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Germany · Episode #157 · 18.11.2025 · 30 Min

Prof. Dr. Christian Buer & Sepp Schwaiger, Independent Hotel Show Munich

Prof. Dr. Christian Buer & Sepp SchwaigerIndependent Hotel Show Munich
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Aufgenommen: Independent Hotel Show Munich, München

Standbild aus der Episode mit Prof. Dr. Christian Buer & Sepp Schwaiger Germany30 Min

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„Ich schaffe nur den Rahmen für das Erlebnis. … Es muss etwas Besonderes sein.“

Prof. Dr. Christian Buer & Sepp Schwaiger, 23:18

Ronald M. Arndt und Katharina Beatriz Varga sprechen live auf der Independent Hotel Show Munich mit Sepp Schwaiger von der Eder Collection im Salzburger Land und mit Prof. Dr. Christian Buer, Hochschulprofessor in Heilbronn, Berater bei Horwath HTL und selbst Betreiber von Moxy-Häusern. Schwaiger erzählt, wie aus dem Betrieb des Großvaters drei Hotels mit 160 Mitarbeitern wurden und wie er Räume vom Perspektivenwechsel aus gestaltet, bis hinunter auf Augenhöhe eines Fünfjährigen am Buffet. Buer erklärt, warum Rechnen wichtiger wird, warum die Hotellerie keine wirkliche Marke hat und wie aus Attraktion Erlebnis wird.

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Kernaussagen

  1. Rechnen statt laufen lassen: Buer sagt, Erfolg verführe dazu, alles laxig laufen zu lassen, während die Struktur mitwächst und die Verwaltung nie kleiner wird. Im Hotel schaut er aber zuerst, ob das Konzept funktioniert und von den Gästen angenommen wird, dann reicht ihm eine Bierdeckelrechnung.
  2. Perspektivenwechsel im Raum: Schwaiger geht in die Knie, um das Buffet aus Sicht eines Fünfjährigen zu sehen, und gestaltet danach Gänge, Buffets und Begegnungszonen. Gänge wurden mit Glas transparenter gemacht, damit sich Gäste untereinander vernetzen.
  3. 160 Mitarbeiter, 26 Nationen: In den Betrieben arbeiten 160 Mitarbeiter aus 26 Ländern, viele davon Quereinsteiger. Tools wie Hotelkit vermitteln Informationen in den Landessprachen, die Abteilungsleiter bringen die Leute auf Niveau, vom Küchenchef bis zum Abwäscher.
  4. Werbung darf nicht überversprechen: Schwaiger bucht selbst nach Foto und Video und sagt, Begeisterung entstehe, wenn es vor Ort noch cooler ist als in der Werbung. Enttäuschung wäre für ihn das Schlimmste.
  5. Das neue Normal ist 2016: Buer nennt 2016 als Maßstab für die Zahlen und wendet sich gegen 2019. Entscheidend sei, was unten übrig bleibt, weil nur vom Gewinn an die Mitarbeiter weitergegeben werden kann.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen30 Min · Ronald M. Arndt und Prof. Dr. Christian Buer & Sepp Schwaiger

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:00
    Ronald M. Arndt

    So, wir rücken noch mal ein Stück zusammen.

  2. 00:02
    Sepp Schwaiger

    Gerne.

  3. 00:02
    Ronald M. Arndt

    Dass wir uns ja auch selbst verstehen.

  4. 00:04
    Prof. Dr. Christian Buer

    Es ist ein bisschen kalt hier drin.

  5. 00:05
    Ronald M. Arndt

    Ist kalt? Ist dir kalt? Nee, du warst zu lange gestern noch im Bräuninger, Christian. Und Sepp habe ich auch gesehen.

  6. 00:11
    Sepp Schwaiger

    Ja, natürlich.

  7. 00:13
    Ronald M. Arndt

    Hast du die goldenen Schuhe beim Bräuninger noch mitgehen lassen, oder?

  8. 00:17
    Sepp Schwaiger

    Nein, die goldenen Schuhe hat mein Sohnemann halt gesagt, ich muss die goldenen Schuhe anziehen.

  9. 00:22
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  10. 00:22
    Sepp Schwaiger

    Mache ich gerne.

  11. 00:25
    Ronald M. Arndt

    Ja, spannende Runde. Schönen guten Morgen zum zweiten Hotel-Podcast. Gestern schon einer stattgefunden mit der Isabel und dem Moritz Schleich auf einer anderen Bühne, heute hier. Und, und dann haben wir schon eine kleine Vorstellungsrunde. Wir haben ja einen Gast auf der Bühne, der den Hotel-Podcast wirklich von Anfang an begleitet. Prof. Dr. Christian Buer. Schönen guten Morgen.

  12. 00:48
    Prof. Dr. Christian Buer

    Guten Morgen.

  13. 00:50
    Ronald M. Arndt

    Und Sepp Schwaiger.

  14. 00:53
    Sepp Schwaiger

    Ja, guten Morgen. Freut mich, da zu sein bei euch in der Mitte.

  15. 00:57
    Ronald M. Arndt

    In der Mitte und die Katharina im Nebenjob beim Hotel-Podcast dabei. Ich glaube, wir haben über 30 Episoden schon zusammen gemacht. Schön, dass wir auch wieder hier zusammen moderieren. Christian, du warst einer der ersten Gäste vor 5 oder 6 Jahren im Hotel-Podcast.

