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Germany · Episode #5 · 10.11.2021 · 26 Min

Wie man Donald Trump das Rechnen beibringt, oder eben nicht

Prof. Dr. Christian BuerHorwath HTL
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Aufgenommen: Cloud No. 7, Stuttgart

Standbild aus der Episode mit Prof. Dr. Christian Buer Germany26 Min

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„Alles, was ich machen muss, muss der nächsten Generation Mehrwert geben. Ansonsten hat es eigentlich für mich nur kapitalistische Züge.“

Prof. Dr. Christian Buer, 06:23

Prof. Dr. Christian Buer, Managing Partner bei Horwath HTL in Deutschland, Österreich und der Schweiz, erzählt Ronald M. Arndt von seinem Weg: Steigenberger Consulting direkt nach dem Studium in St. Gallen, Arabella Sheraton in München, dann die Fundus Gruppe mit Adlon, Heiligendamm und Quellenhof Aachen. Er fordert mehr Akademisierung und mehr Quereinsteiger in der Hotellerie und will seine Netzwerke uneingeschränkt an die nächste Generation übergeben. Dazu kommen zwei Jahre Turnaround im Mar-a-Lago Club, bei denen Donald Trump die Rechnung nicht glauben wollte und am Ende auch nicht bezahlte.

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Kernaussagen

  1. Quereinsteiger statt nur Lehre: Buer forderte auf einem Hotelkongress eine höhere Akademisierung der Hotellerie und hält das Quereinsteigermodell für relevanter. Von denen, die in Deutschland Tourismus studieren, bleiben nach seiner Erfahrung 20 Prozent in der Branche, im Studiengang Hotel- und Restaurantmanagement 50 bis 60 Prozent.
  2. Netzwerk uneingeschränkt übergeben: Er brachte Kontakte und Aufträge seiner Beratung in Horwath HTL ein und will die Netzwerke in Deutschland, Österreich und der Schweiz an die jungen Leute weitergeben. Statt sie zu kapitalisieren, setzt er darauf, dass sie Vertrauen gewinnen und nicht in Fluktuation landen.
  3. Übergabe ab Mitte 50: Für familiengeführte Hotels sagt er, die Generation sollte Mitte 50 mit der Übergabe anfangen und sich zehn Jahre Zeit dafür nehmen. Den Übergang bietet er als Beratungsleistung an.
  4. Prozesse senken Kosten: Zwei Felder hat er stärker aufgebaut: Digitalisierung und Prozesse. Wer sein Produkt in Prozessen anbietet, kann Kosten besser kontrollieren und reduzieren. Mit Jochen Oehler von progros schrieb er das Buch "Macht Einkauf" über die Hebelwirkung im Einkauf.
  5. Turnaround im Mar-a-Lago Club: Mit Karlheinz Hauser übernahm er zwei Jahre den Turnaround des Mar-a-Lago Club in Palm Beach, er für die Zahlen, Hauser für F&B. Der Club lag bei minus 350.000 Dollar, nach einer Saison bei plus 120. Trump hatte eine halbe Million erwartet, erst sein CFO gab Buer recht.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Christian Buer ist nicht nur Managing Partner von Horwath HTL in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern ein echter Professor!

Bei Steigenberger initiiert er früh die erste Website der Hotelgruppe, die der damalige Vorstand als Spielzeug abtut. Später führt sein Weg zu Arabella Sheraton und der Fundus Gruppe, welche ihm die Türen zu wahren Ikonen der deutschen Luxushotellerie wie dem Hotel Adlon in Berlin, Grand Hotel Heiligendamm oder dem Parkhotel Quellenhof Aachen öffnet.

Seit jeher fordert er eine höhere Akademisierung und mehr Quereinsteiger in der Hotellerie. Dabei hat er stets die nächste Generation im Auge, bei all seinen Projekten aber auch keine Antwort darauf, wie man in einen Tag mehr als 24 Stunden packt.

Selbst der große Donald Trump ging bei ihm in die Schule, ob er dabei wirklich dazugelernt hat? Auf jeden Fall wurde auch Christian Buer anschließend gefeuert und wartet bis heute auf Bezahlung der letzten Rechnung.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen26 Min · Ronald M. Arndt und Prof. Dr. Christian Buer

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:07
    Ronald M. Arndt

    Herzlich willkommen, Christian Buer, Managing Partner bei Horvath HTL in Deutschland, Schweiz und Österreich.

  2. 00:15
    Prof. Dr. Christian Buer

    Vielen Dank, danke.

  3. 00:17
    Ronald M. Arndt

    Jetzt habe ich nur Herr Buer gesagt, weil ich glaube, da hätte ich sogar noch einen Herrn Professor mindestens davor setzen müssen, oder?

  4. 00:23
    Prof. Dr. Christian Buer

    Wenn wir in Österreich wären, ziemlich sicher, ja.

  5. 00:25
    Ronald M. Arndt

    Aber ich brauche ein Diplom Betriebswirt, oder? Wäre nötig, oder?

  6. 00:29
    Prof. Dr. Christian Buer

    Ja, Herr Magister, bitte. Nein, Ruhe ist gut. Danke.

