Magnus Busch, nook society
Hotel: nook society, Bad Saarow
Germany43 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Wir verkaufen keine Marmorduschen und wir verkaufen keine goldenen Wasserhähne, sondern was wir verkaufen, ist das Versprechen, gute Leute zu treffen.“
Magnus Busch, 09:36
Magnus Busch hat mit der nook society ein Hotel 60 Kilometer vor Berlin in Bad Saarow übernommen und daraus einen Ort für Begegnungen gemacht. Er erklärt, wie nook als Charakter mit sechs Werten die Gäste filtert, warum unter der Woche Offsites und am Wochenende Retreats laufen und wie sich eine Guest Journey über WhatsApp anfühlt wie ein Gespräch mit einem guten Freund. Außerdem, warum er beim Wachstum auf die Community setzt und Objekte absagt, die nicht passen.
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Kernaussagen
- Werte als Leitplanken: nook verkauft das Versprechen, gute Leute zu treffen. Sechs definierte Werte setzen die Leitplanken: alles innerhalb dieses Kosmos ist möglich, alles außerhalb macht das Team nicht.
- Neues Publikum in Bad Saarow: Für die eigene Zielgruppe gab es in Bad Saarow vorher nur zwei oder drei relevante Airbnbs. 70 bis 80 Prozent der nook-Gäste waren vorher nie dort.
- Offsites unter der Woche: Unter der Woche füllen Offsites das Haus, darunter die Vorstandssitzung eines großen deutschen Musikkonzerns, Top-Marken aus dem Sportbereich sowie Fintech, VC und Startups aus Berlin. Am Wochenende kommen Personal Retreats dazu.
- WhatsApp als Hauptkanal: 60 bis 70 Prozent der Kommunikation läuft über WhatsApp, in der Sprache des Charakters nook. Am Anreisetag kommen vormittags die Zugangsdaten plus eine Playlist, das führt auch zu vielen Direktbuchungen.
- Wachstum aus der Community: nook ist kein VC-Case. Der Tech-Stack ist so gebaut, dass damit 10 oder 20 Häuser betrieben werden könnten, trotzdem hat das Team vor zwei Wochen ein Objekt abgesagt, weil es nicht gepasst hat.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
In der neuesten Episode auf HOTEL-PODCAST.COM räumt Magnus Busch mit dem klassischen Betten-Verkauf auf. Mit nook in Bad Saarow bei Berlin hat er keinen Beherbergungsbetrieb geschaffen, sondern eine Bühne für echte menschliche Begegnungen. Statt in Marmor und Gold investiert die nook society in Werte, in Community und in das, wie Magnus es nennt, „geilste Lagerfeuer der Welt“.
Im Gespräch erklärt er, wie man ohne Marketing-Budget eine Community aus Movern und Shakern aufbaut, warum Natur der ultimative Anker für High-Level-Offsites ist und wie sich eine digitale Guest Journey via WhatsApp anhört, wenn sie von einem „guten Freund“ kommt. Es ist ein Deep Dive über organisch wachsende Marken, menschliche Imperfektion und das Ende des klassischen Kastendenkens in der Hospitality.
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Transkript öffnenTranskript schließen43 Min · Ronald M. Arndt und Magnus Busch
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:00 Ronald M. Arndt
Ja, lieber Magnus, wir arbeiten ja schon ein bisschen länger an unserem ersten gemeinsamen Hotel-Podcast. Heute ist es soweit. Ja, und ich glaube, wir kennen uns schon länger, als es nook gibt. Aber jetzt haben wir richtig was zu besprechen. Freut mich.
- 00:16 Magnus Busch
Ja, dankeschön. Danke, dass du mich hier eingeladen hast, auch für die Möglichkeit, jetzt endlich mal unser Projekt, über das wir lange gesprochen haben, umzusetzen. Und über Nook zu sprechen, ja, Nook ist definitiv nicht so alt, zumindest nicht so lange in der Hotellerie unterwegs. Wer, wie, woher kommt und was er alles macht, kommen wir sicherlich gleich noch mal dazu.
- 00:41 Ronald M. Arndt
Genau, wobei der Name schon spannend ist. Sag mal da vielleicht ein bisschen was dazu. Nook, springen wir da auch schon mal rein, ja, können wieder raus gleich aus dem Wasser.
- 00:54 Magnus Busch
Nook ist geboren, ja, eigentlich aus, aus der Leidenschaft, aus der total menschlichen, menschenzentrischen Idee heraus, etwas, etwas zu entwickeln, was, was bewegt. Und Nook ist eine Frau, wir wissen nicht ganz genau, wie alt sie ist, sie ist irgendwo zwischen 24 und 64. Wir wissen auch ein paar Sachen über sie. Wir wissen, dass sie in einer nomadischen Familie zum Beispiel groß geworden ist, dass sie in ihrem Leben im Wald gewohnt hat und weiß, wie also die, die Bäume und, und Sträucher ihre Wurzeln tief in unsere Muttererde reingraben, um sich da die Energie rauszuziehen, das Leben daraus zu ziehen. Nook hat auf dem Berge gewohnt und kennt also diese endlosen Weiten, der klare Blick und diese tiefen Atemzüge von sauberer Luft, die du da oben machen kannst. Nook hat genauso am Meer gewohnt, ja, kennt diese Energie von Wasser und dieses geile klärende Gefühl, wenn du da durchtauchst für den Kopf. Und sie hat ebenfalls aber auch in der Wüste gewohnt. Also eigentlich dieser Ort von Feuer und Tod und Hitze, ja. Und auf der gleichen Seite super romantisch, und wenn du ins Detail guckst, kreativ und mit Leben. Und dann hat sie auf ihren Reisen um die ganze Welt auch in den coolsten Städten gewohnt, um ein paar zu nennen: Marseille, Los Angeles, Sydney, Bangkok. Genau, und ist, er hat dort in jeder Stadt immer, ist immer offen auf die Kreativszene zugegangen, ja, und auf die Kulturszene und hat mit Leuten connected und hat Fragen gestellt und intensive Auseinandersetzung offen geführt. Und aber auch genauso mit der holistischen Szene, aber auch mit der politischen Szene, ja. Niemals irgendwie werten, sondern immer eher aufsaugen wie ein Schwamm. Und nun ist sie dann vor ein paar Jahren zurückgekommen nach Berlin und hat uns halt gesagt, hey, Guys, macht mal einen Ort auf für like-minded people. Das ist dann dieser Ort nook. Und das Haus von der nook society, das erste, was wir aufgemacht haben, steht 60 Kilometer vor Berlin an einem wunderschönen See in Bad Saarow, Scharmützelsee. Einer der schönsten Sonnenuntergänge, die ich wirklich in meinem Leben gesehen habe. Kannst selber nicht ganz glauben, dass der—
- 03:43 Ronald M. Arndt
Ich glaube, du bist verliebt, Markus, in diese Nook.
