Brigitte Zelger (Green Luxury Hotel Pfösl) & Thomas Mur (Fiera Bolzano), BEAM Summit
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„Wenn man Kommunikation auf Augenhöhe betreibt, mit Menschen redet, auf Menschen zugeht, dann kann man in kleinen Schritten sehr viel erreichen.“
Brigitte Zelger (Green Luxury Hotel Pfösl) & Thomas Mur (Fiera Bolzano), 12:51
Zweite Runde des Warming-Ups zum BEAM Hospitality Gamechanger Summit: Brigitte Zelger führt das Green Luxury Hotel Pfösl in dritter Generation mit ihrer Schwester Eva und ihrem Schwager Daniel, Thomas Mur verantwortet die Messe Bozen seit zehn Jahren. Sie erzählen, wie Bauern, Gastronomen und Hoteliers im Eggental über ein WhatsApp-System Produkte austauschen und warum Thomas Mur die ganze Kette von der Landwirtschaft bis zum Destinationsmanagement auf einer Veranstaltung zusammenbringen will. Dazu geht es um Overtourism, steigende Wohnkosten für die lokale Bevölkerung und die Verschiebung der Gästeherkunft Richtung Übersee.
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Kernaussagen
- WhatsApp statt Vertrag: Im Eggental haben sich kleine Bauernbetriebe mit Hoteliers und Gastronomen zusammengeschlossen und tauschen über ein WhatsApp-System aus, welche Produkte verfügbar sind. Für das Projekt Eggental Taste Local gab es schon Auszeichnungen.
- Brot aus eigenem Korn: Der Backofen von 1730 im Innenhof wird einmal pro Woche genutzt, Gäste backen mit. Das Korn dafür baut der Hof selbst an, alte Sorten, die sonst kaum noch angebaut werden.
- Ganzes Ökosystem auf einer Bühne: Thomas Mur will keine vertikale Hoteliers-Veranstaltung, sondern die Kette von Landwirtschaft über Foodservice und Gastronomie bis ins Destinationsmanagement abbilden, weil Neues erst entsteht, wenn Begegnungen über die Silos hinausgehen.
- Gästeherkunft verschiebt sich: Internationale Gäste aus Übersee haben deutlich zugenommen, deutsche Gäste leicht abgenommen. Hauptmärkte bleiben für das Pfösl Deutschland und Italien, dazu wachsen Benelux, UK und Frankreich in kleinen Prozentsätzen.
- Anmeldungen kommen spät: Zwei Wochen vor der dritten BEAM liegen mehr Anmeldungen vor als zum gleichen Zeitpunkt in den beiden Jahren davor, viele warten aber bis zum letzten Moment.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Die Vorbereitungen zum BEAM Hospitality Game Changer Summit in Bozen laufen auf Hochtouren. Wir hören bei Thomas Mur, dem Chef der Fiera Bolzano, nach, wie der aktuelle Stand ist.
Ebenso ist Brigitte Zelger zu Gast, Gastgeberin aus Südtirol, die mit dem Green Luxury Hotel Pfösl Nachhaltigkeit und Luxus inmitten der Dolomiten auf besonders authentische Weise verbindet.
Beide sind sich einig, dass die enge Verbindung zwischen Landwirtschaft, Gastronomie und Hotellerie Südtirol so einzigartig macht und nur im Zusammenspiel dieser Bereiche ein funktionierendes, nachhaltiges Tourismussystem entstehen kann.
Genau hier setzt der BEAM Summit an: kein klassisches Konferenzformat, sondern echte Begegnung, Vernetzung und das Entstehen neuer Projekte. Wir freuen uns auf den 19. und 20. Mai 2026 in Bozen.
