also hier kam ich jetzt schon die ersten beiden Abende in Genuss eures Restaurants, was ja aber extern betrieben wird, ne. Ja, aber trotzdem wichtig, dass es da ist.
- 34:02 Gerhard Brix
Trotzdem wichtig. Und wenn ich, als ich die Firma gegründet habe, war mein Geschäftsmodell Bewirtschaftung von Ferienimmobilien ohne Gastronomie. Und aufgrund der Entwicklung, dass doch auch immer größere Resorts kommen, hotelähnlichere Resorts kommen und es immer schwieriger wird, externe Betreiber der Gastronomie zu finden, die auch die entsprechende Qualität sicherstellen können. Und, und, und da geht's wirklich um, um die Qualität, weil wenn wir das Resort betreiben, aber ein Externer das Restaurant, und das Restaurant funktioniert nicht, dann bekommt das Resort schlechte Bewertungen. Dann heißt es nicht, ja, das ist ein anderer Betreiber und die Zimmer waren in Ordnung, sondern das hat nicht funktioniert. Und deshalb haben wir uns vor ca. 2, zweieinhalb Jahren entschieden, Wir müssen das Thema Gastronomie angehen, und wenn wir es machen, dann wollen wir es gut machen. Haben uns da auch Kompetenz in die Firma geholt, die wir selber nicht hatten, und ja, machen jetzt angepasste Gastronomie, das heißt bedarfsgerecht. Dort, wo es viel oder ein gutes gastronomisches Angebot im Umfeld gibt, halten wir die Gastronomie relativ klein. Dort, wo lokal auch der Bedarf ist, wird sie größer gemacht, weil Gastronomie ist dann erfolgreich, wenn sie auch von den Einheimischen angenommen wird. Und ja, das Ganze hat einen Namen, nämlich die Alps Kitchen. Und ich bin sehr stolz darauf, auf die Entwicklung im ersten Jahr. Natürlich ist es ein Investment in die Zukunft. Das erste Jahr ist ein Anlaufjahr. Da reden wir natürlich nicht vom Geldverdienen, sondern von Investition. Aber was mich sehr glücklich macht, das sind die sehr guten Bewertungen. Alle unsere Restaurants haben sehr gute Bewertungen und das ist einmal für den Start ganz wichtig. Und von da weg kann man dann auch natürlich die Wirtschaftlichkeit optimieren.
- 36:15 Ronald M. Arndt
Aber finde ich spannend, wie du sagst. Und so macht es natürlich auch Sinn, direkt eben auch die Nachbarschaft damit ins Boot zu holen. Und zu sagen, hier ist ein Gastkonzept am Entstehen, das bleiben soll, das hochwertig ist, das offen ist für jedermann.
- 36:28 Gerhard Brix
Ja, und da sehen wir auch, dort wo wir begonnen haben, da wird es auch lokal angenommen. Ob das in Saalbach ist, ob das in Ehrwald ist, ob das in Berwang ist, wo wir erst im Sommer aufgesperrt haben, oder in Vis. Das wird auch lokal gut angenommen und von da weg starten wir jetzt auch in der stärkeren Bewerbung. Wir, wir, wir waren da ein kleines bisschen zurückhaltend. Wir wollten zuerst schauen, dass die Qualität auch stimmt. Die stimmt, die Gäste sind zufrieden, und jetzt wollen wir das auch versuchen, jedem zu sagen.
- 37:04 Ronald M. Arndt
Jetzt haben wir von Hotels gesprochen, von Apartments, von Resorts. Ich glaube, sogar mit Glamping habt ihr mal was zu tun gehabt, oder habt ihr noch?
