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South Tyrol · Episode #2 · 23.04.2026 · 47 Min

Magnus Busch (nook society) & Florian Gartner (Designhotel Gartner), BEAM Summit

Magnus Busch (nook society) & Florian Gartner (Designhotel Gartner)BEAM Summit
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„Es war erfolgreich, aber es gibt mit Sicherheit keine Garantie, dass es erfolgreich bleibt.“

Magnus Busch (nook society) & Florian Gartner (Designhotel Gartner), 40:38

Magnus Busch von der nook society und Florian Gartner vom Designhotel Gartner in Dorf Tirol sprechen mit Ronald M. Arndt vor dem BEAM Hospitality Game Changer Summit in Bozen. Beide halten die Südtiroler Hotellerie quantitativ für ausgebaut und fragen, wie Qualität und die Rolle des Gastgebers weitergehen. Dazu kommen Nachfolge, die Finanzierung kleiner Häuser und die Frage, warum Alter in ihren Konzepten keine Rolle spielt.

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Kernaussagen

  1. Summit statt Messe: Magnus Busch würde BEAM keine Messe nennen, sondern eine Zusammenkunft von Menschen. Was die Teilnehmer verbinde, sei die Leidenschaft für die menschliche Art der Hotellerie.
  2. 86 Betten, bewusst Boutique: Florian Gartner war mit 86 Betten vor 15, 20 Jahren unter den größeren Betrieben, zum Zeitpunkt der Aufnahme ist das Haus ein Boutique-Hotel. Größer werden will er nicht, weil ihm dann die Zeit fehlt, mit den Gästen zu plaudern.
  3. Aktivieren vor Betten: Bei nook ist das Ziel, Leute zu aktivieren und zusammenzubringen, die Betten verkaufen sich darüber automatisch. Dazu gehören Reisen, Sportveranstaltungen, ein Wellbeing-Festival und Dinner in Berlin, obwohl das Hotel 60 Kilometer vor Berlin liegt.
  4. Venture Capital passt nicht: Magnus Busch hält Private Equity und Venture Capital für die Hotellerie für den falschen Weg, weil diese Geldgeber nach 3, 4, 5 Jahren einen Exit mit Faktor 10 suchen. Eine Immobilie schaffe erst nach 7, 8 Jahren Werte.
  5. Freiraum für die Nachfolge: Gartner und seine Frau ließen die Kinder nicht im Hotel aufwachsen, sondern trennten Privatleben und Arbeitsplatz. Der nächsten Generation müsse man Verantwortung übergeben, Erfolgserlebnisse verschaffen und Freizeit geben.

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Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:00
    Ronald M. Arndt

    Ja, genau 4 Wochen steigt in Bozen der BEAM Summit. Ich weiß gar nicht, Magnus, warst du da schon mal dabei? Ist jetzt die dritte Ausgabe.

  2. 00:07
    Magnus Busch

    Ich war letztes Jahr, nee, ich hatte letztes Jahr das große Glück, da schon eingeladen zu sein, und ja, freue mich auf jeden Fall auf dieses Jahr.

  3. 00:19
    Ronald M. Arndt

    Und du bist ja, soweit ich weiß, in München ansässig, von da ist die Strecke auch gar nicht so weit.

  4. 00:23
    Magnus Busch

    Ob ich dann an dem Tag aus München komme, weiß man immer noch nicht ganz genau. Aber ja, also auf jeden Fall eine Reise wert. Ich glaube, es ist echt relativ egal, von wo man kommt. Das Ding ist schon etwas, worauf ich ja auch, oder wo ich auch länger hinfahren würde, definitiv.

  5. 00:41
    Ronald M. Arndt

    Mit deinem Unternehmen, der nook society, sprechen wir gleich, Magnus. Und ich freue mich, Herr Gartner, dass ich auch Sie heute wieder sehe. Diesmal nicht bei Ihnen vor Ort im Designhotel Gartner in Dorf-Tirol. Sondern online. Ihnen geht's gut, Herr Gartner?

  6. 00:55
    Florian Gartner

    Mir geht es wunderbar. Ich bin in bester Gesellschaft und guter Dinge.

  7. 01:00
    Ronald M. Arndt

    In unserer ersten Episode bei Ihnen vor Ort vom Hotel Podcast Südtirol haben wir über das Literaturfestival gesprochen, was bei Ihnen auch zum dritten Mal, das ist eine Parallele zur BEAM, dieses Jahr stattgefunden hat. Und sind die Autoren schon abgereist oder sind noch ein paar im Haus?

  8. 01:15
    Florian Gartner

    Also es findet in der Tat immer noch statt. Also letzte Woche waren Karowal und und eben Andreas Sawatzki und Christian Berkl zu Gast. Die Lesungen sind bereits über die sprichwörtliche Bühne gegangen und morgen geht's mit Heinz Strunk weiter und dann kommt Timon Kaleiter und Sabine Rückert und Andreas Henker mit dem Zeitverbrechen-Podcast und dann zum Abschluss Michael Friedmann. Also wir sind auf Hochtouren unterwegs.

  9. 01:45
    Ronald M. Arndt

    Ja, und vielleicht noch ein paar Fensterplätze frei für kurzfristig Entschlossene. Aber wir haben ja damals im Podcast—

  10. 01:50
    Florian Gartner

    Wenig, wenig nur noch. Also wenn, Sputet euch, liebe Literaturliebhaber, wir haben hier volle Hütte.

  11. 01:58
    Ronald M. Arndt

    Deswegen sage ich ja Fensterplätze.

  12. 02:01
    Florian Gartner

    Genau, genau.

  13. 02:03
    Ronald M. Arndt

    Was mich freut, und es hat ja, zeigt sich auch, dass der Magnus wiederkommt nach Südtirol, der Thomas Mohr und sein Team in Bozen von der Messe Bozen haben da wohl ein Format geschaffen mit der BEAM, in voller Länge BEAM Hospitality Game Changer Summit, das nicht nur eben Südtiroler Hoteliers anzieht, sondern auch Deutsche und vielleicht noch andere Nationalitäten. Magnus, siehst du das auch so, dass da einfach was ganz Besonderes auch entstanden ist mit BEAM?

