Corinna Kretschmar-Joehnk, Peter Joehnk & Thomas Scholz, JOI-Design
Aufgenommen: JOI-Design, Hamburg
Germany75 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Ich glaube, dass man das unbedingt auch möchte, dass man das Aussteigen auch tatsächlich ernsthaft plant. Das muss von innen kommen.“
Corinna Kretschmar-Joehnk, Peter Joehnk & Thomas Scholz, 35:32
Corinna Kretschmar-Joehnk, Peter Joehnk und Thomas Scholz erzählen, wie aus Peter Joehnks Selbstständigkeit seit ‘84 das Hamburger Innenarchitektenbüro JOI-Design wurde. Dazwischen liegen die Insolvenz 2003 nach 9/11, zwölf Entlassungen in der Corona-Zeit und eine Nachfolge, an der sie mehr als zehn Jahre gearbeitet haben. Thomas Scholz erzählt, wie er vom Projektleiter über die Prokura in die Geschäftsführung kam.
Die Audiodatei kommt beim Abspielen von Spotify for Creators. Vorher wird nichts geladen.
Kernaussagen
- Pleite nach 9/11: Peter Joehnk war mit knapp 50 eigenen Mitarbeitern unterwegs und hat nach 9/11 niemanden entlassen. Ein Jahr später waren die Ressourcen aufgebraucht, Anfang 2003 war er pleite, als Personengesellschaft persönlich.
- Corinna fängt die Firma auf: Corinna Kretschmar-Joehnk gründete die JOI-Design GmbH als zweites Standbein für ihre eigenen Projekte. Daraus wurde die Auffanggesellschaft, sie stellte Peter Joehnk an und hielt 90 Prozent, während alle Kredite und Durchgriffshaftungen auf sie liefen.
- Nachfolge über zehn Jahre: Peter Joehnk hat über Weihnachten und Silvester 2011/12 ein Papier mit dem Titel Next Generation verfasst, erst als Associates, später als Partner. Die Übergabe an Barbara Wiethoff, Sabrina Voecks und Thomas Scholz war im April.
- Corona: zwölf Entlassungen: Das Geld auf dem Konto reichte für ein Vierteljahr Gehälter, also entließen sie zwölf Leute, fast ein Drittel, und setzten alle anderen auf Kurzarbeit. Thomas Scholz sagt, es half, diese Entscheidung nicht allein treffen zu müssen.
- Indien als Franchise: Nach dem Konzept für die Budget-Marke Ginger von Taj Hotels wurde daraus ein Franchise: Der indische Partner darf den Namen JOI-Design nutzen, der Vertrag läuft 15 Jahre. Alles oberhalb von vier Sternen wird in Hamburg designt.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Endlich haben wir die Geschichte von Corinna Kretschmar-Joehnk und Peter Joehnk sowie ihres Unternehmens JOI-Design in einer Episode verewigt.
Eine Reise voller unternehmerischer Höhen und Tiefen – und zugleich die Geschichte zweier Menschen, die sich privat wie beruflich perfekt ergänzen.
Am Ende steht ein gelungenes Happy End: die erfolgreiche Übergabe ihres Lebenswerks an die nächste Generation mit Barbara Wiethoff, Sabrina Voecks und Thomas Scholz.
Doch woher stammt eigentlich der Name JOI-Design? Wie schaffte Peter Joehnk den Wandel vom Künstler zum Unternehmer? Und wie verteilen sich heute die Verantwortlichkeiten innerhalb des neuen Führungsteams?
Zum Abschluss lernen wir: Es geht weniger um Trends als vielmehr um die gesellschaftlichen Bedürfnisse der Zukunft – und dabei spielt auch die Schifffahrt eine wichtige Rolle.
Keine Episode verpassen
Folge HOTEL-PODCAST dort, wo du sowieso hörst. Neue Episoden aus sechs Ländern kommen dann ganz von selbst. Oder tritt unserer WhatsApp-Community bei, um über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden zu bleiben.
Weitere Episoden
Alle EpisodenTranskript
Transkript öffnenTranskript schließen75 Min · Ronald M. Arndt und Corinna Kretschmar-Joehnk, Peter Joehnk & Thomas Scholz
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:00 Ronald M. Arndt
Ja, schönen guten Morgen. Ich grüße euch.
- 00:03 Corinna Kretschmar-Joehnk
Hallo.
- 00:03 Peter Joehnk
Moin, moin.
- 00:04 Ronald M. Arndt
Es ist schon ein paar Monate her, seitdem ihr hier großes Fest gefeiert habt.
- 00:10 Corinna Kretschmar-Joehnk
Stimmt.
- 00:10 Ronald M. Arndt
Aber noch nicht zu spät.
- 00:11 Corinna Kretschmar-Joehnk
Nee, noch nicht zu spät. Im April war es.
- 00:15 Peter Joehnk
Großes Fest meinst du unseren Abschied sozusagen?
- 00:18 Corinna Kretschmar-Joehnk
Unsere Übergabe.
- 00:19 Ronald M. Arndt
Abschied und irgendwie seid ihr immer noch da.
- 00:22 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, Übergabe.
- 00:24 Peter Joehnk
Noch was ist schiefgelaufen? Ja, aber es ist viel schiefgelaufen. Wir arbeiten gar nicht mehr so richtig.
- 00:32 Thomas Scholz
Also, so war ja auch der Plan.
- 00:33 Peter Joehnk
Wir versuchen nur, einen guten Eindruck zu machen.
- 00:35 Ronald M. Arndt
Übrig geblieben ist auf jeden Fall von der jungen Garde der Thomas.
- 00:39 Thomas Scholz
Heute. Ja, nicht alleine übrig geblieben, aber heute quasi alleiniger Vertreter hier.
- 00:46 Peter Joehnk
Er hat es sich auch redlich verdient. Er hat vorher 20 Jahre bei JOI Design gestrampelt als Angestellter und dann, na ja, also jetzt ist es—
- 00:53 Thomas Scholz
die letzten 6 Jahre waren ja schon auch hart, aber Genau. Ja, 20 Jahre sind es jetzt am 1. November.
- 00:59 Peter Joehnk
Und jetzt darf er mir sagen, wo es längst geht.
- 01:01 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, neuer Chef.
- 01:04 Ronald M. Arndt
Genau.
- 01:05 Corinna Kretschmar-Joehnk
Schön.
- 01:05 Ronald M. Arndt
Ja, wir sprechen, Corinna und Peter, über JOI-Design. Gerne auch ein bisschen über die Entstehungsgeschichte, wie es damals losging. Und neben allen Erfolgen, die ihr eben habt im Bereich Hotellerie und darüber hinaus, es sind ja nicht nur Hotels, ist es ja einfach auch eine Unternehmerstory. Von euch beiden, die ihr da aufs Paket gelegt habt.
- 01:29 Peter Joehnk
Ja, vielleicht fange ich mit dem Anfang an.
- 01:32 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, fang du mal an.
- 01:33 Peter Joehnk
Der war ja noch gar nicht geboren.
- 01:35 Corinna Kretschmar-Joehnk
Doch, doch, doch, schon geboren.
- 01:37 Peter Joehnk
Der Anfang war '84 tatsächlich, da habe ich mich selbstständig gemacht schon. Also ich war nach meinem Studium, ich glaube, 3 Jahre, 2 Jahre angestellt.
- 01:47 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, wenig.
- 01:48 Peter Joehnk
Und habe dann, hat mein damaliger Chef, das war Jan Wiechers, der hat eigentlich ein Möbelhaus betrieben, hat aber sich als Innentechnik dann schon selbstständig gemacht. Und der kriegte per Zufall den Auftrag Schlosshotel Bühlerhöhe. Und irgendwie war das gerade so die Zeit, wo ich, wo es mich drängte in die Selbstständigkeit. Und dann habe ich ihm gesagt, lieber Herr Wiechers, ich würde es ja gerne machen, aber dann als freier Mitarbeiter. Und ja, so kam es, dass ich dann relativ weich in die Selbstständigkeit gestartet bin mit dieser, mit diesem Schlosshotel Bühlerhöhe. Hatte ja meinen ersten großen Auftrag, der mich 100% auslastete. Und Von da ging es dann mit viel Kleinkram weiter und lief gut und es kamen Mitarbeiter dazu. Also genau, Mitarbeiter kamen erst dazu, als ich das Kinderzimmer, sozusagen mein damaliges Arbeitszimmer als Kinderzimmer räumen musste, weil der Nachwuchs da war. Dann mietete ich mir ein Büro und dann konnte ich auch Mitarbeiter einstellen. Und dann ging es Schlag auf Schlag und wir waren dann letzten Endes mit Niederlassungen in Süddeutschland und Partnerbüros in London und Niederlande.
- 02:58 Ronald M. Arndt
Polen.
- 02:59 Peter Joehnk
In Polen hatten wir einen Partner, aber nur die eigenen Mitarbeiter waren wir schon bei knapp 50. Und dann kam— und der Schweiz, da gab es Corinna schon, das kannst du gleich erzählen. Da hat sie, war vorher angestellt und wurde dann Partner sozusagen für das Büro in der Schweiz. Aber wie auch immer, das war dann schon eine ganze Menge Leute damals mit knapp 50 Leuten. Und dann kam 9/11 und als junger optimistischer Mann und auch ein bisschen traute mich auch nicht so, die Leute freizusetzen. Das ist ja unheimlich was man machen kann so als Chef. Aber ich dachte auch, es geht ja weiter und ich brauche die Leute und die sind auch alle gut und habe keinen rausgeschmissen. Naja, und ein Jahr später nach 9/11 waren dann die Ressourcen aufgebraucht und ich war pleite. Das war dann Anfang 2003. Also 9/11 war ja 2001, genau, Ende 2001, und dann hat es ein Jahr sich noch hingezogen. 2003 war ich dann pleite und dann kam meine Schweizer Partnerin Zurück. Zurück, war damals aber auch schon kurze Zeit zuvor meine Lebenspartnerin geworden.
- 04:09 Corinna Kretschmar-Joehnk
Genau.
- 04:09 Peter Joehnk
Und hat mich gerettet. Und jetzt wärst du dran.
- 04:14 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, also eigentlich ist er ja mein Chef gewesen, immer. Seit '93 habe ich angefangen, da habe ich mich vorm Studium beworben, 70 Bewerbungen rausgeschickt und irgendwie hing so eine Visitenkarte in Detmold an der Hochschule. An dem schwarzen Brett von Peter Joehnk, Innenarchitekt. Und ja, die habe ich mitgenommen, abgerissen.
- 04:33 Ronald M. Arndt
Mit Foto von ihm?
- 04:34 Corinna Kretschmar-Joehnk
Nein, ohne.
- 04:36 Peter Joehnk
Das spielte damals auch gar keine Rolle. Wir siezten uns auch jahrelang. Das war damals noch so.
- 04:41 Corinna Kretschmar-Joehnk
Nein, das Foto spielte gar keine Rolle. Aber der Name war schon bekannt, denn wir waren hier, wir haben manchmal so Exkursionen gemacht. Detmold ist ja nicht so weit von Hamburg. Und dann sind wir hierher gefahren. Es gab das Loft, das war so in der Galeria, ist so eine Einkaufspassage. Untergeschoss auf Fleetebene, wo das Wasser vorbeifließt. Hier gibt es ja sehr viele Fleeten. Da war so ein cooler Modeladen, also ist genau mein Ding gewesen. Da habe ich echt auch gerne eingekauft. Aber vor allen Dingen war daneben noch ein Café und das war so Mode und F&B kombiniert. Das hatte er gestaltet, also mit so Sichtbeton auf dem Boden.
- 05:14 Peter Joehnk
Geniale Regelung, um die Ladenschlusszeiten zu umgehen. Der Laden musste nämlich abgesperrt werden, aber du musstest durch den Laden durch. Dann haben wir so Baustahlmatten so ein Abschiedsding gehabt. Das war damals schon cool.
