Voller Aufbruchstimmung ins neue Jahr
Aufgenommen: Landhaus Feckl, Ehningen
Germany45 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Und keiner wartet auf Deutschland auf dieser Welt.“
Prof. Dr. Christian Buer, 33:59
Prof. Dr. Christian Buer ist zurück bei HOTEL-PODCAST und spricht mit Ronald M. Arndt über sein eigenes Hotel, das Moxy in Simmern, über die geplanten Häuser in Luxemburg und Hohenlohe und darüber, warum dort junge Leute die Verantwortung tragen. Dazu geht es um Wertschöpfung als Thema des Heilbronn Hospitality Symposiums, um gestiegene Mieten und Baukosten und um die Frage, ob Deutschland ein Luxusmarkt ist. Buer sagt, die Grand-Hotellerie hat eine Leitfunktion, und in Deutschland fehlt der Stolz auf Unternehmertum.
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Kernaussagen
- Wertschöpfung statt Produktpreis: Buer erzählt von einem Gast, der 3 Euro fürs Bier im Moxy in Simmern zu teuer fand. Seine Antwort: dann hol es im Supermarkt und setz dich an die Bordsteinkante, denn verkauft wird die Dienstleistung drumherum, von der Wärme über das Lächeln bis zur sauberen Toilette.
- Verantwortung für Junge: Er geht die Kooperation mit Marriott ein, um jungen Leuten unternehmerisches Arbeiten zu ermöglichen. Sie bekommen Freiheiten und müssen Verantwortung übernehmen, aber er nimmt ihnen den psychischen Druck, dass ein Fehler sie ein Leben lang begleitet.
- Zwei weitere Häuser: Nach Simmern ist das nächste Objekt in Luxemburg am Flughafen im Bau, das Buer im Management übernimmt. Kurz danach folgt eines in Hohenlohe.
- Preise müssen steigen: In zwölf Monaten stiegen die Mieten für ein neues Hotel um 10 bis 15 Prozent, wer früher mit 500 Euro pro Zimmer einstieg, steigt bei 550 bis 600 Euro ein. Je nach Hoteltyp braucht es 15 bis 35 Prozent mehr Zimmerpreis, nur um dasselbe Niveau zu halten.
- Kein Luxusmarkt Deutschland: Für Buer fängt Luxus beim niedrigsten Zimmerpreis von 600 bis 700 Euro an, und den gibt es im deutschen Markt nicht. Jumeirah ging wieder weg, Four Seasons scheiterte in Berlin, als Destination bleibt aus internationaler Sicht München.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Prof. Dr. Christian Buer ist zurück, knapp fünfzig Episoden nach seinem ersten Besuch im Hotel-Podcast.
Viel ist in der Zwischenzeit passiert, seinen Traum aus jungen Jahren hat er mittlerweile in die Realität umgesetzt. Erst vor Kurzem eröffnete er das eigene Hotel, das Moxy Simmern. Zwei weitere werden folgen und dabei gar die Landesgrenze überqueren.
Dass er auch hier fast ausnahmslos jungen Menschen den Vortritt lässt, gehört zu seinen festen Prinzipien. Damit einher geht stets die Übertragung großer Verantwortung, vor allem aber die Freiheit beruhigter ins Unternehmertum reinzuwachsen.
Das von ihm initiierte Heilbronn Hospitality Symposium findet dieses Jahr bereits zum 13. Mal statt und die „Wertschöpfung in der Hotellerie und Gastronomie“ genauer unter die Lupe nehmen. Ich freue mich, dass der Hotel-Podcast dann bereits zum dritten Mal einen kleinen Teil zum großen Erfolg beitragen kann.
Wie aber steht es nun um Deutschland, als Markt für die gehobene Hotellerie sowie für Menschen, die hier ihr Leben selbst in die Hand nehmen möchten? Eines ist klar: niemand wartet auf das Land der Dichter und Denker.
Von der Grand Hotellerie geht zweifelsohne eine besondere Faszination aus. Ist sie sich aber ihrer Leitfunktion bewusst?
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Transkript öffnenTranskript schließen45 Min · Ronald M. Arndt und Prof. Dr. Christian Buer
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:06 Ronald M. Arndt
Weißwurstl, aber warum Weißwurstl hier im Schwabeländle? Das sind die schwäbischen Weißwurstl. Genau, wir sind im Landhaus Feckl und wenn ich mich recht erinnere, hat auch, nochmal nachfragen, haben glaube beide Eheleute Feckl einen bayerischen Hintergrund und Das mag die Erklärung sein.
- 00:31 Prof. Dr. Christian Buer
Da müssten wir die Familie Feckl fragen, wer die Brezel erfunden hat. Es ist mittlerweile klar, dass es doch nicht die Bayern waren, aber wer macht die bessere Brezel?
- 00:41 Ronald M. Arndt
Gut, können wir auch noch nachher an unseren Hotel-Podcast von heute dranhängen. Wenn die Zeit da ist, nach 2 Stunden vielleicht noch mal ein kleines Outtake. Und dann vielleicht auch gleich diskutieren, wer das Croissant erfunden hat. Das ist ja auch noch mal so eine Geschichte. Sind es die Türken, sind es die Wiener? Ich weiß gar nicht, irgendwas war da so auf der Art.
- 01:00 Prof. Dr. Christian Buer
Genau, weil sie Wien belagert haben.
- 01:02 Ronald M. Arndt
Richtig, genau, der türkische Halbmond. Super, ich kündige dich an, so wie man dich ankündigen muss, als Prof. Dr. Christian Buer. Hast du einen anderen Titel das letzte Jahr dazu gewonnen oder noch irgendwas Ehrenhalber? Umtriebig genug bisher.
- 01:21 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, nein, also wenn du Prof. Dr. machen möchtest, mach es gerne, aber ansonsten als Professor Buer reicht auch. Also mach es, wie es dir passt.
- 01:29 Ronald M. Arndt
Schau, ich hole noch Alkohol dazu. Das ist wichtig, denn Wir sind ja noch am Anfang von 2023, und da habe ich mir gedacht, dass mal zumindest einer von uns beiden— aber komm, lass kurz anstoßen hier.
- 01:43 Prof. Dr. Christian Buer
Zum Wohl auf das erfolgreiche Jahr!
- 01:45 Ronald M. Arndt
Auf ein schönes, gesundes und erfolgreiches Jahr! Ich muss sagen, allmählich habe ich es raus, wie so ein Hotel-Podcast abzulaufen hat. Das letzte Jahr hat ja so fast geendet mit Episode Nummer 50, kleines Jubiläum beim Hannes Bareiß. Und natürlich bei Champagner. Jetzt geht's hier wieder weiter. Neues Jahr, wieder ein Grund, ein Gläschen auf dem Tisch zu haben. Okay, dann legen wir mal los. Kein Titel dazugekommen, aber trotzdem nicht ganz untätig gewesen letztes Jahr. Umtriebig ohne Ende, der Christian, wie ich ihn kenne. Ich erinnere mich, das war natürlich eines der letzten gemeinsamen Dinge, die wir gerissen haben, das Heilbronn Hospitality Symposium im November. Dann hatten wir uns aber auch nicht lange davor getroffen, im schönen Hunsrück.
- 02:39 Prof. Dr. Christian Buer
Stimmt. Ich glaube, das Örtchen heißt Simmern. Du kommst rum in Deutschland.
- 02:45 Ronald M. Arndt
Ich komme rum. Mittlerweile findet man das sogar auf diversen Marriott-Webseiten. Wer hätte das gedacht, dass das Simmern irgendwann mal verortet ist? Dann haben wir uns, glaube ich, in Zürich getroffen und in München noch mal am 3. Oktober. Selbst an Feiertagen arbeiten wir ja bekanntlich. Aber war ein sehr schöner Nachmittag bei Klaus Jacobs und Co. Ja, da war das Bierfass sogar explodiert beim Anstoßen. Genau, da sind alle nass geworden. Ja, und jetzt geht es wieder weiter 2023. Auch natürlich sei gleich gesagt, das nächste Heilbronn Hospitality Symposium, was uns ja auch initial so ein bisschen enger zusammengebracht hatte, ist schon terminiert am 16. November. Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, Zuschauerinnen und Zuschauer, 16. November in Heilbronn. Jetzt haben wir lange genug Vorlauf. Es gibt eigentlich keinen Grund, da nicht dabei zu sein. Gut vorbereitet als Professor, wie du bist, gibt es ja sogar schon ein Thema.
