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Germany · Episode #159 · 13.12.2025 · 42 Min

Maarten van Dongen, little BIG hotels

Maarten van Dongenlittle BIG hotels
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Aufgenommen: Zentrale little BIG hotels, Berlin

Standbild aus der Episode mit Maarten van Dongen Germany42 Min

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„Aber schlussendlich verkaufen wir Schlaf. Also wir verkaufen ein Bett, mitunter eine gute Dusche … Also wir verkaufen Schlaf und das wird der Mensch immer brauchen.“

Maarten van Dongen, 08:12

Ronald M. Arndt spricht in Berlin mit Maarten van Dongen, der die ehemaligen Lindemann Hotels nach der Übernahme durch Aurelius Wachstumskapital als little BIG hotels führt. Er erklärt, warum die Gruppe bewusst Häuser mit 40 bis 100 Zimmern in starken Mikrolagen sucht und wie aus 228 Zimmern 2.000 bis 2.500 werden sollen. Dazu kommt, warum er das Wachstum erst einmal gebremst hat.

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Kernaussagen

  1. Nachfolge mit Auflage: Lars und Daniela Lindemann suchten über Engel & Völkers in einem strukturierten Prozess einen Nachfolger, der das Aufgebaute schätzt. Der Eigentumsübergang an Aurelius Wachstumskapital war im Oktober 23, van Dongen kam zum 1.1.24.
  2. Klein in starker Mikrolage: Gesucht werden Hotels zwischen 40 und 100 Zimmern. Statt einer Adresse mit 150 Zimmern sucht van Dongen in München lieber vier oder fünf Häuser mit je 50 Zimmern, um die Mikrolagen gezielt zu bespielen.
  3. Verzehnfachung der Zimmer: Aurelius nannte als Ziel in etwa das 4-fache EBITDA, van Dongen hat sich eine Verzehnfachung der Zimmerzahl vorgenommen: von 228 Zimmern auf 2.000 bis 2.500, mit rund 500 Zimmern pro Jahr. Zum Zeitpunkt der Aufnahme waren es acht Hotels und knapp unter 400 Zimmer.
  4. Wertschöpfung nur über Umsatz: Löhne, Energie, Wäsche und Reinigung kann ein Betreiber nicht beeinflussen, zusätzliche Wertschöpfung muss über den Umsatz kommen. In 2025 gingen die Übernachtungen in Berlin zurück, gleichzeitig wurde die Kurtaxe von 5 auf 7,5 Prozent erhöht.
  5. Digitalisierung statt Sparen am Personal: Front of House und Back of House sind zu 100 Prozent durchdigitalisiert, im Einsatz sind etwa 23 Softwaresysteme. Routinearbeit fällt weg, die Mitarbeiter kümmern sich um Gäste, die Durchschnittsseniorität liegt bei knapp über 6 Jahren.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Was passiert, wenn ein gewachsenes Familienunternehmen, ein Investor wie AURELIUS Wachstumskapital und echte Leidenschaft für Hotellerie aufeinandertreffen?

In Berlin habe ich mit Maarten van Dongen genau über diese Reise gesprochen: von gewachsenen Strukturen hin zu einer starken Marke, von individuellen Einzelhotels zu little BIG hotels.

Wir sprechen darüber, warum kleine Hotels in starken Mikrolagen eine echte Alternative sind, warum Hotellerie ein extrem widerstandsfähiges Geschäftsmodell bleibt und wieso „Schlaf verkaufen“ vielleicht einfacher klingt, als es wirklich ist.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen42 Min · Ronald M. Arndt und Maarten van Dongen

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:00
    Ronald M. Arndt

    Ja, schönen guten Morgen.

  2. 00:01
    Maarten van Dongen

    Ja, guten Morgen.

  3. 00:02
    Ronald M. Arndt

    Freue mich, in so wunderschönen Räumen hier in Berlin begrüsst zu werden.

  4. 00:08
    Maarten van Dongen

    Immer gerne.

  5. 00:09
    Ronald M. Arndt

    Seit wann seid ihr hier? Wann seid ihr eingezogen?

  6. 00:11
    Maarten van Dongen

    In den Büroräume 2019. Also das verdanke ich tatsächlich noch meinem Vorgänger sozusagen.

  7. 00:20
    Ronald M. Arndt

    Genau, das hat dann schon mit—

  8. 00:21
    Maarten van Dongen

    Nee, ohne.

  9. 00:22
    Ronald M. Arndt

    littleBIG gar nichts zu tun gehabt.

  10. 00:23
    Maarten van Dongen

    Ohne. Die Marke haben wir erst nach der Übernahme in die Welt gesetzt. Also früher Früher noch als Lindemann Hotels hing da ein anderes Bild und irgendwann habe ich mir da das Logo hingehängt, um es mir selber einzuprägen.

  11. 00:42
    Ronald M. Arndt

    Okay, aber wenn du sagst 2019, das heißt, die Vision war damals schon so groß?

  12. 00:48
    Maarten van Dongen

    Nee.

  13. 00:48
    Ronald M. Arndt

    Nein, das nicht.

  14. 00:49
    Maarten van Dongen

    Nee, die—

  15. 00:50
    Ronald M. Arndt

    Weil die Büros, die ist eine Basis, Grundlage für BIG.

  16. 00:57
    Maarten van Dongen

    Genau, aus klein mach gross. Das ist eines der Hintergründe der Marke tatsächlich, neben einem lustigen Insider-Joke. Aber der vorherige Eigentümer hat sich wohlfühlen wollen. Und früher war das Büro, wie es bei Hotelgruppen öfter der Fall ist, in einem Keller, in einem Hotel, irgendwo in den Eck weggesteckt. Und dann wurde es Zeit, da was Schöneres draus zu machen. Dann sind sie gemeinsam, also die Mitarbeiter aus dem Büro, sind alle gemeinsam auf der Suche gegangen nach Büroräumlichkeiten. Und irgendwann sind sie hier drauf gekommen, weil es für unsere Hotels geografisch in Berlin gut liegt und gut erreichbar ist mit den Öffis. Und dann wurde zugeschlagen. Und ich habe sukzessive ein paar Arbeitsplätze dazugebaut. Aber zum Glück war genug Platz da, um die beherbergen zu können.

