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Germany · Episode #81 · 30.06.2023 · 49 Min

Es werde Licht

Joern SiebkeStudio Lux Berlin
Episode hören49 Min Läuft weiter, während du auf der Seite stöberst

Aufgenommen: Berlin Marriott Hotel, Berlin

Standbild aus der Episode mit Joern Siebke Germany49 Min

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„Aus meiner Sicht ist es immer eine Frage der Prioritäten. … Egal, was das Budget ist, es geht darum, die richtigen Entscheidungen für das zu treffen, was ich zur Verfügung habe.“

Joern Siebke, 24:41

Joern Siebke gestaltet mit Studio Lux Berlin Hotelinterieurs, aufgenommen wurde das Gespräch in einem von ihm umgestalteten Zimmer im Berlin Marriott Hotel. Er erklärt, wie aus einer Geschichte für den Standort ein Zimmer wird, warum sein Studio Licht ästhetisch und technisch selbst plant und weshalb Purchasing Agents in Deutschland zu selten eingesetzt werden. Dazu Renovierungszyklen, Budgetprioritäten und was Gäste im Zimmer kaputt machen oder mitnehmen.

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Kernaussagen

  1. Licht als Ausgangspunkt: Siebke ist ausgebildeter Lichtdesigner und kam über Licht zum Interior. Sein Studio beherrscht das Thema nicht nur ästhetisch, sondern plant es auch technisch durch, daher der Name Studio Lux.
  2. Erst die Geschichte: Der erste Schritt in jedem Projekt ist die Geschichte für den jeweiligen Standort. Ist sie von allen angenommen, setzt das Studio sie in Erlebbares um und gleicht sie im Prozess mit dem vorhandenen Geld ab.
  3. Prioritäten statt Budgetklage: Egal wie groß das Budget ist, es geht um die richtigen Entscheidungen. Was für den Gast erlebbar ist, bekommt Vorrang, der Rest wird so gelöst, dass der Gast nichts davon merkt.
  4. Purchasing Agents unterschätzt: In Amerika und vielen Ländern Asiens läuft kein Projekt ohne Purchasing Agents, in Deutschland werden sie zu wenig genutzt. Gute Agents machen die Beschaffung reibungsloser, verhindern überhöhte Preise und finden Alternativen im Budget.
  5. Diebstahl prägt Materialwahl: Bei einschraubbaren LED-Birnen gibt es einen Riesenverlust, weil Gäste sie mitnehmen. Das beeinflusst die Wahl der Leuchtmittel genauso wie Oberflächen, Kanten und die geforderte Beständigkeit der Materialien.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Joern Siebke und ich treffen uns im Berlin Marriott Hotel. Genauer gesagt in einem vom Studio Lux Berlin gestalteten Zimmer.

In New York wächst sein Knowhow im Interior Design heran. Am Ende wurde es nicht eines, sondern zwölf Jahre in den USA.

Eine frühere Ausbildung zum Lichtdesigner ergänzt seinen heutigen Tätigkeitsbereich perfekt. Aber auch im Kampf gegen Langfinger lässt er sich so einiges einfallen.

Die Planung eines Hotelzimmers kann manchmal ziemlich kompliziert sein, spannend aber allemal. Ich freue mich schon auf das nächste Zimmer!

HOTEL-PODCAST & J.J. Darboven sagen Danke!

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen49 Min · Ronald M. Arndt und Joern Siebke

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:06
    Ronald M. Arndt

    Joern Siebke, schönen guten Morgen im Hotel-Podcast. Paar Anläufe haben wir gebraucht, aber ich habe mal wieder den Weg nach Berlin gefunden.

  2. 00:15
    Joern Siebke

    Ja, super.

  3. 00:16
    Ronald M. Arndt

    Und freue mich jetzt sehr, mit dir hier in einem deiner Zimmer zu sitzen. Ja, weiß ja nicht, wie viele du mittlerweile hast, aber hier ist er im Marriott Hotel in Berlin.

  4. 00:27
    Joern Siebke

    Genau, ja, freut mich, freut mich, dass wir uns hier zusammengefunden haben.

  5. 00:31
    Ronald M. Arndt

    Danke, ja, es wurde Zeit. Wie gesagt, wir sehen uns ja ab und an, und da ich ja früher auch immer, na ja, heute interessiere ich mich für Architektur, früher wollte ich es wirklich mal studieren, deswegen freue ich mich da ganz besonders jetzt mal auf unsere heutige Episode, nicht direkt mit dem Hotel, sondern eben mit demjenigen, der hier die Wie sagt man denn, das Interior Design, das verantwortet?

  6. 00:56
    Joern Siebke

    Ja, genau.

  7. 00:57
    Ronald M. Arndt

    Also da gibt es eine starke Abgrenzung dann schon zu Architektur und Interior Design, oder?

  8. 01:02
    Joern Siebke

    Auf jeden Fall, auf jeden Fall. Also auf jeden Fall, idealerweise fließt es zusammen, ja, das ist das Beste. Wie wir so schön sagen, was Hotels angeht, ist immer schön, das Hotel von innen nach außen zu denken und nicht von außen nach innen, weil—

  9. 01:17
    Ronald M. Arndt

    aber es oft wahrscheinlich andersrum, oder?

  10. 01:19
    Joern Siebke

    Ja, also ja, oft schon. Ja, das stimmt. Ja, es braucht ein bisschen Überzeugungsarbeit, wenn es darum geht, sich mit den Architekten zu unterhalten, mit den Hochbauarchitekten zu unterhalten manchmal, weil oft halt doch Dinge wie Fassade und so äußeres Erscheinungsbild des Gebäudes erstmal im Vordergrund stehen. Okay, aber ja, ist eine interessante Konversation in der Regel.

  11. 01:42
    Ronald M. Arndt

    Ja, das heißt, zu welchem Zeitpunkt Also wird dann meistens jemand anderes noch mal gesucht, der fürs Interior Design verantwortlich ist, außer dem Architekten?

  12. 01:53
    Joern Siebke

    Ja, ja.

  13. 01:53
    Ronald M. Arndt

    Oder sucht der Architekt denjenigen aus?

  14. 01:56
    Joern Siebke

    Nein, nee, also nee, also je nachdem. In der Regel sind es die Hotelbetreiber, manchmal die Eigentümer, manchmal Projektsteuerer oder Leute, die sozusagen damit beauftragt sind, ein Team für so ein Projekt zusammenzustellen.

  15. 02:14
    Ronald M. Arndt

    Ja.

  16. 02:14
    Joern Siebke

    Je nachdem, wo so der Impuls herkommt.

  17. 02:17
    Ronald M. Arndt

    Demnach hast du auch einen ganz unterschiedlichen Kundenkreis oder Kundentyp. Ja, weil wie gesagt, vom Betreiber, wo ich jetzt gar nicht mal so direkt dran gedacht hätte, und ich habe jetzt gedacht, okay, das macht auch noch der Eigentümer und sucht sich dann Betreiber, aber wahrscheinlich ist man da mit verschiedenen Parteien auch immer, ja, genau, das ist ja das, was es so spannend macht, ne. Spannend oder kompliziert?

  18. 02:38
    Joern Siebke

    Beides, aber also in der Komplikation steckt die Spannung sozusagen. Ja, genau. Ja, also im Hotel, sage ich mal, kommen eben viele Interessen zusammen, viele verschiedene Interessen zusammen. Das unterscheidet es, sage ich mal, von anderen Kategorien wie Büros oder Zahnarztpraxen oder was die Leute eben alles so machen. Und es gibt also viele verschiedene Ansprüche, die miteinander zu verbinden sind, auszugleichen sind. Und für uns ist oft natürlich maßgebend, was das Produkt ist, was die Marke ist, die dahinter steht mit ihrem jeweiligen Produkt. Und natürlich auf der anderen Seite derjenige, der uns in der Regel bezahlt, und das ist in der Regel derjenige, dem das Objekt gehört. Mindestens mal diese beiden Dinge gibt's also miteinander zu verbinden und die gegen— oft manchmal dann doch gegenläufigen Interessen, die daraus hervorgehen, miteinander auszugleichen.