- 03:48 Magnus Busch
Die hat so eine— die ist nicht Barbie-hot, ja, sondern die hat so eine natürliche Schönheit, ja. Du kannst mit der in Buenos Aires auf dem Bordstein sitzen und Glas Malbec trinken und geiles Gespräch haben. Du kannst genauso mit der ins Borchardt reinlaufen und jeder wird sich umdrehen und sagen, so, wicked, Alter, wer ist diese Frau? Nicht weil die so extrem hot ist, sondern weil die halt einfach so auf den Punkt gedresst ist. Und das ist das, was sie ausmacht und was sie fasziniert. Ja, ich glaube, das kann man mit Liebe durchaus umschreiben. Schön, dass du das so findest.
- 04:23 Ronald M. Arndt
Ich hätte jetzt fast die Augen zugemacht, das erste Mal im Hotel-Podcast, und deinen Worten zu lauschen und mir das so vorzustellen, wie du unterwegs bist. Aber jetzt weiß ich auch, warum du gerade sagtest, oh, steigen wir direkt ein, tauchen wir direkt ein in nook. Danke dafür.
- 04:37 Magnus Busch
Ja, das ist ein schöner Einstieg gewesen. Genau, also es geht wirklich darum, etwas zu entwickeln, was total menschenzentrisch ist. Was es ging, es ging uns überhaupt nicht darum, irgendwie ein neues Hotelkonzept zu bauen oder zu basteln oder uns da irgendwelchen hotelspezifischen Positionierungen oder so was zu erarbeiten. Überhaupt nicht. Sondern es ging nicht mal darum, was wir anbieten wollen, sondern die Kernfrage war wirklich nur, Hey, warum bieten wir überhaupt irgendwas an? So, und daraus ist diese ganze Geschichte entstanden, und daraus ist diese Leidenschaft entstanden. Ja, und das ist, glaube ich, am, ja, wahrscheinlich das, was mit Menschen, oder zumindest meine Erklärung, warum das mit Menschen resoniert.
- 05:27 Ronald M. Arndt
Ja, muss sich die liebe Nook eigentlich die Liebhaber so ein bisschen teilen, oder bist das du, oder wer steckt denn noch dahinter?
- 05:38 Magnus Busch
You never know. Also ich glaube, jeder möchte gerne mit Nook am Tisch sitzen und, oder am Strand sitzen oder spazieren gehen, essen gehen. Das ist ja, die hat diese, diese Wahnsinnsfaszination in sich. Zu Nook, zu dem Team dazu, das habe ich mir nicht selber irgendwie aus den Fingern gezogen, sondern da gibt es hervorragende Leute, mit denen ich zusammen das erarbeite. Halten durfte. Wir haben, sind 3 Gründer, ja, dazu gehört Friedrich Niemann, der mit seiner, ja, Wahnsinns-Hotel-Karriereexpertise, auch dem operativen Know-how, wie man eigentlich Teller trägt, ja, und wie man eigentlich Betten macht, wahnsinnig viel da unterstützt hat vom strategischen Denken, ja. Und dann gibt's auf anderen Seite, Ines, die mit ihrem, ja, psychologischen Menschenfänger-Ansatz aus dem Saarhaus kommend, oder auch dort gearbeitet hat, eben ganz viel Energie und Sparkle mitbringt, wie man eigentlich so eine, ja, wie man Leute begeistert am Ende, ja. Und ich glaube, diese Mischung eines völlig unterschiedlichen Teams mit unterschiedlichen Backgrounds, die aber ja irgendwo einen Mantel gefunden haben, unter dem man zusammen, unter dem man sich zusammen wohlfühlt. Ja, daraus, daraus ist das entstanden. Also 2 wirklich tolle, tolle Charaktere, wo jeder seine eigenen Stärken hat. Ja, und das haben wir einfach, glaube ich, ziemlich perfekt zusammengebastelt bis jetzt.
- 07:40 Ronald M. Arndt
So, und da habt ihr jetzt mal Grundstein gelegt für Nooks Zuhause, hast schon vorher gesagt, in der Nähe von Berlin.
- 07:46 Magnus Busch
Genau, wir haben den Grundstein gelegt, wir haben dieses Hotel dort übernommen, ein Hotel, was irgendwo ja für mich völlig irrelevanten Mittelfeld irgendwo rumflog, allerdings an einem wahnsinnig magischen Ort. Und was wir da, was unser Ansatz war, ist, dass wir sagen, wir bringen eine komplett neue Zielgruppe, die dort niemals stattgefunden hat. Ja, also das einzige Produkt, was unsere Zielgruppe dort in Bad Saarow gefunden hat, waren 2, 3 Airbnbs, ja, die relevant waren. Alle anderen Produkte sind für diese Zielgruppe nicht relevant gewesen. Also haben wir gesagt, okay, wir kommen mit einem neuen Produkt dahin und bringen zusätzlich zu dem bereits existierenden Hotellerie-Business— weil Bad Saarow ist ja nicht neu— ja, bringen wir einfach ein neues Publikum dahin. Und das hat funktioniert. Also ich würde sagen, 70, 80% unserer Gäste waren vorher nie dort.
- 08:39 Ronald M. Arndt
Ja, so, und ja, um neue Gäste dann nach Bad Saarow zu bringen, muss man irgendwo anfangen, die Geschichte zu erzählen. Wo erzählt ihr die Geschichte von nook?