- 03:46 Prof. Dr. Christian Buer
Wir haben einen Ansatz.
- 03:48 Ronald M. Arndt
Einen Ansatz. Und der Ansatz, kannst du ja auch gleich schon mal sagen, der wird dann noch zusammen mit den verschiedensten Partnern und Köpfen auch erst noch mal im Detail erarbeitet.
- 03:57 Prof. Dr. Christian Buer
Erstmal herzlichen Dank, dass ich demnächst wieder bei dir sein darf. Das letzte Mal war es in Stuttgart und jetzt sind wir hier eben wunderschön vor den Toren Stuttgarts in diesem Landhaus, das mich immer wieder erstaunt. Ich muss sagen, ich lebe ja auch im Vorentorndorf und wenn ich hier in dem Landhaus bin und einfach merke, es gibt in dieser Umgebung immer noch eine tolle Gastronomie und Hotellerie, die eben familiengeführt ist. Also vielen Dank, dass wir das hier machen können. Ja, das Symposium am 16. November ist schon terminiert und wir haben das auch schon im letzten Symposium angekündigt, dass wir über Wertschöpfung diskutieren werden. Viele denken bei Wertschöpfung immer nur über Einkauf. Ich habe etwas nach Corona gemerkt, und auch nach diesen ganzen Dingen, dass wir uns immer noch darüber unterhalten, was kostet ein Produkt, das ich konsumiere. Aufgefallen ist mir das in Simmern im Moxi. Einer sagte, was, 3 Euro fürs Bier? Also jetzt ist es 3, da war es 2,90 Euro. Das ist zu teuer. Also sage ich, du geh rüber in den Supermarkt.
- 05:00 Ronald M. Arndt
Kleiner Sprung von 2,90 auf 3.
- 05:03 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, also wir haben, ich habe, das war ein ganz einfacher Grund, ob du jetzt 3 oder 2,90 machst. Das ist einfach letztlich nicht der Punkt. Aber worum es mir ging, ist, ich habe gesagt, dann geh doch rüber in den Supermarkt, hol dir dein Bier und setz dich an die Bordsteinkante und trink dir dein Bier.
- 05:17 Ronald M. Arndt
Absolut.
- 05:18 Prof. Dr. Christian Buer
Und was wir aber verkaufen in der Hotellerie-Gastronomie, und das meine ich unter Wertschöpfung, ist, du hast es warm, Du hast das Sitzen, du hast ein Lächeln, das dir entgegengebracht wird. Du bekommst eine komplette Dienstleistung drumherum. Du darfst auf eine Toilette gehen, die sauber ist etc. Und das vergessen wir einfach sehr stark. Und darüber möchten wir diskutieren.
- 05:38 Ronald M. Arndt
Kann man dann im MOXIE ins Zimmer auch einfach mal einen Kaffee trinken kommen?
- 05:41 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, das ist ganz bewusst die Lobby der Stadt. Soll das sein? Einfach hingehen, kommen, Kaffee trinken und wieder gehen. Das ist genau das Ziel. Ein MOXIE hat ja das ganz klare Konzept: Mach die Lobby auf, geh einfach hin. Du musst auch nicht was trinken, du kannst dich auch einfach mal reinsetzen. Du kannst dich dort auch treffen und mieten. Wir haben auch einen Besprechungsraum dort. Und genau das ist das Ziel: Begegnungen zu schaffen, reale Begegnungen zu schaffen. Und das sind Wertschöpfungen.
- 06:09 Ronald M. Arndt
Oder auch mal nur aufs saubere Klo gehen. Okay, ja, ich habe es noch so im Ohr. Wie gesagt, du warst einer der ersten Gäste im Hotel-Podcast. Damals die Frage, was treibt dich an? Ja, und da fiel dann das erste Mal so der Begriff einfach die Jugend, die junge Generation. Später dann beim ersten Hotelsymposium, Hospitality Symposium, was wir zusammen gemacht haben, hast du gesagt, du möchtest die junge Generation auf die Bühne heben, was dir jetzt zweimal in meiner Anwesenheit äußerst gut gelungen ist. Und jetzt versuchen wir mal, die Brücke zu schlagen zu MOXIE und zu deinem Hotelprojekt. Und ich glaube, da tut sich auch schon wieder das nächste Projekt auf. Auch da ist es nicht ganz verwunderlich, dass da die junge Generation eigentlich in der ersten Reihe steht. Zumindest war das ja bei der Eröffnung auch so.
- 06:57 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, das ist auch die—
- 06:58 Ronald M. Arndt
ich habe die Bilder wirklich noch sehr präsent.
- 07:01 Prof. Dr. Christian Buer
Es ist auch ein sehr schönes Video, wo ich dort stehe und feststelle, dass alles die Hälfte meines Alters ist, das darum herum steht.
- 07:09 Ronald M. Arndt
Deshalb das Ziel drumherum, aber nicht vorne.
- 07:12 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, auch vorne. Also wenn du uns gerade die Hälfte deines Alters oder die Hälfte meines Alters— ich hatte es gerade gedacht, dass die Hälfte der Nein, nein, nein.
- 07:22 Ronald M. Arndt
Wie alt bist du eigentlich?
- 07:23 Prof. Dr. Christian Buer
Gerade 56 geworden. Darf man das in einem Hotel-Podcast eigentlich sagen?
- 07:27 Ronald M. Arndt
Du triffst fast die Episodennummer heute.
- 07:30 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, müssen wir das jetzt so lange zurückstellen?
- 07:33 Ronald M. Arndt
Warten wir noch 2 Wochen oder 3.
- 07:35 Prof. Dr. Christian Buer
Die Herausforderung ist ja, den jungen Leuten das Vertrauen zu geben, dass sie unternehmerisch tätig sein sollen. Und mit Marriott diese Kooperation einzugehen und zu sagen, was ich eben seit 6 Jahren habe, alles tun und schaffen werde, für die nächste Generation zu generieren. Und das mache ich ja auch mit der Horvath-Beratung, ist es ja genau der Punkt. Die Herausforderung ist es, ihnen die Möglichkeit da erstens mal zu geben, ohne dass sie dauernd das Gefühl haben, sie ersticken daran.
- 08:05 Ronald M. Arndt
Ja, und also ersticken an den ganzen Widrigkeiten, die das Unternehmertum an sich mit sich bringt.
- 08:10 Prof. Dr. Christian Buer
Genau, weil das gesamte Leben— sich selbstständig machen, ja, das sich selbstständig machen, diese Administration, Aufwand, die müssen das alles operativ machen. Aber dieser psychische Druck, einen Fehler zu machen und dafür das ganze Leben lang die Suppe auslöffeln zu verkaufen. Denn nehme ich ihnen das— es gibt auch Kritiker, die sagen, das müsstest du ihnen aber lassen. Dann sage ich, nein, da müssen sie reinwachsen. Denn wir haben in den letzten 15 Jahren das Wachstum ihnen alles beigebracht, dass sie alles bekommen können. Aber wir haben ihnen nicht die Verantwortung damit gebracht, also die Responsibility. Und das will ich damit machen. Und ja, es ist bewusst, wir haben das nächste Objekt schon im Bau, das in Luxemburg am Flughafen, was wir übernehmen im Management. Und wir haben das übernächste, was auch kurz danach kommt, in Hohenlohe.
- 08:53 Ronald M. Arndt
Also sogar über die Ländergrenzen hinweg. Luxemburg, interessant.
- 08:57 Prof. Dr. Christian Buer
Und bei allen das Argument der jungen Leute, das zieht. Und das ist auch nicht nur, das zieht, es ist auch meine Philosophie und meine Vision und auch die meiner Partner, die ich mit drin habe bei so was, die einfach sagen, das hat eine Langfristigkeit und darauf müssen wir wieder hinaus.
- 09:13 Ronald M. Arndt
Und junge Leute fühlen sich davon angezogen oder musst du da wirklich auch wieder aktiv suchen?