  19. 03:46
    Ronald M. Arndt

    Okay, ja. Hast du wirklich so ein Fokus auf die Hotellerie?

  20. 03:49
    Joern Siebke

    Ja, eigentlich 99% von dem, was wir tun, ist Hotellerie.

  21. 03:54
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  22. 03:55
    Joern Siebke

    Und dann gibt's noch so ein paar, weiß nicht, einzelne Restaurants, aber das ist auch Gastronomie.

  23. 04:00
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  24. 04:00
    Joern Siebke

    Und Private Residences ist was, was wir auch machen, aber da muss die Konstellation stimmen.

  25. 04:09
    Ronald M. Arndt

    Okay, dann lass mal in der Geschichte des Studiolux Berlin ein paar Jahre oder vielleicht auch Jahrzehnte— seit wann gibt es Studiolux Berlin?

  26. 04:17
    Joern Siebke

    In der Form gegründet 2011.

  27. 04:21
    Ronald M. Arndt

    Also lass mal ein paar Jahre zurückgehen. War von Anfang an so die Idee, wir arbeiten für Hotels, oder gab es da mal ein erstes Projekt, sage ich mal? Wo du—

  28. 04:30
    Joern Siebke

    nee, genau, also wir sind ja, also meine Partner Partnerin und, also Lebenspartnerin und Geschäftspartnerin ist, wir sind beide sozusagen aus einer Hospitality-Design-Firma gekommen. Also wir sind, haben uns in New York kennengelernt, wir haben da beide lange gearbeitet und sind dann auch da schon im ähnlichen Umfeld. Ja, genau, genau, cool. Damals für eine Firma gearbeitet, Tony Jean Associates, das ist Ja, recht bekanntes Hospitality-Designstudio und sind damals mit dem Studio sozusagen nach Berlin gegangen und haben dann ein paar Projekte hier noch zu Ende gemacht und haben daraus sozusagen dann unseren Anfang gebildet.

  29. 05:26
    Ronald M. Arndt

    Ja, das ist sauber. Also da dann die Selbstständigkeit seit 2011. Wie kam es zum Namen Lux?

  30. 05:34
    Joern Siebke

    Der ist ein Wortspiel sozusagen. Das kommt daher maßgeblich, weil ich persönlich einen— mein Werdegang— ich bin zum Interior über Licht gekommen, sozusagen. Ich bin also ausgebildeter Lichtdesigner und das wollte ich mit unterbringen, sozusagen. Und gleichzeitig gibt's so eine Minimalreferenz zu Lux oder Luxus, und all diese Dinge haben sich irgendwie da in diesem Wort glücklich verbunden, sozusagen.

  31. 06:13
    Ronald M. Arndt

    Das sieht man auf jeden Fall einmal mehr hier in unserem Marriott-Zimmer, dass du das Thema Licht doch irgendwo ein bisschen stärker noch ausspielst vielleicht als, als andere. Mir das Gleiche beim Reinkommen, diese kleine runde— möchte nicht die falschen Begrifflichkeiten verwenden, aber Leuchte eingefallen, hier rechts vom Fernseher, die da eigentlich nicht zu vermuten ist. Aber natürlich auch aus dieser Ecke, sage ich mal, noch ein sehr wohnliches, schönes Gefühl einfach bringt.

  32. 06:44
    Joern Siebke

    Ja, also es ist ein wichtiger Faktor, der glaube ich auch zunehmend für viele Leute eine Rolle spielt.

  33. 06:49
    Ronald M. Arndt

    Also man hört, also ich bin ja definitiv da nicht, da keine große Expertise, aber wenn ich schon mal so ein bisschen nebenher ein paar Fotos gemacht habe von Hotelzimmern, dann hieß es immer, Mach mal alle Lichter an.

  34. 07:00
    Joern Siebke

    Ja, funktioniert nicht immer, aber ja, nee, also ist auf jeden Fall für uns auch eine wichtige Komponente in dem, was wir tun, und glaube ich auch was, was uns so ein bisschen, ja, ein bisschen USP geworden ist für uns, dass wir dieses Thema einfach nicht nur ästhetisch, sondern eben auch technisch beherrschen und dementsprechend auch durchplanen können.

  35. 07:24
    Ronald M. Arndt

    Das ist natürlich das andere, auch technisch, weil irgendwo muss der Strom herkommen.

  36. 07:28
    Joern Siebke

    Ja, nicht nur das. Heute ist ja, also ich sage mal, Licht ist ja nicht mehr so banal in dem Sinne. Also jetzt die Lichtquelle ist nicht mehr so banal, wie sie noch zu Halogenzeiten war, sondern mit LEDs und eben ganz vielen verschiedenen Arten von LEDs und Steuerungstechnik und so weiter und so weiter ist es eben doch ein relativ komplexes Thema geworden. Und ja, Wie gesagt, es ist für uns ganz gut, das selber im Haus zu beherrschen, sozusagen den Umgang damit.

  37. 07:58
    Ronald M. Arndt

    Jetzt sind wir ja hier in einem Haus einer wirklich großen Marke mit Marriott aus den Vereinigten Staaten. Kann mir auch vorstellen, dass du da einfach noch so den einen oder anderen Kontakt natürlich mit über den Atlantik genommen hast.

  38. 08:11
    Joern Siebke

    Auf jeden Fall, ja.

  39. 08:13
    Ronald M. Arndt

    Auf jeden Fall. Aber sind es auch ab und an privat geführte Hotels, sage ich mal, die zum Studiolux Berlin kommen?

  40. 08:19
    Joern Siebke

    Ja, gibt's auch. Also ist für uns auch sehr wichtig, glaube ich, beide diese Klaviaturen zu spielen, sozusagen. Und auch was, was wir sehr gerne machen. Also rein volumenmäßig ist es auf jeden Fall mehr Markenhotellerie, die wir machen, also Hyatt, Hilton, Marriott. Und aber ja, es gibt auch privat geführte Auftraggeber oder privat geführte Hotels und deren Eigentümer, die uns beauftragen.

  41. 08:53
    Ronald M. Arndt

    Okay, jetzt bist du damals nach in die USA gegangen und hast da deine heutige Partnerin kennengelernt. Warum bist du irgendwann mal in die USA gegangen? Was war das so?

  42. 09:04
    Joern Siebke

    Ja, warum? Also weil es die Möglichkeit gab.

  43. 09:08
    Ronald M. Arndt

    Ja, also schon nach dem Hast du studiert, oder?

  44. 09:11
    Joern Siebke

    Genau, ich habe studiert. Also ich bin eigentlich noch mal was ganz anderes studiert. Ich bin Landschaftsarchitekt und bin dann genau zu so einem, zu diesem Lichtthema gekommen. Auch noch mal eine ganz andere Schiene, weil ich beim Film gearbeitet habe und so. Und das Thema wollte ich gerne ausweiten. Und dann hat's eine Möglichkeit gegeben über ein Stipendium sozusagen Masterstudiengang zu machen in New York. Und das habe ich gemacht und bin dann dort geblieben.

  45. 09:46
    Ronald M. Arndt

    Und 12 Jahre, 12 Jahre warst du da?

  46. 09:49
    Joern Siebke

    Okay, eins war mal geplant.

  47. 09:51
    Ronald M. Arndt

    Ja, erinnert mich jetzt gerade an meinen erst kürzlich erschienenen Hotel-Podcast mit dem Otto Konstantin Lindner und seinem Kumpan Tobias. Otto war eben auch ein paar Jahre in USA und war ganz spannend dann zu sehen, ja, was hat man da gesehen und mitgenommen, sage ich mal, über den großen Teich, was ist dann doch in Deutschland, sage ich mal, eher eine Stärke, sage ich mal, die man natürlich wieder ausspielen kann unternehmerisch. Ja, aber 12 Jahre, da hast du natürlich einiges an Erfahrung gesammelt.

