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Germany · Episode #152 · 17.07.2025 · 22 Min

Peter Joehnk, ID-Developers

Peter JoehnkID-Developers
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Aufgenommen: Showroom von Object Carpet, Hamburg

Standbild aus der Episode mit Peter Joehnk Germany22 Min

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„Da gibt's ganz wenig Partner, die du anrufen kannst und sagen kannst, morgen reißen wir die Teppichböden raus, komm mal vorbei mit dem LKW und hol die ab.“

Peter Joehnk, 05:27

Peter Joehnk baut mit der Green Hospitality Conference ein eigenes Format, das am 14. März 2026 zur Eröffnung der Internorga in Hamburg läuft, ausgelegt auf 300 Gäste, vormittags zu Baumaterialien, nachmittags zum Hotelbetrieb. Im Gespräch mit Ronald M. Arndt und dem Gastgeber von Object Carpet geht es darum, warum Ökozertifikate von LEED bis Cradle-to-Cradle kaum vergleichbar sind und warum die Rücknahme alter Materialien an der Logistik hängt. Joehnk ist examinierter Baubiologe und sagt, bei JOI-Design ist Nachhaltigkeit das erste Auswahlkriterium bei Materialien und Partnerfirmen.

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Kernaussagen

  1. 300 Plätze, zehn Runden: Die Green Hospitality Conference läuft am 14. März 2026 am Eröffnungstag der Internorga, ausgelegt auf 300 Gäste und rund zehn Gesprächsrunden und Keynotes. Vormittags geht es um Baumaterialien, nachmittags um die Fallstricke im nachhaltigen Betrieb, Tickets soll es über die Internorga-Homepage geben.
  2. Sponsoren ohne Unterschrift: Joehnk hat bisher Letters of Intent gesammelt, aber keine Unterschriften, solange das Programm nicht endgültig steht. Auf der Bühne soll kein Firmentreffen stattfinden, sondern echte Fachvorträge.
  3. Zertifikate nicht vergleichbar: Cradle-to-Cradle, LEED, BREEAM, DGNB, kompostierbare und natürliche Materialien lassen sich kaum gegeneinander abwägen. Die Konferenz soll Licht ins Dunkel des ökologischen Bauens bringen und Hoteliers und Architekten konkrete Hilfestellung geben.
  4. Rücknahme ohne Logistik: Trennbare Materialien gibt es, aber kaum Partner, die man anrufen und zum Ausbau der Teppichböden mit dem LKW bestellen kann. Joehnk erwartet mehr Anbieter, je mehr Firmen sich das zirkulare Thema auf die Fahnen schreiben.
  5. Preisnachteil bremst Innenausbau: Möbel kommen trotz langer Transportwege aus Asien, weil der Preisvorteil ein Mehrfaches beträgt und Investoren nicht draufzahlen, nur um grün zu sein. Weil Gäste zunehmend nachhaltige Hotels verlangen, soll sich der Preisnachteil ökologischer Materialien langsam reduzieren.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen22 Min · Ronald M. Arndt und Peter Joehnk

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:00
    Ronald M. Arndt

    Peter ist back, kann man sagen.

  2. 00:03
    Peter Joehnk

    Back von wo?

  3. 00:03
    Ronald M. Arndt

    Back von wo? Das klären wir gleich. Erstmal dir lieben Dank, unserem Gastgeber heute. Sehr, sehr gerne.

  4. 00:11
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Es ist auf jeden Fall eine große Freude, Peter, dich hier heute zu haben.

  5. 00:15
    Peter Joehnk

    Und ich bin begeistert von eurem Showroom, habe ich eben schon mal im Vorgespräch gesagt.

  6. 00:19
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Das freut mich, ja. Der ist relativ neu. Wir sind sehr zentral, waren wir vorher auch, aber so ein bisschen hinten. Und jetzt Stehen wir stolz, Brust nach vorne gerichtet.

  7. 00:30
    Ronald M. Arndt

    Und wie soll es anders auch sein, ist in eurer Heimatstadt in Hamburg, wo ich gehört habe, Peter, dass sich da auch nächstes Jahr ja unbedingt wieder was tut.