  7. 00:36
    Ronald M. Arndt

    Denn Sie sind ja auch noch ein längerer Titel Head of Tourism and Hospitality an der Hochschule Heilbronn.

  8. 00:43
    Prof. Dr. Christian Buer

    Richtig. Ich hatte dort zusätzlich die Professur. Also was heißt zusätzlich? Ich habe die Professur und habe dort die Entwicklung verschiedener Studiengänge auch vorangetrieben, unter anderem auch Hotel- und Restaurantmanagement. Da habe ich deswegen auch diesen Head of Tourism and Hospitality Titel noch, habe verschiedene Ämter gehabt, die man sonst vorher auch hatte, habe aber im Rahmen meiner davorliegenden Tätigkeit der Beratung, die ich gemacht habe, die Nemis, eben beschlossen, sie jetzt in die Horvath mit reinzunehmen, in die große Familie, sie in die nächste Generation zu bringen.

  9. 01:16
    Ronald M. Arndt

    Aber begonnen hat alles, soweit ich weiß, bei Steigenberger. Richtig.

  10. 01:20
    Prof. Dr. Christian Buer

    Also die Wiege aller deutschen Hotelkarrieren.

  11. 01:24
    Ronald M. Arndt

    In welchem Alter war das damals?

  12. 01:27
    Prof. Dr. Christian Buer

    Wie alt war ich denn da? Als ich da so 23, 24, also direkt nach dem Studium, mir war das die erste Tätigkeit in der Steigenberger Consulting damals.

  13. 01:35
    Ronald M. Arndt

    Und Studium war in der Schweiz auch, in St. Gallen?

  14. 01:38
    Prof. Dr. Christian Buer

    In St. Gallen, ja. Da habe ich studiert in St. Gallen und habe dann nach meinem Studium, bin ich wieder zurück nach Deutschland gekommen, obwohl ich eigentlich Jobangebote in der Schweiz hatte. Aber das war halt eben damals noch, hast du keiner so leichte Aufenthaltsgenehmigung gekriegt und bin dann nach Frankfurt und habe in der Steigenberger Consulting das Handwerkszeug auch gelernt für Studien, für Hotelentwicklungen, aber damals auch so die ersten Homepage-Entwicklungen von der Steigenberger mit initiiert. Und da sind so die ersten Sätze gefallen: Damit kann man ja nie Geld verdienen. Also die ich aus dem Vorstand bekommen habe. Und dann bin ich von der Steigenberger Consulting, bin von der Steigenberger Consulting nach meiner Promotion, die ich nebenher gemacht habe, dort im Bereich Managementsysteme in der Hotellerie. Da ging es um Prozesse. Eigentlich würde man heute sagen Leadership in der Hospitality-Industrie. Zu Arabella nach München, habe das Arabella Sheraton Joint Venture mit begleitet, damals als Group Director für Business Development und Marketing. Und 2 Jahre später zur Fundusgruppe und durfte dann die Immobilienseite erleben.

  15. 02:45
    Ronald M. Arndt

    Da sind dann die großen Namen dazugekommen.

  16. 02:48
    Prof. Dr. Christian Buer

    Adlon, Heiligendamm. Wir hatten auch ein Hotel noch in Atlanta. Das war die große Welt.

  17. 02:54
    Ronald M. Arndt

    Aachen, glaube ich, noch.

  18. 02:55
    Prof. Dr. Christian Buer

    Aachen-Quellenhof. Habe China Club Berlin damals als Geschäftsführer mit eröffnet. Felix, das ja heute nicht mehr aktiv am Netz ist, aber damals war es noch aktiv am Netz. Das war die Phase dann, bis ich mich nach Eröffnung Heiligendamm selbstständig gemacht habe. Und im selben Jahr der Selbstständigkeit, 2004, auch die Frage: Willst du nicht bei uns Professor werden?

  19. 03:17
    Ronald M. Arndt

    Okay, also dann der Schritt in Selbstständigkeit, das war das erste Mal dann Selbstständigkeit. Aber auch relativ zeitgleich dann die Professur angenommen. Weil sie die noch brauchten finanziell?

  20. 03:30
    Prof. Dr. Christian Buer

    Nein, nein, nein, nein, nein, nein. Die wäre— wenn so ein paar Professoren—

  21. 03:34
    Ronald M. Arndt

    ja, ja, die sprechen immer von diesem warmen Rock, den man als Professor hat.