  17. 01:55
    Ronald M. Arndt

    Und für deinen Hund Einstein, der hier ab und an ins Bild wandert, ist auf jeden Fall auch Platz. 2023 gab es dann eine große Veränderung im Unternehmen mit dem Einstieg von Aurelius, der Übernahme. Ist ja nicht ein Einstieg wahrscheinlich, oder?

  18. 02:09
    Maarten van Dongen

    Genau, also in dem Fall ist es ein richtiger, ein strukturierter Nachfolgeprozess gewesen. Also der Lars Lindemann mit seiner Frau Daniela gemeinsam haben das Unternehmen in der zweiten Generation übernommen gehabt. Und haben sich dann dazu entschieden, dass sie radikal ihr Leben ändern möchten. Haben Deutschland auch zumindest teilweise verlassen. Und da ist tatsächlich über Engel& Völkers ein strukturierter Prozess ins Laufen gebracht worden, um einen Nachfolger zu finden. Und das durfte auch nicht jeder sein. Das hat Lars damals auch deutlich gesagt. Es soll jemand sein, der das schätzen kann, was er aufgebaut hat. Und wie du siehst, die Büros sind ein Beispiel davon, dass da schon Zeit und Liebe reingesteckt wurde. War es ihm wichtig, dass wer auch immer die Hotels übernimmt, das schätzt und mitunter weiterführt. Und weil Aurelius Wachstumskapital eben in Deutschland sicher darum bekannt ist, gute Mittelstandsunternehmen, die einen Nachfolger brauchen oder suchen, zu übernehmen, um das Unternehmen als Nukleus zu nutzen, um das dann mit Kapital auszustatten und weiter wachsen zu lassen, hat das eigentlich gut gepasst. Und so haben die zwei relativ schnell zusammengefunden. Und Im Oktober '23 ist der Eigentumsübergang gewesen und ich bin offiziell zum 1.1. reingekommen, also 1.1.24.

  19. 04:02
    Ronald M. Arndt

    1.1.24, das heißt Übernahme vor jetzt 2 Jahren.

  20. 04:06
    Maarten van Dongen

    Genau.

  21. 04:07
    Ronald M. Arndt

    Und dann hat es jemand gebraucht wie dich.

  22. 04:10
    Maarten van Dongen

    Aurelius hat jemand gebraucht wie mich.

  23. 04:13
    Ronald M. Arndt

    Die haben mich mit Themen dieser Art auch schon ein bisschen Erfahrung hatte. Amelia war es, glaube ich, bei dir.

  24. 04:20
    Maarten van Dongen

    Genau, Amelia war es bei mir, davor NH Hotels wahnsinnig lang.

  25. 04:28
    Ronald M. Arndt

    Amelia hast du, glaube ich, auch von little zu big begleitet.

  26. 04:32
    Maarten van Dongen

    Begleitet, genau. Das ist eine Reise gewesen, die hat knapp 11 Jahre gedauert oder gut 11 Jahre sogar. Und da haben wir angefangen mit 6 Hotels und schlussendlich waren es 26. Glaube ich. Und auch da ist ein strukturierter Verkaufsprozess gelaufen. Und im Rahmen des Verkaufsprozesses habe ich mich dann entschieden, bei den Hotels zu bleiben, habe mich dann in den Hotelgroßkonzern wiedergefunden und festgestellt, dass das nicht meine Welt ist. Und weil ich von der Aurelius schon gewisse Leute gekannt habe, sind die tatsächlich auf mich zugekommen und haben mich gefragt, du, wir haben da was Spannendes, Neues, hast du Lust? Ja, schaue ich mal an. Und dann hat es, ich glaube, 8 Wochen gedauert, und dann habe ich ja gesagt. Also das ging relativ schnell.

  27. 05:29
    Ronald M. Arndt

    Ich habe bisschen recherchiert und geschaut und versucht rauszufinden, was da damals so geflossen ist. Ja, habe es glaube auch gefunden. Ja, andere Frage: Hat Aurelius, du sagst Mittelstand, schon viel im Bereich Hotellerie gemacht, oder ist es relativ neu in Deutschland?

  28. 05:45
    Maarten van Dongen

    Aurelius hat also Der Aurelius Wachstumskapital ist Teil der Aurelius-Familie. Der Aurelius als, als Großunternehmen hat 3 Zweige: einen Immobilienzweig, die Wachstumskapital und die Equity Opportunities. Die Equity Opportunities ist eher Distressed Buyout, Carveout und so weiter. Und mit Dieser Zweig hat Aurelius schon Hotelerfahrung gesammelt. Die haben damals aus der Deutschen Post die Hotels rausgekauft und haben daraus eine Hotelgruppe gemacht und die dann auch kurz vor Corona erfolgreich veräußert. Und irgendwie haben die sich weiterhin für die Hotellerie interessiert, auch nach Corona. So war der Wunsch bei Aurelius da, noch mal ein Hotelunternehmen zu beginnen.

  29. 06:47
    Ronald M. Arndt

    Also das Interesse ist da nach wie vor da?

  30. 06:49
    Maarten van Dongen

    Das Interesse ist nach wie vor da.

  31. 06:50
    Ronald M. Arndt

    Bei Investoren dieser Art?

  32. 06:52
    Maarten van Dongen

    Ja.

  33. 06:52
    Ronald M. Arndt

    An der Hotellerie? Ja. Warum?

  34. 06:56
    Maarten van Dongen

    Weil es weiterhin ein stabiler beziehungsweise ein sehr widerstandsfähiger Geschäftszweig ist. Also wir sehen, was die Hotellerie alles mitgemacht hat. Ich sage jetzt mal ab 2000, alles, was davor passiert ist, dazu kann ich mich äußern, aber irgendwann bin ich auch viel zu jung.

