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South Tyrol · Episode #7 · 18.09.2026 · 18 Min

Sonja Abrate, Ökoinstitut Südtirol

Sonja AbrateÖkoinstitut Südtirol
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Hotel: Ökoinstitut Südtirol/Alto Adige, Bozen

Standbild aus der Episode mit Sonja Abrate South Tyrol18 Min

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„Die nicht gebrauchte Energie ist immer die umweltfreundlichste und es ist auch immer ein Kostenfaktor.“

Sonja Abrate, 12:00

Sonja Abrate vom Ökoinstitut Südtirol/Alto Adige ist Vorsitzende der Jury für den Hotel Sustainability Award, der auf der Messe Hotel in Bozen vom 19. bis 22. Oktober verliehen wird. Sie erklärt, wie die Jury Hotels, Lebensmittel, Design und Technologie bewertet und warum sich auch Betriebe ohne Zertifizierung bewerben sollen. Dazu benennt sie die größten Hebel im Haus: Energieeffizienz, regionale Lebensmittel und Wasser.

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Kernaussagen

  1. Jury-Vorsitz seit 2026: Sonja Abrate ist seit einigen Jahren Jurorin beim Nachhaltigkeitspreis der Messe Hotel und hat erst 2026 den Vorsitz der Jury übernommen. Zuständig war sie bisher für den Bereich Food and Drink.
  2. Effizienz vor Erneuerbaren: Erneuerbare Energie ist gut, aber Energieeffizienz ist für sie der wichtigere Hebel. Effizienzmaßnahmen sparen Kosten, Photovoltaik und Hackschnitzel machen Hotels unabhängiger von Preisschwankungen.
  3. Bewerben ohne Zertifizierung: Hotels mit Zertifizierung tun sich leichter, aber auch engagierte Betriebe, die den Schritt aus Kosten- oder Zeitgründen nicht gemacht haben, sollen sich bewerben. Bewertet werden auch Personalthemen wie Ganzjahresverträge.
  4. Wasser und Trockenheit: Die Trockenheit im Sommer hat gezeigt, wie wichtig sorgsamer Umgang mit Wasser ist. Gäste wollen laut Abrate wissen, was sie selbst beitragen können, und sind für Tipps dankbar.
  5. Arbeitergenossenschaft seit 2018: Das 1989 als Verein gegründete Ökoinstitut ist seit 2018 eine Arbeitergenossenschaft: ein Unternehmen ohne Gewinnorientierung, in dem die arbeitenden Personen Mitglieder sind und Entscheidungen basisdemokratisch fallen.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Wie nachhaltig muss ein Hotel heute eigentlich sein?

Darüber sprechen wir im neuen HOTEL-PODCAST SOUTH TYROL mit Sonja Abrate vom Ökoinstitut Südtirol/Alto Adige.

Im Fokus: der Hotel Sustainability Award im Rahmen der „HOTEL 2026“ vom 19. bis 22. Oktober 2026 in Bozen und die Frage, wo die größten Hebel für eine nachhaltige Hotellerie liegen, von Energieeffizienz und Wassermanagement über regionale Lebensmittel bis hin zu neuen Konzepten für den Tourismus.

Außerdem geht es darum, warum Nachhaltigkeit längst mehr ist als ein Trend und wie Hotels Klimawandel und Overtourism als Anlass für neue Lösungen nutzen können.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen18 Min · Ronald M. Arndt und Sonja Abrate

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:00
    Ronald M. Arndt

    Wir blicken wieder nach Südtirol. Ich freue mich, dich heute hier begrüßen zu dürfen, Sonja, vom Ökoinstitut Südtirol.

  2. 00:07
    Sonja Abrate

    Hallo.

  3. 00:07
    Ronald M. Arndt

    Hallo. Ja, und wir haben uns gerade erst kennengelernt. Die Verbindung hergestellt hat die Messe Hotel in Bozen, die dieses Jahr vom 19. bis zum 22. Oktober stattfindet. Und da seid ihr auch dabei mit dem Ökoinstitut, richtig?

  4. 00:25
    Sonja Abrate

    Genau, da sind wir schon seit einigen Jahren dabei als Juroren für diesen Nachhaltigkeitspreis.

  5. 00:31
    Ronald M. Arndt

    Ja, Juror ist fast untertrieben. Du bist, soweit ich das weiß, sogar die Präsidentin der Jury.