  16. 01:16
    Prof. Dr. Christian Buer

    Also gestern.

  17. 01:17
    Ronald M. Arndt

    Also gestern. Und damals hast du erwähnt, du hast dem Trump das Rechnen beigebracht. Hast du gedacht, dass er sich so lange hält?

  18. 01:26
    Prof. Dr. Christian Buer

    Es hat nichts gebracht, wie du ja mittlerweile weißt. Also er kann immer noch nicht rechnen.

  19. 01:34
    Ronald M. Arndt

    Aber das mal als kleine Herleitung. Rechnen. Du hast ja auch verschiedene Hüte auf. Du bist Hochschulprofessor in Heilbronn und du bist auch bei Horwath HTL in Deutschland, eine der großen Beratungsgesellschaften für die Hospitality. Dabei kannst du auf jeden Fall gut rechnen.

  20. 01:53
    Prof. Dr. Christian Buer

    Ich behaupte zumindest mal, dass ich rechnen kann. Aber ich sage ja mittlerweile, die beste Erfindung seit Michael Porters Theorie über Strategie ist von den Microsoft-Leuten Excel, weil da geht jeder Case auf. Es ist heute so, dass ich glaube, in den Zeiten, in denen wir sind, und ich glaube, viele vergessen, dass wir seit 5 Jahren in einer Krise hängen. In Deutschland zumindest. Österreich ist ja als krisenerprobtes Land, weiß gar nicht, wie man Krise schreibt. Aber der Punkt ist der, wir müssen, glaube ich, mehr rechnen denn je. Und ich glaube auch, du wirst rechnen müssen, weil auch ein Erfolg bedeutet nicht, heute alles laxig laufen zu lassen, weil dann verlierst du irgendwann mal Geld. Das ist so typisch, du wächst und wächst und wirst größer, aber vergisst, dass die Struktur wächst und wächst. Und eins haben wir ja immer schon gelernt, Die Verwaltung wächst, sie würde aber nie kleiner. Und umso wichtiger wird heute Rechnen.

  21. 02:56
    Ronald M. Arndt

    Und wie lange brauchst du, wenn du in ein Hotel reingehst, um zu verstehen, ob das Konzept da gut gerechnet ist oder nicht?

  22. 03:04
    Prof. Dr. Christian Buer

    Also ich rechne nie, wenn ich in ein Hotel gehe, erst. Ich will verstehen, ob das Hotel ein Konzept hat, das funktioniert und was die Gäste annehmen. Das ist das Wichtigste. Weil am Ende des Tages ist ja die Hotellerie so ein bisschen wie Fundraising. Du versuchst ja, dem Gast, der reinkommt, noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen und sagst, da hast du mehr Erlebnisse, wenn du mir noch mehr Geld gibst. Und genau das ist ja das Konzept. Und je mehr du das schaffst, desto leichter wird auch dein Rechnen. Natürlich ist das größte Problem beim Rechnen, wenn du nicht achtsam bist. Aber das kannst du relativ schnell übersehen. Also ich finde, ich liebe Bierdeckelrechnung. Kannst recht schnell auf dem Bierdeckel rechnen, sehen, ob es funktioniert oder nicht funktioniert.

  23. 03:45
    Katharina Beatriz Varga

    Aber vor lauter Zahlen Ohne Emotion funktioniert es ja nicht.

  24. 03:50
    Prof. Dr. Christian Buer

    Geht gar nicht.

  25. 03:50
    Katharina Beatriz Varga

    Auch mit Zahlen, Daten, Fakten, mit deinen Excel-Listen und alles. Und um Emotionen geht es ja auch sehr viel um eure Hotels. Sepp, ihr habt 3 Hotels in Österreich mittlerweile?

  26. 04:01
    Sepp Schwaiger

    Ja, wir haben 3 Hotels am Loch König, das ist im Salzburger Land. Und ja, nicht geplant. Früher habe ich so angefangen, vor 17 Jahren 3 Hotels zu machen. Aber mein Traum war immer, den Betrieb vom Großvater zu übernehmen. Hast du erfüllt? Also zuerst muss ich sagen, war es nicht mein Traum. Ich wollte es nämlich nicht machen. Somit habe ich Architektur studiert. Ich habe dürfen in die Welt raus, habe reisen dürfen, habe dann auch viel gesehen und habe dann gesehen, dass man eigentlich, wenn man Betrieb dann zu Hause vielleicht verändert, dass es dann doch ganz cool sein kann. Und ich habe da eigentlich durch das viele Reisen dann viele Inspirationen mitgenommen und ich wollte unbedingt Unternehmer werden. Das war so irgendwie drinnen. Und somit habe ich mich dann mit Zahlen, und damit schließt sich ein bisschen der Kreis, man muss schon rechnen auch.

  27. 04:52
    Katharina Beatriz Varga

    Interesse versus Emotionen.