- 05:24 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, also es war ein ziemlich cooler Designer früher, der Peter. Also er war bekannt an der Hochschule, also für so Leute, die an sowas interessiert waren wie wir. Also wir sind mit ein paar Leuten hierher gefahren und haben eben Projekte von dir angeschaut und deswegen dachte ich, ja, die nehme ich mal mit. Und dann war es halt ein nettes Gespräch und ich hatte hier ein Vorstellungsgespräch mit vielen anderen auch. Aber ich weiß noch, dass er dann später auf den Anrufbeantworter sprach bei uns zu Hause. Da gab es ja keine Handys und so, '93 war das, und dann gab es nur diese Festnetztelefone und einen Anrufbeantworter und ich hörte mir das mit meiner Mutter an und da war so sein Rrrr, dieses Fränkische, da kommt er her und dann so dieses Lachen in der Stimme. Mein Vater ist Sänger, also wir haben sowieso sehr viel mit, sind alle Musiker bei mir in der Familie, wir haben es so mit diesem Tonfall und mit dem Singsang und meine Mutter sagte, stupste mich so an, ich glaube, der Ist ganz nett. Ja, und dann ging es so weiter. Dann haben wir 7 Jahre gearbeitet zusammen, also als mein Chef. Ich war die Innenarchitektin und wurde dann Projektleiterin und so weiter. Und dann wollte ich aber schon raus, also nach 7 Jahren.
- 06:32 Peter Joehnk
Nach New York wollte sie eigentlich.
- 06:33 Corinna Kretschmar-Joehnk
Eigentlich, genau. Da war mein Cousin und die große Welt. Ich liebe immer noch New York, das ist meine absolute Lieblingsstadt und inspiriert mich jedes Mal von Neuem. Und das klappte nicht mit dem Büro dort. Aber er hat tatsächlich, er hat tatsächlich, also er war immer sehr wertschätzend unterwegs. Also er hat wirklich jeden Mitarbeiter so individuell angesprochen und hat mir auch mal Konzertkarten für Jamiroquai-Konzert geschenkt, weil ich irgendein Projekt toll gemacht hatte. Einfach so, weil er wusste, das hat er sich dann rumgefragt bei meinem Bruder oder meinen Freunden, was hat sie denn gerne? Und er wusste eben auch New York und da hat er mich dann immer mitgeködert und sagte, ja, ja, vielleicht passiert da ja mal was im Ausland und so. Und dann wurde aber die Schweiz naheliegender. Dann kamen Schweizer Projekte, also mehrere Projekte, aber vor allen Dingen für McDonald's haben wir da die ersten Hotels eröffnet. Das war eine Riesensache, coole Projekte. Da habe ich damals auch schon Beat Kuhn kennengelernt. Wir sprachen gerade über SV. Beat ist jetzt auch gerade einen Step zurückgetreten und hat Marco Meyer reingelassen, der sowieso schon da war, aber der seine Position übernommen hat. Aber wir kennen uns.
- 07:39 Peter Joehnk
Das hat jetzt überhaupt nichts mit McDonald's zu tun, nicht dass du jetzt da irgendwie falsch verstehst.
- 07:43 Corinna Kretschmar-Joehnk
Nee, SV, genau. Aber damals, Beat Kuhn war unser Eröffnungsdirektor für das erste Golden Arch, so nennt man ja dieses gelbe M da. Die kann man auch goldene Bögen nennen und Golden Arch Hotel hieß das Hotel, was Beat mit mir und unserem Büro JOI-Design, nee, nicht JOI-Design, Joehnk Interior Design, so hieß es damals, dann eröffnet hatte. Ja, und dann wurde ich irgendwann, dann kam Peter zu Besuch und die Schweizer duzten sich sowieso immer alle und ich konnte das nicht. Er hat mir das Du angeboten, da waren wir immer noch Chef und Angestellte gefühlt, aber wir waren schon Partner und dann konnte ich das nicht sagen, Peter, du. Dann habe ich immer gesagt, ja, man könnte ja jetzt. Und ich bin so Also ich konnte es mit jedem Fremden in der Schweiz sehr bald, aber also die dann Freunde wurden und das machen die alle sehr schnell.
- 08:31 Peter Joehnk
Also wenn man sich lange sieht, das war in dem Laden auch komisch. Irgendwann habe ich ja allen hier das Du angeboten mal.
- 08:37 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, aber das ist jetzt erst ein paar Jahre her.
- 08:39 Peter Joehnk
Komische Phase so, ne. Da hat man so ein halbes Jahr Übergangsphase, wo man nicht weiß, sagt man jetzt Du oder Sie. Früher hat man halt Sie gesagt und alt wie ich bin, fing das halt mit dem Sie an und inzwischen gibt es das gar nicht mehr.
- 08:52 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, aber das war witzig. Also da kam das Du und dann ja, dann irgendwann lernt man sich an. Wir uns richtig kennen, persönlich. Es gab eine Trennung in Hamburg, 2 süße Söhne. Ich wusste, der ist Familienpapa. Das war eigentlich alles nicht möglich. Es war dann wieder meine Mutter, die dann sagte: Ach Corinna, weil ich immer sagte, ich mag ihn schon, der hat mir da jetzt gesagt, er mag mich, aber das kann doch nicht, es geht doch nicht. Was sollen die Leute sagen? Ich mag ihn. Und sie hat dann irgendwann, also wir haben lange hin und her telefoniert, Detmold, wo sie lebte und ich damals studiert hatte und ich dann in Zürich und dann Irgendwie beim 15. Telefonat hat sie dann gesagt, Corinna, also so abwegig ist das auch nicht. Ich gebe euch einfach mal noch ein bisschen Zeit. Wartet doch mal ein bisschen ab. Und ich so, das meinst du jetzt ernst? Das findest du gar nicht so schlimm? Und ja, dann ging es recht schnell. Dann kamen wir zusammen, privat und dann auch eben geschäftlich. Und ausgerechnet, wir sind 2001 zusammengekommen im Sommer und dann kam 9/11. Das war echt so ein ziemlicher Hammer. Ich weiß noch, also für alle natürlich, die ganze Welt, jeder weiß, was er da gemacht hat. Und nur Peter war wieder mutig und sagte, nee, es geht weiter und das wird einen Rieseneinschnitt geben, aber wir machen weiter und so. Und dann wurde es halt doch schwieriger. Er war aber immer der Optimist. Das fand ich ganz toll. Und dann bin ich zurückgekommen.
- 10:15 Peter Joehnk
Ich war da ganz schnell aus der Rolle, kann man auch gleich noch mal sagen.
- 10:17 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, genau. Ich bin der Angsthase oder ich trete immer auf die Bremse und sage nein, vielleicht, ich wäge ab. Ich bin eher—
- 10:25 Peter Joehnk
und ich will immer größer, weiter, schneller.
- 10:27 Corinna Kretschmar-Joehnk
Genau. Und das war eigentlich dann eine ganz gute Mischung. Also ich kam dann zurück nach Hamburg, eigentlich um privat zu meinem Liebsten zu ziehen. Aber dann kamen wirklich echte harte Probleme auf uns zu. Also das war dann 2003, Anfang 2003 bin ich zurückgekommen. 2000 bin ich da hingezogen. Also ich war 3 Jahre in der Schweiz und ja, da ging es dann gleich schon los. Dann wieder meine Eltern als Ratgeber herangezogen, Anwälte befragt, wie sieht das aus? Und die haben dann irgendwann gesagt, nein, ihr müsst eigentlich eher in die Insolvenzberater-Richtung gehen und so eine Insolvenz vorbereiten und selber ansagen. Und ja, und im Mai hast du das da eingereicht. Ich habe aber dann, jetzt komme ich zu JOI-Design. JOI ist ja der Nickname, also der Spitzname von Joehnk Interior Design, also JOI Design. Und diese JOI Design Firma habe ich nämlich auch anfangs genannt. Das war nur so ein bisschen so ein Stolperer mit der Zunge am Telefon. Ja, und dann hatte ich nämlich, als ich nach Hamburg wiederkam, Anfang 2003. Pleite war noch nicht eigentlich geplant, aber wir fühlten uns schon irgendwie wackelig auf den Beinen und schwierig mit der Situation. Und weil keiner wollte mehr reisen, fliegen, Hotels und unser Schwerpunkt war irgendwie nicht gefragt.
- 11:46 Peter Joehnk
Und man muss dazu sagen, es war eine Personengesellschaft. Es war also eine persönliche Pleite.
- 11:51 Corinna Kretschmar-Joehnk
Genau.
- 11:51 Peter Joehnk
Ich wähnte mich wirklich schon Akkordeon spielen lernen, unter der Brücke sitzen.
- 11:55 Corinna Kretschmar-Joehnk
Aber so weit waren wir noch nicht. Wir haben dann einfach gesagt, Ich habe gesagt, wir gründen einfach ein sicheres zweites Standbein, die JOI-Design GmbH. Ja, und das war eigentlich nur für meine kleinen Projekte so gedacht, die ich so hatte mit meinen Mitarbeitern. Und Peter hatte seine große Firma noch. Und später wurde ich dann die Auffanggesellschaft. Ja, also kurz dann gesagt, als es dann doch zu der anderen Lösung kam, leider mit der Pleite, wurde ich wichtig und habe ihn dann eingestellt.
- 12:25 Ronald M. Arndt
Da habt ihr mal kurz einen Rollentausch vorgenommen.
- 12:28 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, genau. Aber das hat ganz gut geklappt.
- 12:31 Peter Joehnk
So blieb es eigentlich bis heute.
- 12:34 Corinna Kretschmar-Joehnk
Nein, nein, nein, Partner, Partner.
- 12:38 Peter Joehnk
Ja, aber die Realität war, ich hatte 10%, Corinna hatte 90% an der Firma.
- 12:42 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, der Spruch, Thomas, das stimmt.
- 12:43 Peter Joehnk
Und die 10%?
- 12:44 Thomas Scholz
Eigentlich gar nicht.
- 12:45 Corinna Kretschmar-Joehnk
Nein, nein, die 10% haben wir dann später gemacht, als ihr eingestiegen seid. Da habe ich dann 10% geschenkt. Also Peter hat immer gesagt, ich Mir gehört ja gar nichts, ich habe ja nichts.
- 12:55 Peter Joehnk
Und dann habe ich immer gesagt, mir sagt ja keiner was und mir gehört gar nichts.
- 12:58 Corinna Kretschmar-Joehnk
Das sind hier die Sprüche im Büro, das kennt jeder. Aber ich habe dann immer gesagt, ich habe die ganzen Kredite, die Durchgriffshaftungen von jeder. Die GmbH kriegt keinen Kredit, kriegt keinen, noch nicht mal einen Farbdrucker im Leasing oder gar ein Auto. Alles immer direkt auf mich. Und dann habe ich gesagt, also du kannst es dir auswählen, die Kredite oder gar nichts.
- 13:17 Peter Joehnk
Nein, aber wir haben das wirklich Ich habe immer gesagt, wenn sie mal irgendwann einen Hübscheren findet als mich, dann ist alles vorbei. Aber sie hat keinen gefunden.
- 13:25 Corinna Kretschmar-Joehnk
Nein, wir haben uns echt perfekt ergänzt. Also meine Mutter hat schon auf dem Anrufbeantworter, sie hat das richtig gehört. Sie ist ja meine wichtigste Ratgeberin, kommt hier, glaube ich, auch sehr gut durch. Und sie, ja, sie hat mir auch dieses Gefühl gegeben, der ist gut. Und genau, er hat mich überall unterstützt, wo ich das brauchte. Ich bin schon so ein Hebel und so eine Eistase und so. Und ich bin sehr emotional. Das ist ja auch sehr positiv bei Innenarchitektur und bei Projekten und auch bei Mitarbeiterführung, bei allen Dingen. Ich kann auch viel verstehen und ich weine immer gleich mit, also aus Freude und auch aus Leid. Aber ich brauche dann immer auch so einen Fels zum Anlehnen und so, und das passte schon bis heute sehr gut.
- 14:05 Ronald M. Arndt
Ja, und dann habt ihr die neue Firma aufgemacht.
- 14:08 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja.
- 14:09 Ronald M. Arndt
Und dennoch möchte ich noch mal kurz zurückblicken. Was für Spuren blieben zurück von der Pleite, von dieser Zeit? Spuren, Learnings? Hat sich da, habt ihr euch da irgendwie charakterlich verändert noch mal?