- 09:19 Prof. Dr. Christian Buer
Es geht schon auch ums Suchen, denn für mich heißt das bei uns mitzuwirken, heißt eben mitwirken und nicht einfach mitfahren. Und wirken heißt auch, Verantwortung innerhalb des Unternehmens zu übernehmen. Du bekommst sehr viel Freiheiten, du darfst, jeder, der bei uns arbeitet, darf sich sehr frei bewegen, kriegt sehr viel Freiheiten auch zu tun, hat ein total tolles Team. Aber es gibt auch Verantwortlichkeiten, Dinge müssen auch gemacht werden. Und Die größten Hürden sind halt in Controlling, Finanzen etc. Und am Ende des Tages ist aber die Liquidität eines Unternehmens nun mal Cash is King. Das ist eine alte Geschichte. Und deswegen bin ich so weit da, dass ich sage, ich versuche euch das so zu machen, dass ihr nicht die Angst haben müsst. Aber gleichzeitig erwarte ich von denen, die aber auch ins Team kommen, dass sie bereit sind, diese Vision, diese Philosophie mitzutragen und nach vorne zu treiben.
- 10:12 Ronald M. Arndt
Dein ganzer beruflicher Werdegang hat ja mit Hotels und Hotellerie zu tun. Mal eigene Hotels zu betreiben, wie eben jetzt im Namen von MOXIE, war das immer mal ein Traum?
- 10:21 Prof. Dr. Christian Buer
Ich hatte einen sehr frühen Traum. Das ist so eine kleine Wunde, die du gerade den Finger reinlegst.
- 10:29 Ronald M. Arndt
Dafür sind wir auch da beim Hotel-Podcast, Wunden zu identifizieren.
- 10:33 Prof. Dr. Christian Buer
Ich hatte in jungen, jungen Jahren schon, auch in so einem Alter der jungen Mädchen, die jetzt bei uns arbeiten, oder jungen Frauen, die jetzt bei uns arbeiten, vor allem Frauen, selbst eine kleine Art Hotelkette zu machen. Also so kleine, so wie du hast ein Hotel in München, eins in Berlin, was so Boutique-Hotels als Kette. Und das war schon die Vision, die ich hatte. Und ich hätte sogar eins haben können, nur das Geld nicht.
- 10:57 Ronald M. Arndt
Also warst du damals einer der Jungen, der machen wollte, aber mir fehlt das Geld.
- 11:02 Prof. Dr. Christian Buer
Und heute mit dem Wissen weiß ich, das Geld ist da. Ich hatte aber nicht den Mut. Wenn man ganz ehrlich ist, und das ist das, wo ich sage, die Wunde, reflektiere dich selbst. Und ich stelle einfach fest, Hätte ich den Mut gehabt, das einfach laut nach draußen zu schreien, wäre es vielleicht auch gekommen. Das wäre ein Objekt gewesen in München, mit dem wir hätten anfangen können. Aber die Vision, die ich jetzt habe, ist es einfach zu sagen, wirklich zu sagen, ja, wir multiplizieren die Zukunft der Jugend, also der jungen Leute. Wir müssen ihnen die Motivation geben, in unserer Branche zu bleiben. Das ist jetzt meine Aufgabe.
- 11:39 Ronald M. Arndt
Und damit hast du eine Aufgabe für dich festgelegt, die reicht noch lange.
- 11:43 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, also ja, ja, es macht auch Freude und es macht auch viel Freude mit allen Schmerzen, die es auch abends gibt. Es sieht dann immer so leicht aus, aber das wirst du im Hotel-Podcast bei den jungen Unternehmen, die auch so Start-ups gemacht haben, immer fragen, wenn sie heute über Erfolg sprechen. Wenn du Christoph Hoffmann nimmst und über seinen Erfolg sprechen würdest, dann würde er dir auch erzählen, würde dir nicht unbedingt erzählen, aber frage ihn mal nach den ersten 2 Jahren.
- 12:08 Ronald M. Arndt
Das werde ich tun. Das haben wir jetzt gar nicht abgesprochen, aber wenn der Termin dann hinhaut, werden wir uns am 16. Februar treffen in Zürich im 25 Hours Langstrasse. Und mal gucken, ob das nachher so ein Podcast zu zweit wird oder ob man da vielleicht noch ein paar andere Grand Seniors der Branche dazuholen. In Zürich gibt es ja ein paar von, die auch schon zum Teil im Hotel-Podcast zu Gast waren. Da gilt es dann, ein Thema, sage ich mal, abzustimmen, um zu sagen, hey, das lässt sich jetzt in einer kleineren Runde diskutieren, und vielleicht nehmen wir da sogar mal ein bisschen Publikum dazu. Also gute Idee, da brauche ich dann, können wir nachher noch zusprechen, vielleicht hast du noch ein paar Ansätze. Was ich ganz cool fand beim Christoph Hoffmann, wo wir auch gerade auf WhatsApp hin und her uns schreiben, was kann das Thema sein? Ich glaube, was ihn und mich verbindet, ist ein bisschen so diese Faszination für die Grand-Hotellerie. Das hat er mal irgendwo auf irgendeiner Bühne gesagt, und Ja, wahrscheinlich geht es in die Richtung, aber ich brauche noch ein bisschen Input.
- 13:06 Prof. Dr. Christian Buer
Auch die teile ich, diese Faszination.
- 13:09 Ronald M. Arndt
Herzlich willkommen in Zürich.
- 13:10 Prof. Dr. Christian Buer
Ich finde, die Grand-Hôtellerie ist etwas, was ja so die Flaggschiffstruktur ist. Und ich finde es auch immer noch Flaggschiff oder Aussterben? Nein, für mich hat sie eine Leitfigur-Funktion. Also für mich hat sie Benchmark von einem Produkt her. Und wir werden natürlich, also Ganz nüchtern gesprochen, die Grand-Hotellerie muss auch die Preise der Grand-Hotellerie nehmen. Und ich finde es auch wichtig, dass sie die nimmt. Und ich finde auch, wir sollten mal ein bisschen selbstbewusster damit umgehen. Wir müssen jetzt nicht gerade sagen, dass es dann eben Budgethotels gibt, die auch meinen, sie müssen die Preise nehmen. Das gibt es ja auch. Da bin ich dann ein bisschen der Meinung, okay, das wird jetzt, das ist jetzt unverschämt. Aber sie hat eine Leitfunktion, und zwar in zweierlei Hinsicht. International nehmen die Leute das Land wahr, es gibt etwas. Und für die Mitarbeiterinnen, die du gewinnen möchtest, hast du eine Chance, zu sagen, es gibt auch eine andere Hotellerie und da kannst du dich auch drin verwirklichen. Das ist immer der Geruch des Luxus. Wir diskutieren zum Beispiel bei uns immer, ist Luxus auch vereinbar mit Nachhaltigkeit? Und ich sage, ja klar ist das vereinbar. Es gibt eine ganz tolle Studie, die von einem italienischen Unternehmen auch gemacht wird. Was sind die Wege des Luxus und woher kommen sie. Und ich finde, wir können sie nicht negieren im Sinne von, es ist nicht nachhaltig. Natürlich ist Nachhaltigkeit drin, denn wenn du Wertschöpfung, mal wieder, jetzt sind wir wieder beim Thema, in der Nachhaltigkeit betrachtest, dann geht es nicht nur darum, hast du den ökologischen Fußabdruck geschafft, sondern es geht auch darum, wie viele Arbeitsplätze schaffst du vor Ort, wie viele dieser Arbeitsplätze leben vor Ort, wie viele der Arbeitsplätze ernähren vor Ort, wie viele der Arbeitsplätze kaufen im Supermarkt vor Ort. Und, und, und, und. Und diese gesamte Wertschöpfung ist eben die Grand-Hotellerie, weil sie viel mehr Mitarbeiterinnen braucht, ja, auch eine Leitfigur. Und deswegen begeistert mich die, also neben dem, dass ich sie gerne auch konsumiere, aber sie begeistert mich halt.