  28. 04:53
    Sepp Schwaiger

    Im Architekturstudium habe ich das ein bisschen vermisst, weil da war nur kreativ und Ding und dachte mir, aber Statik war nicht so mein Fach. Aber da bezieht man sich dann an Profis. Aber insofern habe ich die Liebe wiedergefunden an dem an der Gastronomie und ich mache sehr viel intuitiv, aber durch diesen Background von Architektur und dann Studium und irgendwie ist was dahinter, wo ich weiß, ja, Dinge zueinanderzufügen und das Ganze wird dann zu einem schönen, und da bist du wieder mit dem Erlebnisraum dann, und wir reden immer von Erlebnissen und Attraktionen und Wir haben vorher schon kurz drüber geplaudert, es ist eigentlich ein einziges Erlebnis, wenn man in den Urlaub fährt, von der Anreise bis zur Abreise, aber auch vom normalen Duschengehen bis hin, wenn ich das Zimmer betrete. Alles ist ein Erlebnis. Wenn die Kinder bei uns im Kinderhotel durch den Gang marschieren, dann erleben sie was. Und über diese Dinge haben wir uns Gedanken gemacht, in jedem Hotel für sich, für jede Zielgruppe. Schaut das Erlebnis auch in jeder Weise anders aus für einen Businessgast wie für einen Urlaubsgast. Im Winter ist er Skifahrer oder ist er kein Skifahrer? Man muss sich ein bisschen vorstellen, und wir reden da immer vom sogenannten Perspektivenwechsel, versuchen uns in die Situation der Gäste zu versetzen. Und dann muss man halt einmal in die Knie gehen und schauen, wie schaut es beim 5-Jährigen aus, wenn er durch das Buffet geht? Und es ist wichtig, dass er den Salat sieht oder den Salat zumindest so cool macht, dass er auch dann gerne Salat isst und nicht nur— wir reden da im Tante Frieda von Schokolade statt Brokkoli zum Beispiel, versuchen dann nette Wörtlichkeiten, Wortspiele zu verwenden. Aber deine Frage, ja, ich tauche total ein in die Welt. Aber wir haben 3 Häuser, wir haben ein Lifestyle-Hotel, wo wir Businesskunden, Ferienkunden, 365 Tage im Jahr begrüßen. Dann haben wir das Familienhotel Tante Frieda, wo wir auch 365 Tage Gäste—

  29. 07:01
    Katharina Beatriz Varga

    Aber das ist neu mit 365 Tagen, ihr habt ja schon zu gehabt früher saisonal.

  30. 07:06
    Sepp Schwaiger

    Wie ich angefangen habe, haben wir 3 Monate im Jahr zu gehabt, aber jetzt ist der Betrieb so groß geworden mit 160 Mitarbeitern mittlerweile, sodass wir eigentlich versuchen, eigentlich 365 Tage im Jahr für die Gäste da zu sein.

  31. 07:21
    Katharina Beatriz Varga

    24/7. Und jetzt Hotel Eder, Familie Schwaiger. Warum Eder? Woher kommt der Name?

  32. 07:29
    Sepp Schwaiger

    Ja, ist ganz wichtig. Wir reden immer von Wurzeln und Flügeln. Und Wurzeln heißt Tradition bewahren, aber dann mit Flügeln einfach auch die Trends, die Zeit anzunehmen und mitzugehen mit den Gästen, mit den Bedürfnissen der Gäste und Besucher. Und so ist die Tradition natürlich der Familienname von meinem Großvater. Und der hieß Eder. Und eine andere Tradition ist der Name von meinem Großvater, der hieß Sepp und so. Und mein Vater hieß Sepp, ich heiße Sepp und mein Sohn heißt wieder Sepp.

  33. 08:02
    Katharina Beatriz Varga

    Ja, das ist ja in Österreich nicht ungewöhnlich.

  34. 08:03
    Sepp Schwaiger

    Ja, ist nicht ungewöhnlich, weil die andere Familie heißt ja— Aber wir geben ja der Meister Eder und sein Pumuckl, das haben manchmal auch Leute gesagt. Aber ich wollte zuerst das Hotel Sepp Meister Eder nennen, aber dann habe ich gedacht, nein, traue ich mich nicht. Weil Meister, das sollen dann die Gäste selber sagen, ob es meisterlich ist. Wir sind nie zu 100% perfekt und es passieren kleine Fehler, macht uns dann aber auch aus und menschlich. Und so wollten wir diesen Namen Meister eigentlich gar nicht so verwenden in der Marke. So haben wir gesagt, nein, Vornamen drücken unsere Persönlichkeit, unsere persönliche Nähe, die familiäre Nähe auch aus. Und so heißt der eine Betrieb Sepp, der andere Betrieb Tom, wie mein Bruder. Der dieses Restaurant am Berg betreibt. Wunderbare Ergänzung zu unserem ganzen Konzept der Eda Collection. Und so füllen wir jedes Segment aus, würde ich fast sagen.

  35. 09:00
    Katharina Beatriz Varga

    Und Sepp, worauf achtest du besonders, wenn du ein anderes Hotel betrittst?

