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South Tyrol · Episode #1 · 07.04.2026 · 51 Min

Florian Gartner, Designhotel Gartner

Florian GartnerDesignhotel Gartner · Dorf Tirol bei Meran
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Aufgenommen: Designhotel Gartner, Dorf Tirol

Standbild aus der Episode mit Florian Gartner South Tyrol51 Min

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„Ich brauche nicht 10 Schwimmbäder, ich kann nur in einem schwimmen. Ich brauche auch nicht 20 Saunen, ich kann nur in eine reingehen.“

Florian Gartner, 45:04

Florian Gartner hat Jura studiert, weil es die Familie so wollte, und nach einem einzigen Tag in der Kanzlei seines Vaters hingeworfen. Mit seiner Frau Barbara übernahm er das Designhotel Gartner in Dorf Tirol, vorher arbeitete das Paar ein knappes Jahr ohne Bezahlung in einem Hotel in Kitzbühel, um den Betrieb von unten zu lernen. Im Gespräch vor Publikum in der Hotelbibliothek geht es um 30 Jahre Umbauten, Kunst und Möbelunikate im Haus, das Literaturfestival und das, was er seiner Tochter Greta wünscht.

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Kernaussagen

  1. Learning by Doing: Gartner fragte mehrere Hotels in Südtirol, ob er dort gratis abspülen dürfe, und wurde überall abgelehnt. Genommen hat das Paar erst ein junger Hoteldirektor in Kitzbühel, wo er ein knappes Jahr im Service und in der Küche arbeitete, seine Frau in den Zimmern und an der Rezeption.
  2. Investieren in Schüben: Zwischen dem ersten Umbau und 2008 wurde jedes Jahr investiert, 2008 und 2019 in mehreren Millionenhöhen. Investiert wird weiter jedes Jahr, größer werden will das Haus aber nicht.
  3. Einrichtung ohne Innenausstatter: Die Einrichtung entstand aus Fundstücken von Reisen, aus Kontakten zu Künstlern und vom Flohmarkt, teils sehr wertvoll, teils für kein Geld. Die Möbel der Dachterrasse hat Gartner selbst entworfen und von Künstlern bauen lassen.
  4. Literaturfestival mit Spendenzweck: Gartner schrieb Verlage direkt an, ohne Agentur. Daniel Kehlmann sagte zu, auch weil der Erlös an eine Obdachloseneinrichtung geht, in der Gartner im Winter selbst Frühstück macht, und machte Kollegen auf das Festival aufmerksam.
  5. Nachfolge mit Fallnetz: Tochter Greta kam auf eigenen Wunsch in den Betrieb und verantwortet Social Media. Als Praktikantin bekam sie ein Namensschild wie alle anderen, Fehler darf sie machen, weil ein doppeltes Fallnetz gespannt ist.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

In der ersten Episode des HOTEL-PODCAST SOUTH TYROL treffen wir Florian Gartner, einen Gastgeber, der nicht nur die Bühne liebt, sondern auch ein Herz für Literatur, Kunst und Kulinarik hat. Ursprünglich studierte er Jura und liebte das Schreiben, bevor er vor 30 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Barbara das Designhotel Gartner in Dorf Tirol bei Meran eröffnete und zu einem einzigartigen Erlebnisort machte.

Er berichtet von seinem unkonventionellen Weg in die Hotellerie, wie beide durch Learning by Doing den Hotelbetrieb kennenlernten, und von den zahlreichen Investitionen und Umbauten, die das Haus über die Jahre geprägt haben. Wir erfahren, was das Hotel heute unverwechselbar macht, wie individuelle Möbelunikate das Gästeerlebnis bereichern und wie die Küche über drei Jahrzehnte hinweg kontinuierlich weiterentwickelt wurde.

Außerdem gibt er Einblicke in die Entwicklung der Hotellerie in Südtirol, reflektiert kritisch über manche Entwicklungen und erläutert, wo die Branche heute steht.

Darüber hinaus erzählt er von seiner Familie, wie Tochter Greta inzwischen Verantwortung im Hotel übernimmt und was er ihr persönlich wünscht, und berichtet von der Entstehung des kultigen Literaturfestivals, das Kultur, Prominenz und gesellschaftliches Engagement im eigenen Haus zusammenbringt und in diesem Jahr vom 13. bis 27. April 2026 bereits zum dritten Mal stattfindet.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen51 Min · Ronald M. Arndt und Florian Gartner

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:00
    Ronald M. Arndt

    Ja, ein Abend der Premieren für mich. Ich weiß nicht, wie es für Sie ausschaut, Herr Gartner.

  2. 00:05
    Florian Gartner

    Nein, für mich nicht. Ich hatte schon 2, 3 Mal die Freude und die Gelegenheit, Teilnehmer bei einem Podcast zu sein. Und ja, also ich mache es liebend gerne.

  3. 00:18
    Ronald M. Arndt

    Wir haben jetzt halb 10. Auch zu so später Stunde?

  4. 00:23
    Florian Gartner

    Also so spät habe ich es noch nicht gemacht, aber Mein Mundwerk funktioniert, glaube ich, unabhängig von der Tageszeit. Ja, also das sollten wir hinkriegen.

  5. 00:34
    Ronald M. Arndt

    Ja, und wir hören schon im Hintergrund mit Publikum. Das ist für mich auf jeden Fall ein Novum bei über 200 Aufzeichnungen im Hotel-Podcast. Also herzlich willkommen hier in die Runde, liebe Gäste des Designhotels Gartner. Schön, dass ihr alle dabei seid. Und das erste Mal auch in Südtirol für mich. Also von daher 3 Premieren.

  6. 00:53
    Florian Gartner

    Wunderbar. Schön, dass Sie da sind. Ich bedanke mich für den Besuch.

  7. 00:57
    Ronald M. Arndt

    Ja, heute habe ich Sie in vielen Rollen kennengelernt an unserem ersten Tag. Gestern Abend sind wir angereist, als DJ vorher, als Star irgendwie auch vor beim Fotoshooting im Garten heute Morgen schon. Ja, also Ihre Bühne alles.

  8. 01:14
    Florian Gartner

    Ja, also ich bin jemand, der, sagen wir mal, die Bühne sehr gerne mag. Diejenigen in der Runde, die schon öfters im Hotel Gartner waren, wissen das. Ich mag das. Ich mag Menschen. Ich mag es gern, unter Menschen zu sein. Und Ich mag es auch gern, ein bisschen Entertainment zu machen, und ich genieße das. Es ist eine Seite von mir, die, denke ich, auch meine Person schon auch ausmacht.

  9. 01:42
    Ronald M. Arndt

    Ja, aber nicht nur das, auch Jurist, Journalist, habe ich gelesen, habe ich gehört, steckt in Ihnen.

  10. 01:48
    Florian Gartner

    Das ist richtig. Also ich habe Jura studiert, widerwillig, muss ich sagen, und ich glaube, ich bin auch ein miserabler Jurist. Also ich glaube, ich bin da gar nicht gut, und ich glaube es nicht nur, weiß es, ich habe das studiert, weil es von Seiten meiner Familie gewünscht war. In meiner Familie sind von jeher sehr viele Anwälte unterwegs, und wie ich auf die Welt kam und meine Augen geöffnet habe, hat schon mein Vater mit dem Finger auf mich gezeigt und hat gesagt, du wirst mein Nachfolger. Ja, und ich hatte eigentlich gar keine Chance, was anderes zu machen. Ich wollte immer Germanistik, Kunstgeschichte, ja, eventuell Philosophie Philosophie, sowas studieren, also was Geisteswissenschaftliches. Das war aber nicht gern gesehen bei mir zu Hause. Der Satz meines Vaters dazu war: Das sind Hobbys und keine Berufe. Und dann habe ich Jura studiert, habe es zu Ende gebracht, aber es hat mir nie Freude bereitet.