  6. 00:38
    Sonja Abrate

    Ja, ja, aber das ist jetzt etwas Neues, erst seit 2026. Also ich muss jetzt mal erst reinkommen, sagen wir mal, in diese Rolle. Zuerst war ich Jurorin und jetzt durfte ich diese Gruppe übernehmen. Und ja, ich bin schon gespannt, wie es heuer läuft.

  7. 00:54
    Ronald M. Arndt

    Schön, gespannt sind wir alle. Vielleicht kannst du eingehend ein bisschen was sagen zum Ökoinstitut Südtirol. Und da musst du eigentlich noch auch die italienische Übersetzung hinzufügen bei Südtirol, ne? Damit's—

  8. 01:05
    Sonja Abrate

    ja, genau. Also Öko-Institut Südtirol-Altoadige, das ist unser offizieller Name. Wir sind eben schon also 1989 gegründet worden, zuerst als Verein, und seit 2018 sind wir eine Arbeitergenossenschaft. Ich betone das, weil das ist für uns ein sehr großer Schritt gewesen, auch ein sehr wichtiger. Eine Arbeitergenossenschaft, das heißt, dass wir ein Unternehmen sind, aber nicht gewinnorientiert, und dass die arbeitenden Personen in der Genossenschaft eben auch Mitglieder und somit Teil dieses Unternehmens sind und somit wir auch sehr partizipative und demokratische Prozesse, Entscheidungsprozesse haben. Wir haben zwar schon einen Vorstand, einen Präsidenten, aber trotzdem werden sehr viele Entscheidungen, zuerst werden die natürlich von den arbeitenden Menschen auch gewählt, und zweitens werden viele Entscheidungen auch trotzdem sehr basisdemokratisch getroffen. Und das ist ein ganz tolles Modell. Das eben mal sehr herausfordernd einerseits ist, weil man viele Diskussionen mit den Leuten hat, aber andererseits sind wir so sehr breit aufgestellt und können eben alle gemeinsam an diesem Projekt arbeiten.

  9. 02:09
    Ronald M. Arndt

    Schön. Ja, und bei dem Hotel dieses Jahr im Oktober geht es wie gesagt um den Hotel Sustainability Award, sprich um Nachhaltigkeit. Wie ist so deine persönliche Verbindung zu diesem Begriff Nachhaltigkeit?

  10. 02:24
    Sonja Abrate

    Ja, eben, also in der Vorbereitung, wenn man es so nennen kann, haben wir ja auch schon gesagt, dass Nachhaltigkeit mittlerweile auch schon ein sehr überstrapaziertes Wort ist. Das stimmt. Und wir überlegen uns auch immer intern immer wieder, was könnten wir stattdessen sagen, um ein bisschen das auch, wie soll man sagen, noch das Interesse hochzuhalten. Aber was schon das Schöne ist, und dann komme ich auch wieder zu unserem Unternehmenskonzept zurück, dass bei der Nachhaltigkeit eben Wirtschaft, Soziales und Umwelt gemeinsam mit zusammenspielen und auch alle wichtig sind, alle Bereiche. Und wenn das ist uns auch wichtig zu vermitteln. Also ich komme jetzt persönlich aus der Umweltecke, weil ich bin Biologin, aber trotzdem ist eben der soziale Aspekt, aber auch der wirtschaftliche wichtig. Und dann kommen wir so auch zum Tourismus und zu den Hotels, wo man das eben auch vermitteln kann. Also ein Hotel ist ein Unternehmen, das soll funktionieren, das ist ja auch das Ziel. Es hat Mitarbeitende, die eben sich wohlfühlen sollen am Arbeitsplatz. Das ist eben dieser soziale Aspekt. Da hat natürlich Gäste, die sich auch wohlfühlen sollen. Aber gut, das ist jetzt vielleicht auch noch mal ein anderes Thema. Und eben es und soll aber diese Tätigkeit so umsetzen, dass es der Natur, der Umwelt nicht zu viel schadet, beziehungsweise vielleicht am Ende sogar ein Nullsummenspiel herauskommt, im Idealfall. Und somit sind wir eben wieder bei der Nachhaltigkeit.

  11. 03:42
    Ronald M. Arndt

    Schön. Ja, in der Hotellerie tut sich in puncto Nachhaltigkeit ja seit vielen Jahren schon sehr viel. Hast du vielleicht so ein Beispiel, was sich da am stärksten verändert hat?