- 15:13 Ronald M. Arndt
Also siehst du da generell in der Grand-Hotellerie eine andere Nachhaltigkeit, ist jetzt wieder das Trendwort des Jahrzehnts, aber eine langlebige wie sagt man, es ist langlebiger, also auch für Mitarbeiter. Also ich denke hier gerade auch wieder an Hannes von Barajas zurück, der halt irgendwie 400 Leute hat. Und wenn du da abends sitzt im Restaurant, denkst halt jedes Mal, den habe ich jetzt heute Abend noch nicht gesehen, aber jeder kennt dich mit Namen.
- 15:39 Prof. Dr. Christian Buer
Ja.
- 15:40 Ronald M. Arndt
Und dann gibt's ja die Akademie. Und er sagt aber auch, er gibt halt, also er sieht es auch so als Unternehmer, als Hotelier, dass er Menschen, egal wo sie herkommen, und man muss ja mittlerweile sehr weit gehen, um Leute überhaupt für die Hotellerie zu finden. Gesundheit. Danke. Er bietet eben die Chance, sich eine Existenz, ein Leben aufzubauen. Und einmal Parisianer, immer oder zumindest sehr lange Parisianer. Also das ist so ein bisschen für mich der— da kann man sich besser, war jetzt mein Eindruck, sage ich mal, daran festhalten.
- 16:15 Prof. Dr. Christian Buer
Aber denk mal, die Grand-Hotellerie, wenn man sie mal weit zurückdenkt, und die Netzwerke, die dahinter waren. Und du hast dieses wunderschöne Paraisianer-Wort getauft. Wenn früher du eine Lehre gemacht hast beim Herlin zum Beispiel in Hamburg, dann hat er gesagt, jetzt gehst du erst mal ins Ritz nach Paris, wenn du deine Lehre abgeschlossen hast. Das heißt, es gab ein Netzwerk, das real gelebt hat, bis er dich zurückgeholt hat und gesagt hat, jetzt bist du mein Restaurantleiter. Und genau das hat die Grand Hotellerie als Funktion erstens, also ein real gelebtes Netzwerk, eine Familienfunktion. Und für mich ist das, das ist ja auch diese, wie bei Moxie, es gibt ja die Moxie-Familie bei den Mitarbeiterinnen und so weiter. Das ist eben Identifikationspunkt. Und so wie du das mit dem Hermann Bahr-Reis wunderschön besprochen hast, es geht um Responsibility, es geht um Verantwortung, es geht auch darum, du kannst ja, also jetzt wird es ein bisschen philosophisch, du wirst geboren, du lebst auf der Erde, aber mach was aus diesem Leben. Und der Hermann Bahr-Reis sagt, Und ich gebe dir eine Plattform und die Möglichkeit, dass du in dieser Hotellerie was machen kannst. Da kommen wir wieder zur Grand-Hotellerie, so wie ich das mit den Moxys mache, nur auf einer ganz anderen Ebene. Und diese Vielfältigkeit, die wir jetzt gerade durchleuchten, ist genau das, was aber unsere Gesellschaft ist. Und jeder redet die Grand-Hotellerie tot. Und ich sage nein, ich guck doch mal. Ich habe mal provokativ gesagt, alte historische Gebäude. Die in der Hotellerie weitergeführt werden, die irgendwie Denkmalschutz haben, die müsstest du eigentlich von der Mehrwertsteuer befreien, weil sie eigentlich ein Museum sind. Und Museen haben auch keine Mehrwertsteuer. Und das habe ich damals dem Schwiegersohn von Schäuble, also Herrn Strobl, erzählt. Dann guckte er mich an, ungläubig. Und ich sagte zu ihm so, denk nach, das ist ein Museum.
- 18:03 Ronald M. Arndt
Ja, also das lässt sich auch nicht viel, sage ich mal, machen mit so einem historischen Haus.
- 18:07 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, oftmals. Und das ist genau das, wo ich— ich habe sogar eine Abhandlung darüber mal geschrieben. Und das ist so, was natürlich als Professor sowieso— der Professor oder Akademiker wieder mit seinem Quatsch. Aber lasst uns mal pragmatisch drüber nachdenken, wirklich pragmatisch drangehen und sagen, wir haben mit einem Grand Hotel in Zürich das Burj Al Arab. Das ist eine Institution. Das Savoy, das ist eine Institution. Das zieht weltweit immer noch nach Zürich, auch das Dolder oben.
- 18:33 Ronald M. Arndt
Ja klar.
- 18:34 Prof. Dr. Christian Buer
Und das ist das, was ich immer wieder den Menschen sage. Überleg mal, welche Marketingwirkung so was hat.
- 18:41 Ronald M. Arndt
Ja klar, und hier wieder für die ganze Region und für viele Menschen vor Ort. Jetzt waren wir schon ein bisschen in der Schweiz. Deinen Nachnamen Buer können ja auch nur Schweizer richtig aussprechen. Was ist da die Story? Lässt sich die veröffentlichen oder sollen wir da kurz springen?
- 18:58 Prof. Dr. Christian Buer
Die Story ist relativ einfach. Der Name Buer kommt eigentlich gar nicht aus der Schweiz, sondern der kommt aus dem—
- 19:05 Ronald M. Arndt
Das ist so ein Chamäleon.
- 19:06 Prof. Dr. Christian Buer
Nee, aus dem, wenn du willst, aus dem nordrhein-westfälischen, holländischen Area. Buer. Es gibt ja auch Gelsenkirchen-Buer zum Beispiel. Ist genau gleich geschrieben.
- 19:17 Ronald M. Arndt
Das ist ein Schalker also?
- 19:19 Prof. Dr. Christian Buer
Nee, bin ich nicht. Nein, ich bin also, der Name Buer gebürtig, also meine Familie aus Köln. Die Familie väterlicherseits ist übrigens aus Garmisch und hat dann mal eine Brauerei, die hieß aber Röhr. So wie damals der Rennfahrer. Und der Name Buer ist aber verbunden mit dem Dehnungs-E, also das U. Deswegen spricht man auch nicht Buer, sondern Buer aus. Und ja, mein Großvater war aber Chemiker.
- 19:49 Ronald M. Arndt
Aber jetzt sind wir immer noch nicht in der Schweiz. Hast du gar nichts mit Schweiz?
- 19:52 Prof. Dr. Christian Buer
Ich bin nur in der Schweiz de facto groß geworden, weil meine Mutter damals in die Schweiz kurzzeitig gezogen ist und ich in der Schweiz geblieben bin, mit 6 Jahren begonnen habe und dann mit 18 die Schweiz wieder verlassen habe. Mit 18 Jahren später dann die Schweiz wieder verlassen habe. War dumm gelaufen, war damals noch so genehmigungsrechtlich da zu bleiben und so. Lange Geschichte, wäre eine lange Geschichte, aber so gesehen gibt es einen Bezug in die Schweiz und wir könnten jetzt den Podcast auch in Schweizerdeutsch weiterführen, wenn du willst.
- 20:23 Ronald M. Arndt
Ja, das machen wir dann. Ich bin ja auch viel in Schweiz zugegen, aber da muss ich ein bisschen trainieren. Erinnert mich gerade an die Geschichte von Eva Kramer, Mitinhaberin vom Hotel Europ, übrigens ja auch ein altes Schloss, das Uthofschloss in Cartier-Seefeld in Zürich, die letztens im Podcast war. Und sie ist, glaube ich, mit 12 Jahren aus Deutschland mit der Familie nach Zürich gekommen und hat dann mit 18 den Sebastian Kramer kennengelernt. Dessen Eltern eben das Hotel damals betrieben hatten. Ganz tolle Geschichte, kam im Dezember raus, Hotel-Podcast, und wie sie dann mit 18 Jahren oben auf dem Dachboden saßen von dem Hotel und Blick auf den Zürichsee und so weiter. Aber sie ist dann in der Schweiz geblieben. Ausgezeichneter Podcast. So, junge Generation beim Hotel, beim Hospitality Symposium, bei deinen Hotelprojekten, Moxi, Simon und Luxemburg und bald auch Hohenlohe. Kommen wir kurz noch mal nach Heilbronn zurück, ins Hochschulwesen, in die Hochschullandschaft. Ist ja auch eine Sache, die du schon lange machst. Dieser Professor Doktor, der kommt ja irgendwo her.