- 14:23 Peter Joehnk
Ja, ja, also wir hatten ja die nächste Katastrophe, naja, 2008 war auch nicht einfach, aber das, da hatten wir ein großes Projekt, das hat uns dann immer die Zeit gerettet damals. Aber dann war ja 2020, war ja dann die Katastrophe mit Corona, und da war Finanzkrise zwischendurch, war auch noch, ja, aber das ging für uns einigermaßen glimpflich. 2020 war dann der Moment, wo Thomas auch ins Spiel kam. Also da haben wir—
- 14:55 Corinna Kretschmar-Joehnk
Finde ich auch gut. Aber vielleicht noch ganz kurz vorher diese Pleite. Also da gab es schon Thomas, das ist ganz wichtig, das halten wir auch, da kommen wir gleich zu. Aber der ist ja auch schon 20 Jahre vorher jetzt bei uns. Nein, aber mit der Pleite war eigentlich wichtig, ein ganz wichtiger Spruch war, ein Kunde hat zu dir gesagt, Herr Joehnk, also was ist schon Joehnk Interior Design? Was ist Planungsgruppe Joehnk? Peter Joehnk Innenarchitekt? Du hast dich oft umbenannt. Ich möchte Sie, Ihren Kopf und nicht irgend so einen Namen. Ich möchte mit Ihnen arbeiten. Und da gab es sogar welche, die haben Wege gefunden, dass sie wirklich direkt ihn beauftragten. Einfach, also da ging es plötzlich, wurde einem bewusst.
- 15:38 Peter Joehnk
Also um es zusammenzufassen, es ging dann nach der Pleite besser weiter als befürchtet. Ja, also wir konnten Projekte weitermachen. Der Insolvenzberater hatte auch Verständnis. Wir konnten ihm, du konntest ihm letzten Endes die Aufträge, die noch da waren, abkaufen sozusagen. Und die Kunden haben auch weitergemacht mit uns und insofern ging dann, wir haben uns deutlich verkleinert natürlich. Wir haben weitergemacht mit wie vielen Leuten? Du weißt es nicht.
- 16:03 Corinna Kretschmar-Joehnk
6 oder so ging das so los. Da war es, das war sehr klein. Aber eben, ich wollte sagen, es hat sich genau wie 2020, wo wir gleich zu kommen, da hat es auch sehr viele positive Wendungen genommen. Also das ist Ich finde, das ist meine Lebensmaxime. Auch jeder Bandscheibenvorfall bei mir hat mich wieder achtsamer werden lassen. Und das war wirklich, 2:1 war eine ganz tolle Sache. Es kam wirklich, es gibt ein ganz paar, man weiß ja nicht.
- 16:30 Peter Joehnk
Ich hätte es mir gerne erspart von wegen 2:1.
- 16:32 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, aber nein, man weiß ja nicht, wenn Leute vielleicht, es gibt welche, die abgesprungen sind, aber von denen hat man nichts mehr gehört. Da hat man vielleicht irgendwie, die hat man auch vergessen. Aber es gab so viele, die einem bewusst sind auf einen zugekommen, haben tolle Briefe geschrieben, weißt du noch, bei uns am Wochenende in den Briefkasten geschmissen. Und ich sah ihn noch, ich war am Fenster putzen, ein Geschäftspartner, und habe schon gewunken, aber er hat dann weggeguckt und ist dann weggegangen. Er wollte einfach so still diesen Brief einwerfen und einfach ein paar nette Worte sagen. Also sowas gibt es selten. Also es waren wirklich viele Unterstützer auch da.
- 17:04 Thomas Scholz
Na ja, und das ist schon so, man würde natürlich gerne drauf verzichten, wenn sowas Negatives passiert. Aber im Nachhinein weiß man auch, dass man an sowas wächst und dass eben einfach positive Learnings daraus verfolgen.
- 17:18 Peter Joehnk
Genau, die Frage war ja nach dem Learning, und das war dann eben, dieses Learning kam dann eben 17 Jahre später, genau, 2020 mit Corona. Und da haben speziell Thomas und ich, aber natürlich alle Partner, die wir da waren, es waren ja damals 5, zusammengesessen und haben gesagt, was machen wir? Es ging uns damals eigentlich am Anfang von Corona gar nicht schlecht, aber Wir wussten, das Geld, was wir auf dem Konto haben, reicht für ein Vierteljahr, um alle Mitarbeiter zu bezahlen. Und wenn jetzt auf einen Schlag nichts mehr kommt und dieses Kurzarbeitergeld Verspätung hat, dann sind wir pleite.
- 17:54 Thomas Scholz
Und vor allen Dingen kamen ja wirklich täglich die Anrufe von Projekten: Wir müssen erst mal auf Eis legen, wir warten erst mal ab, wir müssen komplett stoppen. Also wirklich so Schlag auf Schlag. Und dann reduziert sich das plötzlich, der Umfang.
- 18:09 Ronald M. Arndt
Man wusste eigentlich schon, was der nächste Anruf wieder bedeutet. Genau.
- 18:13 Thomas Scholz
Weit genug in die Zukunft schauen und gucken, wie weit können wir eigentlich noch, ne. Und das war schon also ein Rechenexempel, aber dementsprechend natürlich mit viel Emotion, gerade auch hier im Büro, wo es eben sehr familiär zugeht und man ja auch nicht irgendwelche Nummern vor sich hat, sondern von jedem auch den persönlichen Background kennt und da die Entscheidung zu treffen, Also da war sicherlich die Erfahrung von damals gut und Peter hat auch immer gesagt, war froh, dass er eben in dem Moment nicht alleine entscheiden musste, sondern dass man sich wirklich gemeinsam abstimmen konnte und sich auch darin, hört sich dann so blöd an, wenn man derjenige ist, der entlässt, aber auch darin muss man sich gegenseitig stärken und Halt geben, weil es eben keine einfache Aufgabe ist. Eigentlich die unschönste, die man sich so als Chef, als Arbeitgeber vorstellen kann.
- 19:13 Peter Joehnk
Und wir haben damals ziemlich radikal 12 Leute entlassen. Das war fast ein Drittel, also zwischen einem Viertel und einem Drittel der Mitarbeiter. Und wir haben alle anderen auf Kurzarbeit gesetzt. Also es war ein echter Einschnitt.
- 19:26 Thomas Scholz
Das war ein echter Einschnitt, ja.
- 19:26 Peter Joehnk
Ging dann schon relativ gut auch wieder weiter, dass man aus der Kurzarbeit viele Leute dann zurückholen musste. Dass sie mehr arbeiten wieder als die Hälfte, hat man glaube ich gesagt, für alle, ne. Und dann gab es ein paar, die mehr arbeiten. Dann kam schon, um es jetzt wieder positiv zu drehen, dann kam so die Zeit nach Corona, wo dann eigentlich auch keiner mehr arbeiten wollte, weil der Staat zahlte die Differenz von der Kurzarbeit zum vollen Gehalt, 90% oder was waren es, glaube ich. Ja, es wurde ja immer mehr pro Monat, den man das macht, so gut wie gar nicht mehr so richtig.
- 20:00 Corinna Kretschmar-Joehnk
Nee, die wollten eigentlich freitags nicht mehr kommen.
- 20:02 Peter Joehnk
War damit dann so Tür und Tor geöffnet nach Covid, dass die Arbeitszeit reduziert, nicht reduziert wurde, aber mehr Homeoffice zugelassen wurde zwangsläufig.
- 20:12 Thomas Scholz
Was ja auch kein spezielles, keine spezielle Geschichte jetzt bei JOI Design war, sondern allgemein überall, ja, der Trend dann dahingeht bis auch heute die Diskussion um 4-Tage-Woche und Ähnliches.
- 20:28 Peter Joehnk
Ich hadere immer noch damit als alter Mann, weil natürlich in so einem kreativen Büro der Austausch untereinander auch mehr wichtig ist. Und wenn man zu Hause nur vor seinem Computer sitzt und auf die Tasten drückt, das ist nicht das Gleiche, wie wenn man hier lebendig miteinander Lösungen sucht und drumringt und findet.
- 20:46 Thomas Scholz
Und naja, für den, der zu Hause sitzt, aber genauso umgekehrt natürlich auch hier im Büro, ist es natürlich viel schöner, wenn man als Team hier zusammen ist. Und sowieso immer natürlich auch viele unterwegs für Projekte.
- 20:57 Peter Joehnk
Oder früher habe ich auch fast jedes einmal in der immer für alle.
- 21:01 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, da ist jetzt eine Lösung gefunden worden, da wir nicht mehr täglich da sind, wird hier gekocht für alle von so einem kleinen Team. Die haben sich selber, das haben sie aus dem Team raus selber gesagt, wir wollen diese Tradition beibehalten. Peter fehlt, also wir machen das zu dritt, viert. Gibt's immer die Lunchtime einmal im Monat.
- 21:18 Thomas Scholz
Ja, und es ist natürlich auch größer. Ich weiß auch noch, also als ich angefangen habe 2004, da waren wir ja eben noch wirklich wenige. Was waren wir irgendwie, 8 oder so?
- 21:28 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, 12, 14.
- 21:29 Thomas Scholz
Im Hofweg noch, und da war es wirklich ziemlich regelmäßig, dass Peter eben auch gekocht hat. Das wurde natürlich dann auch weniger, je größer das Büro wurde. Also dann irgendwie für 20, 25 Leute zu kochen, ist dann auch schon eine Herausforderung.
- 21:44 Peter Joehnk
Da gingen dann nur noch Eintöpfe oder Spaghetti, was anderes war dann nicht mehr möglich.
- 21:49 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, aber es ist schon spannend. Also es gab nach dieser Zeit Corona ja eben viele Wendungen, wie ich eben auch schon sagte, aber auch zum Guten eben. Ich habe jetzt eben hier so zugehört mit diesem Homeoffice und so, und ich spreche auch viel mit meiner Nichte, oder ich habe dich jetzt auch gerade angeguckt, Ronald, du bist jüngere Generation. Also, oder gestern hatte ich noch Kontakt eben zu einer Geschäftspartnerin, Kollegin, die sagte, ja, Corinna, aber ich weiß, ich könnte deine Tochter sein. Meine Mutter war genauso wie du von deiner Einstellung, und die hat immer nur gearbeitet und war schon froh, wenn sie mal ein Wochenende hatte. Das war für sie Urlaub. Urlaub hat sie gar nicht gemacht. Also sie hat mir das so gespiegelt und die kann das auch nicht verstehen. Aber ich möchte nicht so mein Leben führen und ich habe es jetzt verstanden. Genau, ihr möchtet das nicht und ja, und das geht ja auch. Es geht ja auch anders und eben achtsamer.
- 22:43 Peter Joehnk
Also das klingt jetzt so, wie wenn Arbeiten für uns eine Strafe gewesen wäre. War es ja nie. Also es hat ja Spaß gemacht. Also für uns war ja die Arbeit auch das Leben immer gewesen.
- 22:51 Corinna Kretschmar-Joehnk
Aber du musst ja verstehen, dass die das nicht so wollen.
- 22:53 Thomas Scholz
Also es gibt natürlich so die Unterschiede. Manche, für die ist einfach die Arbeit selbst auch Passion und man lebt sozusagen darin. Und andere, will ich jetzt gar nicht sagen, dass sie den Job weniger gerne machen, gibt sicherlich auch welche, aber dass sie ihn schon in erster Linie auch zum Geldverdienen sehen, um sich sozusagen Zeit dann leisten zu können für andere Dinge. Ja, und klar, dann wägt man natürlich schon mehr ab, als wenn man eigentlich sozusagen am liebsten das macht, was auch der Job ist.
- 23:30 Peter Joehnk
Auch wenn mir der Laden nicht gehört hat damals, war das Gefühl ja trotzdem immer, es ist meiner.
- 23:34 Ronald M. Arndt
Ja, ich finde in dem Punkt oder generell ist in der Rückbetrachtung 2 Dinge noch spannend. Das eine ist ja, dass du sehr früh auf weitere Büros gesetzt hast, Repräsentanzen eben bis hin in die Schweiz.
- 23:48 Peter Joehnk
War das, war das, war vor allen Dingen Switch im Kopf, ne? Also am Anfang war ich ja Designer, war ich ja Künstler, war ich ja kreativ, und nach den Noten des, meines Studiums auch gar, gar kein schlechter sozusagen. Aber man muss sich als Innenarchitekt irgendwann mal entscheiden, was man machen will, und ich hatte damals schon so ein bisschen das Thema, eigentlich wollte ich lieber Hochhäuser und ganze Städte planen und bauen, als mich um Möbelknöpfe kümmern. Also irgendwie war ich immer, ich habe so ein bisschen mehr träumermäßig da, aber ich habe auch hart für meine Träume gearbeitet, muss man auch sagen.
- 24:26 Corinna Kretschmar-Joehnk
Du hast doch das Loft gemacht, Gott sei Dank, sonst wäre ich nicht, hätte ich mich nicht bei dir beworben. Also stell dich nicht nur so dar, also du warst doch der Künstler.