  48. 10:21
    Joern Siebke

    Ja, also ich glaube, wichtig, also jetzt im beruflichen Werdegang wichtig ist, dass wir da die Gelegenheit hatten, einfach sehr viel international tätig zu werden, also auf eine Art und Weise und in einem Umfang, denen es glaube ich nicht so leicht, oder nicht, also den man so in Deutschland nicht so leicht vorfinden würde.

  49. 10:43
    Ronald M. Arndt

    Also die, die Dimension einfach, ne?

  50. 10:45
    Joern Siebke

    Genau, ja, ja, die Art, die Menge, okay. Und ja, dafür gibt's einfach das berufliche Umfeld hier kaum, mhm, ja.

  51. 10:57
    Ronald M. Arndt

    Und kann mir vorstellen, dass natürlich jetzt auch sehr wertgeschätzt wird, wenn du eben diese diese amerikanische Mentalität und einfach weißt, wie es läuft, sage ich mal, bei einem Couldn't Be Married schon kennst.

  52. 11:09
    Joern Siebke

    Genau.

  53. 11:09
    Ronald M. Arndt

    Bist da vielleicht auch Brückenbauer, weil unter Umständen.

  54. 11:13
    Joern Siebke

    Ja, manchmal hilft das. Also es hilft vor allen Dingen dann dort, ja, sage ich mal, wenn es da bestimmte professionelle Abläufe gibt, die uns vielleicht geläufiger sind als anderen. Es hilft oft sprachlich, weil eben bestimmte Abläufe in den größeren Hotelketten, die eben tendenziell US-amerikanisch sind, eben auch nach wie vor auf Englisch sozusagen umgesetzt werden. Und es hilft, glaube ich, ganz grundsätzlich, weil wir einfach einen etwas größeren Erfahrungshorizont haben, den wir mitbringen. Methoden, zum Teil auch Produkte oder Materialien, die wir eben in anderen Bereichen der Welt kennengelernt haben, die vielleicht hier jetzt noch nicht so jedem geläufig sind oder wo nicht jeder von vornherein sagt, okay, also das würde ich auch mal ausprobieren wollen.

  55. 12:12
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, von Amerika aus, da, und du sagst andere Teile der Welt, da gab es dann auch Projekte, sage ich mal, die in anderen Ecken und Teilen der Welt stattgefunden haben, oder?

  56. 12:20
    Joern Siebke

    Genau, also wir haben einen Großteil der Projekte, die wir in dem Büro dort bearbeitet haben, sind in Asien gewesen, also viel in China, Japan, auch dann wieder für amerikanische Ketten, oder? Genau, oftmals. Genau, also seinerzeit haben wir sehr, sehr viel für Hyatt gearbeitet, und das war ganz ausgezeichnete Zeit. Und ja, das, mit dieser Verbindung sind wir um die Welt gereist, sozusagen. Also wir haben das Glück gehabt, dass wir auf 6 Kontinenten Projekte machen durften, und das auch in dem Segment der Hotellerie, sage ich mal, die ja, also wo nicht mehr viel drüber gekommen ist, sozusagen.

  57. 13:07
    Ronald M. Arndt

    Ja, also nehmen wir mal so ein großes Hyatt irgendwie in, in, in China. Versucht man da überhaupt noch viel irgendwie Lokales lokale Einflüsse da mit einzubringen, oder ist es einfach ein Hyatt, wie man es so weltweit kennt?

  58. 13:23
    Joern Siebke

    Und naja, das ist immer so ein bisschen, sage ich mal, adaptiert, oder genau, naja, es ist so ein bisschen der inhärente Zwiespalt, sage ich mal. Auf der einen Seite vertreten diese Häuser einen wiederfindbaren Standard, also der möchte natürlich auch umgesetzt werden, sodass die Marke erkennbar ist. Auf der anderen Seite ist ist immer wichtiger heute, dass es einfach ein auf das einzelne Haus, auf das einzelne Objekt abgestimmtes Storytelling gibt. Und das wiederum heißt eben, dass die lokalen Einflüsse sich wiederfinden.

  59. 14:01
    Ronald M. Arndt

    Weil ja nicht zuletzt auch die Mitarbeiter, das Team natürlich von vor Ort kommen.

  60. 14:05
    Joern Siebke

    Ja, wenn es gut läuft, ja. Manchmal eben auch nicht. Das hängt so ein bisschen davon ab, wie eben so der Arbeitsmarkt im jeweiligen Land ist. Wissen wir ja selber, dass in unseren Gefilden zum Beispiel der Großteil der Beschäftigten in der Hotellerie eben nicht unbedingt aus Deutschland kommt. In anderen Ländern ist das auch so, in Asien natürlich oft nicht.

  61. 14:29
    Ronald M. Arndt

    Aber ich hatte jetzt gerade Asien eben vor Augen.

  62. 14:33
    Joern Siebke

    Ja, aber also wie gesagt, also dieses Finden der Geschichte zu dem einzelnen Objekt, zu dem jeweiligen Haus ist natürlich ein großer Bestandteil dessen, was wir tun. Und das gilt für alle Marken, also nicht nur, nicht nur für Hyatt, nicht nur für Marriott, nicht nur für Hilton, sondern für alle. Und ist einfach unserem Verständnis nach auch einer der großen Beiträge, die wir leisten, zum Erfolg des Projektes. Also es ist nicht trivial und nicht was, was sozusagen einfach nebenbei passiert, sondern ganz entscheidender Bestandteil.

  63. 15:12
    Ronald M. Arndt

    Lass mal so ein bisschen so ein Hotelzimmer reindenken, oder mal zu verstehen, wo so dein Leistungsspektrum beginnt und endet. Also wenn ich jetzt unten in die Lobby reinkomme, dann ist es erstmal auch Joern Siebke, oder nicht?

  64. 15:27
    Joern Siebke

    In diesem Haus nicht.

  65. 15:28
    Ronald M. Arndt

    In diesem Haus nicht?

  66. 15:29
    Joern Siebke

    Nein.

  67. 15:29
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  68. 15:31
    Joern Siebke

    In der Regel schon, aber in diesem Haus nicht.

  69. 15:33
    Ronald M. Arndt

    Also es gibt dann auch im Haus nochmal—

  70. 15:35
    Joern Siebke

    Genau, also es hängt ja—

  71. 15:36
    Ronald M. Arndt

    Genau.

  72. 15:37
    Joern Siebke

    Also hängt natürlich immer von der Art des Projektes ab. Also, oder also wenn es zum Beispiel ein Renovierungsprojekt ist wie das hier, dann entscheiden die Häuser eben zu unterschiedlichen Zeitpunkten, dass bestimmte Komponenten des Hauses, sagen wir mal, renoviert werden oder umgestaltet werden. Und in diesem konkreten Fall waren es eben die Zimmer.

  73. 15:57
    Ronald M. Arndt

    Also auch nicht der Flur?

  74. 15:59
    Joern Siebke

    Doch, der Flur auch. Okay, der Flur gehört dazu.

  75. 16:01
    Ronald M. Arndt

    Der Flur ist ja dann Übergang.

  76. 16:02
    Joern Siebke

    Okay, genau.

  77. 16:02
    Ronald M. Arndt

    Wird dazu gerechnet.

  78. 16:03
    Joern Siebke

    Genau, und zu einem anderen Zeitpunkt wurde zum Beispiel in diesem Haus eben der Konferenzbereich gemacht, auch von einem anderen Designer. Ja, und, und der Lobbybereich, weiß ich gar nicht so hundertprozentig, wann der das letzte Mal umgestaltet worden ist.

  79. 16:14
    Ronald M. Arndt

    Wenn dann renoviert wird, sage ich mal, dann wird das Zimmer eigentlich noch mal komplett neu gedacht, oder da bleibt nicht viel drin?

