Jennifer Schönau, AMERON Hamburg Hotel Speicherstadt
Aufgenommen: AMERON Hamburg Hotel Speicherstadt, Hamburg
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„Die Erfolgsgeschichte, da steckt immer große Arbeit, ein starkes Team und sicherlich auch eine gute und stabile Führung drin.“
Jennifer Schönau, 17:24
Jennifer Schönau leitet das AMERON Hamburg Hotel Speicherstadt, nach ihren Worten das einzige Hotel in der Speicherstadt. Sie ist seit April 2014 im Haus, hat es mit eröffnet und 2017 die Leitung von Michael Lutz übernommen. Mit Ronald M. Arndt spricht sie über die denkmalgeschützte Kaffeebörse, die Eröffnung mit einem kleinen Team und ihr Rezept aus starkem Team und stabiler Führung.
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Kernaussagen
- Weg in die Hotellerie: Schönau beendete 2002 ihr Abitur und ging direkt in die Hotellerie, mit Praktikum und Ausbildung zur Hotelfachfrau in Nürnberg. Danach eröffnete sie ein Haus in Herzogenaurach mit und arbeitete in Zürich, Gstaad und Davos.
- Eröffnung per Hand: Vor der Eröffnung ging sie mit purpurfarbenem Bauhelm auf die Baustelle, ab Juli oder August wurde alles per Hand vom Lkw geladen: Matratzen für 192 Zimmer, Weingläser, Besteck. Am Anfang waren es drei bis vier Leute, dann ein Team von fünf bis zehn.
- 192 Zimmer der Kaffeehändler: Das Haus steht unter Denkmalschutz. Die 192 Zimmer waren in den 50er- und 60er-Jahren die Büros der Kaffeehändler, gehandelt wurde in der Kaffeebörse in den Telefonzellen der Aktionäre mit Rio, New York und London.
- Rezept für Führung: Zahlen sind ihre Fachkompetenz, den größten Teil machen für sie die Mitarbeiter aus. Als Rezept nennt sie große Arbeit, ein starkes Team und stabile Führung, dazu Präsenz im Haus und enger Austausch mit den Gästen.
- Lernen von Nachwuchskräften: Sie führt Auszubildenden-Meetings und Workshops durch, unter anderem zur Budgeterstellung Teil 1. Bei KI und digitalen Systemen müssen die Erfahreneren aus ihrer Sicht von den Nachwuchskräften lernen.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Im 40. Jubiläumsjahr der Althoff Hotels machen wir nun endlich Halt in Hamburg. Auch hier gibt es einen Grund zu feiern: Das AMERON Hamburg Hotel Speicherstadt feiert in diesem Jahr sein 10-jähriges Bestehen.
Umgeben von historischen Lagerhäusern empfängt mich Gastgeberin Jennifer Schönau an einem ganz besonderen Ort – dort, wo früher die Büros der Kaffeehändler waren. Gemeinsam blicken wir auf die Anfangsjahre zurück und wie zur Eröffnung noch Lkw per Hand entladen wurden.
Wie fand sie ihren Weg in die Hotellerie, und wie führte ihre Reise sie über verschiedene Stationen in der Schweiz schließlich in die Hansestadt? Welche Strategien setzt sie um, um die DNA der Althoff-Familie auch hier zu bewahren? Und was ist ihr persönliches Erfolgsgeheimnis bei der Führung eines Hotels?
Ein herzliches Dankeschön für Ihre Gastfreundschaft und alles Gute für die Zukunft!
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Transkript öffnenTranskript schließen27 Min · Ronald M. Arndt und Jennifer Schönau
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:00 Ronald M. Arndt
Meine persönliche Reise und die vom Hotel-Podcast innerhalb der Althoff-Familie geht weiter. Heute hat es mich nach Hamburg gebracht. Ich grüße Sie, Frau Schönau. Guten Morgen!
- 00:09 Jennifer Schönau
Ja, schönen guten Morgen und herzlich willkommen noch mal hier mitten in der Speicherstadt.
- 00:13 Ronald M. Arndt
Mitten in der Speicherstadt. Und ich glaube sogar das einzige Hotel der Speicherstadt, richtig?
- 00:17 Jennifer Schönau
Das ist völlig korrekt. Das einzige hier im großen und größten Weltlagerkonto, wie man so schön sagt. Und ja, da freuen wir uns natürlich tierisch drauf. Unser USP sozusagen.