- 24:33 Peter Joehnk
Letzten Endes muss man dann irgendwann delegieren und muss das, was andere zuarbeiten, sozusagen allenfalls noch kanalisieren, in welche Richtung soll es gehen, korrigieren, wenn die kreativen Gedanken zu überfliegenmäßig waren und nicht funktionierten. Aber im Grunde genommen muss man auch das Produkt, was dann das Büro schafft, nach außen vertreten. Und das war dann zunehmend meine Aufgabe, Aufträge reinholen und das Design, was hier im Büro entsteht, nach außen wieder zu verkaufen. Und das ging eine ganze Weile ganz gut. Und dann wuchs mir selbst das schon über den Kopf. Und ich brauchte Partner und da sitzt einer.
- 25:14 Ronald M. Arndt
Das war der zweite Punkt, den ich ansprechen wollte, denn dann irgendwann zu sagen, ich nehme jetzt Partner mit rein, ja, das ist ja auch nicht selbstverständlich.
- 25:23 Corinna Kretschmar-Joehnk
Also wir sind ja jetzt—
- 25:24 Ronald M. Arndt
da sagst du, der Antrieb war, es wuchs dir über den Kopf, du musstest auch unternehmerische Verantwortung übernehmen, oder?
- 25:30 Peter Joehnk
Ich war eigentlich auch immer so, ich bin ja vielseitig irgendwie unterwegs im Leben.
- 25:36 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, das ist schon manchmal Schwierig, da so mitzukommen.
- 25:40 Peter Joehnk
Ich wollte eigentlich schon, Corinna weiß es noch, als wir zusammenkamen, also schon 2001, so sprach ich schon davon. Ja, da wollte ich damals aus der, aus damals war noch dieser Boom der Aktien, der kam ein bisschen später eigentlich, 2008 platzte es ja erst, aber davor hatte ich schon gesagt, eigentlich müssten wir eine AG werden und wir könnten ja im Internet irgendwas Planungsleistung anbieten und so und hatte auch schon Geschäftspläne aufgemacht, auch sogar mit externer Hilfe. Und war auf dem Sprung, aus JOI-Design die kleine AG zu machen, diese Geschäftsförderung kleine Aktiengesellschaft. Irgendwie fehlte aber der letzte Kick, das dann auch wirklich zu tun. Und dann hatte ich auch immer überlegt, den Laden zu verkaufen, potenzielle Partner reinzunehmen in die USA, weil die, wir machten damals ja auch schon Hotels und die Hotelketten saßen in den USA, was aber ein schwieriger Markt ist. Aber dennoch war ich der Meinung, wir bräuchten dort natürlich ein Büro. Und wollte halt der Größte der Welt werden.
- 26:41 Corinna Kretschmar-Joehnk
Also Peter war immer, also stehen bleiben, Stillstand ist natürlich, er ist ein typischer Unternehmer und ich bin eher die kreative, emotionale. Und dann habe ich auch oft gebremst, weil ich gerne auch ganz stetig so Step by Step wachsen möchte und so. Also dieses Wachsen immer nur mit durch Wachsen geht alles voran, das habe ich bis heute, das ist nichts für mich, für mein Musikerherz. Also ich möchte lieber durch Gutes und so weiter. Jedenfalls, wir kamen zusammen 2001. Ich war Mitte 30, er war Mitte 40, er ist 9 Jahre älter und fing immer schon an: Was mache ich dann mit Unternehmensnachfolge? Und ich so: Bei mir geht es jetzt gerade gefühlt erst los. Das ist natürlich schwierig.
- 27:23 Ronald M. Arndt
Mitte 40? Ja, Mitte 40 hat er das gemacht.
- 27:27 Corinna Kretschmar-Joehnk
Das ist echt visionär gewesen. Und für mich war es da echt schwierig. Wir sind zu verschiedenen Leuten gefahren, die— heute gibt es den Sohn davon, der schätzt Unternehmen, Architekturunternehmen auf den Wert. Wie viel sind sie wert? Uns dann immer da schon mit beschäftigt. Das war auch ganz gut im Nachhinein für dann unsere Verhandlung mit unseren Jungen jetzt hier. Da kommen wir ja gleich dazu, wie es dann kam, dass wir wussten, wo wir so liegen. Also, aber ich war immer, also am Anfang war ich echt, fühlte ich mich überrumpelt, dachte, wo fliegt der denn längst? Ich bin hier gerade mitten in den genialsten Projekten, die wir gerade entwickeln.
- 28:02 Peter Joehnk
Ja, das Unternehmen aufbauen einerseits, aber an die Endlösung andererseits denken. Logisch.
- 28:07 Corinna Kretschmar-Joehnk
Also ja, da bin ich dir auch total bei. Ich bin auch sehr dankbar, dass er das so gemacht hat. Ich hätte es nie, also wie gesagt, das meine ich auch mit dieser Unterstützung. Ja, und dann hat er irgendwann mal Weihnachten, da wird ihm immer langweilig, da kommt die Familie zusammen, vor allen Dingen sind das die Kretschmars, also meine, mit vielen, vielen Leuten, und dann verzieht er sich.
- 28:26 Peter Joehnk
Er kocht dann immer.
- 28:27 Corinna Kretschmar-Joehnk
Er kocht, da freuen wir uns drüber, oder er geht in seine Werkstatt runter und sagt, unterhaltet euch mal, oder geht in seine Bibliothek und verpieselt sich. Und dann hat er da so ein Werk verfasst, das hieß Next Generation. Und das war eben, ja, bevor dann die jungen Partner dann nominiert wurden und so weiter. Das haben wir dann noch nicht Partner genannt, sondern Associates, weil wir gesagt haben, das sind jetzt so Heranwachsende und da waren sie auch noch nicht beteiligt. Thomas war sogar noch gar nicht ganz am Anfang dabei und so, da gab es noch so ein paar Wechsel, aber das hat er allein gemacht. Also wie gesagt, wir sind schon Zusammen haben wir viel entwickelt, aber da hat er sich in seine Kammer gezogen und hat wirklich aufgeschrieben, was ist alles gewesen und wir müssen jetzt mal wieder next step, wir müssen next level anheben hier und mal richtig fokussieren und das aber auch mal verfolgen, damit wir, und damit hat er rückbetrachtet jetzt echt recht, das dauert ja alles, bis du da dich zurechtruckelst und du brauchst auch noch Berater, auch wenn du dich kennst, also und dann fließen auch Tränen und es ist auch, dann kommen Ehemänner, plötzlich Steuerberater sind dazu oder keine Ahnung. Da gibt es Themen, die musst du wälzen, das glaubst du gar nicht. Und dann war ich im Nachhinein froh, dass wir so früh angefangen haben. Es war gar nicht so schlecht.
- 29:51 Peter Joehnk
Alles zusammen 10 Jahre fast, glaube ich, oder so.
- 29:53 Thomas Scholz
Ja, mehr als 10 Jahre eigentlich sogar. Also dieses Pamphlet, was du verfasst hast, das war irgendwie über Weihnachten, Silvester 2011/12.
- 30:03 Corinna Kretschmar-Joehnk
Genau, da haben wir nämlich immer alle 7 Jahre, haben wir auch, das habe ich, ich habe ja dann später immer so Marketing oder Außendarstellung, Vorträge, Bücher, alles Mögliche, sowas gemacht, weil ich dann auch irgendwann abgegeben hatte, für das Design verantwortlich zu sein. Du musst die guten Leute sehen und heranwachsen lassen und denen das dann überlassen. Und dann habe ich den Laden eher nach außen präsentiert und da haben wir nämlich dieses wieder Logo gewechselt, Website gewechselt, immer so 7 Jahre, alle 7 Jahre haben wir so eine Modellpflege betrieben und da war nämlich das gleich damit, 2012, ganz genau.
- 30:36 Thomas Scholz
Und dann ist es ja eben so, also zum einen ist es super, so früh auch schon an den nächsten Step zu denken, an die Nachfolge. Und was man vielleicht dann auch gar nicht so bedenkt, auch die andere Seite muss ja auch Zeit haben, sich mit einer solchen Situation, einer neuen Aufgabe überhaupt anzufreunden. Und ich weiß noch, ihr habt ja erstmal 4 Leute so ein bisschen ausgesucht aus dem Büro. Wer könnte denn da vielleicht irgendwie seine Stärken irgendwie darin haben, in verschiedenen Bereichen? Und wer wäre denn dafür irgendwie ein Kandidat? Aber es ist dann natürlich so, wenn man das sozusagen so von oben auf übergestülpt bekommt, heißt es auch noch lange nicht, dass man selber auch irgendwie dafür geschaffen ist oder geschaffen sein will. Denn auch das ist natürlich ein Unterschied. Also auch wenn man ein guter Projektleiter ist, heißt es noch lange nicht, dass man auch irgendwie den Willen verspürt oder auch das Talent dafür hat, in die Geschäftsführung zu gehen, weil es doch einfach ein anderes Arbeiten ist. Ja, es hat ja auch ein bisschen geruckelt und dann ist doch noch mal jemand irgendwie eben abgesprungen und her. Bei mir selber war es dann auch so, dass ich auch, ich war auch in dieser ersten Runde ja gar nicht mit dabei. Bei mir war es dann zeitgleich, dass sich aus einigen Projekten, wo es so ein bisschen Schwierigkeiten im Bereich Vertragsinhalt ging, ergab sich sozusagen so die Situation, wir müssten eigentlich jemand haben, der sich ein bisschen mehr damit auseinandersetzt, da ein bisschen genauer drauf guckt, weil es nun auch nicht Peters Steckenpferd war, die Verträge zu lesen, zu wälzen. Und dann ergab sich eigentlich diese Position zwischen Projektleitern und der Geschäftsführung, in die ich dann so ein bisschen reingerutscht bin und auch selber auch gesagt habe, ich muss das auch erstmal probieren. Ich weiß, kann auch nicht sagen, ob mir das liegt und Und vor allen Dingen auch dann eben, ob es auch dem Unternehmen etwas nützt, wenn ich das mache, weil das nützt ja auch nichts, wenn mir das Spaß macht und ich da irgendwie vor mich hin düdle und am Ende hat aber das Unternehmen gar keinen Vorteil davon.
- 32:53 Peter Joehnk
Aber rückblickend muss man auch sagen, das war auch ein Glücksfall, dass es so jemanden wie Thomas gibt und gab, weil Innendesigner, also die wollen ja alle kreativ sein, das sind alles irgendwie kreative Überflieger, die man immer einfangen muss und bremsen muss eigentlich. Und bei Thomas war es so, dass er auch ein kreativer Innentechniker war, gar kein Thema. Der war ja vorher Projektleiter, hat seine eigenen Projekte gemacht, aber er hat darüber hinaus so eine Struktur gehabt und liebte Excel-Tabellen irgendwie.
- 33:21 Thomas Scholz
Ja, eigentlich liebe ich gar nicht so sehr die Excel-Tabellen. Also die mache ich, weil es auch einfach notwendig ist. Also irgendwo muss man den Überblick haben. Aber was vorher schon so war, ich war ja eingestiegen überhaupt ins Büro, in dem McDonald's-Team damals quasi, was wir von dir quasi übernommen hatten. Und da war es so, dass ich auch die Abrechnung lief immer schon über meinen Tisch und dadurch hatte ich sehr viel Berührung mit der HAI und all diesen Dingen und hatte auch immer schon die Einblicke in unseren Leistungsumfang und in die Verträge und so weiter und so fort, wo ich zu dem Zeitpunkt gar nicht wusste, dass die anderen das nicht haben. Und dann hat sich daraus ergeben, da so ein bisschen mehr einzusteigen und Und vielleicht die Affinität zu den Verträgen kommt vielleicht auch durch meinen Vater, der Richter war. Und zwar jetzt nie so, dass ich in die Richtung gehen wollte, aber vielleicht war es so ein bisschen, dass man so ein bisschen mehr Zugang irgendwie dazu hatte.
- 34:22 Corinna Kretschmar-Joehnk
Du liest schon gerne mal einen Vertrag.
- 34:25 Thomas Scholz
Ja, also so wahnsinnig gerne in dem Sinne nicht, aber vielleicht so das Verständnis dafür. Warum es so einen Vertrag geben muss und warum bestimmte Dinge darin geregelt sind, ist dann vielleicht ein bisschen mehr da, als es sonst im Normalfall jetzt durch das reine Studium der Innenarchitektur.