  80. 16:20
    Joern Siebke

    Na ja, das hängt immer so ein bisschen davon ab, sage ich mal, wie die jeweilige Marke sich entwickelt hat. Also oft ist es so, dass die Marken, in dem Fall Marriott, sagt, okay, vor 10 Jahren, also ein Zimmer haben so in der Regel, sage ich mal, so einen 10-Jahreszyklus, ja, idealerweise weniger, aber in Real Life sozusagen weniger, sagst du, weil dann wäre die Auslastung höher gewesen, oder? Weil, also ich glaube, vorgeschrieben Brandstandard-Vorgaben sind glaube ich in der Tat sogar 7 Jahre, aber der Zyklus in Real Life ist oft länger. Ja, das ist ja einfach auch eine Frage der Investitionen, die da getätigt werden müssen und so.

  81. 16:59
    Ronald M. Arndt

    Also meinst du das Look and Feel oder die Abnutzung?

  82. 17:02
    Joern Siebke

    Beides.

  83. 17:03
    Ronald M. Arndt

    Beides, okay.

  84. 17:03
    Joern Siebke

    Beides. Also ich meine, von Eigentümerseite ist es natürlich so, dass oft im Vordergrund steht, das Produkt oder das Investment, was da einmal getätigt worden ist, möglichst lange aufrechtzuerhalten, um möglichst viel, sage ich mal, Gewinn daraus zu generieren. Auf der anderen Seite steht natürlich die Marke, die sagen, wir haben ein Interesse daran, dass das Produkt immer fresh ist, dass es immer gut aussieht, und dass es vor allen Dingen auch transportiert, was sich für uns als Marke geändert hat, ne. Das, also zu der ersten Frage zurückzukommen, das ist der springende Punkt, dass in diesen Zimmern sich dann, also Zimmern und anderen Bereichen, sich eben dann doch die Dinge ab und zu auch mitunter mal relativ radikal ändern können, weil die Marke zum Beispiel bestimmte Komponenten im Zimmer nicht mehr als repräsentativ für sich sieht. Gibt da viele Beispiele für. Es gab zum Beispiel mal ein Konzept, so kleine Beistelltische zu haben, die man sich ranziehen konnte. Das war die Idee, glaube ich, dass man sich aufs Bett setzen konnte, zum Beispiel so einen kleinen Beistelltisch haben könnte und dann Computer darauf drücken, dann anfängt zu arbeiten. Ich glaube, man hat dann irgendwie festgestellt, dass es vielleicht doch nicht so praktikabel ist.

  85. 18:24
    Ronald M. Arndt

    Da gibt es einen gewissen Höhenunterschied dann.

  86. 18:26
    Joern Siebke

    Genau, ja. Aber so gibt es eben verschiedene Elemente und Dinge, die im Laufe der Zeit, das geht auch über Farbgebung zum Beispiel und so, das kommt immer mal vor, dass jemand halt sagt, wir haben eine Marke XY und da wollen wir bestimmte farbliche Komponenten drin sehen. Und 10 Jahre später hat sich das halt geändert.

  87. 18:48
    Ronald M. Arndt

    Ja, natürlich.

  88. 18:48
    Joern Siebke

    Dann wird es halt Zeit, die Farbe wieder loszuwerden.

  89. 18:50
    Ronald M. Arndt

    Ja, genau. Dann ist es wieder an der Zeit. Ja, genau. Aber ja, dann hast du ja vielleicht und wahrscheinlich doch das ein oder andere Mal das Glück, dass du dann nach 8, 9, 10 Jahren eben noch mal ran darfst.

  90. 19:03
    Joern Siebke

    Ja, wenn es gut läuft, dann ist das so. Dann hat man was richtig gemacht, sage ich mal.

  91. 19:07
    Ronald M. Arndt

    Aber jetzt gibt es ja Studio Lux Berlin auch noch nicht ewig, seit 2011. Von daher, den ersten Zyklus, den ersten Zyklus wollte ich gerade sagen, habe gerade angefangen zu rechnen. Ersten Zyklus hast du noch nicht. Ja, jetzt, das fand ich jetzt spannend, weil ja, ich kann mir vorstellen, so ein Telefon wird irgendwie mehr und mehr in den Hintergrund rücken, gibt's dann halt irgendwann auf keinem Hotelzimmer mehr.

  92. 19:32
    Joern Siebke

    Hoffentlich, ja.

  93. 19:33
    Ronald M. Arndt

    Die Glotze wird immer größer und das damit verbundene Angebot, das zu Netflix oder whatever. Was könnte denn noch so— ich denke mich einfach gerade mal so rein— verschwinden?

  94. 19:50
    Joern Siebke

    Naja, also ich glaube, also Technologie ist natürlich ein großes Thema.

  95. 19:54
    Ronald M. Arndt

    Der Minibar, genau, Technologie. Und dann Technologie.

  96. 19:56
    Joern Siebke

    Genau, also ganz generell, Technologie ist ein großer Treiber, auch ein großer natürlich Innovationstreiber im Moment. Ist ja auch das, wofür viele im Moment, sage ich mal, ihre Differenzierung suchen, ne, auf, auf vielerlei Arten und Weisen. Das Thema, hast das Thema Telefon angesprochen, da ist es z.B. so, es gibt eigentlich keinen Grund mehr, ein Telefon zu haben, wenn man es mal genau nimmt, ja. Aber Tatsache ist, ob das jetzt aus Sicherheitsgründen oder, oder wie auch immer, immer noch noch eingefordert wird. Tatsache ist, es ist noch da. Und ich glaube, es kommen halt manchmal eher Sachen dazu, als dass sie wegfallen. Zum Beispiel gibt es Menschen, die der Meinung sind, dass ab einem bestimmten Standard man zum Beispiel, weiß ich nicht, solche Dinge wie eigene Bluetooth-Speaker, die man dann eben selber mit seinem Telefon oder anderen Medien Geräten ansteuern kann, um seinen eigenen Content sozusagen abzuspielen, dass das eine gute Idee ist und dass das einfach dazugehört.

  97. 21:05
    Ronald M. Arndt

    Was meinst du? Macht doch Sinn ab und an, oder?

  98. 21:08
    Joern Siebke

    Ja, also ist okay für mich. Tatsache ist, gelegentlich ist der Platz nicht dafür da. Es sind natürlich zusätzliche Kosten, die, ob die jetzt da am allerbesten investiert sind, das hat immer was mit dem Kontext dessen zu tun, wie viel Budget da ist insgesamt. Und wie, wie wichtig diese Komponente zur Wahrnehmung der Marke ist oder des Produktes ist. Also wenn zum Beispiel Soho House oder so, wenn die da ihre kleinen Marshall-Boxen drinne haben, dann ist das was, wo die Leute sagen, irgendwie, ja, das passt, gehört in dieses Environment irgendwie, und es wird dort auch positiv, sage ich mal, aufgenommen. Und mittlerweile wahrscheinlich sagen die Leute, es gehört einfach dazu. Ja, aber wenn du hier zum Beispiel bist weiß ich nicht unbedingt, ob jetzt eine Marshall-Box, die hier rum— oder von irgendeinem anderen Hersteller Bluetooth-Box irgendwie rumsteht, ob das wirklich, sage ich mal, Punkte bringen würde für die Gäste, die dieses Hotel und diese Marke nachfragen. Und dementsprechend gibt es hier auch keine.

  99. 22:10
    Ronald M. Arndt

    Sicherlich auch ein ganz nettes Mitnahmeobjekt, so ein kleiner Bluetooth-Lautsprecher für den einen oder anderen Langfinger.

  100. 22:16
    Joern Siebke

    Auch da, sage ich mal, ist es ja mittlerweile so, dass dann kommt halt die Rechnung dafür.

  101. 22:20
    Ronald M. Arndt

    Genau, kommt die Richtung einfach hinterher. Also wenn so ein, wie nennt man das, Refreshing ansteht von so einem Zimmer, wie sieht also der Prozess dann aus auf Seiten Studiolux Berlin? Also da kommt die Anfrage, hey Herr Siebke, es wäre mal wieder soweit, und wie legt die Maschine dann los?

  102. 22:40
    Joern Siebke

    Naja, also erstmal unterhält man sich natürlich darüber, was die Parameter sind, also was das dazugehört und was also der Scope sozusagen. Oft ist es so zum Beispiel, dass die Zimmer sogenannte Soft Refurbs sind, also das heißt, dass keine Wände geändert werden, dass kein TGA geändert wird, oft auch die Bäder nicht geändert werden.