- 21:33 Prof. Dr. Christian Buer
Den hatte ich 2004, glaube ich, angefangen.
- 21:35 Ronald M. Arndt
Ja, okay. Und das war so, hat sich gerade angeboten, danach gefragt, hast du danach gesucht?
- 21:41 Prof. Dr. Christian Buer
Ich wurde gesucht. Also ich hatte einen Mentor, der mich anrief und sagt, ich habe den idealen Job für dich, du wirst Professor. Und ich so gedacht, oh Gott, das war, das war 2005, ich weiß nicht mehr genau, müsste nachschauen.
- 21:51 Ronald M. Arndt
Also erst Professor und dann Doktor, oder wie läuft das?
- 21:53 Prof. Dr. Christian Buer
Nee, den Doktor musst du haben, den musst du haben, den musst du haben. Den habe ich gemacht, als ich in der, in der Steigenberg-Consulting-Zeit gearbeitet habe, wollte ich ins Ausland. Und dann hat aber mein—
- 22:02 Ronald M. Arndt
war doch die Zeit, wo du Steigenberg empfohlen hast, mal eine Webseite zu starten, die du dann auch gemacht hast.
- 22:08 Prof. Dr. Christian Buer
Aber ich war ja in der—
- 22:09 Ronald M. Arndt
wurde nicht als sehr wichtig empfunden.
- 22:12 Prof. Dr. Christian Buer
Es war eine nette Geschichte. Wir hatten, es ging, es ging darum, dass ich, als ich studiert habe, das war in St. Gallen, wir zurückkamen, hatten wir, waren wir Tester für World Wide Web. Also wir hatten schon die ersten Internetzugänge und so weiter. Und wir haben in Deutschland uns noch über BTX unterhalten. Und ich hatte aber damals, das werden die ganz Jungen nicht mehr wissen, ja, das war das System, wo du am Telefon online so Texte abrufen kannst, so wie Teletext im Fernsehen.
- 22:41 Ronald M. Arndt
Manchmal gesehen. Genau, wunderschön.
- 22:43 Prof. Dr. Christian Buer
Im Museum gibt es wahrscheinlich die Automaten noch dazu. Und dann habe ich eine Diskette gehabt, das waren diese Dinger, die es in Plastik gab, wo man in den Computer reinsteckte. Und da warten wir HTML drauf. Okay, also es gab es noch nicht. Und dann habe ich gesagt, ihr müsst das über Web machen. Und du darfst nicht vergessen, es war noch die Modemzeit. Und meine Meine CompuServe-E-Mail-Adresse war dann da, wo die Anfragen reingekommen sind, wo ich ausgedruckt habe und sie hochgeschickt habe. Wir haben dann die Webseite gemacht und damals gab es den berühmten Satz eines damaligen für Finanzen zuständigen Vorstands, der gesagt hat: Wieder so was, womit man kein Geld verdienen kann. Das waren so die Anfänge. Wir hatten dann mit der Deutschen Telekom ein Projekt, wie man im Reisevertrieb da viel mehr machen kann. Bis aber das Internet den Durchbruch hatte und damit waren all diese direkten Kommunikationswege letztlich hinfällig. Es gibt ja, man muss ja mal sehen, wie jung das ganze Thema ist, wenn man das mal in Relation zur Grand-Hotellerie bringt. Es gibt so ein ganz einfaches Spiel, was ich sehr oft mit jungen Leuten mache. Was glaubt ihr, zur WM 2006 beim Spiel um Platz 3, welche App am meisten genutzt worden ist? Und dann kommt dann Tippkicker, WhatsApp und so weiter. Dann sage ich, na ja, das iPhone ist erst anderthalb Jahre später erfunden worden. Stimmt. Also das ist so, damit man sieht, wie jung das ist.
- 24:01 Ronald M. Arndt
Ordnet ein. Ja, ganz genau. Und das waren die Zeiten, die hatte ich wahrscheinlich noch ein Telmi, um die Fußballergebnisse damals irgendwie zugeschickt zu bekommen.
- 24:10 Prof. Dr. Christian Buer
Ich hatte damals, kannst du schon weiter gewesen sein? Du kannst dich an das Nokia-Klapphandy erinnern, was du so aufklappst?
- 24:17 Ronald M. Arndt
Das war das Highlight. Kommunikator.
- 24:18 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, der Kommunikator. Also Ich habe den, glaube ich, auch noch daheim im Keller irgendwo liegen. Warten, bis das Deutsche Museum anruft.
- 24:24 Ronald M. Arndt
Es liegen ja 200 Millionen Handys in den Kellern der Deutschen.
- 24:27 Prof. Dr. Christian Buer
Ehrlich?
- 24:27 Ronald M. Arndt
Habe ich jetzt letztens gehört.
- 24:29 Prof. Dr. Christian Buer
Okay, auch interessante Sache. Vielleicht sollten sie die in den Katwarn-Notfallsystemen einbauen und nicht diese—
- 24:37 Ronald M. Arndt
Ganz genau, wenn ja alle noch mitklingeln.
- 24:39 Prof. Dr. Christian Buer
Okay, sorry. Und das waren die Zeiten, die Anfänge. Und wenn du die Hotellerie dazu nimmst, parallel und auch diese Bildung. Also ich bin ja zur Hochschule gekommen damals, der hat mich dann gefördert dahin, und ich habe meine Promotion geschrieben bei Steigenberger parallel dazu, okay, über diese Frage, wie kann man ganzheitliche Managementsysteme machen, und habe das Fazit gehabt, der Mitarbeiter gehört in den Mittelpunkt gerückt und nicht der Gast. Und das hatte ich 1900, das war '97, '97. Und das habe ich dann wieder präsentiert vor der Steigenberger-Tagung, kam wieder die Aussage der Akademiker da oben. Wenn du willst, war ich meiner Zeit da zu weit voraus. Aber darum geht es gar nicht. Es geht in der Hochschule darum, bei mir, wo ich das angefangen habe zu sagen, wir brauchen eine höhere Akademisierung. Und zwar nicht, wir brauchen nicht viele Bachelorettes und Bachelors in der Hotellerie. Wir brauchen ein Verständnis dafür, dass heute Gastro und Hotellerie viel komplexer ist, als es früher war, weil der Wettbewerb einfach größer geworden ist. Und da möchte ich nur ein kleines Beispiel nehmen: Was bewegt Nicht-Gastronomen, Systeme aufzubauen, die sie erfolgreich implementieren? Ich sage Moschmosch, Losteria, das sind alles Nicht-Gastronomen gewesen. Ja, ja, ja. Und das liegt schlichtweg daran, dass du eben durch systematische Prozesse und Wertschöpfung und Wertschöpfungsketten erfolgreich Gastronomien umsetzen kannst.
- 26:11 Ronald M. Arndt
Wenn jetzt heute bei Steigenberger jemand eine Promotion schreiben wollte, hoffe ich, dass er sie darf. Gerade drüber nachgedacht, ob ich das noch mache.
- 26:21 Prof. Dr. Christian Buer
Bitte.
- 26:21 Ronald M. Arndt
Aber dann müsste ich ja mein altes Diplom einreichen wahrscheinlich, oder?
- 26:26 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, aber wenn du, also wir haben ja sogar als Hochschule mittlerweile Promotionsrecht. Aber kein Uni-Promotionsrecht. Das ist dann kein Doktortitel, den du verwenden darfst, um mit diesem Titel dann eine weiterbildende Karriere zu machen, sondern das ist dann, ich sag mal so, so ein Marketingtitel. Ja, ja, also ja, Moment, nicht Universität Teufel, wo du es geholt hast, schon richtiger Titel. Du müsstest dann hinten da noch was drauflegen, um dann weiter eine Karriere zu machen. Habe ich nicht zwingend vor.
- 26:58 Ronald M. Arndt
Außerdem, meine Frau ist schon Doktor, das reicht mir. Wenn ich noch einen Doktor nachziehe und sage, hier, ich brauche die nächsten 5 Jahre ein bisschen mehr Zeit, dann denkt die auch, du willst doch nur an mich anknüpfen. Du hast doch da irgendeinen Komplex.