Noch gibt es Tickets – schnell sein lohnt sich: https://beam.fierabolzano.it/de/
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Green Luxury Hotel Pfösl
#4 Benjamin Adrion
Viva con Agua & Villa Viva
#2 Magnus Busch (nook society) & Florian Gartner (Designhotel Gartner)
BEAM Summit
Transkript
Transkript öffnenTranskript schließen27 Min · Ronald M. Arndt und Brigitte Zelger (Green Luxury Hotel Pfösl) & Thomas Mur (Fiera Bolzano)
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:00 Ronald M. Arndt
Dann geht's direkt weiter mit Runde 2 unseres Warming-Ups zur BEAM, zum BEAM Hospitality Gamechanger Summit, und ich freue mich, heute Morgen eine weitere Hotelier aus Südtirol begrüßen zu dürfen. Brigitte Zelger, grüße dich, hallo!
- 00:14 Brigitte Zelger
Hallo!
- 00:16 Ronald M. Arndt
Und der Mann hinter dem Ganzen, Thomas Mur, guten Morgen!
- 00:20 Thomas Mur
Hallo, guten Morgen!
- 00:23 Ronald M. Arndt
Ja, Thomas, die dritte BEAM, Dieses Jahr? Ja. Du bist von Anfang an dabei, oder wie lange verantwortest du schon die Messe Bozen?
- 00:32 Thomas Mur
Ja, die Messe Bozen seit 10 Jahren. Und ja, BEAM ist schon ein bisschen auch unser Baby. Wir sehen das ja, sagen wir mal, in unserer gesamten Produktlandschaft, sagen wir mal, als unser Startup, wo wir einfach viele neue Dinge ausprobieren. Und BEAM steht ja als Abkürzung für Be Ambitious. Also wir sind mit diesem Projekt mit dieser Veranstaltung auch ambitioniert unterwegs, wollen was komplett Neues schaffen für die Hospitality. Und das macht Spaß, ist herausfordernd, ist nicht immer ganz einfach, aber also wir haben auch sehr, sehr viel Spaß dabei.
- 01:14 Ronald M. Arndt
Ja, also ambitioniert seid ihr nicht nur bei der BEAM, sondern in Südtirol. Ja, seit jeher, die Hotellerie in Südtirol, die ist ja einfach dermaßen hochwertig, da staunen ja wahrscheinlich viele einfach drumrum. Brigitte, jetzt zu dir und zu deinem Haus. Ich freue mich, da jetzt ein bisschen mehr zu erfahren.
- 01:34 Brigitte Zelger
Ja, vielleicht kann ich es kurz beschreiben. Das Green Luxury Hotel Pfösl steht für authentischen, nachhaltigen Luxus. Nachhaltig deswegen, weil für uns die Natur im Mittelpunkt steht. Die Dolomiten sind unsere Kulisse, das ist ein Geschenk. Unser Haus liegt an einem sehr besonderen Ort, inmitten von Wiesen und Wäldern, mit Blick auf die Dolomiten. Und die Natur schenkt uns so vieles, und deswegen haben wir uns auch entschieden, mit dieser Natur zu arbeiten, von ihr zu nehmen, dankbar zu sein und es auch den Gästen als, ja, ganz besonderes Erlebnis weiterzugeben.
- 02:19 Ronald M. Arndt
Und wie lange gibt es das Haus schon?
- 02:23 Brigitte Zelger
Ja, das Haus gibt es schon sehr lange. Die erste Nennung war schon 1510, also mit einem kleinen Bildstock auf unserem Grundstück. Es umfasst ja 25 Hektar Wiesen und Wälder und hat auch eine Landwirtschaft dabei. Also die Landwirtschaft prägt uns schon seit sehr vielen Jahrhunderten und Deswegen gibt es auch viele Meilensteine in der Landwirtschaft. Es gibt einen Backofen an unserem, auf unserem Grundstück direkt im Innenhof. Der ist von 1730, sehr ein altes Bauwerk. Das nutzen wir einmal in der Woche. Wir backen frisches Brot mit unseren Gästen, um auch diese Tradition den Gästen wieder weiterzugeben. Wir bauen auf unserem Hof auch wieder eigenes Korn an für diesen Brotbacktag. Alte Sorten, die man sonst nicht so gerne wieder anbaut und versuchen einfach besondere, inspirierende Erlebnisse für unsere Gäste zu schaffen. Dann natürlich haben wir auch eine alte Scheune, die von 1852 ist, und das Hotel an sich mit der Gastwirtschaft ist mit unserem Opa gestartet im Jahr 1950. Und von da ist die Geschichte dann über unsere Eltern und jetzt in dritter Generation meine Schwester Eva, mein Schwager Daniel und ich die Gastgeber sein dürfen an diesem wunderschönen Platz.