  103. 23:03
    Ronald M. Arndt

    TGA ist was?

  104. 23:06
    Joern Siebke

    TGA ist was? Die Technik.

  105. 23:09
    Ronald M. Arndt

    Die Technik, okay.

  106. 23:09
    Joern Siebke

    Alles, was technische Einbauten sind. Und manchmal ist es aber auch eben so, dass so viel gemacht werden soll, dass all diese Dinge zur Disposition stehen. Und dann ist es natürlich eine andere, eine andere Aufgabenstellung, wenn es also so wie hier zum Beispiel, das war ein sogenannter Soft Refurb. Wir haben keine, keine Technik geändert in dem Sinne. Wir haben Steckdosen umgelegt und so weiter und so fort. Ist dann halt ein bisschen sage ich mal, cleveres Überlegen, wie kann ich das machen, ohne dass ich irgendwie an die Wände dran muss, ne? Weil das ist immer ein großer Kostenfaktor, den will man vermeiden. Aber ganz grundsätzlich überlegen wir uns noch mal, welche Geschichte möchten wir erzählen an dem Standort, an dem das Projekt ist. Und das ist der allererste Schritt, diese Geschichte definieren und dann eben adäquat erzählen, überzeugend erzählen. Und wenn diese Geschichte einmal von allen angenommen ist, dann setzen wir sie eben in Erlebbares um.

  107. 24:21
    Ronald M. Arndt

    Okay, genau.

  108. 24:22
    Joern Siebke

    Und gleichen das dann im Laufe des Prozesses ab mit dem, was an Geld zur Verfügung steht.

  109. 24:26
    Ronald M. Arndt

    Ja, ja, genau. Da musst du dann wahrscheinlich doch auf deiner Seite— also nicht, dass du die Abstriche machst, aber natürlich, was du die die komplette Umsetzung der Ideen angeht, dann auch nochmal.

  110. 24:41
    Joern Siebke

    Ja, ich meine, es ist ein Prozess. Also ich sag mal so, also sagen ja viele Leute, beschweren sich darüber, dass das Budget zu klein ist oder was auch immer, so dass nicht genügend Geld da ist. So, die, das aus meiner Sicht ist es immer eine Frage der Prioritäten. Also ist egal, was das Budget ist, es geht darum, die richtigen Entscheidungen für das zu treffen, was ich zur Verfügung habe, und mir zu überlegen, okay, Wo ist es erlebbar? Also wo kann ich es so umsetzen, dass es für den Gast wirklich einen Unterschied macht und erlebbar ist? Und was sind Dinge, die vielleicht dafür nicht so entscheidend sind? Und diese Dinge, die versucht man dann, wenn es erforderlich ist, einfach in den Hintergrund zu drücken und einfach zu sagen: Okay gut, das kann ich jetzt gerade nicht machen, das müssen wir vielleicht später machen, aber den Rest muss ich so machen, dass das nicht für den Gast erlebbar ist, dass da was nicht passiert ist. Ja, das ist so ein bisschen die Kunst aus meiner Sicht.

  111. 25:32
    Ronald M. Arndt

    Ja, bei einem unserer letzten Begegnungen in München hast du mal gesagt, das ist so, ja, einfach kann man ja auch erahnen, aber sehr schwer wird einfach so Handwerker, weißt du, so gutes Handwerk, sage ich mal, noch zu finden. Gibt's natürlich klar in allen Branchen immer weniger, aber da denke ich jetzt gerade so an die Möbelproduktion oder Leuchten und vielleicht auch mal ganz besondere Dinge, die in der der höchsten Kategorie dann eher angesiedelt sind. Wie sieht da so dein, ja, deine Arbeit im Hintergrund aus? Hältst du da sehr enge Verbindungen und bist du da immer auf der Suche und lässt dich, ja?

  112. 26:07
    Joern Siebke

    Ja, ich glaube, das ist so ein, also das ist ein großer differenzierender Faktor, nicht nur für uns, sondern ganz grundsätzlich in unserer Branche, sage ich mal, genau diese Kontakte zu haben, die zu pflegen, weiterzuentwickeln. Immer neu zu knüpfen, also Leute zu finden, die diese handwerklichen, diese handwerkliche Herstellung nach wie vor beherrschen, natürlich auch auf verschiedene Art und Weise. Also handwerklich heißt in dem Fall auch, kann auch sehr technisch sein, ja, aber nichtsdestotrotz eben darüber für uns auch einfach Kontrolle zu behalten über das Produkt, ja, also einfach mit Leuten zusammenzuarbeiten in der Herstellung der Produkte, die die Möglichkeit haben, diese Produkte genauso zu machen, wie wir sie für dieses oder jenes Projekt brauchen.

  113. 26:57
    Ronald M. Arndt

    Und dann noch in dem Volumen natürlich.

  114. 26:59
    Joern Siebke

    Und dem Volumen, genau. Und natürlich auch letztendlich zu dem Preispunkt, der für bestimmte Projekte eben erforderlich ist. Und wie gesagt, auch da ist es eine Prioritätenfindung. Ich kann natürlich, sagen wir mal, ich habe 10 Gegenstände, die, um beim Beispiel Zimmer zu bleiben, in dem Zimmer sind. Und ich habe aber nur x Geld zur Verfügung, da muss ich halt überlegen, okay, welcher dieser 10 Gegenstände ist sozusagen der, der für mich am bedeutsamsten ist, ja, und mit dem fange ich an, ja, und dann arbeite ich mich sozusagen runter, ja. Und also diesen Prozess zu moderieren mit den unterschiedlichen Herstellern Das ist eine also wirklich unglaublich wichtige Komponente für das, was wir tun, und das auch nicht aus der Hand zu geben, darüber die Kontrolle zu behalten, ist aus meiner persönlichen Sicht absolut unerlässlich. Also das, was da so ein bisschen dahinter steht, ist auch das Thema Purchasing, was unglaublich großen Einfluss darauf hat, was als Produkt letztendlich entsteht und zu welchen Kosten es entsteht. Und Was aus meiner persönlichen Erfahrung, also wir sind es eben aus diesem angloamerikanischen Umfeld sozusagen gewohnt, immer mit Purchasing Agents zu arbeiten, also Leuten, die nur dafür da sind, sozusagen die Beschaffung der Produkte zu erledigen, zu unterstützen.

  115. 28:25
    Ronald M. Arndt

    Und die sind nochmal zwischengeschaltet?

  116. 28:27
    Joern Siebke

    Genau, die sind nochmal dazwischengeschaltet. Die sind in der Regel, kommen die entweder über den Projektsteurer oder Auftraggeber direkt. Und leider ist es so, dass es in Deutschland immer noch viel zu wenig genutzt wird, weil also es gibt da, es gibt ganz klare, zählbare Vorteile sozusagen, ja, weil wenn es ein guter Purchasing Agent ist, dann macht er den ganzen Prozess der Beschaffung sozusagen viel reibungsloser, und das ist was, wo wenn es nicht gut läuft, sehr viel Energie verloren geht in so Projekten, ja, und oft es eben auch so ist, dass letztendlich überhöhte Preise bezahlt werden, ja. Mitunter ist es eben so, wenn die Purchasing Agents sehr gut sind, dann tun sie eben immer wieder auch Alternativen auf zu Produkten, die vielleicht dann budgetmäßig erstmal nicht darstellbar sind, aber aus ihrem Fundus von Erfahrung und Leuten bringen sie das eben ins Projekt ein und finden auf die Art und Weise Lösungen. Das heißt, es ist gut für die Qualität des Gesamtproduktes, es hilft, das Budget möglichst nah an dem zu halten, was ursprünglich mal geplant war, und es macht den Prozess reibungsloser.

  117. 29:43
    Ronald M. Arndt

    Also auch genau, weil du sagst, die kennen einfach die Alternativen.