  12. 03:54
    Sonja Abrate

    Ja, jetzt natürlich ganz konkret und ganz aktuell haben wir auch dieses Overtourismus-Thema, und sehr viele Hotels oder Gastbetriebe spüren schon jetzt, sagen wir, auch dieses Spannungsfeld zwischen einerseits Gäste hier haben zu wollen und auch gastfreundlich auftreten zu wollen. Das wollen wir ja alle. Wir wollen ja nicht, dass sich hier jetzt jemand nicht wohlfühlt und nicht willkommen fühlt. Aber andererseits dieses über, über, wie soll man sagen, ja, zu viel einfach an Menschen an bestimmten Orten zu bestimmten Zeiten, das jetzt vielleicht auch für die Einheimischen sowieso, aber auch für die Gäste selber wahrscheinlich das Erlebnis am Ort nicht gerade jetzt eben so positiv sein lässt. Wie man mit diesem Phänomen umgeht, das ist schon ein Thema. Und andererseits eben auch diese Klimawandelaspekte heuer sehr stark. Also ich glaube, jetzt in Mitteleuropa sind wir alle ja durch diesen heißen Sommer hier gewandert und mit vielen auch Wetterereignissen. Jetzt in den letzten Wochen auch hier bei uns in Südtirol immer wieder, jetzt vor 2 Tagen hat es ja gehagelt, riesengroße Körner, die gesamte Ernte im Eisacktal kaputt. Also da sieht man schon bei allen, dass man was tun muss, und die Sensibilität ist auch im Tourismus da, weil es diese vielen Aspekte gibt, und der Kreis schließt sich ja dann immer wieder auch.

  13. 05:16
    Ronald M. Arndt

    Ja, super, ich glaube genau. Dafür eignet sich so ein Award eben auch, wie dann bei der Messe, bei der Hotels 2026 perfekt, um einfach verschiedene Schwerpunktthemen noch mal ins Rampenlicht zu rücken. Aber was ich ja so mag an euren Formaten in Südtirol, dann eben auch den Austausch untereinander überhaupt erst dazu zu ermöglichen.

  14. 05:36
    Sonja Abrate

    Genau. Ja, eben, es ist ja auch das Schöne, dass wir eben, weil wir auch sagen regionale Produkte, das ist ja auch wichtig und eben wieder auch die Landwirtschaft ist wichtig, die Hotellerie oder die Gastbetriebe sollen das auch so gut wie möglich unterstützen, dass regionale Produkte hier Platz haben, dass sie eben den Gästen, die das glaube ich auch schätzen, eben angeboten werden, den Kreislauf hier zu schließen. Hier ist es nicht ganz einfach, weil die Kommunikation einfach ein bisschen oft komplex ist, aber die Bemühungen sind da und wir versuchen auch vielleicht durch diese Messe eben diesen Produkten, sei es den Hotels, die sich hier bemühen, sei es den Produkten in den verschiedenen Bereichen, Sichtbarkeit zu geben, damit man dann eben auch hier gut weiterkommt. Also Pioniere zu schätzen, zu wertschätzen, die dann schon vorausgehen und Dinge ausprobieren, die dann vielleicht auch mal massentauglich vielleicht nicht, aber halt in größerer Menge verfügbar sein können.

  15. 06:30
    Ronald M. Arndt

    Sprich, dass die Wirkung da eben auch langfristig gegeben ist.

  16. 06:33
    Sonja Abrate

    Ja, genau, genau.

  17. 06:35
    Ronald M. Arndt

    Kannst du vielleicht noch kurz so einen kleinen Einblick geben, wie so die Arbeit dann eurer Jury aussieht bei so einem Award? Also kommen die Bewerbungen rein, von wem, von Hotels, von Unternehmen, welcher Größe?