  22. 03:38
    Prof. Dr. Christian Buer

    Ja, ja, gut. Wenn man dann einfach seine Frau— ich damals verheiratet gewesen mit einer Direktorin eines Hotels und ich— und wenn wir dann das Gehalt auf ein Drittel des Niveaus reduzieren mit der Professur, Und die Selbstständigkeit, das wissen Sie selbst, das ist am Anfang eben viel ständig und wenig selbst. Und das war schon so, dass ich dort schon einen klaren Schritt und eine Vision hatte, das Handwerk selbst umzusetzen. Und wie kam ich zu der Professur? Ich habe einen Fehler gemacht damals als Fundusgeschäftsführer, also in der Geschäftsführung verschiedener Firmen dort, auf irgendeinem Hotelkongress eine höhere Akademisierung zu fordern in der Hotellerie. Ich habe gesagt, wir brauchen mehr Menschen, die dieses komplexe Denken verstehen und nicht nur das lineare Servieren. Und das ist eine Entwicklung, die wir heute ganz normal haben. Aber wir waren aber da Ende der 90er, Anfang der 00er und waren in diesem Wandel hin, einfach dass die Immobilie sich mehr vom Betrieb getrennt hat. Und das ist jetzt eine rasante Entwicklung der letzten 20 Jahre gewesen in der Richtung. Und dann hat das dummerweise ein Mentor von mir aus der Steigenberger Zeit, Professor Duch, gehört und gesagt, ich habe den richtigen Job für dich. An der Ehre können Sie mich in solchen Punkten damals zumindest recht schnell an der Nase durch die Arena ziehen.

  23. 04:54
    Ronald M. Arndt

    Ja, aber auch einfach parallel dazu die Selbstständigkeit und da so ein sicheres Einkommen zu haben.

  24. 04:58
    Prof. Dr. Christian Buer

    Besseres kann man ja, aber das war nicht meine Motivation.

  25. 05:02
    Ronald M. Arndt

    Nein, aber trotzdem, Sie haben auch vorher gesagt nächste Generation. Und ich meine, das weiß ich ja auch, dass Sie für Selbstständigkeit und für Unternehmertum, vor allem auch junge Leute natürlich einstehen.

  26. 05:12
    Prof. Dr. Christian Buer

    Ja, also meine Vision könnte heute noch ein Weg sein, gangbarer Weg.

  27. 05:17
    Ronald M. Arndt

    Wenn man einfach auch am Lehren, sage ich mal, Interesse hat.

  28. 05:20
    Prof. Dr. Christian Buer

    Genau, also meine Idee war es, das kann ich jedem auch nur empfehlen, also wenn er wirklich an die junge Generation permanent dran sein möchte, dann wirklich auch so einen Lehrauftrag zu haben an einer Hochschule, denn die, die aus der Praxis kommen, haben da viel mehr Gehör. Und ich merke ganz klar, dass wir ein, wir haben ja das Problem, dass wir immer sagen, wir haben nicht genügend Arbeitskräfte, Fachkräfte und so weiter. Und da geht es jetzt nicht nicht nur darum, ob du eine Lehre gemacht hast, sondern vielleicht gibt es ja auch genügend Quereinsteiger. Und ich halte das Quereinsteigermodell für die Zukunft viel relevanter. Und da ist das genau der Ansatz. Also näher an die Studenten ran, näher an die Menschen ran. Denn die, die in Deutschland im Tourismus studieren, da bleiben 20% in der Branche übrig. In der Hotellerie, also bei unserem Studiengang Hotel- und Restaurantmanagement, sind es sehr wohl schon noch 50, 60%, die der Branche treu bleiben. Also insgesamt nur 20%, die Tourismusmanagement oder Ähnliches im Bachelor machen. Also nur 20%, die irgendwie wieder in die Branche zurückgehen. Und es wird natürlich—

  29. 06:19
    Ronald M. Arndt

    die werden schon in der Branche anfangen, aber dann irgendwann die Lust verlieren?

  30. 06:23
    Prof. Dr. Christian Buer

    Oder gar nicht mal? Gar nicht mal. Also es gibt etwas, was ich festgestellt habe: Die Branchen, gerade so im industriellen Maschinenbau etc., nehmen gerne Betriebswirte, die auch gegebenenfalls sogar in der Hotellerie gelernt haben. Denn die haben 3 Faktoren, die die vereinen. Erstens: Sie wissen, was Arbeiten ist. Zweitens, sie meckern nicht rum, wenn sie Überstunden machen müssen. Und drittens, sie wissen, was Dienstleistung ist. Und wir wissen ja, heute geht es ja nicht mehr darum, nur ein Auto zu produzieren, sondern es geht auch darum, die Experience, also die Customer Lifetime Value dahinter zu generieren. Und das ist das, was ja auch die Hotellerie lernen muss und auch gelernt hat. Das Produkt ist das eine, wir müssen aber in die Prozesse gehen, müssen überlegen, was macht die Erfahrung mit so einem tollen Produkt? Was nimmt der Gast mit? Und genau das ist das, was mir auch Spaß macht in der Lehre. Und es macht mir auch Spaß, Start-ups zu unterstützen, die eben in der Digitalisierungswelt sind. Also da gibt es ja, ob die GoToOrder, Hotelkit, Apaleos, alle die jungen Leute, die das machen, um einfach auch in der Branche eine Motivation zu haben, uns was zurückzugeben. Und das ist auch mein ganzes Schaffen seit 4, 5 Jahren. Alles und Tun, was ich machen muss, muss der nächsten Generation Mehrwert geben. Ansonsten hat es eigentlich für mich nur kapitalistische Züge.