  11. 02:52
    Ronald M. Arndt

    Und jetzt sitzen wir hier in der Bibliothek des Designhotel Gartners.

  12. 02:56
    Florian Gartner

    Ja.

  13. 02:57
    Ronald M. Arndt

    Und an einem langen Tisch. Das ist eigentlich genauso der Traum, den Sie immer hatten und haben.

  14. 03:01
    Florian Gartner

    Genau.

  15. 03:02
    Ronald M. Arndt

    Hier Menschen zu versammeln.

  16. 03:03
    Florian Gartner

    Da sind wir ja schon mittendrin im Thema, weil ein Hotel ist dann natürlich für jemanden wie mich die Möglichkeit, sich mit vielen Dingen auseinanderzusetzen, die ich dann wirklich gerne mag. Also zunächst mal sind es Menschen, zunächst mal ist es der Kontakt mit Menschen. Und dann geht es vor allen Dingen auch darum, diesem Menschen Schönes zu bescheren. Und das kann ich als Gastgeber, das kann ich als Gastronom wirklich sehr umfangreich ausleben. Wie, es geht um Essen, um Trinken, um Wohnen, um Wohlfühlen. Es geht um Gespräche, es geht um das Schöne im Leben. Und was könnte schöner sein, als sich um das Schöne zu kümmern?

  17. 03:49
    Ronald M. Arndt

    Ja, also ich meine, viele haben ja einen Traum, aber kriegen es eben nicht hin, den umzusetzen. Bei Ihnen war es dann irgendwann so weit, dass Sie zum Hotelier geworden sind mit Ihrer Gattin. Was war da so der ausschlaggebende Punkt? Gab es da so einen— wie war das damals?

  18. 04:03
    Florian Gartner

    Wie gerade erwähnt, für mich war es auch die Möglichkeit, einen Fluchtweg einzuschlagen. Ja, weil wie gesagt, nachdem ich das Jurastudium beendet hatte und einen Tag, nur einen einzigen Tag in der Kanzlei meines Vaters gearbeitet habe, habe ich gesagt, nein, das gebe ich mir aber sowas von nicht. Ja, also einem, sagen wir mal, Patriarchen zur Seite zu stehen, oder besser gesagt unter ihm zu wirken, darauf hatte ich gar keine Lust. Habe dann eine Zeit lang für eine andere Anwaltskanzlei gearbeitet und habe einfach festgestellt, das ist es nicht. Es war es im Studium nicht, und es war auch in der Realität dann, also im Arbeitsalltag, nicht das, was ich wollte. Und dann habe ich eine Journalistenausbildung noch absolviert, habe dann auch, war dann auch bei der Bayerischen Akademie in München und habe angefangen zu schreiben. Das ist das, was ich ja von jeher immer machen wollte und habe das dann auch umgesetzt. Und auf der Hochzeitsreise habe ich dann zu meiner Frau gesagt, meine Frau war damals beim, zuerst beim Steuerberater und dann beim Industriellenverband hier in Südtirol tätig, habe ich zu meiner Frau gesagt, da steht ein Hotel im Familienbesitz, in die Jahre gekommen, der vierte Stern da draußen hat bedenklich gewackelt. Ja, habe ich zu meiner Frau gesagt, komm, das wäre doch cool, dieses Hotel zu übernehmen, dieses Hotel zu einem besonderen Hotel zu machen mit ganz besonderen Inhalten. Und lass uns das doch machen. Und so haben wir das dann auch Gedanen, ja.

  19. 05:53
    Ronald M. Arndt

    Also die Frau Barbara war doch gleich dabei.

  20. 05:56
    Florian Gartner

    Meine Frau, wenn man mit mir verheiratet ist, muss man sehr flexibel sein. Und meine Frau ist in der Tat der rationale Teil in der Familie. Bei mir ist es der emotionale Part. Meine Frau ist sehr rational und meine Frau ist sehr, sehr flexibel und hat gesagt, okay, Habe ich jetzt so noch gar nicht auf dem Schirm gehabt, aber warum nicht? Und dann haben wir angefangen, einen Plan zu entwerfen. Und der erste Schritt damals, auch der sehr umstritten und vor allen Dingen sehr auch, ja, in der Kritik innerhalb der Familie, aber auch in Gesellschaftskreisen, im Freundeskreis, war die Learning-by-Doing-Variante zu suchen. Und dazu habe ich mehrere Hotels hier in Südtirol kontaktiert und habe gesagt, schaut, ich bin der und der, ich habe Jura studiert, habe eine journalistische Ausbildung, und ich möchte gern bei Ihnen gratis abspülen. Ja, und dann haben die mich angeschaut mit erlöschenden Augen, so nach dem Motto, aus welcher Psychiatrie sind Sie entflohen? Ja, also da habe ich einen Wahnsinnigen, der möchte hier gratis arbeiten, und obwohl er eine entsprechende andere Ausbildung sein Eigen nennen darf. Und ich habe es ihnen erklärt und habe gesagt, schaut, ich mache das nicht, weil ich wahnsinnig geworden bin, sondern ich mache das, weil ich ein Ziel verfolge. Und die Schulbank drücken macht in meinem Alter, damals war ich knapp 30, keinen Sinn mehr. Das habe ich schon ein Leben lang getan. Es heißt darum, Erfahrungen zu sammeln, und deshalb möchte ich das machen. Genommen hat uns niemand in Südtirol, weil alle sich gedacht haben, wie gesagt, entweder wahnsinnig oder Betriebsspion. Aber wir wurden in Kitzbühel fündig und dort war ein junger Hoteldirektor, der hat gesagt, okay, wo ist das Risiko? Kosten tut es ja mich nichts, ja, machst das. Haben wir dort gearbeitet, ein knappes Jahr. Ich habe im Service gearbeitet, in der Küche, und meine Frau in den Zimmern und an der Rezeption. Das war unsere praktische Ausbildung, weil wir auch der Meinung waren, Sie können nicht einfach nur hier reinspazieren in ein Hotel ohne Vorwissen und da laufen Sie gegen eine Wand. Und das wollten wir vermeiden.

  21. 08:30
    Ronald M. Arndt

    War Südtirol damals vergleichbar wie heute, mit heute, so touristisch oder vor 30 Jahren, haben Sie gesagt?

  22. 08:36
    Florian Gartner

    Ja, also vom touristischen Standpunkt aus Dahingehend, dass Südtirol von jeher ein Hotspot war, ja. Aber ich denke, dass die Fehler, die wir damals gemacht haben, die könnte man sich heute nicht mehr leisten. Ja, weil wir haben, wir waren zwar gut vorbereitet, aber wir waren doch auch unbedarft. Ja, und wir haben uns reingestürzt und haben das gemacht. Also einfach machen.