  8. 00:40
    Peter Joehnk

    Ja, unbedingt. Also das Ereignis des Jahres 2026 findet statt auf der Internorga und nennt sich Global— sorry, jetzt fange ich schon mit meinem eigenen Namen an, mich zu verhaspeln— Green Hospitality Conference, die wir im Zusammenhang mit der Internorga veranstalten, direkt am 14. März, also am Tag der Eröffnung der InterNorge, gibt es abends, und also abends gibt es dann den Vorabend mit, mit paar VIPs und so, und am nächsten Tag dann den ganzen Tag über die Green Hospitality Conference, wo wir am Vormittag die Themen Baumaterialien und sowas abhandeln werden, wo ihr gut reinpassen würdet, also, und am Nachmittag dann eher den operativen Part. Wo sind da die Fallstricke, wenn man Hotel nachhaltig führen möchte.

  9. 01:32
    Ronald M. Arndt

    Conference klingt groß. Ist es das langfristige Ziel, oder ist es schon für 2026 anvisiert?

  10. 01:40
    Peter Joehnk

    Nein, das klingt nicht nur groß, das ist großartig. Also wir erwarten 300, und wir haben es ausgelegt auf 300 Gäste, und es wird so ungefähr 10 Runden geben, zum Teil Gesprächsrunden, zum Teil Keynote-Speaker. Ja, es soll auch nicht die einzige bleiben. Wir planen, davon wissen die Orte noch gar nichts, auf der Exporeal zum Beispiel wäre es auch eine gute Möglichkeit. Also es soll eine Serie werden. Und was wir bisher so hören, die Resonanz ist super positiv. Die Sponsoren, die wir unbedingt brauchen dazu, tun sich im Moment noch ein bisschen schwer. Bevor das Programm endgültig steht, haben wir bis jetzt Letters of Intent eingetragen. Sammelt, aber noch keine Unterschriften.

  11. 02:35
    Ronald M. Arndt

    Also ist es für dich Neuland, so Events, Konferenzen etc.?

  12. 02:38
    Peter Joehnk

    Ja, es ist für uns alle Neuland. Also wir machen natürlich bei JoinDesign, haben wir Sommerfeste gemacht, auch mit 100 Leuten oder so, das schon. Aber da haben wir selbst gesponsert, da waren wir nicht von Geldern abhängig. Das ist jetzt was anderes und ist interessant.

  13. 02:54
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Ja, vor allen Dingen, weil es ja auch das Thema uns alle umtreibt, wenn man überlegt, Es ist in aller Munde, jeder muss es auch anders in die Zukunft tragen. Deshalb sind natürlich so Initiativen, die ihr da ausrollt, gerade für Hospitality enorm wichtig, wenn es Richtung Design geht. Es gibt ja da viele unterschiedliche Ansätze, sei es mit der Zirkularität, aber auch immerhin mit den Materialien, die man im Vorfeld schon benutzt.

  14. 03:21
    Peter Joehnk

    Mit Zirkularität sagst du gerade was Spannendes. Wir haben eine Hotelkette geplant bei Joy Design, The Usual, und Es gibt so viele verschiedene Zertifikate und Prüfverfahren und was auch immer. Circular, im Gipfel dann Cradle-to-Cradle, und dann gibt es halt kompostierbare Materialien, es gibt natürliche Materialien, es gibt Materialien, die haben ein LEED, sind gut für LEED oder BREEAM oder DGNB und sind nachhaltig produziert, sind in der Nähe gemacht, wie auch immer. Ganz schwierig zu vergleichen. Und das, da hoffen wir, also wir werden das nicht lösen, das Thema, aber wir hoffen, so ein bisschen Licht ins Dunkel des ökologischen Bauens zu bringen. Was ist dann wirklich nachhaltig?

  15. 04:14
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Und was ist für dich nachhaltig?

  16. 04:18
    Peter Joehnk

    Es ist tatsächlich eine Vielfalt. Also diese ganzen ESG-Kriterien, die nicht nur die Materialien bewerten, sondern eben auch den sozialen, das soziale Umfeld. Also wie gehe ich mit meinen Mitarbeitern um? Auch was ich eben sagte, den Nachmittag wollen wir dann über den Betrieb der Hotels sprechen. Reinigung ist ein großes Thema. Also da gibt es wirklich viele Komponenten, die man beim Bau und Betrieb eines grünen, in Anführungsstrichen, Hotels berücksichtigen sollte.

  17. 04:50
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Ja, es geht weg von: Lassen Sie Ihr Zimmer heute bitte nicht mehr reinigen, dafür kriegen Sie noch ein Fläschchen Bier oder Wasser.