  31. 07:40
    Ronald M. Arndt

    Ja, da hat sich ja ein ganz neues Kapitel bei Ihnen aufgetan vor nicht allzu langer Zeit mit eben Horvath HTL. Aber ich stelle mir da die Frage, so, jetzt haben Sie ja schon ein bisschen gesagt, was Sie gemacht haben, was Sie auch parallel machen. Hat der Herr Professor Buer da auf einmal eine Formel gefunden, um 48 Stunden im Tag zu haben, oder?

  32. 08:01
    Prof. Dr. Christian Buer

    Okay, ich gebe Ihnen mal die Handynummer meiner Frau. Die sagt natürlich schon auch, Christian, ist ein bisschen viel wieder. Also auch gerade jetzt in der Übergangsphase aus der klassischen Beratung der Nemis rüber in die Beratung der Howard reinzugehen. Dann haben wir 2 Mitarbeiter mehr im Team auch reingenommen. Dann ist es Deutschland, Österreich und Schweiz, was wir koordinieren. Wir werden uns da finden und es wird auch sehr erfolgreich werden. Natürlich haben wir auch Wettbewerb in Deutschland in dem Feld, aber es ist genau das Ziel. Meine, die jungen Leute, die wir jetzt haben, haben im Team. Wir haben einen, den Michael Schnürle, der aus Brasilien kommt, der den Horvath in Brasilien gemacht hat, der will in Deutschland Fuß fassen. Und genau das ist meine Vision, zu sagen: Hey, gebt denen eine Chance, die schaffen das. Wir brauchen einen frischen Wind. Und gleichzeitig, um auf Ihre 48-Stunden-Frage zurückzukommen, ist es natürlich schon so, wenn wir die Digitalisierung nicht hätten, also sprich, ob das jetzt Smartphone ist, E-Mail, kurze Wege, die gesamten digitalen Prozesse unserer Back-of-House-Systeme, die wir auch haben.

  33. 09:04
    Ronald M. Arndt

    Also Online-Vertrieb an sich.

  34. 09:05
    Prof. Dr. Christian Buer

    Ja, also das sowieso. Man muss sich einfach klar sein.

  35. 09:07
    Ronald M. Arndt

    Wo Steigenberger damals meinte, dass das ja ohnehin nichts bringt.

  36. 09:10
    Prof. Dr. Christian Buer

    Wie gesagt, ich zitiere den ehemaligen Finanzvorstand: Herr Buer, wieder so ein Spielzeug, was Sie uns präsentieren. Und der Hoteldirektor: Mensch, Meier, ja, aus Sicht von den 90er Jahren kann ich das sehr gut nachvollziehen. Und für mich ist es nur eine Frage: Optimieren Sie die Prozesse? Prozesse und den jungen Leuten auch die Freiheiten geben, ihre Fehler machen zu dürfen. Und natürlich gibt es immer wieder Einordnungen. Und übrigens habe ich auch keine Löcher in meinen Händen und kann aus Wasser auch keinen Wein machen, kann ich auch nicht immer nur ruhig bleiben in dem Moment. Ja, ich weiß, dass das auch manchmal meinen Kragen platzen lässt, aber das liegt schlichtweg daran, dass es die Koordination der Aufgaben ist. Und ich sage nicht nur, dass ich es gebe, ich habe das ja auch damals Marriott vorgestellt, das Konzept, sondern ich lebe es auch ganz, ganz stark in Kooperation mit denen. Und da gibt es junge Menschen, die müssen die Verantwortung übernehmen.

  37. 09:58
    Ronald M. Arndt

    Jetzt haben Sie von Wettbewerb gesprochen, ohne jetzt zu detailliert ins Portfolio einzusteigen, aber Howard hat ja schon eine recht lange Unternehmensgeschichte, ich glaube über 100 Jahre. Das ging damals in New York los. Was sollte man darüber wissen? Weil so ein altes, traditionelles Unternehmen ist ja schon was ganz Besonderes.

  38. 10:17
    Prof. Dr. Christian Buer

    Also die Horwath-Gruppe ist ja mit Crowe als Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft gewachsen. Horwath gab es ja in Deutschland auch schon länger als Consulting, und die sind dann aber wieder vom Markt verschwunden, denn sie haben so ein Business-Franchise-Konzept. Also das heißt Lizenzkonzept in jedem Land. Es ist also kein Filialsystem, was die haben, sondern ganz bewusst ein Kettensystem aufgebaut auf der individuellen Kompetenz in der jeweiligen Destination. Und da sind halt in 52 Büros weltweit die jeweiligen Vertreter, und das stellt das Netzwerk dar. Und so habe ich jetzt auch, muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen, den ersten Kontakt eines Auftrages aus China bekommen, der ein Objekt in Deutschland hat und der das auch verwalten lassen möchte. Und der sagt auch, wer ist jetzt dein Team? Ja, also nicht, sie wollen schon den Christian Buer haben, aber auf der Arbeitsebene das Team. Und das ist ja genau das Ziel. Und Howard macht genau diese Netzwerkstruktur. Wenn wir natürlich fragen, ist das jetzt gut angefangen, sage ich alle außen ja, ich sage nein, weil es geht natürlich zu langsam für mich. Das ist so meine Stärke, Ungeduld.

  39. 11:24
    Ronald M. Arndt

    Aber bei null fangen Sie ja nicht an, weil Sie ja Ihre eigene Selbstständigkeit eingebracht haben.