  23. 09:03
    Ronald M. Arndt

    Ja, 30 Jahre her, 1995, glaube ich. Ja, wie kann man sich das vorstellen? Wo stand das Hotel damals? Was, was war da? Was war nicht da?

  24. 09:11
    Florian Gartner

    Die Mauern, die Mauern, wo die haben wir in der Zwischenzeit auch vielfach zu großem Teil abgerissen und neu aufgestellt. Das Hotel war wie gesagt verpachtet, weil kein Familienmitglied Interesse daran hatte, und wir sind dann gekommen und haben ganz neue Wege eingeschlagen. Wir haben also von Anfang an ein Konzept gehabt, meine Frau und ich, und haben uns überlegt, was möchten wir aus diesem Haus machen? Vieles hat von Anfang an gut funktioniert, vieles auch nicht. Ja, wir mussten lernen und wir mussten uns unsere Sporen verdienen und wir mussten auch zwischendurch auch mal eine blutige Nase akzeptieren. Das gehörte dazu. Damals, denke ich, hat das noch leichter funktioniert hat, als das heute mit all dieser hochtrabenden Konkurrenz, die wir mittlerweile auch in unserer Branche haben, funktionieren würde.

  25. 10:15
    Ronald M. Arndt

    Das war die Frage so ein bisschen. Also heute ist wirklich sehr viel an tollem Angebot hier in der Gegend.

  26. 10:21
    Florian Gartner

    Ja, also Südtirol, denke ich, ist europaweit wahrscheinlich nicht zu übertreffen. Das kann man positiv sehen, das kann man negativ sehen. Wenn Sie es positiv sehen wollen, natürlich haben Sie alle hier in der Runde, die Urlauber, die Qual der Wahl. Es gibt so viele tolle Betriebe, es gibt so viele unterschiedliche Betriebe, auch was die Preispolitik anbelangt. Also der Gast hat die Möglichkeit, das ist die Sonnenseite der ganzen Geschichte. Die Schattenseite meines Erachtens ist, dass man natürlich auch aufpassen muss, dass man den touristischen Bogen nicht überspannt.

  27. 11:05
    Ronald M. Arndt

    Ja, und haben Sie auf jeden Fall vorgelegt. '95 ging es los, '96 erster Umbau, dann aber ein großer Sprung zu 2008.

  28. 11:13
    Florian Gartner

    Also wir haben den ersten Umbau, wie gesagt, eigentlich schon gemacht, bevor wir überhaupt den ersten Gast gesehen haben, ja, und haben schon angefangen, das Ganze in die Richtung zu bringen, die uns eben vorschwebte. Dann haben wir in diesem Zeitraum zwischen '96 und 2003 2008 wurde jedes Jahr investiert. Also wir waren da nicht untätig, das wäre auch nicht zielführend gewesen und hätte auch damals nicht funktioniert, nur eben in ganz großem Stil. Und ich glaube, auch da ist Südtirol ziemlich einzigartig und ungewöhnlich unterwegs, weil wenn wir von großem Stil reden, dann geht sofort richtig ans Geld. Dementsprechend waren die Jahre dazwischen Jahre, wo man investiert hat, aber eben nicht in dem riesigen Umfang, wie es dann 2008 war. 2008 war effektiv eine Zäsur, weil da haben wir sehr, sehr viel Geld in die Hand genommen und haben das Haus eigentlich grundlegend verändert. Und dann auch eben, wie gesagt, auch designtechnisch von unserem Programm her, von unserer Zielrichtung her, dann entsprechend beeinflusst.

  29. 12:33
    Ronald M. Arndt

    Und 2008 war die Tochter natürlich schon auf der Welt.

  30. 12:36
    Florian Gartner

    Ja.

  31. 12:37
    Ronald M. Arndt

    War das vielleicht noch mal so ein Motivationsschub, oder hat man da eigentlich nicht, nicht wie der Vater damals, der einen Juristen haben wollte?

  32. 12:43
    Florian Gartner

    Nein, nein, überhaupt nicht. Also ich habe ja gesehen, welchen Fehler Eltern machen können, ja, und wollte ihn dementsprechend nicht wiederholen. Also wir haben unseren Kindern, wir haben 2 Töchter, Die Greta und die Lilly. Wir haben unseren Kindern immer gesagt, ihr könnt machen, was ihr wollt im Leben. Es ist ganz egal, was ihr macht. Ihr müsst es nur richtig machen. Du müsst es gut machen und ihr müsst es machen mit Herz. Dann ist es euer Ding, was es sein wird. Die Greta hat Tourismus und Eventmanagement, also eine betriebswirtschaftliche Ausrichtung mit dem Master, zuerst den Bachelor in München und dann den Master in Wien absolviert. Und die Lilly studiert aktuell gerade Medizin in Innsbruck. Also beide durften machen, was sie wollten. Und die Greta hat dann irgendwann selbst den Wunsch geäußert, sich hier mal ausprobieren zu dürfen. Wir haben eigentlich überhaupt nicht damit gerechnet, weil es eigentlich zu Hause auch nie ein Thema war. Sie hat nie Anstalten gemacht, irgendwie in unsere Fußstapfen treten zu wollen. Wir haben die Kinder auch nie ins Hotel mitgenommen in dem Sinn, dass wir gesagt haben, so, hier, die Eltern sind bei der Arbeit und das Kind sitzt irgendwo in einer Ecke und spielt mit Lego oder schleckt ein Eis, sondern die Kinder waren zu Hause, wir waren bei der Arbeit wie andere Eltern in anderen Berufen auch.

  33. 14:17
    Ronald M. Arndt

    Dann noch mal ein Sprung, 2019 wurde ein Spa.

  34. 14:20
    Florian Gartner

    Ja, noch mal kurz, 2019 war dann die nächste richtig große Investition, dass da reden wir dann von Investitionen in beiden Fällen in in mehreren Millionenhöhen, und das sind dann schon dann auch betriebswirtschaftliche Herausforderungen. Ja, wir waren damals auch—

  35. 14:37
    Ronald M. Arndt

    woher kam die Zuversicht so viel?

  36. 14:41
    Florian Gartner

    Ich bin immer zuversichtlich, also ich bin Berufsoptimist, eine Charaktersache. Also ich habe— klingt jetzt blöd, aber ich natürlich durchdenkt man die Dinge, also man Man stürzt ja nicht einfach so sich aus dem Flugzeug und in der Hoffnung, dass irgendwann irgendwoher ein Fallschirm kommen möge. So läuft das ja nicht. Man denkt die Dinge durch, man überlegt sich. Aber wenn man das tut, dann mit Optimismus und Zuversicht. Und ich denke, wie gesagt, der Tourismus in Südtirol ist ja ein gesunder und Gott sei Dank, bis heute hat sich das ja auch bewahrheitet. Die Menschen kommen, die Menschen kommen gerne. Unser Konzept hier im Haus, glaube ich, greift, und dementsprechend funktioniert das alles auch so, dass die Banken mich nicht verfolgen müssen und mir auch nicht im Gebüsch auflauern, sondern sie bekommen ihr Geld zurück und alle sind happy.

  37. 15:49
    Ronald M. Arndt

    Also das Konzept hat eben auch funktioniert, sich weiterentwickelt. Literatur, Kunst, Kunst war immer schon dabei, oder kam das dann Erst später, immer schon.