  118. 29:46
    Joern Siebke

    Genau, also genau, ja, also ja, und das ist also, das ist was meiner Erfahrung nach immer noch wirklich unterschätzt wird, so als Leistung, die für Projekte wirklich von größter Bedeutung ist.

  119. 30:02
    Ronald M. Arndt

    Also würde ich mich heute noch mit Bezug zur Hotellerie selbstständig machen, dann wäre das vielleicht so eine— wobei, gibt es jetzt, es gibt ja genügend von den Agents, oder sagst du, es wird nur zu wenig genutzt?

  120. 30:11
    Joern Siebke

    Ja, also ob es genügend davon gibt, ist sicherlich eine Interpretationsfrage. Das kommt darauf an, wen man fragt, sage ich mal. Also Tatsache ist, dass sie zu wenig genutzt werden, also in diesem geografischen Umfeld. In anderen Regionen ist das einfach Usus und es ist so bei jedem Projekt. Also in Amerika zum Beispiel oder auch in vielen Ländern in Asien kannst du kein Projekt machen, ohne dass es Purchasing Agents gibt, weil alle mittlerweile verstanden haben, dass es eben sozusagen Win-win-win-Szenario ist im Grunde genommen.

  121. 30:40
    Ronald M. Arndt

    Jetzt sind wir heute im Marriott in Berlin, unser Gastgeber. Aber natürlich dürfen wir natürlich auch auf andere Projekte von dir noch zu sprechen kommen. Magst du da ein, zwei nennen?

  122. 30:51
    Joern Siebke

    Also mit Marriott haben wir in der Tat relativ viel gemacht im Laufe der Jahre, und es ist für uns auch ein super Partner. Und also das Haus hier gehört dazu. Wir haben gerade in Frankfurt das Westin fertiggestellt, okay, da ist Marriott sozusagen die Marke, Arabella Der Betreiber, ja, die Hausbau, Bayerischer Hausbau als Eigentümer.

  123. 31:17
    Ronald M. Arndt

    Da ging es auch um Zimmer und—

  124. 31:19
    Joern Siebke

    nee, da ging es um alles, das komplette Haus.

  125. 31:22
    Ronald M. Arndt

    Stark, cool.

  126. 31:22
    Joern Siebke

    Ja, das war sehr gut, sehr intensives Projekt, auch natürlich über einen Zeitraum verwirklicht, der für die Branche insgesamt sehr herausfordernd, oder für uns alle, aber für die Branche insbesondere sehr herausfordernd war. Und auch von der Warte zum Beispiel muss man eben sagen, dass alle, die dort beteiligt waren, wirklich alles getan haben, damit das passiert. Ja, wir haben noch ein anderes Marriott House in München, das gerade umgesetzt wird und hoffentlich dieses Jahr fertig wird. Ist auch, also ja, sehr großes Hotel, über 400 Zimmer, Wahnsinn, einige tausend Quadratmeter öffentliche Flächen. Und genau, dann, ja, was machen wir noch? Wir haben noch Projekte mit Hilton, mit Hyatt. Also wir sind so über die großen Betreiber eigentlich vertreten. Wir haben noch ein paar Projekte im Ausland, ein schönes Projekt in Portugal.

  127. 32:21
    Ronald M. Arndt

    Gut.

  128. 32:22
    Joern Siebke

    Ich bin heute Nachmittag, wenn wir hier fertig sind, steige ich in den Flieger nach Dubai.

  129. 32:26
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  130. 32:27
    Joern Siebke

    Und so.

  131. 32:29
    Ronald M. Arndt

    Okay, Dubai und so diese ganze Ecke ist wirklich so im Kommen, wie man immer von allen Seiten, sind einfach noch mal ganz andere Dimensionen.

  132. 32:38
    Joern Siebke

    Ja, ist eine andere Dimension, auch nicht immer krisenfest, sage ich mal, aber aktuell auf jeden Fall sehr dynamisch, ganz klar. Wird natürlich in der Dynamik aktuell durch Saudi-Arabien überschattet. Ja, aber es ist eine Region, in der wir schon seit vielen Jahren arbeiten, auch mit Betreibern von dort arbeiten. Also IMA zum Beispiel ist ein großer Developer in Dubai, mit dem wir seit Jahren schon zusammenarbeiten. Stark.

  133. 33:12
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, aus Dubai, obwohl vor Ort verhaftet, sage ich mal, der Developer, kommt er dann auf euch zurück?

  134. 33:23
    Joern Siebke

    Ja, also ich sag mal so, also The world is a village, besonders in unserer Branche. Und also unabhängig davon, dass es Studio Lux jetzt seit in dieser Form mittlerweile 11, 12 Jahren gibt, mache ich das seit 2000. Und in der Zeit, ja, sind wir ein bisschen rumgekommen und, sage ich mal, haben Kontakte geknüpft und Beziehungen zu, zu vielschichtigen Beziehungen zu vielen Leuten, die in der Branche sind, aufgebaut. Und so ergibt sich natürlich auch, dass diese Leute sich irgendwann in anderen Regionen der Welt wiederfinden, wenn es gut läuft. Und darüber hat man immer so Brückenköpfe, sage ich mal. Und genau dadurch entstehen diese Situationen dann.

  135. 34:16
    Ronald M. Arndt

    Ja, gibt's noch so eine Ecke der Welt, wo du sagst, da willst du noch hin? Und es gibt noch keinen Brückenkopf?

  136. 34:22
    Joern Siebke

    Skandinavien, da würde ich gerne hin. Und da gibt es in der Tat aktuell noch keinen Brückenkopf. Ja, also ja schon, aber Skandinavien ist glaube ich ein bisschen schwierigerer Markt. Ich glaube, der ist insgesamt sehr hegemonial, was unsere Leistung angeht, sage ich mal. Aber das wäre, fände ich sehr schön.

  137. 34:42
    Ronald M. Arndt

    Okay, ja, man hat es ja, kennt es ja ein bisschen, dieses skandinavische reduzierte Design, hast du da einen Bezug zu? Ist das—

  138. 34:51
    Joern Siebke

    ja, ich glaube schon.

  139. 34:51
    Ronald M. Arndt

    Also wir sind, glaube ich, wir können die das besser als alle anderen, irgendwie so diese Richtung, oder?

  140. 34:57
    Joern Siebke

    Das weiß ich nicht, ob die das besser können, aber ich glaube so, dass der Modernismus da natürlich eine große Rolle spielt. Es gibt ja sehr viele sehr bedeutende Design-Ikonen, die so aus den 60ern, 50ern, 60er Jahren kommen und natürlich auch sehr stilprägend gewesen sind. Aber die gibt es nicht nur dort, sondern auch natürlich in vielen anderen Regionen in Deutschland zum Beispiel. Aber ja, ich glaube, aktuell und seit 10 Jahren oder so ist skandinavisches Design natürlich schon was, was sich in vielen Schattierungen wiederfindet. Aber ich glaube nicht, dass sie das besser können. So, ne. Ich glaube, für uns, also für uns als Inspiration spielt's immer wieder natürlich auch eine Rolle. Ich glaube, ganz grundsätzlich sind wir sehr architektonisch geprägt. Wir mögen sehr gerne sehr klare Formen und versuchen, diesen Aspekt der Zeitlosigkeit mitzunehmen in jedem Projekt. Das ist letztendlich auch eine Frage der Nachhaltigkeit, ja, weil wenn diese, wenn diese Dinge einmal gut funktionieren und richtig funktionieren, dann haben sie auch länger Bestand. Und ich kann dann vielleicht noch mal eine Farbe ändern oder eine Tapete austauschen, aber das Grundgerüst, das steht erstmal und das funktioniert sehr gut, ja. Ich glaube, das sieht man z.B. in diesem Zimmer meiner Ansicht nach auf jeden Fall gut, ja. Und also da verwenden wir sehr viel Energie und Zeit drauf, dass das in diesen, in allen unseren Projekten so ist und eben nicht vordergründig einfach nur bestimmte Trends bedient, ne.

