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Germany · Episode #24 · 16.05.2022 · 52 Min

Das Seehotel Wiesler als Leuchtturm für Nachhaltigkeit

Anna Wiesler und Fabian IseleSeehotel Wiesler
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Aufgenommen: Seehotel Wiesler, Titisee-Neustadt

Standbild aus der Episode mit Anna Wiesler und Fabian Isele Germany52 Min

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„Das ist eine Excel-Tabelle, die ist seit 2004 jede Woche geführt. Also da gibt es keine Lücke drin.“

Anna Wiesler und Fabian Isele, 22:21

Anna Wiesler, Junior-Chefin und Hotelkauffrau im Seehotel Wiesler am Titisee, und Fabian Isele, Ingenieur und Nachhaltigkeitsberater, zeigen Ronald M. Arndt, wie aus über 250 einzelnen Maßnahmen ein nachhaltiger Hotelbetrieb wird. Es geht um Hackschnitzelheizung, Solarthermie am Pool, eigene Kompostanlage, Mehrweg-Badeschuhe, Klimateller und den Green Button für die Zimmerreinigung. Dazu erklären sie, warum Kompensation in Deutschland nicht möglich ist und warum Nachhaltigkeit für sie Chefsache bleibt.

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Kernaussagen

  1. Chefsache: Annas erster Tipp: Nachhaltigkeit muss vom Chef getragen werden, sonst funktioniert sie nicht. Nur dann kann man sie Mitarbeitern und Gästen glaubhaft vermitteln und auch unbequeme Entscheidungen durchziehen.
  2. Verbräuche jede Woche: Der Vater begann aus Schuldendruck heraus, Strom, Wasser und Energie wöchentlich zu dokumentieren. Die Excel-Tabelle läuft seit 2004 ohne Lücke, dadurch fiel zum Beispiel ein Rohrbruch auf, bei dem das Wasser unbemerkt wegfloss.
  3. Badeschuhe mehrfach nutzen: Statt eingeschweißter Wegwerf-Badeschuhe nutzen sie Mehrweg-Schuhe aus Bioplastik von einer Stuttgarter Firma, die gespült und desinfiziert bis zu 15 Mal weiterverwendet werden. Die Maßnahme spart kein Geld, sie machen sie trotzdem.
  4. Klimaneutral ab 6 Euro: Laut Fabian liegt das Hotel bei einem Kilogramm CO2 pro Übernachtung, ein konventionelles Haus bei rund 22. Wer 600 Kilometer Anreise und sieben Nächte kompensiert, zahlt mit Familie insgesamt 6 Euro.
  5. Kompensation nur im Ausland: Eigener Wald und Moor rechnen sich nicht an, weil Deutschland sie in die nationale Bilanz einrechnet. Die beiden nennen das CO2-Enteignung und wünschen sich, in Deutschland kompensieren zu können.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Gelebte Nachhaltigkeit im Hochschwarzwald

Wenn auch nicht im Whirlpool mit Blick auf den Titisee, dann zumindest bei einer leckeren Tasse Lupinenkaffee.

Früher Kartoffelacker mit Seeblick, heute das Seehotel Wiesler mit seiner bezaubernden Junior-Chefin und Hotelkauffrau Anna. Aber damit nicht genug, an ihrer Seite Fabian Isele, der als gelernter Ingenieur den Rundumblick über zumindest einige der mit den Jahren umgesetzten kleineren und größeren 250 Maßnahmen hin zu noch mehr Nachhaltigkeit hat.

Den Grundstein legten bereits in den 1970er Jahren die Eltern von Klaus-Günther Wiesler, der ganz nebenbei nicht nur den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland trägt, sondern auch Erfinder mehrerer technischen Innovationen ist, deren Einsatz heute jedes Hotel nachhaltiger machen (könnten). Schön, dass er sich gegen Ende des Hotel-Podcasts noch selbst mit in die Runde gesetzt hat.

Als wenn dies noch nicht genug sei, komplettiert die hauseigene vegane Kosmetiklinie von Eva Wiesler das Gesamtbild, dass hier im Hochschwarzwald ein ganz besonderes Hotel steht, welches bereits weit über die Region hinaus große Leuchtturmfunktion hat und die besten Zeiten sogar noch vor der Familie Wiesler liegen.

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Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:07
    Ronald M. Arndt

    Bin ich froh, dass meine Haare trocken geworden sind bis hier zu unserem Termin, denn ich saß ja gerade noch im Whirlpool mit Blick auf Titisee, habe die Sonne genossen, und ja, jetzt sitzen wir hier. Ich freue mich, euch beide mal im Hotel-Podcast zu Gast zu haben. Dankeschön, dass ich hier sein darf bei euch im Seehotel Wiesler.

  2. 00:31
    Anna Wiesler

    Genau, wir freuen uns auch, dass du zu uns gekommen bist. Haben wir heute bestes Wetter erwischt mit Sonne, und da lässt sich im Pool natürlich besonders gut aushalten, vor allem wenn man weiß, was hinten dran steckt.

  3. 00:42
    Ronald M. Arndt

    Genau, was steckt hinten dran?

  4. 00:44
    Anna Wiesler

    Also beim Pool konkret ist es natürlich unsere Heizung.

  5. 00:48
    Ronald M. Arndt

    Okay, da können wir direkt mal ins Thema, für was ihr beide auch so ein bisschen steht.

  6. 00:51
    Anna Wiesler

    Ja, genau, da würde ich das Mikrofon mal an Fabian weitergeben, der ist nämlich hier so für die technischen Infos zu haben.

  7. 00:57
    Fabian Isele

    Also beim Whirlpool gibt es 2 Sachen. Einmal gibt es den ablassbaren Whirlpool. Das heißt, wenn du jetzt aus dem Whirlpool rausgehst und den nicht benutzt, kein Gast ist drin, dann wird er abgelassen. Und unten drunter ist ein Schwallwasserbehälter, wo dann am Ende kein Luftkontakt ist, sodass Wärme gespart wird am Ende. Ja, ganz einfache Sache, einfach das Wasser ablassen, kein Luftkontakt, also Energiesparen. Und das Nächste ist, das fällt dir wahrscheinlich nicht auf, weil die Wärme genau gleich ist, wir heizen alles mit Hackschnitzel. Das heißt zu 100% erneuerbar. Und vielleicht, also ich meine, die Wärme ist die gleiche, fühlt sich für dich gleich an, aber ist nachhaltig.

  8. 01:35
    Ronald M. Arndt

    Okay, also das klingt für mich schon alles recht technisch, Fabian. Ich denke mal, du kommst irgendwie aus der Branche und hast nicht nur mit Hotels was zu tun.

  9. 01:42
    Fabian Isele

    Ursprünglich komme ich wirklich total aus dem technischen Bereich. Also ich bin Ingenieur tatsächlich.

  10. 01:47
    Ronald M. Arndt

    Schön, dass du dich dann als Ingenieur auf so ein lockeres Format hier einlässt.

  11. 01:51
    Fabian Isele

    Genau, ja, natürlich, sicher, sicher. Und ich habe natürlich gesehen, hier im Tourismus, da ist noch eine Menge Handlungsbedarf. Also dann müsste ein Ingenieur mal rein und ein bisschen Inhalt reinbringen.

  12. 02:03
    Ronald M. Arndt

    Hast dich rausgetraut. Okay, super. Das heißt, du begleitest die Anna und Familie Wiesler hier dabei. Man sagt ja eigentlich nicht, dass ihr da irgendwie eine Transformation vor euch habt und ihr seid irgendwie gestern noch das schlimmste Hotel auf Erden gewesen und morgen das nachhaltige, sondern ich glaube, die Geschichte, die reicht ja schon ganz weit zurück. Deinen Vater habe ich heute Morgen kennengelernt und weiß natürlich auch schon ein bisschen was über ihn. Also ich glaube, das ist dir zumindest schon in die Wege gelegt, oder? Auf jeden Fall. Also wir haben Wir sind Familienbetrieb.

  13. 02:33
    Anna Wiesler

    1970 haben wir das Hotel gebaut, meine Oma damals auf dem Kartoffelacker hier am Titisee.

  14. 02:38
    Ronald M. Arndt

    Direkt am Titisee ein Kartoffelacker?

  15. 02:39
    Anna Wiesler

    Ja, genau.

  16. 02:41
    Ronald M. Arndt

    Das hat sich mal gelohnt, oder?

  17. 02:42
    Anna Wiesler

    Ja, auf jeden Fall. Da muss man natürlich was anderes draus machen.

  18. 02:46
    Ronald M. Arndt

    Ich habe so einen Weinberg in Bietigheim, aber mit schönem Blick bei Stuttgart. Aber der wird, muss ich auch sagen, hoffentlich nie Bauland.