  38. 15:59
    Florian Gartner

    Weil das, wie gesagt, der ganze innovative Input kommt eigentlich immer von mir. Das ist mein Part in der Beziehung und auch im Hotel. Und ich sage zu meiner Frau, ich habe eine Idee, und meine Frau sagt, nein, nicht schon wieder. Ja, also dann kommt was und dann sagt sie, okay. Ich rechne das durch. Ich kann nicht rechnen. Ich bin da nicht gut. Das macht meine Frau. Meine Frau ist viel logischer, viel rationaler im Vergleich zu mir. Ich bin emotional und ich habe Ideen und ich will die umsetzen und ich traue mich auch. Also ich bin auch durchaus gern gewagt unterwegs. Ich mag die Extravaganz. Ich mag auch das Wagnis. Ich mag den Punk. Meine Frau steht für Klassik.

  39. 16:58
    Ronald M. Arndt

    Ja, bevor es gleich wieder persönlicher wird, Dachterrasse 2023, Bibliothek.

  40. 17:05
    Florian Gartner

    Wir haben dann wieder geschaut, okay, wo gibt es unseres Erachtens Mängel oder wo können wir uns auch immer wieder neu positionieren? Ich denke, das ist ganz wichtig, wenn man im Wettbewerb steht mit anderen Hotels mit vielen tollen, hervorragenden Kollegen. Da muss man sich einfach positionieren. Und dann braucht es Ideen. Dann haben wir die Dachterrasse eröffnet. Ich habe die Möbel dort selbst entworfen, habe sie dann machen lassen von Künstlern, weil ich ganz einfach auch finde, Wer unsere Art und dieses Hotel und unsere Art der Präsentation mag, der hat auch ein Recht darauf, Unikate zu bekommen, Dinge zu bekommen, die nicht alltäglich sind. Und es ist in der Hotellerie ja sowieso so, dass sehr viel Gleichförmigkeit vorherrscht. Und das meine ich jetzt gar nicht respektlos oder diffamierend anderen gegenüber, sondern es ist halt einfach so, dass ein Hotel sehr oft ein Esstisch, ein Bett, eine Dusche, und so weiter ausmacht. Und ich denke, es sollte in Hotellerie ein bisschen darüber hinausgehen. Und auch das haben wir dann bei unseren letzten Umbauten dann berücksichtigt. Was Bibliothek anbelangt, ich habe immer schon sehr, sehr viele Bücher gesammelt, gelesen und gesammelt. Ich habe zu Hause eine Bibliothek, die, ich habe es nicht gezählt, aber ich würde jetzt mal aus dem Bauch heraus sagen, dass es sicher an die 10.000 Bücher sind, die ich zu Hause habe. Und ich hänge sehr daran. Ich gebe kein einziges davon weg. Wenn Sie mich fragen, ob ich Ihnen eines leihe, dann sage ich nein, ich schenke es Ihnen. Leihen tue ich sie nicht, weil ich möchte keinen Eselsohren-, keinen Nutella-Fleck drauf haben, weil ich sie liebe.

  41. 19:18
    Ronald M. Arndt

    Und dann noch die Kulinarik.

  42. 19:20
    Florian Gartner

    Kulinarik hat von jeher eine große Rolle gespielt. Das war von Anfang an so. Wir hatten immer sehr, sehr gute Köche. Im Hotel Gartner. Darauf haben wir größten Wert gelegt. In 30 Jahren haben wir aktuell gerade unseren 5. Chefkoch. Also Leute sind immer lang geblieben, waren immer viele Jahre hier bei uns, weil wir ihnen auch immer tolle Möglichkeiten zum Arbeiten gegeben haben, tolle Mannschaft zur Verfügung gestellt haben. Wir haben jetzt vor 2 Jahren die Küche komplett umgebaut, eine niegelnagelneue, wirklich revolutionäre, großartige Küche. Da kann jeder Koch nur mit der Zunge schnalzen. Das ist, die besten Voraussetzungen sind da gegeben. Und dann sollen die Mitarbeiter dann auch was entsprechend Tolles draus machen. Und ich hoffe, das kommt auch dann so rüber beim Gast. Ja, aber da haben wir immer großen Wert drauf gelegt.

  43. 20:20
    Ronald M. Arndt

    Gab es in der Aufzählung irgendwie eine Entscheidung, die sich im Nachhinein ein bisschen als falsch erwiesen hat auch, oder? Hat sich der Mut immer ausgezahlt?

  44. 20:30
    Florian Gartner

    Ich denke, ich denke, also ich will damit auf gar keinen Fall behaupten, wie ich bereits vorher schon angemerkt habe, ich will gar nicht behaupten, dass wir alles richtig gemacht haben. Bei Gott nicht, ganz sicher nicht. Aber Fehler gehören zu diesem Entwicklungsprozess ganz unmittelbar dazu. Das ist wichtig. Daraus sollte man lernen im Idealfall. Wenn nicht, fährt man das Ganze sowieso gegen die Wand. Man muss versuchen, aus den Fehlern, wie gesagt, seine Schlüsse zu ziehen. Und das haben wir getan. Aber ich denke, dass die meisten Entscheidungen so falsch nicht waren.

  45. 21:07
    Ronald M. Arndt

    Wenn man durchs Haus läuft, wie wir alle, da ist an jeder Ecke eine neue Entdeckung. Wie hat sich das so ein bisschen aufgebaut über die ganzen 30 Jahre, das Thema Kunst? Das passiert, ist immer alles geblieben, oder Kam mal was raus und es ist so, also ich habe es vorher auch im Gespräch mit einzelnen Gästen hier angemerkt.

  46. 21:31
    Florian Gartner

    Dinge passieren im Leben. Ja, also wir haben auch bei der Einrichtung zum Beispiel nie irgendeinen Innenausstatter angerufen und ihm gesagt, schicken Sie mal einen Lastwagen mit 20 Betten, 40 Nachtkästchen und was weiß ich was vorbei. Oder sind in ein Einrichtungshaus gegangen und haben uns dann die entsprechenden Produkte ausgesucht, sondern wir haben immer auf Reisen in Kontakt mit Künstlern immer Dinge gefunden, oder die Dinge haben uns gefunden, und dann ergibt sich was. Ich habe hier sehr, sehr wertvolle, also monetär sehr wertvolle Gegenstände gekauft im Laufe der Jahre, und ich habe Dinge am Flohmarkt für kein Geld erworben. Und meine Frau hat dann oft gesagt, was machst du jetzt mit dem Schrott? Ja, und ich habe gesagt, irgendwas fällt mir damit ein und irgendwo wird das hinpassen. Und so sagt sie, okay gut, sie kennt mich und weiß ja eh, dass ich nicht zu stoppen bin in solchen Fällen. Und dann wird gekauft und dann, und dann wird es irgendwo aufgehängt, hingestellt, und, und es passiert. Ich finde, das ist viel schöner weil ich dann glaube, dass auch der Gast, der Besucher unseres Hauses nicht das Gefühl hat, das ist hier 08/15-mäßig eingerichtet. Dann ist es relativ, ob es ihm gefällt oder nicht gefällt. Das ist eine andere Frage, das ist dann eine Geschmacksfrage. Aber was man sicher nicht behaupten kann, ist, dass es beliebig ist.

  47. 23:12
    Ronald M. Arndt

    Ja, an der Stelle können wir einen Blick nach draußen werfen. Jetzt ist schon dunkel, aber Der Goldfinger.