  141. 36:49
    Ronald M. Arndt

    Also da hast du schon noch so einen Überblick, welcher, welches Möbelstück, welcher Stoff hält wie lange. Also ich meine, da fällt, ist natürlich Ja gut, das ist natürlich jetzt eine Frage dessen, wie gesagt, also da, wie lange hält es, auf die Nachhaltigkeit zurückzukommen.

  142. 37:04
    Joern Siebke

    Genau, also da geht es mir in erster Linie darum, dass die— man kann natürlich jetzt, wenn der nächste Renovierungszyklus kommt, ja, sagen wir mal nach 10 Jahren, wenn es gut läuft, dann kann es einmal ein Szenario geben, wo man sagt, okay, das ist alles so klar aus einer Zeit, dass ich das jetzt ja alles nehmen muss und wegtun muss, ja, und ganz neu anfangen muss, weil ich einfach damit nicht mehr umgehen kann. Oder es hat einfach, sage ich mal, eine bestimmte zeitlose Logik, die dahinter steht, die man neu belegen kann. Und das heißt, das Material, was da verwendet wurde, das kann weiter benutzt werden. Und aus dieser Sicht ist es nachhaltiger, weil man eben nicht immer wieder komplett ganz von Neuem anfangen muss. Und da gibt es in den verschiedenen Funktionsbereichen eines Hotels eben aus meiner Erfahrung und aus meiner Sicht bestimmte Dinge, die man richtig machen muss. Und wenn die richtig gemacht sind, dann leistet das einen ganz starken Beitrag dazu, dass diese Sachen eben nicht komplett irgendwann wieder verschwinden müssen.

  143. 38:09
    Ronald M. Arndt

    Musste gerade ein bisschen schmunzeln, als ich so durchs Zimmer geschaut habe und da oben unterm, wie nennt man das, Wassersprenkler kleines Schildchen ist. Der Wassersprenger ist wirklich unter der Decke. Und drunter ein Schildchen mit Kleiderbügel drauf, durchgestrichen, dass man da doch bitte nichts dran aufhängt. Das hat natürlich, ja, so ein großes Marriott-Haus zieht natürlich auch die unterschiedlichsten Leute und aus Kulturen und sonst woher an.

  144. 38:34
    Joern Siebke

    Auf jeden Fall.

  145. 38:35
    Ronald M. Arndt

    Aber da wäre ich jetzt auch trotz meiner Größe von knapp 2 Metern nicht drauf gekommen, da oben meinen Anzug aufzuhängen.

  146. 38:42
    Joern Siebke

    Na ja, ich glaube, in so Hotelzimmern kommt man auf auf viele Dinge nicht, die andere Leute offensichtlich als relativ normal erachten. Ja, also es ist die Geschichten, die wir uns natürlich anhören müssen als Teil unseres Prozesses.

  147. 38:56
    Ronald M. Arndt

    War doch schon mal was dabei, wo du dann später erkannt hast, okay, das war jetzt vielleicht doch nicht so, weil es wird anders genutzt?

  148. 39:04
    Joern Siebke

    Also nicht so wirklich.

  149. 39:07
    Ronald M. Arndt

    Anders genutzt als gedacht?

  150. 39:08
    Joern Siebke

    Also das ist ja eine Frage dessen, was ich gedacht habe am Anfang. Das mag vielleicht etwas tiefgründiger sein, als das manchmal so auf den ersten Blick erscheint. Nee, also ich meine, Tatsache ist, Hotelzimmer werden auf Arten und Weisen genutzt und durch Leute genutzt, oft gerade, weil die Leute keine Verantwortung dafür haben. Ja, das ist der Sinn mitunter, warum Leute, sage ich mal, in Hotels sind und sich da eben auch bei Benehmen, als gäbe es kein Morgen, sage ich mal. Und das ist natürlich eine Herausforderung, ist eine Herausforderung für alle, die an dem Prozess oder an dem Produkthotel in irgendeiner Form beteiligt sind. Stimmt, es gibt sehr, es gibt viele Dinge, die kaputt gehen, es gibt mutwillig auch zerstört werden, es gibt Dinge, die geklaut werden. Ja, also zum Beispiel ist es nach wie vor so, dass es einen Riesenverlust gibt bei einschraubbaren LED-Birnen, weil die Leute die einfach mitnehmen. Okay. Ja, weil so ein Ding kostet im Baumarkt, keine Ahnung, mittlerweile weiß ich nicht, 5 Euro oder weiß ich nicht was. Ja, und das scheint irgendwie genügend Anreiz zu sein, zum Beispiel sich die Dinger in die Tasche zu stecken. Ja, das ist auch so, wo man sagen würde, irgendwie, wie kommt man da drauf? Ja, was passiert? Und es passiert im großen Ausmaß.

  151. 40:30
    Ronald M. Arndt

    Okay, okay.

  152. 40:31
    Joern Siebke

    Und, und das hat natürlich eine Auswirkung auch auf unsere Arbeit, weil wir zusehen müssen, dass wir das verhindern. Ja, das hat was mit der Wahl dessen zu tun, was wir da z.B. als Leuchtmittel einsetzen und so.

  153. 40:42
    Ronald M. Arndt

    Ja, ja.

  154. 40:43
    Joern Siebke

    Und es findet sich natürlich auch wieder in, in Oberflächen und in Formen zum Teil. Ja, also wie gefährlich ist es, irgendwo vorbeizugehen z.B. und irgendwie sich die Klamotten aufzureißen oder irgendwie so. Also scharfe Ecken, scharfe Kanten, Höhe von abstehenden Dingen und so weiter, das spielt alles eine große Rolle. Und das nimmt auch zu. Die Anforderungen an Materialien, also die Beständigkeit von Materialien und so weiter, die da nachgefragt werden, das ist ein ständig sich steigernder Anforderungskatalog sozusagen. Und das bedeutet natürlich auch, hat Rückwirkungen auf das, was an Gestaltung sozusagen hinterher möglich ist, manchmal, weil eben bestimmte Oberflächen zum Beispiel einfach diesen Anforderungen nicht gerecht werden. Und da sind wir noch gar nicht bei Themen wie Brandschutzklassifizierung und all so ein Zeug, sondern wir reden wirklich aktuell einfach über die Nutzungskomponente sozusagen. Und klassisches Beispiel ist: Sollte ein Zimmer komplett tapeziert sein oder ist es okay, dass es gestrichen ist? Ja, das ist so ein ganz klassischer Anfangspunkt, sehr oft. Warum? Ja, die einen sagen: Okay, Tapeten kann ich abwischen. Die anderen sagen: Ja, aber wenn sie einmal kaputt ist, die Tapete, muss ich neu tapezieren. Während wenn es eine gestrichene Wand ist, streiche ich da relativ schnell drüber. Kann die möglicherweise auch schnell ausbessern und das geht, hat darüber viel mehr Langlebigkeit. Das sind so zwei Gedankenschulen, ja, da gibt es meiner Ansicht nach nicht wirklich eine richtige und eine falsche Antwort. Es hängt halt davon ab, was der technische Leiter des Hauses oder so, wie sehen die das und was ist deren persönliche Erfahrung mit der Geschichte. Und so trägt sich das dann weiter.

  155. 42:35
    Ronald M. Arndt

    Jetzt bist du seit 2000, sage ich mal, in dem Bereich schon tätig und hast definitiv viel gesehen. Aber es tut sich ja mal wieder Neues und auch andere gute Ideen. Wo kommt so deine, deine Inspiration her? Also durch eigene Hotelaufenthalte an Orten, wo du sagst, hey, das wollte ich mir jetzt mal aus der Nähe anschauen, oder?

  156. 42:51
    Joern Siebke

    Ja, mit Sicherheit. Also ich bin ganz—

  157. 42:53
    Ronald M. Arndt

    in der Landschaft vielleicht als Landschaftsarchitekt?