- 08:53 Magnus Busch
Also, wie, wir sind jetzt nicht da rausgegangen und haben irgendwie gesagt, wir holen uns den Online-Marketing-Top-Typen mit ins Boot, ja, und ballern das irgendwie mit Kohle voll und ziehen so Leute und schalten Werbung. Also gar gar nichts. Ich glaube, unser Marketingbudget davon, das ist, das ist, es ist da, aber es ist auch nicht da. Minijobber, ja, genau, das ist, das ist total lächerlich, was wir dafür im Monat ausgeben. Eigentlich eher mit dem Ziel, weil ich irgendwo in meinem Kopf habe, dass das dann schon, da googeln ja irgendwelche Dinger.
- 09:33 Ronald M. Arndt
Also wen zieht nook da an in Bad Saarow und wie findet man da nook?
- 09:36 Magnus Busch
Also nook funktioniert zum größten Teil über Word of Mouth, ja. Wir haben ein Konzept entwickelt, was im Kern her gar kein Versprechen von einem einzelnen Produkt ist. Wir verkaufen keine Marmorduschen und wir verkaufen keine goldenen Wasserhähne oder so, ja, sondern was wir verkaufen, ist das Versprechen, gute Leute zu treffen, ja. Und das schaffen wir in dem Moment, wo wir gesagt haben, nook, dieser Character steht für Werte. Ja, und wir haben 6 Werte für uns definiert, und diese Werte sind, werden in jedem einzelnen Detail, was wir tun, gelebt. Also alles, was innerhalb dieses Wertekosmos ist, können wir machen, und alles, was draußen ist, machen wir nicht. Super easy. Ja, damit waren unsere Leitplanken gesetzt, und jegliche Bildsprache, jegliche Textsprache, unsere Digital Guest Journey, die sicherlich einzigartig ist, ja, ist persönlich und menschlich ausgerichtet. Und das heißt, die Leute, die zu uns kommen und am Ende uns buchen, die laufen alle durch diesen Filter. Deswegen funktioniert das. Also wir haben bei uns einen sehr geschlossenen Kreis von Menschen, die alle ähnlich denken, ähnliche Werte haben. Und wenn du den jetzt, dann ist es ganz einfach. Wenn du dann noch den richtigen Geruch hast, die richtige Playlist, ein schönes Ambiente, dann fühlt man sich zu Hause. Oder wie zu Hause, nur ein bisschen besser hoffentlich. Und du legst da jegliche Rüstung ab, ja. Und dann fängst du an, mit jemand anders, den du noch nicht kennst, der aber die ähnlichen Werte hat, ins Gespräch zu kommen. Und dadurch entstehen wirklich wahre Freundschaften und vor allem auch bei uns viel Geschäfte, weil wir viel von diesem Berliner Startup-VC-Szene erziehen, viele Sportler bei uns haben. Dadurch entstehen so richtig echte Freundschaften. Das ist vielleicht so, weiß ich nicht. Also so machen wir das halt irgendwie so. Und, und, und, und ob man das jetzt Community Building nennt oder however, das ist mir eigentlich wurscht, ja. Also funktioniert halt.
- 11:55 Ronald M. Arndt
Also es kommen dadurch größere Gruppen, die sich schon kennen, und da noch mal auch sicherlich, ne, also Retreats und Workshops etc. Genau, werden stattfinden. Aber es lernen sich auch Zimmernachbarn kennen, die sich davor noch nicht kannten.
- 12:07 Magnus Busch
Genau, also wir haben große lange Tafeln und es ist total üblich, dass wir jetzt gerade, wenn das Wetter wieder so schön ist draußen, unsere große Tafel eröffnen. Und dann sitzen da die eine Familie und, und, und, und daneben kommen noch irgendwie 2 neue dazu. Und dann fangen die an, sich zu unterhalten, wie man das eigentlich bei Freunden an einem Tisch am Wochenende auch macht. Ja, es ist eine sehr, sehr ähnliche, sehr, sehr ähnliche Atmosphäre, die fast familiär ist. Ja. Jeder hat immer noch seinen Rückzugsort. Das ist auch extrem wichtig, aber weil die Fläche groß genug ist. Aber genau, und das soll halt auch so sein, weil ich glaube, am Ende ist, keine Ahnung, an meinen Reisen erinnere ich mich an viele Sachen. Ja, ich erinnere mich an eine Playlist Massive Attack in Argentinien, die ich da gehört habe. Ja, oder ich erinnere mich an irgendwelche geilen Gerüche in Afrika. Aber, oder schöne Momente am Atlantik, ja. Aber das, was mich wirklich nachhaltig am meisten irgendwie berührt hat von allen Reisen, sind immer die Menschen, die ich getroffen habe. So, it's people, people, people. Und wenn du die wieder wirklich im Kern Atmosphäre schaffst, wo Leute sich wohlfühlen, idealerweise dann noch mit dem gleichen Mindset, ähnlichen Interessen oder Werten, dann ist das Ergebnis eigentlich, musst du gar nicht mehr viel machen. Das passiert dann halt einfach. Das funktioniert. Sind die bei uns, glaube ich, ganz gut.
- 13:43 Ronald M. Arndt
Jetzt gibt es ja auch solche und solche. Die einen suchen die Nähe, die anderen sagen, nee, ich bleibe lieber für mich. Also trifft sich da schon, treffen sich Leute da mit ähnlichem Spirit oder gibt es vor Ort jemanden, der das so ein bisschen auch anleitet, so ein Herbergsvater?
- 13:56 Magnus Busch
Nein, ich glaube, es ist der respektvolle, die respektvolle Distanz zum Gast, die eine wahnsinnige Kunst ist des Gastgebers, des Hoteliers, des Barkeepers.
- 14:09 Ronald M. Arndt
Eigentlich so der Urtyp des Hoteliers, des Gastgebers.