  48. 23:17
    Florian Gartner

    Ja. Ich habe vor Jahren, wir hatten im Garten eine Binie stehen. Eine Binie, die gab es schon, wie ich noch Kind war und mit meinen Eltern hier sonntags zum Essen hierher kam. Und diese Binie ist natürlich klar gewachsen. Und 2008 beim Umbau habe ich alles Mögliche angestellt, habe sie stützen lassen, habe alle möglichen technischen Maßnahmen getroffen. Weil rund um die Biene herum wurde gebaggert und gegraben und die Tiefgarage gebaut. Und ich wollte diese Biene unbedingt erhalten. Das ist mir nur ein paar Jahre geglückt, weil die Wurzeln haben da nicht mehr gegriffen und diese Biene ist gestorben. Und da habe ich gesagt, okay, jetzt fälle ich sie aber immer noch nicht, sondern jetzt mache ich ein Kunstwerk draus. Und habe sie dann zuschneiden lassen, habe meinen Maler angerufen und habe gesagt, ich möchte, dass Sie mir den Baum lackieren. Und da hat er mich angehört. Nein, Herr Gartner, nicht schon wieder so was. Ja, also Sie möchten, dass ich Ihnen Ihren Baum lackiere? Und er hatte große Sorgen um sein Berufsbild bzw. die Außenwahrnehmung, was seinen Beruf anbelangt. Also er ist jetzt ein Maler, der die Bäume im Hotel Gartner anmalt. Und ich habe gesagt, machen Sie das, Sie werden sehen, es wird cool. Ergebnis: Er hat es dann auf seinem Profilbild und auf seiner Homepage. Er war dann da Baummaler und dieser Baum war orange. Und der war dann jahrelang, einige von Ihnen vielleicht mögen sich daran erinnern, war der dann da. Und dann ist er aber von innen gefault. Und dann musste ich ihn wohl oder übel fällen lassen. Und dann habe ich gesagt, okay, wenn jetzt der weg ist, braucht es was anderes. Und dann habe ich nachgedacht und dann fiel mir Michelangelo ein. Sixtinische Kapelle, Fresko, die beiden Hände, die, ja. Und da habe ich gedacht, okay, ich lass das machen und habe eine Firma kontaktiert hier in Südtirol, die 3D-mäßig unterwegs ist. Und die war natürlich sofort Feuer und Flamme. Cool, jemand lässt sich eine 6 Meter hohe 3D-Hand herstellen. Hatten die auch noch nicht im Programm. Und ja, und dann habe ich das machen lassen mit dem Hintergedanken, ich transportiere jetzt Michelangelo ins Jahr 2025 in diesem Fall. Und wir machen das Ganze Instagram-tauglich. Finger, die sich connecten, Foto posten, Werbung fürs Hotel Gartner. Das war die Idee.

  49. 26:06
    Ronald M. Arndt

    Stark. Das Thema Instagram. Ist jetzt nicht ganz unwichtig.

  50. 26:12
    Florian Gartner

    In der Tat.

  51. 26:12
    Ronald M. Arndt

    Mittlerweile. Seit was ist die Greta eigentlich jetzt mit hier im Haus?

  52. 26:15
    Florian Gartner

    Die Greta ist natürlich klar, bedingt auch durch ihr Alter, natürlich unsere Social-Media-Expertin. Klar, die macht das super und setzt sich mit all den jungen Themen auseinander, die da im Haus immer mehr anfallen. Und ja, schaut natürlich, dass das entsprechend auf den sozialen Kanälen was passiert, immer in Absprache mit uns, weil wir haben ja auch Ideen, und dann versuchen wir gemeinsam, was, was auf die Füße zu stellen. Es ist aber ganz, ganz wichtig, dass ein junger Mensch, der in einem Betrieb dann mit zur Führungsspitze gehört, dass der sich auch verwirklichen kann. Und dementsprechend soll sie das machen, und das Toll.

  53. 27:05
    Ronald M. Arndt

    Gab es auch schon mal Gäste, die gesagt haben, hier, das wäre ein Objekt, das würde gut bei euch reinpassen?

  54. 27:11
    Florian Gartner

    Inwiefern?

  55. 27:13
    Ronald M. Arndt

    Ein Kunstgegenstand.

  56. 27:15
    Florian Gartner

    Die mir was verkaufen wollen?

  57. 27:17
    Ronald M. Arndt

    Verkaufen, empfehlen, vermitteln. Sie haben jetzt mehrmals gesagt, dass eben schon wahrscheinlich viele Wegbegleiter eben hier mit im Raum auch sitzen, die das Haus lange kennen.

  58. 27:29
    Florian Gartner

    Ein Hotel ist ein Ort, wo sich Menschen treffen, Treffen, ist ein Ort der Begegnung. Dann natürlich kommen auch viele, viele Ideen. Ich bin immer offen, offen für Ideen. Man muss immer dann natürlich auch schauen, wie passt das Ganze in dieses Hotel, in dem ja grundsätzlich organisiertes Chaos vorherrscht, ja, wie passt das dann, dann auch rein. Dementsprechend immer offen für Ideen, da muss man sehen, ist es etwas, was passt oder nicht passt.

  59. 28:06
    Ronald M. Arndt

    Ja, gut, dann kommen wir zurück zu den Büchern. Literaturfestival Nummer 3, glaube ich, steht an. Ja, richtig, in Kürze.

  60. 28:15
    Florian Gartner

    Ja, ich freue mich schon riesig darauf. Ich habe das Festival vor 2 Jahren ins Leben gerufen, ganz unbedarft, und das hat mir— wir haben darüber gesprochen vorher mit den Gästen— eine irre eingebracht. Also die erste Idee war zunächst mal, Autoren zu kontaktieren, die mich berühren, die ich mag, die ich selber gerne lese. Und ich habe das ganz unbedarft gemacht, ohne, zunächst ohne Agenturen, ohne Partner, sondern einfach Verlage angeschrieben, habe gesagt, ich bin der und der und ich würde das gerne machen und ich hätte gerne diesen Autor. Dann haben die zuerst mal irritiert zurückgemailed und gesagt, okay, wer sind Sie und Welche Referenzen haben sie und wie kann ich das unserem Autor schmackhaft machen? Und dann natürlich auch, was schaut für einen Autor aus? Klar, Sache Geschäft natürlich. Und dann haben die sich erkundigt und anscheinend fiel die Rückmeldung so schlecht nicht aus. Also haben die Leute dann gemerkt, es ist mir ernst mit der Angelegenheit und es war dann Daniel Kehlmann, natürlich gleich ein ganz großer Autor, der das super cool fand und mit dem ich telefoniert habe und dem vor allen Dingen auch die Tatsache sehr gefallen hat, das hat ihm imponiert, dass wir den Erlös dieses Literaturfestivals spenden an eine Obdachloseneinrichtung, bei der ich auch mitwirke. Also ich mache dort im Winter Frühstück, ich arbeite dort mit, und ich spende dann den Erlös von diesem Festival. Das fand er super, und der hat mir dann zugesagt und war dann für mich natürlich ein, ein Türöffner. Er hat natürlich dann Kollegen auf sich und auf unser gemeinsames Wirken aufmerksam gemacht, und das war dann, das hat eine Lawine ausgelöst. Die Presse fand das irre gut. Ich habe eine Pressemitteilung verfasst. Ich glaube, ich kann das, habe ich ja auch gelernt, und die haben sofort gesagt, wow, irgendein Paradiesvogel da im Dorf Tirol macht da was Verrücktes. Ja, und dann, wie das bei Journalisten so funktioniert, das wissen Sie ja, einer springt voran und alle anderen springen auf den Zug dann auf. Und dann ging es los, Fernsehen, Radio, Podcasts, Interviews, Zeitungen und so weiter. Und je mehr Werbung es gab, umso interessanter wurde das natürlich für alle. Und schon im letzten Jahr alle Lesungen ausverkauft. Heuer könnte ich es doppelt und dreifach verkaufen, wenn ich wollte. Das hängt natürlich mit der Qualität der Autoren zusammen, die hier sind, aber natürlich auch, der Mensch ist ja so, wenn etwas kurz nicht erreichbar scheint, sprich ein Ticket, dann ist aber beim nächsten Mal früher dran, damit er es kriegt. Ja, und es ist eine Erfolgsgeschichte und das freut mich sehr.