  19. 02:53
    Anna Wiesler

    Ja, beim Kartoffelacker, da lässt sich streiten, ob die Kartoffelsässig brauchen oder nicht, ob die dadurch besser wachsen. Auf jeden Fall haben meine Großeltern damals Hotel aufgebaut. Also meine Oma war gelernte Hotelfachfrau und mein Opa Koch.

  20. 03:07
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  21. 03:08
    Anna Wiesler

    Und die haben eben das Hotel damals mit 15, 20 Zimmern, hat das gehabt, ganz am Anfang aufgebaut, kleines Seehotel. Und mein Vater ist dann relativ schnell auch eingestiegen. Und eigentlich kam das bei uns bisschen aus der Not heraus, weil wir halt einfach Schulden hatten und die abbezahlen mussten. Ist er hergegangen und hat die Verbräuche penibel eben aufdokumentiert und ist jeden Tag oder einmal die Woche ist der Durchgang, Strom, Wasser, Energie, alles dokumentiert. Und so hat die ganze Geschichte angefangen und nach und nach kamen dann die einzelnen Maßnahmen dazu, dass das alles bisschen konkreter wurde, bis wir dann angefangen haben Anfang 2000 mit EMAS. Das ist europäisch.

  22. 03:49
    Ronald M. Arndt

    Das ist ein großer Sprung, aber da bist du ja dann natürlich irgendwann mal zwischendurch.

  23. 03:52
    Anna Wiesler

    Ja, EMAS hilft einfach, die ganze Dokumentation professionell zu gestalten, und man ist halt auch ein bisschen gezwungen, die Daten übers Jahr aufzuheben. Und dadurch ergeben sich natürlich Potenziale, wo man merkt, hey, hier können wir Strom einsparen. Oder was wir auch zum Beispiel schon hatten, wir hatten einen Rohrbruch, und wenn wir nicht jede Woche unsere Wasserverbräuche gecheckt hätten, wäre uns das nie aufgefallen, weil der Rohrbruch so war, dass das Wasser einfach weggeflossen ist. Und da sparen wir dann nicht nur Wasser, sondern halt auch wirklich Geld am Ende vom Monat. Und so kam das, und dann wurden wir immer nachhaltiger und nachhaltiger, und mittlerweile haben wir über 250 kleine und große Maßnahmen im Hotel umgesetzt.

  24. 04:32
    Ronald M. Arndt

    Oh, 250 Stück umgesetzt. Mich würde es ja interessieren, wenn man heute so nach einer halben Stunde, Dreiviertelstunde, wer weiß, wie lange es geht, dürfen unsere Zuhörerinnen und Zuhörer ja nicht überstrapazieren, und schalten sie irgendwann aus oder schlafen ein. 250, bisschen viel. Vielleicht kriegen wir so 10 Tipps zusammen, wie ein Hotelbetrieb mit überschaubarem Einsatz, überschaubaren Mitteln einen Ticken zumindest nachhaltiger werden kann. Jetzt haben wir vorher vom Pool schon gesprochen. Das ist natürlich, wenn man einen Pool hat, eine technische Maßnahme, die sich nicht so schnell umsetzen lässt. Aber allein hier schon einfach mal zu dokumentieren, was an Ressourcenverbrauch da ist.

  25. 05:12
    Anna Wiesler

    Ja, das wäre auch schon mein erster Tipp.

  26. 05:13
    Ronald M. Arndt

    Ich glaube, das ist eine Grundlage, oder?

  27. 05:15
    Anna Wiesler

    Also mein erster Tipp ist: Nachhaltigkeit ist Chefsache. Also es muss wirklich von Unternehmen von innen herauskommen, sonst funktioniert es erfahrungsgemäß nicht. Wir haben eben auf unserem Weg schon diverse Hotels zur Nachhaltigkeit begleitet und man merkt einfach nur, wenn der Chef wirklich dahinter steht, dann wird es auch nachher was. Weil man muss es zu den Mitarbeitern kommunizieren, man muss es den Gästen kommunizieren und nur wenn man selber genug dafür brennt, ist das Ganze auch authentisch. Und man wird dann an die eine oder andere Stelle kommen, wo man sich denkt, Will ich es jetzt wirklich machen? Und nur wenn es Chefsache ist, dann kann man es auch so durchziehen.

  28. 05:51
    Ronald M. Arndt

    Okay, und mittlerweile kommen auch schon Ideen wahrscheinlich aus dem Umfeld des Teams, Mitarbeiter?

  29. 05:56
    Anna Wiesler

    Auf jeden Fall.

  30. 05:58
    Ronald M. Arndt

    Da leuchten die Augen noch mehr als bisher.

  31. 06:00
    Anna Wiesler

    Ja, da kann ich auch ganz viele Geschichten dazu erzählen. Also zum Beispiel ganz einfaches Thema LEDs. Klar, LEDs verbrauchen weniger Strom als normale Glühbirnen. Folglich haben wir alles, man sieht es ja hier im Restaurant, alles auf LED umgerüstet. Aber wir haben komplett die Küche vergessen. Da hat einfach keiner dran gedacht von uns. Und dann kam unser Küchenchef und hat—

  32. 06:18
    Ronald M. Arndt

    da, wo der Vater eigentlich ja in erster Linie auch steht.

  33. 06:20
    Anna Wiesler

    Ja, genau. Aber an die Küche hat einfach keiner dran gedacht. Und unser Küchenchef kam und hat gesagt, die LEDs in den Röhren, die müssen wir auch austauschen und in LED umwechseln. Und das hat dann auch noch mal gehörig Strom gespart. Oder auch unsere Rezeption hat verschiedene Prozesse digitalisiert, sodass wir weniger ausdrucken. Und da sind wir auch immer dankbar über Tipps von Team.

  34. 06:42
    Ronald M. Arndt

    Also ich sehe schon, wir können die 10 nur so grob einhalten. Wahrscheinlich werden es, wenn man es genau nimmt, am Ende ein paar mehr. Aber da waren doch jetzt schon, wenn man genau hinhört, einige dabei. Ja, es geht ja, da gibt es ja kein Ende bei euch. Deine Mutter konnte ich ja, wenn ich so frech sein darf, mit Haut und Haaren schon kennenlernen. Die Seife, da steht Eva, heißt sie, Eva Wiesler drauf. Auf dem Shampoo steht Eva Wiesler drauf. Eva Wiesler, überall wo Wasser eigentlich fließt auf dem Zimmer.

  35. 07:12
    Anna Wiesler

    Ja, das hat den Hintergrund, dass meine Mutter die Kosmetikabteilung bei uns leitet und hat zusammen mit ihrem Team verschiedene Massagen auch für unser Haus entwickelt, zum Beispiel Schwarzwälder Kirschmassage oder die Schwarzwälder Tannenwaldmassage.

  36. 07:26
    Ronald M. Arndt

    Stell mir gut vor, die Schwarzwälder Kirschmassage.

  37. 07:28
    Anna Wiesler

    Ja, das ist dann eben mit Kirschkernöl und aus dem Kirschkernsäckchen, so Sachen, die einfach heimatverbunden im Schwarzwald sind, wo man jetzt auch nicht überall bekommt. Und zusammen mit der Massage hat sie auch eine eigene Kosmetikserie, die ist vegan und mikroplastikfrei. Das ist schon eine Welt für sich in der Kosmetik.

  38. 07:45
    Ronald M. Arndt

    Ja, aber ein aktuelles Thema auch, ne?

  39. 07:47
    Anna Wiesler

    Auf jeden Fall, gerade mit dem Plastik. Und wir sind hergegangen und haben die ganzen Seifenspender und Bodylotions auf der Etage jetzt auch umgestellt auf die eigene Kosmetikserie. Hat auch den Hintergrund, dass das wiederauffüllbare Spender sind. Und wir hatten davor schon echt nachhaltige Seife, aber halt in diesen Einwegplastikspendern, wo zwar schon halber Liter drin war, aber natürlich am Ende vom Tag war da auch wieder Müll.

  40. 08:11
    Ronald M. Arndt

    Nachhaltiges ist das eine, jetzt ist es sogar, glaube ich, noch regional, wenn man es genau nimmt.

  41. 08:14
    Anna Wiesler

    Ja, genau. Und sie hat eine Freundin, die die für sie produziert und schickt die uns in großen recycelten Kandischtannen. Und jetzt sparen wir Müll und die Gäste freuen sich auch.

  42. 08:22
    Ronald M. Arndt

    Und die Birkenstämme habe ich irgendwo gesehen, gehört, gelesen.

  43. 08:25
    Anna Wiesler

    Ja, überall im Haus.

  44. 08:26
    Ronald M. Arndt

    Hier aus der Umgebung, ja.