  36. 09:08
    Sepp Schwaiger

    na ja, ich nehme immer das Handy und fotografiere. Ich bin sehr visuell, ja leider, aber ich, ja, wir sind, also ich bin als Erster angesprochen und ich buche ein Hotel, wenn mich das Foto oder das Video oder so catcht. Das ist einmal das Erste, dann bleibe ich hängen und dann freue ich mich schon drauf, wenn ich anreise und wenn ich dann dieses Erlebnis dann auch erfahre und so ist es mir jetzt in München auch gegangen. Habe mich sehr gefreut, dass die Fotos oder auch dann das Erlebnis auch eintritt. Da freue ich mich immer. Und damit muss man auch ganz aufpassen, glaube ich, dass das, wenn Social Media und Werbung und Marketing dann auch das vermarktet, was es dann auch ist vor Ort, und dass nicht die Enttäuschung— das wäre ganz schlimm. Ich höre oft bei uns, Gott sei Dank, bei den Gästen, dass es dann vor Ort sogar noch cooler ist. Und das ist sehr wichtig, glaube ich. Das habe ich im Studium dann auch mit, erinnere ich mich wieder. Dass dieses, dieser Begeisterungsfaktor schon möglich sein muss, dass man nicht besser ist in der Werbung, als man dann wirklich ist. Ganz ein wichtiger Faktor, glaube ich.

  37. 10:15
    Ronald M. Arndt

    Ja, ihr habt was geschafft, was lange nicht alle Familienhotels schaffen, nämlich dass die nächste Generation übernimmt und das Ganze erst richtig groß macht und vielleicht auch schon die nächste Generation wieder in den Startlöchern steht eines Tages. Du bist ja nicht nur Hochschulprofessor, und Berater sind auch selber Betreiber von Hotels. Da heißt kein Hotel vielleicht Christian oder Buer, sondern das sind alles MOXIE-Häuser. Und trotzdem, seit unserem ersten Podcast vor 5 Jahren, 6 Jahren und auch Verbindung mit eurem Hospitality-Symposium in Heilbronn, hast du immer gesagt, du möchtest jungen Menschen eine Bühne geben, explizit durch die Hotellerie. Wie ist da dein Blick auf die Dinge?

  38. 10:52
    Prof. Dr. Christian Buer

    Also die Vision gibt es heute noch. Ich möchte den jungen Menschen eine Chance geben, die eben nicht reingeboren worden sind in das Unternehmertum. Aber das Unternehmertum lieben, also das Wichtigste an unserer Branche, wenn du da drin arbeitest, also wenn du es nicht liebst, dann werd Notar. Ja, das war der härtere Weg, aber dann gehst halt morgens um 9 rein und gehst um 5 wieder heim, kannst noch mal im Rathaus vorbeischauen und so weiter. Also wer in der Branche arbeitet, liebt es. Jetzt habe ich festgestellt, dass die Vielfalt vorkommt, also wirklich die Pandemie hat so einen Cut gemacht. Die Pandemie war da so ein Punkt, wo die Leute dieses Engagement, diese Energie, die wir haben, dass wir die wieder zünden müssen. Das haben wir noch nicht geschafft. Wir hatten jetzt Worldwide-Meeting von Marriott und dann habe ich den CEO gefragt, ich finde alles wichtig, was ihr diskutiert, Financial und so weiter, aber was macht ihr mit der Marke, dass die Leute unbedingt bei uns wieder arbeiten wollen? Und das hast du geschafft in euren Betrieben, das schaffen die Familienbetriebe ganz anders, weil sie eine extrem hohe regionale Verbundenheit haben. Das würde normalerweise eigentlich, wir haben vorhin über Moxie gesprochen, also eine Marke hinkriegen, aber sie schaffen die Zündung der Verbundenheit nicht mehr. Sie kriegst, du kriegst es nicht mehr rüber. Also so wie Porsche halt noch einen Punkt hat, also im Branding. Was mich wieder übrigens auf die alte These zurückbringt: Die Hotellerie hat keine wirkliche Marke. Also wenn man mal dieses Worldwide Ranking nimmt der Top 100 Marken im Wert, war Hilton 1999 das letzte Mal mal da drin, der Top 100. Heute sind sie gar nicht mehr drin. Und das war nur, weil Paris Hilton das It-Girl war. Das war der einzige Grund. Ich hätte ja sofort das Schämen eingesetzt bei mir. Aber das ist der Punkt. Also was müssen wir tun, um deine Kernfrage zu kriegen, die nächste Generation zu emotionalisieren? Wir müssen weitermachen. Natürlich können wir jetzt auf alle draufhauen und sagen, ihr seid schlecht und ihr macht übrigens komischerweise, war ich das auch, als ich jung war. Ja, auch die Alten haben gesagt, das geht nicht, weil ich habe damals mit PCs mich beschäftigt. Es ist genau der Punkt. Wir müssen weiter dranbleiben. Wir müssen wirklich jeden Morgen aufstehen. Vielleicht momentan, weil wir seit 5 Jahren eine Krise haben, ein bisschen mehr intensiver. Aber meine Vision bleibt noch bestehen und irgendwann wird es auch aufgehen, wo ich sicher bin, dass jemand kommt und sagt, okay, jetzt machen wir es, jetzt ziehen wir es durch. Aber ich habe noch einen Weg vor mir.

  39. 13:13
    Ronald M. Arndt

    Was macht ihr explizit bei euch, um auch die nächste Generation an Führungskräften zu motivieren, zu kommen, zu bleiben?