  14. 02:32
    Magnus Busch

    Ja, es ist, ich war so, also erstmal hat mich in erster Linie, glaube ich, damals ein, ja, das nächste Hospitality-Messekonzept hat mich jetzt nicht besonders gezogen, ja. Davon gibt es, glaube ich, eine ganze Menge. Aber die Leute, die das machen, die haben mich gezogen. Und dazu muss man auch sagen, beim ersten Mal, Botzen zu dieser Jahreszeit ist immer eine Reise wert. Also, und dann war ich dort und meine, ja, dann schon irgendwie freudigen Erwartungen da wurden halt weit übertroffen, weil das ist wirklich eine andere Art. Ich würde es nicht Messe nennen, ich würde es wirklich ein, ein Summit nennen. Es ist eine Zusammenkunft von Menschen, und wenn ich dann Strich drunter ziehe, dann würde ich sagen, das sind alles Leute, die die menschliche Art der Hotellerie zelebrieren möchten und eine Leidenschaft dafür entwickelt haben. Das ist, glaube ich, das, was, was uns da alle vereint und was uns zusammenbringt und die Gespräche auch so spannend macht.

  15. 03:47
    Ronald M. Arndt

    Ja, Herr Gartner, das Designhotel Gartner habe ich persönlich kennenlernen dürfen vor ein paar Wochen in Dorftirol. Für alle anderen, die es noch nicht kennen, denen empfehle ich die erste Episode eben vom Hotel-Podcast Südtirol. Vielleicht mal ein paar Worte zu Ihnen und zu Ihrem Haus. 30 Jahre sind Sie jetzt schon zugange.

  16. 04:04
    Florian Gartner

    Ja, also wir stellen, glaube ich, in der Hotellandschaft in Südtirol irgendwie ein eine besondere Rolle insofern, als wir nicht den ganz klassischen Weg verfolgen, den die meisten unserer Kollegen eben für sich beanspruchen, sondern wir gehen einen Weg, der gepflastert ist, wenn man so will, mit sehr viel Kultur. Wir erfüllen natürlich auch die klassischen Wellnesswünsche und Selbstverständlich spielt Kulinarik in Südtirol immer eine Riesenrolle, das ist kein Thema. Aber wir versuchen auch, unsere Interpretation der Hospitality auch über die Kultur herzustellen. Und dementsprechend sind die Menschen, die zu uns kommen, Leser, sind die Menschen, die zu uns kommen, Genießer, sind die Menschen, die zu uns kommen, einfach auch Personen, die im täglichen Umgang mit uns als Gastgebern Kultur pflegen. Und das ist, das ist uns ein großes Anliegen in unserem Haus.

  17. 05:13
    Ronald M. Arndt

    Und Magnus, du bist mit der nook society definitiv ein Gamechanger in Deutschland. Ein bisschen was zu deinem Konzept nook.

  18. 05:25
    Magnus Busch

    Also was wir im Endeffekt bei nook machen, ist, wir haben uns vor ein paar Jahren einfach mit den Veränderungen, den gesellschaftlichen Veränderungen beschäftigt und haben gesagt, okay, es gibt irgendwie wirklich fundamentale Veränderungen in den Erwartungen und Bedürfnissen von Menschen, wenn man die Generationen anguckt. Und in erster Linie glaube ich, dass jetzt eine Generation am Drücker ist, die in erster Linie digital aufgewachsen ist. Die wird auf einmal wirtschaftlich relevant, und zwar nicht irgendwie wie in der Zeit der Industrialisierung, ist es ein Prozess, der über 150 Jahre läuft, ja, sondern wir sprechen auf einmal über einen Prozess, das vielleicht 10 Jahre, 15 Jahre, eine Dekade, die eine ganze Gesellschaft und auch nicht mehr nur regional, sondern global mit einem Schlag verändert. Und das hat unserer Meinung nach dazu geführt, dass Leute einfach andere Bedürfnisse, andere Forderungen ans Leben, ans Arbeiten, ans Spielen, an wie man zusammenkommt haben. Und mit nook bauen wir genau die Bühne für diese Leute. 3 Wellen, denke ich mal, auf denen wir irgendwie so groß surfen. Das ist auf der einen Seite das klare Bedürfnis nach Wellbeing, nach einem ganz körperlichen, aber ganzheitlichen, irgendwie körperlichen angenehmen Ansatz. Da geht es darum, nicht nur, was ich esse, also die Kulinarik spielt da eine Rolle, aber es geht auch darum, wie ich mich bewege, wann ich mich bewege, mit wem ich mich bewege und auch ein bisschen, wie ich denke. Also auch ein mentales Wellbeing gehört dazu. Dann ist eine Welle, dass wir sicherlich nicht mehr, und gerade diese Generation, die da jetzt kommt, so arbeiten, wie wir das vielleicht noch alle kennen über die letzten Dekaden. Ja, Arbeit hat sich verändert, Arbeit wird sich weiterhin in einer extrem hohen Geschwindigkeit verändern, nicht nur wann wir arbeiten, sondern vor allem auch, was wir eigentlich arbeiten mit KI. Und als dritter Fakt ist aber, dadurch, dass wir so flexibel auf der Welt unterwegs sind, weil wir das jetzt können, werden, ist der Bedarf, mit echten Menschen an einem echten Lagerfeuer zu sitzen, extrem groß, um den wirklichen Austausch wieder zu spüren und diese Entschleunigung rauszuziehen. Und ich nenne es jetzt mal Community oder Society, oder es ist ein Bedürfnis nach gesellschaftlichem Austausch da. Und das sind, glaube ich, so die 3 Wellen, die uns da vorantreiben. Am Ende irgendwo zwischen Wellbeing und Business Performance. Also, es sind alles Leute, die Bock haben, ambitioniert sind, Kunstbereichen, Sportbereich, oder aber auch in ihrer beruflichen Laufbahn, die da bei uns zusammenkommen.

  19. 08:12
    Ronald M. Arndt

    Herr Gartner, Sie haben im Podcast ja imposante Zahlen genannt, 54 5-Sterne-Hotels allein in Südtirol, was Sie auch ganz bewusst gar nicht sein möchten als Designhotel Gartner. Was macht Südtirol so stark insgesamt?