- 00:33 Ronald M. Arndt
Ich bin gestern mit meinen 2 Jungs hier in der Dunkelheit von Brücke zu Brücke gelaufen und in dem einen Gebäude konnte man noch so ins Erdgeschoss oder ins Kellergeschoss reinschauen. Und da habe ich mir vorstellen können, ja, das mag damals ein Lager gewesen sein, ist es vielleicht auch noch. Was heißt denn Lagerhaus? Das heißt auch in den oberen Etagen früher oder eher im Untergeschoss? Muss ich mich noch reinarbeiten.
- 00:55 Jennifer Schönau
Schon auch in den oberen Bereichen. Und das ist auch heute teilweise noch so, zum Beispiel Teppichhandel, der damals stattgefunden hat, genauso wie Tee, Gewürze, die alle auch in den 50er-, 60er-Jahren hier eben gelagert worden sind. Davon gibt es ja heute ebenfalls noch die ein oder anderen Firmen und Händler, die hier ansässig sind, mitten in der Speicherstadt. Somit auch immer eine interessante Möglichkeit für die Besucher, unsere Gäste natürlich und alle, die auch Hamburg-verrückt sind.
- 01:27 Ronald M. Arndt
Nee, man tritt eine ganz andere Welt ein. Sie haben es gerade schon gesagt, 50er, 60er Jahre. Und hier im Haus, in Ihrem AMERON Hotel, wird es ja fortgeführt. Auch vom Mobiliar her haben wir relativ viel aus der Epoche. Aber da können wir gleich noch mal drauf zu sprechen kommen. Guter Zeitpunkt generell, hier bei Ihnen zu sein, denn das Haus ist 10 Jahre alt jetzt. Richtig.
- 01:49 Jennifer Schönau
Wir hatten Geburtstag am 1. September 2012. 24, und das war der 10-jährige Geburtstag. Sie haben es gerade erwähnt, Herr Arndt. Also eine ganz, ganz tolle Sache. Für mich persönlich natürlich auch sehr schön, denn ich begleite das Haus schon seit den ersten Schritten hier und bin seit April 2014 mit an Bord. Und das ist was ganz Besonderes hier.
- 02:17 Ronald M. Arndt
Ja, scheint irgendwie ein Jahr der Jubiläen zu sein bei Althoff.
- 02:22 Jennifer Schönau
Korrekt.
- 02:22 Ronald M. Arndt
Ja, kürzlich erst bei Thomas Althoff gewesen. 40 Jahre Althoff Hotels.
- 02:28 Jennifer Schönau
40 Jahre.
- 02:29 Ronald M. Arndt
10 Jahre Ameron hier in Stuttgart, nee, nicht in Stuttgart, in der Speicherstadt.
- 02:33 Jennifer Schönau
Hier in Hamburg.
- 02:34 Ronald M. Arndt
In Hamburg, ganz genau. Und wie haben Sie denn den Weg in die Hotellerie gefunden?
- 02:41 Jennifer Schönau
Gute Frage. Auch lange, wenn ich mir das überlege. Ja, 2002 irgendwann mein Abitur beendet und bin dann direkt In die Hotellerie. Warum die Hotellerie? Ist ja auch immer so die spannende Frage, die mir sehr oft gestellt wird, auch immer noch. Ja, ich hatte einfach Lust, mit Menschen zu arbeiten. Die Passion hat sich bis heute natürlich durchgezogen, das Miteinander in welcher Form auch immer. Habe begonnen mit einem Praktikum damals und habe dann eine klassische Hotelfachausbildung gemacht. Habe meinen Weg gestartet im Frankenland. Wie die Bayern oft sagen, man trennt ja München und Nürnberg doch sehr stark, wie ich erfahren habe, und habe in Nürnberg gestartet mit meiner Ausbildung zur Hotelfachfrau. Habe dann relativ zügig auch festgestellt, das macht richtig Spaß, mit Zahlen zu jonglieren, also der Bereich, in dem ich meine Fachkompetenz habe, wurde dann auch nach der Ausbildung direkt noch im Unternehmen auch möglich, also mir möglich gemacht. Habe in Herzogenaurach dann eines unserer damaligen Häuser und bei meinem damaligen Arbeitgeber mit eröffnen dürfen. Meine erste junge Hotelerfahrung und bin dann nach weiteren 4, viereinhalb Jahren weitergezogen. Da hat es mich dann noch mal außerhalb der Türen von Deutschland verschlagen, nämlich in die sehr schöne Schweiz. Und da habe ich dann ja die nächsten Schritte in meiner beruflichen jungen Karriere Ja, gehabt, gelebt. Es war einfach toll und war auch da in mehreren Bereichen tätig und habe für Zürich, Gstaad und auch Davos bei verschiedenen anderen Hotelfamilien gearbeitet. Und das hat sehr viel Freude bereitet.