  18. 04:58
    Peter Joehnk

    Das hat als Marketing-Ding angefangen, ist auch nach wie vor eins. Ist nicht nur, tatsächlich braucht sehr weniger Waschmittel, aber ja, aber das macht auch das Leben einfacher.

  19. 05:08
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Und vor allen Dingen dann, wenn man über den Materialwert am Ende des Life-Cycles denkt, ne. Das ist natürlich, da müssen wir uns alle weiterentwickeln. Aber wie du sagst, das ist alles ein Feld, das ist noch nicht so, man weiß nicht so richtig, was mit den ganzen EU-Vorgaben etc., das ist ja auch dynamisch.

  20. 05:27
    Peter Joehnk

    Dieses ganze Rücknahmethema von Materialien, von alten Materialien, das ist komplett unausgereift, ne. Es gibt viele, so wie ihr auch, die anbieten, ihr könnt das trennen, aber die, die Logistik dazu, die ist noch echt in den Kinderschuhen. Da gibt's ganz wenig Partner, die du anrufen kannst und sagen kannst, morgen reißen wir die Teppichböden raus, komm mal vorbei und mit dem LKW und hol die ab.

  21. 05:49
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Das, es gibt's, aber sehr wenig, sehr selten, ne, ist noch in den Kinderschuhen, in den Anfängen, ja.

  22. 05:56
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, so eine Konferenz, die dient auch einfach zur Orientierung, ne, was ist jetzt schon möglich, Was kommt, auf was ist zu achten?

  23. 06:02
    Peter Joehnk

    Ich glaube, der Sinn und Zweck einer Konferenz muss ja immer sein, den Leuten, die die Konferenz besuchen, irgendwas an die Hand zu geben, dass die was mit nach Hause nehmen können. Und wir wollen schon ein bisschen aufklären, was ist nachhaltig. Und wenn ihr mit dem Gedanken spielt, euer Hotel nachhaltig zu bauen oder nachhaltig zu betreiben, oder wir wollen auch Architekten ansprechen, was können die tun, um ein ökologisch oder nachhaltiges Hotel zu bauen? Also es soll konkrete Hilfestellung geben. Das ist unser großer Plan.

  24. 06:37
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Ich finde das wahnsinnig spannend, weil ich meine, man kennt dich, man kennt JOY. Es ist eine unheimliche Geschichte mit Aufs und Abs. Ihr habt es toll gemeistert. Habt als JOY als Brand, ist mittlerweile so, nehme ich es wahr. Und das ist ja schon eine Leistung an sich. Aber jemand, der so viele Konferenzen schon besucht hat, selber eine macht, da bin ich wirklich gespannt, weil ich denke, du kennst so die—

  25. 07:04
    Peter Joehnk

    Bist Hast du schon Sponsor?

  26. 07:05
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Schon dabei? Das machen wir dann. Darüber reden wir auf jeden Fall noch. Definitiv hochspannend. Aber es ist schon interessant, jemand, der viele Messen besucht hat, viele dieser Summits kennt und selber eine macht. Da kommt ein bisschen Druck, Erwartungshaltung.

  27. 07:24
    Peter Joehnk

    Legt die Latte hoch. Aber ja, wir wollten sie von uns ja auch hochlegen. Also was wir nicht wollen, weil ich jetzt dich gerade als Sponsor ansprach. Wir wollen nicht, dass da ein Firmentreffen auf der Bühne stattfindet und jeder sein Produkt als das beste, ökologischste der Welt irgendwie anpreist, sondern wir wollen echte Fachvorträge haben. Und wenn der Fachvortragende dann sagt, ich habe gute Erfahrungen mit dem und dem, ist es okay, aber mehr soll nicht an Firma auf der Bühne passieren.

  28. 07:53
    Ronald M. Arndt

    Zirkularität bei Thema Teppich, Object Carpet, ist es noch Vision, oder ist es—

  29. 08:00
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    das ist nicht nur Vision, es ist tatsächlich schon im vollen Wandel. Das ist für mich Circularität als Unternehmen, ist ja die Haltung, und eine Haltung braucht dann auch einen Systemwechsel. Und wenn man aus dem Herkömmlichen kommt, weg von linearen Verbindlichkeiten, die nachher im Zweifel dann thermisch entsorgt werden müssen mit vielen Ingredients—

  30. 08:23
    Peter Joehnk

    thermisch entsorgt heißt verbrennen.