  45. 08:27
    Anna Wiesler

    Ja, sieht man es dann auch. Wir haben auch mit regionalen Schreinern zusammengearbeitet. Gearbeitet, um einfach die nachhaltigen Rohstoffe, die wir hier in der Region haben, auch bei uns zu benutzen. Also für die Beauty, für die, ja genau, für die, ja, also für die Massage nicht, aber im Wellnessbereich und im Spa sieht man es, weiß nicht, ob du da schon unterwegs warst.

  46. 08:43
    Ronald M. Arndt

    Also ich meine jetzt nicht Mobiliar, sondern ich meine jetzt eher auch, was verarbeitet wird.

  47. 08:49
    Anna Wiesler

    Ja, das ist nicht mein Thema. Es ist auf jeden Fall ein Thema, und eben Mikroplastik frei, aber was genau da reinkommt, da reicht es leider. Also Kosmetik ist ein eigenes Feld.

  48. 08:59
    Ronald M. Arndt

    Andere Küche, ja.

  49. 09:00
    Anna Wiesler

    Ja, das ist Das ist ein spezielles Thema, ein spezieller Bereich. Da braucht man, glaube ich, große—

  50. 09:07
    Ronald M. Arndt

    Gut, dann machen wir einfach nochmal einen Podcast dazu mit deiner Mutter. Ja, zu dem Bereich.

  51. 09:11
    Anna Wiesler

    Sie redet da gerne auf jeden Fall drüber.

  52. 09:13
    Ronald M. Arndt

    Gut, und ich lege mich dann mit der zur Schwarzwälder Kirschmassage parallel.

  53. 09:16
    Anna Wiesler

    Muss ja auch probiert werden.

  54. 09:18
    Ronald M. Arndt

    Auf den Bauch. Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn. Also Wellness trifft Umwelt. Ja, hier trifft schöne Umgebung trifft sehr leckeres Essen. Gestern Abend durfte ich ja schon hier zu Gast sein und die Küche deines Vaters genießen. Aber du hast auch heute Morgen beim Frühstück gesagt, dein Bruder, der 2 Jahre jünger ist, der ist auch dann wahrscheinlich gelernter Koch, oder?

  55. 09:42
    Anna Wiesler

    Ja, genau. Also wir haben schon Küchenchef und ein festes Team. Mein Vater schaut halt mit dem Menü schreiben und hat seine Hand drüber quasi. Und mein Bruder springt eben auch ein.

  56. 09:52
    Ronald M. Arndt

    Aber nicht sehr kartoffellastig, habe ich gesehen, die Speisekarte.

  57. 09:54
    Anna Wiesler

    Es kommt drauf an. Also wir haben einfach täglich wechselnde Gerichte drauf, mal mehr, mal weniger. Ja, also ich glaube, zur Spargelzeit kommen die Kartoffeln wieder.

  58. 10:05
    Ronald M. Arndt

    Alles klar, gut.

  59. 10:06
    Anna Wiesler

    Spargel und Kartoffeln.

  60. 10:07
    Ronald M. Arndt

    Aber die hausgemachten Spätzle, die waren schon mal der Wahnsinn.

  61. 10:09
    Anna Wiesler

    Ja, genau. Und Nudeln machen wir selber. Also wir haben eigentlich keine Convenienceprodukte bei uns in der Küche und das ist uns auch sehr wichtig.

  62. 10:17
    Ronald M. Arndt

    Super.

  63. 10:17
    Anna Wiesler

    Und das macht dann auch Spaß für die Ausbildung, weil wir eben, wir haben sogar noch Rehe von der eigenen Jagd oder von umliegenden Jägern, die sie uns bringen und Da lernt man auch noch richtiges Kochhandwerk.

  64. 10:27
    Ronald M. Arndt

    Hab ich doch gestern gehabt, das Rehragout.

  65. 10:29
    Anna Wiesler

    Ja, genau.

  66. 10:31
    Ronald M. Arndt

    Ausgezeichnet. So, wir kommen dann bald wieder zum Thema Nachhaltigkeit, damit hier der Fabian nicht nur zur Zierde dasitzt. Vielleicht bleiben wir mal kurz beim Thema Strom hängen. Beim Pool, da meine ich, da gibt es irgendwie Solarthermie verbaut in den Wänden, wenn man da genau hinschaut.

  67. 10:52
    Fabian Isele

    Hängt aber nicht mit dem Strom zusammen.

  68. 10:54
    Ronald M. Arndt

    Das ist tatsächlich, also man muss unterscheiden zwischen Wassertemperatur, richtig?

  69. 10:58
    Fabian Isele

    Genau, man muss unterscheiden zwischen Photovoltaik, PV macht Strom, und Solarthermie.

  70. 11:02
    Ronald M. Arndt

    Die, die auf dem Dach zumeist ist?

  71. 11:03
    Fabian Isele

    Genau, genau, die, die dann auf dem Dach ist mit der richtigen Ausrichtung, die macht dann Strom. Und Solarthermie, das ist hier vorne in der Attika. Ich weiß nicht, ob du es gesehen hast, wahrscheinlich nicht, außer du weißt es explizit.

  72. 11:13
    Ronald M. Arndt

    Ich glaube, ich wusste und habe es dann gesehen. Ja, also ein bisschen klüger rüberzukommen, als ich bin.

  73. 11:18
    Fabian Isele

    Wenn du nachher rausschwimmst, oben in diesem schmalen—

  74. 11:21
    Ronald M. Arndt

    Das klingt schon gut, rausschwimmen, ja, weil da öffnet sich dann wirklich so eine wie man es aus dem Supermarkt kennt, ja, und man schwimmt dann im Infinity Pool auf den Titisee zu.

  75. 11:29
    Fabian Isele

    Ja, also das soll auch, das ist auch wirklich gewollt. Du sollst dich so fühlen, als würdest du in den Titisee reinschwimmen.

  76. 11:34
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  77. 11:34
    Fabian Isele

    Und wenn du das Gefühl hast, dann haben wir unser Ziel erreicht.

  78. 11:38
    Ronald M. Arndt

    Also kurz, da erklär mir Solarthermie.

  79. 11:42
    Fabian Isele

    Solarthermie, also im Prinzip ist es so, dass dort eine Flüssigkeit durchfließt, die am Ende erhitzt wird von der Sonne. Und da gibt es auch eine ganz lustige Geschichte. Also Vielleicht noch fertig erklären.

  80. 11:54
    Ronald M. Arndt

    Ja, gerne. Ich rieche schon den Kaffee, danach müssen wir kurz mal—

  81. 11:57
    Fabian Isele

    Genau, müssen wir auch über den Kaffee reden.

  82. 11:58
    Ronald M. Arndt

    Ich glaube auch, was Besonderes hier.

  83. 12:00
    Fabian Isele

    Ja, also auf jeden Fall fließt es dadurch, wird erwärmt von der Sonne, ja, durch die Sonneneinstrahlung. Dann ist unten ein Wärmetauscher und ungeregelt fließt es alles in den Pool rein, in den richtigen Swimmingpool. Ja, und jetzt ist es tatsächlich so, wir haben zum ersten Mal länger zugehabt und hatten die Intention, den— also länger zugehabt durch Corona, ja, und hatten die Intention, die Lüftung um den Pool drumherum, wo ja um den Pool drumherum ist, auszuschalten. Aber dafür muss man eine gewisse Temperatur haben, sonst hat man eine Tropfsteinhöhle am Ende. Ja, die Poolbesitzer, die kennen das. Und wir haben gedacht, gut, also schalten wir den Pool aus.

  84. 12:35
    Ronald M. Arndt

    Das ist doch beim Penthouse in Stuttgart eigentlich genau das gleiche Thema.

  85. 12:37
    Fabian Isele

    Genau, Pool ausgemacht, die Heizung. So, jetzt ist das Problem, wir haben die Wassertemperatur nie so niedrig bekommen, dass wir die Lüftung ausschalten konnten. Das heißt, wir hatten da immer 24, 25 Grad, selbst im Winter. Und wir haben die Temperatur einfach nicht gekriegt. Und der Brennstoff ist kostenlos, die Sonne scheint und wir müssen nichts dafür zahlen. Das ist doch genial. Also wer das nicht tut, muss man echt sagen, also was Einfacheres gibt es nicht.

  86. 13:06
    Ronald M. Arndt

    Da freut sich der Schwabe. Aber ihr seid ja nicht mal Schwaben. Podcast wird ja über auch die Landesgrenzen hinaus gehört, aber anderes Thema.

  87. 13:20
    Fabian Isele

    Ja, cool. Ja, auf jeden Fall.

  88. 13:21
    Ronald M. Arndt

    Gut, dann vielleicht nächste Maßnahme. Fangen wir vielleicht noch mal ganz am Ende an beim Thema Müll. Das habe ich auf dem Zimmer gesehen, das habe ich noch nie irgendwo gesehen, dass da im Mülleimer so ein kleiner Zusatz integriert ist für Biomüll.