- 04:40 Ronald M. Arndt
Und auch Adressen, wo eben Althoff bzw. Ameron heutzutage noch mit unterwegs ist. Ich war schon in Zürich im Ameron.
- 04:48 Jennifer Schönau
Genau, sehr, sehr schöne Geschichte, denn seinerzeit bei Steigenberger, jetzt eben das wunderschöne Bellarive au Lac direkt am Zürichsee. A-Lage mit Sternchen, würde ich persönlich betonen. Und umso schöner, dass das kleine Boutique-Hotel auch jetzt zur Althoff-Familie gehört.
- 05:09 Ronald M. Arndt
Und dann vor 10 Jahren hat Althoff gerufen und es ging nach Hamburg.
- 05:13 Jennifer Schönau
Ja, also erst mal hat mein Herz gerufen. Mein Herz hat ein Stück nach Heimat gerufen. Das ist ja auch mal ganz wichtig. Und mir hat es sehr gut gefallen in der Schweiz und ich habe gedacht, Mensch, irgendwie, es gibt so eine Stadt in Deutschland, da würde ich gern Fuß fassen und auch wieder zurückkommen aus diversen persönlichen Gründen. Und dann hat das mich hier in diese schöne Stadt und vor allen Dingen in diesen schönen Stadtteil Speicherstadt verschlagen und bin dann zur Althoff-Gruppe gekommen und habe dieses Haus hier mit eröffnen dürfen. Was natürlich einfach, man sieht es, 10 Jahre auch immer Spaß und Freude bereitet hat. Und ja, somit ein kleiner Ausblick in die letzten Jahre und vor allen Dingen auch, um die Frage von Ihnen zu beantworten: Schöne Zeit.
- 06:06 Ronald M. Arndt
Ja, und mehr Jennifer Schönau kann ja in so einem Haus dann auch gar nicht drinstecken, wenn man es eben von Anfang an mit eröffnet hat und aufgemacht hat.
- 06:15 Jennifer Schönau
Richtig, ja, das stimmt.
- 06:16 Ronald M. Arndt
Wunderbar. Ja, und hier tut sich ja auch generell viel in dem Flecken. Ja, es ist ja nicht nur die Speicherstadt, sondern direkt anschließend die HafenCity, die auch zu keinem Ende kommt, glaube ich. Was gibt es da gerade Neues?
- 06:31 Jennifer Schönau
Das ist so, weil Sie das gerade sagen. Genau, man geht aus dem Eingang, aus dem Hoteleingang raus und man steht dann an der großen Hauptstraße und alles ab dieser großen Hauptstraße ist die HafenCity. Völlig korrekt. Als ich hier angefangen habe 2014, gegenüber war unserer Mitbewerber hier, war noch kein Hotel zu sehen. Da gab es noch Rasenfläche, da standen 2, 3 bunte Kühe so als Kunstwerk, an die ich mich noch sehr gut erinnern kann. Und mittlerweile gibt es hier natürlich sehr viel Zuwachs, was natürlich auch sehr positiv zu werten ist für uns, für die Gäste, für das Haus. Und ja, Im Moment entsteht hier, oder schon seit einiger Zeit entsteht hier das große Westfield-Areal und wir warten alle, denke ich, darauf, dass die Türen aufgehen hier in der unmittelbaren Nachbarschaft. Große Kinos, viel für junge Menschen, LEGO Discovery, alles Mögliche, was man sich so vorstellen kann. Gastronomie, aber eben auch Kunst mit Porte de Lumière. Ganz, ganz toll und wieder ein Bereich, der diesen, ich nenne es immer Mikromarkt, hier noch mal erweitert.
- 07:46 Ronald M. Arndt
Wäre jetzt meine Frage gewesen, weil wenn hier nur Wohnungen entstehen oder Restaurants, dann ist es ja noch nichts, was jetzt irgendwie mehr Touristen, sage ich mal, in die Nähe vom Hotel führt. Aber Sie sagen auch Kunst und Kultur?
- 07:58 Jennifer Schönau
Ja, absolut. Und das ist der gesunde Mix, macht es aus.
- 08:03 Ronald M. Arndt
Okay, LEGO, guter Stichpunkt. Dann ist, glaube ich, meine nächste Reise samt Familie dann auch schon wieder—
- 08:09 Jennifer Schönau
unbedingt—
- 08:09 Ronald M. Arndt
dauert aber noch ein Weilchen.
- 08:10 Jennifer Schönau
Und Sie wissen ja dann jetzt schon, wo Sie auf jeden Fall buchen dürfen und müssen.
