Ingrid Hartges (DEHOGA) & Thies Sponholz (The Fontenay Hamburg), ahgz Hotelier des Jahres
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„Gastro ist die beste Schule, sage ich mal, fürs Leben. Egal wo du nachher landest, in welcher Branche, du lernst wirklich fürs Leben in der Gastronomie.“
Ingrid Hartges (DEHOGA) & Thies Sponholz (The Fontenay Hamburg), 04:00
Beim ahgz Hotelier des Jahres spricht Ronald M. Arndt mit Thies Sponholz, Hotelier des Jahres 2026, und mit Ingrid Hartges. Hartges erklärt, wie die Übergabe an Jana Schimpke läuft, die seit 1. Oktober im Haus und seit 1. Januar Hauptgeschäftsführerin ist. Sponholz erzählt, wie er vom Stühleaufstellen in Husum mit 32 zu seinem ersten eigenen Hotel kam.
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Kernaussagen
- Übergabe an Jana Schimpke: Hartges hat vor drei Jahren im Präsidium angekündigt, Anfang 2026 in den Ruhestand zu gehen. Jana Schimpke ist seit 1. Oktober dabei und seit 1. Januar Hauptgeschäftsführerin, die auch die Statements gegenüber der Presse abgibt.
- Mit 32 statt mit 35: Sponholz wollte mit 35 ein Hotel leiten, weil er vorher Erfahrung sammeln und der Verantwortung für viele Menschen gewachsen sein wollte. Mit 32 hat Carlo Schachermayer ihm ein Hotel anvertraut.
- Oberkellner Walter: Beim Skifahren in Österreich lernte Sponholz den Oberkellner Walter kennen, der im Hotel alle Türen öffnete. Das hat sein Ziel gefestigt, in die Branche zu gehen.
- Umsatzsteuer im Kopf: Hartges wuchs in einem Betrieb mit Landwirtschaft, Kornbrennerei und Weingroßhandel auf. Als 1968 die Umsatzsteuer eingeführt wurde, rechnete sie mit neun oder zehn Jahren die 5 und 10 Prozent im Kopf.
- Acht Jahre Gastronomie: Ab dem zweiten Semester arbeitete Hartges acht Jahre in der Gastronomie, erst im Schwarzen Schaf, dann im Nachtwächter. Dort hat sie gelernt, sich durchzusetzen, auch wenn ein prominenter Gast die Zeche prellen wollte.
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Transkript öffnenTranskript schließen8 Min · Ronald M. Arndt und Ingrid Hartges (DEHOGA) & Thies Sponholz (The Fontenay Hamburg)
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:00 Ronald M. Arndt
Ja, das erste Lob ging gerade schon in die Richtung von der Frau Hartges. Vielleicht kannst du es noch mal wiederholen, Thies.
- 00:05 Thies Sponholz
Ingrid, dass wir beide hier oben stehen, das ist ein Geschenk.
- 00:10 Ingrid Hartges
Oh, in der Tat, lieber Thies. Also 20 Jahre kennen wir uns auch schon leicht. Und nein, es ist ganz, ganz toll hier, den besten Gastgeber, den man sich wünschen kann. Dir entgeht nichts. Das ist immer so faszinierend und mit dieser Präzision, wie du arbeitest, einfach großartig.
- 00:33 Thies Sponholz
Danke.
- 00:34 unklar
Wir freuen uns auch immer, hier am ahgz Hotelier des Jahres die Gewinner auch interviewen zu dürfen. Dieses Jahr ein ganz besonderes Duo, finde ich, was hier für Hashtags gefallen sind: Augenhöhe, Respekt, die Nachfolge. Wer soll dich denn bitte jetzt nachfolgen. Das ist ja Fußstapfen, die riesengroß sind, aber die sicherlich in guter Form auch vorbereitet werden von dir. Und wie fühlst du dich, Ingrid? Einfach mal ein emotionales Statement.