  89. 13:37
    Anna Wiesler

    Ja, genau. Also Mülltrennung ist ja das Thema. Ich meine, warst du bei unserem Vortrag, da hatten wir es ja auch schon kurz davon. Und der Biomüll, der geht bei einen besonderen Weg, und zwar haben wir eine Kompostieranlage. Und wir fanden das Thema Müll—

  90. 13:51
    Ronald M. Arndt

    spricht ja auf dem Zimmer erstmal auch, unter anderem Zimmer, da fällt es natürlich nicht die Masse an, sondern eher in der Küche.

  91. 13:56
    Anna Wiesler

    Es ist kaum Biomüll in den Zimmern. Großteil ist von eben, ich habe es vorher schon erwähnt, wir haben kaum Convenienceprodukte. Dementsprechend haben wir halt einen Haufen Reste von Karottenschalen und, und ja, was halt in der Küche beim Zubereiten so anfällt.

  92. 14:10
    Ronald M. Arndt

    Was früher die Schweine bekommen haben.

  93. 14:11
    Anna Wiesler

    Ja, genau. Und wir haben tatsächlich früher auch zu einer Biogasanlage den Biomüll gebracht und haben jetzt umgestellt zu einer hauseigenen Kompostanlage. Und die kompostiert den Müll bei uns in 24 Stunden ungefähr auf 80% reduziert.

  94. 14:27
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  95. 14:27
    Anna Wiesler

    Und dann bleibt Kompost übrig und den Kompost kann man auf die Wiese machen, Blumenerde untermischen im Verhältnis 1 zu 10 und so können wir den weiterverwenden.

  96. 14:37
    Ronald M. Arndt

    Super.

  97. 14:37
    Anna Wiesler

    Und was früher quasi zur Biogasanlage gefahren ist, bleibt heute bei uns im Haus und wird zu Kompost.

  98. 14:43
    Ronald M. Arndt

    Okay. Gut, also selbst die Milch ist verarbeitet. Dann haben wir natürlich den Klassiker regionale Lieferanten. Ja, alle regional. Jack Daniel's habe ich gesehen und Gordon's Gin und so weiter.

  99. 14:59
    Anna Wiesler

    Ja, wobei wir da auch ein bisschen umgestellt haben. Also klar, Gordon's Gin, es gibt bestimmte Schnäpse, die braucht man einfach für Cocktails und weil es die Gäste einfach möchten. Die möchten ihren Gordon's und Jack Daniel's haben. Wir sind aber dabei, sie ganz sachte hinzuführen, auch zu Alternativen. Ich weiß nicht, ob du den Belsazar kennst. Den bitte? Belsazar, das ist ein Wermut.

  100. 15:19
    Ronald M. Arndt

    Nein, aber den werde ich heute Abend mal kennenlernen.

  101. 15:25
    Anna Wiesler

    Und beim Belsazar, das ist ein Wermut, also wie Martini, ist ja auch Wermut. Und der, da sind die Zutaten aus dem Schwarzwald, wird zwar in Berlin abgefüllt, aber ist immer noch in Deutschland. Und der Belsazar gibt es in verschiedenen Ausführungen, also Rosé, Dry, Red. Und das ist eine echt coole Alternative als Schwarzwald-Martini. Martini zum Beispiel, da haben wir schon geschafft, dass wir den komplett abgeschafft haben bei uns. Es gibt nur noch Belsasser.

  102. 15:49
    Ronald M. Arndt

    Super. Dann ganz witzig, ich habe es mir gar nicht angeschaut, weil es mir zu gesund klang. Klimateller war gestern auf der Speisekarte.

  103. 15:58
    Fabian Isele

    Perfekt, dass du es gesehen hast. Ist dir was aufgefallen bei dem Klimateller?

  104. 16:04
    Ronald M. Arndt

    Ich habe es nicht durchgelesen. Also beim Klimateller ist es so, ich bin beim Spätzle und beim Ragout hängen geblieben. Geblieben.

  105. 16:09
    Fabian Isele

    Ja, okay, stimmt. Heute Abend vielleicht, oder?

  106. 16:12
    Ronald M. Arndt

    Heute Abend.

  107. 16:12
    Fabian Isele

    Ich hoffe, du hast eine Chance. Bist du mit dem E-Auto angereist? Nee, oder?

  108. 16:15
    Ronald M. Arndt

    Mit was für einem Ding?

  109. 16:16
    Fabian Isele

    Mit dem E-Auto?

  110. 16:16
    Ronald M. Arndt

    Nein, mit so einem großen Stuttgarter SUV.

  111. 16:20
    Fabian Isele

    Weil da ist ja echt was im Gang. Du hättest den Klimazähler aufs Haus bekommen, wärst du mit dem E-Auto gekommen.

  112. 16:26
    Ronald M. Arndt

    Aber das hätte ich ja nicht geschafft von Stuttgart bis hier, oder?

  113. 16:30
    Fabian Isele

    Also ich glaube mittlerweile, ich glaube ja, Also das nächste Mal eher ohne. Es gibt keine Ausreden mehr. Also mit dem ÖPNV hättest du es auf jeden Fall auch geschafft, oder?

  114. 16:41
    Ronald M. Arndt

    Stimmt.

  115. 16:43
    Fabian Isele

    Nee, und also es ist so bei dem Klimateller: Wir vergleichen da ein besonders emissionsarmes Gericht, das sind dann meistens pflanzliche Produkte, weil die einfach weniger Emissionen emittieren, verglichen mit einem emissionsintensiven Gericht. Also in dem Fall ist es ja das Rumpsteak vom Bio-Weiderind. Also auch das Bio-Weiderind wirklich aus dem Naturpark hier hat den höheren CO2-Fußabdruck als alle möglichen pflanzlichen Produkte. Und die sind quasi in dem Klimateller drin.

  116. 17:09
    Ronald M. Arndt

    Und dann kann das ja so Diskussion, was die Viecher auf der Weide und so weiter. Okay, also es geht nicht mal nur darum, dass die da ungefähr weit herkommen aus Argentinien und sonst was.

  117. 17:18
    Fabian Isele

    Also tatsächlich ist es so, dass der Transport von Fleisch, oder beziehungsweise doch, der Transport von Fleisch, der macht am Ende vielleicht 1% aus, ob das jetzt ein Bio-Weiderind ist oder ein argentinisches Rumschilf. Und deswegen macht es am Ende gar nicht so einen großen Unterschied für die CO2-Bilanz. Also ich meine Tierwohl, das ist ganz klar Tierwohl, landschaftliche Offenhaltung hier, das, was man im Schwarzwald doch brauchen, warum wir auch Viehhaltung brauchen. Das ist natürlich besser, aber rein der CO2-Fußabdruck, der ist beim argentinischen nicht unbedingt schlechter. Spannend, wissen auch nicht viele. Also die Avocado ist besser als viele, als das Bio-Weiderind von hier.

  118. 17:55
    Anna Wiesler

    Wir haben dafür sogar ein Motto. Also das Motto dafür heißt Naturschutz mit Messer und Gabel. Für die Hinterwälderrinder, die bei uns im Schwarzwald eben auch für die Offenhaltung sorgen, dass nicht alles Schwarzwald wird. Also man braucht auch ein paar offene Flächen, Und da ist es ganz wichtig, dass man eben das fördert, dass die heimische Rinderrasse auch quasi ja nicht angebaut, aber halt auch hier verzehrt wird. Und ja, das ist ein bisschen kritisches Thema, du hast es ja schon angesprochen mit dem Vergleich, aber uns ist einfach wichtig, wir wollen Nachhaltigkeit mit einem guten Gefühl vermitteln und nicht den Gästen sagen, du darfst das nicht, du darfst das nicht. Das möchten im Wellnesshotel keine hören.

  119. 18:33
    Ronald M. Arndt

    Es denkt auf jeden Fall, es regt zum Nachdenken.

  120. 18:35
    Anna Wiesler

    Ja, und das ist auch das, was wir bezwecken wollen.

  121. 18:37
    Ronald M. Arndt

    Das ist ja, glaube ich, eure Intention.

  122. 18:39
    Anna Wiesler

    Genau, klar darfst du auch dein Reden auf den Kopf stellen und wir verurteilen dich auch nicht. Wir möchten einfach nur, dass die Leute drüber nachdenken.

  123. 18:46
    Ronald M. Arndt

    Mal ein bisschen provozieren, das darf man auch dem Gast gegenüber. Ist ja nicht—

  124. 18:49
    Anna Wiesler

    Auf jeden Fall. Aber am Ende vom Tag ist es uns einfach wichtig, dass der Gast mit einem guten Gefühl bei uns abreist. Egal, ob er den Klimateller gegessen hat oder nicht.