- 03:53 Ronald M. Arndt
Und da, Thomas, bist du auch stolz, dass du so viele spannende Unternehmer und Hotelkonzepte eben da in Südtirol vereinen darfst, oder wie? Das ist ja eine besondere Aufgabe.
- 04:06 Thomas Mur
Genau, absolut. Und also wir haben ja schon seit 50 Jahren, also wir feiern heuer 50 Jahre Hotelmesse, ne. Das ist ja, sagen wir mal, das klassische Produkt im Bereich Hospitality, das wir haben, ne, überregionale Bedeutung, 20.000 Besucher, tolles Format, aber gerade weil Südtirol eigentlich diese Stärke auch hat in der Hospitality, haben wir uns gedacht, da müssen wir es schaffen, noch etwas Neues da hineinzubringen, eine neue Veranstaltung, international ausgerichtet, kleiner und mit den Stärken, die da auch Südtirol mitbringt. Also wir wollen da irgendwo auf alle Fälle auch unsere Historie messen, und Märkte gibt es ja seit Jahrhunderten auch in Bozen als klassischen Raum, wo mehrere Kulturen aufeinandertreffen, insbesondere, sagen wir mal, deutscher Kulturraum und italienischer Kulturraum. Und wir sind absolut überzeugt, dass das eben die Stärke, die Südtirol heute in der Hospitality hat, dass die auch Anziehungspunkt sein kann für einen ganzen tollen Event in der Hospitality, wo wir viele Dinge einfach neu und anders machen wollen. Also es geht uns ja jetzt nicht nur darum, irgendwelche coole Speaker aus der Hospitality auf die Bühne zu bringen. Das machen ja viele und das können auch viele, sondern wir wollen es schaffen, dass eben die richtigen Leute sich dann auch verbinden, vernetzen, dass daraus eben sogar dann Projekte entstehen. Wir wollen auch positive Energie in die Hospitality reinbringen, weil derzeit gibt es ja viele Herausforderungen und es wird auch viel schlecht geredet und wir wollen einfach diesen positiven einen Moment schaffen für Gamechanger, für die Gamechangerinnen, die ja Mut schöpfen bei dieser Veranstaltung, weil sie sich halt mit vielen Gleichgesinnten austauschen können, weil sie neue Kraft dann tanken können, um mutige Veränderungen in der Hospitality anzustoßen. Das ist so ein bisschen unsere Mission und wir haben 2 erfolgreiche Veranstaltungen hinter uns. Also wir wollen natürlich wachsen, wir sind auf der Suche nach Partnern, die uns das ermöglichen, nach Gleichgesinnten, nach Menschen, die, die sagen, ja, das im Bozen dort, das macht Sinn, ne, und, und, und ich unterstütze das, oder wir versuchen das gemeinsam weiterzubringen.
- 06:46 Ronald M. Arndt
Also es macht auf jeden Fall Sinn, und ich habe es auch in der letzten Folge schon gesagt, die Erreichbarkeit über München, die ist eigentlich sogar mit dem Zug sehr gut gegeben. Von daher freue ich mich dann auch am 18. schon anzureisen. Und auf die BEAM. Brigitte, dieses Miteinander zwischen Hoteliers in Südtirol, zumindest so lange, wie du da schon im Geschäft bist, hat sich das verändert? Ist das eher immer ein Miteinander gewesen oder hat man da schon so geschaut, was macht der andere, wie kann ich mithalten?