  35. 07:16
    Ronald M. Arndt

    Schnee von gestern.

  36. 07:17
    Maarten van Dongen

    Genau, aber habe ich nicht live miterlebt. Aber die Wirtschaftskrise, also 2008, 2009, 9/11, Corona, alles, was wir da miterlebt haben, hat einen massiven Impact gehabt auf die Hotellerie, gar keine Frage. Aber die Hotellerie ist auch ein Zweig in der Wirtschaft, der extrem schnell wieder hochspringt. Wir haben es auch in den Jahren 2021, 2022 gesehen, wo die Hotellerie verpönt war von einem Tag auf den anderen bei den Immobilieninvestoren und mittlerweile die alle trotzdem wieder zu Hotels kommen, weil eigentlich sind das dann doch ganz nette, liebe Leute, die auch in dem Immobilienzweig für ein Niedergehalt stehen.

  37. 08:01
    Ronald M. Arndt

    Ja, also wahrscheinlich eines der letzten Dinge, die der Mensch dann irgendwann nicht mehr braucht, sprich sich nachts hinzulegen. Vieles andere mag sich ja verändern.

  38. 08:12
    Maarten van Dongen

    Ja, na ja, schlussendlich, wenn man die Hotellerie auf den absoluten Kern runterbricht, und das macht kein Hotelier gern, weil schlussendlich sind wir dann alle gleich, obwohl wir alle voneinander behaupten, wir sind das Nonplusultra. Aber schlussendlich verkaufen wir Schlaf. Also wir verkaufen ein Bett, mitunter eine gute Dusche, und wenn wir unsere Arbeit richtig machen, haben wir ein tolles Internet und einen Fernseher. Aber das ist irgendwo auch zweitrangig. Also wir verkaufen Schlaf und das wird der Mensch immer brauchen. Und dazu kommt, dass wir meiner Meinung nach sicher in Europa noch extrem viel Potenzial haben, wenn dann, nennen wir es mal, die östliche Welt anfängt zu reisen. Wenn die Chinesen alle mal einen Pass bekommen, wenn die Inder alle mal einen Pass bekommen, wenn die Amerikaner Ja, aus dem Westen, wenn die alle mal einen Pass kriegen und richtig zum Reisen beginnen, dann werden wir uns von lauter Gästen nicht mehr retten können. Wann das der Fall sein wird, weiß ich noch nicht. Aber da ist auf alle Fälle noch extrem viel Potenzial.

  39. 09:28
    Ronald M. Arndt

    Und dann seid ihr in den richtigen Städten präsent.

  40. 09:31
    Maarten van Dongen

    Ist Ziel, ja.

  41. 09:32
    Ronald M. Arndt

    Gerade in Leipzig und in Berlin.

  42. 09:35
    Maarten van Dongen

    Ja, und so versuchen wir uns flächendeckend in erster Linie in der DACH-Region und dann später auch in der Benelux-Region auszubreiten.

  43. 09:44
    Ronald M. Arndt

    Ganz leicht hört man es raus, dass du ein bisschen Nähe noch hast zu Benelux. Vielleicht da kurz ein bisschen um dich noch näher kennenzulernen, Maarten.

  44. 09:54
    Maarten van Dongen

    Ich sage immer, ich habe eine, wenn ich Deutsch rede, habe ich eine lustige Mischung aus DJ Ötzi und Rudi Carell. Das hat damit zu tun, dass ich gebürtig Niederländer bin, aber auch schon 20 Jahre in Österreich wohne. Und aktuell mein Leben quasi aufteile zwischen Österreich und Berlin. Ja, ich gebürtig Niederländer. Ich habe innerhalb Europas jetzt 8 Länder hinter mir, wo ich gewohnt und gearbeitet habe, immer in der Hotellerie. Wenn man in der Kettenhotellerie will, Dann ist so was möglich. Und so habe ich mich langsam hochgearbeitet. Ich habe Rezeption gemacht, ich habe Housekeeping gemacht. In der Zeit, wo ich in der Hotellerie angefangen habe, hat man noch Wäsche selber gemacht. Also ich habe noch am Tag 1500 Handtücher gefaltet und bin so langsam hoch, bis ich irgendwann Hoteldirektor war. Da war ich, weiß ich nicht, 26, glaube ich. Habe mich gefragt, was mache ich, wenn ich 36 oder 46 bin? Will ich dann immer noch Hoteldirektor sein? Da war die Antwort nein. Und ich bin dann irgendwann aus der Operations raus und in erster Linie ins Controlling rein und vom Controlling dann in Projektmanagement rein. Und so bin ich dann in der Projektentwicklung, Expansion reingewachsen, in Wahrheit. Wo ich auch sagen muss, dass mir da die 11 Jahre bei Amedia extrem viel gebracht hat.

  45. 11:26
    Ronald M. Arndt

    Jetzt haben wir schon gehört, Hotellerie bleibt weiter spannend für alle Seiten. Jetzt habt ihr ja ein Portfolio, was aktuell aus nicht ganz so großen Häusern besteht.

  46. 11:39
    Maarten van Dongen

    Nee.

  47. 11:40
    Ronald M. Arndt

    Ich glaube, in Leipzig knapp 40 Zimmer, hier ein bisschen mehr, auch in Berlin.

  48. 11:45
    Maarten van Dongen

    Ja, aber wir haben uns bewusst für diese Hotelgröße entschieden. Also wir suchen bewusst nach Hotels zwischen, ich sage jetzt mal, 40 und 100 Zimmer, mal einen Ausreißer nach oben, mal einen Ausreißer nach unten. Das hängt auch ein bisschen davon ab, muss ich dazu sagen, wie viele Standorte wir in eine geografische Region entwickeln können. Auch da muss man fairerweise eingestehen, dass auch wir mit Wasser kochen und ich eine gewisse Zimmeranzahl brauche an einem Standort, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Wie wir das aus der Kettenhotellerie wissen, liegt diese Zimmerzahl bei irgendwelche 100, 120, 150 Zimmer. Meine persönliche Präferenz und auch das Teil der Markenphilosophie ist die, dass wir das lieber auf ein paar kleinere Standorte aufteilen, als wir alles an einer Adresse zu haben, weil wir die Micro-Locations gezielt bespielen wollen. Daraus geht aber auch hervor, dass das dann entsprechend große Städte sein müssen, um solche Micro-Locations zu haben. Ich kann in Nennen eine lustige Kleinstadt Passau, nutzt es nichts, 4 Hotels zu haben. Ja, wenn wir jemals nach Passau gehen, dann wäre das wahrscheinlich ein Hotel mit 80 Zimmern, 90 Zimmern. Wenn wir nach München gehen, gehe ich lieber auf der Suche nach 4, 5 Hotels mit je 50 Zimmern.