  61. 31:36
    Ronald M. Arndt

    Ja, wir können gerne einen kleinen Einblick vielleicht noch vom Literaturfestival am 13. April, geht es glaube ich los.

  62. 31:41
    Florian Gartner

    Ja, also Auftakt macht Caroline Wahl, im Moment sicher die Nummer 1 in Deutschland, also vom Bekanntheitsgrad her auch sehr in der Diskussion mit den sozialen Medien gerade auch sehr besprochen und in positiver wie negativer Hinsicht. Aber das lassen wir jetzt mal beiseite. Auf jeden Fall Tatsache ist, dass Karolina Waals sehr, sehr im Fokus steht. Dann kommt gleich danach Andrea Sawatzki. Die Älteren unter uns kennen sie natürlich auch aus verschiedenen Filmen als Schauspielerin sehr bekannt, aber eben auch als Buchautorin. Am Tag darauf Ihr Mann Christian Berkel, für den gilt Ähnliches, Schauspieler und Buchautor, als in beider Funktionen sehr ernst zu nehmen. Dann kommt Heinz Strunk, großartig, mag ich sehr gerne. Heinz Strunk ist natürlich auch jemand, der als Kabarettist, Musiker, Punk, Schriftsteller in Deutschland sehr bekannt ist und auch als Typ sehr spannend. Dann kommt Tibor Kaletha stand 2024 mit seinem Buch Heilung auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Ein junger Autor, spannend. Ja, und dann neu heuer, ganz, ganz neu, habe ich noch nie gemacht, auch ein, ein, ein Podcast. Und wenn schon, denn schon, greift man gleich ins, ins Hohlregal. Und ich habe mir Zeit Podcast, einer der meistgehörtesten Podcasts in, in Deutschland—

  63. 33:22
    Ronald M. Arndt

    Zeitverbrechen, glaube ich, gell?

  64. 33:23
    Florian Gartner

    Ja, habe ich was anderes gesagt gerade?

  65. 33:25
    Ronald M. Arndt

    Zeitpodcast haben Sie gesagt.

  66. 33:26
    Florian Gartner

    Zeitverbrechen, verzeihen Sie. Zeitverbrechen mit Sabine Rückert. Ja, kennt man von der Zeit als stellvertretende Chefredakteurin, die glaube ich auch so vom ersten Kontakt her, also bei der Kontaktaufnahme auch glaube ich sehr unterhaltsam sein dürfte. Ja, und das wird dann ein Podcast sein, wird keine Lesung sein, und Den Abschluss macht dann Michel Friedman, auch jemand, der sehr umstritten ist, sehr auch streitlustig ist, auch jemand, der herausfordert, der provoziert. Und ich denke, das tut bei einer solchen Veranstaltung dann auch ganz gut, weil es alles, was polarisiert, schlägt Funken. Und wo Funken geschlagen werden, gibt es vielleicht auch einen Brand. Ich hoffe, er brennt mir mein Hotel nicht nieder.

  67. 34:19
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, die Lesungen finden im Hotel statt, es gibt Gäste parallel im Haus.

  68. 34:24
    Florian Gartner

    Es kommen ganz, ganz viele.

  69. 34:26
    Ronald M. Arndt

    Aber auch von außerhalb wahrscheinlich noch. Ja, natürlich.

  70. 34:29
    Florian Gartner

    Ja, Südtirol eben, wie gesagt, durch die Medien ganz, ganz viele Südtiroler und Südtirolerinnen, die hier literaturverliebt sich im Garten ein Stellich eingeben und dann natürlich klar, Selbstverständlich die Hausgäste. Es ist so, dass jetzt immer mehr Gäste auch wegen des Festivals bei uns buchen. Das war am Anfang nicht so. Am Anfang waren fast ausschließlich Einheimische, aber mittlerweile hat sich das ein bisschen herumgesprochen. Und wie gesagt, die Medien sind ja im Internet natürlich ersichtlich und dementsprechend ja unsere Werbung, die wir dann auf den sozialen Kanälen dann entsprechend positionieren. Die sorgt dann dafür, dass ja das Richtige passiert in puncto Buchungsverhalten.

  71. 35:24
    Ronald M. Arndt

    Als DJ waren Sie heute Abend noch aktiv beim Apero. Ja, gab es denn zweite Leidenschaft nach den Büchern?

  72. 35:32
    Florian Gartner

    Nicht so die zweite Leidenschaft neben dem Lesen. Also ich habe gesagt, Lesen ist für mich ganz, ganz, ganz wichtig. Das entspannt mich sehr und ich mag das gerne, weil ich mich einfach irre gerne mit Sprache auseinandersetze. Aber dann kommt gleich die Musik. Musik immer ganz wichtig, habe ich auch von jeher gemacht. Ich habe also zu Studentenzeiten, habe ich viel in Clubs und auch in Industriehallen aufgelegt, habe das gemeinsam mit einem Freund, habe ich Raves veranstaltet. Wir haben also Veranstaltungen für mehrere tausend Leute gemacht, also auch ganz, ganz gewagte Geschichten. Wir haben Sadomaso, war ein Thema, Klerikal war ein Thema, da war ich als verkleidet, habe Hostien verteilt und es gab klerikale Gesänge im Hintergrund. Wir haben so tolle Sachen gemacht. Wir waren damals jung und wir brauchten das Geld. Und ja, und heute bin ich nicht mehr jung und das Geld brauche ich immer noch, weil die Bank will es von mir haben. Aber ich mache es einfach, weil ich es gerne tue. Nicht weil ich ein Berufsjugendlicher sein möchte. Das möchte ich nicht sein. Aber Es interessiert mich einfach und es kommt den Modellen auch gut an, weil wir sind ja kein landläufiges, kein allzu angepasstes Hotel und dann macht man ein Apero halt mal so.

  73. 37:01
    Ronald M. Arndt

    Ja, man kann sich nichts anderes vorstellen, wo Sie sich so hätten ausleben können die letzten 30 Jahre als im Hotel, im eigenen Hotel.

  74. 37:08
    Florian Gartner

    Das stimmt. Wie ich eingangs schon sagte, ich mag die Bühne, ich mag die Unterhaltung, ich mag Popkultur, ich mag Entertainment und ich bringe das hier rein. Und erfreulicherweise, und Gott sei Dank, gibt es Menschen, die das auch schön finden und mit uns gemeinsam mitgehen.