- 08:15 Ronald M. Arndt
Aber Lego dauert noch ein bisschen. Discovery World hört sich gut an.
- 08:18 Jennifer Schönau
Ja, Discovery World, das ist alles in diesem großen Areal. Das heißt, wenn, dann denke ich, gehen alle Türen auf. Und also ob das jetzt der große Einzelhandel ist, der Bereich um die Gastronomie, also wenn, dann ist dieses gesamte, der gesamte Bereich, der dann aufgeht.
- 08:36 Ronald M. Arndt
Alles klar. Ja, werfen wir noch mal einen Blick zurück auf den Zeitpunkt vor 10 Jahren, wo Althoff, Ameron hier hier angefangen hat. Wie waren so die ersten Begehungen?
- 08:53 Jennifer Schönau
Ja, die ersten Begehungen waren in der Tat sehr spannend. Also wir durften ja in der Zeit, wenn ich jetzt an April und Mai 2014 zurückdenke, durften wir auch öfter mal auf die Baustelle. Natürlich immer ordnungsgemäß mit Arbeitsschuhen und damals noch in unserer CI-Farbe. Auch die hat sich über die Jahre weiterentwickelt. Ganz toll, wie ich persönlich auch finde, einen purpurfarbenen Bauhelm, an den kann ich mich auch noch sehr gut erinnern. Ja, und dann hat man wirklich auch das Entstehen und den Bau miterleben dürfen. Und ganz besonders ist natürlich dieser Teamspirit seit Anbeginn, der mir sehr, sehr stark in Erinnerung bleibt und auch immer bleiben wird. Wir haben dann hier irgendwann, ich meine Juli, August angefangen, auch alles vom LKW zu laden. Ich meine, Sie können sich vorstellen, 192 Zimmer, Wie viele Matratzen? Mindestens mal 2 plus vielleicht die eine oder andere Reserve, Weingläser, Besteck, Besteckkästen. Und das geht natürlich in einem kleinen Team damals noch, denn bei einer Eröffnung sind natürlich nicht immer alle Mitarbeiter an Bord. Aber das ist eine tolle Sache, an die man sich noch erinnert. Und auch in dieser, vor mir, ich schaue gerade drauf, historischen Kaffeebörse zu stehen, auch in der Entwicklung, die Entwicklung gesehen zu haben, denn das ganze Haus steht unter Denkmalschutz. Hat natürlich eine große Geschichte, die sie mitbringt. Ja, Kaffeebörse, der Name sagt es schon. Hier fand damals in den 50er-, 60er-Jahren der Kaffeehandel statt. Unsere 192 Zimmer waren damals die Büros der Kaffeehändler, die dann den Weg über die Brücke, Herr Arndt, den haben Sie ja schon heute mit mir hier erleben dürfen, in die historische Kaffeebörse, in den Börsensaal heute Und da fand eben der Handel in den Telefonzellen der Aktionäre statt. Und man hat mit den großen Handelsorten Rio, New York, London gehandelt. Bestenfalls hat man den Kaffee auch so gut verkauft und ist dann freudestrahlend wieder ins Büro zurück. Unsere heutigen Zimmer.
- 11:09 Ronald M. Arndt
Genau. Und die Brücke ist die Fleetbrücke, glaube ich?
- 11:11 Jennifer Schönau
Ja, die Fleetbrücke, historische Eisenbrücke, also hat sie den Ursprungsnamen. Und ja, sehr, sehr schön. Heutzutage fahren dann die Hubschrauber den Barkassen hier durch das Broeksvliet. Natürlich nicht, wenn Ebbe ist, sondern immer, wenn genug Wasser unterm Bug ist. Das ist auch eine ganz interessante Sache hier für Gäste, aber auch für die Mitarbeiter.
- 11:34 Ronald M. Arndt
Also auch verrückt, dass man so eine alte Kaffeebörse hier ins Hotelensemble integrieren konnte. Und ja, jetzt kann man mittlerweile die Kaffeebörse als Veranstaltungssaal, als Veranstaltungssaal für Hochzeiten, Und anschließend direkt das eigene Restaurant?
- 11:52 Jennifer Schönau
Das Restaurant, richtig, die Cantinetta. Am Morgen unser wunderschönes Frühstücksbuffet, was man kennenlernen kann, und am Abend eben unser italienisches Spezialitätenrestaurant mit wirklich auch einer Langjährigkeit im Team. Das ist auch mal wichtig zu erwähnen, wie ich finde. Das macht Spaß und hat auch ein besonderes Ambiente. Kann man auf jeden Fall gerne mal besuchen.