  49. 13:16
    Ronald M. Arndt

    Lassen sich die kleineren, die 4 mal 5, leichter finden als einmal 150, oder?

  50. 13:21
    Maarten van Dongen

    Ja, auch das ist Teil unserer Expansionsstrategie. Wir wollen bewusst ein Anlaufpunkt sein für familiengeführte Hotels, die eine Geschichte haben, die in der Regel dann auch in Locations sind, wo Neubau nicht mehr hinkann, weil ein, in einer deutschen Großstadt, der Altstadt nicht weiter bebaut werden kann, um mitunter alteingesessene Pachtverträge zu übernehmen. Um so einmal diese alteingesessenen Hotels mit, mit einem Mitarbeiterstamm, die da seit Jahren ist, die sich dort wohlfühlen, bei uns aufzunehmen, um da dann aber auch für uns und mitunter für den Eigentümer Wertschöpfung reinzubringen, indem wir die Hotels auf ein Level heben, was ein Privathotel nicht kann. Also diese schönen großen Büros hier sind mit relativ vielen Menschen bestückt, weil wir sehr viele Prozesse anders machen, als das ein Einzelkämpfer kann.

  51. 14:27
    Ronald M. Arndt

    Ja. Das heißt, ihr seid dann Betreiber nach einer Übernahme und das Gebäude an sich bleibt beim Eigentümer?

  52. 14:34
    Maarten van Dongen

    Ja, wir sind bewusst also nicht mal Asset Light, sondern No Asset unterwegs. Genau.

  53. 14:42
    Ronald M. Arndt

    Wie viele Leute habt ihr denn hier so in der Zentrale?

  54. 14:46
    Maarten van Dongen

    Also die Zentrale in diesem Fall ist eine Kombination aus Corporate Headquarter, wenn man so will, und Büro für die Berliner Hotels. Das ist hier in dieser Location vereint. Wir haben in der Zentrale, also Corporate-Funktionen, haben wir 6. Dann sitzen hier noch, wenn sie alle da sind, sitzen hier noch 11 Leute, die im Prinzip für die Berliner Hotels zuständig sind.

  55. 15:18
    Ronald M. Arndt

    Dann habe ich gelesen, dass es auch in Leipzig noch mal ein Hub gibt.

  56. 15:21
    Maarten van Dongen

    Genau, also genau das Gleiche, als was wir in Berlin haben. Wir versuchen, die Hotels so zentral zu steuern, dass wir sogar die Abteilungsleiter auf Regionalebene haben. Also nicht nur, was man aus der Kettenhotellerie kennt, ein Cluster General Manager, sondern wir haben auch Cluster-Abteilungsleiter, was bei so kleinen Hotels durchaus Sinn macht. Und das haben wir in Leipzig genauso aufgebaut. Also mit aktuell 2 Locations in Leipzig habe ich einen Cluster Operations und ich habe einen Cluster Abteilungsleiter und im Prinzip genau das gleiche System wie in Berlin.

  57. 16:03
    Ronald M. Arndt

    Ja, dann kommen wir doch jetzt mal zu dem schönen, spannenden Namen.

  58. 16:09
    Maarten van Dongen

    Ja. Also ich habe vorhin schon kurz den Insider-Joke angesprochen. Ich habe, wo ich das Unternehmen dann übernommen habe im Januar 24, oder eigentlich davor schon, mir Gedanken darüber gemacht, wie kann ich ein alteingesessenes Familienunternehmen mit 4 individuellen Hotels in eine Gruppe zusammenfassen und wie kann ich die in ihr Wachstum führen. Daraus ist eine Markenphilosophie hervorgegangen durch Brainstorming im Unternehmen selber. Also wir haben sowohl die Marke, die Optik, alles ist in Eigenregie entstanden. Da bin ich auch extrem stolz drauf, dass das meine Leute so erfolgreich haben machen können. Ich wollte dezidiert eine Boutique-Collection machen. Ich finde Boutique nicht unbedingt das richtige Wort. Alles, was irgendwie aus der Norm tanzt, schimpft man heutzutage Boutique. Finde ich ungut. Aber ich wollte unbedingt einen Collection Brand. Warum? Weil wir dezidiert nach Einzelhotels suchen, die zu einer Gruppe zusammenführen mit einer einheitlichen Methodik, aber die ihre Individualität und mitunter ihre Identität zum Großteil behalten sollen.

  59. 17:32
    Ronald M. Arndt

    Also Identität, Name bleiben, werden dann ergänzt wahrscheinlich durch—

  60. 17:35
    Maarten van Dongen

    Genau, a little big. A little big Hotel.

  61. 17:37
    Ronald M. Arndt

    Okay. Genau.