- 37:10 Gerhard Brix
Haben wir immer noch, und das ist auch ein Thema, das wir uns anschauen, also in unterschiedlichen Ausprägungen. Spannendes Thema, ja, ist ein spannendes Thema. Das geht dann auch in die Richtung Tiny Houses, und wir schauen uns das Thema sehr genau an, weil ich denke, dass wir dort mittel- und vor allem langfristig sehr starke Wachstumsmöglichkeiten haben, eben nicht nur in Österreich, sondern vor allem in Ländern wie Deutschland, wo man heute einen ein Escape in die Natur schafft, mit vielleicht einer halben Stunde bis eineinhalb Stunden Entfernung von Ballungsräumen. Wir haben uns da Produkte im Ausland angeschaut, die sehr erfolgreich sind, und zwar das ganze Jahr über. Wo es aber in die Richtung geht, dann nicht unbedingt so stark Familien- und Freundesgruppen, die auch, aber sehr stark auch Pärchen, wo man einfach einmal 1, 2, 3 Tage aus der Stadt fliehen möchte, fliehen vom Trubel, von der Hitze im Sommer, also unterschiedliche Motive, und dann rein mitten in die Natur aufs Fahrrad setzen, am Abend auf der Terrasse sitzen und eine Flasche Wein trinken und dem Grillen zuhören. Also das wird, das wird ein Thema sein, das unser Spektrum ergänzt. Also da kann man vielleicht auch schon ein bisschen Ausblick in die Vision geben, nämlich dass wir wirklich in der Hospitality zwischen Tiny House und 4-Sterne-Superior wirklich das Angebot abdecken und die Gäste bei uns willkommen heißen, bei der Alps Family.
- 38:59 Ronald M. Arndt
Jetzt seid ihr Unternehmer und ihr sucht natürlich, was für euch funktioniert. Wenn wir ein bisschen rauszoomen und Österreich so gesamt im Blick haben, wie geht's dem österreichischen Tourismus?
- 39:12 Gerhard Brix
Dem österreichischen Tourismus geht es eigentlich, glaube ich, insgesamt ganz gut. Wir haben sicherlich strukturelle Themen, eben mit der Kleinteiligkeit der Betriebe, das eigentlich immer eine Stärke war des österreichischen Tourismus, nämlich diese kleineren Betriebe in Familienhand. Aber da gibt es einen, da gibt es einen Wechsel auch vom Mindset her. Sehr viele Kinder haben gesehen, dass die Eltern Tag und Nacht gearbeitet haben und das Private immer zurückstecken musste, weil es sonst nicht gegangen wäre. Und den Eltern war wichtig, dass die Kinder was lernen, dass sie eine gute Ausbildung bekommen. Und diese, viele dieser Kinder haben heute einen anderen Lebensentwurf. Die sagen, ich habe studiert, ich mache was anderes, ich will meine Familie aufbauen und mein Lebensentwurf nicht 7 Tage in der Woche in einem 30-Zimmer-Hotel zu arbeiten. Und von daher wird es da Umwälzungen geben. Vielleicht sind wir auch schon mittendrin. Ich glaube, dass wir dort eine Option sein können für viele. Müssen wir sicherlich auch entsprechende Geschäftsmodelle entwickeln, sodass das im Eigentum der Familie bleiben kann, aber wir eben das bewirtschaften für die Eigentümer. Also wir sind ja da sehr offen, prinzipiell. Also wir, wir passen uns eigentlich an die Bedürfnisse des Marktes an. Wir sind auch keine klassischen Hoteliers, sondern wir sind Touristiker und entwickeln Angebote für den Markt, wo wir einen Bedarf sehen.
- 40:55 Ronald M. Arndt
Also es ist bei so vielen Familien eher der Wunsch da, die Immobilie in der Familie auch zu belassen.