  125. 18:56
    Ronald M. Arndt

    Ich werde ihn heute Abend mal bestellen, den Klimateller. Klar, da gibt es ein paar Hard Facts. Das Haus ist fast nur aus Holz gebaut, Holzständerbauweise. Die Zimmer sind aus Holz, meins ist mit verwitterter Fichte verkleidet. Wunderschön, habe ich so auch noch nie gesehen, weil sieht ja aus, wie wenn die Latten, die Dielen da irgendwie schon ein paar Jahre irgendwo draußen gelegen haben. Sie am Ende auch, sehen sie nicht so aus. Genau, gefällt mir auch architektonisch sehr gut. Was haben wir denn noch, was mir so gut gefällt? Das ist das, was einem ins Auge sticht. Aber ich glaube sogar, die Badeschuhe, die habt ihr irgendwie, die werden nicht irgendwie aus dem Plastik raus, oder die werden zumindest wiederverwertet.

  126. 19:40
    Anna Wiesler

    Ja, genau. Also Badeschuhe, großes Thema.

  127. 19:42
    Ronald M. Arndt

    Kein Wegwerfartikel wie in anderen Häusern.

  128. 19:43
    Anna Wiesler

    Großes Thema bei Weltershotels. Jeder reist an, hat seine Packung mit den eingeschweißten Badeschuhen da, und nachher landet sowohl die Verpackung als auch die Badeschuhe im Müll. Ich meine, die wenigsten Gäste nehmen sie mit und die wenigsten Gäste möchten auch die vom Vorgänger benutzen. Und da haben wir uns überlegt, dass wir das anders machen müssen. Also wir haben verschiedene Muster einberufen als Wellnesshotel und dachten uns, okay, welche nehmen wir jetzt davon? Ja, nachhaltige Baumwolle passt schon, aber irgendwie das mit dem Müll, das war nicht so unseres. Und haben uns auf die Suche gemacht und in Stuttgart gibt es eine Firma, die heißt Feschi, und die produzieren nachhaltige Badeschuhe aus Bioplastik. Und das Coole bei denen ist, dass die Mehrweg sind. Also die sind aus festem Kunststoff und wir spülen die und desinfizieren die, nachdem die Gäste die wieder zurückgebracht haben, und können die so bis zu 15 Mal oder so wiederverwenden. Und wir haben tatsächlich auch Gäste, die die Badeschuhe bei uns kaufen, weil sie die so bequem finden und mit nach Hause genommen haben. Und das ist auch eine Maßnahme, die man super einfach umsetzen kann als Hotel. Das kostet zwar ein bisschen was, die anzuschaffen, aber ich meine, was kostet so eine Palette von diesen Wegwerfbadeschuhen? Mit Sicherheit in einer ähnlichen Preisregion.

  129. 20:54
    Ronald M. Arndt

    Und da sprechen wir nur über Preis und Nachhaltigkeit. Am Ende, was ich ja auch, da muss man auch hervorheben, hat der Hotelier auch eine Story.

  130. 21:04
    Anna Wiesler

    Ja, auf jeden Fall.

  131. 21:05
    Ronald M. Arndt

    Ich spreche euch jetzt drauf an, erzählt weiter. Das ist ja das bisschen auch die Belohnung, die da oben drauf noch kommt, wenn man halt, wie ihr das macht, da keinen Stein auf dem anderen lässt und einfach überall guckt, mit Innovationskraft daran geht, ihr auch im Team natürlich, was man noch rausholen kann. Ihr habt halt richtig Bock drauf, ihr nehmt das ernst.

  132. 21:24
    Fabian Isele

    Definitiv, definitiv. Und wir sehen das Ganze eigentlich so: Es gibt Sachen, die sind nachhaltig und zahlen auch auf dein Konto ein. Und dann gibt es halt auch Sachen, die machst du einfach nur, weil sie nachhaltig sind, weil sie gut sind. Also diese Geschichte mit den Badeschuhen, das ist was, da sparen wir am Ende kein Geld. Das machen wir einfach nur, weil es nachhaltiger ist. Dann gibt es Sachen wie zum Beispiel die Hackschnitzelheizung anstatt einem Ölkessel oder einer Gastherme. Die sparen am Ende einfach auch Geld. Also die billigste Wärme ist einfach aus einem Hackschnitzel und ist trotzdem nachhaltig am Ende. Und das ist eigentlich uns auch ganz wichtig, dass wir das Geld, das wir übrig haben aus gewissen nachhaltigen Maßnahmen, dann auch in, ich sage jetzt mal, On-the-top-Maßnahmen investieren können.

  133. 22:07
    Ronald M. Arndt

    Aber das heißt, wie dein Vater früher beim Kartoffelacker Da wird immer noch wirklich so mit, klar, du hast ja vorher gesagt mit der Zertifizierung, da wird immer noch wirklich mit Report geführt, wo wir die nachher zeigen.

  134. 22:21
    Fabian Isele

    Das ist eine Excel-Tabelle, die ist seit 2004 jede Woche geführt. Also da gibt es keine Lücke drin. Also ich habe noch keine gefunden. Er hat das wirklich aufs Penibelste aufgezeichnet und wir wissen jeden Verbrauch jede Woche.

  135. 22:35
    Ronald M. Arndt

    Das zeigst du mir gerne mal.

  136. 22:37
    Klaus-Günther Wiesler

    Das ist genial.

  137. 22:37
    Fabian Isele

    Das sind ein Haufen Zahlen, aber interessant. Also ich finde es interessant.

  138. 22:41
    Klaus-Günther Wiesler

    Stark.

  139. 22:44
    Ronald M. Arndt

    So, jetzt mal ein bisschen was zum Kaffee noch, weil ich muss auf jeden Fall mal einen Schluck nehmen.

  140. 22:48
    Anna Wiesler

    Ja, und sag mal, wie es dir schmeckt.

  141. 22:51
    Ronald M. Arndt

    Nicht, dass ich hier gleich über den ganzen Tisch spucke.

  142. 22:53
    Anna Wiesler

    Ich hoffe doch nicht. Also ich habe schon probiert, meiner war gut.

  143. 23:05
    Ronald M. Arndt

    Schmeckt gut, schmeckt anders, definitiv.

  144. 23:11
    Anna Wiesler

    Ja, ist nämlich spezieller Kaffee.

  145. 23:12
    Ronald M. Arndt

    Also ich will nicht gerade, ob ich da irgendwie ein den Geschmack irgendwoher kenne. Ist ein bisschen nussig, oder? Genau, richtig nussig. Ich bin ja auch Pralinenmacher noch im Nebenberuf.

  146. 23:24
    Anna Wiesler

    Es schaut aus wie Kaffee, aber ist ein spezieller Kaffee.

  147. 23:26
    Ronald M. Arndt

    Kaffee-Nuss-Praline.

  148. 23:27
    Anna Wiesler

    Ja, und zwar ist es Lupinenkaffee. Die Lupine ist so eine Pflanze mit Blüte, die wächst überall eigentlich bei uns hier in Deutschland.

  149. 23:35
    Ronald M. Arndt

    Lupine?

  150. 23:35
    Anna Wiesler

    Ja, Lupine. Und die gibt es auch in verschiedenen anderen Produkten davon. Eins ist eben der Lupinenkaffee, da werden die Lupinensamen geröstet. Also ähnlich wie beim Kaffee, und dann kriegen sie das Röstaroma, werden gemahlen, und dann kann man die aufbrühen als Filterkaffee. Und das Tolle daran ist, es ist zwar kein Kaffee, aber es ist ein Kaffeeersatz aus Süddeutschland. Es gibt Biobauern, Kornkreis nennt sich die Firma, die sammeln das hier von den Bauern aus der Umgebung, und ist eine Erzeugergemeinschaft und stellen diesen Kaffee her. Der ist glutenfrei und koffeinfrei, also eine echte Alternative zum koffeinfreien Kaffee, und der ist aus Deutschland. Also der ist ganz neu. Wir haben heute den Probebrühtag gemacht und haben vor, den jetzt in Zukunft bei uns auch aufs Frühstücksbuffet zu stellen.

  151. 24:20
    Ronald M. Arndt

    Okay, also macht das.

  152. 24:22
    Anna Wiesler

    Würdest du als Gast trinken?

  153. 24:23
    Ronald M. Arndt

    Meine Freigabe habt ihr.

  154. 24:24
    Anna Wiesler

    Perfekt.

  155. 24:26
    Fabian Isele

    Aber den macht er morgens nicht wach, da ist kein Koffein drin.

  156. 24:28
    Ronald M. Arndt

    Habe ich gerade gedacht. Ich überlege gerade, was das für Konsequenzen bei mir hätte.