  31. 08:25
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Ja, ich wollte diplomatisch ein bisschen schöner ausdrücken, aber am Ende ist es das. Versuchen wir natürlich zu sagen, wir haben eine Nutzungsdauer, und nach dieser Nutzungsdauer können wir den Teppich in 2 Komponenten, aus denen er besteht, trennen, sorten rein, und haben dann wiederum die Möglichkeit, es in den Kreislauf wieder einfließen zu lassen. Und es muss nicht zwingend Teppich sein, also das kann alles Mögliche sein. Und das ist eigentlich die Welt, in der wir uns momentan befinden oder die Zukunft auch sehen. Das Objekt habe natürlich ein Unternehmen mit einer starken ESG-Story, aber parallel eben auch innovative Techniken wie durch Niaga in den Markt bringt, wie man Teppiche in Zukunft produziert als auch wieder zurücknimmt. Also Zurücknehmen ist immer so ein Thema, da sagst du, das ist sehr schwammig, da weiß man es nicht genau. Muss dann, ist es natürlich Europa, dann sind Grenzen teilweise offen, teilweise nicht mehr etc. Also da gibt es glaube ich noch ganz viel zu tun für die EU. An für sich, aber eben jeder Einzelne kann auch heute schon entscheiden, was für Material ich verwende. Ja, weil so ein Hotel hat ja auch die unterschiedlichen Zyklen.

  32. 09:34
    Peter Joehnk

    Ist ja davon auszugehen, dass je mehr Firmen sich das, dieses zirkulare Thema auf die Fahnen schreiben, desto mehr Anbieter wird es nachher auch geben, die dabei helfen. Weil alleine könnt ihr es ja nicht. Ihr müsst ja schon jemanden haben, der mit dem LKW zur Baustelle fährt, wie ich vorhin sagte.

  33. 09:51
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Ja, genau. Und, und im Zweifel das auch wieder rausträgt etc. Also da gibt es noch ganz viel, aber ich denke, jeder Weg beginnt mit den ersten Schritten in die richtige Richtung. Für uns ist es tatsächlich auch eine Art System.

  34. 10:05
    Peter Joehnk

    Blöde Nachfrage: Habt ihr Cradle-to-Cradle-Zertifizierung dann draus gemacht schon aus eurem zirkulären Gedanken?

  35. 10:11
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Noch nicht. Wir haben aber die ganzen anderen Zertifikate, haben wir. Cradle-to-Cradle ist für uns natürlich auch mitunter die Benchmark. Aber wie gesagt, wir müssen so, sagt man so schön, die Kartoffeln werden nacheinander gegessen, müssen erstmal die Systeme umstellen und dann gehen wir weiter. Aber das Also es wird auf jeden Fall auch in die Richtung gehen.

  36. 10:32
    Ronald M. Arndt

    Ja, du bist ja nicht nur in Deutschland auf Konferenzen und mit der Corinna unterwegs, sondern weltweit. Wir dürfen da immer schön folgen. Folgen.

  37. 10:42
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Wir wissen immer, wo ihr seid.

  38. 10:45
    Peter Joehnk

    Jetzt weiß ich, wo die 2 Likes kommen.

  39. 10:47
    Ronald M. Arndt

    Die 2 Likes kommen von uns. Gibt es für dich irgendwo auf der Welt und wenn ja, wo schon so die nachhaltige Hotel- Marke?

  40. 10:56
    Peter Joehnk

    In Europa würde ich sagen, sind es die Holländer, die uns deutlich voraus sind. Weltweit stehen wir ganz gut da. Also da sind wir in Europa schon insgesamt gut. Wir haben ja noch ein Büro in Indien, da gibt's erste Gedanken. Also unser Kontakt dort von Anfang an war der Puni Chhatwal, der mal CEO von Steigenberger war. Der trägt natürlich solche Gedanken auch mit sich rum. Aber es ist eben auch, auch in solchen exotischen Ländern wie Indien, auch eine Welle, die ziemlich breit ist. Also die ganzen Hotels, du kannst ja kein Leitungswasser trinken in Indien, aber die ganzen Hotels filtern auch ihr Wasser zum Beispiel und stellen dir ihr eigenes Wasser auf den Nachttisch und nicht irgendwie Wasser, was sie aus der Schweiz importieren müssen extra. So zum Beispiel kleiner, kleiner Schritt. Trotzdem fliegen natürlich da immer noch viele Plastiktüten rum und was auch immer. Da sind sie noch nicht so weit. Aber, aber wie gesagt, im Kopf geht's voran.