  20. 08:32
    Florian Gartner

    Wer liebt Südtirol nicht? Also vor allem im deutschen Lebensraum. Also Südtirol ist ein Sehnsuchtsort oder war von jeher ein Sehnsuchtsort und wird es immer mehr. Das Angebot in puncto Hotellerie, in puncto Gastronomie ist phänomenal. Das wissen wir. Die Hotels sind, sind, sind irrsinnig ausgebaut auf dem neuesten Stand der Dinge, technisch wirklich auf allerhöchstem Niveau. Wo ich einhaken möchte, ist bei meinem Kollegen gerade seine Worte, die er angesprochen hat, dass ein Hotel in einer bestimmten Größenordnung und vor allen Dingen auch in einer bestimmten qualitativen Anspruchslage, dass ein solches Hotel über alle Voraussetzungen verfügt, die eben ein anspruchsvoller Urlauber voraussetzt. Das ist vollkommen klar. Also Schwimmbäder, Saunen, tolle Restauration und so weiter. Das ist alles klar. Worum es aber heute, glaube ich, gerade auch in Anbetracht dieses gerade stattfindenden gesellschaftlichen Wandels ganz besonders geht, meines Erachtens, ist der Umgang miteinander. Das Persönliche. Ich denke, Da wird sich auch ein Stück weit die Spreu vom Weizen trennen. Es mögen noch so viele 5-Sterne- oder 4S- oder was auch immer Hotels entstehen. Das ist alles gut und recht. Aber ich denke, der Gast wiegt ganz genau ab: Was bekomme ich, wenn ich im Hotel XY, wenn ich in einer bestimmten Gegend urlaube? Was bekomme ich auch von den Menschen dort? Wie schaut die Gastfreundschaft aus? Ganz wichtig. Und daneben auch: Wie positioniert sich das jeweilige Unternehmen, wie positioniert sich das jeweilige Hotel im Kontakt mit dem Besucher? Redet man tagtäglich über das Wetter und führt einen beliebigen Smalltalk, oder sind wir auch imstande, als Gastgeber wirklich auch kulturelle Flagge zu zeigen? Sind wir imstande, auch unsere Heimat, unser Land entsprechend darzustellen? Und deshalb, Masse ist nicht gleich klasse. Die, ich halte es für eine Situation, die im Moment ein Stück weit auch an ihre Grenze geraten ist in Südtirol. Lasst uns ein bisschen weniger machen, weil das ist meines Erachtens dann im Angebot für den Gast mehr.

  21. 11:14
    Ronald M. Arndt

    Gibt es da irgendwo die Möglichkeit, in Südtirol eben so eine gemeinsame Meinung von lasst uns weniger machen, da irgendwie zusammenzukommen, oder braucht es genau dafür eben solche Summits wie BEAM?

  22. 11:26
    Florian Gartner

    Ich glaube, dass es solche Summits braucht. Es ist natürlich so, die Geister, die du riefst, die wirst du schwer wieder los. Alle haben investiert, alle haben gebaut, alle haben aufgerüstet. Und natürlich, da steckt viel wirtschaftliche Überlegung dahinter. Und das ist nachvollziehbar, das ist klar. Nur eben, Wenn eben Experten, wenn Menschen, die denken können, kluge Köpfe sich an einen Tisch setzen und miteinander reden und sagen: Leute, wie können wir qualitativ noch besser werden? Quantitativ sind wir gut, qualitativ sind wir auch gut, keine Frage. Aber wie definieren wir Qualität für uns? Wie möchten wir, dass unser Land von außerhalb wahrgenommen wird? Und mir persönlich ist das ein großes Anliegen. Ich halte das für wichtig. Lasst uns die richtigen Gäste für das richtige Land suchen. Und man findet sich dann gegenseitig, wenn das dann übereinstimmt. Aber es müssen Menschen an einen Tisch kommen. Insofern ist eine Veranstaltung wie die in Bozen mit ganz großer Sicherheit sehr begrüßenswert.

  23. 12:39
    Ronald M. Arndt

    Und vor allem auch eine Veranstaltung, die einfach am Ende unterschiedliche Unternehmergenerationen zusammenführt.

  24. 12:44
    Florian Gartner

    Genau. Das ist ja aus meiner Sicht auch schon Richtig.

  25. 12:47
    Ronald M. Arndt

    Mit an Bord.

  26. 12:48
    Florian Gartner

    Wir haben gerade vorher von einer Digitalisierung der Gesellschaft gesprochen. Wir leben alle mittendrin. Das ist ja nichts Neues mehr. Wenn die nächste Generation kommt, ich bin jetzt jemand, der noch ganz stark über das Persönliche, über das Gespräch mit den Menschen, also face-to-face kommt. Die nächste Generation, in diesem Fall unsere Tochter, die die mit auch im Rennen dabei ist, mit im Spiel ist. Das ist eine Generation, die zwar, und das haben wir erziehungstechnisch, denke ich, nicht ganz falsch gemacht, die natürlich auch menschlich gut drauf ist. Aber natürlich ist sie technisch mir und meiner Frau bei Weitem überlegen und positioniert dann das Haus und auch unsere Philosophie dann ganz wunderbar in den Social Media. Und die nächste Generation, Kinder an die Macht hat Herbert Grönemeyer gesungen.

  27. 13:47
    Magnus Busch

    Ja, ja, ja. Und da geiler Vergleich gerade übrigens, wer die Doku noch nicht gesehen hat, zum 70. Geburtstag auf jeden Fall angucken. Da ist ganz, ganz viel Richtiges drin und ganz viel, was man für die Hotellerie benutzen kann. Und eine Sache, die da übrigens drin ist, ist Stellung beziehen, ja, klare Verantwortung übernehmen und Stellung beziehen. Und ich glaube, das ist auch als Gastgeber eine wichtige Positionierung. Und nicht, also wir versuchen nicht, für jeden da zu sein, das ist überhaupt nicht unser Ziel, ja, sondern es gibt ganz klar bei uns Werte, und die werden selbstverständlich gelebt, die werden nicht vorgebetet, sondern die sind einfach im Hintergrund und selbstverständlich. Und ich glaube, das ist das, was wir Warum die Menschen zu uns kommen, nicht weil wir das jetzt rausbeten, sondern es schwingt alles in einem selbstverständlichen Subtext mit. Und das ist auch der Grund, warum wir so tolle Mitarbeiter haben, ja, weil die genau für diese Werte einstehen und ganz klar Stellung beziehen können, ja. Und das ist das, was wir, was in unserer Gesellschaft, glaube ich, großen Unterschied macht. Und das ist auch der Grund, warum solche tollen Hotels, die jetzt nicht 150 Zimmer haben, um wirtschaftlich funktionieren zu können, sich am Ende durchsetzen können und sehr profitabel betrieben werden können.