  157. 24:32
    Anna Wiesler

    Vielleicht ein bisschen Placebo.

  158. 24:33
    Ronald M. Arndt

    Okay, ein bisschen Placebo. Muss man halt ein Kännchen trinken. Ist ja auch sehr sympathisch, hier gibt es noch Kännchen Kaffee.

  159. 24:40
    Anna Wiesler

    Genau, und auch Tee als Kanne.

  160. 24:44
    Ronald M. Arndt

    Draußen nur Kännchen, hat man doch früher mal gesagt. Deinen Vater habe ich schon kennengelernt. Deine Schilderungen habe ich zur Kenntnis genommen. Also alles in allem ein sehr authentischer, cooler Typ. Wie war denn so die Kindheit, Anna? Wie ist man da groß geworden? War das so ein Vater, der immer— Das Hotel war ja von Anfang an da. Oma, Großeltern haben es aufgebaut. Das heißt, du bist ja im Hotel wirklich auch groß geworden.

  161. 25:09
    Anna Wiesler

    Ja, hat seine Vor- und Nachteile. Also Vorteil ist, man hat seine Family den ganzen Tag um sich und man hat natürlich auch andere Freiheiten als Hotelkind. Es gibt immer Eis im Haus, immer Kuchen und immer Fanta, Cola und das war's. Also als Kind ist das super. Aber bei uns ist es ein bisschen anders wie in anderen Hotelfamilien. Also tatsächlich musste ich nie mitarbeiten. Also es war jetzt nicht so wie, wir haben Personalmangel, du musst jetzt Service machen oder so. Das gab es bei uns einfach nicht, weil meine Eltern gesagt haben, sie wollen dass wir selber entscheiden können, ob wir ins Hotel rein möchten oder nicht. Und mein Bruder und ich, wir hatten die wildesten Vorstellungen, was wir machen wollen als Kinder. Zum Beispiel Polizeireiter war bei mir auch immer ganz, ganz groß.

  162. 25:51
    Ronald M. Arndt

    Den braucht man eher so in Stuttgart bei den ganzen Demos, die man da sehen kann.

  163. 25:54
    Anna Wiesler

    Ja, genau. Und dann hatte ich mein Abitur fertig und stand dann vor dem Punkt, da wird dir ja immer gesagt, du kannst alles machen mit deinem Abitur. Und dann war ich so, okay, was ist denn alles? Was will ich eigentlich machen? Und da habe ich mich dann dazu entschieden, dass ich eine Ausbildung als Hotelkauffrau mache.

  164. 26:08
    Ronald M. Arndt

    Okay, da hast du dann aber schon gesagt, jetzt erstmal Hotelkauffrau.

  165. 26:11
    Anna Wiesler

    Genau, weil ich dachte mir, Hotel eigentlich finde ich schon ganz cool und kaufmännische Ausbildung ist immer gut, selbst wenn ich danach sage, ah, es ist vielleicht nicht das Richtige für mich.

  166. 26:19
    Ronald M. Arndt

    Stimmt, du bist ja nicht Hotelfachfrau, sondern Hotelkauffrau.

  167. 26:20
    Anna Wiesler

    Genau, man kriegt die kaufmännischen Basics am Fachbeispiel Hotel quasi, so kann man das erklären. Und habe dann meine Ausbildung gemacht und dachte mir, ah, eigentlich ist es schon das, was ich machen will, weil wenn man unseren Job mal zusammenfasst, dann ist unsere Aufgabe eigentlich, den Gästen einen schönen Urlaub zu bereiten, und das macht jede Menge Spaß. Vor allem, wenn man das mit meinem ursprünglichen Wunsch von der Polizei vergleicht. Bei der Polizei ist es so, da freut sich keiner so richtig, dass du arbeitest, weil die meisten Leute haben ja ein Problem, wenn die Polizei kommt, und es hat immer so einen negativen Touch. In der Hotellerie, Gastronomie ist es was anderes. Die Leute sind freiwillig bei uns, die freuen sich, dass sie da sind, und wir versuchen unser Bestes, um einen schönen Urlaub zu machen und eine schöne Zeit zu bieten. Und der Gedanke, der ist eigentlich ganz cool bei uns.

  168. 27:09
    Ronald M. Arndt

    Schönes Bild, aber absolut richtiges Bild, dass man da einen Kopf hat. Dann hast du deine Ausbildung gemacht, aber ich glaube später sogar noch ein Studium draufgesetzt.

  169. 27:16
    Anna Wiesler

    Genau, ich war in Innsbruck, also österreichisch, Hotellerie und Gastronomie.

  170. 27:20
    Ronald M. Arndt

    Ach anders, oder auch familiengeführte Hotellerie.

  171. 27:23
    Anna Wiesler

    Ja, auf jeden Fall. Also in Innsbruck oder in Österreich allgemein ist jeder 10. Job im Tourismus. Also das ist wie bei uns die Autobranche, ist ein bisschen Tourismus.

  172. 27:31
    Ronald M. Arndt

    Ja, richtig.

  173. 27:32
    Anna Wiesler

    Und also genau richtig zum Lernen. Und da war ich eben am MCI in Innsbruck und habe Unternehmensführung in Tourismus und Freizeitwirtschaft studiert. Und das ging 3 Jahre lang. Und dann war ich gerade fertig mit meinem Studium und dachte, jetzt gehe ich noch die Welt erkunden. Und dann kam Corona. Und so bin ich bei uns quasi mit reingeschlittert. Also wir hatten dann einen Haufen Aufgaben, die übernommen wurden von mir auch. Und ja, ich will nicht sagen, ich bin stecken geblieben daheim, aber ich habe so viele Aufgaben und Projekte und die will ich jetzt nicht alleine lassen. Da bin ich ganz glücklich bei uns im Betrieb. Vor allem die Digitalisierung, das ist unser Baby.

  174. 28:07
    Ronald M. Arndt

    Digitalisierung und natürlich alle Nachhaltigkeitsthemen.

  175. 28:11
    Anna Wiesler

    Ja, auf jeden Fall. Ich weiß nicht, ob du unser neuestes Gadget auf dem Zimmer schon bemerkt hast, unseren Green Button?

  176. 28:20
    Ronald M. Arndt

    Irgendjemand hat da heute Morgen rumgespielt und rumgedrückt mit, aber natürlich in voller Absicht. Ich habe es so ein bisschen nebenher zur Kenntnis genommen. Da ging es ums Thema Zimmerreinigung heißt das, oder?

  177. 28:31
    Anna Wiesler

    Genau, das ist eben die digitale Lösung, wie die Gäste ihre Zimmerreinigung abbestellen können für den folgenden Tag.

  178. 28:37
    Ronald M. Arndt

    Und wie kommt sowas technisch dann hier unten an?

  179. 28:39
    Anna Wiesler

    Ja, ich war bei der Einrichtung dabei. Also auf jedem Stockwerk haben wir so Receiver, und die kommunizieren über— ich habe die Sendewellenlänge vergessen.

  180. 28:48
    Ronald M. Arndt

    Der weiß bestimmt wieder. Nicht dein Bereich.

  181. 28:52
    Anna Wiesler

    Das ist tatsächlich eine patentierte Technik von dem Unternehmen. Singular heißt die auch aus Stuttgart sind.

  182. 28:59
    Ronald M. Arndt

    Reines Product Placement hier.

  183. 29:02
    Anna Wiesler

    Und die haben diese Buttons, die quasi mit dem Empfänger kommunizieren. Der Empfänger ist bei uns ans LAN angeschlossen und schickt, also sammelt über den Tag bis zu einer Uhrzeit, die du festlegen kannst, die Daten und schickt dann eine gesammelte Liste von allen Zimmern, die gedrückt haben, an die Firma. Und die Firma schickt uns die E-Mail und wir kriegen dann jeden Morgen die E-Mail und wissen, wer gedrückt hat und welche Zimmer wir nicht reinigen. Und wir sparen natürlich dadurch auch CO2. Das hat der Fabi alles ausgerechnet, was wir einsparen. Und auch unser Housekeeping wird dadurch ein bisschen gespart.

  184. 29:36
    Ronald M. Arndt

    Einen brauchst du, der die Tabelle weiterführt, sonst wäre das ja irgendwann stehen geblieben.

  185. 29:41
    Anna Wiesler

    Ja, wir haben gesagt, wir möchten es den Gästen halt auch weitergeben, weil wir uns nachher nicht nachsagen lassen wollen, die Umwelt, das ist nur so ein grüner Touch, eigentlich wollen die Geld sparen. Und das Das wollen wir halt nicht, weil so sind wir nicht. Das hast du jetzt auch schon mitgekriegt. Das ist das Letzte, was wir möchten. Also haben wir gesagt, wir überlegen uns kleine Geschenke, die der Gast bekommt, wenn er drückt. Und das legen wir auf den Frühstückstisch am nächsten Morgen.