- 27:10 Prof. Dr. Christian Buer
Ich war Single damals.
- 27:13 Ronald M. Arndt
Aber was mich interessiert, ist natürlich, was sind denn die Themen der heutigen Zeit? Was ließe sich im Rahmen einer Promotion heutzutage bearbeiten, beleuchten? Was kommt dir da so in den Sinn? Na gut, dann kommen wir vielleicht ein bisschen mal so, richten wir ein bisschen Blick auf die Zukunft und wo, wo, wo Haken, ja, was ist denn spannend, was tut sich denn gerade in der Hotellerie?
- 27:33 Prof. Dr. Christian Buer
Also momentan tut sich erstmal eine Konsolidierung auf. Also gerade wenn wir, wir müssen ja von zwei Seiten an so ein Hotel rangehen oder auch Gastro. Die eine Seite ist die Investorenseite, finanzieren. Das heißt also, was ist heute ein Stück Hotel Und wenn ich dir nur sage, dass innerhalb der letzten 12 Monate die Mieten um 10 bis 15% für ein neues Hotel nur gestiegen sind, ohne dass du irgendwas dafür tun musst, einfach nur aufgrund des Zinsgefälles, aufgrund der Baukosten, dann musst du, wenn du früher mit 500 Euro pro Zimmer reingegangen bist, musst du zwischen 550 und 600 Euro einsteigen. Jetzt sagt, also das ist eine Herausforderung. Die zweite Herausforderung, musst du den Preis erhöhen, denn Mitarbeiterkosten sind hoch und so weiter. Und ich habe in den letzten 12 Monaten das mal für mich in einem groben Modell erörtert. Du musst den Zimmerpreis je nach Hoteltyp und Unterschiedlichkeit zwischen 15 bis 35% erhöhen, nur um dasselbe Niveau zu halten. Es ist die höchste Erhöhung, die wir seitdem hatten. Und jeder Hotelier und jeder Gastronom wird sagen, ich kann aber meine Preise nicht um diese hochheben, weil dann habe ich keine Gäste mehr. Das ist genau das, was passiert, erstens.
- 28:44 Ronald M. Arndt
Aber die Herausforderung sind, da muss ja auch der Markt mitziehen, das kann ich ja als Hotelier schon machen, aber wie gesagt, Gäste habe ich dann nicht mehr.
- 28:51 Prof. Dr. Christian Buer
Aber die Herausforderung ist, wie schaffe ich Prozesse auch in der Grandhotellerie so ein, dass du auf der einen Seite die noch alte Generation, die das alte Hotel gelernt hat, auf der anderen Seite die neue Generation abholst, damit? Wie schaffst du in dem Moment auch Marketing- und Technikprozesse ein, dass in der Digitalisierung, wenn ich das Unwort kurz verwenden darf, du daraus wiederum einen Mehrertrag schaffst, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in deinem Betrieb sind, entlastet werden? Und ich sage, wir müssen einfach die Prozesse, die administrativ sind, alle wegnehmen und sie knallhart digitalisieren. Ist eine der größten Herausforderungen unserer Branche. Ja, und die größte Herausforderung ist für Oracle dahinter, weil die noch irgendwie auf einem System rumgurken, das sie einfach nicht können mehr. Und das Zweite ist, und das ist für mich der nächste Ansatz, den wir diskutieren müssen: Wie schaffen wir dadurch das Bildnis eines Mitarbeiters in der Hotellerie und Gastronomie neu, dass auch ein Stolz wieder dahinter rauskommt? Das sind die Herausforderungen, die jeder in seiner Promotion aufnehmen muss.
- 29:58 Ronald M. Arndt
Da lassen sich so eine Menge Promotionstitel, aber hallo, Ideen von ableiten. Nicht zuletzt vielleicht sogar eine Idee, wie wir dann mit dem Christoph Hoffmann den ersten Hotel-Podcast in der Live-Version gestalten können. Also Prozesse und Grand Hôtellerie. Und gut, bleiben wir zum Austausch, block dir mal einen Termin. Haben wir jetzt noch gerade irgendwas vergessen in puncto Hochschule? Was, wie lebt es sich so mit den Studenten heutzutage?
- 30:29 Prof. Dr. Christian Buer
Sehr gut. Also wir haben eine Entwicklung, die, wenn du aus dem Rathaus kommst, bist du immer schlauer. Also Corona und die Krise bestanden, dann weißt du einfach, wie es gelaufen ist. Und also wir haben eine überschaubare Bewerbersituation. Alle Hochschulen haben ein Problem, dass sie momentan nicht mehr viele Studierende in der Bewerbersituation haben. Da müssen wir erst mal auch den Neustart wagen.
- 30:52 Ronald M. Arndt
Bewerben die sich breiter, oder ist es einfach eine demografische Sache? Weiß ich jetzt gerade gar nicht.
- 31:02 Prof. Dr. Christian Buer
Wir können es alle nicht einordnen. Ich habe aber eine These, und das kann ich ableiten von meiner ältesten Tochter, die jetzt gerade ihr Abi macht und höre, was sie danach machen möchten. Also denen fehlt durch die Corona-Phase, und dann muss man sich das mal nehmen, du hast 183 Tage Online-Schulen gehabt, und die Schulen und die Ministerien tun so, als wäre das ein ganz normaler Schulprozess gewesen. Es fehlt aber, meine jüngste Tochter ist da in die Schule eingeschult worden, was fehlt? Die Sozialisierung. Und diese Sozialisierung fehlt komplett auch bei den Studierenden, die ihr Studium de facto ein Semester an der Hochschule gemacht haben, alles online, und jetzt auch nicht mehr zurückkommen, weil sie sagen, für die paar Seminare und Thesen brauche ich keinen Wohnraum, auch bequem zu Hause. Genau.
- 31:51 Ronald M. Arndt
Und das kommt eben genau, also wir müssen, meinst du, wir haben diese Homeoffice-Kultur auch in der Uni?
- 31:58 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, und wie, also eine Katastrophe. Okay, ja, ich bin nicht da, ich bin zu Hause. Und dann sage ich, ja, wie, aber wie geht die Verwaltung voran? Ja, und das Ganze auf Papier Also es ist schon so, dass diese Sofabequemlichkeit gehört übrigens zu denen, die lieber—
- 32:11 Ronald M. Arndt
Trend zum Fernstudium.
- 32:13 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, aber auf der anderen Seite jetzt die neuen Studierenden, die wir jetzt in diesem letzten, in diesem Semester jetzt reingeholt haben, also auch Bereich Hotel, die wollen studieren vor Ort. Und die, die davor waren ein Jahr, die wollen auch studieren, die wollen auch da sein. Die fragen, wenn ich sage, wir können es auch online machen, nee, wir wollen nicht online, wir wollen hierher kommen. Und das ist eine Aufbruchsgeneration, die wirklich anpackt und auch verändern will. Wir haben mit dieser Krise, Multikrise, die wir haben, oder insbesondere ein komplettes, und ich sage das mal in Hoteldeutsch, Neueröffnung, Pre-Opening und Opening eines Hotels. Und das haben wir auch als Hochschule. Wir müssen erst mal uns am Markt wieder neu finden, positionieren, und dann wird auch die nachfolgende Generation wieder kommen. Bedeutet aber, Auch das propagiere ich seit über, keine Ahnung wie vielen Jahren, wir müssen endlich unsere Ausbildungen ändern. Wir müssen sie den Zeiten anpassen. Also ich finde es immer noch skurril, dass wir für Prüfungen auswendig lernen lassen. Ich meine ganz ehrlich, wenn wir beide über ein Thema sprechen, wie alt ist Trump, und wir wissen es nicht, ja, dann gehen wir an unsere Phones und innerhalb von 3 Sekunden wissen wir es. Früher haben wir eine Wette geschlossen, sind nach Hause haben unser Lexikon aufgeschlagen.
- 33:25 Ronald M. Arndt
Kommt drauf an, wie schnell du deinen Kommunikator findest.
- 33:27 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, genau, das ist genau der Punkt. Wir müssen einfach den Leuten mehr, mehr Instrumente an die Hand geben. Und das ist nicht— viele sagen, ja, aber Christian, dann nimmst du ihnen ja weg, dass sie was lernen sollen. Und vielleicht müssen sie auch gewisse Dinge nicht mehr lernen, weil es zukünftig im digitalen Prozess automatisch verfügbar ist.