- 07:21 Brigitte Zelger
Ich bin der Meinung, dass sich in den letzten 10, 15 Jahren sehr viel verändert hat. Wir sind offener geworden, wir sind ja auch weitsichtiger geworden. Und ich glaube, das zeichnet uns in Südtirol schon auch aus, dass wir miteinander reden, dass wir uns austauschen und dass wir gute Dinge auch weitersagen. Denn es geht am Ende immer darum, dass wenn man was gut macht, dann darf man auch darüber sprechen. Und dann entwickelt sich so eine Dynamik, dass viele Leute darüber sprechen. Und ich habe die Erfahrung gemacht, vor allem in den Kreisen, wo ich oder wo wir uns als Hotel auch bewegen, dass ein Austausch und ein Netzwerk zwischen vielen Menschen auch den eigenen Betrieb weiterbringt und immer wieder für Inspiration und neue Ideen sorgt.
- 08:10 Ronald M. Arndt
Ja, und genau dafür ist ja so eine BEAM da am Ende auch, Thomas. Und soweit ich jetzt schon einsehen konnte in der Agenda, was auch ganz wichtig ist und lange nicht alle Veranstaltungen auch im Ausland hinbekommen, dass sie auch unterschiedliche Disziplinen eben zusammenführen. Es muss ja nicht immer nur um per se Hotellerie gehen.
- 08:28 Thomas Mur
Ja, genau, das war uns von Anfang an ganz wichtig. Macht uns das Leben nicht unbedingt immer einfacher, aber wir sind absolut davon überzeugt, dass Innovation eigentlich nur dann entstehen können, wenn das ganze Ökosystem abgebildet ist, ne. Und dass man nicht nur also diese vertikalen Events hat, wo eben dann nur Hoteliers hingehen, ne, sondern wir sehen das als integrierte Kette, die wirklich, wenn man will, ganz in der Landwirtschaft anfängt, über Foodservice, über Gastronomie, Hotellerie und dann auch reingeht ins Destinationsmanagement. Weil nur wenn Begegnungen über diese Bereiche, über die einzelnen Bereiche oder die einzelnen Silos hinausgehen, kann etwas Neues entstehen. Und das Ökosystem kann sich dann auch weiterentwickeln. Also wir sehen das ja auch in Südtirol, dass das gut funktioniert. Natürlich gibt es auch immer viel Reibung, Brigitte weiß das, sie ist auch in unterschiedlichen Gremien da mit dabei. Aber wenn sich dann die Leute, wenn die Leute zusammenfinden, und ich glaube, Brigitte, ihr macht das ja auch hervorragend in eurem Tourismusgebiet im Eckental zwischen Landwirtschaft und Hotellerie und Gastronomie. Da entstehen dann eigentlich die Dinge, die dann wirklich auch authentisch sind und nicht austauschbar sind. Und ich glaube, das wird gerade für die Zukunft sehr, sehr wichtig, dass wir eine eigene Form auch der Hospitality irgendwo finden, wo alle mitgenommen werden, auch die Bevölkerung. Das ist, glaube ich, im Moment die größte Herausforderung, die wir in Südtirol haben. Aber auf der anderen Seite, denke ich, sind wir auch gut aufgestellt. Diesen Dialog hinzukriegen. Natürlich braucht es viel Mut dazu, natürlich geht das alles viel zu langsam, aber ich denke, BEAM ist da auch eine Plattform, um da auch eine neue Dynamik reinzukriegen.
- 10:39 Ronald M. Arndt
Kannst du da was kurz zu sagen, auch für die deutschen Zuhörerinnen und Zuhörer, Bevölkerung mitnehmen? Was meinst du damit?