  40. 13:20
    Sepp Schwaiger

    Ja, tatsächlich ist ja das Thema Mitarbeiter bei uns ein ganz großes Thema geworden in diesem Jahr und im In unserer Arbeit so beschäftigen wir uns ganz stark mit den Abteilungsleitern und mit dieser Schulungsidee, aber auch mit dieser Vernetzung in den Ort. Du hast, Geri, gesprochen von der Vernetzung in den Betrieb, aber auch in den Ort. Das ist wichtig, dass sich die Mitarbeiter rundum wohlfühlen. Wir brauchen Mitarbeiterunterkünfte, Wohnungen. Wir haben 26 verschiedene Nationen bei uns angestellt im Team. Die kommen aus der ganzen Welt, aus Bali, aus den Philippinen, aus 26 Ländern, ich kann es gar nicht aufzählen. Aber die sollen miteinander eigentlich diesen Spirit, den wir als Familie leben, der uns auch groß gemacht hat, der springt sehr, sehr gut über, würde ich sagen. Und die leben das wirklich in einer außergewöhnlichen Form. Und Tools wie Hotelkit oder andere Tools, die helfen uns natürlich, diese Information in deren Landessprachen auch zu vermitteln. Deshalb ist die KI und die IT extrem wichtig für unsere Durchführung von der Führung bis hin zum Abwäscher, der natürlich auch dieses Spirit der Marke leben muss. Früher im Studium hieß das irgendwie die Balanced Scorecard oder so, wusste ich das, oder? Ja, Edgar Schätzing war da mein Lehrer damals. Ja, aber ja, aber das finde ich so wichtig und da ist mir auch hängen geblieben. Es ist das Entscheidendste, dass die Mitarbeiter das leben, weil wir können ja nicht zugleich an allen Orten und so sein. Und man kann mit der Architektur viele Dinge lösen. Man kann, wir haben Gänge transparenter gemacht mit Glas zu den Zimmern, damit halt Gäste untereinander sich auch vernetzen. Ihr habt das beim MOXIE, da gibt es diesen Social-Bereich, wo sich Gäste begegnen. Diese Begegnungszonen haben wir in den Häusern auch überall, aber letztendlich müssen sie auch mit den Mitarbeitern, die Mitarbeiter müssen auf die Ebene der Gastgeber und das gelingt uns toll und ich bin sehr, sehr stolz auf unsere 160 Mitarbeiter, weil die leben das jeden Tag hervorragend.

  41. 15:37
    Prof. Dr. Christian Buer

    Aber von den 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die du hast, wie viel sind da wirklich Quereinsteiger?

  42. 15:43
    Sepp Schwaiger

    Ja, Ja, viele. Ja, wirklich viele. Wir müssen Küchenchef von Crew, also ja, hier sitzt er sogar vor uns und der muss mit den Leuten dann auch arbeiten und der muss die Quereinsteiger dann auch auf das Niveau bringen und es ist nicht einfach für die Chefitäten in den Abteilungen. Die müssen mit den Leuten dann arbeiten und müssen sich besser machen jeden Tag.

  43. 16:15
    Katharina Beatriz Varga

    Bildet ihr aus?

  44. 16:16
    Sepp Schwaiger

    Wir bilden auch aus, wir haben Lehrlinge. Unser Ziel ist jetzt dann 15 Lehrlinge zu haben auch. Wir haben jetzt 4, aber wir haben auch für uns das Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren auf 15 dann hochzugehen. Aber den Abteilungsleitern muss man dann sagen, ja, du musst jede Woche wieder. Und ja, habe ich letzte Woche schon, aber es ist wirklich schwer, weil die kommen alle quer daher, aber sie wollen gerne bei uns arbeiten, mit uns den Weg gehen und wir müssen halt schauen, wie wir sie dahin bringen. Aber steter Tropfen höhlt den Stein, immer dran arbeiten und nicht zu vergessen, dass es Menschen sind und sie wollen nur das Beste auch geben und sie haben es teilweise nicht gelernt, aber wir bringen sie schon gemeinsam dorthin, da müssen wir zusammenhelfen.

  45. 17:04
    Katharina Beatriz Varga

    Und wie hoch erlebt ihr die Fluktuation bei euch in den letzten Jahren?

  46. 17:08
    Sepp Schwaiger

    Ja, Fluktuation ist schon, wir haben ja den Betrieb verzwanzigtfacht in den 10 Jahren. Da, wo gehobelt wird, fallen auch Späne. Also da verliert man natürlich auch Mitarbeiter. Aber im Sinne, es gibt auch eine Warteliste mittlerweile, dass Mitarbeiter wieder sehr, sehr gerne zurückkommen. Vielen wird es manchmal zu viel, merken aber dann ein Jahr später, will gerne wiederkommen. Weil wir haben sie inspiriert, wir haben sie fördern durch fordern, wir haben sie auch weitergebracht in deren Lebensentwicklung. Und insofern freuen wir uns, dass die Fluktuationsrate sehr, sehr stark zurückgegangen ist. Wenn man denn, ja, irgendwann ist daheim zu sitzen und nichts zu machen auch langweilig. Und man merkt dann schon, dass man, wenn man am Erfolg teilhaben kann, dann man auch Das ist für einen besser. Dir geht's ja auch besser, wenn du einen erfolgreichen Tag gehabt hast. Jedem geht das so. Und so geht's den Mitarbeitern auch, wenn sie Teil des Erfolgs sind.

  47. 18:09
    Ronald M. Arndt

    Christian, du bist ja schon lange dabei. Ich glaube, damals als Student warst du noch bei Steigenberger und hast da dem Chef erklären wollen, dass wir eine Webseite brauchen bei Steigenberger. Stimmt das? Ja. Gab es für dich trotzdem so im Laufe der beruflichen Karriere einen Zeitpunkt, wo du gesagt hast, jetzt habe ich Hotellerie verstanden? Wie es funktioniert?