- 12:18 Ronald M. Arndt
Genau. Und unter dem gleichen Namen sitzen wir gerade hier in der Bar, die wiederum auf der anderen Seite ist.
- 12:23 Jennifer Schönau
Die wiederum auf der anderen Seite ist. Ja, man merkt schon, man kann sehr viel erkunden bei uns im Schmuckstück.
- 12:27 Ronald M. Arndt
Also ein bisschen Speicherstadt eigentlich, kompakt hier im AMERON Hotel.
- 12:33 Jennifer Schönau
Klinkerstein, für alles ist gesorgt. Ja, richtig.
- 12:37 Ronald M. Arndt
Mit wie vielen Kollegen fängt man nicht dann so eine Eröffnung an vor 10 Jahren?
- 12:41 Jennifer Schönau
Mit wie vielen Kollegen fängt man so eine Eröffnung an?
- 12:44 Ronald M. Arndt
Ganz kleines Team, oder?
- 12:45 Jennifer Schönau
Ja. Ich zähl mal kurz durch. Ich würde sagen, ja, also es sind so ganz am Anfang sind es vielleicht 3, 4. Der Verkauf muss natürlich von Anfang an mit dabei sein, um auch schon in der Entstehungsgeschichte das Produkt natürlich nach außen zu spielen und zu tragen. Aber es ist so ein Team von 5 bis 10, die von Anbeginn, und dann wird das sukzessive von Monat zu Monat. In der Operative darf natürlich auch keiner fehlen und wird es natürlich dann auch mehr.
- 13:17 Ronald M. Arndt
Ja, okay. Muss ja einen ganz besonderen Reiz, sage ich noch mal, haben, wenn man in der Hotellerie tätig ist, eine Eröffnung eines Hauses mitzubegleiten.
- 13:27 Jennifer Schönau
Ja, das ist es in der Tat.
- 13:29 Ronald M. Arndt
Wird auch nicht jedem zuteil.
- 13:31 Jennifer Schönau
Das ist richtig. Also ich habe immer, wenn die Frage gestellt worden ist, ob es ein Auszubildender ist oder auch von einer dualen Studentin, Student, von einem Mitarbeiter, habe ich immer darauf geantwortet: Das ist ganz einfach wie mit der Großstadt Berlin. Man mag es oder man mag es nicht. Und so würde ich das auch heute noch bezeichnen. Und ich habe insgesamt in meiner Karriere 3 Hoteleröffnungen mitbegleiten dürfen und finde es hochinteressant in allen Bereichen und vor allen Dingen auch die Meilensteine, die etwas schwieriger sind zu bewältigen, einfach zu erleben. Denn auch die gibt es.
- 14:08 Ronald M. Arndt
Bei der Eröffnung selbst?
- 14:09 Jennifer Schönau
Zum Beispiel bei der Eröffnung selbst, ja. Wenn sie zum Beispiel hören, oh, wir bekommen noch nicht alle Suiten rechtzeitig am 1.9., möglicherweise 5 Tage später. Das sind so dann die Herausforderungen, die man ja vielleicht nicht unbedingt als Erstes und als Liebstes tut, dennoch daraus tolle Geschichten entstehen.
- 14:32 Ronald M. Arndt
Ein einzelner Standort eines Hotels ist ja eigentlich noch mal ein separates Unternehmen. Bei Ihnen sogar ein Startup, was ja eben vor 10 Jahren neu entstanden ist.
- 14:42 Jennifer Schönau
Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Auch schöne Formulierung.
- 14:46 Ronald M. Arndt
Wenn man dann auch 10 Jahre schon mit dabei ist.
- 14:50 Jennifer Schönau
Ja.
- 14:50 Ronald M. Arndt
Ich denke mich da gerade so rein, weil ich meine, als ich so 14, 15 war, da war es durchaus auch mal mein Traum, mal GM in einem Hotel zu sein.
- 15:00 Jennifer Schönau
Ja, das ist in der Tat auch ein Ich würde es Traum, wüsste ich jetzt nicht, ob ich es für mich bezeichnen würde. Das war auf jeden Fall immer mein großer Wunsch und das Ziel, was dann bei mir geblieben ist.
- 15:13 Ronald M. Arndt
Das kam dann schon vor Aufnahme der Ausbildung so ein bisschen?