- 34:44 Peter Joehnk
Bevor Thomas dann wirklich so im Sattel saß, habe ich oft Verträge nur per, ja, ja, machen wir dann so.
- 34:50 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, genau, Handshake gemacht. Haben wir auch gemacht und es ging auch gut. Ja, genau, aber es hat sich auch insgesamt gewandelt, ne.
- 34:57 Thomas Scholz
Also auch von der Kundenseite war damals eben noch sehr viel mehr so Handschlagbeauftragung, und selbst eben auch einfach von deren Seite aus ist es heute so, dass man kaum noch etwas ohne Vertrag machen kann, weil sie sich natürlich auch absichern wollen.
- 35:12 Ronald M. Arndt
Geht ja auch nicht, weil viele vorher schon das auch eben Ehepartner, Familien da am Ende mit involviert sind, und ganz genau, ja, man weiß ja nie, wie sich da auch die Konstellation ändert. Wir halten auf jeden Fall fest in diesem Punkt: Nachfolgeregelung, es braucht frühzeitig eine Vision.
- 35:32 Peter Joehnk
Ja, das ist auch wollen. Ich glaube, dass man das unbedingt auch möchte, dass man das Aussteigen auch tatsächlich ernsthaft plant. Das muss von innen kommen. Die meisten Kollegen können da nicht loslassen und arbeiten, arbeiten, arbeiten, weil sie es auch gerne machen. Ich auch, mache es auch gerne, aber jetzt spiele ich auch mit den Enkeln ganz gerne.
- 35:50 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, nee, und es ist ja auch, wir haben immer jetzt von uns so viel gesprochen, und es sind noch ganz wichtig die beiden anderen Partnerinnen dabei, die ganz andere Rollen übernehmen, aber vor allen Dingen auch unsere ganze Familie, die ganzen, so nennen wir es ja, JOI Family, die ganzen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das Team, die müssen ja auch so eine Perspektive haben und darum ging es ja immer schon. Also es war, bevor wir die Partner wirklich, wir, also Peter hatte sich da in sein stilles Kämmerlein gesetzt und hatte schon mal so eine Vorschlagsliste und dann haben wir uns das zusammen so diskutiert, aber es war nicht nur von oben diktiert. Das waren so Vorschläge, aber es gab ja auch vom Team heraus immer Leute, die auf uns zukamen, die Lust hatten, mehr Verantwortung zu übernehmen. Und du musst ja dann Antworten haben und du musst die ja auch motivieren und sagen, ja, du bleibst nicht stehen, du kannst ja nicht als Innenarchitekt anfangen, dann bist du Projektleiter, ja, und dann stößt du schon gegen die Decke und wir haben hier keine Möglichkeiten mehr. Und da gab es tatsächlich auch schon Leute, die sich selber gemeldet hatten. Jetzt zuletzt noch die Barbara, die ist von sich selber aus eingestiegen, als der Heinrich aus persönlichen Gründen, was ich super Schätze an ihm. Das zeigt mal wieder seinen Charakter. Er möchte sich mehr um die Familie kümmern. Er möchte dann, kann nicht diese 2 Verantwortungen gleich bedienen, und da ist er ausgestiegen. Da gab es dann gleich jemand, der gewunken hat aus dem Team, und das gab es aber früher auch schon. Das ist nicht so, dass es von oben diktiert wurde, und das ist toll für diese Zusammenkunft dieser Partner jetzt. Die sind also schon da auch aus eigenen Stücken dabei, und aber auch als Bild für die anderen. Das soll nämlich dann wieder das nächste Nachfolgemodell werden. So habt ihr es nämlich super aufgefangen, auch diesen Ball, und ja, kommuniziert es auch dem Team, dass man so auch weiter immer in dieser JOI-Familie bleiben kann, dass man auch mal dann noch mehr Verantwortung übernehmen kann, wenn jemand anders Kinder bekommt und aussteigt oder wie auch immer. Wir haben ja sehr, sehr viele Frauen hier. Eine hatten wir mal nominiert, die einsteigen sollte in die Runde, und die sagte, Leute, ich bin schon schwanger mit dem ersten Kind gerade und ich kann es mir gar nicht vorstellen. Und dann war das erste Kind auf der Welt und Das hast du so abgeschlossen. Nein, ich, also sorry, ich mag euch gerne, aber ich kann das nicht. Ich möchte lieber, also mir ist die Familie wichtiger als das.
- 38:07 Ronald M. Arndt
Also die Vision ist das eine, dann braucht es sehr viel Zeit, mehr Zeit als man denkt, für beide Seiten, also für die Inhaber wie auch für die Nachfolgegeneration.
- 38:18 Corinna Kretschmar-Joehnk
Auch das Team, auch da wieder, dass die nicht, da gab es bei uns auch mal Leute, die dann auch gegangen sind mal zwischendurch, weil sie dann vielleicht eher eine Beziehung zu Peter und mir hatten. Das war Gott sei Dank nicht bei vielen, aber das gab es dann auch, als dann plötzlich so, und dann kamen aber andere. Es gibt auch Leute, die sich jetzt wieder melden und sagen, wir wollen aber auch wiederkommen, wir sehen, wie gut das hier läuft und wie auch immer. Also wir müssen die ja mitnehmen. Also das ist ganz, ganz wichtig, dass die sich auch daran gewöhnen, ein neues Geschäft zu bekommen.
- 38:50 Thomas Scholz
Der Vollständigkeit halber muss man vielleicht auch noch sagen, also Barbara war in dem Sinne nicht Ersatz für Heinrich, kann man auch sicherlich gar nicht ersetzen in dem Sinne. Sie war schon eigentlich vorher so ein bisschen im Gespräch, auch schon die Idee, zu viert sozusagen weiterzugehen, bis dann sich bei Heinrich das eben herausgestellt hat.
- 39:09 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, und 2 Frauen repräsentieren unseren Laden besser, weil wir sehr viele Frauen sind.
- 39:14 Peter Joehnk
In meinem internen Auswahlverfahren hatte ich eben einen für Verträge und Excel-Listen, einen, der sich um Abwicklung kümmert und super ist in Bauleitung und in in allen Dingen so als Praktiker rund ums Bauen und Planen. Planen auch natürlich, also der sollte für die Planqualität sorgen und letzten Endes sich darum kümmern, dass die Projekte ordentlich durchlaufen. Und ich hatte eine kreative Chaotin noch auch im Auge, die auch noch geblieben ist.
- 39:45 Corinna Kretschmar-Joehnk
Und die ist Peter übrigens sehr, sehr ähnlich. Wir sprechen über Sabrina Höchst. Das ist irre. Also das hat mir jetzt gerade neulich wieder jemand gespiegelt. Wir kommen ja hier einfach nur noch zu Besuch. Also wir sind viel mit euch in Kontakt oder wir sind auch draußen noch viel Feuerlöscher repräsentieren, wie auch immer. Das war der Plan, können wir auch gleich noch drüber zu kommen, aber wir sind eben hier so zur Lunchtime oder zum Afterwork mit dem Team und da wurde mir das gespiegelt, echt so nett. Das hat mich echt also so schmunzeln lassen, dass Sabrina, also dass viele so empfinden, sie könnte deine Tochter sein und sie hat es selber mal so gesagt, Corinna, sei mir nicht böse, aber ich habe irgendwie, wir sind uns sehr, sehr ähnlich, Peter und ich. Also das sieht man nicht optisch und das ist Witzigerweise auch so. Witzig, echt so witzig. Sie führt so viel fort, was er so—
- 40:33 Peter Joehnk
Ja, ich finde es auch von den Begabungen so interessant, weil Sabrina ist natürlich kreativ, wie ich sagte, Chaotin. Sie war auch unsere Creative Director für längere Zeit.
- 40:44 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ist sie ja immer noch.
- 40:45 Peter Joehnk
Ist sie immer noch.
- 40:46 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, ja, war sie immer.
- 40:47 Peter Joehnk
Aber sie hat auch ein mathematisches Interesse und so irgendwie so abstrakte Interessen auch, die man eigentlich einem Kreativen so gar nicht zutraut, wie bei mir auch. Ich habe früher Mopeds frisiert und Mathematik geliebt oder so. Also sind so mehrere Begabungen parallel in ihrem Kopf, aber managen müssen es die beiden anderen.
- 41:09 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ihr müsst die Ordnung reinbringen.
- 41:11 Thomas Scholz
Ja, aber es ist ja immer wichtig, diese Ergänzung. Und auch was jetzt den Übergang sozusagen in der eigentlichen Tätigkeit anging, war es für mich natürlich sicherlich noch am smoothesten oder am längsten der Übergang, und deswegen hat sich auch gar nicht so viel geändert für mich, weil schon damals, als ich dann eingestiegen bin in diesen Bereich, und dann 2015 bin ich dann Prokurist geworden, auch aus der Situation heraus, dass dann eben die Verträge, die ich dann damals ja eben auch schon verhandelt habe, dann nicht irgendwie 1, 2 Wochen liegen bleiben konnten, wenn die beiden unterwegs waren, und ich dann eben schon weitermachen konnte und selber eben auch dann das unterschreiben konnte. Und das hat natürlich aber auch euch beiden den Rücken freigehalten, viel mehr rauszugehen. Und seitdem ist es eigentlich, dass sich dieses Bild von euch beiden zusammen extrem geprägt hat draußen, weil es vorher natürlich zu zweit auch immer so ist, dass man sich eher aufteilt und der eine geht los, los und dann geht mal der andere los.
- 42:20 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, das haben wir so gemacht am Anfang.
- 42:22 Thomas Scholz
So hat sich eigentlich auch diese Dreierkonstellation, über die wir dann auch heute jetzt nach der Übernahme ganz froh sind, als sehr positiv herauskristallisiert. Das ist eben, dass man einmal, ich meine, mein Job ist eben einfach mehr hier in der Basis, sage ich mal, bin natürlich überwiegend im Büro, aber so kann man eben auch alle Bereiche eigentlich ganz gut abdecken und es gibt immer jemanden, der ansprechbar Und die beiden Damen, über die wir sprechen, sind logischerweise gerade wieder unterwegs.
- 42:53 Corinna Kretschmar-Joehnk
Die sind draußen, wir müssen es erklären. Sabrina ist auf der Orgatec und hält einen Vortrag, hat da was designt und repräsentiert. Und Barbara ist eben im Urlaub tatsächlich. Wir sind gerade Herbstferien.
- 43:05 Thomas Scholz
Gestern war sie auch noch unterwegs mit Peter. Und jetzt ist sie gestern dann—
- 43:10 Peter Joehnk
Montag haben wir uns noch in Frankfurt getroffen.
- 43:12 Corinna Kretschmar-Joehnk
Genau. Ja, also ein typisches Bild heute. Die beiden sind on the road.
- 43:17 Peter Joehnk
Apropos Montag in Frankfurt getroffen. Ich arbeite noch ein bisschen, aber ab und zu.
- 43:23 Ronald M. Arndt
Letzter Punkt, der mir auffällt: Am Ende habt ihr doch Strukturen, da bin ich nicht ganz so im Bilde, die am Ende einer AG, die in New York an der Börse notiert ist, bisschen gleichkommen. Also ihr habt ja absolut vergleichbar, das zu 100%.
- 43:43 Thomas Scholz
Also diese, diese So wie es jetzt ist.
- 43:50 Ronald M. Arndt
Ja, einfach genau wie die Dinge angegangen werden.
- 43:52 Peter Joehnk
Du musst natürlich auch in so einem Laden, wenn du das nicht alles selber machst, musst du eine Struktur haben, dass am Ende doch das rauskommt, was du haben möchtest. Und insofern hatten wir, glaube ich, auch relativ früh angefangen, die Leistung hier bürointern zu strukturieren.
- 44:07 Corinna Kretschmar-Joehnk
Aber gut, Ronald, dass du das jetzt sagst. Mir ist ja auch ebenso, man denkt ja immer, in welche Richtung galoppieren wir jetzt im Gespräch? Also für den Zuhörer, hallo lieber Zuhörer, es ist ja, es Es mag vielleicht ein bisschen komisch klingen, dass das alles so genau geplant ist und so. Also ist es nicht nur. Also das ist ja jetzt nur, weil wir dieses Jahr aufeinandertreffen und im April unsere Übergabe war an die jungen Partner und wir uns so rausverabschieden, jetzt die nächsten Jahre noch ein bisschen dabei sind. Aber es ist und bleibt ein Designstudio und es ist sehr chaotisch. Wir haben also überwiegend Frauen hier, wir sind sehr emotional und lieben es, dass wir so ein paar Männer haben, die den Hühnerhaufen manchmal zusammenhalten.