  18. 06:49
    Sonja Abrate

    Ja, genau. Also es gibt ja diese verschiedensten Kategorien. Es gibt eben die Kategorie, die die Hotels bewertet, wo die Hotels bewertet werden, daneben Produkte im Bereich Gastronomie, daneben auch nachhaltiges Design und eben auch Technologie, also eher technologische Lösungen, sagen wir mal so. Und die Anfragen werden von verschiedensten Unternehmen, die es zum Teil auch vertreiben, also es reicht nicht immer die eigentlichen Produzenten ein, sondern wer in Südtirol dieses Produkt dann eben auch weiterverkauft. Da ist eine Zusammenarbeit, aber natürlich, sonst wäre es vielleicht auch nicht bekannt. Und wir bewerten das dann eben auch unter den verschiedensten Aspekten. Also wie nachhaltig ist das Produkt, wie gut wird es auch beworben, wie authentisch wird es auch einerseits produziert, aber dann eben auch beworben, verkauft. Also da werden ganz viele Aspekte berücksichtigt. Ich war bisher immer für den Bereich Food and Drink zuständig, also Lebensmittel. Und ja, Auch wie innovativ ist das Produkt? Weil es gibt ja schon einiges auf dem Markt. Was ist da jetzt innovativ? Bei dem Preis ist vielleicht eine neue Vermarktungsschiene. Das kann ja auch innovativ sein. Man macht schon lang, aber jetzt hat man was Neues gefunden, wie man denn jetzt das auch in den Hotels gut vermarkten kann. Oder man hat wirklich eine neue Idee. Vor 2 Jahren hat mich zum Beispiel sehr beeindruckt, das hat mir ganz gut gefallen, ein Südtiroler Tofu. Also da wurde die Sojabohne hier in der Zone angebaut und dann von einem Bio-Geschäft Bioanbieter verarbeitet zu Tofu und dann eben für die Gastbetriebe, die jetzt auch ein bisschen auf die vegane Schiene setzen, die ja auch immer mehr kommt, eben verarbeitet. Also das war schon toll, weil man sieht hier wirklich vom Feld bis zum Verkauf alles hier regional und auch ein interessantes Produkt wie Tofu, also auch nicht so herkömmlich. Ja, das hat bei mir damals den ersten Preis bekommen, das habe ich ganz toll gefunden. Zum Beispiel.

  19. 08:51
    Ronald M. Arndt

    Schön. Aber auch ein kleineres Hotel beispielsweise mit besonderer Idee könnte sich genauso bewerben.

  20. 08:57
    Sonja Abrate

    Genau, natürlich, natürlich. Also jetzt, wie gesagt, ich habe jetzt von dieser Erfahrung aus dem Lebensmittelbereich gesprochen, aber Hotels sollen sich auch bewerben. Wir haben jetzt auch zum Beispiel in den letzten Jahren Hotels, die schon eine Zertifizierung haben, die tun sich dann natürlich leichter, weil sie eben diesen Prozess schon durchgegangen sind und diese Sichtbarkeit durch die Zertifizierung haben. Aber es gibt auch einige, die sehr, sehr engagiert sind und vielleicht jetzt nur nicht den Schritt zur Zertifizierung gemacht haben, zum Teil auch aus Kostengründen, aber auch aus Zeitgründen, ist ja nicht immer so einfach. Die sollen sich bewerben, die bekommen dann über diese Schiene auch Sichtbarkeit und können auch ihre tollen Ansätze, die sie haben, eben bekannt machen. Weil es geht ja auch um Personal, zum Beispiel Personalmanagement habe ich da auch, Ganzjahresverträge, wie gehe ich mit meinem Personal um, aber eben auch die verschiedensten sonstigen Umweltaspekte der Nachhaltigkeit.

  21. 09:48
    Ronald M. Arndt

    Schön. Und das Bewerbungsfenster ist ja noch offen. Also genau, wer hier hört oder sieht und sagt, ja genau, dieser Hospitality Hotel Sustainability Award ist eigentlich genau das Richtige für mich, kann sich auf jeden Fall bewerben. Wie groß ist eure Jury? Jury, kannst du da was zu sagen?

  22. 10:05
    Sonja Abrate

    Ja, wir sind eben für die verschiedenen Bereiche, also Lebensmittel, Technologie, Design, Einzeljuroren. Dann bin ich als Vorsitzende dort und von der Messe ist auch jemand vertreten und eben auch, ja, und von der Messe sind mehrere dabei, ja, also wir sind schon eine eher kleine Gruppe, aber die Diskussionen sind dann trotzdem immer sehr anregend und sehr interessant. Also auch in den vergangenen Jahren haben wir uns schon Mühe gemacht, also ich glaube, das können wir jetzt schon von uns behaupten, dass wir es nicht leichtfertig die Preise gegeben haben, sondern es waren auch oft sehr gute Produkte gleichwertig. Und dann, okay, wie entscheiden wir jetzt? Ist dann schwierig, zwischen Guten den Besten trotzdem aussuchen zu müssen. Ja, und dann haben wir uns da ziemlich die Köpfe geraucht und die Entscheidungen dann gefällt gemeinsam, also eben auch sehr partizipativ, muss ich sagen, und hoffe schon, dass wir dann immer auch gute Entscheidungen getroffen haben. Wir haben es uns auf jeden Fall nicht leicht gemacht, das muss ich schon sagen.