- 01:07 Ingrid Hartges
Also, sowas ist ja die Premiere im Leben. Ja, das macht man ja nur einmal, dann in den Ruhestand zu gehen und vor 3 Jahren annonciert im Präsidium, dass ich Anfang 26 dann gerne in den Ruhestand auch gehen möchte nach diesen 6 Jahren Hochleistungssport. Und finde, dann ist auch gut, wenn Wechsel kommt. Und Jana Schimpke ist seit 1. Oktober bei uns und die Übergabe erfolgt. Und ich bin jetzt auch noch einige Wochen da, und aber sie ist seit 1. Januar die Hauptgeschäftsführerin, die auch gegenüber der Presse die Statements abgibt und so weiter. Und ich denke, meine politischen Themen steckt sie von vorn bis hinten drin. Also sie ist ja auch stellvertretende Vorsitzende der Mittelstandsunion und auch für den Tourismus war sie zuständig als Vorsitzende Tourismusausschusses, also politisch verfügt sie über einen sehr, sehr großen Erfahrungsschatz.
- 02:01 unklar
Aber zu dir einmal kurz.
- 02:04 Ronald M. Arndt
Zu ihr oder zu mir oder zu wem?
- 02:06 Thies Sponholz
Zu beiden.
- 02:07 Ronald M. Arndt
Zu beiden. Eigentlich wollte ich noch was zu Thies sagen. Du hast deinen Sohn heute dabei gehabt, der im Grundschulalter, glaube ich, ist. Und als ich sein Alter hatte, ja, da war nicht so, dass meine Familie da Urlaube in so tollen Hotels gemacht hat wie im Fontenay. Aber ich bin immer einzige Familie in die Hotels reingelaufen und habe damals noch nach einer Broschüre, nach einem Prospekt gefragt, ja. Und manchmal durfte ich dann auch den Hoteldirektor treffen, so im Vorbeilaufen. Und von daher muss ich sagen, das, was du geschafft hast, das hätte ich vielleicht nie geschafft, aber es war mein Traum, einmal Hoteldirektor zu sein. Damals, als du im Timmendorfer Strand angefangen hast, war das für dich so schon Ziel, irgendwie mal ganz hoch hinaus bis Hotel des Jahres vielleicht zu kommen, oder was hast du da Erzähl mal ein bisschen was zu deiner—
- 02:49 Thies Sponholz
Ja, also ist eine sehr spannende Frage, die ich nicht mit Ja beantworten kann. Was ich beantworten kann oder sagen kann, ist, ich wollte immer in die Hotellerie. Also Zeit meines Lebens, wenn ich meine Eltern zitieren darf hier. Ich habe früh angefangen, um mir mein Taschengeld zu verdienen, bei uns zu Hause in Husum. Ich komme ja aus dem beschaulichen Husum in Nordfriesland. Stühle aufstellen in einer Kongresshalle, so fing das an. Und dann irgendwann beim Skifahren, so ähnlich wie du in Hotels rein musst, habe ich einen Oberkellner damals in Österreich kennengelernt. Walter hieß er, und Walter war für uns natürlich der Hero, der alle Türen geöffnet hat in dem Hotel. Wir waren ja Ostern da und auch im Herbst da, und das hat mein Ziel gefestigt, in die Branche zu gehen. Und dann wusste ich irgendwann dann schon nach der Ausbildung, ja, ich möchte, mein Ziel war es tatsächlich, mit 35 einmal ein Hotel zu leiten, und zwar, weil ich etwas Erfahrung sammeln wollte. Ich war der Meinung, in jungen Jahren ist man möglicherweise noch nicht in der Lage, so viele Menschen zu führen und die Verantwortung zu übernehmen. Es war dann 32, als Carlo Schachermayer mir da immer ein Hotel anvertraut hat. Und ja, von da an ging es dann immer weiter.
- 03:54 unklar
Stichwort Hero. Du bist heute auch als Hero gefeiert worden, Ingrid. Wie lange bist du jetzt in der Branche?