  48. 18:30
    Prof. Dr. Christian Buer

    Nein. Nein. Also ich würde mir an— also ich kann dir alles in Prozessen und so weiter, aber das haben wir vorhin gehabt, alles erklären. Aber ich glaube, dass du unsere Branche nie verstehen wirst. Also durchgängig verstehen, weil wir haben ja nicht— wir sind ja keine Wurst, die einen Anfang und ein Ende hat. Wir sind einfach so, machst ein, fängst irgendwo an und du hast eine Auswirkung da. Ich würde ja gerne deinen Küchenchef fragen, wie viel mal abends der ins Bett geht und noch mit 10 Messern am liebsten nach den Mitarbeitern schmeißen würde. Ja. Was er natürlich nicht tut, aber emotional ist es genau der Stress, den wir heute viel mehr haben. Dieses lineare, das total lineare Denken, das funktioniert nicht mehr. Egal ob du eine Kette bist oder sonst was. Guck, ich gebe dir ein Beispiel. McDonald's war übrigens der Erste, der auf Kinderhöhe die Tresen gemacht hat. Die haben die so niedrig gemacht, damit das Kind sieht, was das Produkt ist. Wenn du aber heute das System McDonald's anguckst, kannst du dir jeden Burger mischen in einer Art und Weise, dass er dir nicht mehr schmeckt. Haust 17-mal Soße oben drauf, Salz, aber schmeckt dir eh nicht. Na gut, schmeckt auch so nicht, aber genau. Aber lange Rede, kurzer Sinn, du kommst heute nicht mehr drumrum, auf die Situationen jeweils zu reagieren. Wir haben teilweise bei uns in der Moxis-Situation, wo ich sage, wieso waren wir eigentlich heute Nacht voll? Um 18 Uhr hatten wir nur 40% Auslastung. Dann kriege ich ja morgen um den Report und sage, Entschuldigung, zwischen 40 und 100 ist noch eine Distanz. Was ist passiert? Und dann muss der Mitarbeiter, die Mitarbeiter müssen da sofort reagieren, auf die Gäste eingehen. Und nicht in Panik verfallen. Und das ist etwas, was wir denen beibringen müssen. Wir müssen ihnen ein gewisses Selbstbewusstsein geben und ihnen erklären, was Hotellerie ist. Und wenn sie das verstanden haben, dann werden sie auch einen leichten Job haben. Dass da mal Fehler passieren, mei, das ist so. Wenn du mir überlegst, dass wir vor 20 Jahren diskutiert haben, du musst von rechts eindecken das Essen, ja, und wenn du es nicht machst, hast vielleicht die Gabel in der Hand gehabt von deinem Chef. Die Zeiten sind vorbei, das ist nicht mehr. Du musst wirklich an das Ding gehen und sagen, hey, es muss funktionieren und du musst flexibel sein. Und dann fängst du an, Hotel zu verstehen.

  49. 20:33
    Ronald M. Arndt

    Wie kann man das übertragen auf die Mitarbeiter? Also wie kann man diesen Mut—

  50. 20:37
    Prof. Dr. Christian Buer

    Das ist das Thema. Du wolltest Unternehmer werden. Ja, ich auch. Deswegen sitzen wir eigentlich auch heute da. Ich habe ja damals noch mich an der Ähre packen lassen, dass ich sage, wir brauchen höhere Akademisierung. Also das bedeutet, du musst Bei aller inhaltlichen Dinge die Emotionen finden. Es gibt bei jedem Menschen einen Punkt. Ich nenne ihn eben den Brand Touchpoint. Das ist so ähnlich, wenn ich als Gast durch ein Hotel gehe, gibt es auch bei dir einen im Leben und irgendwann bist du berührt und begeistert von einem. Und das ist die Aufgabe. Das war früher nicht die Aufgabe, aber das ist auch das, was ich in der Lehre sage. Entschuldige, dir das A-BWL-Zeug beizubringen, das ist der Pizzaboden. Aber die Pizza wird nicht durch den Pizzaboden bestimmt, sondern das, was du drauf machst, die Emotionalität, also die Sättigungsbeilage, ist das, was ich dir beibringe. Du musst das Hauptgericht so gestalten, dass er brennt. Und wenn die Person nicht brennt, dann musst du es auch sagen. Du brennst für den Job nicht, mach was anderes. Und das ist halt harte Arbeit. Das ist harte Beziehungsarbeit am Gast, am Mitarbeiter, an allen. Super.