- 10:46 Thomas Mur
Ja, wir haben ja, also jetzt nehme ich dieses Wort in den Mund, Overtourism, das ist eine große Debatte hier in Südtirol, sehr stark auch mit den Herausforderungen, in der Mobilität, im Verkehr verbunden mit Kostensteigerungen, mit dem Thema Wohnen, das ja für die lokale Bevölkerung immer, immer teurer wird. Und da haben ganz viele das Gefühl, dass sie hinten bleiben auf Kosten einiger weniger, die sich, sagen wir mal, bereichern durch den Tourismus. Das ist jetzt aber vielleicht ein bisschen krasser ausgedrückt. Und jetzt geht es eben darum, Formen zu finden, wie alle auch von diesem Tourismus profitieren können, nicht. Und wie gesagt, da gibt's sicher keine einfachen Lösungen. Das ist ein Dialog, das muss sich auch über Jahre, glaube ich, entwickeln, nicht. Aber denke, wenn es, es kann langfristig nur dann funktionieren, wenn es für alle funktioniert, nicht. Und da ist eben auch so ein Beispiel, nicht, des Zusammenspiels zwischen Landwirtschaft und Tourismus und Hotellerie ganz, ganz wichtig, nicht. Weil die Bauern pflegen hier die Kulturlandschaft, nicht, die Kulturlandschaft oder die Landschaft generell ist unser wichtigstes Gut hier in Südtirol. Und denen müssen wir das Überleben sichern, dass es auch den jungen Leuten auf den Höfen gut geht, dass die gut wirtschaften können, dass sie nachhaltig wirtschaften können, eben auch wirtschaftlich nachhaltig. Und das geht eben nur, wenn man gut zusammenarbeitet.
- 12:28 Ronald M. Arndt
Ja, und genau das, dieses Thema Landwirtschaft und Hotellerie auf sehr hohem Level, bringt ihr jetzt auch bald wieder zum Ausdruck mit Taste Local. Brigitte, das hast du vorher kurz erwähnt, und ich habe gedacht, das ist jetzt einfach noch guter Zeitpunkt, um da einmal kurz drauf zu sprechen zu kommen, weil das ja auch Ende Mai noch ansteht, ne? Vielleicht ist der ein oder andere, lässt sich doch dafür begeistern.
- 12:51 Brigitte Zelger
Ja, wir haben seit 2 Jahren eine Taste Local, Slow and Taste Local Woche entwickelt im Haus, wo wir im Frühling und im Herbst, also dieses Jahr findet die Woche vom 17. zum 24. Mai statt, wo wir eine Woche rund um lokale Produzenten, Ausflüge zu unseren Bauern, zu unseren Weinbauern, Ausflüge zu Mozzarella-Manufakturen, zu verschiedensten Erlebnissen, die die vielleicht für ganz viele Gäste gar nicht mehr nachvollziehbar sind. Oder dieses Jahr steht im Mittelpunkt auch das Schüttelbrot. Wie schütteln wir das Brot? Es kommt unser Bäcker zu uns und wird in unserem Ofen hier zeigen, wie man Schüttelbrot macht, wie Schüttelbrot gefertigt wird. Und das Highlight der Woche wird dann sein am Freitag. Da haben wir eine Genussmeile in unserem Garten, wo alle verschiedenen Produzenten die wir, mit denen wir das ganze Jahr arbeiten, hier eine Meile machen werden, unsere Gäste sich informieren, aber auch verkosten dürfen. Und das soll dann der Abschluss der Woche sein. Ja, aber generell vielleicht zu der ganzen Sache Landwirtschaft, Tourismus noch dazu. Ich glaube und ich bin überzeugt, dass wenn man Kommunikation auf Augenhöhe betreibt, mit Menschen redet, auf Menschen zugeht, dann kann man in kleinen Schritten sehr viel erreichen. Und das zeigt sich auch bei uns im Eggental. Wir haben dieses Projekt mit diesem Eggental Taste Local auch vor einigen Jahren ins Leben gerufen, dafür auch schon einige Auszeichnungen erhalten, weil es eine sehr einfache Art der Zusammenarbeit ist. Und zwar sind da viele Bauern, einfache kleine Betriebe, die sich mit uns Hoteliers und Gastronomen zusammengeschlossen haben und wo wir ganz einfach über ein WhatsApp-System uns austauschen welche Produkte zur Verfügung stellen. Die Gastronomie nimmt sie ab, und inzwischen haben sich auch da ganz tolle Netzwerke entwickelt, auch ganz viele neue Bauernideen, was wird angebaut. Also da bewegt sich was, und wie Thomas gesagt hat, es geht zwar langsam in Schritten, aber man kann schon was Tolles bewegen. Und das Schöne ist, dass man mit einer ganz, mit einem ganz anderen Respekt dann den Menschen auch gegenübersteht, die andere Arbeiten machen. Und ich glaube, darum geht es vor allem in der ganzen Tourismus- Gesinnungen Südtirol, dass wir wieder wertschätzen müssen, was andere Menschen machen, damit auch wir alle wertgeschätzt werden können.