  40. 11:28
    Prof. Dr. Christian Buer

    Ich bringe ja die kompletten Kontakte und alles rein und auch die Aufträge, die wir bisher haben oder hatten, in Avis haben wir mit reingebracht. Also alles, was so ab dem 1. Juli begonnen hat zu arbeiten, ist natürlich automatisch rübergegangen. Und wir denken in Netzwerkstrukturen. Wir dürfen ja nicht vergessen, wir haben ja das Netzwerk in Österreich, haben das Netzwerk in der Schweiz. Ich hatte immer schon Partner in der Schweiz, die sind alle mit drin. Und das ist wiederum das, wovon die nachfolgende Generation profitieren muss. Die jungen Leute. Lasst uns doch die Netzwerke uneingeschränkt denen übergeben. Ich weiß, viele sagen, das kannst du doch kapitalisieren, sage ich. Ich kann es doch viel höher kapitalisieren, indem die das Vertrauen gewinnen und nicht in eine Fluktuation sich wiederfinden und einen neuen Job suchen.

  41. 12:12
    Ronald M. Arndt

    Nee, weil sonst ist auch irgendwann zu spät mit der Übergabe.

  42. 12:15
    Prof. Dr. Christian Buer

    Genau, und ich will es ja an die übergeben.

  43. 12:17
    Ronald M. Arndt

    Ja, also ich habe auch so ein Problem, was natürlich viele familiengeführte Hotels ja mittlerweile haben, ja, dass die nächste Generation irgendwie nicht will und das dann die große Überraschung.

  44. 12:26
    Prof. Dr. Christian Buer

    Aber ja, aber deswegen sollte die nächste Generation auch schon Mitte 50 damit anfangen und nicht erst Mitte Richtig, genau. Wirklich 10 Jahre Zeit nehmen für diesen Übergang, sich auch überlegen, was können wir machen. Also wir machen ja das auch als eine Beratungsleistung, den Übergang, aber das machen viele, das muss man klar sehen. Wir haben 2 Felder, die wir stärker aufgebaut haben, das Thema Digitalisierung. Wenn ich die Start-ups unterstütze, habe ich natürlich auch viel gelernt daraus. Und zwar, und das Zweite, in Prozessen. Wir glauben, dass die Unternehmen und Hotels gerade in der Pandemie auch gezeigt bekommen haben, dass in dem Prozessdenken das Zuhause liegt. Wenn ich jetzt in Prozessen mein Produkt anbiete, kann ich Kosten natürlich viel besser kontrollieren und sie wieder reduzieren. Es geht ja nicht nur darum, Umsätze zu machen, sondern es geht ja auch darum, Kosten zu reduzieren. Da haben wir mit Joe Oehler von ProGross das Buch Macht Einkauf geschrieben, wo wir die Hebelwirkung auch aufgezeigt haben. Und ich glaube, das kann die nachfolgende Generation besser. Als, entschuldige, wenn ich das sage, unsere Generation, weil sie mit diesem digitalen Prozessdenken groß geworden sind. Und das heißt genau der Punkt, wo ich sage, holt sie jetzt rein, nehmt sie rein, seid mutig zur Veränderung. Denn am Ende des Tages verkaufe ich zwar ein Bett und eine Matratze, weil der liebe Gott einen Programmierfehler bei uns gemacht hat, weil wir schlafen und essen müssen in der Gründung der Menschheit. Aber es geht ja am Ende nicht darum. Es geht am Ende darum, Erlebnisse zu generieren, ja. Und diese Erlebnisse kann ich mit Prozessen besser abstimmen. Und natürlich müssen es schöne Räume sein, wie hier in der Cloud 7. Nummer 7 haben wir auch schöne Räume, das ist ja gut, aber es müssen natürlich auch nicht nur die Luxushotels, sondern auch Erlebnisse daraus generieren.

  45. 14:08
    Ronald M. Arndt

    Ja, Sie sagten es schon, wir sind heute zu Gast in der Cloud Number 7 in der Schwabenmetropole Stuttgart. Wie ist Ihr Bezug zu Stuttgart? Sind Sie da groß geworden, oder wie sagt man in Baden-Württemberg?

  46. 14:22
    Prof. Dr. Christian Buer

    Ja, also mein Bezug zu Stuttgart ist eigentlich relativ überschaubar, wenn ich es mal so formulieren darf. Ich bin geboren in Garmisch-Partenkirchen und meine Eltern sind dann relativ früh in die Schweiz ausgewandert. Deswegen habe ich auch in der Schweiz meine Schule und alles gemacht, sind aber dann wieder zurück. Ja, auch nicht, weil da Matura halt wirklich in ganz vielen Fächern noch stattfindet.

  47. 14:43
    Ronald M. Arndt

    Ich habe das Aufnahmeverfahren damals nicht geschafft.

  48. 14:45
    Prof. Dr. Christian Buer

    In St. Gallen?

  49. 14:46
    Ronald M. Arndt

    Sonst wäre ich da vielleicht auch gelangt. Aber vielleicht war ich auch nicht ausreichend vorbereitet. Abifeiermodus vielleicht auch.