- 33:47 Ronald M. Arndt
Und es geht ja— das habe ich auch schon vor 10 Jahren gehört, dass es heißt, Man muss nur wissen, wo man was findet.
- 33:52 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, aber wir müssen aus dem Stillstand raus.
- 33:54 Ronald M. Arndt
Nein, nein, Aufbruchsstimmung ist an allen Ecken und Enden natürlich erforderlich.
- 33:59 Prof. Dr. Christian Buer
Und keiner wartet auf Deutschland auf dieser Welt.
- 34:01 Ronald M. Arndt
Definitiv nicht.
- 34:02 Prof. Dr. Christian Buer
Also wenn wir immer noch der Meinung sind, die Welt wartet auf uns, dann muss ich sagen, nein, sie wartet schon lange nicht mehr auf uns.
- 34:08 Ronald M. Arndt
Kleiner politischer Exkurs: Wer zieht von dannen?
- 34:14 Prof. Dr. Christian Buer
2 Fragen: Du meinst, welches Land zieht von dannen, oder welche Personen ziehen aus Deutschland weg?
- 34:20 Ronald M. Arndt
Welches Land, welche Kultur, welche Aufbruchskulturen?
- 34:24 Prof. Dr. Christian Buer
Das sind ganz banal die, die eben noch nicht so weit sind. Ja, die im Wohlstand, wie wir. Ich war diesen Sommer in Malediven und wir hatten ja dort eine Hochschulkooperation vor Corona und die ist jetzt eingeschlafen auf den Malediven.
- 34:37 Ronald M. Arndt
Okay.
- 34:38 Prof. Dr. Christian Buer
Und das ist ein bisschen ins Stocken geraten und das lag mehr an interkulturellen Problemen als an inhaltlichen. Dort wird auch noch mehr unterrichtet, frontal und auswendig lernen noch. Also da sind sie noch nicht so weit, aber da kommen sie hin, gar keine Frage. Und ich hatte eine Diskussion, dass auf den Malediven sollen jetzt noch mal 55 neue Inseln erschlossen werden. Ja, so viel zu dem, sie gehen unter. Sie sind übrigens nach dem Tsunami 20 Zentimeter höher geworden. Und den gucke ich ihn an und sage, das hat aber mit Ökologie und Nachhaltigkeit im Sinne, wie wir es nicht viel zu tun, sagt der Christian. Wir sind ein Wachstums— in der Wachstumsregion. Wir haben Vietnam, das wächst, wir haben Sri Lanka, das wächst, wir haben China, wir haben Russland, wir haben Indien, wir haben Bangladesch, wir haben all die Länder, Indonesien, die wachsen im Reichtum. In Indien entstehen jedes, jedes Jahr mehr Millionäre, als in ganz Europa existieren. Was willst du uns jetzt damit sagen? Wir dürfen nicht mehr wachsen.
- 35:40 Ronald M. Arndt
Die alte Diskussion, genau, die wollen jetzt auch ihren Teil natürlich des Kuchens abhaben. Und wir verbrauchen 3 Welten und Erden, und die Armee ist 5, und die da hinten entsprechend viel, viel weniger. Und da geht es jetzt, Ehrgeiz ist halt da, natürlich.
- 35:59 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, und wenn ich dann die Frage hätte, die Lust in Europa was zu machen, oder in Deutschland explizit. Also gerade wenn wir über gehobene Luxusmarken sprechen, in der Hotellerie, die international unterwegs sind im asiatischen Raum, die sagen, naja, Deutschland ist kein Luxusmarkt. Jumeirah ist weggegangen wieder, weil sie gemerkt haben, es funktioniert nicht. Four Seasons ist vor Jahren in Berlin gescheitert, überlegt jetzt wieder reinzukommen und sagt denen, es gibt nur eine Destination, München, und da seid ihr eigentlich eigentlich auch nicht wirklich im Luxusbereich. Luxus heißt für mich, dass der niedrigste Zimmerpreis momentan 600, 700 Euro ist. Und das gibt es einfach im deutschen Markt nicht.
- 36:41 Ronald M. Arndt
Woran liegt das? Ist es dann eine Sache des Destinationsmarketings? Ich meine, man hat das Haus, was auch ein Museum sein kann, man hat die Stadt.
- 36:51 Prof. Dr. Christian Buer
Wir sind sehr föderal.
- 36:53 Ronald M. Arndt
Ja, genau. Also die Nachfrage, die verteilt sich einfach. Das ist vielleicht auch hier, kann eine Erklärung sein. Genau, okay.
- 37:02 Prof. Dr. Christian Buer
Also wir haben einfach zu föderale Strukturen und sind nicht gebündelt an eine Situation.
- 37:06 Ronald M. Arndt
Wie die Franzosen. Wir haben halt nicht dieses eine Paris, wo eben alles zu finden ist und alle hin müssen.
- 37:12 Prof. Dr. Christian Buer
Das ist unser Problem. Wir haben halt, wenn du das vergleichst, wir haben halt München, wir haben Berlin, wir haben Hamburg, Und dann ist das Zweite, das ist ein gesellschaftliches Problem. Wir sind neiderisch, wir gönnen einem nicht den Luxus, den du hast. Wir hatten ja beim letzten Podcast darüber gesprochen, wo ich in Amerika war, wo ein ehemaliger Präsident mir erklärt hat, er macht mich zum Millionär. Das ist einfach in Amerika anders und in der Kultur anders.
- 37:41 Ronald M. Arndt
Und bei uns ist es so, und das hilft auch unseren Dokumenten, wurden übrigens letztens gefunden. Ja, bei ihm.
- 37:47 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, wo er mich zum Millionär machen wollte. Noch ein Grund.
- 37:51 Ronald M. Arndt
Hat er nur nicht unterschrieben gehabt. Aber die lagen noch in seinem Ferienhaus in Florida. Muss man online gucken.
- 37:59 Prof. Dr. Christian Buer
Nein, wir haben— Okay, vielen Dank für das Gespräch.
- 38:06 Ronald M. Arndt
Musst gleich los, oder?
- 38:08 Prof. Dr. Christian Buer
Wir haben einfach das gesellschaftliche Problem, dass wir nicht mehr den Stolz des Unternehmertums haben. Und wenn du dann diese politische Diskussion hast, dass unsere Erbschaft über dein Einfamilienhaus über Quadratmeter diskutiert werden soll, und du, der wirklich viel arbeitet und viel machen will und was bewegen will, und der halt beschließt, er will 250 Quadratmeter für sich und seine Familie haben, das finde ich eine Unverschämtheit. Das geht nicht. Das, was hier nicht arbeitende Politiker Ne, die in der Macht oben sind, die ihr ganzes Leben noch nicht gearbeitet haben, wirklich mal geschuftet haben und den Dreck anderer Leute wegzumachen, auf einmal der Meinung sind, dir Vorgaben zu machen, wie du zu leben hast. Das ist ein Problem, was Deutschland dringend ändern muss. Und ganz ehrlich, wenn du nicht stolz bist, Unternehmer sein zu dürfen, und dich verstecken musst, dann tut's weh.
- 38:58 Ronald M. Arndt
Mhm, mhm.
- 38:59 Prof. Dr. Christian Buer
Weil die schaffen Arbeitsplätze, die schaffen soziale Stabilität, Und wieder Wertschöpfung am Standort.
- 39:05 Ronald M. Arndt
Und da braucht es so viel extra Energie, um den Weg überhaupt einzuschlagen.
- 39:09 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, aber da tust du dir im Ausland viel leichter.
- 39:11 Ronald M. Arndt
Ja, ja, ja, ja, ja.
- 39:13 Prof. Dr. Christian Buer
Sogar in der Schweiz. Auch wenn du dann mit dem Schweizer Neid zu kämpfen hast.
- 39:18 Ronald M. Arndt
Den gibt es ja da auch, oder?
- 39:20 Prof. Dr. Christian Buer
Oh ja.
- 39:22 Ronald M. Arndt
Für dich als Halbschweizer.