  28. 15:17
    Ronald M. Arndt

    150 Zimmer, Herr Gartner, ist noch die untere Grenze wahrscheinlich, ne?

  29. 15:21
    Florian Gartner

    Ja, mittlerweile ja. Wenn ich denke, also wir feiern heuer unser 30-jähriges Jubiläum hier, also wir als Meine Frau und ich als Betreiber des Hotels, das Hotel an sich gibt es ja schon viel länger. Aber wenn ich das Revue passieren lasse, was in den letzten 30 Jahren passiert ist, wir waren mit unseren 86 Betten, waren wir noch vor 15, 20 Jahren mit bei den, ja, nicht ganz großen, aber doch größeren Betrieben dabei. Heute sind wir ein Boutique-Hotel und bewusst und gerne ein solches. Wir möchten auch gar nicht größer werden, weil Weil dann wird ja alles, was ich vorher gesagt habe, auch ein Stück weit hinfällig. Dann habe ich ja gar nicht mehr die Zeit, als Gastgeber zu fungieren, habe ich ja gar nicht mehr die Zeit, mit meinen Gästen zu plaudern, zu lachen, mich auszutauschen. Und das möchte ich unbedingt weiterhin so handhaben. Aber eben, es sind in den letzten 10, 15 Jahren Hotels wie Pilze aus dem Boden geschossen. Und vor allen Dingen sind das große Pilze geworden. Und ich hoffe, es werden keine Fliegenpilze. Das heißt, sie sind nicht allzu giftig, was das touristische Geschehen anbelangt. Ja, also das ist einfach, ich glaube, das wird viel. Und lasst uns doch auf die Qualität setzen. Lasst uns doch auf Dinge setzen, die, wie gesagt, dann auch am touristischen Markt Anerkennungsmerkmale sind. Ich denke, das ist in der in der Handhabe der jeweiligen Unternehmer und dann eben auch in der Präsentation ganz entscheidend, dass man eben erkennbar ist und bleibt und dass dann auch eine bestimmte Sehnsucht entsteht beim Urlauber. Da möchte ich hin, weil— ja, ich möchte nicht einfach nur hin, weil ich kann von einem Pool in den nächsten springen. Das ist ja schön, das ist toll, keine Frage, aber ich kann nur in einem Pool schwimmen. Ja, schlussendlich geht es darum, was bietet mir das jeweilige Hotel besonders an? Und diese Entwicklung, wie gesagt, die hat sich ein bisschen in eine andere Richtung eben weiterentwickelt.

  30. 17:43
    Ronald M. Arndt

    Also Magnus, siehst du das eben auch, diese Entwicklung bei euren Gästen, in deinem Umfeld, dass die Menschen wieder Gastgeber suchen?

  31. 17:54
    Magnus Busch

    Also natürlich siehst du es natürlich auch, ja, Story, aber also die suchen, ich glaube, es gibt ein ganz klares Bedürfnis zur Identifikation mit gewissen Themen, ja, so, und das ist im Endeffekt das, was ganz, ganz früher mal die Kirche war, ja, dann in vielen Teilen auch vielleicht noch ist, dann war es irgendwie vielleicht mal für den anderen, ist es der die Freiwillige Feuerwehr, für den Nächsten ist es der Dorfverein, für den wieder den Nächsten ist es Bayern München. Gratulation zur Meisterschaft.

  32. 18:30
    Florian Gartner

    Ja, aber ja, ich auch bin Mitglied. Ich bin Mitglied.

  33. 18:36
    Magnus Busch

    Und ich glaube, es ist das, das Stuttgart musste gestern was einstecken. Ja, also ich glaube, Nein, alles, also was ich im Endeffekt glaube, ist, dass der, dass der Wunsch nach Identifikation auch durch die Digitalisierung und ja, auch die Flexibilität einfach extrem groß ist. Und ich möchte irgendwo dazugehören, ich möchte irgendwo teilhaben, und da sucht sich jeder sein eigenes Fleckchen. Und ja, diese Thematiken werden ja über bestimmte Mechanismen bespielt und funktionieren darüber. Ja, also wenn ich jetzt ein HSV-Fan bin und in Shanghai über die Straße gehe und auf jemand anders treffe, der ein HSV-Shirt anhat, ja, dann sage ich hallo und winke dem und zeige meine Identifikation, die Zusammenhalt. Und das ist ein ganz, ganz tolles Ding da drin in uns Menschen, was, was Tolles. Und ich glaube, das sind die Treiber, die da wirklich entscheidend sind in den nächsten Jahren, wenn man ein Hotelkonzept auf Skalieren, also für jeden Einzelnen sicherlich auch, aber wenn man das auch noch international skalieren möchte, das ist das, was wir am Ende vorhaben, dann glaube ich, sind diese Faktoren sehr, sehr wichtig, damit zu spielen. Und das sehen wir jetzt bei unseren ersten Standorten, dass das sehr, sehr gut funktioniert und die Leute da Lust haben. Heißt aber auch, dass du eigentlich vom, also unser Ziel ist nicht, Betten zu verkaufen, war es nie. Ja, so, unser Ziel ist es, die Leute zu aktivieren und zusammenzubringen. Ja, und darüber verkaufen wir automatisch die Betten, drehen das einfach komplett um. Ja, also wir haben Reisen bei uns, wir haben Sportveranstaltungen, die da gar nicht stattfinden, wir haben Dinner in Berlin, obwohl unser Hotel 60 Kilometer vor Berlin ist. Also wir haben verschiedene Aktivierungsgeschichten, wo wir dieses wirklich, dieses Zusammengehörigkeitsgefühl halt mit hervorheben. Mag sehr experimentell sein, wir kriegen es sogar wirtschaftlich ganz gut auf die Kette, und ich denke, wenn man das skalieren will, das ist die Wette, die wir eingehen, dass wir das dann auch richtig gut hinkriegen. Ja, das ist so meine Perspektive, wo das hingeht. Ich glaube, die Identifikation mit einem 4-Sterne-Hotel, wovon es 700 Stück in Europa gibt, Boah, also da ist schon echt eine Menge Arbeit zu leisten, und ich, also ich sehe es nicht so, ja. Also nee, weil die Herangehensweise von Anfang an, die Strategie eine falsche ist. Da geht's darum, Betten zu verkaufen, ja, ist auch okay, der Markt ist auch da und wirtschaftlich auch in Ordnung. Aber das, was wir machen, ist was anderes. Das ist wirklich das Menschenzentrische, ja. Ich glaube, es gibt Unterschiede in der Hotellerie. Die einen sind die die Betten verkaufen, und die anderen sind die, die leidenschaftliche Gastgeber vom Herzen sind. You got it or you ain't. So, bumm, da gibt es nichts dazwischen. Das musst du nicht lernen, das kannst du, und du hast eine Leidenschaft dafür, oder du kannst es nicht, und das ist auch okay, muss auch nicht sein.