- 14:12 Magnus Busch
Genau, du bist irgendwie Menschentyp und kannst das sehen und hast diese Finesse in deinem Blut, oder du hast sie nicht. Ja, so, und ich glaube, die Leute, die wir, oder andersrum, die auch Lust haben, mit uns zu arbeiten, auch da wieder, ne, das ist gleich wieder, es zieht halt die Marke, ne, die Marke zieht diese interessanten Charaktere an, die haben einfach Bock, dann auch damit was zu machen. Und wenn wir das nur anleiten würden, dann wäre es wahrscheinlich irgendwie, also irgendwie kein Animateur bei uns oder sowas, ja, sondern nein, es gibt einfach leidenschaftliche Gastgeber, die spüren, wann jemand in Ruhe gelassen werden möchte, ja, aber gleichzeitig spüren, wann jemand den Service wünscht. Ja, das ist sicherlich eine Kunst, kann man ein bisschen trainieren, aber ich glaube, entweder you got it oder halt nicht.
- 15:03 Ronald M. Arndt
Siehst du dahinter einen allgemeingesellschaftlichen Trend, dass die Menschen wieder mehr persönliche Kontakte auch haben möchten, was ihr jetzt einfach auf die Hotellerie projiziert habt?
- 15:14 Magnus Busch
Na ja, guck mal, ich meine, wir haben jetzt eine wahnsinnig spannende Situation global. Das ist kein Phänomen, was wir hier in Deutschland haben, aber wir haben eine Generation, die jetzt auf einmal auch im 35- ist und auf einmal Geld ausgeben kann. Ja, diese Generation, also ich bin wahrscheinlich so eine der letzten analogen Generationen, und alles, was nach mir gekommen ist, ist zum größten Teil digital aufgewachsen, ja, mit großen digitalen Einflüssen, immer, immer mehr. Das Ding hat immer geiler funktioniert. So, und dadurch ist einfach gesellschaftlich ein wahnsinniger, für mich so ein Step Change oder so, wie auch immer man das nennen mag, also nur unglaublich starke Veränderung passiert. Die Leute haben andere Werte, ja, für die sind andere wichtige, andere Themen wichtig, als die jetzt in meiner Jugend noch wichtig waren. Und wir verbringen so viel Zeit mit digitalen Tools, sind aber trotzdem Menschen im Kern. Und daher glaube ich, dass gerade Orte, an denen wahre der wahre Austausch wieder möglich ist und angenehm ermöglicht wird, dass diese Orte in unserem Stellenwert deutlich nach oben rutschen. Wir verbringen vielleicht weniger Zeit in den ehrlichen Gesprächen als früher, aber dafür sind sie umso wichtiger. So, und das ist glaube ich so ein bisschen die Bewegung, ja, die, die ich sehe, oder die ist global, also die hat nichts hier mit Jetzt hast du vorher gesagt, dass die nook eben auch in der Natur verankert ist.
- 16:57 Ronald M. Arndt
Sowas lässt sich dann in der Idylle rund um Bad Saarow, glaube ich, gut ausleben.
- 17:02 Magnus Busch
Ja, die Natur ist für uns ein großer Motor.
- 17:06 Ronald M. Arndt
Ist die Natur vorm Haus oder kommt die ins Haus?
- 17:10 Magnus Busch
Also natürlich irgendwie überall, ne. So, also die Natur ist in der Luft, es muss alles irgendwie angenehm riechen, es muss irgendwie, oder andersrum, es fasziniert uns als Bühnenbauer, als Kreateure dieses ganzen Zirkuses. Und für uns ist die Natur irgendwie so eine Inspirationsquelle. Ja, also ich glaube sehr oft, oder andersrum, der Drang nach Perfektion, den unsere Gesellschaft über die letzten 2, Dekaden intensiv gelebt hat, ja, und davor halt immer, immer Battle-Drillt. Ich glaube, es gibt so eine— wir haben es halt irgendwann an den Punkt gebracht, ja, wo der Ausbruch daraus wieder wichtig ist und relevant wird, ja.
- 18:03 Ronald M. Arndt
Also dass so ein Zenit einfach erreicht ist, ne?
- 18:05 Magnus Busch
Und genau, und das Spannende für gewisse Zielgruppen, ist die Imperfektion, ja, die Imperfektion der Natur. Kein Spinnennetz ist perfekt, ja, die haben alle irgendwo einen kleinen Fehler, und das macht sie aber dann wieder so wunderschön. Und keine Blume ist perfekt, ja, und genauso wie kein Mensch perfekt ist, ja. Also diese Barbie-Doll-Stories, weil das funktioniert in einem gewissen Teil der Gesellschaft wahrscheinlich immer noch so, aber ist halt für uns nicht relevant, ja. Und Also genau, also wir wollen auch gar nicht für jeden da sein, überhaupt gar nicht, ja, sondern wir haben unsere ganz klare Abgrenzung, die völlig natürlich ist. Nicht, dass wir irgendwie andere Leute nicht zulassen wollen, ja, sondern das passiert total natürlich. Und natürlich Natur, diese Natur, die wir da in Bad Saarow haben, ist sicherlich absolut einzigartig. Ja, dieser Teich, den wir da vor uns haben, also Teich 27 Kilometer einmal rum, Riesenteich, ja. Aber der sieht jeden Tag anders aus, ja. Die Wasseroberfläche ist anders, es sind andere Vögel da, mal ist ein Schwarm da, mal fliegt er gerade weg, ja. Mal ist es komplett spiegelglatt, dann geht die Sonne so unter, so unter, rot, orange, grün, lila Wolken. Das haben wir halt alles bei uns, und das ist, das siehst du in der Stadt nicht. Und wir haben so viele neue Momente, die man da draußen erleben kann, die man in der Stadt nicht hat. Und das hat natürlich einen Einfluss auf deine gesamte Kreativität und auf die Ideenfindung, die vor allem halt auch Teams bei uns extrem viel nutzen. Also auf das Businessmodell vielleicht noch mal so ganz kurz zu kommen, ja, wir machen halt