  186. 30:02
    Ronald M. Arndt

    Und so war es heute Morgen.

  187. 30:03
    Anna Wiesler

    Was gab es bei dir heute?

  188. 30:04
    Ronald M. Arndt

    Einen Lippenbalsam.

  189. 30:05
    Anna Wiesler

    Auch von der eigenen Kosmetikserie.

  190. 30:07
    Ronald M. Arndt

    Von deiner Mutter, genau. Von Eva Wiesler, jawohl.

  191. 30:09
    Anna Wiesler

    Genau. Und das ist einfach auch eine einfache Maßnahme für ein Hotel, wie man die Zimmerreinigung digital abbestellen kann, ohne dass die Mitarbeiter viel Arbeit damit haben, weil das läuft eigentlich von selber.

  192. 30:21
    Ronald M. Arndt

    Definitiv. Ja, ja, Digitalisierung trifft Nachhaltigkeit. Spannend.

  193. 30:26
    Anna Wiesler

    Passt ganz gut zusammen.

  194. 30:27
    Ronald M. Arndt

    Passt sehr gut zusammen. Jetzt meinte meine Frau noch, ich habe das alles noch gar nicht so zur Kenntnis genommen, jetzt habe ich die ganze Zeit nur diesen Wermut im Kopf da für heute Morgen. Richtig heiß gemacht hast du mich da jetzt. Bundesverdienstkreuz hat dein Vater irgendwie mal errungen. Ja.

  195. 30:45
    Anna Wiesler

    Ja, das war vor, ich glaube, es ist 3 Jahre her. Da hat er das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen, unter anderem für sein Engagement in der Nachhaltigkeit, weil er hat die Nachhaltigkeit bei uns und in der Branche schon vorangetrieben. Ich habe es vorher schon eingangs erwähnt, wir sind schon lange auf dem Trip, auch haben damit schon angefangen, bevor es Nachhaltigkeit hieß eigentlich. Und mein Vater war immer dabei, Sachen zu teilen und auch die Erfahrung, wo er macht, mit den anderen zu teilen, weil seine Devise ist, je mehr Leute nachhaltig sind, desto besser. Und so habe ich—

  196. 31:20
    Ronald M. Arndt

    an der Stelle empfehle ich auch mal einen Blick auf die Webseite, weil da gibt es ja, glaube ich, eine Menge Videos mit deinem Vater.

  197. 31:25
    Anna Wiesler

    Ja, genau, vom Dehoga Umweltcheck, da haben wir ein paar Videos gemacht. Und er hat zum Beispiel die Naturparkwirte bei uns hier in der Umgebung gegründet. Das ist ein Verein von Wirten und Hotels, die sich dazu verpflichtet haben, mindestens 30% der Gerichte, die müssen vorwiegend aus regionalen Speisen, aus regionalen Produkten aus der Umgebung bestehen. Klar darf man Salz und Pfeffer schon verwenden, aber die Hauptzutaten sollten hier aus dem Naturpark kommen. Und der Verbindung haben sich immer mehr Leute angeschlossen und mittlerweile wurde es sogar im Nordschwarzwald auch schon kopiert. Also er hat natürlich geholfen, das dort auch zu implementieren und ist einfach eine schöne Möglichkeit, auch die anderen ein bisschen ins Boot zu nehmen und auch die regionalen Lieferanten zu fördern, dass die Wertschöpfung halt auch irgendwie—

  198. 32:12
    Ronald M. Arndt

    und die anderen folgen dann, weil sie den Sinn darin sehen. Ja, also ja, und aber natürlich kann man auch wieder geschlossen auftreten gegenüber dem Endkunden, gegenüber Lieferanten und so weiter.

  199. 32:24
    Anna Wiesler

    Auf jeden Fall. Und Nachhaltigkeit, jetzt wird es immer mehr zum Thema und so langsam achten auch die Konsumenten darauf, welche Produkte nachhaltig sind. Wir haben lange überlegt, Kommen die Gäste, weil wir nachhaltig sind, oder kommen sie und merken dann, dass wir nachhaltig sind? Okay. Und ich würde mal sagen, früher war das so, die Gäste kamen zu uns, und an manchen Stellen hin und wieder versuchen wir so langsam drauf aufmerksam zu machen, das ist nachhaltig bei uns, und hier siehst du da, aber ganz dezent. Wie gesagt, wir wollen ja nicht mit erhobenem Zeigefinger rumrennen und sagen, in einem nachhaltigen Hotel darfst du nur 2 Minuten duschen. Und jetzt so langsam interessieren sich aber die die Gäste immer mehr dafür. Und ich glaube, dass wir mittlerweile auch viele Gäste haben, die kommen, weil wir nachhaltig sind.

  200. 33:07
    Ronald M. Arndt

    Weil es spannend auch ist. Ja, also mich würde schon manchmal interessieren, was so in eurem Kopf noch alles an Ideen rumschwirrt, was man alles machen kann. Ja, und Fabian zöppelt schon, da gibt es doch die ein oder andere Idee.

  201. 33:20
    Fabian Isele

    Das Thema unserer Zeit ist doch CO2.

  202. 33:22
    Ronald M. Arndt

    Was dringelt denn da, Fabian? Also wäre so die Frage.

  203. 33:24
    Fabian Isele

    Das Thema unserer Zeit ist doch CO2, wirklich Klimaschutz, oder?

  204. 33:28
    Ronald M. Arndt

    Also schon mal gehört, ja.

  205. 33:29
    Fabian Isele

    So, so, so vielfältig diese Nachhaltigkeit, aber der Klimaschutz sag ich, ist im Moment das Allerwichtigste. Und da können wir so lange Artenschutz betreiben, wie man möchte, aber wenn man das Klima nicht rettet, also das klingt jetzt ein bisschen apokalyptisch, dann bringt der ganze Artenschutz nichts. Und deswegen das Thema CO2, also das haben wir vor allen Dingen in den letzten 2, 3 Jahren noch mal richtig im forciert. Und wir machen mittlerweile auch eine betriebliche CO2-Bilanz, kompensieren aber nicht alle Emissionen. Also wir haben nicht das— also natürlich ist das Ziel, klimaneutral zu sein, aber schafft man eben nicht ganz. Wir müssen immer kompensieren. Und Kompensation, das werden mit Sicherheit auch Leute, die sich damit beschäftigt haben, schon verstanden haben, Kompensation ist ein kompliziertes Thema. Also da müssen wir immer in den globalen Süden gehen. Wir können nicht regional kompensieren. Kompensieren. Und das ist für uns immer so ein bisschen komisch, weil wir kehren einfach gerne vor unserer Tür.

  206. 34:31
    Ronald M. Arndt

    Du meinst, in den Süden gehen? Wie meinst du das?

  207. 34:35
    Fabian Isele

    Also in den globalen Süden.

  208. 34:36
    Ronald M. Arndt

    Also das sind dann offiziell zertifizierte Projekte, wo dann beispielsweise Bäume gepflanzt werden oder sonst was, damit wir hier weitermachen können.

  209. 34:43
    Fabian Isele

    Genau, da kommt dann der WWF und zertifiziert dann so und so viele Tonnen CO2 für die Baumpflanzaktion oder für den Austausch gegen Biomasse. Kocher und so weiter.

  210. 34:54
    Ronald M. Arndt

    Da war ja auch jetzt zuletzt oder schon über mehrere Monate oder Jahre dieses Projekt da stark in die Kritik geraten von diesem früher ganz Jungen, der Junge, der da mit seinen Bäumen gepflanzt hat. Das war ja wirklich ins Zwielicht geraten.

  211. 35:08
    Klaus-Günther Wiesler

    Ja, genau.

  212. 35:08
    Fabian Isele

    Also auch bei uns ist das Thema, wir haben unterschiedliche Gründe.

  213. 35:11
    Ronald M. Arndt

    Am Anfang haben wir uns mit der beste, die beste Lösung ist sicherlich vor der eigenen Haustür.

  214. 35:14
    Fabian Isele

    Genau. Am Anfang haben wir uns auch gedacht, wir haben ja auch noch einen Wald, wir haben einen Wald, wir haben ein Moor. Ja, und da haben wir gedacht, ja super, wir haben so viel Wald, wir haben so viel Moor. Ich habe das mal überschlagen, da wären wir klimapositiv. Okay, ja, ist aber nicht möglich, weil Deutschland sich das anrechnet für ihre CO2-Bilanz quasi. Also man will ja auch in Deutschland bis 2045 klimaneutral sein.