  158. 42:56
    Joern Siebke

    Na, ich glaube, es gibt unglaublich viele Inspirationsquellen, aber das sich Umgucken und im Blick behalten natürlich auch, was, wie entwickelt sich der Markt insgesamt, wie entwickeln sich die einzelnen Produkte, natürlich ist es auch dort so, dass wir bestimmte Kollegen haben, deren Arbeit wir besonders wertschätzen, sage ich mal. Ja, da gibt es auch einen Austausch, das ist auch wichtig. Und ganz grundsätzlich ist einfach, also Inspiration ist überall, ja, und man muss einfach hingucken. Und es ist immer auch eine Frage des Kontextes, in dem man etwas gerade sieht. Also Wenn ich jetzt durch eine Stadt gehe und nehme bestimmte Dinge wahr, dann sind das in der Regel wahrscheinlich andere Dinge, als wenn ich durch dieselbe Stadt gehe, dieselben Dinge wahrnehme, aber im Hinterkopf habe, ich habe in dieser Stadt ein Projekt, z.B., und bin vielleicht gerade auch auf der Suche nach einer Story für das Projekt oder nach einer Geschichte für das Projekt, die sich lohnt zu erzählen oder die man gerne erzählen möchte. Ja, und dadurch ist meine Wahrnehmung richtet sich schon auf bestimmte Dinge aus, sozusagen, ne. Und oft, also für mich persönlich ist es so, dass oft eben Dinge, die ich irgendwann gesehen habe, dann aus diesem Kontext quasi wieder nach oben gespült werden und dort sich irgendwie wiederfinden, ne. Also ja, also wie gesagt, Inspiration ist überall.

  159. 44:18
    Ronald M. Arndt

    Gibt's im Hotel oder Hotels im Allgemeinen noch so Dinge irgendwie, wo du sagst, hey, da habe ich immer noch nicht die Idee für gefunden, wie man es noch anders machen kann? Also Nee, weil, also ich glaube, also ich stelle mir deine Arbeit auch oder dein Tun so ein bisschen als Tüftler manchmal vor. Ja, Lösungen zu finden für, ja, also Tüftler würde ich nicht sagen.

  160. 44:44
    Joern Siebke

    Ich glaube, der Prozess ist schon ein bisschen gerichteter. Aber klar muss man auch immer wieder überlegen, also auf einer technischen Ebene überlegen, zum Beispiel, wie funktionieren Dinge? Also nochmal, um auf dieses Thema Licht zum Beispiel zurückzukommen, den technischen Aspekt davon, ist eine Frage, also wie wird was geschaltet oder wie, also von wo macht das Sinn, wie macht das Sinn?

  161. 45:08
    Ronald M. Arndt

    Was kann die Experience einfach auch des Gastes nochmal verstärken?

  162. 45:11
    Joern Siebke

    Wie verhält der Gast sich? Also vieles ist ja so ein bisschen da, sag ich mal.

  163. 45:14
    Ronald M. Arndt

    Wie verhält er sich? Ganz genau.

  164. 45:15
    Joern Siebke

    Genau, was, wie bewegt er sich eigentlich in dem Zimmer?

  165. 45:18
    Ronald M. Arndt

    Also das ist für uns eine sehr Auch das ist ja sicherlich eine Sache, die sich immer weiter verändert, sage ich mal.

  166. 45:22
    Joern Siebke

    Ja, die natürlich auch unendlich ist.

  167. 45:24
    Ronald M. Arndt

    Verhaltensweisen.

  168. 45:26
    Joern Siebke

    Du und ich, wir können jetzt sagen, irgendwie, ja, das läuft so und so, ja. Und aber die Tatsache ist, der Gast als solcher verhält sich dann eben auf eine Art und Weise, die wir jetzt nicht vorhersehen. Aber, und das ist der entspringende Punkt an der Geschichte, wir tragen natürlich mit unserem, mit dem Design dazu bei, den Gast zu steuern. Ja, und das ist das, das ist der Effekt, den wir natürlich erreichen wollen. Und natürlich kann es immer sein, dass der Gast aus diesem Weg ausbricht, und das ist auch natürlich völlig okay. Aber wir können, wenn es gut läuft und wenn es gut gemacht ist, eben dafür sorgen, dass der Gast also seine Guest Journey sozusagen durchläuft in der Art und Weise, wie wir es gerne hätten. Dass er sozusagen diese Sequenz mitnimmt und die visuellen Erfahrungen oder auch andere Erfahrungen in der Reihenfolge macht, wie wir sie für das Sein, Erleben des Hauses als am besten erachten.

  169. 46:24
    Ronald M. Arndt

    Über welche Trends so insgesamt im Design eines Hotels freust du dich? Oder es gibt da so immer mehr so diese Community-Trends, sage ich mal. Ich öffne meine Lobby für Nachbarn und so weiter und schaue, dass ich da die Leute und die Gäste mit Nachbarn eventuell wieder zusammenbringe. Sind das Dinge, die dich reizen?

  170. 46:44
    Joern Siebke

    Ja, auf jeden Fall. Also ich glaube, Hotel ist sowieso im Nachklang der Pandemie auch, wird an vielen Stellen noch mal radikaler neu gedacht und auch unter dem Aspekt, also welche Rolle spielt ein Hotel in einer städtischen Umgebung, sage ich jetzt mal. Also bei der Ferienhotellerie ist es natürlich ein bisschen einfacher. Da fahren die Leute offensichtlich hin, um sich dort aufzuhalten und, sagen wir mal, die Amenities oder was auch immer es ist, was das Hotel bietet, und die Umgebung.

  171. 47:17
    Ronald M. Arndt

    Umgebung vor allem auch, ja.

  172. 47:18
    Joern Siebke

    Genau. Und in der städtischen Hotellerie ist es eben so, dass sie ganz klar durch die Krise viel, viel stärker beeinträchtigt ist und dass der Druck größer ist, dadurch sich auch zu überlegen, okay, Also welche Rolle spielen wir denn eigentlich in diesem Umfeld und wie, natürlich jetzt auch aus unternehmerischer Sicht, wie können wir dafür sorgen, dass diese Flächen, die wir haben, auch in einem Szenario, wo die Leute vielleicht geschäftlich nicht mehr so viel reisen, was ja in der städtischen Hotellerie nach wie vor der wirklich größte Faktor ist dessen, was die Besucher ausmacht, wie können wir diese Flächen aktivieren? Ja, und welche Funktion können die übernehmen und in welcher Weise können wir die einbringen in städtisches Leben, wie du sagst, sodass die Leute eben auch das nutzen, ohne dass sie vielleicht primär Gast im Hotel sind. Also, und da gibt es Ansätze zu, ob das irgendwo wirklich und richtig funktioniert und in welchem Maß das richtig funktioniert. Es gibt einige Marken, glaube ich, da bewegt sich das in die richtige Richtung. Ja, ja, aber es ist ein laufendes Experiment, ja, was auch glaube ich noch uns einige Jahre begleiten wird.

  173. 48:38
    Ronald M. Arndt

    Ja, dann würde ich sagen, ich lass dich bald mal Koffer packen, ja, für Dubai.

  174. 48:44
    Joern Siebke

    Wie viele Tage bist du da, oder einfach nur bis Samstag, also Mittwoch bis Samstag?

  175. 48:48
    Ronald M. Arndt

    Mittwoch bis Samstag, ja, genau.

  176. 48:50
    Joern Siebke

    Ja, aber ist ja warm dort, da muss man nicht so viel einpacken.

  177. 48:52
    Ronald M. Arndt

    Hast recht, stimmt. Ganz genau, da ist der mit dem kleinen Handgepäck, mit dem leichten, mit dem leichten Handgepäck unterwegs.

  178. 48:59
    Joern Siebke

    Ja, auf jeden Fall.

  179. 49:00
    Ronald M. Arndt

    Ja, du, ich habe mich jetzt mal richtig gefreut, dass wir es hinbekommen haben, hier deine Welt einzutauchen, deine Projekte, bisschen in die Zukunft zu schauen, was sich so im Allgemeinen tut. Und dann sehen wir uns bald mal wieder.

  180. 49:14
    Joern Siebke

    Ja, freue ich mich drauf.

  181. 49:15
    Ronald M. Arndt

    Vielen Dank. Merci. Super. Ciao.

  182. 49:17
    Joern Siebke

    Ciao.