- 44:51 Peter Joehnk
Das ist eben die Kunst, Emotionen in den Griff zu kriegen.
- 44:53 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, und genau, es geht um Design, das ist super emotional, es geht um Wettbewerbe und ja, es ist einfach, wo wir dann alles geben und dann sind wir doch nur ein Feigenblatt gewesen, merken wir hinterher, und wirklich, dann fließen Tränen und wir hängen uns in den Armen und es ist wirklich sehr, sehr aufreibend und sehr, sehr Nicht alle lagen sich in den Armen.
- 45:19 Peter Joehnk
Ich lag bei keinem im Arm.
- 45:21 Corinna Kretschmar-Joehnk
Aber genau so haben wir uns ja auch aufgeteilt und darum ging es ja auch all die Jahre lang. Und ich glaube ein bisschen auch, also die Strukturen sind gut und das haben uns auch immer wieder viele gesagt und gespiegelt, dass sie das schön finden, dass man das gar nicht erwartet, wenn man in so ein Büro reinkommt, so ein Designstudio, und sind da sehr froh drüber. Aber sie sind, glaube ich, auch sehr froh darüber, dass wir darüber, da haben wir noch gar nicht gesprochen, nicht nur, dass Peter sich früher mit dieser Übergabe und dieser Nachfolge beschäftigt hat. Er hat eben auch früh, doch das hast du erwähnt, gelernt abzugeben. Also du hast diese Talente wachsen lassen, die Blume gegossen und gesehen, ja, die, die, die ist gut.
- 46:02 Peter Joehnk
Auch Verantwortung übernehmen lassen. Genau.
- 46:04 Corinna Kretschmar-Joehnk
Und das ist, ich glaube, so das Geheimnis hier. Ich weiß noch, das hat mir Barbara früher immer gesagt, oder beziehungsweise ich war mit Barbara mal in der Schweiz beim Kunden und hörte, wie Barbara unser Büro nach draußen beschrieb. Und da war ich ganz stolz. Da hat sie gesagt, ja, das Schönste ist eigentlich, dass dass wir alle machen können, was wir wollen. Also wir haben nicht so diese Chefs über uns, die uns den Bleistift führen, und die haben zwar auch so ein Herzblut dafür und die holen die Aufträge ran und die geben uns vielleicht eine erste Idee mit auf den Weg und wir sitzen beim Brainstorming noch zusammen oder vielleicht auch mal ein paar Monate später wieder oder am Anfang natürlich noch viel öfter, aber die lassen uns machen. Also die geben uns, die werfen uns diesen Ball zu und dann können wir in unserem Team, wir können uns ein kleines Team zusammenstellen, da sind immer ganz junge Leute dabei, so Internships, hier Praktikantinnen und Praktikanten, dann sind auch Bauzeichner dabei, da kommt ein Bauleiter mal rein, der seine Erfahrung mit einbringt, also alte Hasen und junge, ja, die noch gerade Absolventen sind von der Hochschule, und dann werden wirklich relevante, schöne, emotionale, tolle, individuelle Konzepte gestrickt, die aus dem Team kommen und die nicht von oben diktiert werden.
- 47:15 Peter Joehnk
Die Alten gucken schon noch mal drauf.
- 47:16 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, genau, wir müssen diese Leitplanken auch natürlich noch einhalten, und wir haben diese Basis der Erfahrung, Und wir haben uns deswegen ja immer wieder gefreut über neue Hotelprojekte, weil wir uns da ein bisschen einfach besser spielen können auf so einem Playground, weil wir diese Basis haben der Erfahrung ja von Jahrzehnten. Bei Peter 40 Jahre, also 4 Jahrzehnte, bei mir jetzt schon 3 und bei Thomas ja jetzt 2 in Händen. Wahnsinn! Also so wächst das heran und das war immer, glaube ich, so das Geheimnis hier. Die Leute, die ja, die durften sich hier so ein bisschen austoben, und dann geht's schon mal sehr, sehr chaotisch auch zu. Und da gab es die Struktur, die war sehr gut.
- 48:00 Peter Joehnk
Deswegen bin ich auch kein Star geworden, kein Designstar, sondern Manager eines Innenarchitektenbüros.
- 48:05 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, genau.
- 48:05 Thomas Scholz
Ja, aber bei der Struktur ist es eben auch wichtig, dass man auch bei den Mitarbeitern die Stärken erkennt und sie auch eben dementsprechend so einsetzt, dass sie eben wirklich ihre Stärken ausspielen können und für die Projekte man dadurch sozusagen das Beste rausholt. Überhaupt ist es natürlich wichtig, dass man auch seine eigenen Stärken und Schwächen erkennt. Und bei mir beispielsweise war es auch nicht anders. Also natürlich macht auch mir der Designprozess Spaß, aber ich habe auch für mich gesehen, da gibt es einfach im Büro auch viele, die das deutlich besser können. Und da gibt es eben andere Bereiche im Ablauf eines Innenarchitekturprojektes, bei denen ich besser meine Stärke einsetzen kann. Und das war auch immer so. Also ich habe Ich mache auch Musik. Ich habe früher Schlagzeug gespielt in einer Band und da war auch meine Aufgabe eigentlich immer eher so, alles zusammenzuhalten und den Leuten vorne, der Rampensau, wenn man so sagen will, die Freiheit zu ermöglichen, nach vorne zu gehen. Und so habe ich es eigentlich auch immer schon, als wir sozusagen zu dritt waren, gesehen und auch jetzt immer so meine Aufgabe verstanden. Das Ganze irgendwie zu kanalisieren, zusammenzuhalten und damit die Freiheit zu geben, dass man eben draußen mal rausgehen darf.
- 49:31 Peter Joehnk
Andere glänzen muss, ist auch toll. Genau, die beiden Damen sind jetzt diejenigen, die draußen glänzen dürfen, und ich mache mir immer Sorge, dass Thomas hier irgendwann sagt, hey, ich will auch mal.
- 49:42 Corinna Kretschmar-Joehnk
Das ist besonders, weil die Damen sind sonst draußen und jetzt ist deine Stimme draußen. Genau, so ist es.
- 49:47 Thomas Scholz
Ja, aber es ist auch gar nicht so, also ich empfinde es auch gar nicht so irgendwie als negativ jetzt irgendwie im Schatten zu stehen, sondern das ist schon toll.
- 49:56 Ronald M. Arndt
Das Bild, was du gerade genannt hast mit dem Schlagzeuger, und das ist schön, ne? Ist ja genau das, was es macht.
- 50:02 Thomas Scholz
Ist eigentlich eben genau das.
- 50:03 Peter Joehnk
Und im Schatten stehst du ja auch nicht. Also intern stehst du nicht im Schatten, sondern du wirst extern nicht so sehr wahrgenommen, außer sie machen einen Vertrag mit dir, dann schon.
- 50:13 Thomas Scholz
Hoffentlich positiv.
- 50:15 Ronald M. Arndt
Ja. Ja, das war jetzt ein bislang unternehmerisches Lehrstück, was wir hier besprochen haben, gar keine Frage. Und mit Nachfolge tut sich der Mittelstand ja oft schwer, das ist so.
- 50:29 Peter Joehnk
Und ich muss dazu vielleicht noch mal ergänzen, weil diese Nachfolge war nicht alternativlos, aber ich bin froh, dass wir genau diese gefunden haben. Ich hatte ja schon am Anfang, hat man gesagt, kleine AG oder den Laden verkaufen, und wir hatten durchaus auch Angebote, den Laden zu verkaufen. Und ich weiß, es war ein oder der größte internationale Wettbewerber, den es gibt, mit großen Büros in Asien, USA, der wollte uns mal kaufen. Aber da war dann immer gleich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit so in dem, in den Gesprächen, die wir hatten. Und dann hatten wir noch Möbeldesign gemacht und ob wir da Geld verdienen. Und ich sagte, nee, aber ist ja für uns wichtig, marketingmäßig auch in der Designszene. Und er macht immer nur, hat keiner kapiert, Buchhaltung würde ja ohnehin in unserer Zentrale gemacht, in den USA, das braucht ihr ja nicht Und diese Geste, die hat mich so abgeschreckt.
- 51:19 Corinna Kretschmar-Joehnk
Also Peter zeigt gerade seine Hand am Hals. Also ja, das war wirklich, da muss man überlegen, ob man jetzt das zum Wohle der Wirtschaftlichkeit macht und das ist so eine Absicherung für später nur sehen oder eben möchte, dass es wirklich die Seele weiterlebt. Und wir haben dann gesagt, wir entscheiden uns bewusst. Es war wirklich, es war nicht einfach. Also wir haben uns auch gerieben und es flossen Tränen, also bei mir speziell, weil es war wirklich dann nicht einfach. Einfach weil man dann echt überlegt, was tue ich hier eigentlich? Also ich habe eine sicherere Absicherung mit Geld monetär, wenn ich da so irgendwie so was anderes wähle. Aber ich bin so froh. Nein, ich hätte es auch nicht anders gemacht. Aber wie gesagt, es ist—
- 52:03 Peter Joehnk
JOI-Design bleibt JOI-Design. Das ist eigentlich das Wesentliche.
- 52:05 Corinna Kretschmar-Joehnk
Und wir haben dann diese schöne, auch wieder ein schönes Bild gefunden. Wir haben gesagt, die Geschwister übernehmen das. Also wir sind so die Eltern gewesen und die Geschwister übernehmen jetzt und nicht irgendwie Adoptiveltern, ja, also oder Pflegeeltern oder irgendwelche anderen, die übernehmen so von der Fremde her. Wer weiß, was die dann mit den Kindern so machen.
- 52:26 Thomas Scholz
So ist ja auch für uns das Gefühl, dass wir eher so als die großen Geschwister quasi aus der Familie herausgewachsen sind. So ist vielleicht auch natürlich ein bisschen, es ändert sich natürlich auch ein bisschen so der Umgang miteinander, weil es eben dann nicht mehr das Verhältnis Eltern-Kind ist, sondern eben eher ein Verhältnis ein bisschen zu den größeren Geschwistern. Und aber das ist auch gut und tut der Sache auch gut. Also insofern sind da gar nicht böse drum, dass es sozusagen so dieses Bild dafür gibt.
- 53:01 Ronald M. Arndt
Jetzt haben die beiden hier immer weit vorausschauend, oder waren sie immer weit vorausschauend unterwegs? Wie ist es jetzt mit der nächsten Generation? Hat man auch so auf Jahre, auf Jahrzehnte irgendwie ein Bild, wo man dann zu dritt zusammensitzt ab und an und sagt, in die Richtung möchten wir JOI bringen?
- 53:20 Thomas Scholz
Also natürlich ist es schon so, dass wir auch gesagt haben, auch diese Erfahrung, so früh quasi sich damit auseinanderzusetzen, das heißt jetzt nicht, dass wir jetzt schon das Pamphlet verfassen, aber dass wir das Learning daraus natürlich auch mitnehmen. Und jetzt auch nicht sagen, so, die nächsten 20 Jahre, die sitzen wir jetzt hier einfach und machen das quasi, und dann gucken wir mal, was passiert, sondern dass das quasi wirklich positiv war, das frühzeitig in Gang zu setzen, ist natürlich etwas, was wir für uns auch in alle Überlegungen mit einschließen, nämlich auch schon dann, wenn man natürlich überlegt, wer macht im Team eigentlich was, wo sieht man Potenzial, nicht nur in der Projektleitung, zu wachsen oder, oder einen bestimmten Bereich stärker zu betreuen, sondern vielleicht eben natürlich auch mit dem Auge, wo lässt sich vielleicht was für die Zukunft aufbauen. Denn irgendwann wird das dann auch sozusagen an uns liegen zu schauen, wem können wir denn das vielleicht übergeben, wenn alles gut läuft.
- 54:31 Corinna Kretschmar-Joehnk
Genau.
- 54:33 Ronald M. Arndt
Habt ihr jetzt aktuell noch weitere Standorte? Also ja, also wir haben, wir haben, ich kann mir vorstellen, dass du das Thema Internationalisierung eine Sache für die Zukunft ist, ne?