unter der Woche die Hütte voll mit Offsites, ja, also wirklich Also wir haben es glaube ich innerhalb eines Jahres geschafft, zu einem ganz, ganz wichtigen Player in der Offsite-Welt zu werden. Da ist irgendwie großer deutscher Musikkonzern, der da seine Vorstandssitzung macht, ja. Aus dem Sportbereich sind die Top-Leute, die Top-Brands da, die dorthin kommen. Die Fintech-Welt aus Berlin, VC-Welt, Startups, die dorthin kommen, um 2, 3 Tage Offsite zu machen und strategisch zu denken. Und diese Natur tut ihren Teil dazu bei, weil das findest du nicht in der Stadt. Ja, du kriegst erst eine ganz andere Atmosphäre. Also Ness hat neulich gesagt, weißt du, die Offsites bei uns funktionieren so gut, weil wenn du das alternativ in der Stadt machst, in einem richtig geil ausgestatteten Coworkspace, ja, und du gehst dann danach mit deinem Kollegen raus, runter auf die Straße, ja, am Potsdamer Platz, und unterhältst dich, wie geil dieses Offsite oder die letzten Stunden waren, was er alles Tolles geschafft hat, dann steht er am Ende immer noch vor der Eckbäckerei und so die Straßen vorbei. Wenn du das bei uns machst, stehst du halt am Abend mit deinem Kollegen auf dem Steg beim Sonnenuntergang vom Großteich. Das heißt, der Anker, der, der, der geistige Anker, mit dem man diese Offsite-Erlebnisse verbindet, ist ein komplett anderer, ja, und der ist viel intensiver und der hat viel mehr Story als dieses Inner-City-Life. Und das ist das, was bei uns da sehr, sehr gut unter der Woche funktioniert. Und auch die Retreats, ja, die haben— wir sehen das, ich habe es immer gespürt, ne, und man dachte, okay, da ist was dran, dass die Leute raus wollen in die Natur, ja. Aber wie viele Leute da in den 2 Grad warmen See im Winter bei uns morgens gesprungen sind, ob die nun vorher geatmet haben oder nicht geatmet haben, sei mal dahingestellt. Wir machen Wim Hof Baderetreats, ja, aber auch der Sportler, der alleine morgens joggen geht und dann da noch mal diese physische Erfahrung hat, in den See zu springen. Das ist die Natur, und das kannst du halt schwierig woanders abbilden. Die hat einen Wahnsinns-Einfluss. Also zu Beginn schon erzählt, wo Nook herkommt, ja. Und we are all rooted in nature. Bottom line, ist völlig egal, welche Farbe, welche Gedanken, wen du liebst, ist alles völlig Latte. We are all rooted in nature. Und das ist das, ja, was, was wir da irgendwie auch einfach ganz natürlich, glaube ich, mit einfließen lassen, gar nicht versuchen, sondern mit einfließen lassen.
- 22:40 Ronald M. Arndt
Jetzt hast du die Zielkundschaft schon unterteilt in unter der Woche Retreats, Workshops, Unternehmen, am Wochenende dann genau, wahrscheinlich Privatgäste.
- 22:50 Magnus Busch
Grundsätzlich, genau, wir machen halt beides, haben offen für die Leute, die einfach nur die Auszeit am Wochenende suchen. Also wir machen Personal Retreats, das ist das Wochenende, den Markt gibt's auch noch, ja, deine Auszeit machen kannst, kannst in den Yogaraum gehen, kannst in die Sauna gehen, kannst in den See hüpfen alleine, ja. Wir machen das als Team, ja, mit, ob das jetzt adidas Running ist, die sich auf dem Halbmarathon vorbereiten und bei uns da trainieren und, und Zeit verbringen, ja. Oder wir machen es als Corporate, wo ein Unternehmen hinkommt und die Mischung aus Wellbeing und Business Strategy verknüpft, ja. Ich glaube, das ist ziemlich genau unsere Positionierung. Also wenn du sagst Personal Team und Corporate Retreats, ich glaube, das ist am Ende das, der Kern unseres Businessmodells, ja.
- 23:48 Ronald M. Arndt
Berlin kommt da natürlich als sehr guter Standort in Frage. Was wäre so die nächste Stadt in Deutschland oder DACH-Region, wo du sagst, da könnte sowas auch noch funktionieren? Weil die Nachfrage kommt ja erst aus der Stadt raus, die nicht allzu weit weg ist.
- 24:05 Magnus Busch
Genau, also die Nachfrage kommt aus der Stadt raus. Ich wohne in München, ja, wir haben um München herum eine wahnsinnig schöne Natur. Haben tolle Seen und haben eine wirtschaftlich noch viel, viel stärkere Infrastruktur, als die Berlin überhaupt da hat. Also ich bin überzeugt davon, dass es auch um München herum funktioniert. Für uns ist es wichtig, dass wir Städte suchen. Also ich glaube, es geht grundsätzlich in jeder europäischen Metropole, die so ein bisschen Forward-Thinking-Companies hat, wo wir eine relativ große Anzahl an Freelancern haben und ja, Kultur- und Kreativszene aktiv ist. Ja, ich glaube, es ist am Ende diese Vermischung aus all diesen Bereichen, die es für uns relevant machen. Aber ich denke, wenn wir in— also erstmal ist Berlin noch nicht ausgereizt, ja, unser kleines Hüttchen, da würden auch da sicherlich— haben auch da sicherlich noch Wachstumspotenzial. Aber ich denke, München ist schon ziemlich prädestiniert. Dafür auch als internationale Stadt. Also das ist bei uns die, die, die, die Sprache im Hotel, würde ich sagen, ist 60% Englisch. Ja, nicht weil wir das irgendwie besonders cool finden, sondern weil das halt einfach so ist.
- 25:32 Ronald M. Arndt
Das nehme ich an, dass ihr jetzt doch mit der kleinen Vision auch die Sache angegangen seid. Das heißt, bei einem Nook wird es ja nicht bleiben.