- 15:36 Ronald M. Arndt
Könnt ihr vielleicht ein bisschen was sagen zu den Gästen, wie die sich verteilen? Wo kommen die aktuell her? Gibt es einen Trend, den man absehen kann, wo in Zukunft vielleicht— woher kommen die Gäste in Südtirol?
- 15:51 Thomas Mur
Ja, ich glaube, also ich Ich kenne jetzt nicht die genauen Prozentzahlen, aber es ist ganz deutlich, dass die internationalen Gäste, also auch aus Übersee, deutlich zugenommen haben in den letzten Jahren. Die Gäste aus Deutschland haben leicht abgenommen, auch aber eben dann, sagen wir mal, auf hohem Niveau irgendwo. Hängt wahrscheinlich auch mit der konjunkturellen Lage zusammen, aber das war eine eindeutige Entwicklung. Und das heißt dann, auch wieder ergibt das neue Herausforderungen. Wir sehen das natürlich dann immer an wenigen Tagen im Jahr, Seceda, Dolomiten, wo jetzt schon diese Ranger eingesetzt werden, um den Leuten auch die Kultur des Berggehens beizubringen. Weil wenn die da mit Flip-Flops auf 2800 Metern auf steiniges Gelände kommen, dann kann das natürlich nicht funktionieren. Und das erfordert wieder neue Kompetenzen und hat wieder neue Herausforderungen. Also von dem her ist eigentlich auch die Anpassungsfähigkeit gefragt. Und ich glaube, es ist halt ganz wichtig, dass man dabei nicht die eigene Identität auch vergisst und den Menschen, die hierherkommen, auch versucht zu erklären, wie wichtig die Natur hier ist, wie wichtig auch der Respekt Richtung Natur ist. Und wie gesagt, aber es ist sicher eine spannende und dynamische Entwicklung, die wieder eben viel Neues erfordert. Ich weiß nicht, Brigitte, was du, wie das für euch ist, aber ich denke, das merkt man jetzt schon, oder hat man in den letzten Jahren gemerkt.
- 17:47 Brigitte Zelger
Ja, eine Veränderung ist im Gange, aber ich denke, wir Südtiroler sind auf sehr viele Veränderungen schon immer sehr gut und schnell vorbereitet gewesen, oder haben einfach eine schnelle Art, neue Sachen auch flexibel anzugehen. Und ich glaube, ja, das ist eine Veränderung generell da. Es kommen internationale Gäste, die natürlich andere Kulturen, andere Mentalitäten mitbringen. Aber ich glaube, ein guter Mix und eine gute ja, eine gute Zusammensetzung von unseren Angeboten, damit wir, wenn wir sie auch begleiten und vielleicht auch an die schönsten Orte geordnet führen. Also natürlich ist es nicht im Sinne, dass wir die 4, 5 Hotspots, die wir haben in Südtirol, dass alle dahin gehen. Ich glaube, wir haben sehr viel schöne andere Plätze, die wir zeigen können und auf die wir aufmerksam machen. Dürfen. Und auch hier wieder die Inspiration für andere Menschen. Ich glaube, das Dolomitengebiet, vor allem wo wir uns befinden, aber ganz Südtirol hat einfach diese besondere Vielfalt an Angeboten, Vielfalt an Natur, Vielfalt an Landschaft, aber vor allem ganz, ganz besondere Menschen. Und ich glaube, das zeichnet uns in Südtirol dann auch aus, warum die Gäste so gerne nach Südtirol kommen.