- 15:16 Jennifer Schönau
Vor Aufnahme der Ausbildung, ich würde mal sagen, es waren so die ersten Gedanken dazu da und es hat sich dann immer verstärkt in der Zeit und auch auf meiner Reise. Auch in die Schweiz und in dem Bereich, in dem ich tätig war, und die Bereiche, die ich auch als junge Abteilungsleiterin schon übernommen hatte. Und ja, das Ziel war irgendwann dann doch ganz deutlich, dass das der Wunsch ist, die Möglichkeit zu haben. Und die hat mir auch, das muss man deutlich noch mal auch erwähnen, Thomas Althoff hier auch im Unternehmen gegeben. 2017 habe ich dann hier das Zepter sozusagen übernommen von dem Michael Lutz, der das Haus hier geleitet hat in den Jahren zuvor, seit 2014, der mich auch damals eingestellt hat und wir auch eine gute Zeit hier hatten. Und 2017 hieß es dann Jennifer Schönau und ich bin da sehr, sehr dankbar drum und Man sieht ja auch, dass das sehr gut läuft, und das ist schön zu sehen. Und ich fühle mich da auch einfach wirklich wohl.
- 16:31 Ronald M. Arndt
Ja, ich finde es einfach toll, immer diese Laufbahn in der Hotellerie zu sehen, von der Ausbildung hin zur Gesamtverantwortung über ein Haus. Und dann haben Sie ja auch vorher schon gesagt, irgendwann haben Sie dann auch Ihre Lust an den Zahlen, sage ich mal, immer besser noch schon mit einfließen lassen können in Hotelbetrieb. Da erinnere ich mich sehr gerne an Podcast zurück mit Herrn Pawlitzki, damals Arabella, große Unternehmung natürlich in München, der auch irgendwie nachts dann an der Rezeption eben Thema Night Audit und so irgendwann mit übernommen hatte und da gemerkt hat, hey, das ist, das ist seins, ja, die Zahlen des Tages da zu analysieren.
- 17:18 Jennifer Schönau
Ja.
- 17:19 Ronald M. Arndt
Und heute ist er eben CEO von einer großen, riesengroßen Gruppe.
- 17:24 Jennifer Schönau
Ja, ja, ja. Soll natürlich nun auch nicht den Eindruck vermitteln, dass ich mich nur mit Zahlen am Tag beschäftige. Ganz wichtig. Den größten Teil, das sind wirklich die Menschen, mit denen man, also meine Mitarbeiter, mit denen ich dieses, also dieses Haus führe. Denn ich sage immer, das ist keine One-Man-Show, sondern das klappt auch. Die Erfolgsgeschichte hier, das kann man ruhig auch erwähnen und sollte man erwähnen: Die Erfolgsgeschichte, da steckt immer große Arbeit, ein starkes Team und sicherlich auch eine gute und ja auch stabile Führung drin. Das ist das, ich sag mal, das Rezept, mein persönliches Rezept, was es dann eben ausmacht. Also ich bin sehr eng auch mit Stammgästen immer im Austausch und nicht nur mit Stammgästen, mit all unseren Gästen, bin sehr präsent und aktiv im Haus. Und ja, der zweite Teil sind eben dann auch ein Haus in dieser Größenordnung darf auf der einen Seite bewirtschaftet werden, Umsätze fließen, aber muss man natürlich auch so wie in seiner eigenen Haushaltskasse schauen, was geht, was geht nicht und wo bedarf es eben auch zukünftig vielleicht noch an kleinen Stellschrauben. Und das ist das, was es so im Mix einfach für mich ganz besonders macht, wo jeder Tag, das kann ich sagen, auch ein anderer ist. Also es sind immer unverhoffte Dinge, die so in so einem Hotelalltag auch als Direktorin hier ja vonstattengehen. Das Schöne und Besondere.
- 19:01 Ronald M. Arndt
Welche Tipps geben Sie so Ihrem Team mit auf den Weg? Also eine schöne Rolle und ein Bild ist es ja immer: Sei selbst, du bist der Gastgeber.
- 19:12 Jennifer Schönau
Ja, das braucht er. Das ist das Wichtige. Was gebe ich mit? Ich versuche es, oder ich Nicht versuche es, ich vermittle als Erstes immer die wichtige Motivation, dass wir die Gastgeber mit dem besonderen Etwas sind. Das ist eben auch die DNA von Althoff, von der Althoff-Familie, am Gast zu sein. Ganz klar Spaß und Freude und dass man vor keiner Situation, ich würde es mal so sagen, dass man vor keiner Situation Angst hat, sondern auch wenn es mal vielleicht kleine Abweichungen vom Weg gibt, dass man die genauso geht und aus denen einfach auch das Beste mitnimmt. Eine schwierige Zeit haben wir ebenfalls gemeinsam, auf die wir jetzt nicht groß eingehen sollten. Die liegt ja ein Stück hinter uns. Aber auch das ist ein Teamerfolg gewesen, der sicherlich eins der größten Meilensteine hier im Haus und auch im gesamten Team gewesen ist. Ja, ich denke, das wäre so ein Rezept: Spaß, Freude, Respekt, Gastgeber mit Herz und Leidenschaft, dass das einfach im gesamten Gefüge klappt und auch einfach Spaß macht.