- 39:24 Prof. Dr. Christian Buer
Ja.
- 39:25 Ronald M. Arndt
Aber gibt es ein anderes Land, wo du sagst, hey, da hätte ich jetzt Bock, eine Hospitality- Unternehmerkarriere einzuschlagen. Also klar, die Märkte, die du so vorher genannt hast, die sind halt in Aufbruchstimmung, und da gibt es Dinge zu entwickeln. Und auch mit dem Know-how. Ich habe mal 2 Jahre in Südfrankreich gelebt, in Aix-en-Provence, 2018 und 2019. Da hieß es immer von einer Hotelière, zu der ich ein freundschaftliches Verhältnis hatte, die da so eine Domäne sich aufgebaut hatte, sie sagte, sie sei aus Paris nach Aix-en-Provence gekommen und Und wenn du als Pariser in die Provence kommst und was schaffen willst, dann schaffst du es auch. Musst halt mit Südfranzosen klarkommen, sprich mit Handwerkern und so weiter. Genauso sei es bei dir, Ronald. Wenn du aus Deutschland in die Provence kommst und was erreichen willst, dann schaffst du das auch, kein Zweifel. Musst halt wieder mit den Provenzalen zurechtkommen in der Umsetzung. Aber ich bin ein bisschen abgekommen.
- 40:15 Prof. Dr. Christian Buer
Wenn du mit unseren— in den Ländern, in der die Verwaltung zwar da ist, aber nicht kompliziert ist.
- 40:23 Ronald M. Arndt
Ja, genau.
- 40:24 Prof. Dr. Christian Buer
Also wenn du bei uns heute, also das berühmteste Beispiel, was jeder Politiker momentan nennt, ein Windpark, ein Windrad aufzustellen braucht ungefähr 40 Ordner. Und das ist der Punkt. Ich habe Habeck zum Beispiel geschrieben in einer E-Mail, er soll doch einfach jedem erlauben, er darf ein Stockwerk mehr aufs Haus bauen, wenn er Photovoltaik drauf macht. Er braucht keine Baugenehmigung dafür. Ja, das ist eine ganz einfache pragmatische Lösung, und Unternehmer brauchen Pragmatismus. Und als Unternehmer musst du auch eine gehörige Portion Naivität haben, nämlich das, wo du sagst, naja, wir machen Augen zu und durch Mentalität, ich mache das mal. Und wir haben aber eine Mentalität, das muss alles 15-mal abgesichert sein, und das funktioniert nicht. Ich bin beteiligt an einer Wohnimmobilie, die wir machen, mit 22 Einheiten. Wir waren im Bau und für die Genehmigung des Rohbaus mussten wir noch mal einen Prüfstatiker reintun. Auf einmal mussten wir noch mal Deckenverstärkung reinmachen, weil der Prüfstatiker Angst hat, die könnte ja zusammenbrechen. Und das ist so, wo der Franzose sagt, sag mal, spinnst du? Du hast mir eine Baugenehmigung gegeben, ja, was soll das? Und genau das macht Deutschland krank.
- 41:27 Ronald M. Arndt
Ja, aber ich würde jetzt nicht Frankreich als Paradebeispiel nehmen.
- 41:30 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, vielleicht gibt es auch andere Länder.
- 41:30 Ronald M. Arndt
Da gibt es vor allem auch keine Baugenehmigung in der Provence, da baust du halt.
- 41:33 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, ich weiß.
- 41:35 Ronald M. Arndt
Wenn du dann das Haus weiterverkaufst, dann verkaufst du natürlich mit allen angrenzenden Gebäuden, die du gebaut hast. Und deswegen fahren dann mal auf den neuen Käufer jemand von der Stadt zu und sagt, hier, du, da gab es eigentlich vor 50 Jahren keine Baugenehmigung für, reiß mal ab. Also auch das ist passiert.
- 41:49 Prof. Dr. Christian Buer
Auch in der Türkei ist das so, dass alle 5 bis 10 Jahre Amnestiegesetze gemacht werden, und dann zahlst du 2000 €.
- 41:57 Ronald M. Arndt
Irgendwie die Kurve wieder kriegen, gell? Weißwürste sind auch kalt mittlerweile.
- 42:03 Prof. Dr. Christian Buer
Die essen wir auch kalt.
- 42:05 Ronald M. Arndt
Kalt, und es ist einfach so, so, so gut hier im Landhaus Seckel, auch Michelin-besternend und so. Also lass uns hier gerne mal wieder, oder spätestens dann zum nächsten Jahresauftakt 2024, wieder zusammensetzen.
- 42:19 Prof. Dr. Christian Buer
Dazwischen haben wir das Symposium.
- 42:20 Ronald M. Arndt
Das Symposium haben wir, haben wir schon gesagt, am 16. November. Ganz cool fand ich immer schon, dass du mit deinen Partnern das Hotel, dieses Hospitality-Symposiums das Thema so im Juni, Juli gemeinsam erörtert. Also ist auch so eine Art Ko-Ko-Ko-Ko-Koarbeitung. Spannend, aber klar, zentrales Schlagwort schon mal Wertschöpfung ist vorgegeben.
- 42:50 Prof. Dr. Christian Buer
Ja, und da wird auch wieder was drumherum kommen, und da werden wir auch wieder gute Speaker haben. Beim letzten Symposium hatten wir eine ganz starke Interaktion zwischen Speaker und den jungen Leuten. Das war wirklich das für mich eines der emotionalsten, erfolgreichsten, weil ich endlich, und das dauert halt, einfach den Weg gefunden habe. Und ich würde mich irrsinnig freuen, wenn wir einfach, und das Wichtigste ist, es ist eben nicht ein Symposium für nur Studierende der Hochschule Heilbronn, es ist für alle, die in Ausbildung sind. Also, und für alles, was in Ausbildung ist, zahlt ja nichts am Symposium, die haben ja keine Einnahmen. Eintrittsgelder. Jeder, der sagt, ich mache jetzt mal was für meine Mitarbeiter, ich schicke mal die Lehrlinge zu dem Thema, und zwar schicken, machen.
- 43:32 Ronald M. Arndt
Ja, bis hin zum Unternehmer, der selbst ein Hotel betreibt. Also da waren auch ein paar vor Ort. Ich hätte auch einen anderen eingeladen. Und also ist für jeden was dabei. Und wie du sagst, diese Durchlässigkeit zwischen den Generationen, dieser Mix aus Unternehmertum, Wissenschaft, das ist für mich einmalig. Und deswegen freue ich mich natürlich auch, dieses Jahr wieder dabei zu sein. Und wer jetzt noch drangeblieben ist, so lange hier im Hotel-Podcast, die Domain-Webseite hhs.hn, genau, sei da gesagt. Und da gibt's natürlich auch noch mal ein kleines Recap-Video, was wir auch in der Zusammenarbeit erstellt hatten, eben vom letzten Jahr. Und ich glaube, da kommt die eine oder andere Impression ganz gut bei raus. Ja, vielen Dank dir, Christian. Danke dir. Danke dir, dass du der Einladung gefolgt bist, hier im Landhaus Feckel zum Neujahrsauftakt, und lass daraus mal eine kleine Tradition machen. Ich würde mich freuen, dich ab sofort wirklich Stammgast im Hotel-Podcast nennen zu dürfen.
- 44:32 Prof. Dr. Christian Buer
Vielen Dank, danke, dass du mir die Chance gibst, in der Vielfältigkeit auch das mal mit dir reflektieren zu dürfen, weil das ist etwas, was mir immer wieder wichtig ist. Ich brauche auch meine Coaches, und dazu gehörst du auch dazu, und da gehören eben auch die, die beim Symposium im Juni habe, die coachen mich da einmal. Und das ist wichtig.
- 44:48 Ronald M. Arndt
Werde ich mir gleich dann bei LinkedIn noch den Titel Coach, sehr gerne Coach hinzufügen. Danke dir.
- 44:53 Prof. Dr. Christian Buer
Also danke dir.
- 44:54 Ronald M. Arndt
Danke.
- 44:55 Prof. Dr. Christian Buer
Alles Gute.
- 44:56 Ronald M. Arndt
Ciao.