  75. 37:26
    Ronald M. Arndt

    Ja, genau, das ist der Unterschied. Aber auch genau das fehlt wahrscheinlich mittlerweile oftmals in der Hotellerie, dass es da eben viel Vergleichbares gibt.

  76. 37:35
    Florian Gartner

    Es ist so, also wie gesagt, also ich möchte da auf gar keinen Fall meine Berufskollegen infrage stellen, das steht mir nicht zu, und das extrem vermessen. Das soll es nicht sein. Aber ich gebe Ihnen recht, ich habe wirklich sehr, sehr, sehr viel auf der Welt sehen dürfen. Und es ist halt vielfach so, dass Hotels halt sehr oft auch beliebig sind. Und auch wenn sie gut geführt sind, aber das Angebot ist halt immer das Gleiche. Und ich finde es ein bisschen schade, weil ich denke, wenn Menschen für Menschen wirken, dann sollten auch Ideen ins Spiel kommen, die dann wiederum anderen Menschen Freude bereiten. Ja, und wenn ich das mit einem DJ-Set oder mit einer Lesung oder mit was auch immer, mit einer Modeschau, ist ja ganz egal, es gibt so viele verschiedene Dinge, die man machen kann. Wenn ich das umsetzen kann, dann automatisch wird es auch zum Marketinginstrument. Ja, das ist ganz, ganz wichtig, dass man sich auch positioniert. Entscheidend ist, dass das Ganze von Herzen kommt und dass das Ganze nicht gespielt ist. Wir möchten hier kein Kasperletheater veranstalten, sondern wir machen einfach Dinge, die uns gefallen. Und dann gibt es Befürworter und natürlich auch Gegner, weil wenn jemand das auf der Homepage sieht, was hier passiert, dann sagt er, nein, ich möchte da nicht hin. Natürlich vollkommen in Ordnung, das ist ja klar. Und andere sagen, ja, ist mal erfrischend, lass uns doch das mal ausprobieren. Aber wie gesagt, ich möchte auch gar keine Ratschläge verteilen, das steht mir nicht zu. Aber es gibt schon sehr viel Ähnliches, ja.

  77. 39:17
    Ronald M. Arndt

    Aber dieses rund um die Uhr und immer für Menschen da zu sein, das war nie irgendwie auch mal eine Last?

  78. 39:23
    Florian Gartner

    Nein, das ist für mich keine Last. Ich mag das sehr gerne. Ich muss auch sagen, das sage ich jetzt nicht, weil ich es werbetaktisch so sagen muss, sondern aus fester Überzeugung, 95% der Menschen, denen ich begegne, sind sehr, sehr angenehm. Die 5%, die es nicht sind, okay, that's life. Und das erleben Sie alle in Ihren Berufen auch. Das ist halt so. Aber da gibt es keinen Grund zu hadern. Ja.

  79. 39:53
    Ronald M. Arndt

    Kommen wir noch mal auf die Greta zu sprechen. Wo ordnet sie sich so ein bisschen ein zwischen Ihrer Frau und Ihnen? Das dürfte jetzt auch nicht immer immer, ich will nicht sagen leicht sein, aber muss ja da auch ein starker Charakter sein.

  80. 40:10
    Florian Gartner

    Ja, ja, wobei, also wir haben, das sage ich mit Stolz und mit großer Freude, wir haben mit unseren Kindern ein ganz tolles Verhältnis und wir verstehen uns mit unseren Kindern wirklich hervorragend. Die Greta hat den Wunsch geäußert, hier in den Betrieb reinzukommen. Sie hat es getan und jetzt muss ich natürlich auch ihre Sporen verdienen. Eine kleine Anekdote dazu, die dürfte Sie amüsieren. Ich kann mich erinnern, da war die Greta 15 und dann kam irgendwann der Wunsch, weil sie was verdienen wollte, hat sie gesagt, darf ich nicht im Sommer im Hotel mithelfen? Habe gesagt, das kannst du sehr gerne machen, wenn du das möchtest, aber wisse, wenn du als Praktikant im Hotel Gartner arbeitest, dann bist du der, die Praktikantin, nicht mehr und nicht weniger. Du kriegst ein Namensschild mit Gartner drauf. Du bist nicht die Tochter des Chefs, sondern du machst das als Praktikantin. Und ich stelle keinen anderen Praktikanten für dieses Sommer ein, sondern du bist der Praktikant mit allen Konsequenzen. Frequenzen. Ja, das will sie. Okay, es kam der erste Tag und die Mitarbeiter haben in der Küche am Pass, also an der Schnittstelle zwischen Küche und Service, da ist ein Riesenbuffet, da gibt's alles Mögliche, Fisch, Fleisch, warm, kalt, vegetarisch, blablabla. Und mittags, wir haben hier 43 Mitarbeiter, wenn man davon ausgeht, das 10 frei haben an dem Tag, dann gehen plus minus 30 Leute zu diesem Buffet hin. Ja, was heißt, sie gehen nicht hin, sondern sie stürmen hin. Und dann ist da relativ schnell Tabula rasa. Und ich habe mich hinter einer Säule versteckt, weil ich wusste, was passieren würde. Die Greta steht ganz hinten und schaut mit schreckgeweiteten Augen zu, bevor ihr das ganze Essen verschwindet. Ja, und bis sie hinkommt, ist nichts mehr da. Und dann bin ich aus meiner Deckung gekommen und habe zu ihr gesagt, Lektion 1, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Morgen wirst du dich in die Schlange stellen, wirst deine Ellenbogen gebrauchen und wirst höflich, freundlich, so wie wir dich erzogen haben, aber dich durchsetzen. Ja, weil nur so kommst du weiter. Ja, und was ich damit sagen will, ist ganz einfach: Gastgewerbe ist auch hartes Brot. Du musst dich durchsetzen, du musst deine Position im Betrieb finden, du musst lernen, auch am Anfang dich unterzuordnen und überall auch deine Sporen zu verdienen. Und dann irgendwann bist du in der Position, wo du sagst, so, ich habe, ich weiß jetzt Bescheid, Ganz Bescheid weiß man nie, aber halt, ich weiß viel mehr und kann diejenige sein, die dann führt. Und genauso versuchen wir, sie langsam an die Dinge heranzubringen, immer mit einem doppelt gespannten Fallnetz drunter, so dass sie weichfällt, wenn sie es noch Fehler macht. Aber sie soll sie machen und sie soll lernen und sie macht das toll.

  81. 43:33
    Ronald M. Arndt

    Ja, kann ich bestätigen. Aus Gastsicht, das Hotel hat Ihnen viel ermöglicht, definitiv. Gibt es trotzdem auch was, wo Sie gesagt haben, das hat es mir dann eben nicht ermöglicht?