  51. 21:42
    Sepp Schwaiger

    Ja, ich finde es super. Ja, spricht mir aus der Seele, der Analyt. Er und der Praktiker, ja. Nein, aber es ist wirklich so, die Emotion ist es, ja. Der Gast bucht aus der Emotion heraus das Hotel und der Mitarbeiter ist aus der Emotion her bei dir oder nicht bei dir. Und wenn man merkt, er ist bei der Emotion nicht mehr oder nicht bei der Sache, dann muss man ihn dahinbringen oder eben auswechseln oder so, ja. Aber ich bin froh, dass wir viele dahinbringen und sonst erledigen sich Dinge eh von selber. Aber die Leute gehören natürlich geführt und dafür braucht es ein großes Team. Einige Küchenchefs, in 3 Häusern braucht man 4, sind es ja, 4 Betriebe. Überall braucht es die Führungsleute und die Führungsleute sind sehr, sehr gefordert. Sehr viel, die brauchen schon sehr viel neben deren Kernkompetenz an Kochen, braucht es Menschenführung und dieses Führen ist gar nicht so einfach. Das ist momentan unser größter Job, aber je besser wir den machen, desto besser bringen wir die Markenphilosophie durch. Und dann ist es ganz egal, ob da ein Messer fehlt oder nicht, muss ich wirklich sagen. Das ist komplett nicht mehr wichtig.

  52. 22:59
    Katharina Beatriz Varga

    Christian, du hast das im Vorgespräch so schön ausgedrückt, das hat sich irgendwie geshiftet von Attraction to Experience. Also es hat sich ja nicht mehr diese Attraktion, die man in einem Hotel als Gast aus Gastsicht jetzt erwartet oder aufnimmt, sondern es ist eher das, was du dort erlebst.

  53. 23:18
    Prof. Dr. Christian Buer

    Ja, also wenn wir heute mal ein Hotel nehmen und du möchtest etwas machen, was dir eine andere, ein anderes Erlebnis gibt, muss ich Prozesse durchbrechen. Also ob das so das Typische ist, wenn du mit Developern von Ketten sprichst, sagen, das Bett muss so groß sein, der Screen muss so groß sein, das Bad muss so groß sein. Das ist alles schön und gut, aber was passiert da drin? Und da kannst du auch jetzt hier mal eine Umfrage starten. Ja, was war der schönste Aufenthalt, den ihr mit eurem Partner hattet in einem Hotel? Denkt jetzt kurz jeder drüber nach. Denkt drüber nach, was war das schönste Erlebnis im Zimmer? Okay, war es vertikal oder horizontal? Und genau das ist der Punkt, wo du nämlich sagst, ich schaffe nur den Rahmen für das Erlebnis. Ich schaffe wirklich nur den Rahmen fürs Erlebnis. Es muss etwas Besonderes sein.

  54. 24:05
    Katharina Beatriz Varga

    Ja, dass wir so weit sind, dass wir das Erlebnis selber schaffen, da sind wir noch nicht.

  55. 24:08
    Prof. Dr. Christian Buer

    Das musst du aber. Du musst, das nennt sich—

  56. 24:11
    Katharina Beatriz Varga

    so Attribute, die aus deinen Prozessen rauskommen.

  57. 24:14
    Prof. Dr. Christian Buer

    Ja, genau. Am Ende nenne ich das Participant Services. Das heißt, ich gebe dir nur die Dienstleistung, aber du musst Teil des Ganzen werden. Ja, und genau das—

  58. 24:23
    Katharina Beatriz Varga

    also die Teilnehmer für die Erlebnisse.

  59. 24:26
    Prof. Dr. Christian Buer

    Genau. Und der Punkt ist der, die großen Parks hören auf, Attractions zu sein. Sie wollen Experiences machen. Also wenn die ganzen Freizeitparks, aber jetzt gehe ich mal auf deinen Spielplatz, du musst jeden Gegenstand, den du hin tust, musst du hinterfragen, welches Erlebnis mache ich für wen dahinter und wer soll dadurch führende Figur werden in einer Familie?

  60. 24:48
    Katharina Beatriz Varga

    Ja, dafür setzt du dich ja sehr genau in deine Zielgruppen ein, indem du auf den Knien durch die läufst.

  61. 24:55
    Sepp Schwaiger

    Ja, natürlich. Die Kinder sehen das, erleben den Raum ganz anders wie die Erwachsenen. Und so gestalten wir die Räume dann auch. Das ist das eine, die Gestaltung. Und das andere ist dann die Operative. Wie schaut ein F&B-Konzept aus? Wenn du sagst McDonald's, die niedrigen Buffets, ja, das ist natürlich, das machen wir alles bei dem Tante-Frieda-Familienhotel. Aber auch dieses Gamification, wir machen so viel Gamification mittlerweile. Das geht vom Schokobrunnen bis hin zum Shaking Salad. Die modernsten Dinge haben wir da. Wir haben heute um 13 Uhr, glaube ich, vorne einen Vortrag, da zeigen wir was davon auch. Das ist Gamification, Bingo am Abend für die Eltern auch. Wir brauchen natürlich nicht nur, wir haben nichts davon, wenn wir die Kinder nur bespaßen und die Eltern haben nichts davon. Und somit müssen wir uns auch mit dem Geld, aber wir gehen immer diesen Weg, dass wir die Eltern mit den Kindern ein gemeinsames Erlebnis liefern. Also der Urlaub bei uns im Familienhotel ist Urlaub gemeinsam und dann beschäftigen sich die Kinder auch von selber. Und die Eltern haben eine total coole Zeit. Ja, und das tritt bei uns ein und das sehen wir täglich und das macht uns extrem viel Freude.

  62. 26:08
    Ronald M. Arndt

    Jetzt haben wir hier mit dir einen Best Case der Independent Hotellerie sitzen. Was sind aber sonst die Herausforderungen, Christian, der unabhängigen Hotellerie für die nächsten 5 Jahre, die man einfach nicht nicht angehen muss und darf?