- 25:40 Magnus Busch
Nee, es wird sicherlich nicht bei einem Nook bleiben. Wir haben ganz konkrete Pläne und wir haben natürlich auch Träume und Visionen. Ja. Wichtig ist uns aber, dass wir ganz klar nicht diesen crazy Gaga-Skalierungspfad nehmen. Viel weiter noch, wir sind eigentlich davon überzeugt, dass das organische Wachstum am Ende das viel Kräftigere ist. Ja, also wir sind sicherlich kein VC-Case oder so, ja, das organische Wachstum aus dieser Community heraus viel stärker ist. Sie sehen die ersten Anzeichen jetzt schon, ja. Also Leute, die sich bei uns getroffen haben, weil wir auch immer ab und zu so Community-Weekends oder Tage, ja, und da trifft sich der eine Gründer mit dem nächsten, und die haben schon eine Company zusammen gegründet und rufen irgendwann an, hey geil, guck mal, vielen Dank, dass ihr uns da irgendwie zusammengebracht habt. Und diese Mechanismen, wenn wir die weiterdenken, Real Communities haben eine gewisse Eigenständigkeit zu wachsen, und daraus ergeben sich wieder Möglichkeiten, und daraus ergeben sich Opportunities. Und das ist wollte, Möglichkeiten, Opportunities. Aber das ist, das ist etwas, was, wo ich ganz stark dran glaube, dass Inhalte aus der, aus der Community selber geschaffen werden, ja, und dass daraus eine unglaubliche Kraft entsteht. Ist übrigens auch super spannend für Marken. Also wir haben super viele Marken, die sagen, hey, das, was ihr da macht, Ja, da will ich eine Rolle mitspielen. Ja, ihr könnt, ihr habt da Leute, die auf einem Premiumniveau, First Mover, Mover and Shaker, keine Ahnung, du kannst tausend Begriffe, aber da will ich ran. Mit den Leuten will ich, will ich was machen. Wie können wir kreativ zusammenarbeiten?
- 27:30 Ronald M. Arndt
So, du meinst einfach, die Community, die schafft sich ihr nächstes Nook höchstwahrscheinlich selbst?
- 27:35 Magnus Busch
Ja, ich bin davon absolut überzeugt. Ich bin davon absolut überzeugt, wir müssen schon unsere Hausaufgaben machen und, und, und, und die operative Performance weiter hinkriegen. Aber die Grundlagen dahinter, das, was wir, also sagen wir so, also das Skelett, ja, das ist bei uns so gebaut, unser komplettes Tech-Stack ist so gebaut, dass wir ja damit auch 10 Dinger betreiben können, also irgendwann 20, keine Ahnung. Also das ist alles ready. Ja, so, aber es muss Sinn machen. Ja, also Wachstum des Wachstumswillens oder des Skalierungswillens, ich glaube, das ist Käse irgendwie, oder für uns nicht der richtige, der richtige Weg.
- 28:19 Ronald M. Arndt
Aber ja, wir wollen meistens, kommt ja das eine nach dem anderen.
- 28:22 Magnus Busch
Ja, ja, genau. Und wir haben uns viele Sachen angeguckt, gibt gerade vor 2 Wochen wieder was abgesagt, weil es am Ende dann wäre eine tolle Möglichkeit gewesen, aber es hat am Ende dann nicht gepasst. Ja, und ich glaube, da muss man auch in der heutigen Zeit wirklich sagen können, hey, pass auf, das geht jetzt nicht mehr. Wir sind eine kleine Mannschaft, wir dürfen uns nicht überlaufen. So, und am Ende weißt du, wenn das Produkt richtig ist, ja, und dass das Produkt richtig ist, sehen wir an unseren Gästebewertungen. Das sind Liebesbriefe, ja. Also wer, wer setzt sich den, also ich habe noch nie verstanden, wer sich bei Google hinsetzt und wirklich eine Bewertung schreibt. Aber es gibt sie da draußen. Wenn du das bei uns anguckst, dann ist es wirklich so.
- 29:13 Ronald M. Arndt
Wenn es Herzchen gäbe statt Sternen.
- 29:17 Magnus Busch
Nee, nee, würden die sicherlich Herzchen aussehen. Aber das sind wirklich tolle. Ich hatte the most wonderful weekend oder feels like home but better. I will always come back. Gerade hat jemand geschrieben, es ist einer der schönsten Orte der Welt. Wow, that's big. Ja, so, das funktioniert. Und das muss man clever aufsetzen. Ja, und ich denke, also wir müssen das alles auch rechnen und so. Und da sind wir auch, das ist, das ist unsere Hausaufgabe, die wir machen müssen. Ja, das wird es einfach weiterhin perfekt machen. Wir betreiben das Ding profitabel, aber Das kann man halt auch skalieren. Nur man muss sehr vorsichtig sein, das zu skalieren. Ja, und, oder wir wollen vorsichtig sein, es zu skalieren.
- 30:08 Ronald M. Arndt
Das heißt, es könnte sich jetzt nicht ein privat geführtes Hotel bei euch melden und sagen, wir sind hier irgendwo in der Pampa, aber trotzdem stadtnah, es läuft nicht so recht?
- 30:19 Magnus Busch
Also, again, it's a mindset thing. Also, wenn wir, wenn Mindset und Values, ja, also wir können alles machen, was in unseren Werten drinsteckt. Ja, das kann Hotel sein, das kann ein Restaurant sein, das kann eine Galerie sein, das kann Bäckerei sein. Geil sein.
- 30:31 Ronald M. Arndt
Ja, ist ja auch die Society.
- 30:33 Magnus Busch
Genau, ja. Also es gibt keine— ich habe dieses traditionelle Kastendenken, das habe ich halt nicht. Kann man mir auch vorwerfen, kann man sagen, das ist irgendwie, verstehe ich nicht. Ich glaube, dass das mit dem, was wir machen, anders funktioniert. Das ist eine große Wette, aber ich habe— also ich kann mir auch durchaus vorstellen, dass wir ein Wohnhaus unter dem gleichen Wertekonzept betreiben können. Also es muss nicht necessarily ein Hotel sein. Der Business Case muss am Ende Sinn machen, sowohl für Eigentümer als auch für Betreiber. Sonst ploppt es halt und dann ist es ärgerlich und dann haben alle irgendwie für die Tonne gearbeitet. Aber es muss nicht unbedingt das Hotel sein. Ich glaube stark zum Beispiel in Deutschland an den Premium-Glamping-Bereich. Ja, das ist für mich, why not? Ja, also diese, der Wunsch rauszukommen in die Natur, Sachen mit einer anderen, aus einer anderen Perspektive zu beobachten, eine andere Flughöhe zu bekommen auf sich selber, auf sein Leben, auf sein Business, seine Familie zusammen mit dem Partner, der Partnerin, whatever. Ja, das sind die, das sind die Momente. Und ich glaube, das kann man zum Beispiel beim Glamping hervorragend umsetzen.