- 41:00 Gerhard Brix
Ja, das kann sein. Ja, es kann sicherlich der Wunsch auch sein, dass es verkauft wird. Aber es kann auch sein, dass man sagt, man hält in der, in der Familie, weil vielleicht wollen die Kinder später es doch übernehmen, oder vielleicht der Enkel, oder man, man weiß ja nicht. Das, das hängt dann immer von der familiären Situation ab, ja. Und sonst, in, in, in Österreich sind wir natürlich sehr gut darin, ein bisschen zu jammern, ja, das passt auch ganz gut. Aber besser ist, wenn man einfach sich den Herausforderungen stellt und, und Lösungen sucht. Was sicherlich ein Thema ist, das ist die Tourismusgesinnung. Es wird auch durch die mediale, durch das veränderte Medienverhalten, es wird heute immer alles skandalisiert. Es ist sehr schwer, neue Projekte zu machen, weil es gibt natürlich immer eine Gegnerschaft, die sich Gehör verschafft und die die furchtbaren Auswirkungen groß präsentiert. Die, die dafür sind, die sind meistens, ja, die schauen sich das an, aber die hört man nicht. Und von daher ist es sicherlich wichtig, auch positive Nachrichten zu verbreiten, aber vor allem auch wirklich positiv zu wirken. Und ich denke, dass man eben, wenn man entsprechend jahrelang in einer Destination arbeitet und auch nachhaltig arbeitet, dass das dann auch die Leute sehen und bereit sind zu sagen, okay, mit denen kann man was machen, weil die sind daran interessiert, das auch nachhaltig zu entwickeln.
- 42:48 Ronald M. Arndt
Wenn es dann in dieser Wachstumsrallye doch mal etwas turbulenter wird, wie ärgert sich der Gerhard ab und an?
- 42:56 Gerhard Brix
Er hat es Das war eigentlich immer schon eine große Stärke von mir. Wenn es richtig eng wird und hektisch wird, dann werde ich eigentlich immer ruhiger. Wenn rund um mich das Chaos ausbricht und alles durcheinander geht, dann werde ich immer ruhiger. Und eine meiner größten Stärken ist sicherlich die Gelassenheit. Und das sorgt dann dafür, dass man die Probleme oder die Herausforderungen mit einem kühlen Kopf betrachten kann. Und das ist uns eigentlich in der Vergangenheit immer sehr gut gelungen. Ich kann mich da auch erinnern an das Thema Covid, den ersten Lockdown, das wirklich schlimm war. Da habe ich mir wirklich die ersten Tage gedacht, was ist das jetzt? Habe jetzt 10 Jahre Firma aufgebaut und jetzt ist alles vorbei. Das war schon schwierig, aber ich habe mich dann mit meinem Team hingesetzt, virtuell, und haben gesagt, okay, wie geht es jetzt weiter, was machen wir? Und da habe ich auch gemerkt, welche Kaliber von Leuten ich um mich gesammelt habe. Und das war wahrscheinlich auch etwas vom Wichtigsten, was mir gelungen ist. Nämlich wirklich gute Leute um mich zu scharen. Und ich habe immer geschaut, Leute zu finden, die Dinge besser machen als ich. Wo auch viele Gründer und Patriarchen oft das Problem haben, wenn Mitarbeiter oder wenn das Umfeld vielleicht Dinge besser kann oder besser weiß. Ich habe immer Leute gesucht, die Dinge besser können als ich. Und Mein ehemaliger, mein ehemaliger Chef hat einmal zu mir gesagt, wenn du eine große Firma machst, dann musst du dich als Dirigent sehen. Das heißt, du kannst nicht jedes Instrument selber spielen, du kannst auch keines am besten spielen. Du musst die besten Musiker suchen, und deine Aufgabe ist es, dass die gute Instrumente haben und dass die gut zusammenspielen. Dann kommt schöne Musik raus. Und Das habe ich verinnerlicht und ich denke, das lebe ich auch.
- 45:13 Ronald M. Arndt
Ja, und so wird man ja nicht irgendwie, sondern es muss ja irgendwo auch aus der Kindheit herauskommen. Wie bist du nicht groß geworden?