  34. 21:49
    Florian Gartner

    Ich darf da vielleicht ganz kurz, hat mir ganz gut gefallen, was du gesagt hast. Ich habe jetzt für mich den Begriff experimentell herausgehört, weil ich das gerne höre. Ja, weil ich das gerne mag, wenn Dinge neu sind, wenn Dinge nicht nur um des Neuseins willen, ja, einfach nach dem Versuch, so, ich versuche jetzt irgendwas mit Gewalt zu erzwingen, indem ich ultra cool oder ultra experimentell neu bin. Nein, es geht ganz einfach darum, visionär zu sein, Ideen zu haben und auch die Zeichen der Zeit zu erkennen. Und da ist ein Stück weit auch Gesellschaftsanalyse mit drinnen, weil ich beobachte ja, was passiert am Markt. Ich bin natürlich Unternehmer, aber in erster Linie bin ich Gastgeber und als solcher möchte ich Menschen in mein Hotel bekommen. Und das hat dann natürlich auch klar einen wirtschaftlichen Hintergrund. Das ist ja logisch. Wie gesagt, ich bin Unternehmer, aber der wirtschaftliche Erfolg kommt automatisch, finde ich, glaube ich, wenn das Konzept stimmt. Und es gibt so viel Beliebiges an Angeboten, nicht nur in Hotellerie generell, dass der Mensch der ja a priori nicht ganz dumm ist, sagt, okay, ich fische mir schon die Dinge heraus, die neugierig machen, die anders sind, die mich ein Stück weit reizen und sage, okay, das wäre jetzt mal eine ganz besondere Form von Urlaub, oder das wäre eine ganz besondere Form von Reise. Lass uns das doch mal probieren. Das geht weg von dem, was wir landläufig sonst so kennen. Insofern denke ich, innovativ sein, visionär sein, experimentell sein, einfach sich trauen. Wir selbst haben es, wie gesagt, im Hotel mit dem Literaturfestival so gemacht. Einfach eingefallen, sich begeistert, umgesetzt. Und das läuft wie verrückt. Ich habe mir nicht großartige Pläne erstellt, gar nicht, sondern einfach nur gemacht mit ganz Viel Herz, und darum geht's.

  35. 23:56
    Magnus Busch

    Ja, absolut. Also kann ich, kann ich wirklich nur unterschreiben. Und ich glaube, und das ist auch ein Aufruf an alle Leute, die da, die da nach Bozen kommen wollen, ich glaube, wir brauchen grundsätzlich in unserer Gesellschaft mehr Antrieb und Motivation zur Transformation. Wir sind die letzten 30, 40 Jahre, glaube ich, zu lange ausgetretene Pfade entlanggelaufen. Ja, das führt zu wenig Innovation. Also müssen wir Menschen, Teams, die Gesellschaft motivieren, und dazu möchten wir eine kleine Bühne bauen, ja, wieder sich neue Sachen zu trauen, die Komfortzone zu verlassen. Geh mal dahin, wo es wehtut. Und es tut weh, ja. Wer schnell rennen will, muss schnell rennen, und dann knallt halt die Pumpe mal hoch. Ja, aber am Ende ist es der einzige Weg, um diese Medaille nach Hause zu bringen, wenn ich sie denn, wenn das mein Ziel ist. Ja, so, also, aber dazu muss ich laufen. Wer einen Marathon laufen will, läuft auch nicht einfach mal los und rennt diese 42 Kilometer, sondern der muss auch ein bisschen trainieren. Und der trainiert halt auch mal, wenn es regnet. Ja, und das ist dann nicht der schönste Lauf, aber insgesamt, ja, führt das halt zum Erfolg. Und das müssen wir Transformation Das ist was Tolles, das ist was Mutiges, und dafür müssen wir Sachen wagen. Das funktioniert, geht auch nicht immer alles auf, aber ich kann nur sagen, genauso wie ihr ein Literaturfestival ins Leben gerufen habt, haben wir angefangen, ein Wellbeing-Festival vor München, vor, vor, vor Berlin zu veranstalten, ja, wo alle unsere Coaches hinkommen. Der eine macht Eisbaden, der nächste macht Running, der nächste macht Fitness, Boxing, ja, der nächste macht einen Workshop über Podcasts, ja. So, und diese ganze Thematik bringen wir dort wieder zusammen, und die Leute finden das toll und kommen dahin. Und das sind alles kleine Bausteine, die hoffentlich zu unserem großen Erfolg führen. Wir haben aber auch schon voll in die, in die Tüte gegriffen und haben einen Schwimm-Retreat gemacht, da haben sich 3 Leute angemeldet. Well, it happens. Ich dachte, es wäre geil.

  36. 26:05
    Florian Gartner

    Weißt du, was ich glaube, dass die Gäste immer mehr wollen, weil eben es ein so riesiges Angebot auf diesem Markt gibt. Die Menschen wollen sehen, dass du dich um sie bemühst und dass du ihnen was anbietest, was, wohinter ein Gedanke steckt, der von dir kommt. Also dass du ein weiches Bett hast und ein schönes Frühstück. Und wie gesagt, ich bleibe bei dem Beispiel, eine tolle Wellnesslandschaft. Okay, geschenkt, das ist ja klar. Aber Die Menschen wollen einfach auch spüren, da sind andere Personen am Werk, die wollen mir eine gute Zeit bescheren, die wollen für mich was tun. Und ich glaube, in einer Gesellschaft, die ja immer in vielerlei Hinsicht immer weiter auseinanderdriftet, oder auch es gibt auch viel Einsamkeit, und da kommst du plötzlich irgendwohin und da bemüht sich jemand um dich, der möchte dir eine gute Zeit bescheren, ob er das mit Eisbaden macht, mit Marathonlaufen oder mit was auch immer. Egal, es sind andere Menschen, die haben sich für dich Gedanken gemacht und die haben das wohlwollend getan. Nicht nur aus rein unternehmerischen Überlegungen, sondern die haben das getan, weil sie es geil finden und weil sie selbst Freude daran haben.

  37. 27:27
    Magnus Busch

    Ich finde, das ist ein sehr schöner Charakterzug eines Gastgebers, so wie ich ihn mir wünsche. Ja, ich finde das auch so. Ja, geil, ich komme bei dir vorbei. Ja, gerne.

  38. 27:37
    Florian Gartner

    Also freue ich mich. Glauben.

  39. 27:43
    Ronald M. Arndt

    Ja, schon wie gesagt 30 Jahre.

  40. 27:47
    Florian Gartner

    Der Magnus, wir haben uns auch entwickelt, wir sind alle auch anders geworden, ja. Und, und wir haben, wir haben einfach noch mehr Liebe entwickelt. Ich will mich jetzt da hier nicht zum Säuling machen, überhaupt nicht, gar nicht wahr, sondern einfach nur, man, man verliert auch mit fortschreitendem Alter nicht die Freude, wenn man merkt, dass das, was man tut, ankommt. Banale Aussage, ist aber so. Und wenn du merkst, die Menschen reagieren auf das, was du tust, und reagieren auf die Menschen und tun das dann auch in der nächsten Generation schon, wo du merkst, dann, dann, sie haben es erlebt, Herr Arndt, ja, also unsere Tochter, dann merken die Menschen, okay, das geht weiter. Das hat auch in diesem Fall was Familiäres natürlich. Eine Geschichte wird weitergeschrieben, nämlich in einer nächsten Generation. Und Menschen mögen natürlich auch Jugend, sofern diese Jugend eine gute Jugend ist. Dann merken die das und sagen: Cool, ja, da geht was weiter. Da wird eine Geschichte neu geschrieben, aber auf dem alten Pergamentpapier. Nur eben dann wird es halt dann digital geschrieben. Cool.