  50. 14:53
    Prof. Dr. Christian Buer

    Die sind knallhart. Ich war in der Auswahlkommission als studentischer Vertreter.

  51. 14:57
    Ronald M. Arndt

    Haben sie mich rausgeworfen?

  52. 14:58
    Prof. Dr. Christian Buer

    Nein, dann wären Sie ja gewesen zwischen '93 und '98 dort. Nein, gar nicht. Zwischen '87 und '93. Ich war dann als Promovand nicht mehr im System drin. Nee, und von dem her bin ich dann zurückgekommen, war in München, in Frankfurt, dann bin ich wieder nach München, dann bin ich nach Köln, dann Berlin, Magdeburg, Heilbronn, Stuttgart. Wenn man so den Weg betrachtet, fehlt nur noch Hamburg. Das ist wirklich bedauerlich, weil ich das auch eine sehr schöne Stadt finde. Mich verbindet Stuttgart jetzt nur meine Frau, also die kommt aus Stuttgart. Ich finde, Stuttgart hat sehr viel Potenzial. Ich hatte mal vor der Wahlwende, wo Schwarz-Gelb nicht mehr war, mit einem hier ansässigen größeren Ausstatter für Kleidung und sonstige Gegenstände ein Hotel entwickelt, was eine 5-Sterne-Marke werden sollte. Es ist halt gescheitert am Ende. Stuttgart fehlt zum Beispiel genau das. Es fehlt wirklich so ein Trophy-Hotel, wo auch internationales Klientel sagen würde: Wow, ich bleibe in Stuttgart und muss nicht nach Baden-Baden oder irgendwo sonst übernachten.

  53. 16:02
    Ronald M. Arndt

    Ja, genau, weil das zieht es eher nach Baden-Baden, gell? Innenrummers oder Hotelbrenners.

  54. 16:07
    Prof. Dr. Christian Buer

    Ja, beziehungsweise Brenners.

  55. 16:08
    Ronald M. Arndt

    Brenners, ja. Auf der Ebene bleiben, genau, dann ins Brenners. Okay, also von Heilbronn nach Stuttgart noch mal über den Teich rüber. Sie hatten vorher auch gemeint, noch vor Start der Aufzeichnung, dass Sie sogar schon für den großen Herrn Trump zu tun hatten.

  56. 16:24
    Prof. Dr. Christian Buer

    2 Jahre lang, ja.

  57. 16:25
    Ronald M. Arndt

    2 Jahre lang. Also haben Sie ja länger für ihn gearbeitet als die meisten Minister.

  58. 16:30
    Prof. Dr. Christian Buer

    Ja, ja, ja. Also es war eine sehr, sehr angenehme Geschichte. Mein Partner und Freund Karlheinz Hauser, der am Sühlberg oben den Betrieb hatte, den ich damals während meiner Zeit in Berlin sehr stark unterstützt habe, dieses Objekt auch zu machen, eine Selbstständigkeit, und das verbindet uns heute auch noch sehr freundschaftlich, rief mich mal an und sagte, du, sag mal, ich habe da so ein Club, der heißt Mar-a-Lago Club, kannte kein Mensch hier natürlich, in Palm Beach, und die brauchen einen Turnaround. Und du bist der Zahlenmensch, ich bin der Koch, also F&B. Wir sind da hingegangen zusammen, haben das gemacht, und es ist eine nette Geschichte. Die waren halt in dem Moment minus 350.000 Dollar, wobei das natürlich bei so einem Club eine andere Rechnung ist. Das ist Speisen und Getränke und Festivitäten und dann eben Eintrittsgelder, die war natürlich immer positiv, aber die haben ja einen großen Ballsaal gemacht. Und in Amerika ist so Hochzeiten feiern und alles ganz anders als bei uns, ne. Da geht es sehr viel um diese Prestigeangelegenheiten. Und wir sind dann hingekommen und haben das mit komplettem Team, also zentralem Team, umgekrempelt. Habe ich, habe die gesamten Wirtschaftsanalysen gemacht, die ganzen Systeme implementiert, da zu gucken, wo verlieren die eigentlich das Geld, Prozess. Und haben die dann gefunden, Und haben dann nach einem Jahr, nach einer Saison, das geht ja immer erst Mitte Dezember los und hört zum Muttertag auf, haben wir dann plus 120 gemacht. Und damit haben wir ja gefreut daran, oder? Na ja, 370 Differenz. Und wir saßen dann bei ihm im Büro in New York und das war dann so, wir sollten reporten. Und dann sagte er: Well, I believed you're gonna make a half a million profit at least. Und dann habe ich gesagt: Well, we not exactly made it, but nearly. Und dann sagt er, nee, ist ja nur 120. Sag ich, von -250 auf +100 sind 370. Daraufhin sagt er, nö. Und dann sagte sein CFO, den man übrigens nirgends wahrgenommen hat in den letzten Jahren, aber der die geschickt geleitet hat, Donald, he's right. Also war ein sehr nettes Erlebnis. Und dann hat er uns auch das Modell gezeigt, was er in Las Vegas bauen will. Und dann haben wir gesagt, das funktioniert nicht, da kannst du nicht anliefern, hier Gastronomie machen und so. War ein sehr nettes Erlebnis. Das haben wir dann noch ein zweites Jahr gemacht, und dann sind wir halt klassisch, wie er das gerne macht, gefeuert, weil wir irgendwo in Ungnade gefallen waren.