- 31:54 Ronald M. Arndt
Also auch da, Da ist ja so der Austausch, die Interaktion zwischen den Campern schon viel normaler, glaube ich, ne? Der Austausch. Ich war letztens mit meinen 2 Jungs campen und war gerade mit meiner French Press auf dem Weg zum Kaffeemachen, als unser Nachbar mit so einem Luxushome fragte, soll ich dir einen Kaffee machen? Ja, aus deiner wahrscheinlich Siebträgermaschine. Das war glamping. Wahrscheinlich hat er sich kennengelernt. Meine wäre besser gewesen.
- 32:33 Magnus Busch
Ja, ich liebe French Press. Ich bin großer Fan von. Nein, also die, ja, es geht am Ende um den Austausch. Wir haben mal in einer von unseren, ja, Kreationsprozessen, Brainstorming-Sessions, whatever, gesagt, wir wollen das geilste Lagerfeuer der Welt machen. This is our mission, geilste Lagerfeuer. Und da ist so viel dran. Diese Lagerfeuergespräche, ja, die sind Wahnsinn. Und ja, früher haben wir da irgendwie, weiß ich nicht, Kanister Lambrusco getrunken oder so. Das muss ja heute nicht mehr sein, bitte. Ja, das kann auch eine Flasche Wein für 60 € Ja, aber die am Lagerfeuer mit tollen Menschen, mit geilen Gesprächen vernünftig zu genießen, das ist das, warum wir auf der Welt sind. Ja, Austausch und Kommunikation, Lernen voneinander. Und das ergibt beim Glamping halt hervorragend Sinn. Also ich glaube da sehr, sehr stark dran.
- 33:33 Ronald M. Arndt
Jetzt haben wir viel vom physischen Austausch zwischen eurer Marke nook und dem Gast gesprochen, aber heutzutage kommt man nicht drumrum, das auch ins Digitale zu übertragen. Und das hast du vorher, glaube ich, auch schon gesagt. Also auch da wird natürlich Wert drauf gelegt, das sehr menschenzentriert zu entwickeln. Fällt das einem leicht oder schwer, oder muss man sich da einfach zwingend reinfuchsen?
- 33:58 Magnus Busch
Also ich finde es wahnsinnig, wahnsinnig spannend.
- 34:02 Ronald M. Arndt
Grundsätzlich ist ja so eine zweite Identität einfach auch, ne?
- 34:06 Magnus Busch
Für uns glaube ich nicht an diese Story, dass wir eine Tech-Company sind. Ja, wir sind keine Tech-Company, das ist nicht unsere, unsere Positionierung, und sind wir auch nicht so wirklich gut darin. Das, was wir anbieten müssen, ja, oder das, was wir anbieten wollen, muss den Bedürfnissen und Erwartungen unseres Gastes, der Zielgruppe, gerecht werden, ja. Und jetzt ganz ehrlich, wenn ich irgendwie eine Tür ohne Schlüsselkarte oder ohne Schlüssel aufmachen kann, das ist kein Wow-Effekt, guys, das ist super Standard, ja. Also so, das ist ja so, und Genauso sehe ich diese grundsätzliche Technologiereise, ja. Das, was uns das Leben vereinfacht, ja, ist Grundvoraussetzung. Und ja, es gibt in der Tech-Welt Momente, und wir haben es anscheinend ein paar Mal hingekriegt, wo wir super positiv überrascht sind, ja. Wir haben eine digitale Guest Journey entwickelt, die bei uns den Anspruch haben muss, als wenn du mit einem guten Freund quatschst. Ja, so, also wir haben 60, 70% unserer Kommunikation läuft über WhatsApp. Also das ist einfach bei unserer Zielgruppe der Standard da drin. Und die Leute schreiben und antworten, und sie schreiben immer mit nook. Ja, also auch da unser Brand, unser Character, ja, der spielt da eine Rolle. Und die hat eine ganz bestimmte Sprache, und die hat eine ganz bestimmte Art und Weise, sich finessig auszudrücken. Und das transportieren wir da. Und auf einmal macht es den Leuten auch Spaß, wieder zurückzuschreiben. Ja, wenn du am Tag deiner Anreise vormittags deine Zugangsdaten bekommst und dazu aber noch die Playlist, die dich schon— Your Experience Starts Now— die dich schon darauf vorbereitet, wie geil es ist, da gleich in dieses Hotel zu kommen. Dann ist es etwas, wo ich sage, da hat jemand irgendwie 2 Sekunden länger nachgedacht. Und solche Momente zu kreieren, das ja ist aufwendig oder so, aber das eben, das macht es halt irgendwie dann wieder besonders. Und da freuen sich unsere Gäste besonders, besonders drüber. Ja, genau, also wir machen ganz viel, führt übrigens auch dann wieder zu ganz vielen Direktbuchungen. Ja, also so, wo wir gar keine Interaktion mehr haben, ja, sondern das ist natürlich alles schon so durchstrukturiert, dass das super lean ist für uns als, als klitzekleines Team, das alles managen zu können.
- 36:52 Ronald M. Arndt
Dieses, dieses nook-Lebensgefühl, wann ist das bei dir so erstmalig aufgekommen? Oder irgendwann musst du ja gesagt haben, in der Hotellerie, da da fehlt mir was in dieser Hospitality, oder so wäre es doch eigentlich auch schön, ne?