- 54:43 Peter Joehnk
Wir beide sind Franchisenehmer der Marke JOI Design in Indien. Also sozusagen, wir, wir repräsentieren JOI Design in Indien und haben dafür auch einen internen Vertrag geschlossen, dass wir auch den Namen dort nutzen dürfen, aber eben nur dort. Den Rest der Welt macht JOI Design hier aus Hamburg. Aber in Indien ist JOI Design Brünnchen, unser indischer Partner und ich. Und Indien ist einfach ein Markt, der sehr stark wächst. Der ist sehr speziell, der Markt. Er ist auch auf niedrigem Niveau noch, muss man sagen, weil natürlich unsere Honorare für Indien völlig absurd teuer sind. Aber es ist eben ein Markt, der so in der, sich im Aufbau befindet und wo, wo viel passiert. Und da bin ich halt schon immer noch ein bisschen Abenteurer und möchte das gerne weitermachen.
- 55:33 Corinna Kretschmar-Joehnk
Freut mich auch sehr, denn Also wir haben das Büro schon fast 7 Jahre jetzt bald, also 6, 3/4 oder so. 2018 ging es los und durch einen tollen Kontakt, Geschäftskontakt und Freund fast schon von Peter, kann man sagen, und der gesagt hat, ihr müsst hier arbeiten, und dann kam schon gleich bald, ja, ist zu teuer, von Deutschland aus alles abzudecken von den Leistungsphasen, und dann haben die uns sogar unsere Kundenseite uns sogar erstmal Büros empfohlen.
- 56:02 Peter Joehnk
Das ist Taj Hotels und der Puneet Chhatwal war CEO der Steigenberger hier in Deutschland. Wir kennen ihn aber, ich kenne ihn seit über 25 Jahren. Der war vorher Consultant bei Feuring in Mainz, dann ging er zu Radisson, dann zu Steigenberger. Und als er von Steigenberger sich verabschiedete, übernahm er die Taj Hotels in Indien. Und das sind nicht nur die Taj Hotels, das ist ein ganzer Verbund mehrerer Marken. Und da wollte er die Marke Ginger, das ist ein Budget-Brand für Indien etablieren. Und das war für Indien was komplett Neues damals, weil in Indien gab es Luxus oder wirklich so Fernfahrer absteigen, so Bed-and-Breakfast-Dinger, so ganz einfach. Aber so designambitioniertes Budget war in Indien neu. Das sind die Ginger Hotels. Und wir haben dafür ein Konzept gemacht als JOI Design. Das haben die auch, das haben die damals auch ordentlich bezahlt. Trotzdem mit einer neuen Marke ist immer ein bisschen schwierig. Schwierig, da Geld verdienen zu können, weil natürlich viele Einflüsse sind. Aber das haben wir damals, glaube ich, ganz gut hingekriegt. Und wir mussten damals dann schon sagen, ja, den Entwurf machen wir in Hamburg, aber die Umsetzung, das können wir in Indien auch gar nicht, und wir wären auch gegebenenfalls zu teuer. Und dann hat uns Taj Hotels mehrere Innenarchitekten vorgestellt, die wir als Partner in Betracht ziehen könnten. Wir haben uns auch mehrere angeguckt, auch solche, die nicht von Touch kamen, sondern von anderen, aus anderen Quellen. Ganz fantastisch. Für einen jungen Mann entschieden, der vorher nicht selbstständig war, aber ich sah mich in dem so ein bisschen widergespiegelt.
- 57:43 Corinna Kretschmar-Joehnk
Der wollte unbedingt selbstständig werden. Könnte der Sohn sein von Peter.
- 57:47 Peter Joehnk
Wir wussten, dass es ein bisschen Risiko war, weil der im Gegensatz zu den anderen keine Erfahrung hatte, so, aber er war im Hotelbusiness, war schon 10 Jahre, halt als Angestellter. Ja, und aber man merkt in ihm den Unternehmer, die Ambition, was auf die Beine zu stellen. Und das war im Endeffekt auch eine gute Entscheidung. Das indische Büro hat im Moment auch so um die 10 Leute. Ich weiß es immer gar nicht so genau, weil da kommen und gehen auch manchmal Leute. Wie auch immer, wir sind da ja nicht, aber so um die 10 sind sind 2 Büros inzwischen auf einer Etage. Also er hat sich auch vergrößert vor 3 Jahren, glaube ich.
- 58:27 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, eben durch Covid war erstmal total, war das ausgelöscht und die haben sehr gelitten, noch mehr als wir hier und sind aber stärker daraus hervorgekommen, finde ich so. Die Inder, das ist irre. Und ja, wir haben gestern noch einen Call gehabt, da ins Büro reingeschaut und mittlerweile ist seine Ehefrau auch dazugekommen. Super, genau wie bei uns so ein Pärchen. Sie hat vorher auch Innenarchitektur gemacht, aber ohne nicht Hotels und kennt sich so bei Residential und so privaten Villen aus. Und das ist sowieso eine super Inspiration für unsere Hotels, ja, sowieso.
- 59:01 Peter Joehnk
Und mir fällt gerade ein, dem Finanzamt muss man hier an der Stelle noch sagen, falls da jemand mithört, das Büro gehört—
- 59:07 Corinna Kretschmar-Joehnk
nein, nein, nein, es ist wirklich—
- 59:09 Peter Joehnk
sondern es ist unser indischer— also als wir dort waren, wollten wir natürlich ein eigenes Büro machen in Indien, weil wir auch dazu aufgefordert waren. Aber die Bürokratie in Indien ist noch schlimmer als in Deutschland und man durchschaut es auch nicht. Gegebenenfalls hätte da auch irgendwas unter den Tischen laufen müssen in Indien oder so. Also es ist so ein Land, wo vieles noch in Entwicklung ist. Und letzten Endes haben wir uns dann entschieden für ein Franchise-Modell, dass der Gaurav, so heißt er, den Namen JOI Design an die Tür schreiben darf und dafür gibt er uns irgendwas ab am Ende des Jahres.
- 59:47 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, und das ist so ein bisschen Zukunftsoption, noch mehr als 15 Jahre lang haben wir jetzt den Vertrag. 15 Jahre, da bist du dann schon in einem hohen Alter und ich auch. Also das ist mal so die super Zukunft, mal einfach.
- 1:00:00 Ronald M. Arndt
Ich glaube, es wird Zeit für mich, mich auch mehr mit Indien zu beschäftigen, weil eine Freundin von mir, die hatte 2 Hotels in Paris, hat sie verkauft, dann in der Provence eine Bastide umgebaut zum tollen Hotel, auch jetzt verkauft kürzlich, und jetzt ist sie ganz auf dem Indientrip. Also die Sophie, vielleicht sollte man da mal Parallelen herstellen.
- 1:00:19 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, es ist ein ganz tolles Land. Also ich bin Yogi und ja, diese ganze Lebensart und miteinander umzugehen und die Religion.
- 1:00:31 Peter Joehnk
Die Kultur ist eine andere auf jeden Fall.
- 1:00:32 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ist eine ganz andere Welt.
- 1:00:33 Peter Joehnk
Faszinierend, aber auch für uns nicht immer leicht zu verstehen, muss man auch sagen.
- 1:00:36 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ich doch.
- 1:00:37 Ronald M. Arndt
Aber da werde ich mal mit eurem Partner in Indien einen Podcast noch machen. Welche Ecke, welches Land, welche Region ist fürs JOI-Stammhaus? Naja, also vielleicht aktuell noch gar nicht so bespielt wird.
- 1:00:53 Thomas Scholz
Also natürlich ist der, wird der Kernmarkt immer Deutschland und Europa bleiben, aber in Indien haben wir inzwischen auch schon, ja, wirklich, ich glaube, mindestens 10 bis 15 Projekte umgesetzt unterschiedlicher Größe.
- 1:01:08 Peter Joehnk
Das muss ich jetzt vielleicht noch mal erklärend sagen, weil das kam nicht raus. Der Deal ist auch, alles das, was Indien oberhalb von 4 Sternen ist, wird in Hamburg designt. Also insofern hat auch die junge Partnerschaft davon auch was.
- 1:01:22 Thomas Scholz
Genau. Und das, klar, das wollen wir natürlich auch gerne weiter etablieren. Und auf der anderen Seite haben wir jetzt gerade durch eine deutsche Firma schon 2 Projekte in den USA, eins in New York am Flughafen und eins in Washington.
- 1:01:42 Ronald M. Arndt
Deutsche Firma heißt deutscher Betreiber, oder?
- 1:01:45 Thomas Scholz
Ja, es ist die Lufthansa, für die wir das machen, und auch der Markt ist natürlich wahnsinnig spannend. Und durch den Bereich, den wir auch seit 2018 neu eingeschlagen sind in der Kreuzfahrtschiffbranche, wo wir ziemlich erfolgreich direkt eingestiegen sind, eigentlich so aus dem Stand heraus, Und was sich super schön entwickelt in der Zusammenarbeit, den wollen wir natürlich weiter ausbauen. Der ist natürlich auch sehr international vom Kundenstamm dann her.
- 1:02:21 Peter Joehnk
Aber da ist Wachstum, ne? Und das ist ein kleiner Kreis an Leuten, die sich darum kümmern. Den kann man relativ schnell durchdringen. Also insofern, Schifffahrt, da sehe ich das größte Potenzial hier für unser deutsches Büro.
- 1:02:34 Thomas Scholz
Ja, ist es auch. Und ja, und insofern, wir sind immer quasi daran interessiert, weiter in die umliegenden Länder zu gehen. Aber es gibt jetzt im Moment noch nicht irgendwie jetzt eine ganz konkrete Geschichte, dass wir sagen, da speziell wollen wir jetzt, gehen wir jetzt mit einer großen Kampagne raus oder so, sondern es geht dann mehr so, wie wir eigentlich immer irgendwie gewachsen Ja, es war schon strategisch früher auch in den Osten herein, Russland.
- 1:03:07 Peter Joehnk
Ja, auch opportunistisch.
- 1:03:08 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, genau. Und Ukraine, wir hatten viele tolle Projekte, die natürlich jetzt überhaupt keine Rolle mehr spielen oder nicht mehr existieren. Aber das war schon geplant. Also nach China wollten wir eigentlich nicht, weil wir da Schwierigkeiten hatten, die mit der Kultur. Ich liebe China auf jeden Fall, aber dieses, genau, wenn man voreinander steht, dann weiß man gar nicht so genau, ob das Gegenüber jetzt das mag, was man gerade präsentiert hat oder nicht. Und ich kannte es wieder von meinen Eltern, Musikerstudenten aus Asien, aus Japan, da kannte ich mich besser aus. Aber wie gesagt, es war dann schwierig so im Business und dann haben wir das eher gewählt, dann andere Bereiche. Doch, es war immer schon, es gab immer so strategische Steps.
- 1:03:53 Peter Joehnk
Das weiß der geneigte Zuhörer vielleicht nicht, wir waren mal relativ stark in Russland, Aserbaidschan, Aserbaidschan immer noch.
- 1:03:59 Thomas Scholz
Ja, genau, tatsächlich. Ja, na ja, aber das ist auch nach wie vor eben, dass wir da aktiv sind. Aber ja, also jetzt direkt in Russland, nein, ist natürlich momentan sowieso nicht, verbietet sich auch. Und insofern geht es dann eher in andere Richtungen.
- 1:04:17 Ronald M. Arndt
Ja, kann mir vorstellen, dass man irgendwann immer an diesen Punkt kommt, wo man mit der Hamburger Kostenstruktur eben in anderen Märkten an Grenzen stößt. Ist das so? Dann vielleicht vor Ort wieder eben Büro.