  62. 17:39
    Maarten van Dongen

    Also diese aus vielen Kleinen mach einen Großen ist irgendwie der Hintergrund der Marke. Jetzt ist der Insider-Joke tatsächlich der, die Mitarbeiter, die hier in Berlin im Büro sitzen, sind mit Stolz, extrem stolz auf das, was vor meiner Zeit schon entstanden ist. Und die sind mal an der Nordsee beim Abendessen gesessen und haben Namen gebrainstormt ohne mich. Flaschen Wein habe ich dann irgendwann um 23 Uhr 20 WhatsApps bekommen mit Namensmöglichkeiten. Little Big war da dabei, habe ich zuerst neben mir hingelegt und mich auf andere Sachen, auch auf Stelliste konzentriert. Und über Nacht ist das im Kopf irgendwie gereift. Dann haben wir uns darüber noch mal unterhalten und haben festgestellt, mit dem Stolz, den wir haben auf das, was wir sind und mit das, was jetzt schon erreicht wurde, ist die Hotelgruppe klein, aber macht einen auf dicke Hose. Und daraus ist dann, wir sind klein, aber oho. Und aus dieses oho wurde dann irgendwann BIG. Also wir sind klein, aber machen einen auf Grosshotelkonzern. Und das machen wir gar nicht mal so schlecht eigentlich. Und so wurde dann auch alles, was wir irgendwie klein, aber gross machen können, wurde dann Teil der Marken-DNA. Unser Frühstück ist klein, aber gross. Damit kann man gut spielen.

  63. 19:18
    Ronald M. Arndt

    Jetzt wird ja Aureus trotzdem schon dann 2023 in den ersten Gesprächen gesagt haben, wo sie das Unternehmen sehen möchten.

  64. 19:28
    Maarten van Dongen

    Ja, also es wurden in etwa Ziele genannt. Das wäre ein, also schlussendlich, wenn wir das Ganze runterbrechen auf ein unromantisches Geschäftsmodell, dann geht es ums EBITDA. Es wurde mal ein Ziel genannt von in etwa das 4-fache EBITDA von was damals zum Zeitpunkt der Übernahme da war, wohl wissend, dass wir in ein Wachstumsmodell eine andere Kostenstruktur haben werden, haben müssen, um das Wachstum überhaupt möglich zu machen. Habe ich da selber mal rausgerechnet, was sein könnte. Und wir haben uns eine Verzehnfachung der Zimmeranzahl vorgenommen. Wir haben angefangen mit 228 Zimmern und daraus würde ich gerne irgendwelche 2000, 2500 Zimmer machen. Wir sind aktuell, haben wir uns verdoppelt, knapp. Also wir sind knapp unter 400 Zimmern aktuell. Und so ist eigentlich das Ziel, dass wir jedes Jahr in etwa 500 Zimmer hinzufügen, um so nach 5 Jahren irgendwie so bei die 2000, 2500 Zimmer zu sein.

  65. 20:55
    Ronald M. Arndt

    Das hört sich gut an.

  66. 20:57
    Maarten van Dongen

    Das hört sich gut an, ja. Das ist auch so.

  67. 21:00
    Ronald M. Arndt

    Da wird umsatzseitig natürlich sich auch einiges tun. Erstmal, aber wie schaut es mit den Kosten aus und mit der Bottomline? Also ja, das ist ja sicherlich eine Herausforderung.

  68. 21:10
    Maarten van Dongen

    Das ist eine Herausforderung, gar keine Frage. Wir haben aktuell in der Hotellerie als Ganzes, nicht nur bei Little Big Hotels, die große Herausforderung, dass die Hotellerie irgendwo am Ende der Wertschöpfungskette angekommen ist. Also ein Hotelbetreiber kann mit den Kosten, die er nicht beeinflussen kann aktuell, die Höhe der Löhne, die Höhe der der Energiekosten, die Höhe der Wäschekosten, Reinigungskosten, die sind nicht beeinflussbar, kann er selber durch Optimierungen in seinen Kostenapparat eigentlich keine zusätzliche Wertschöpfung mehr erreichen. Das heißt, die zusätzliche Wertschöpfung muss über den Umsatz kommen. Und das gestaltet sich auch in 2025 schwer, zumindest in Berlin, aber nicht nur in Berlin. Also wir haben einen Rückgang der Anzahl Übernachtungen in 2025. Und das macht es nicht einfacher. Das muss man fairerweise sagen. Auch die Durchschnittsraten stehen unter Druck, weil die Nachfrage fehlt. Die Nachfrage fehlt meiner Meinung nach hauptsächlich in den 5- und 4-Sterne-Segmenten, weil die russischen und die chinesischen Touristen beziehungsweise Reisenden ausbleiben. Aus geopolitischen Gründen, das wissen wir, und dadurch die 5- und 4-Sterne-Häuser mit den Preisen runtergehen und fast schon in unserem Segment reinlangen und ich mit meinem Produkt dann nicht mehr mithalten kann mit dem 4- oder 5-Sterne-Haus. Die Illusion habe ich nicht.

  69. 22:57
    Ronald M. Arndt

    Wo besteht die Wo ist ein bisschen Licht am Ende des Tunnels?