- 20:32 Ronald M. Arndt
Thomas Althoff meinte vor ein paar Wochen auf dem Weingut Schloss Ortenberg, wo ich ihn getroffen habe zum Podcast: Am Ende muss es Sinn machen und natürlich auch Spaß. Ja, das ist so.
- 20:43 Jennifer Schönau
Das würde ich definitiv unterschreiben. Und Spaß. Alles andere kommt von alleine, wenn man auch einfach die Passion hat. Und diese Branche, die ist einfach so vielfältig. Man kann so viele Abteilungen, aber auch einfach so viele Wege einschlagen im Hotelleben. Wenn man nur will, sage ich immer. Das ist was Besonderes und das Wichtige ist halt einfach, um jetzt nicht zu eng zu werden, People Business und dann ist man hier in der Hotellerie, wer das mal möchte, in den nächsten Jahren auch gut aufgehoben. Unsere Nachwuchskräfte sorgen auch dafür, dass diejenigen, welche schon etwas länger dabei sind, auch nicht an Input verlieren, denn die Kreativität und alle systemischen Informationen, die es ja jetzt da draußen in unserer Welt gibt, die uns einfach begleiten werden, ob jetzt KI, ob digitale Systeme, die im Wandel sind, ja, und immer stärker werden. Das ist natürlich auch so ein Input, den wir auch aus den Nachwuchskräften— wir, damit meine ich jetzt, sage ich, die etwas Älteren und schon Erfahreneren in unserem Bereich— die wir aufsaugen und von denen wir auch lernen müssen. Und das ist ebenfalls ein toller Mix.
- 22:05 Ronald M. Arndt
Okay, wie kann ich mir das vorstellen, dass die Wie kann man sich das vorstellen?
- 22:10 Jennifer Schönau
Also wir führen ja auch in der Regel sehr oft Auszubildenden-Meetings durch, wir geben kleinere Workshops und in den Workshops so, also auch ich persönlich zum Thema, letztens hatte ich Budgeterstellung Teil 1, um einfach auch mal da die Nachwuchsgeneration da so ein bisschen mitzunehmen. Und was ich wichtig finde, da auch sehr viele Fragen zu stellen. Immer dranzubleiben. Und dann nimmt man sehr viel mit. Was ist denn euer Wunsch? Und ja, wir würden gern, Frau Schönau, ein bisschen mehr über das so, und wie passiert das dann, dass man vielleicht auf der Webseite da mit dem Chatbot und, also man merkt anhand der Fragen und am Input, dass da natürlich ganz viel passiert, wo ich auch sage, oh, da muss ich mich noch tiefer mit zukünftig beschäftigen. Egal ob man will oder nicht. Also wir werden alle nicht daran vorbeikommen und auch unsere Branche wird einige positive Dinge da mitnehmen. So, und ja, eben auch das Bewusstsein ist ein anderes, als ich noch meine Ausbildung vor wirklich etlichen Jahren begonnen habe. Und das sehe ich einfach positiv, dass das immer im gesunden Austausch passiert und dass man auch zuhört. Also das Wichtige ist einfach zuhören, nicht nur beim Auszubildenden, sondern beim Mitarbeiter aus der Operative, aus der Küche und daraus eben auch das mitzunehmen und gewisse Dinge vielleicht umzusetzen.
- 23:39 Ronald M. Arndt
Und ja, ja, Sie haben ja den Begriff Familie, Althoff-Familie, gerade auch schon anklingen lassen. Und Althoff ist ja nach wie vor inhabergeführt und vor ein paar Jahren noch durch Herrn Marrenbach eben ergänzt worden. Das ist natürlich auch noch mal ein ganz besonderer Background, sage ich mal, da tätig sein zu dürfen. Standorte in Frankreich, UK, glaube ich sogar, St. James in London, Deutschland, Schweiz.