  41. 11:53
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Ja, man nennt das ja häufig auch die First Mover oder die Early Adapter, die starten, und dann kommen irgendwann mal diejenigen, die folgen. Ich denke, wir kommen gar nicht als Gesellschaft, als Welt und als Zivilisation gar nicht mehr drumherum. Und umso eher wir uns mit den Sachen auseinandersetzen, und dann ist es vielleicht auch so, dass manche Dinge vielleicht dann nicht okay waren, aber wir haben es trotzdem versucht. Und ich denke, da sind wir, sind wir gut beraten.

  42. 12:16
    Peter Joehnk

    Ja, also man kennt mich ja als Joy Designer, und ich kann wirklich sagen, bei uns im Büro bei Joy Design ist das Thema der Nachhaltigkeit Auswahlkriterium Nummer 1, wenn es um Materialien geht oder grundsätzlich um die Zusammenarbeit mit Firmen geht, ist das Thema der Nachhaltigkeit. Wenn Firmen sich ernsthaft und erkennbar um Nachhaltigkeit kümmern, das Einstiegskriterium bei Joy Design irgendwie zu landen.

  43. 12:42
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Ja, und ist das, also du hast ja einen beeindruckenden Lebensweg beruflich auch hinter dir. Wann hast du gemerkt, dass das wirklich so jetzt so einen Drive kriegt, also so eine Geschwindigkeit, wo du sagst, weil ich meine, du kennst sämtliche Zyklen, ne.

  44. 12:57
    Peter Joehnk

    Man kennt mich ja nicht unbedingt als Nachhaltigkeitsfetischisten, aber tatsächlich habe ich den, meinen Berufsanfang schon damit verbracht, Baubiologie zu studieren. Bin also examinierter Baubiologe, so hieß das damals. Da gab es so Auswüchse, dass die Leute mit Quark und Honig ihre Fliesen an die Wand geklebt haben, was natürlich nicht so dauerhaft gehalten hat.

  45. 13:20
    Ronald M. Arndt

    So klebt ihr doch synthetisch, oder?

  46. 13:21
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Ja, aber nur an die Decke.

  47. 13:24
    Peter Joehnk

    Aber das Interesse habe ich seit wirklich langer, langer Zeit. Das war nicht immer so leicht umsetzbar, aber spannend fand ich es schon immer. Das heißt, immer seit ich denken kann zumindest.

  48. 13:38
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Das heißt ja aber auch, dass wenn du sagst, nicht immer leicht umzusetzen, dann hat das ja im Zweifel mit Auftraggebern zu tun. Und die öffnen sich langsam dahingehend, oder?

  49. 13:47
    Peter Joehnk

    Ja, die öffnen sich. Also gerade die großen Immobiliengesellschaften, die wollen alle gerne ein LEED-Zertifikat oder ein DGNB-Zertifikat für ihre Gebäude haben. Bei der Innenarchitektur ist es noch ein bisschen schwieriger. Möbel kommen nach wie vor hauptsächlich, sofern sie nicht custom made sind, aus Asien, weil einfach trotz des langen Transportweges der Preisvorteil immer noch gigantisch ist. Da kann eigentlich leider der deutsche Handwerker noch nicht so gegen an. Und diese Differenz ist nicht irgendwie mal 10% mehr oder 20% mehr, da geht's ums ein Mehrfaches. Und das sind dann aber wiederum auch die Investoren nicht bereit, oben drauf zu packen, um einfach grün zu sein.

  50. 14:31
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Ja, es liegt halt, ist der Unterschied glaube ich auch zu Office, wenn man das so betrachtet.

  51. 14:36
    Peter Joehnk

    Man verdient seine Revenue pro Zimmer, und natürlich ist dann, das ist, muss sich man sich auch noch mal klar machen, Hotel, die sollen immer gut aussehen, aber Hotels als Immobilie sind eigentlich diejenigen, wo wirklich der das Revenue, also das, was man an Ausgaben hat, muss sich irgendwann wieder einspielen. Ansonsten macht es gar keinen Sinn. Bei Office und bei Privatgeschichten, das ist oft noch ein anderer Gedanke dahinter, nämlich das Thema des Selbstmarketings, dass man sich schön darstellen möchte. Das ist bei Hotels kaum gegeben. Also da geht es wirklich darum, das, was man investiert, muss auch wieder zurückverdient werden können. Und da sind wir am Anfang, wie du eben sagst. Also da natürlich ist es ein Feld, was mehr interessiert, das ganze Thema der Nachhaltigkeit. Gott sei Dank eben kommt es nicht nur vom Kopf der Leute, die investieren, sondern auch von der Nachfrage her. Also Gäste verlangen zunehmend ein nachhaltiges Hotel und es geht in die Breite. Und damit wird auch der Preisnachteil, den im Moment ökologische Materialien noch haben, sich langsam reduzieren. Und ja, es geht voran, langsam.