  70. 23:01
    Maarten van Dongen

    Oder in welchem Licht am Ende des Tunnels gibt es also nachfrageseitig auch? Nachfrageseitig auch. Also wir haben, wir sehen jetzt im letzten Quartal 2025 Anzeichen für eine Erholung. Die Vorbuchungsstände gehen deutlich nach oben im Vergleich zu den 9 Monaten vorher. Wir sehen auch ein Preisgefüge, was sich in Richtung 2024 wieder bewegt. 2024 war zumindest für unsere Gruppe das Rekordjahr in der Existenz, also auch schon seit vor littleBIG sozusagen. Und 2026, zumindest in Berlin als Messejahr, muss sowieso eines der fetteren Jahre sein. Das sind die ungeraden Jahre immer die schwierigeren und die geraden Jahre immer die angenehmeren. Also da ist definitiv Zeichen von Erholung, sind da erkennbar. Gestern, vorgestern war von Expedia noch ein Workshop in Berlin. Auch die haben klar aufgezeigt, dass sie wieder deutlich Übernachtungswachstüme sehen. Der BER kommt ganz langsam in Bewegung. Man darf sich dann schon über ein paar Interkontinentalslots freuen. Kanada wird mittlerweile angeflogen oder soll angeflogen werden, glaube ich, ab November direkt. Das hilft ungemein, dass Berlin aus dieser Regionalität rauskommt und wieder international auf der Karte steht. Und ich würde hoffen, dass sich irgendwann die Politik in Berlin auch dazu bereit erklärt, mehr zu machen, um Berlin wieder attraktiv zu machen. Berlin verliert meiner Meinung nach an Attraktivität innerhalb Europas. Berlin ist nicht mehr Clubkulturhauptstadt. Berlin ist nicht mehr das Alternative, was es mal spannend gemacht hat. Es fehlt dementsprechend auch an richtig High-End- Nachfrage. Es gibt aber auch kein richtig High-End-Angebot mehr. Das muss alles wieder, das muss alles wieder in vernünftige Bahnen gelenkt werden. Und wenn ich dann mit weinenden Augen feststellen muss, dass sich die Kultur- und Förderabgaben in unserem Unternehmen verdoppelt haben seit 2024, wo ich gekommen bin, zuerst die, die Maßnahme, dass die Kultur- und Förderabgaben nicht nur auf Touristen, sondern auch auf Geschäftsreisenden erhoben werden muss, hat bei uns eine Verdopplung fast der Kurtaxe herbeigeführt. Und dann die überraschende Maßnahme in '25, die Kurtaxe von 5 auf 7,5% zu erhöhen, ist enorm. Wir sehen aber aktuell nicht, dass das Geld für Entwicklung der Hotellerie eingesetzt wird. Und das ist halt enorm schade. Das würde definitiv noch mal helfen. Darauf zu warten ist keine gute Idee. Also wir machen das selber. Wir haben auch definitiv Quantensprünge gemacht in der Öffentlichkeitsarbeit. Und davon glaube ich, dass wir jetzt erst Effekte sehen. Und mit der Erholung, die jetzt erwartet wird für 2026, ist das definitiv, gehe ich da definitiv positiv ins neue Jahr rein. So einfach ist es. Nichtsdestotrotz haben wir weiter auch Projekte, um trotzdem zu versuchen, kostenseitig noch das eine oder andere angehen zu können. Jetzt, wo wir 8 Hotels sind und keine 4, haben wir auch ein bisschen mehr Pouvoir, womit wir agieren können. Und die Digitalisierung ist hier im Unternehmen immer schon extrem wichtig gewesen. Auch da bin ich mir sicher, dass es noch ein bisschen Potenzial gibt, aber immer ohne an Qualität und Service Wollte ich gerade sagen.

  71. 27:19
    Ronald M. Arndt

    Man kann natürlich an der Kostenschraube immer drehen, auch in puncto Personal, aber das ist ja gar nicht euer Ansatz.

  72. 27:24
    Maarten van Dongen

    Also ihr möchtet ja eben genau dieses hohe Level, das ihr da habt, halten. Ja, es ist aus heutiger Sicht weder notwendig noch gewünscht, da an Schrauben zu drehen. Die Little Big Hotels machen sich aus, indem sie ein ein Service Level bieten, was weit über das hinausgeht, was man erwarten würde. Was wir aber schaffen, indem dass wir die Digitalisierung so weit vorangetrieben haben. Also wir haben Front of House und Back of House zu 100% durchdigitalisiert, wodurch sehr viel Routinearbeit nicht mehr von Menschen gemacht werden muss. Und dann sind die Menschen, die da sind, frei, um sich um Gäste zu kümmern. Und das macht uns aus. Wenn man online die Bewertungen liest, merkt man das auch.

  73. 28:20
    Ronald M. Arndt

    Ja, ich bin selbst schon in Genuss gekommen.

  74. 28:22
    Maarten van Dongen

    Na dann.

  75. 28:23
    Ronald M. Arndt

    Fjordhotel damals. Hat mir extremst gut gefallen und das war auffällig.

  76. 28:27
    Maarten van Dongen

    Ja.

  77. 28:28
    Ronald M. Arndt

    Aber die Präsenz eurer Leute. Hast du gerade erwähnt, 8 Häuser mittlerweile. Ja. Ich nehme an, dass man jetzt auch erstmal gucken muss, dass die 8 Häuser alle entsprechend laufen.

  78. 28:38
    Maarten van Dongen

    Ja. Bevor es weitergeht. Ja, ich habe in meinem Wachstumseifer die Gefahr erkannt, dass man auch zu schnell wachsen kann. Darum haben wir da jetzt mal die Handbremse angezogen. Nicht zuletzt, weil da auch aus dem Team Signale gekommen sind, dass es schwierig wird, weitere Hotels in dem Tempo zu übernehmen, wie es in der Hotellerie üblich ist. Ist eine Hotelübernahme meistens relativ spontan. Also da hat man kein halbes Jahr Vorlauf. Und wir streben eine 100%ige Integration ab Tag 1 an. Das heißt, dass wir im Vorfeld alle Systeme, und das sind bei uns durch die Digitalisierung unendlich viele, ich glaube, dass wir insgesamt 23 verschiedene Softwaresysteme im Einsatz haben, die alle miteinander verknüpft werden müssen und in ein Hotel implementiert werden müssen, die Mitarbeiter getrainet werden müssen. Ich darf aber Mitarbeiter nicht trainen, solange ich nicht im Hotel bin, weil ich bin in Wahrheit gar nicht da. Also da gibt es operativ extrem viele Herausforderungen für so Integration. Und mit dem Level an Detailverliebtheit, den wir an den Tag legen, und auch die Qualität oder das Level an Qualität, was wir uns selbst auferlegen, werden wir erst die 4 Hotels einmal zwischen Anführungszeichen verdauen. Die beiden Leipziger Hotels müssen auch noch renoviert werden komplett. Damit, dass sie unseren Qualitätsanspruch quasi zu 100% erfüllen. Und das ist jetzt Fokus, zumindest für die erste Jahreshälfte '26.

  79. 30:24
    Ronald M. Arndt

    Also ich mag ja die Idee, einfach Individualhotels zu bündeln als Kollektion unter einer Dachmarke, littleBIG eben zu vereinen. Was gibt es denn da für so Ansätze in der Vermarktung, also auch über die Standorte hinweg? Was kann man da Was kann man da machen?