- 19:18 Ronald M. Arndt
Also früher war es wahrscheinlich viele Deutsche auch in Südtirol. Thomas schon gesagt, das nimmt ab. Jetzt Gäste eher aus Übersee. Das heißt, ihr Brigitte im Hotel, ihr müsst auch wirklich gutes Englisch drauf haben, ja?
- 19:31 Brigitte Zelger
Ja, also in den letzten—
- 19:32 Ronald M. Arndt
Mittelbrot auf Englisch zu erklären, ist auch was anderes.
- 19:37 Brigitte Zelger
Ja, ja, in den letzten Jahren haben wir das wieder gelernt, gut Englisch zu sprechen. Es ist fast jeden Tag jemand im Haus, also Gäste sind jeden Tag im Haus. Wo wir Englisch sprechen. Wir haben unsere Gästestruktur dahingehend verändert, dass wir auch durch Bewerbung mit Vitalpina, auch mit der IDM, sehr viel, ja, Niederlande, Benelux wieder ansprechen. Das sind Gäste, die perfekt nach Südtirol passen. Also dann natürlich im Winter Tschechien, Polen, die ganzen Skidestinationen, aber auch internationale Gäste aus allen Herren Ländern. Frankreich darf man nicht unter unterschätzen. USA, also Amerika, es sind kleine Prozentsätze, aber mit kleinen Prozentsätzen natürlich in vielen verschiedenen Destinationen langsam wachsen, das ist die Herausforderung. Ja, Herausforderung, aber bitte Entschuldigung, unser Hauptgast ist noch und bleibt hoffentlich auch Deutschland und Italien. Also die 2 Nationen sind in Südtirol natürlich überwiegend, und ich glaube, das ist auch eine gute, eine gute Kombination. Und dann noch mit einem Prozentsatz internationalen Gästen, denke ich, wird sich das in den nächsten Jahren so in diese Richtung weiterentwickeln.
- 21:06 Ronald M. Arndt
Kann man so einen Trend in Richtung Asien erkennen oder USA? Also ist da wirklich was, da irgendwo größere Zuwächse zu erkennen, oder?
- 21:17 Brigitte Zelger
Es gibt das Gröner Tal und Alta Badia natürlich, die schon sehr große Zuwächse in diesen Bereichen haben. Aber ich weiß jetzt auch nicht die Zahlen, also ich kann es aus unserem Hotel erzählen. Wir haben kleine Zuwächse, also das sind ganz kleine Prozentsätze. Asien weniger, bei uns ist ein bisschen Amerika, aber vor allem Benelux, UK, Frankreich, also mehr europäische Länder noch. Aber es gibt Realitäten, wo Amerika schon den Großteil der Gäste hat, ausmacht.
- 21:59 Ronald M. Arndt
Okay. Und Benelux, das wäre jetzt vielleicht die letzte Frage in die Richtung. Die reisen dann, die fahren auch gerne Auto, die Holländer, glaube ich. Die kommen dann auch mit dem Auto, oder? Das ist schon recht weit.
- 22:13 Brigitte Zelger
Ja, die kommen mit dem Auto, die kommen auch mit dem Zug. Wir haben verschiedene interessante Zusammenarbeiten auch gehabt mit unserem Pressebüro oder mit unseren Pressebüros, wo wir das getestet haben, wie man mit Nachtzügen anreist, wo Influencer und Journalisten das wirklich auf einer Pressereise dann auch groß gespielt haben. Und spannenderweise gibt es Gäste, die wirklich mit dem Nachtzug anreisen, entspannt dann hier sind. Natürlich ist da eine lange Fahrt, aber vorwiegend reisen die schon mit dem Auto.
- 22:48 Ronald M. Arndt
Ja, Thomas, wir waren ja alle zusammen mit deinem Team Mittagessen in Bozen mit Christina und Dominik Jetzt sind es noch so knapp 2 Wochen bis zur dritten BEAM. Was kriegst du da gerade von den Kollegen mit? In welcher Phase befindet ihr euch?