- 37:09 Magnus Busch
Ja, wie gesagt, ich sehe das ja irgendwie gar nicht. Also Hospitality, ja, hast ja schon ein bisschen was gesehen einfach. Hotellerie ist jetzt nicht irgendwie, ich würde mich jetzt gar nicht so in der Hotelleriebranche sehen, ja, sondern Hospitality ja, aber nicht unbedingt in der Hotellerie. Wohl am Ende verkaufen wir Betten und die Economics müssen passen zu dem, zu diesem Businessmodell. Da bin ich schon, dass das verstehe ich schon, aber gefühlt ist es damit wenig, wenig, wenig zu tun. Ich glaube, dass das, was mich immer angetrieben hat von Anfang an oder seit sehr jungen Jahren, ist, dass ich gerne Bühnen gebaut habe für andere Leute, dass die da draufgehen können und performen. Ja, so, und das können Mitarbeiter sein, das können aber genauso Retreat-Coaches sein, ja, das kann der Musiker sein, der bei uns ein geiles Konzert am See gibt, ja, oder Das kann der Sportler sein, der da irgendwie wirklich auf Top-Performance bei uns trainiert, oder einfach nur der Typ, der dahinkommt und sagt, ich habe ein Buch dabei, darf ich mich in den Garten setzen und lesen? This is your state. Take it.
- 38:21 Ronald M. Arndt
Ja, habe verstanden.
- 38:22 Magnus Busch
Und das ist diese, diese, die Dankbarkeit, die, wie heißt das, der Smile, den du bekommst, wenn du jemand glücklich gemacht hast, das ist das, warum ich auf der Welt bin. Ja, also so, das ist wirklich im Kern das, was mich wirklich freut. Oder wenn wir Leute zusammenbringen und die dann Freunde werden und du siehst sie dann wieder auf der Straße und alle treffen sich gemeinsam irgendwo in einem Restaurant und sagst, hey, wow, du darfst an den Tisch gehen, wo die beiden Leute sitzen, eine gute Zeit haben und die sagen, hey, Das ist das Wahre, was für mich, was mich wirklich fasziniert.
- 39:05 Ronald M. Arndt
Jetzt hast du dich gerade ja abgegrenzt von der klassischen Hotellerie, aber gibt es doch so ein paar Dinge, wo du sagst, hey, das wäre ein Tipp, macht das und das mal so, das würde euch schnell weiterhelfen?
- 39:20 Magnus Busch
Also ich kenne ja beide Seiten, ich kenne ja auch wirklich diese total durchdigitalisierte Welt sehr, sehr gut, und ich finde die auch total spannend. Ja, also ich, das ist ein wahnsinnig geiles Business, das macht total Sinn.
- 39:37 Ronald M. Arndt
Also das Tech-Unternehmen kennst du auch, ja, genau.
- 39:40 Magnus Busch
Das macht total Sinn für den Betreiber, das macht vor allen Dingen auch extrem viel Sinn für den Asset Owner, für den Real Estate Bereich. Ja, das ist Super, super sinnvoll. Und dafür gibt es einen Riesenmarkt. Und das ist, es fasziniert mich auch, wobei mich dort dann die Perfektion fasziniert. Diese repetitiven Vorgänge, die du immer wieder weiter optimierst. Da gibt es ein paar Jungs, die es echt wirklich, wirklich perfekt machen.
- 40:11 Ronald M. Arndt
Ich glaube, da war ich schon.
- 40:14 Magnus Busch
Und Das ist total, das ist, das ist eine total spannende Welt. Das, was wir machen, ist was anderes. Und ich glaube, im Kern, wenn du Hospitality in die Hotellerie reinbringst, ist was super Schwieriges, ja. Weil in dem Moment, wo du ohne Ende skalieren willst als Businessmodell, brauchst du eine Maschine, die funktioniert, ja. Und jeder menschliche Faktor ist fast hast, ein Hindernis, oder ist auch schwer zu bekommen heute, ja, und ist teuer. Und aber deswegen, so, wenn du die traditionelle Hotellerie, ja, zu der meine Oma ins Adlon gegangen ist, um einen Kaffee zu trinken und so, ja, das sind so, wow, ja, das sind diese, das sind diese Wow-Momente. Und die gehen alle im Kern davon aus, dass du sagst, ey, wer ist der Mensch und was hat der für Bedürfnisse? Ja, und warum mache ich das? Ich glaube, das ist das, warum bin ich da unterwegs? Wenn diese Frage beantwortest, zumindest funktioniert es bei mir, kann man, sind die nächsten Schritte nie einfach, ja, ist knallharte Arbeit, sind schlaflose Nächte, das ist endlose Stunden, aber sie fühlen sich nicht schrecklich Ja, sondern sie geben diese wahnsinnige Energie.
- 41:40 Ronald M. Arndt
Also ein Liebhaberzimmer.
- 41:41 Magnus Busch
Piepe, piepe, piepe.
- 41:44 Ronald M. Arndt
Ich werde doch mal abbiegen, wenn ich in der Ecke Berlin bin.
- 41:48 Magnus Busch
Ja, super gerne. Komm vorbei, setz dich mit ans Feuer.
- 41:51 Ronald M. Arndt
Machen wir mal Lagerfeuer-Podcast.
- 41:54 Magnus Busch
Das sehr, sehr, sehr, sehr gerne. Das wäre doch mal was.
- 41:58 Ronald M. Arndt
Und lass uns vielleicht auch mal ein paar Gäste zu Wort kommen, was die da so in dem Moment empfinden.
- 42:05 Magnus Busch
Ja, gerne.
- 42:07 Ronald M. Arndt
Also ja, und dann entstehen ja die meisten und guten Ideen vor Ort, habe ich gehört.
- 42:14 Magnus Busch
Ja, also du musst dem, du musst dem den Gedanken auch den Raum geben, um sich, um sich zu entwickeln. Da haben wir sicherlich etwas, einen Ort geschaffen, an dem das irgendwie funktioniert. Es gibt tausend andere, wo das auch funktionieren kann, aber bei uns scheint es ganz gut zu funktionieren. Die Leute scheinen es zu lieben.
- 42:36 Ronald M. Arndt
Ganz lieben Dank, Magnus, für die Einblicke und alles, alles Gute weiterhin. Vielen Dank, dass ich da sein durfte. Ich bin verliebt. Ciao.
- 42:43 Magnus Busch
Danke dir.