- 04:00 Ingrid Hartges
Also in der Branche schon sehr lange. Ich bin ja aufgewachsen in einem kleinen Betrieb, Landwirtschaft, und wir hatten aber auch eine landwirtschaftliche Kornbrennerei, Spirituosen, Weingroßhandel. Die Gastronomen kamen zu uns einkaufen, wir haben sie beliefert, und also da kannte ich auch schon viele Gastronomen, und auch so mit 9 oder 10, also 1968 wurde die Umsatzsteuer, wie es damals hieß, eingeführt, war ich schon damit berührt, war ganz stolz, dass ich das schnell im Kopf rechnen konnte. 5 und 10%, 10% natürlich für Getränke, also das war einfach im Kopf zu rechnen, ne. Und man war da schon mit den Herausforderungen dieser Branche ein Stück weit konfrontiert. Mir hat es auf jeden Fall immer Spaß gemacht, ob in der Landwirtschaft oder im Geschäft vorne mitzuhelfen, wenn dort eine helfende Hand sich nützlich machen konnte, sollte. Und das hat mich geprägt. Und dann natürlich insbesondere die Studienzeit, wo ich ab dem 2. Semester zunächst mit Schwarzen Schaf und dann Nachtwächter 8 Jahre gearbeitet habe, viele Menschen kennengelernt habe. Und das ist das Tolle in unserer Branche, du lernst Menschen kennen. Und also ich habe auch von zu Hause was mitbekommen, das hieß immer, tue recht und scheue niemand. Und egal wie prominent der Gast war, und wenn er die Zeche prellen wollte, er ist mir nicht davongekommen. Und da muss man sich durchsetzen, und das habe ich in der Gastronomie definitiv gelernt. Und hat teilweise auch tolle Gäste. Die Scorpions waren damals mal da, Marlene Scharell, oder Geschäftsleute, also nicht nur Studenten in diesem Lokal. Also es war schon fantastisch. Dann bei der ersten Weindorf mitgearbeitet, der sogenannten BMW-Vereinigung Bäcker, Metzger, Wirte, die ein Weinfest veranstaltet haben mitten im Herzen von Würzburg als Antwort auf die ganzen Weinfeste rundherum. Dann war ja am Wochenende in Würzburg tote Hose und die haben mit diesem Weinfest die Innenstadt wieder belebt, im Dirndl halt. Und ja, Silvaner Müller-Thurgau verkauft und Essen reichlich. Nein, so was hat Spaß gemacht. Man hat viel gelernt, auch zu organisieren, zu machen, im Team zu arbeiten. Also es ist einfach eine mega, mega tolle Branche. Ja, und dann habe ich in der Wartezeit aufs Examen damals im Rebstock ein Praktikum gemacht bei den Eltern vom heutigen Eigentümer Christoph Unkel. Auch das werde ich nie vergessen, weil ich so viel gelernt habe. Also wie wichtig es ist, eben auch für die Floristik sich im Haus zu interessieren. Ist das Silber geputzt? Nein. Also kannst du mal, Ingrid. So, ja, hat man viel gelernt in unserer Branche und das wird immer unterschätzt. Und ich finde es wichtig, auch wenn man im Berufsleben steht, egal was man macht, dass man eine breite Bildung breiten Erfahrungsschatz hat und auch mitdenken kann. Also was ist jetzt gerade das Problem meines Gegenübers? Aus welcher Welt kommt er? Welche Erfahrungen hat er? Und Gastro ist die beste Schule, sage ich mal, fürs Leben. Egal wo du nachher landest, in welcher Branche, du lernst wirklich fürs Leben in der Gastronomie.
- 07:13 unklar
Ja, das stimmt.
- 07:14 Ronald M. Arndt
Du hast von der Branche der Chancen gesprochen. So ist es ja, weil ihr seid zwei wunderbare Beispiele. Beide haben sehr jung begonnen, haben sich begeistert. Du hast ohne Ende Stationen im Ausland wie im Inland hinter dich gebracht und bist die Karriereleiter am Ende natürlich auch hochgestiegen. Heute Hotelier des Jahres 2026. Wir hören schon im Hintergrund, da wird schon ordentlich eingepackt und wir sollten dann bald mal, glaube ich, auch rübergehen zum Feiern. Wir als Hotel-Podcast freuen uns auf jeden Fall, dass wir die kleine Tradition fortführen dürfen, hier die Gewinner immer noch zu sprechen. Euch beiden ganz lieben Dank. Und eine schöne Party.
- 07:54 unklar
Herzlichen Glückwunsch.
- 07:55 Thies Sponholz
Vielen Dank. Uns allen ein schönes Fest.
- 07:58 Ronald M. Arndt
Danke sehr.
- 08:00 Ingrid Hartges
Wir danken euch und dem ganzen Termin des Fachverlags. War großartig. Wunderschöner Abend, den ihr uns heute Abend, lieber Thies, uns beiden beschert habt.
- 08:08 unklar
Der ist für euch und ihr habt den echt verdient.
- 08:11 Thies Sponholz
Er wird für die Ewigkeit sein.
- 08:13 Ronald M. Arndt
Danke.