- 45:19 Gerhard Brix
Also ich habe eine tolle Kindheit gehabt. Also ich bin ja nur 3, 4 Kilometer von hier in Hopfgarten aufgewachsen. Sehr bescheiden, also materiell sehr, sehr bescheiden. Aber wir haben eine tolle Kindheit gehabt. Wir waren im Wald, wir haben Fußball gespielt, wir waren draußen. Unsere Mutter war zu Hause, hat 3, 4 Zimmer als Privatzimmervermittlerin vermietet. Da bin ich mit dem Tourismus in Kontakt gekommen und eigentlich war ich mit 8 Jahren schon Unternehmer. Ich habe mit 8 Jahren mit meinem Bruder, sind wir in den Wald gegangen, haben Heidelbeeren gepflückt, eimerweise, haben die eineinhalb Stunden vom Wald rausgetragen. Und verkauft. Mein Bruder ist 4 Jahre älter als ich, aber verkauft habe ich die Heidelbeeren. Wir sind in Hopfgarten zum Sparmarkt gegangen und haben die Heidelbeeren verkauft. Und die ersten Heidelbeeren, da haben wir einen sehr guten Preis bekommen. Und der Preis, je mehr dann die Heidelbeeren reif geworden sind, desto mehr sind natürlich selber pflücken gegangen, und dann ist der Preis gesunken. Und ab einem gewissen Preis, ich weiß noch, damals 16 Schilling für einen Liter, Wenn er runtergegangen ist, der Preis, dann sind wir nach Wörgl gefahren. Und in Wörgl hat es ein Gemüsegeschäft gegeben und da haben wir dann die Heidelbeeren verkauft. Ich bin reingegangen, habe die Verhandlungen gemacht. Mein Bruder hat draußen gewartet mit den Eimern. Und da habe ich mein erstes Geld verdient. War dann mit 11, 12 Jahren Tankwart. Habe allein auf der Tankstelle gearbeitet am Wochenende mit 12 Jahren. Und da habe ich gelernt, ich kriege am Tag für die 12 Stunden 200 Schilling. Wenn ich aber gut drauf bin, die Scheiben putze, Öl nachschaue, freundlich bin, dann werden aus den 200 300 oder 350, weil man Trinkgeld bekommt. Ja, und so hat sich unternehmerisches Denken einfach entwickelt. Und auch wenn ich für Firmen gearbeitet habe im Angestelltenverhältnis, habe ich immer unternehmerisch gedacht. Und deshalb war dann emotional der Sprung in die Selbstständigkeit gar nicht so das große Thema.
- 47:34 Ronald M. Arndt
Und deine Ideen heutzutage, wo kommen dir die am besten? Bist du oft in der Natur nach wie vor, wie damals im Wald, oder?
- 47:41 Gerhard Brix
Ja, die kommen bei unterschiedlichen, ob ich in der Sauna liege oder wenn ich durch die Natur gehe. Ich wohne in einer wunderschönen Gegend in Kitzbühel und gehe so eineinhalb, 2 Stunden durchs Bichlach über Hügel und kleine Seen Und da kommen schon Ideen. Und das war eigentlich immer meine, meine Stärke, auch in den Tätigkeiten vorher. Produktentwicklung, war der Erste, der in Österreich All-Inclusive-Angebote entwickelt hat. Familienprodukte, eine Familie, eine Woche, ein Preis, wo man wahnsinnig erfolgreich war, auch am deutschen Markt. Und so war immer eine, eine hohe Innovationskraft. Und das ist mir auch heute noch sehr wichtig, dass das in der Firma ist, dass wir nicht stehen bleiben, sondern dass wir versuchen, Dinge besser zu machen, bevor wir sie besser machen müssen. Aus eigenem Antrieb. Und auch dafür habe ich die richtigen Leute, muss ich sagen.
- 48:39 Ronald M. Arndt
Gibt es eine dumme Entscheidung, wo du damals gedacht hast, die war dumm und die hat sich trotzdem als Glücksfall herausgestellt nachher?