  23. 11:00
    Ronald M. Arndt

    Es freut mich zu hören, wenn dann natürlich auch entsprechend ernsthaft eben die Jury mit den Bewerbungen eben umgeht. Ist es denn so, dass Nachhaltigkeit überhaupt noch ein Wettbewerbsvorteil ist, oder ist es gerade auch in Südtirol einfach, gibt es gar keinen Weg mehr dran vorbei?

  24. 11:18
    Sonja Abrate

    Ja, ich würde schon sagen, dass mittlerweile fast kein Weg mehr daran vorbeiführt. Es ist schon so, dass es sehr gefördert wird, auch von der IDM, unserer Südtiroler Marketingagentur. Ich denke, ich hoffe, dass auch die Erwartung der Gäste schon entsprechend ist. Jetzt vielleicht nicht immer gleich groß, man erwartet, ja, die Erwartungen sind unterschiedlich, aber ich denke schon, dass Hotels, die hier viel machen, einen Vorteil haben und dass es schon bald zu einer Voraussetzung gehört. Ja, immer mehr. Ich, wir arbeiten dran.

  25. 11:55
    Ronald M. Arndt

    Wo glaubst du, liegen so die größten Hebel im Hotel?

  26. 12:00
    Sonja Abrate

    Ja, das ist eine sehr wichtige Frage, die werden uns, wird uns immer gestellt. Deshalb sehr gerne kann ich da kurz drauf eingehen. Eben Energie ist sicher ein wichtiger Faktor und das ist auch ein Diskussionspunkt unserer Jurysitzungen. Es kann jetzt nicht die Lösung sein, dass man nur ausschließlich— oder natürlich ist es gut, wenn man ausschließlich erneuerbare Energie benutzt. Aber in erster Linie ist immer, immer auch die Energieeffizienz noch wichtiger. Die nicht gebrauchte Energie ist immer die umweltfreundlichste und es ist auch immer ein Kostenfaktor. Deshalb ist das insgesamt ein Themenkomplex, mit dem man sehr gut arbeiten kann. Man kann eben durch Effizienzmaßnahmen Kosten einsparen. Durch Setzen auf erneuerbare Energie ist man auch energieautark oder zumindest großteils unabhängig. Auch von Preisschwankungen oder von sonstigen Entwicklungen, die sich da so auftun, auch international. Und wir haben hier auch die besten Voraussetzungen, mit Photovoltaikanlagen, mit Hackschnitzeln und so weiter unsere Hotels, aber unsere Gemeinden insgesamt auch hier sehr gut aufzustellen. Deshalb ein wichtiges Thema. Da machen die Hotels auch schon sehr viel, weil sie eben diesen Vorteil gerade mit den Kosten erkannt haben. Dann Lebensmittel natürlich eben, wir haben schon gesagt, regionale Kreisläufe. Aber ehrlicherweise ist es nicht für alle Produkte weil natürlich wir hier auch begrenzt bestimmte Dinge produzieren können. Aber so gut es geht, zumindest aus dem näheren Ausland, also auch hier Regionalität im weitesten Sinne. Regionalität muss ja nicht nur Südtirol bedeuten, aber zumindest auch so Mitteleuropa bis in den Süden, also Mittelitalien. Da gibt es sehr viele Möglichkeiten. Und Wasser ist auch ein sehr, sehr wichtiges Thema. Gerade heuer im Sommer mit dieser Trockenheit haben wir gesehen, effizient und sorgsam mit dieser Ressource umzugehen. Und wir Gäste auch dahingehend zu sensibilisieren, weil ich denke schon, dass Gäste, die in ein Hotel kommen oder in eine Region, wo sie auch diese Natur, diese Umwelt schätzen, dann auch den Wunsch haben, was kann ich jetzt beitragen dazu, was kann ich auch im Urlaub anders machen, um dort meinen Beitrag zu leisten. Und die sind, glaube ich, ganz viele auch dankbar, wenn man gute Tipps hat für sie. Und dann haben sie auch das Gefühl, sie in ihrem Kleinen diese Woche, die sie hier waren, 2 Wochen, doch auch etwas Positives beigetragen zu haben, um den CO2-Fußabdruck oder überhaupt den Umweltabdruck nicht zu groß zu machen. Ja, ich denke, ich habe da schon viel gesagt.