  41. 29:01
    Ronald M. Arndt

    Oder? Also der Markt, der Trend ist da. Ich glaube, darauf können wir uns jetzt einigen. Den sehen beide Seiten so. Magnus aus seiner deutschen Sicht mit nook, Sie, Herr Gartner, mit dem Designhotel Gartner und 30 Jahre Erfahrung. Und schön, dass man das genauso eben auch hier fortgesetzt sieht jetzt mit der Greta. Wie sieht es bei anderen, ohne jetzt auf Namen einzugehen, aber Nachfolgern aus? Also es gibt ja noch andere natürlich privat geführte Hotels, die nächste Generation. Auch in Startlöchern steht, was schon dabei ist. Gibt es da noch andere Herausforderungen? Ist es insgesamt auch ein positiver Ausblick oder stirbt da auch viel, muss man ganz ehrlich sagen?

  42. 29:41
    Florian Gartner

    Also ich denke schon, also ich denke, dass im Grunde genommen bei aller Kritik, die ich ja auch gerne übe, aber es gibt großartige Hotels in der Gegend, es gibt großartige Familien und sehr, sehr bemühte Unternehmer. Und ich, soweit ich das weiß, und ich kenne die meisten doch relativ gut, sind dann auch die Kinder mit am Start, weil sie auch spüren, dass gerade in Südtirol Hotellerie, Tourismus gelebt wird. Die Kinder wachsen ein Stück weit damit auf. Es ist ganz wichtig, dass die Rahmenbedingungen andere sind, als sie es früher waren. Wir haben da als Familie relativ früh einen anderen Weg eingeschlagen als unsere Kollegen, indem wir die Kinder nicht im Hotel aufwachsen haben lassen, sondern wir hatten ein Privatleben und wir haben einen Arbeitsplatz. Und die Kinder waren nicht mit dabei am Arbeitsplatz, sondern die Kinder waren zu Hause. Wir sind nach Hause gekommen, meine Frau und ich, haben mit den Kindern gespielt, haben mit ihnen Zeit verbracht, haben mit ihnen einen gemeinsamen Mittagstisch gehabt und dann sind wir wieder zur Arbeit gegangen. Und ich denke, Die neue Generation an kommenden Hoteliers, die wachsen auch schon ein bisschen anders auf. Du kannst dein Kind nicht nur reindrängen in irgendetwas und sagen, okay, ich belohne dich jetzt zum 18. Geburtstag mit einem Sportwagen, wenn du mir nur jeden Tag 15 Stunden abdeckst und für mich arbeitest wie geistesgestört. Ja, das kann doch nicht der Weg sein, sondern du musst dein Kind begeistern, dann für die Sache an sich. Und du musst den Leuten, den jungen Leuten aber auch ihren Freiraum lassen. In erster Linie musst du ihnen Verantwortung übergeben. Du musst sie machen lassen, du musst sie tun lassen, du musst ihnen ihre Erfolgserlebnisse verschaffen und du musst ihnen auch Freizeit geben. Weil wir reden jetzt von einer neuen Generation. Wir reden von einer Generation, die heute von 4-, 5-Tage-Woche spricht. Du kannst die jungen Leute halt nicht mehr reindrängen nach dem Motto, es ist Saison, wir arbeiten jetzt wie die Gestörten 8 monatelang und nachher jetten wir alle auf die Malediven. Hallo? Ja, ich meine, das kann doch nicht der Anreiz sein. Der Anreiz muss sein, tolle Arbeit zu leisten und sich zwischendurch auch Auszeiten nehmen zu können, eine eigene Familie aufbauen zu können, anderen Interessen frönen zu können. Das ist wichtig für diese Generation. Das war in anderen Generationen nicht so. Bei uns sehr wohl, weil wir haben das immer so gemacht.

  43. 32:24
    Magnus Busch

    Schön.

  44. 32:24
    Florian Gartner

    Die Schweigen im Walde. Die Schweigen im Walde, ja.

  45. 32:28
    Magnus Busch

    Ich finde das sehr, sehr gut. Die Thematik oder die Situation, wie ich sie gerade aus meiner Brille sehe, ist eher so ein, oder ist die Vogelperspektive jetzt auf eine aktuelle Situation, wo viele leidenschaftliche Gastgeber eben, eben, ja, ihre Häuser nicht weiterführen werden, weil die nächste Generation das vielleicht nicht mehr so machen will, weil sie sie verloren haben, oder auch weil es extrem schwierig geworden ist, kleine Häuser profitabel zu führen. Und das in Kombination mit, ja, einer nicht einfachen Finanzierungslandschaft aktuell führt einfach dazu, dass da ganz, ganz viel passieren wird, oder auch weiterhin passiert. Das ist ja schon da. Und ich habe so ein bisschen da jetzt eine Perspektive, die da sagt, also es gibt auf der einen Seite viele große institutionelle Investoren, die auf die Hotellerie gucken und sagen, hey, das ist eine Assetklasse, die macht Sinn, da verdienen wir noch Geld. Im Bürobereich verdienen wir nämlich keine Kohle mehr, ja, da läuft das alles rein. Das sind aber alles große Betreiber, die da was ganz anderes Business führen als das, was wir da jetzt machen, ja. Die führen diese 150-, 160-, 200-Zimmer-Häuser, ja. Das ist eine andere Art der Hotellerie, eine andere Art der Leidenschaft. Die sind also für uns nicht relevant. So, dann haben wir eine ganze Menge im Private Equity und Venture Capital, die da nicht unbedingt mit der menschenzentriertesten Art an die Asset-Klasse Hotellerie rangehen, sondern die halt sagen, ja, dein Haus ist vielleicht hier 7 Millionen wert, da ich gebe dir 2,5, ruf mich an, wenn du wirklich verkaufen musst. Ja, wenn das Wasser bis hier oben hin steht, ist es der richtige Weg? Weiß ich nicht. Auch wenn man so die Hospitality finanziert, glaube ich auch nicht, dass das der ideale Weg für das ist, was, was wir machen. Denn diese Leute wollen nach 3, 4, 5 Jahren ihren Exit wieder suchen, ja, mit einem Faktor 10. Und das ist einfach so nicht abzubilden. Die Immobilie hat einen anderen Lebenszyklus. Eine Immobilie schafft erst nach 7, 8 Jahren Werte, ja, und das funktioniert einfach nicht. Venture Capital wurde halt designt, um Software zu skalieren und nicht unbedingt in der Hotellerie eingesetzt zu werden, nach meiner Meinung nach. Und jetzt müssen wir wirklich gucken, was haben wir für alternative Finanzierungsvehikel, mit denen wir vielleicht die auch unsere gesellschaftliche Verantwortung als Hoteliers Orte zu schaffen, wo Menschen zusammenkommen. Es geht ja nicht nur darüber, ums reine Geld zu verdienen, sondern wir haben gesellschaftlich eine Verantwortung, Menschen zusammenzubringen. Und ich glaube, es gibt definitiv Investoren, die genau das verstehen dort draußen, die auch einen langen Atem haben und darüber langfristig auch viel, viel solider mehr Geld verdienen, als das jetzt vielleicht mit solchen kurzen Wetten, die da am Markt passieren, möglich ist. Und ich glaube, das ist auch etwas, was wir Zusammenhang von diesem Summit da in Bozen toll besprechen können, weil wir eine Menge Leute da haben, die in der gleichen Größenordnung Finanzierung brauchen oder Veränderung brauchen und Wachstumskapital brauchen. Also das ist, was ich auch erhoffe daraus.