  63. 26:22
    Prof. Dr. Christian Buer

    Also die größte Herausforderung ist, dass wir wieder eine Glaubwürdigkeit in unsere Wirtschaft kriegen. Also ich habe mit den internationalen Partnern gesprochen, die ganz klar gesagt haben, du, also früher haben wir, haben die Griechen auf uns hochgeschaut und haben gesagt, boah, super Infrastruktur, ihr macht das super. Heute lächeln sie auf uns runter. Also wir brauchen wieder diese Glaubwürdigkeit. Ich hatte einen griechischen Freund, der gesagt hat, weißt du, ihr diskutiert die 4-Tage-Woche, wir die 6-Tage-Woche. Und ich so, okay, was heißt, wir müssen wieder produktiv werden. Und das ist so bei euch, mache ich eine Wette, da guckt keiner auf die Uhr, wenn er arbeitet. Er arbeitet und er hat sein Ding, aber er wirst ihn jetzt auch nicht 14 Stunden arbeiten. Wir müssen wieder dahin kommen, dass die Wirtschaft boomt, aber nicht immer mit der Wachstumsstrategie, sondern das neue Normale ist nicht 2019. Ich kann es nicht mehr hören, das neue Normale ist 2016. Nimm bitte die Zahlen von 2016 und hört mir auf mit Umsatz, ja, sondern guck mal ganz unten hin. Was kannst du earn out? Was bringst du zur Bank? Also das ist der, oder was hält die Bank von dir? Das ist der Punkt. Wir müssen noch viel mehr drauf schauen, was bleibt übrig, weil du kannst nur vom Gewinn auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben. Wenn du aber unsere Lohntreiber hörst und dann hörst, ja, die sollen sich nach 4 Wochen krank melden dürfen erst, super, dann komme ich zu dir zum Arbeiten, arbeite mal einen Tag und bin wieder 4 Wochen krank. Das gibt übrigens mittlerweile, du kennst ja Mietnomaden, ne? Es gibt aber Mitarbeiternomaden mittlerweile, die verhalten sich so 6 Monate sehr gut und dann fangen sie an, ein Jahr lang dich zu trietzen, und dann kriegst du sie nicht los und schmeißt sie für teuer Geld raus. Wir müssen wieder das hinkriegen, dass wir das Unternehmer fördern, dass die Verantwortung des Unternehmertums nicht nur beim Unternehmer liegt, sondern auch bei der Gesellschaft. Ja, wir schaffen Raum, wir schaffen Arbeitsplätze, das hast du gut eindrücklich geschafft, und dann werden wir auch wieder Motivation kriegen für unsere Branche. Und wenn wir das nicht hinkriegen, und zwar das Mindset, ne, werden wir relativ schnell eine Bereinigung am Markt kriegen.

  64. 28:21
    Katharina Beatriz Varga

    Sepp, zum Schluss noch eine Frage: Kannst du uns ein bisschen Ausblick geben, wie es bei euch weitergeht? Was hast du so oder ihr im Team auch vor?

  65. 28:30
    Sepp Schwaiger

    Ja, wir wollen den Weg super weitergehen. Wir wollen uns mit neuen Bedürfnissen der Gäste, den sehen wir ganz stark in der Fitness, im körperlichen Wohlbefinden, setzen uns auseinander mit den Themen und schauen wir, dass wir mehr Bereiche wieder schaffen, wo die Gäste noch mehr erleben können. Wir merken weniger Konsum jetzt an der Bar, an der Hotelbar. Die Bar ist aber wichtig für natürlich Kommunikation und Austausch, finden wir schon extrem wichtig, war immer unser Kern in den Häusern, dass die Begegnungszonen wunderbar belebt sind, bleiben sie auch, aber die Tageszeiten ändern sich ein bisschen mehr in den Tag rein und das aktivere Bewegung.

  66. 29:14
    Katharina Beatriz Varga

    Du genießt alkoholische Getränke, hast du auch erzählt im Vorgespräch.

  67. 29:16
    Sepp Schwaiger

    Ja, ich bin selber jetzt auch auf dem Weg momentan, trinke da nichts mehr, aber das geht jetzt einfach in die Richtung, weil es mir irgendwie gut tut und es gibt so coole Alternativen und mit denen setzen wir uns sehr viel auseinander auch, ja. Aber ich glaube, dass die Gäste oder die jungen Leute auch viel in die Richtung gehen und deshalb setzen wir uns da halt stärker damit auseinander. Das ist das eine. Und mit allen Themen der Mitarbeiterführung setzen wir uns im Wesentlichsten auseinander.

  68. 29:45
    Ronald M. Arndt

    Super. Und wer nachher noch einen weiteren Einblick haben möchte in die eva Collection, 13 Uhr hast du gesagt. Bist du auch noch mal irgendwo auf der Bühne, Christian? Oder? Ah, noch zweimal sogar. Siehste. Wunderbar. Danke euch beiden. Danke, Katharina, für den einmal mehr wunderbaren Hotel-Podcast. Danke.

  69. 30:02
    Katharina Beatriz Varga

    Danke, Ronny.

  70. 30:03
    Sepp Schwaiger

    Vielen Dank. Ja, vielen Dank.

  71. 30:06
    Prof. Dr. Christian Buer

    Danke euch.