  27. 14:30
    Ronald M. Arndt

    Ja, viel gesagt und vor allem, was jetzt auch mittlerweile alle eben anspricht. Also du hast nicht nur irgendwie steigende Energiekosten etc. auf Seiten der Hoteliers, sondern auch der Gast, der Reisende, der sieht, was eben mit unserer Welt und um uns herum passiert. Gibt es dann trotzdem manchmal noch so die Diskussion, ja, wir wollen nachhaltiger werden, aber es kostet Geld, es kostet zu viel Geld? Mittlerweile einfach jedem klar.

  28. 14:55
    Sonja Abrate

    Nein, diese Diskussion gibt es immer. Also eben zwischen Wollen und Tun ist dann immer schon auch jetzt der Geldbeutel oft dazwischen, sagen wir mal jetzt ganz plakativ. Klar, das sind Themen, die gut klingen, und man nimmt sich vor, und dann im täglichen Leben ertappt man sich ja selbst dabei, dass man jetzt auf die Entscheidung jetzt nicht nur immer nach Nachhaltigkeits- Prioritäten trifft. Das glaube ich, kann jeder, jede von uns sagen, eben mich selbst. Also da ist niemand ausgenommen, man versucht es. Und auch bei den Hotels natürlich, wir wollen nachhaltig sein, aber eben wir haben, sind daheim Wirtschaft, wir sind ein Unternehmen, wir müssen auch wirtschaftlich sein, und da muss man sich die Rechnung schon machen. Also stimmt schon, es ist nicht immer leicht mit diesen Themen, wenn sie dann eben wirtschaftlich doch so schwierig sind, also, oder teuer, kostspielig. Ja, leider schon.

  29. 15:52
    Ronald M. Arndt

    Auf jeden Fall auch immer die Zukunft im Blick und wisst schon, was da auch so noch mal an Trends, positiven Entwicklungen auf die Hotellerie zukommt. Was glaubst du, wie nachhaltiges Hotel in 5 bis 10 Jahren aussieht?

  30. 16:06
    Sonja Abrate

    Also selbstverständlich, wo, ja, also es gibt natürlich, jetzt sagen wir mal, die Idealvorstellung. Aber ich sehe auch einen ganz starken Trend, zum Beispiel in der Bauweise, Holzbauweise. Solche Bereiche werden sicher besser und mehr werden, und das ist auch wichtig. Dann eben bezüglich Wassermanagement ist ein Riesenthema, wird auch noch mehr wahrscheinlich kommen und noch mehr verfolgt werden. Eben Energie habe ich schon gesagt, da haben wir aber schon viel gemacht, da ist vielleicht das Potenzial auch nicht mehr so groß. Aber einfach dranbleiben, weitermachen, das ist schon wichtig. Und vielleicht sich insgesamt jetzt Hotel oder der Tourismus auch umorientieren. Es gibt diese klimatischen Veränderungen, die einerseits ein Risiko, aber auch eine große Chance sind. Die Chancen sehen, ergreifen und sich einfach hier neu erfinden. Und da sind schon viele dabei, sich auch neu zu erfinden und einfach Bereiche auszuloten, die vielleicht bis jetzt ein bisschen noch im Hintergrund waren. Und ja, einfach diversifizieren auch. Das ist auch wichtig. Ich glaube, dass nicht alle das Gleiche anbieten brauchen und sollen, sondern angepasst zur Region, angepasst zur Zone. Da kann man so viel Tolles anbieten. Ich glaube, dass die Gäste trotzdem noch gern kommen, auch wenn wir uns da ein bisschen umorientieren und das neu denken.

  31. 17:27
    Ronald M. Arndt

    Super, dann bedanke ich mich erstmal und wünsche euch ganz viel Spaß bei der Bearbeitung der aktuellen Bewerbungen, aber natürlich auch all denen, die jetzt noch reinkommen. Und dann sehen wir uns Mitte Oktober ab dem 19. in Bozen. Sonja, lieben Dank.

  32. 17:44
    Sonja Abrate

    Ja, fein, freut mich. Und ja, ich hoffe eben auch noch, dass viele Bewerbungen reinkommen und dass wir dann in der Jury uns dann mit vielen, vielen tollen Anfragen beschäftigen müssen. Und vielen Dank auch für das Gespräch.

  33. 17:55
    Ronald M. Arndt

    Danke, bis bald. Ciao.

  34. 17:57
    Sonja Abrate

    Danke, tschüss.