  52. 15:47
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Wir haben das auch gemerkt, gerade in unserer, in unserer nicht Transformation, aber eher auf dem Weg dorthin, wo wir hin möchten, dass wir tatsächlich auch gucken müssen. Der Preis wird häufig nicht, den kannst du für nachhaltige Produkte nicht hochhalten, obwohl er das wert wäre, sondern wir haben auch gesagt, okay, um es kostenneutral für den Endverbraucher zu machen, bleiben wir beim selben Preis. Das heißt natürlich auch, dass wir dahingehend uns Ja, also wir haben da auch den Mut dazu, weil wir wirklich daran glauben. Es gibt ja auch Eco-Design, und wie du sagst, die Holländer sind, oder die Niederländer, pardon, Skandinavien auch, Schweiz auch. Ja, also das ist schon so ein Trend. Und bei großen Firmen finde ich, gerade wenn die ihren CO2-Footprint messen müssen, ist es natürlich bei Geschäftsreisen, nehmen wir an Siemens und Co., weiß nicht, wie viele Mitarbeiter sie mittlerweile haben, und so viel Prozent gehen auf Reisen. Und wenn ich diesen Impact messen möchte, oder wenn ich ihn weiß oder reduzieren möchte, muss ich erstmal wissen, was ich ausstoße. Und da hat, glaube ich, kann die Industrie gerade so Bosch, Siemens etc., will man es Deutschland, aber auch andere große Unternehmen natürlich auch gerade so ein Treiber dafür sein, ne?

  53. 17:02
    Peter Joehnk

    Oder wie siehst du das? Ja, das, ich wollte gerade weiter fortspinnen, der nächste Schritt für diese großen Firmen wäre halt auch, dass die die Vorgabe machen gegen, für ihre Mitarbeiter, dass sie nur noch in nachhaltigen Hotels übernachten dürfen. Also die haben ja schon eine finanzielle Schranke, was sie machen dürfen. Die dürfen jetzt also nicht immer in den, in die teuersten Luxushotels, aber das sehe ich noch relativ greifbar, dass dann irgendwann die Vorgabe kommt, wir wollen gerne nachhaltig wahrgenommen werden und ihr müsst demzufolge euch auch nachhaltig verhalten, also in nachhaltige Hotels absteigen. Das wäre für uns, oder was für uns, das wäre für die Hotellerie, für die nachhaltige Hotellerie auch schon mal ein Riesenschritt.

  54. 17:42
    Ronald M. Arndt

    Jetzt hast du die Holländer und Niederländer als Vorreiter, zumindest in Europa, angesprochen. Der Hotel-Podcast ist mittlerweile auch in der Middle East angekommen, weil sich da natürlich auch einiges tut. Wie ist da wieder, was ist da am Entstehen und wie nachhaltig ist das?

  55. 17:56
    Peter Joehnk

    Klingt blöd, aber ich habe keine Ahnung. Wir hatten mal ein Büro in Dubai, aber das ist jetzt auch, weiß ich nicht, fast 20 Jahre her. Damals hat es keinen interessiert und die Klimaanlagen, die waren so eingestellt, dass es innen drin 17 Grad war, wenn es draußen 40 Grad heiß war. Also da war von Nachhaltigkeit wenig zu spüren. Das hat sich sicherlich geändert, aber ich weiß es nicht.

  56. 18:19
    Ronald M. Arndt

    Und Indien? Weil da hast du gestern Einblick.