- 23:06 Thomas Mur
Ja, das ist jetzt schon, sagen wir mal, eine der herausforderndsten Phasen, weil es gilt jetzt natürlich auch, die ganzen Speaker zu koordinieren mit den, also die Hauptkommunikationsarbeit erfolgt ja auch so in den letzten 3, 4 Wochen, wo sich einfach alles noch einmal konzentriert. Aber wir haben jetzt mittlerweile da auch ein eingespieltes Team, muss ich sagen. Alle helfen mit und das ist dann auch schön zu sehen. Aber das sind schon die spannendsten Momente. Und auch in der Eventbranche hat sich da ja vieles geändert in den letzten Jahren. Also ich glaube, das ist bei den Hotelbuchungen dann manchmal ähnlich, dass vieles dann im letzten Moment kommt. Und dann ist es schon auch ein bisschen so ein Zittern. Weil wir wollen ja natürlich auch jedes Jahr unsere Zahlen verbessern. Schaffen wir das? Und ja, Interesse ist, sagen wir mal, ist da. Also wir haben jetzt auch schon mehr Anmeldungen als zu dieser Zeit in den letzten 2 Jahren und so, das sehen wir schon. Aber sehr viele warten noch auf den letzten Moment. Und das ist etwas, da braucht es ein bisschen Nerven. Aber wir sind da schon zuversichtlich. Wir kriegen auch ganz viel Zuspruch und Von dem her ist es auch eine Reise irgendwo, an die man glauben muss, wo wir auch als Messe investieren, wo wir Gott sei Dank ganz, ganz viele Partner haben. Eben dieses Ökosystem, gerade auch in Südtirol, mit IDM, mit dem Hoteliers- und Gastwirteverband, mit dem Verkehrssamt Bozen, mit ganz, ganz vielen Partnern, sagen wir mal, auch auf institutioneller Ebene. Das ist ja ganz, ganz wichtig, dass wir die, die ja dieses System vor Ort mitnehmen, dass die auch aktiv mit dabei sind, dass die uns unterstützen, nicht. Und dann wollen wir natürlich auch über Südtirol hinaus ganz, ganz viele Partner, Mitstreiter, so wie dich, nicht. Und das, das hat uns auch voll jetzt Spaß gemacht, die einfach den richtigen Mindset auch haben, nicht, die den gleichen Mindset mit uns teilen, die sagen, ja cool, lass uns das machen, nicht. Die da auch ganz, also ich schätze da Vor allem, wie unkompliziert du da auch rangehst an die Sache und sagst, ja cool, ja, mach mal und nehme ich mit, nicht? Und genau solche Leute brauchen wir, weil am Ende diesen Wandel, nicht, den wollen wir ja mit antreiben und da braucht es halt ganz viele Leute, nicht? Das können wir nicht als Messe alleine irgendwo machen, nicht? Also es geht darum, so, wir versuchen dann das Umfeld zu schaffen, die richtigen Leute hierher zu bringen, nicht? Aber dann geht es darum, dass einfach jeder an diese Veränderung auch glaubt und dass er sie mitantreibt.
- 26:04 Ronald M. Arndt
Super, also ich freue mich drauf. Deutsche Bahn wird im ICE von München nach Bozen auch noch ein paar Plätze haben, also ich werde alles tun, was im Bereich des Möglichen ist, um da ein paar Leute aus Deutschland mitzubringen. Das ist jetzt auch schön, der Hotel-Podcast mit einem Format in Südtirol und natürlich das klassische Format in Deutschland, da beide Welten zusammenzubringen.
- 26:26 Brigitte Zelger
Verbringen.
- 26:27 Ronald M. Arndt
Ja, Brigitte, dich sieht man auch bei der BEAM. Jawohl, freue mich drauf. Ja, und dann wünsche ich euch bis dahin alles Gute und ja, euch dann mal wieder echt und live und in Farbe zu sehen. Ganz lieben Dank.
- 26:46 Thomas Mur
Danke, Roland.
- 26:49 Ronald M. Arndt
Bis dann, ciao!