  80. 30:40
    Maarten van Dongen

    Es ist tatsächlich viel Marketing auf Emotionen. Also das machen uns Großunternehmen vor. Man verkauft heutzutage kaum mehr ein Produkt, man verkauft viel mehr Emotionen. Ob das jetzt Freude am Fahren ist oder da gibt es ja viele, viele Beispiele. Ein großer roter LKW mit Weihnachtsmann drauf. Also Beispiele, Beispiele viel. Darum eben auch die— Also wenn jetzt jemand nach—

  81. 31:16
    Ronald M. Arndt

    ich aus Stuttgart nach Berlin kommt, wie werde ich da jetzt— wie bleibt da mir littleBIG hängen?

  82. 31:23
    Maarten van Dongen

    Durch gewisse Wiedererkennungspunkte. Also unser Logo ist präsent, aber nicht überall plakativ. Die Werbemaßnahmen, die Tassen, bis hin was am Papier da ist, hat unser Logo. Der Buchungsweg soll in Erinnerung bleiben. Also die Einfachheit, bei uns Gast sein zu können, vom Buchen bis zum Einchecken bis zum Abrechnen, ist wesentlich. Da ist auch sehr viel Zeit reingeflossen, das auf ein Level zu bringen, wo wir jetzt sind. Das auch kontinuierlich weiterzuentwickeln. Und auf dem Level der Emotion ist es das Gasterlebnis, die Freundlichkeit, die Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter. Das Frühstück ist etwas, wo wir extrem viel Wert drauf legen. Wir sind eine der wenigen, die selber Brot backen, Kuchen backen, Kekse backen. Wir machen selber Aufstriche, Salate. Wir arbeiten mit regionalen Anbietern bewusst. Wir geben bewusst mehr aus für Kaffeebohnen, die wir lokal beziehen, allein um die Verbindung zu schaffen, aber auch die Qualität liefern zu können. Das soll in Erinnerung bleiben. Das kombiniert mit einem extrem sauberen Zimmer, guten Betten, Matratzen, vernünftiger Dusche, alles, was in der Hinsicht wichtig ist, ohne dass es überall genau das gleiche Zimmer ist. Wir haben jetzt eine Designsprache entwickelt für die Hotels, die wir renovieren, basierend auf den Hotels, die wir haben. Also es wird für die, die in den Hotels unterwegs sind, durchaus das eine oder andere Wiedererkennungsmerkmal geben, weil gewisse Ideen sich wiederholen, ohne dass sich die Produkte wiederholen.

  83. 33:35
    Ronald M. Arndt

    Also es klingt alles nach einem fantastischen Job auch, den du da kennst.

  84. 33:40
    Maarten van Dongen

    Herrlich. Ich wollte ganz früher mal Innenarchitekt werden. Das haben mich meine Eltern damals verboten, weil da muss man schon so gut sein, damit man Geld verdienen kann, dass mein Vater gesagt hat, bis dass du so gut bist, habe ich keine Lust, dich durchzufüttern. Also das darfst du nicht. Mach du mal was anderes. So bin ich dann in der Hotellerie gelandet. Und jetzt habe ich den großen Vorteil, dass ich sowohl Hotel machen kann als auch nebenbei ein bisschen Innenarchitektur.

  85. 34:07
    Ronald M. Arndt

    Gibt es so vielleicht im Ausland Marken, Unternehmen, wo du ab und an als Inspiration heranziehst? Wo du sagst, die—

  86. 34:15
    Maarten van Dongen

    Ich habe ein paar Kontakte ins Ausland, durchaus auf der Architekturebene. Ich bin gerne in Mailand auf der Designmesse und ich versuche durchaus, und ich finde auch nicht, dass es eine Schande ist, aber ich versuche durchaus etwas abzuschauen von den richtig großen Hotelmarken, die extrem viel Zeit und Geld in Design, Zimmerdesign stecken, auch Ergonomiedesign. Warum das Rad selber erfinden, wenn es jemand anderes schon gemacht hat? Das muss man dann übersetzen auf unser Qualitätslevel und unsere Zimmergröße, die mitunter auch kompakter sind als ein 5-Sterne-Haus. Aber da dann das Beste rauszuholen und das zu übersetzen auf etwas, was bei uns reinpasst, ist spannend und macht Spaß.

  87. 35:16
    Ronald M. Arndt

    Also ich sehe euer Haus, das Produkt, aber als perfekt auch für Deutsche, die einfach hier nach Berlin kommen, die eben nicht in einem großen Hotel unpersönlich urlauben wollen.

  88. 35:31
    Maarten van Dongen

    Ist auch so.

  89. 35:31
    Ronald M. Arndt

    Wir haben tatsächlich auch lokalen Charme irgendwie auch direkt miterleben möchten.

  90. 35:36
    Maarten van Dongen

    Ja, darum ist die Location vom Hotel Einsernd auch so wichtig und darum habe ich lieber ein kleineres Hotel in einer spannenden Location als wie ein großes Hotel, was nur dort gebaut werden konnte, weil sonst kein Platz war. Wir haben in unserem Gästemix aktuell 52% innerdeutsche Gäste, die nach Berlin kommen.

  91. 35:58
    Ronald M. Arndt

    Also da müsste doch noch Wachstum auf jeden Fall kommen.

  92. 36:01
    Maarten van Dongen

    Da ist definitiv noch Potenzial. Das ist auch Potenzial, was wir versuchen anzusprechen in unserer Vermarktung, wo wir aktuell in der Marketingabteilung einen Fokus gelegt haben auf das Bekanntgeben bzw. Vermarkten von Events viel mehr als hier ist unser Zimmer.

  93. 36:26
    Ronald M. Arndt

    Okay, ja, also hier ist Ihr Preis, nach Berlin zu kommen, und wir liefern das Hotel-Erlebnis mit.

  94. 36:30
    Maarten van Dongen

    Genau, okay, ja. Und da haben wir sowohl einige Kooperationen, wodurch wir Zimmer mit Events anbieten können, aber eben auch, ich sag jetzt, gezielt Landingpages bauen. Also wir bauen einzelne Websites für ein Event, wo wir unsere Hotels draufhängen.