- 1:04:31 Thomas Scholz
Genau, also man muss dann für komplette Projekte sicherlich häufig eine Zusammenarbeit wählen, so wie es ja eben auch in Indien gestartet ist. Das Design ist dann ja oftmals eben das, was auch gewünscht und gefordert ist quasi, dass wir das, in dem Fall ist es sozusagen dann jetzt das westliche Design, aber umgekehrt könnte es ja eben auch das europäische Design eben was, was man gerne haben möchte. Und wenn man dann eben so eine Konstellation macht, dass man den Schwerpunkt eben aufs Design legt und der Rest dann von einem lokalen Büro umgesetzt wird, das lässt sich eigentlich ja ganz gut abbilden und ließe sich auch in anderen Bereichen—
- 1:05:14 Peter Joehnk
Ich will es noch mal ganz menschlich ergänzen, so fürs Ego ist es nämlich auch ganz schön, wenn man im Ausland baut, Wir sind ja teurer als russische Innenarchitekten auch. Natürlich sind wir teurer, viel teurer. Und insofern ist man automatisch, wenn man dort was machen darf, als Star in dem Projekt. Das sind wir in Deutschland nie. Hier sind wir immer das 5. Rad am Wagen. Also ich, diese endlos nervende Diskussion mit der Haustechnik, wenn wir sagen, an der Decke, an der Stelle muss die Decke höher werden, und der Haustechniker hat seinen dicksten Kanal da gerade liegen und will von Decke noch weiter Das haben wir in solchen Ländern nicht. Da, wenn wir da eine Zeichnung abgeben, dann wieseln die um uns rum und versuchen das dann auch so zu machen. Und da ist man dann der Star und wird hofiert und man ist auch teuer. Das wissen die auch alle. Und deswegen hat man da ein anderes Image als das, was wir hier haben. Das ist auch fürs Ego ganz schön. Man muss sich auch darauf einlassen, muss jede Menge Wodka mittrinken. Und also in Russland war das so, in Indien ist es anders, aber Insofern, das mochte ich auch immer gerne und mir hat es halt auch Spaß gemacht und wie gesagt, war auch fürs Ego ganz, ganz schön.
- 1:06:25 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, aber wir wachsen auch mal nicht nur über Landesgrenzen gesprochen, sondern auch von den Themen, die wir so bearbeiten hier. Ein Büro ist ein Büro und ein Hotel ist ein Hotel. Das ist eigentlich eine Sache von früher. Bürowelten, Arbeitswelten, wir sitzen ja auch in einer Wohnzimmeratmosphäre in unserem Büro, die lassen sich gerne mal vom Hotel inspirieren. Und genauso das Hotel wird zur Arbeitsstätte im Zimmer, in den öffentlichen Bereichen, Coworking und so weiter. Also da haben wir viel Fuß gefasst schon. Das ist Sabrinas Steckenpferd. Da ist sie jetzt gerade auch auf dieser Orgatec. Das ist eine, hauptsächlich geht die Messe um Arbeitswelten. Und eben dann mit den Schiffen, das macht Barbara eher, weil sie früher auch im Yachtbau Erfahrung schon gesammelt hat, also auf der ganz kleinen Scale so. Und dann mit uns die Kreuzfahrtschiffe erst auf dem Fluss und dann auch gemacht hat. Also das sind so Felder und auch in der Hospitality, da geht es ja auch immer weiter. Also plötzlich Longstay oder spezialisierte Hotels und dann bis hin zu Senior Living auch, also ein Wohnen, was einfach schöner gestaltet ist und ganz anders aussehen kann, als man sich das noch so im Kopf so vorstellt, wenn man jetzt an eine Seniorenresidenz Residenz denkt, denkt man an früher vielleicht, wo man seine Opa und Oma besucht hat oder ich jetzt meinen Vater besuche. Die Welten, die wir so entwickeln, die sehen plötzlich aus wie ein cooles junges Hotel.
- 1:07:56 Thomas Scholz
Weil dieser Bereich eben auch immer wichtiger wird und immer mehr der Fokus drauf gelegt wird, auch in der Zukunft. Das ist schon ein Bereich, wo wir auch viel Potenzial sehen.
- 1:08:08 Corinna Kretschmar-Joehnk
Toll, dass wir da— und da finde ich wiederum, weil deswegen kam ich jetzt gerade drauf, weil du sagtest, der Respekt, der wird uns dort gezollt, weil da plötzlich, das ist ein ganz neues Feld und wir kommen als Spezialisten aus der Hospitality rein, aus den normalen Hotels in Anführungsstrichen und bringen dort aber so ganz viel Liebe rein und viel Achtsamkeit und das wird sehr wertgeschätzt, auch im Bürobereich. Also ist ganz spannend, also diese Welten. Heinrich, den wir eben erwähnten, der ist mehr so bei diesen Senior Living und Long-Stay-Geschichten dabei. Barbara eben für die Schiffe. So haben wir da auch schon wieder eine Struktur und Sabrina, neben den Hotels, die sie alle machen, macht Sabrina auch vornehmlich die Office-Bereiche.
- 1:08:51 Ronald M. Arndt
Kommen wir ganz zum Anfang zurück. Wenn das Büro heutzutage nicht einigermaßen angenehm gestaltet ist, dann kommt auch keiner mehr zurück.
- 1:09:00 Thomas Scholz
Genau, das ist richtig.
- 1:09:01 Ronald M. Arndt
Das ist so ein bisschen der Knackpunkt.
- 1:09:02 Thomas Scholz
Wird extrem wichtig für die Firmen, wo viele momentan immer noch in den Homeoffices sitzen. Ja, da sind sie jetzt damit beschäftigt, das attraktiv zu machen, um die Leute auch wieder möglichst ein bisschen zumindest zurückzuholen.
- 1:09:18 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, also wir haben hier in Hamburg ja für Olympus das Headquarter, europäisches Headquarter von Olympus ist in Hamburg. GMP waren die Architekten und wir haben komplett die ganze Innenarchitektur für alle Bereiche gemacht. Und da ist selbst ein Fitnessclub drin und natürlich eine Rooftop-Bar neben Restaurants und verschiedensten F&B-Bereichen und sehr viele Möglichkeiten, ganz anders zu arbeiten, zusammenzuarbeiten.
- 1:09:42 Thomas Scholz
Und tatsächlich auch Vorreiter für viele andere. Also wir haben tatsächlich auch ein Nachfolgeprojekt dadurch bekommen für eine andere Firma, die sich das dort angeschaut haben und dadurch inspiriert werden. Und das hört man schon relativ häufig auch, dass die Leute sich das angucken und dann den Input für sich selber, für ihr eigenes Büro mitnehmen und auch das Verständnis, ja, so in die Richtung müssen wir gehen, um attraktiv zu sein auch für unsere Gäste.
- 1:10:12 Ronald M. Arndt
Mitarbeiter.
- 1:10:13 Thomas Scholz
Das ist schon ganz spannend.
- 1:10:14 Ronald M. Arndt
Also Wahnsinn, Wahnsinn.
- 1:10:17 Corinna Kretschmar-Joehnk
Es kommt immer was Neues dazu. Das ist ja das Schöne. Also es gibt nicht modische Trends, die uns beflügeln, irgendwas Neues zu machen, sondern gesellschaftliche neue Entwicklungen. Und da sind wir ja eben früh dabei. Super spannend.
- 1:10:30 Ronald M. Arndt
Da seid ihr früh auf dem Schiff, früh im Seniorenbereich, früh im Büro unterwegs.
- 1:10:35 Peter Joehnk
Das ist auch der Punkt, das wollte ich gerade sagen. Wir werden oft gefragt, das ist der neueste Trend. Aber es geht gar nicht so sehr um Trends, es geht wirklich darum, wie entwickelt sich die Gesellschaft, wo sind Bedürfnisse und, und wie sollen die künftig aussehen. Das, das treibt uns eigentlich immer um. Und Corinna ist da auch begnadete Referentin, und das ist so ihr Thema immer, Menschen für Menschen. Was wird das nächste, nächste Trend wohl sein? Es geht so ein bisschen dieses Thema Zukunftsforschung, das, das immer weit weg, aber, aber wir müssen schon das Gefühl dafür entwickeln, wo geht's hin, und müssen am Puls der Zeit bleiben und gucken immer auf unsere Nichten, Neffen, Kinder und Enkelkinder inzwischen.
- 1:11:17 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ich habe heute Morgen noch eine Kolumne gelesen. Boutiquehotels waren ja früher, als ich studierte, Philipp Stark und so und Ian Schrager, die haben die ersten Hotels geschaffen und auch André Püttmann, Gott hab sie selig, und so weiter. Das waren die ganz ersten Ikonen von Boutiquehotels und dann eben so kleine Private, die haben immer so diese Trends in Anführungsstrichen gesetzt. Und jetzt kam heute in diesem Artikel der Name Fauxtique, also Falschtique-Hotels, weil plötzlich alle aufspringen und sagen, ich bin so cool und jedes Hotel ist nur noch ein Boutique-Hotel. Genau, das ist nämlich im Moment unsere Sache, die uns umtreibt, dass wir immer wieder neu von vorne denken und nicht auf solchen Modewellen mitschwimmen. Wir machen eben keine Fashion Week, sondern wir machen Häuser aus Stein oder Schiffe aus Stahl, die wirklich lange halten müssen auch. Das sind ja große Verantwortungen, die wir auch übernehmen. Im öffentlichen Bereich so eine Szenebar oben auf dem Dach, die kann auch schnell mal wieder gewechselt werden vom Design, aber so 250, 500 Zimmer, die müssen dann auch mal standhalten. Und das ist eben wieder so eine ganz vernünftige Sache im Hintergrund, im Background von unserem Hintergedanken, aber dann eben einfach so eine richtige Recherche, die uns Spaß macht, mit unseren jungen Leuten hier ganz speziell oder meiner Nichte, die ist 16, oder mit jungen Leuten zu sprechen. Was wünscht ihr euch? Was passiert? Was ist am Puls der Zeit? Wie müssen wir uns ändern? Worauf müssen wir uns einstellen? Wie sollte eine Hotelwelt aussehen oder ein Restaurant, wo du gerne hingehst? Wie möchtest du bestellen? Wie möchtest du dich fühlen als Frau, als Mädchen alleine und so weiter? Also es macht viel Spaß. Es bleibt nie stehen.
- 1:13:02 Ronald M. Arndt
Also es ist Also Fauxique heißt dann aber am Ende auch mehr Authentizität wieder zurück.
- 1:13:07 Corinna Kretschmar-Joehnk
Genau, also das Fauxique hat das total gut erklärt. Weniger Marke, weniger Blabla, sondern weniger Marke, dass man nicht jetzt auftritt. Aber wir haben das auch schon vor 10 Jahren fast, da hatten wir hier so Salongespräche initiiert, das, was wir jetzt im Podcast auch machen. Das war genauso, wir saßen mit ganz tollen, hochkarätigen Vertretern der Branche zusammen, immer so alle paar Monate und haben so Ideen ausgetauscht. Und da war nämlich das allererste Salongespräch auch, was kommt denn nach dem Wohnzimmer? Und diesem Boutique-Style. Da sind wir doch jetzt überall. Alles sieht schon wieder gleich aus. Was früher irgendwie unique gewesen wäre, ist jetzt so ein Mainstream geworden. Ja, und so muss man sich weiterentwickeln. Ja, immer wieder hinterfragen auch. Super.
- 1:13:52 Ronald M. Arndt
Ich würde vorschlagen, ich komme bald wieder.
- 1:13:55 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, gerne.
- 1:13:56 Thomas Scholz
Sehr gerne.
- 1:13:56 Peter Joehnk
Jederzeit.
- 1:13:57 Corinna Kretschmar-Joehnk
Dann mit den beiden Damen.
- 1:13:58 Ronald M. Arndt
Mit den beiden Damen und dir.
- 1:14:00 Corinna Kretschmar-Joehnk
Ja, unbedingt.
- 1:14:00 Peter Joehnk
Müssen wir dann mal koordinieren, dass die dann auch mal im Haus sind.
- 1:14:02 Ronald M. Arndt
Das machen wir. Ich bin ja mittlerweile oft in Hamburg.
- 1:14:06 Corinna Kretschmar-Joehnk
Super.
- 1:14:07 Ronald M. Arndt
Von daher bedanke ich mich schon mal hier für Teil Nummer 1.
- 1:14:12 Thomas Scholz
Vielen Dank.
- 1:14:14 Ronald M. Arndt
Hat wahnsinnig viel hergegeben, also unternehmerisch, visionär, was generell gerade ansteht und kommt.
- 1:14:25 Corinna Kretschmar-Joehnk
Schön, freut mich.
- 1:14:26 Ronald M. Arndt
Freue mich von Herzen für euch, dass es alles so geklappt hat. Und alles Gute, alles Liebe für die weiteren spannenden Abenteuer, die bis nach Indien reichen. Ausgezeichnet. Und wir sehen uns wieder.
- 1:14:39 Thomas Scholz
Wir sehen uns auf jeden Fall.
- 1:14:40 Ronald M. Arndt
Danke sehr.
- 1:14:40 Thomas Scholz
Vielen Dank.
- 1:14:40 Ronald M. Arndt
Ciao.
- 1:14:41 Corinna Kretschmar-Joehnk
Danke dir, Ronald. Ciao.