  59. 18:44
    Ronald M. Arndt

    War aber doch richtig gerechnet, hat er vielleicht.

  60. 18:47
    Prof. Dr. Christian Buer

    Nee, es geht bei ihm gar nicht, am Ende ging es ihm gar nicht so ums Geld, am Ende geht es ums Prestige zu schaffen. Und das war zu einer Zeit, 2006, 2008, also da hat er zwar schon von Präsidentschaft geträumt in seinen Sendungen, aber keiner von uns hat ja geglaubt. War eine tolle Erfahrung, möchte ich nicht missen. Sein Clubmanager war auch bei uns in Heilbronn, hat auch im Biergarten gemütlich ein Bier getrunken. Wir haben Tasting aus Versehen gemacht an dem Abend sowieso mit dem Food Court Thomas Aurich dort, und das war ganz witzig. Aber die letzte Rechnung ist auch nicht bezahlt.

  61. 19:25
    Ronald M. Arndt

    Das ist also bei der Deutschen Bank einfach unten hinzufügen. Ja, wenn die dann anfängt, ihr Geld einzutreiben.

  62. 19:31
    Prof. Dr. Christian Buer

    Ja, es war die Erfahrung was wert.

  63. 19:34
    Ronald M. Arndt

    Was ich richtig bemerkenswert finde, ist, Sie haben mit in jungen Jahren angefangen mit Steigenberger, bei Steigenberger, ja, direkt nach dem Studium. Und über ganz viele spannende Stationen sind Sie der Hotellerie im Tourismus erhalten geblieben. Jetzt habe ich mal nicht den Eindruck zwingend, dass Ihnen das irgendwie keinen Spaß mehr macht, sondern Es reiht sich ein Projekt an das andere und manche gehen auch so nahtlos über jetzt wie zu Horvath. Das macht so ein toller Lebenslauf, sage ich mal. Auf der anderen Seite haben wir viele junge Leute, die in jungen Jahren, weiß ich gar nicht, die Frage stellen: Was mache ich? Was habe ich mit meinem Leben vor? Und vielleicht ein bisschen ängstlich an die Sache rangehen. Haben Sie da so eine Art Erfolgsrezept, was Sie aus Ihre Erfahrung ableiten können?

  64. 20:23
    Prof. Dr. Christian Buer

    Also ich finde das interessant, wie Sie es gerade sagen, wie die jungen Leute sind. Ich möchte Ihnen nur eins sagen: Das hatten wir auch. Wir kamen auch aus der Hochschule oder Universität raus und wussten auch nicht so richtig, was wir machen wollen. Uns stand ja die Welt offen. Damals war es ein Gallen: Hey, du kriegst sofort 10 Jobs und so weiter. War natürlich nicht der Fall. Also das muss man halt auch ganz realistisch sagen. Und wenn Sie das von meinem Lebenslauf und meinem heutigen Schaffen und Tun nehmen, ist es genau das, was eigentlich die jungen Leute haben sollten und sollen. Sie können ja nur sich einbringen und sich engagieren und dieses Engagement zeigen. Und dann wird sich auch ein Mentor auftun. Und ich denke, das sieht man heute noch in den anderen Industrien sehr gut. Du brauchst, wenn du eine Person hast, eine Art Mentor hast. Und in dieser Rolle sehe ich mich so ein bisschen. Ich habe vorhin von der Kooperation mit Marriott gesprochen. Wir machen ja auch in den sogenannten D-Destinationen Moxie Hotels. Ganz bewusst in Destinationen, die eben nicht, wo ich nicht so im Wettbewerb stehe zu den anderen Dingen. Und jedes dieser jungen Personen, die ich gewinne, da reinzusteigen, also wir sprechen im Alter zwischen 28 und 35, die schon erste Berufserfahrung haben, die sagen, hey, da kann ich mich selbstständig mitmachen, kriegt eben so einen Teil einer Traube. Und das, wenn Sie die befragen, sagen die, das Motivierende ist, dass ich sie wirklich auch, und das ist wichtig, als Rolle des Mentors auch wirklich als Ganzes wahrnehme und nicht nur als Rookie, sondern wirklich sage, ja, du bist Teil meines Systems, und ja, wenn du Probleme hast, dann werden wir die zusammen lösen. Und selbstverständlich kommt auch Geld irgendwann mal zu dem Thema. Und das ist halt, jeder muss auch den jungen Leuten Perspektiven aufzeigen. Und die Perspektiven aufzuzeigen heißt, überlegt, was sind eure Stärken? Also wo seid ihr wirklich gut, jedem der jungen Personen? Wo wollt ihr euch entwickeln? Was sind die Felder, an denen ihr Spaß habt zu arbeiten? Aber nicht nur Spaß. Du kannst nicht immer nur das Steak essen und die Beilage und das Gemüse liegen lassen. Das haben wir schon bei den Eltern kennengelernt. Das Grünzeug muss auch gegessen werden. Und das sind die, das Handwerkszeug, das sie mitmachen müssen. Und das muss auch ein Mentor auch mal mitgeben, muss auch früh in den jungen Jahren. Ich hatte das große Glück, dass ich in jungen Jahren auch mal mitgenommen wurde, um einfach diese Hotelwelt zu riechen.