  95. 36:50
    Ronald M. Arndt

    Ist es so einfach möglich, technisch und rechtlich, also zu kombinieren? Ja, dann verkauft auch ein Ticket mit, oder wird nur drauf aufmerksam gemacht? Genau, hier ist das Event. Okay, spannend.

  96. 37:03
    Maarten van Dongen

    Das funktioniert recht gut. Wir haben jetzt auch auf den sozialen Medien eine Initiative gestartet, dass wir auch da an Sichtbarkeit gewinnen. Ich glaube, dass das ein Absatzmarkt ist, woran wir uns als Hotelier noch gewöhnen müssen. Der klassische Weg über Booking, Expedia, HRS, wie sie alle heißen, ist meiner Meinung nach ganz, ganz, ganz langsam am Aussterben oder am Anfang eines Endes sozusagen. Das kam mit dem Aufkommen des Internets. Jetzt, wo wir in eine Welt landen, wird der Buchungsprozess ein anderer sein. Da wird niemand mehr eine Website aufrufen, auf der Website eine Adresse eingeben und dann schauen, dort ein Hotel zu finden. Das wird ein Prozess sein, was wahrscheinlich irgendeine KI übernehmen wird.

  97. 38:09
    Ronald M. Arndt

    Jetzt frage ich einfach ChatGPT, was ist nächsten Monat in Berlin los? Oder macht mir einen Vorschlag und dann muss ich auf eurer Landingpage landen.

  98. 38:17
    Maarten van Dongen

    Das ist aktuell der Stand. Nächstes Jahr wird auch das nicht mehr notwendig sein. Nächstes Jahr sagst du ChatGPT oder wie sie alle heißen, ich schaue in meinen Kalender, ich habe nächstes Wochenende nichts vor, find mal was Lustiges, du weißt, was ich gerne mache. Dann geht das Ding auf die Suche nach Events. Im Idealfall findet das Ding dann der Eventseite mit unserem Hotellink daran und es wird dann auch die KI sein, die das Zimmer bucht. Es gibt schon Agenten, die Buchungsmaschinen bedienen können, ohne dass du da selber ein Datum auswählen musst und Preis und Zimmertyp und so weiter. Also das wird extrem schnell gehen. Da müssen die Hoteliers auch aufpassen, dass sie den Zug nicht verpassen. Das ist bei uns aktuell auch schon geschehen.

  99. 39:12
    Ronald M. Arndt

    Aber eine Riesenchance für euch als junges Unternehmen mit der Power. Im Hintergrund, definitiv.

  100. 39:18
    Maarten van Dongen

    Genau. Und das sind Themen natürlich extrem spannend, die nicht viele bespielen können. Ich glaube, dass wir, was das angeht, eine richtige Größe haben, weil wir genug PS auf der Straße haben im Hintergrund, aber klein genug sind, um Änderungen mal zu pilotieren, ohne dass es uns zu viel Mühe kostet und es dann, wenn es funktioniert, auch schnell auszurollen.

  101. 39:47
    Ronald M. Arndt

    Ja, und hier aber in so einem schönen Head Office einfach möglichst viele Leute vor Ort zu haben, ist auch eine Power.

  102. 39:53
    Maarten van Dongen

    Ja, Menschen kommen gerne hierher, weil sie, weil sie das Büro gut erreichen können, weil es ein schönes Büro ist, weil da für die Mitarbeiter auch eine komplette Küche zur Verfügung steht mit dem gefüllten Kühlschrank. Das sind alles wichtige Themen. Wir haben einen Mitarbeiter, Bindung bzw. eine Durchschnittsseniorität im Unternehmen von knapp über 6 Jahren, was in der Hotellerie eigentlich fast schon ein Ding der Unmöglichkeit ist. Da sieht man aber auch, dass da eine gesunde Mischung ist aus Alteingesessenen, die aus familiengeführten Hotels kommen. Das sind gerne die Frühstücksomis, so wie ich sie liebe, die noch gut Kuchen backen und Brot backen und so weiter. Und im Hintergrund sicher hier im Büro viel mehr die jungen, technoaffinen Leute, die Spaß daran haben, auch das Produkt weiterzuentwickeln.

  103. 40:59
    Ronald M. Arndt

    Ja, dann freue ich mich wirklich, dass ich heute mal hier mit dem Hotel-Podcast bei dir vorbeikommen konnte. Ja, hat ein Weilchen gebraucht.

  104. 41:06
    Maarten van Dongen

    Stimmt.

  105. 41:06
    Ronald M. Arndt

    Aber ich habe dir auch ein bisschen Zeit gelassen von Anfang 2024 bis jetzt. Und ja, freue mich da, diese Zukunft irgendwie auch weiter begleiten zu dürfen.

  106. 41:20
    Maarten van Dongen

    Gerne.

  107. 41:21
    Ronald M. Arndt

    Kommt gerne mal wieder.

  108. 41:22
    Maarten van Dongen

    Gerne.

  109. 41:23
    Ronald M. Arndt

    Nehme ich mal an, dass sich, haben wir ja gerade schon besprochen, absehbarer Zeit nichts über euch lesen lässt mit noch mal einer Verdoppelung an Hotels.

  110. 41:31
    Maarten van Dongen

    So realistisch muss man sein. Aber es gibt auch so was wie zu viel wollen. Also zu viel zu schnell ist gefährlich. Gesund, solide.

  111. 41:41
    Ronald M. Arndt

    Das ist vorbildlich. Also genau, andere machen es anders. Aber freue mich. Ganz lieben Dank, Marvin.

  112. 41:49
    Maarten van Dongen

    Ganz lieben Dank auch. Es hat Spaß gemacht.

  113. 41:52
    Ronald M. Arndt

    Ja, bis zum nächsten Mal. Alles Gute.

  114. 41:54
    Maarten van Dongen

    Ciao. Danke auch. Ciao.