- 24:09 Jennifer Schönau
Und damit ist bestimmt auch noch nicht das Ende erreicht, denn ich bin mir sicher, dass auch in den nächsten Jahren da weitere Standorte auch in Europa dazukommen werden. Und Näheres kann ich dazu allerdings nicht sagen, außer dass eins immer ganz besonders bleiben wird. Und auch da bin ich mir ziemlich sicher, auch bei den nächsten Hotels, die eröffnen werden, ob es ein AMERON ist, ob es ein 5-Sterne-Haus sein wird, wobei da ja jetzt die großen Namen, das Domhotel in Köln und auch The Florentine in Frankfurt im nächsten Jahr an den Start gehen werden, wird es immer so sein, dass der USP, der Ort, wo das Hotel platziert ist, wo es gebaut wird, wo eine Immobilie übernommen wird, einzigartig und besonders sind. Da fällt mir sofort der Alpsee bei meinem Kollegen Herrn Rasmus Käfer ein, direkt das Neuschwansteiner Schloss im Hintergrund, also sprich das Ameron, Hohenschwangau am Alpsee, also ganz, ganz wundervolle Orte.
- 25:11 Ronald M. Arndt
Ja, ich muss sagen, also meine Lust, die ist jetzt nicht geringer, noch das eine andere Haus auch. Es gibt ja doch noch ein paar weiße Flecken auf meiner Karte, auf meiner persönlichen, kennenzulernen. Vielleicht kriege ich ja noch eins bis Jahresende unter.
- 25:25 Jennifer Schönau
Das wäre schön.
- 25:28 Ronald M. Arndt
Ja, auf jeden Fall wünsche ich Ihnen und Ihrem Team, Frau Schönau, Hier in der Speicherstadt. Alles erdenklich Gute!
- 25:35 Jennifer Schönau
Vielen Dank, hat mir sehr viel Spaß gemacht. Wenn Sie Hilfe bei der Auswahl benötigen, welches das nächste sein sollte, können wir gerne im Anschluss noch mal einen Kaffee trinken.
- 25:44 Ronald M. Arndt
Schwanstein haben Sie ja gerade schon fallen lassen, das wäre jetzt von Stuttgart aus nicht so weit.
- 25:47 Jennifer Schönau
Immer gerecht verteilen, dass alle die Lorbeeren mitnehmen können. Also wir haben sehr viele schöne Häuser, wenn nicht sogar alle, also definitiv alle, ganz klar. Sie haben ja schon gesagt, Saint-Tropez haben Sie schon kennengelernt, von daher, das wäre dann wahrscheinlich so noch mein zweiter Tipp gewesen. Würde jetzt im Winter eigentlich auch gut, aber der hat doch Jetzt darf er mal durchschnaufen mit dem Team und ich denke, das sei ihm auch sehr gegönnt nach einer sehr langen und intensiven Zeit, Saison. Und ja, ich bedanke mich ebenfalls. War ein schöner Talk, eine schöne Gesprächsatmosphäre und wünsche Ihnen noch eine schöne Zeit hier bei uns.
- 26:24 Ronald M. Arndt
Aber was Sie gerade sagen, also der Robert in Saint-Tropez ist ja auch schon seit der Eröffnung, glaube ich, da war er damals selbst erst 30. Mit dabei und steht dem Haus vor.
- 26:33 Jennifer Schönau
Ist das Urgestein.
- 26:35 Ronald M. Arndt
Es scheint so dann doch wirklich Teil der DNA zu sein.
- 26:37 Jennifer Schönau
Definitiv.
- 26:38 Ronald M. Arndt
Es ist nicht nur Hotelpersönlichkeiten, es sind natürlich auch Persönlichkeiten, die Menschen in erster Linie, die sich da einfach über Jahre, Jahrzehnte einfach mitentwickeln. Also da läuft es mir schon, da kribbelt es mich. Wunderbar.
- 26:51 Jennifer Schönau
Schön. Super.
- 26:53 Ronald M. Arndt
Herzlichen Dank. Und wir haben jetzt auch noch mal was Besonderes vor. Das habe ich auch noch nie gemacht.
- 26:56 Jennifer Schönau
Finde ich auch sehr gespannt.
- 26:57 Ronald M. Arndt
Dass ich gleich mich noch mal zusammensetze mit 3, 4 Leuten eben aus Ihrem Team.
- 27:03 Jennifer Schönau
Das ist ganz, ganz toll.
- 27:04 Ronald M. Arndt
Also vielen Dank, dass wir da die Möglichkeit für haben.
- 27:07 Jennifer Schönau
Ja, sehr, sehr gerne.
- 27:08 Ronald M. Arndt
Dankeschön.
- 27:08 Jennifer Schönau
Super, vielen Dank.
- 27:09 Ronald M. Arndt
Alles Gute Ihnen.
- 27:10 Jennifer Schönau
Tschüss.