- 48:49 Gerhard Brix
Nein, fällt mir jetzt eigentlich gar nicht ein.
- 48:52 Ronald M. Arndt
Aber man merkt einfach, wie du, du hast einfach dein Team, die wissen ja.
- 48:57 Gerhard Brix
Ja, und da bin ich schon sehr glücklich, vor allem, dass die auch miteinander so gut können, weil einige aus meinem Team und ich haben ja auch für große Firmen gearbeitet, für Konzerne gearbeitet, und da hat man immer so viel Energie verloren intern. Ja, der erste Mitbewerber war eigentlich der im Nebenbüro. Ja, und das haben wir überhaupt nicht. Also wir haben, wir haben klare Strukturen, wir haben klare Verantwortlichkeiten, und auch wahrscheinlich bedingt durch das große Wachstum hat keiner Angst, dass ihm wer andere Arbeit wegnimmt, sondern jeder ist eigentlich nur froh, wenn einer dazu kommt, der helfen kann. Ja, und auch wie wir miteinander umgehen, respektvoll, auf Augenhöhe, auch immer denkt, wie geht's dem anderen dabei. Das muss ich ganz ehrlich sagen, das habe ich eigentlich in keiner Firma so erlebt wie bei uns. Und das macht mich sehr glücklich.
- 49:56 Ronald M. Arndt
Und nicht zuletzt dieses Mitunternehmerische, was sich wahrscheinlich bei vielen Mitarbeitern einfach auch durchzieht.
- 50:01 Gerhard Brix
Ja, und gerade die, die so lange dabei sind, die geben das auch weiter in ihren Teams. Am Anfang, wir hatten ja kein Geld. Ich habe nie einen Euro Fremdkapital in der Firma gehabt, sondern begonnen habe ich mit meinen Ersparnissen und habe mal das erste halbe, dreiviertel Jahr keinen Lohn bezahlt, weil ich noch keinen Umsatz gehabt habe. Und wir mussten wirklich jeden Euro umdrehen. Aber wir haben immer, immer den Unterschied gemacht zwischen Kosten und Investition. Kosten, das ist Geld, das einfach weg ist. Und Investition ist ein Aufwand, der sich bezahlt machen soll, der zurückkommen soll. Und das ist heute oft noch die Standardfrage, wenn irgendetwas geht, was man machen soll oder nicht. Sind das Kosten oder ist es Investition? Und darum ist es auch wahnsinnig wichtig, dass man profitabel ist. Und Gott sei Dank, bis auf ein Jahr Covid waren wir immer profitabel. Wir haben nie viel Geld verdient, aber immer so viel, dass wir das Wachstum aus dem eigenen Cashflow finanzieren konnten. Und das ist ja schon einiges. Und so steht die Firma auf sehr soliden finanziellen Beinen. Und das ist auch wichtig gegenüber den Mitarbeitern. Ja, gerade in den letzten Jahren haben wir gesehen, dass in der Branche auch, in der Branche einige Insolvenzen gegeben hat. Und das war mir immer sehr, sehr wichtig. Wenn am, am letzten die Löhne bezahlt werden, dann bin ich immer froh, dass ich die Löhne bezahlen kann, weil die Mitarbeiter haben das ganze Monat dafür gearbeitet. Und es wäre für mich ein Horrorszenario, wenn ich Mitte des Monats nicht wüsste, wie ich am Ende des Monats die Löhne zahlen sollte.
- 51:46 Ronald M. Arndt
Ganz, ganz lieben Dank, Gerhard Brix, für den Einblick in dein Lebenswerk. Kann man ja sagen, ja, das bestens aufgestellt ist, nicht zuletzt mit deinen Kindern und vielen anderen tollen Menschen für die Zukunft. Alles, alles Gute weiterhin.
- 52:00 Gerhard Brix
Vielen Dank auch fürs Gespräch. Danke, hat Spaß gemacht. Danke.