  82. 43:45
    Florian Gartner

    Oder wenn Sie damit sagen wollen, dass mir das Hotel was genommen hat, dann sage ich nein, mir hat das Hotel nichts genommen. Mir hat das Hotel eigentlich nur gegeben. Ja, also das sage ich jetzt auch nicht, weil ich es hier in der Runde sagen muss, sondern mir würde dazu jetzt nichts nichts einfallen. Weil wenn Sie jetzt sagen, okay, Saison läuft von März bis November, 8 Monate lang. In diesen 8 Monaten, da gibt es kaum Freizeit, da gibt es kein Wenn und Aber, da geht es von frühmorgens bis spät abends. Okay, gut. Ist das ein Grund zu jammern? Nein. Es kommt der November und dann gibt es auch Belohnung. Dann machen wir eine tolle Reise, dann haben wir Möglichkeiten, uns im Winter über in vielerlei anderer Hinsicht zu entspannen und andere Dinge zu machen. Ist alles nur eine Frage des Mindsets. Wenn Sie sagen, okay, in der Saison, da ist Fokus auf das Hotel ausgerichtet, nach der Saison, fun. Alles nur eine Frage der Einstellung. Andere Menschen gehen von Montag bis Freitag arbeiten und haben dann im Sommer 2 Wochen und im Herbst oder im Winter noch mal eine oder wie auch immer. Das haben wir nicht. Dafür haben wir alles akkumuliert in der einen wie in der anderen Das Hotel hat mir nur, nur gegeben.

  83. 45:04
    Ronald M. Arndt

    Ja, es gibt ja hier sehr viele junge Projekte wie das Literaturfestival. Ich glaube, das wird sich noch toll weiterentwickeln.

  84. 45:11
    Florian Gartner

    Ich denke ja.

  85. 45:13
    Ronald M. Arndt

    Aber vom Platz her ist jetzt nicht mehr so viel Umsetzungs-, Gestaltungsfreiraum.

  86. 45:19
    Florian Gartner

    Ich möchte das Hotel auch nicht größer werden.

  87. 45:20
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  88. 45:21
    Florian Gartner

    Das ist auch Teil unseres Konzepts. Abgesehen davon, wie gesagt, dass man natürlich auch wirtschaftlich das Ganze im Auge behalten muss. Wir haben Geld, viel Geld in die Hand genommen. Man zahlt das Geld zurück, man hat das im Auge, wie das weitergeht. Und solange wir noch Verbindlichkeiten haben oder mehr Verbindlichkeiten haben, solange wird man auch davon absehen, weiter in entsprechenden Größenordnungen zu investieren. Man wird immer investieren, jedes Jahr, das machen wir jedes Jahr, aber immer mit Bedacht. Größer werden wollten wir dabei nicht, weil ich das oder die Hotellerie, die berühmten Boutique-Hotels persönlich viel spannender finde als die riesigen Bunker. Die geben mir nichts. Ich brauche nicht 10 Schwimmbäder, ich kann nur in einem schwimmen. Ich brauche auch nicht 20 Saunen, ich kann nur in eine reingehen. Was natürlich nicht heißt, dass man nicht trotzdem eine bestimmte Vielfalt anbieten soll. Das ist ja toll. Aber ich finde, irgendwie sind wir gerade gerade so irgendwie in einem Investitionsrausch geraten, generell in der Hotellerie, wo es immer höher, immer weiter, immer schneller gehen muss. Und ich finde, es stünde uns allen gut zu Gesicht, ein bisschen innezuhalten und auch mal einen Gang rauszunehmen. Ist meine persönliche Meinung. Und ich denke, bitte, wenn jemand anderer Meinung ist, würde mir das sagen, aber ich denke, dass unsere Gäste das auch so sehen. Die schätzen den persönlichen Kontakt, die schätzen den Umgang mit Menschen, die schätzen auch die Tatsache, dass wenn sie bei der Tür reinkommen, dass man weiß, wer sie sind, dass man ein bisschen auch die Hintergründe kennt, sofern der Gast das möchte. Und da muss er sich am Abend nicht kilometerlang in eine Buffetschlange stellen und er muss nicht ununterbrochen schauen, dass er irgendeine Rutschbahn runterrutscht oder irgendwas. Ich kann damit nichts anfangen. Wir bleiben im Boutique-Hotel.

  89. 47:38
    Ronald M. Arndt

    Gibt es dennoch einen Traum für die nahe Zukunft?

  90. 47:43
    Florian Gartner

    Traum ist der, also wenn ich jetzt sage, der Traum wäre, dass die Greta mit diesem Hotel glücklich wird, dann ist es wahrscheinlich das. Es ist wünschenswert, dass sie einen Partner findet, der mit ihr diesen Weg geht, aber es ist kein Zwang. Aber ein solches Hotel kann man, das kann ich Ihnen garantieren, nur mindestens zu zweit führen, weil der Aufwand ist einfach viel, viel zu groß. Das ist in bürokratischer Hinsicht, das hat Ausmaße angenommen. Meine Frau ist halbtags im Hotel und den ganzen Abend über, wenn ich nach Hause komme um 23 Uhr, 24 Uhr, sitzt sie immer noch am Computer und arbeitet dort Dinge ab, ja, weil es einfach so überhand genommen hat. Und eine Person alleine, in diesem Fall die Greta, das würde sie, glaube ich, zerstören. Stören. Deshalb, ein Wunsch wäre, sie soll den Partner finden, der mit ihr mitmacht hier im Hotel Gartner, und dann sollen sie miteinander Spaß haben an dem, was sie tun. Das wäre eigentlich der Wunsch. Wenn es nichts wird, dann passiert auch gar nichts. Also die Dinge laufen sowieso anders, als man oft plant. Ich bin ja das lebendige Beispiel.

  91. 49:26
    Ronald M. Arndt

    Dafür. Wenn es ein Buch gibt aus Ihrer Bibliothek, das Sie gerne Ihren Gästen ans Herz legen möchten, gibt es da eins?

  92. 49:34
    Florian Gartner

    In der Tat, ich habe, es gibt so viele tolle Bücher, aber ich will jetzt ja gar nicht jetzt Buchempfehlungen großartig aussprechen, aber der Grund auch, warum ich Michel Friedman für diese aktuelle Literaturfestivalausgabe gewählt habe, ist, dass er ein kleines, dünnes Bändchen geschrieben hat, das nennt sich Mensch. Ja, und ich finde, das hat mir sehr, sehr gut gefallen, das habe ich sehr gemocht beim Lesen. Und ich finde, die Menschlichkeit— ich bin Humanist, überzeugter Humanist— und ich finde, die Menschlichkeit muss immer im Vordergrund stehen in der Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern, im Kontakt mit den Gästen. Und mehr Menschsein stünde uns allen aktuell sehr zu Gesicht. Wir wissen alle, wie es gerade um unsere Welt bestellt ist. Und deshalb lasst uns lesen, wie man mehr Mensch ist und wie man Demokrat bleibt.

  93. 50:46
    Ronald M. Arndt

    Ganz lieben Dank.

  94. 50:47
    Florian Gartner

    Sehr gerne.

  95. 50:49
    Ronald M. Arndt

    Wir bedanken uns. Vielen, vielen Dank an alle für all die schönen Momente und für die offenen Worte auch.

  96. 51:03
    Florian Gartner

    Es war mir ein Vergnügen und ich habe das als sehr, sehr angenehm empfunden. Das Gespräch mit Ihnen, wie Sie das geführt haben, das Gespräch, wie Sie mich auch geführt haben, das haben Sie sehr gut gemacht. Es ist nicht so einfach, mich zu führen. Und ich bedanke mich beim Publikum, dass Sie dabei waren. Ich hoffe, Sie hatten Spaß an dem, was wir hier heute gemacht haben. Ja, dankeschön dafür.

  97. 51:27
    Ronald M. Arndt

    Danke sehr.