  46. 36:00
    Florian Gartner

    Ich glaube das auch. Ich bin da komplett deiner Meinung. Also wenn ich oft so sehe, wie sich Hoteliers gerade auch in unseren Breitengraden selbst konditionieren, gegenseitig konditionieren. Ja, also nach dem Motto: Mein Nachbar hat jetzt ein Stockwerk draufgesetzt und da gibt es noch einen Infinity Pool obendrauf neben den ganzen anderen Angeboten. Und dann sage ich: Okay, jetzt komme ich unter Zugzwang, jetzt muss ich das auch machen. Ja, laufe in diesem Fall oder drohe in diesem Fall ins finanzielle Verderben zu laufen, weil ich mich da von anderen dermaßen anstecken lasse, dass das fast nur in die Hose gehen kann. Ja natürlich, wo kommen all die Gäste her, die all diese Zimmer füllen? Das kann ja dann fast nur noch über den Preis gehen. Und dann stimmt ja schon die Wirtschaftlichkeit nicht mehr, weil ich kalkuliere, ich erstelle eine Preispolitik und dann nachher muss ich alles über den Haufen werfen, weil durch das Überangebot an gleichwertigen, aber auch sehr, sehr ähnlichen Betrieben die Menge an Gästen fehlt. Und ich muss einfach schauen, weil mir das Wasser, wie du vorher sagtest, bis zum Hals steht, meine Hütte zu füllen. Ja, und auch in diesem Moment geht nolens volens automatisch dann die Freude an diesem Beruf ja auch verloren, weil du ständig nur hinterherhäkelst. Und das gilt dann auch für die nächste Generation. Wenn ich heute meinen Betrieb an die nächste Generation weitergebe und die startet schon mit Schulden ohne Ende, ja, Entschuldigung, wie sollen die noch Freude an diesem Beruf haben? Es geht ja das Essentielle dann verloren. Es ist ein ständiger Wettkampf nur noch, wie halte ich mich selbst im Rennen, weil rundherum um mich alle durchdrehen. Das kann nicht der Weg sein.

  47. 37:59
    Ronald M. Arndt

    Ja, eigentlich interessantes Bild, Herr Gartner, weil das ist das, was ich ja manchmal so sehe, auch in anderen Segmenten als nicht nur Hotellerie, vielleicht sogar im Privatleben vieler jüngerer Menschen. Unsere Eltern, die haben aufgebaut, die konnten das Tempo selbst bestimmen, das Umfeld hatte ähnliche Voraussetzungen, und heute geht es eben vielen einfach nur darum, den Standard zu halten. So, also nicht schlechter dazustehen als die Eltern, oder schon das Schlimmste für viele, glaube ich, die Vorstellung. Naja, und das ist genau das, was man natürlich auch im Unternehmerischen und bei euch in Südtirol natürlich hat.

  48. 38:34
    Florian Gartner

    Ja, wenn ich mit meiner Tochter rede, und die, sie waren dabei, Arndt, sie haben das ja auch im Gespräch mit der Greta erfahren, und die erzählt mir von den Junggastronomen in unserer Gegend, also von den Nachfolgern von den Menschen ihrer Alterskategorie, das sind gar einige darunter, die sind beunruhigt und die verlieren gerade ein bisschen auch die Freude, weil sie sehen, mit welchen Problemen wir am Markt zu kämpfen haben. Stichwort Mitarbeiterproblematik, Stichwort auch, wie gesagt, Überangebot. Und dann sagen die sich, möchte ich die nächsten 40, 35, 40 Jahre so verbringen, indem ich ständig hechle. Und dann gibt es ein paar, die dann auch sagen, nein, das möchte ich nicht. Ja, das möchte ich nicht. So möchte ich das nicht haben. Und deshalb halte ich das auch für eine gefährliche Situation und lass die jungen Leute kreativ sein, dann machen die schon. Lass sie kreativ sein, unterstütz sie ein bisschen vielleicht, indem du ihnen zwischendurch auch mal einen kleinen Hinweis gibst, sagst, Achtung, bist du gerade vielleicht auf dem Holzweg, aber ansonsten lass ihn machen mit Eigeninitiativen und nicht immer nur mit dem Versuch, die Kopie eines anderen zu sein, nur weil die Vorgabe eben aktueller Markt gerade die ist. Trau dich selber, Dinge anzugehen, Dinge in die Hand zu nehmen, die anders sind. Und das ist das, was wir versuchen, unserer Tochter zu vermitteln.

  49. 40:14
    Ronald M. Arndt

    Es wird doch gar keinen Weg dran vorbeiführen, weil auch die junge Generation, die neuen Gastgeber, die müssen auch wiederum ihre ganz eigene Community um sich herum bauen.

  50. 40:23
    Florian Gartner

    Genau.

  51. 40:23
    Ronald M. Arndt

    Also ohne Ihre Community, Herr Gartner, bei aller Liebe, kommt die Greta da auch nicht, oder kommt die junge Generation auch in anderen Häusern. Ja, es muss ja nachwachsen, auch die Gästecommunity.