  65. 22:41
    Ronald M. Arndt

    Also als Kind noch dann?

  66. 22:42
    Prof. Dr. Christian Buer

    Ja, ne, auch als, als, als Junger. Also z.B., wir hatten, als ich bei Steigenberger Consulting angefangen habe, Projekt in der Karibik. Und da ich wirklich ein Freak war in, in, in mathematischen Programmierungen und Excel-Blättern, Excel, ne, muss ich vorstellen, habe ich das Controlling aufgebaut für die. Und die EU hat das damals sogar übernommen, es war ein EU-Projekt. Und dann durfte ich halt 4-mal im Jahr in die Karibik runter. Und dummerweise war immer die Cricket Season und dann ist aus einer Woche 2 Wochen geworden, weil du kurz ja nicht arbeiten kannst. Und das sind die Erlebnisse, wo jeder zerren soll und sagen: Hey, die Branche ist gut. Und ein Satz dazu: Das Geld kommt von alleine. Mit Engagement kommt das Geld. Und ja, jeder, der selbstständig ist und nicht nervös ist und auch mal nicht seine schlaflosen Nächte hat, wird diese Selbstständigkeit nie zu schätzen wissen, auch wenn er das Geld hat. Also kann nur sagen, geht in euch rein, überlegt es und seid bereit, Fehler zu machen. Auch mal eine Fehlentscheidung zu machen und sagen, okay, der Job ist es nicht. Zack, was anderes machen. Und das unterrichte ich meinen Studierenden auch und das versuche ich ihnen auch klarzumachen. Und es gibt viele der Studierenden, kann ich Ihnen auch sagen, junge Leute, die natürlich die Fehler nicht bei mir suchen. Also ich habe auch ein Gespräch gehabt, wo ein Student bei der Prüfungseinsicht gesagt hat, Sie haben falsch korrigiert. Weil, habe ich gesagt, okay, habe ich die Punkte falsch zusammengezählt? Nee, Sie hätten mir mehr Punkte für die Fragen geben müssen, und zwar für jede Frage. Und daraufhin habe ich den Kommilitonen, der nebendran saß, gesagt, korrigiere, korrigiere du die Prüfung, und alles, was rauskommt, akzeptiere ich. Ja, und dann sagt er, sei still, du hast mehr Punkte als ich in vielen Fragen, wo ich mehr geschrieben habe als du? Also es ist schon so, auch das Selbstbewusstsein teilweise sehr stark vorhanden. Und auch da ist es nicht die Aufgabe eines Mentors, das zu ändern. Eine Aufgabe ist es zu zeigen, wo sind die Entwicklungschancen?

  67. 24:33
    Ronald M. Arndt

    Ja, Herr Professor Buer, ganz, ganz lieben Dank, dass ich Sie hier jetzt und wir Zuhörerinnen und Zuhörer auf diese sympathische Art und Weise kennenlernen durften. Über den Dächern Stuttgarts in der Cloud Number 7. Ich wünsche Ihnen ja zuallererst privat, Ihrer Familie alles Gute, aber natürlich auch auf dem weiteren Weg mit Horvath HTL. Herzlichen Dank.

  68. 24:57
    Prof. Dr. Christian Buer

    Vielen Dank. Danke Ihnen, Herr Arndt, dass ich da sein darf. Ihnen wünsche ich viele kraftvolle Tage, die Ihnen bevorstehen werden in Ihrer Familie. Und ich bedauere sehr, dass das Gespräch schon zu Ende ist. Ich hoffe, wir führen das mal wieder fort.

  69. 25:09
    Ronald M. Arndt

    Sie können jederzeit wenn Sie jetzt sagen, da war noch was, was—

  70. 25:13
    Prof. Dr. Christian Buer

    Nein, nein, alles gut. Es gibt ja auch immer wieder neue Möglichkeiten.

  71. 25:18
    Ronald M. Arndt

    Irgendwann noch eine zweite Folge.

  72. 25:19
    Prof. Dr. Christian Buer

    Sind immer herzlich eingeladen, auch zu unserem Heilbronn Hospitality Symposium zu kommen, wenn Sie das wollen.

  73. 25:24
    Ronald M. Arndt

    Auch davon habe ich schon viel gehört. Ich war jetzt auch die letzten Jahre da ab und an im Ausland unterwegs, und da waren die Wege etwas weit. Aber ich als Stuttgarter, jetzt wieder zurück in Stuttgart, habe ich mir auch sagen lassen, dass Heilbronn gar nicht so weit ist. Also da komme ich gerne mal vorbei.

  74. 25:38
    Prof. Dr. Christian Buer

    Sehr gerne. Herzlichen Dank.

  75. 25:40
    Ronald M. Arndt

    Danke Ihnen. Merci.