  57. 18:22
    Peter Joehnk

    Da gibt's tatsächlich in den Köpfen eine breite Bewegung, aber die sind natürlich im Vergleich zu uns noch ein ganzes Stück zurück, weil natürlich da andere Fragen sehr viel drängender sind. Also da verhungert vielleicht gerade keiner, aber die Leute, die Geld haben, spenden dort. Das ist ein ganz anderes Sozialsystem als bei uns. Das ist dann eher so auf Glaubensgemeinschaften basierend, dass die Menschen nicht verhungern. Aber eben solche Themen sind eben die viel wichtigeren, ne, dass man den Leuten dann zu Hause gibt und denen was zu essen gibt. Und dann käme noch als Nächstes vielleicht mal der Wunsch nach einem Kühlschrank, weil es dort sonst alles schnell vergammelt. Also damit, das sind, ist das Niveau noch ein anderes. Aber wie gesagt, es gibt Schritte.

  58. 19:09
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Ja, und es ist vor allem ja auch so, ich meine, umso mehr, umso größer das Angebot von Seiten der Hotellerie, Richtung Nachhaltigkeit Hotel, umso eher wird dann das vielleicht auch gewählt, ne. Also ob Tag, weiß ich nicht, vor 20 Jahren gab es das einfach nicht als Möglichkeit.

  59. 19:27
    Peter Joehnk

    Also ich auch auf die Gewahrheit, dass ich da jetzt Werbung mache, aber es ist ja weit weg. Der Puni Chatwal, der hat ja nicht nur die Taj Hotels, für die er bekannt ist, sondern zu den Taj Hotels gehören glaube ich 5, 6 verschiedene Hotelmarken. Und wir haben eine für ihn entwickelt, die Ginger Hotels. Das ist ein Budgethotels, 3 Sterne, so würde ich mal sagen. Der ist nachhaltig beispielsweise, der ist auch lokal. Das heißt also, Indien ist ja ein riesen, riesen, riesen Land, mehr Einwohner als ganz Europa zusammen.

  60. 20:00
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Unglaublich.

  61. 20:01
    Peter Joehnk

    Und Ginger ist bewusst so, dass es sich regional verankert, und da wird viel mit regionalen Handwerkern, regionalen Materialien gemacht. Natürlich kommen die Stühle dann auch wieder aus Indonesien oder so. Es lässt sich leider nicht alles umsetzen, aber das Bewusstsein ist da.

  62. 20:22
    Ronald M. Arndt

    Ja, wann ist die Internorga? In welchem Monat?

  63. 20:25
    Peter Joehnk

    Im März. Ich glaube 14. Ich habe es vorher noch nachgeguckt, aber alter Mann, ich vergesse sowas auch schnell wieder. Anfang März ist die Internorga und am ersten Tag Also erst Vorabend ist unsere Veranstaltung, am ersten Tag sind wir dann auf der Messe mit unserem, mit unserer Konferenz. Das heißt, für alle Interessierten sollten sie dir folgen auf ID Developers, und man wird die Eintrittskarte für unseren Green Hospitality Conference, Summit da auch über die InterNorge Homepage buchen können. Das war schon mal für uns ein wichtiger großer Schritt.

  64. 20:59
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Es klingt jetzt schon sehr professionell.

  65. 21:02
    Peter Joehnk

    Ich hoffe doch.

  66. 21:03
    Ronald M. Arndt

    Ja, dann würde ich sagen, wir schauen gleich mal in den Kalender rein. Das sind nur noch ein paar Monate. Aber ich halte es für sehr spannend, auch hier als Real Talk Network eben die Entwicklung und den Aufbau, ja, das Vorankommen einer solchen Konferenz eben mit begleiten zu dürfen. Also ich denke, da können wir noch 2, 3 Updates bis eben dann März 2026 mit dir erwarten, Peter.

  67. 21:24
    Peter Joehnk

    Absolut. Wir haben witzigerweise heute Nachmittag schon einen ersten Termin, wo die Firma Hansgrohe so ein Mini-Klärwerk installiert in Hotels, wo so, weiß ich nicht, eine Handvoll Hotelzimmer zusammengefasst sind, wo dieses Duschabwasser sofort wieder als Toilettenspülung benutzt werden kann. Solche Installationen, die es dann eben auch braucht, die müssten jetzt angestoßen werden. Ja, also wir sind auf dem Weg und haben viele, viele gute Kontakte. Spannende Themen auch.

  68. 21:52
    Ronald M. Arndt

    Super, dann freuen wir uns schon auf den nächsten Austausch mit dir. Vielen Dank für heute. Und bis ich dann bald mal wieder in Hamburg bei euch bin.

  69. 22:01
    unklar (Gastgeber im Showroom, spricht für Object Carpet)

    Sehr gerne, jederzeit. Vielen Dank.

  70. 22:03
    Peter Joehnk

    Ciao.