  52. 40:38
    Florian Gartner

    Die Eltern müssen sie lassen, weil vielfach setzt man immer auf das Altbewährte, so nach dem Motto, das hat immer funktioniert, also wird es auch so bleiben. Das machen ältere Menschen sehr gerne und das ist meistens dann ihr Untergang. Ja, also dieser Fehler, der ist wie gesagt sehr verbreitet. Aber wenn du hingegen sagst, lass uns doch Jung und Alt kombinieren, koppeln miteinander. Dann, ich rede jetzt so wie so richtig so wie ein schöner alter Sack, ja, also meine Routine und deine Begeisterung und deine Idee, lass uns das doch kombinieren. Setzen wir uns an einen Tisch, werfen wir das zusammen und schauen, was wir tun können. Und mein Appell geht da in dieser Hinsicht an alle, Eltern und ältere Unternehmer, die sagen, ja, aber wir haben es immer so gemacht und das war doch erfolgreich. Es war erfolgreich, aber es gibt mit Sicherheit keine Garantie, dass es erfolgreich bleibt. Wunderbar.

  53. 41:46
    Magnus Busch

    Also ich kann nur sagen, dass das Alter, glaube ich, keine große Rolle spielt, zumindest nicht in dem Premiumsegment, in dem wir da uns oder unterwegs sind. Wir haben Leute, die sind genauso 28, und wir haben Leute, die sind 65. Wir haben, und alle sitzen zusammen am Lagerfeuer, und der Austausch ist von allen Seiten gewünscht und ehrlich und auch das Besondere vielleicht sogar, ja, dass das nämlich in vielen anderen Konzepten gar nicht, gar nicht so stattfinden kann. Und ich glaube, es geht überhaupt nicht um Alter, es geht um eine Grundeinstellung, wie, wo sind meine Positionen im ja, und was sind meine Begeisterungen und was sind meine Themen? Und, die, die, die, das Thema Menschlichkeit hat ein 28-Jähriger genauso wie ein 65-Jähriger. Verdammt noch mal, es gehört sich doch, dass man guten Tag sagt und auf Wiedersehen und wie geht's. Das sind doch ganz normale Themen und die sind nicht altersübergreifend, ja. Auch, ich glaube, auch dem wie Kreativität, Kunst, Musik, Mucke oder Kultur, ja, das sind auch Themen, die sind völlig altersübergreifend. Ja, die Begeisterungsfähigkeit dafür. Und also insofern, ja, Alter spielt bei uns da auch keine Rolle. Und ich glaube, es ist auch so ein bisschen eine Bewegung vielleicht, dass Konzepte, die nicht auf Alter setzen, da eine große Zukunftsfähigkeit haben oder ein Alleinstellungsmerkmal allein darüber erarbeiten können.

  54. 43:25
    Florian Gartner

    Aber weißt du, ich habe das deshalb angemerkt, weil Wir leben natürlich in einer Region oder in der Provinz, wo sehr viel Tradition da ist. Und dann neigen eben halt auch, ich bin auch deiner Meinung, ich bin 62, aber ich fühle mich manchmal wie 14. Also dementsprechend sehe ich das genauso. Nur eben, es gibt halt ganz viele Menschen, die einfach traditionell dermaßen verwurzelt sind, dass sie dann fast nicht mehr aus ihrer Haut rauskommen. Ja, und deshalb habe ich das angemerkt. Ansonsten gibt es so viele coole alte Leute und es gibt auch sehr viele uncoole junge. Also es gibt alles. Ja, also jung sein heißt nicht automatisch cool sein. Nein, ich erlebe Spießer, da denke ich mir, so alt kann ich gar nicht werden, dass ich so spießig werde. Und die sind 25 oder 28. Also insofern, das hat halt Da gebe ich dir recht, das hat eigentlich gar nichts zu sagen, ne?

  55. 44:26
    Magnus Busch

    Ist ein Feuer, eine Leidenschaft im Herzen, so, ja. Und die ist nun mal einfach da, oder sie ist halt auch nicht da.

  56. 44:33
    Ronald M. Arndt

    Schade, wenn sie nicht da ist, aber in der Tat, genau, ich muss wissen, was ich will, und dann geht's ab ins Training für den Marathon. Und am Ende sind wir da Unternehmer, Gamechanger, wie eben BEAM sich auch bezeichnet, Gamechanger Summit. Ich fand das hier mehr als einen schönen Appetizer zur BEAM und wie der Austausch eben sein kann, was für Menschen da zusammenkommen aus unterschiedlichen Generationen, unterschiedliche Blickwinkel, unterschiedliche Länder. Also ganz lieben Dank an euch beide.

  57. 45:05
    Florian Gartner

    Danke für die Einladung. Ganz tolle Runde, ich fand es wunderbar.

  58. 45:10
    Magnus Busch

    Ja, vielen Dank auch, Herr, von mir. Dankeschön. Spaß gemacht.

  59. 45:14
    Ronald M. Arndt

    Ein Einblick. Und am 19. und 20. Mai eben in Bozen dann der BEAM Hospitality Game Changer Summit. Und Magnus, du hast es vorhin richtig gesagt, also das Team rund um Thomas Mohr, Christina und Dominik, die haben auf jeden Fall einen guten Zeitpunkt gefunden mit Mai und Südtirol. Also ich war mit allen dreien in Bozen Mittagessen und da habe ich gesagt, war das immer schon Mai? Und sie haben über einen anderen Monat nachgedacht. Leute, nein.

  60. 45:43
    Florian Gartner

    Genau. Sehen wir uns drei da? Gibt es da noch irgendeine Gelegenheit, wo wir diskutieren oder mit anderen oder? Passiert da noch was in der Richtung oder?

  61. 45:53
    Ronald M. Arndt

    100% Herr Gartner. Der Magnus ist ja schon als Speaker auch auf der Bühne und wir beide sind auf jeden Fall auch dabei. Vielleicht schaffen wir auch noch das Treppchen hoch auf die Bühne. Let's see. Ich glaube, das ist genau dieses—

  62. 46:06
    Florian Gartner

    Wenn man mich einlädt, komme ich. Wenn man denn möchte. Ja, also ich bin immer gerne mit dabei, wenn es Wenn es jemand möchte.

  63. 46:17
    Ronald M. Arndt

    Kürzesten Weg. Und ich freue mich auch schon auf die Tour wieder von Stuttgart eben über München nach Südtirol. Und bis dahin Ihnen und euch alles Gute und ich freue mich aufs Wiedersehen.

  64. 46:28
    Florian Gartner

    Einen tollen Tag an euch und es hat Spaß gemacht. Tschüss.

  65. 46:32
    Ronald M. Arndt

    Danke.

  66. 46:32
    Magnus Busch

    Wir sehen uns in Bozen. Bis dann. Ciao.

  67. 46:34
    Florian Gartner

    Tschüss. Tschüss.