  215. 35:35
    Anna Wiesler

    Ja, okay, wir nennen das CO2-Enteignung, weil also es ist wirklich nicht möglich, in Deutschland zu kompensieren. Wir haben uns wirklich lange mit dem Thema beschäftigt, aber es ist kompliziert. Ja, ja, und wir wünschten uns irgendwie, das wäre vielleicht auch so ein Appell, wenn das hier jemand hört, der da was zu sagen hat, dass man in Zukunft auch CO2 in Deutschland kompensieren kann. Also ich vergleiche das immer gern mit den Einwohnern. Titisee, hier zählt die Einwohner und Deutschland zählt auch seine Einwohner und trotzdem zählt Titisee die Einwohner. Warum können wir das System nicht auch auf CO2 anwenden? Weil dann wäre es möglich, dass wir hier im Schwarzwald kompensieren. Wir waren schon mit Förstern dran, die alle ganz happy waren, dass wir so viele Leute haben, die gern kompensieren würden hier im Schwarzwald. Aber jetzt, da man sich das halt nicht anrechnen lassen kann, machen wir das schon zum Teil. Aber wenn du richtig kompensieren willst, um klimapositiv oder neutral zu werden, musst du ins Ausland gehen. Und das ist wahnsinnig schade, weil wir so viel Potenzial im Land haben.

  216. 36:32
    Fabian Isele

    Ja, und auch die klassischen Baumpflanzprojekte. Also wenn du dich mit einem Förster hier unterhaltest, der sagt dir, Das Bäume pflanzen ist eigentlich nicht unbedingt das Problem. Es geht eher um die Biotoppflege, dass die Bäume auch wirklich erhalten bleiben und nicht eingehen und dass die richtigen Bäume gepflanzt werden. Und selbst manche gehen ja—

  217. 36:48
    Ronald M. Arndt

    Nochmal, Bäume erhalten ist nicht das Problem?

  218. 36:50
    Fabian Isele

    Nein, Bäume pflanzen ist nicht das Problem. Also da sind auch wirklich Gelder da vom Fonds BW, kann man das ja auch so sagen. Da sind Gelder da. Es geht einfach um die Pflege, also dass am Ende die Bäume auch weiter wachsen können und nicht irgendwann eingehen nach 2, 3 Jahren.

  219. 37:04
    Ronald M. Arndt

    Ah ja, genau, richtig.

  220. 37:06
    Fabian Isele

    Das ist viel wichtiger, aber das kann man sich halt schlecht anrechnen lassen beim CO2. Man macht ja eine Biotoppfläche.

  221. 37:11
    Ronald M. Arndt

    Vor allem auch Folgekosten, die nochmal um ein Vielfaches höher sind, als die Bäume mal da kurz zu pflanzen.

  222. 37:17
    Fabian Isele

    Genau so ist es, ja.

  223. 37:19
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  224. 37:20
    Fabian Isele

    Das ist wirklich ein schwieriges Thema, aber wir probieren es trotzdem anzugehen. Und ich hoffe, du hast es auch gemerkt bei deiner Anreise oder hast es mal gesehen, in der Lobby vorne haben wir einen kleinen Aufsteller stehen. Ist dir der aufgefallen mit klimafreundlich Urlaub machen?

  225. 37:34
    Ronald M. Arndt

    Ehrlich gesagt nein.

  226. 37:36
    Fabian Isele

    Okay, also dann, das ist neben dem Kinderteller, gibt's genau, gibt's noch eine, noch was, was du auf jeden Fall anschauen musst. Und da bitte ich dich auch mal, den QR-Code einfach mal zu scannen und zu schauen, wo du vorbeikommst.

  227. 37:48
    Ronald M. Arndt

    Also ich mit meiner Familie auf dem Zimmer war und die alle erstmal genau Spielsachen ausgepackt waren, so gesehen.

  228. 37:55
    Fabian Isele

    Ja, nee, also du hast doch die Möglichkeit, bei uns einen klimaneutralen Urlaub zu machen, für dich alleinig. Ja, also du kannst deine Emissionen für deine Anreise kompensieren und auch die Restemissionen, die hier im Hotel dann auch emittierst. Also bei uns ist das ein Kilogramm. Das ist jetzt mein Verhältnis. Wie viel sind ein konventionelles Hotel? Ich glaube 22 Kilogramm pro Übernachtung. Ja, und also das meiste ist tatsächlich dann die Anreise mit deinem SUV.

  229. 38:21
    Ronald M. Arndt

    Ich kann ja morgen mit dem See versenken und dann mit der Bahn heimfahren.

  230. 38:24
    Fabian Isele

    Genau, ja, vorher das Öl rauslassen.

  231. 38:28
    Anna Wiesler

    Genau, das ist so das Projekt, was wir jetzt auch mit am neuesten am Laufen haben, um zu schauen, ob die Gäste überhaupt auch ihren Aufenthalt klimaneutral gestalten möchten.

  232. 38:37
    Ronald M. Arndt

    Ich finde es im Klimateller schon am besten. Ja, und du reist an und kriegst aber—

  233. 38:40
    Anna Wiesler

    ja, wirklich. Also wie gesagt, wenn du mit einem E-Auto angereist wärst, hätte dir unsere Rezeption einen Gutschein für den Klimateller in die Hand gedrückt. Und aber auch sonst ist es nicht so teuer. Wie der Fabi schon gesagt hat, unsere Emissionen im Hotel sind so gering, dass du eigentlich zum Großteil deine Anreise kompensierst. Und wenn du— wir haben da so ein paar Vergleichszahlen— wenn du jetzt 300 Kilometer zu uns fährst, zum Beispiel von Frankfurt, so ungefähr 300 Kilometer hin und zurück, 600 Kilometer, und 7 Nächte bei uns bleibst, dann zahlst du mit deiner Familie, also fürs Zimmer und der Anreise, 6 Euro insgesamt. Und du bist klimaneutral bei uns. Also der Betrag ist nicht sonderlich groß.

  234. 39:19
    Ronald M. Arndt

    Jetzt nehme ich mal an, hätte es Corona nicht gegeben, du wärst noch mal auf Weltreise gegangen, dass du jetzt unter Umständen auch verschiedene Hotels dir noch mal angeschaut hättest, dabei weniger irgendwelche großen Kisten in Dubai und sonst wo, sondern auch vielleicht noch mal Vorbilder, Benchmarks in dem Bereich, die besonders nachhaltig sind. Kann man denn, gibt es da, sind es immer Einzelpersonen oder einzelne Hotels weltweit, die da irgendwie gute Sachen in dem Bereich machen? Oder gibt es schon ein Land, wo man sagen kann, die sind wirklich so im Großen und Ganzen Vorreiter? Und Neuseeland, oder?

  235. 39:55
    Anna Wiesler

    Ja, also was ich so mitbekommen habe, hängt das schon an Einzelpersonen. Wie ich vorher schon zu Beginn gesagt habe, Tipp Nummer 1: Nachhaltigkeit ist Chefsache. Man merkt einfach, ob der Inhaber dafür brennt oder nicht, wenn man in den Laden reinkommt. Und ein Hotel zum Beispiel, was auch super mit dabei ist, ist das Kreativhotel Louise. Louise? Ja, weiß nicht, ob du das kennst. Die sind in Erlangen, ist ein Businesshotel.

  236. 40:24
    Ronald M. Arndt

    Auch spannend, einmal Businesshotel.

  237. 40:25
    Anna Wiesler

    Ja, die haben zum Beispiel auch kein Restaurant, die machen nur Frühstück. Da haben die ganz andere Emissionen im F&B-Bereich. Also wir haben uns eben lange auch mit mit dem Ben heißt er, ausgetauscht. Und da merkst du auch, dass er einfach persönlich auch dafür brennt. Und ja, ob es ein gewisses Land gibt, ich weiß nicht, was sagt dein Benchmark?

  238. 40:43
    Fabian Isele

    Vielleicht, vielleicht kann man Tirol da auch noch mal hervorheben. Also Tirol macht auch wirklich relativ viel und hat sehr viele zertifizierte Bio-Hotels, so wie ich das mal gesehen habe. Ansonsten würde ich sagen, das sind Leuchttürme, ja, die vereinzelt halt überall stehen, und um die Leuchttür mit drumrum wächst vielleicht auch das Netzwerk, ja, mehr.

  239. 41:05
    Anna Wiesler

    Was man vielleicht sagen kann, auf die Region bezogen, wir haben uns da lange auch Gedanken im Zuge unseres Vortrags für die besten Hotels gemacht, und es sind vielleicht die Regionen, wo man das eher findet.

  240. 41:18
    Ronald M. Arndt

    Weil wie dein Vater, der da einfach andere noch mit ins Boot holt, mitzieht.

  241. 41:21
    Anna Wiesler

    Genau. Und jetzt nehmen wir mal den Schwarzwald, das ist ein Ländle.

  242. 41:23
    Ronald M. Arndt

    Und das Ganze im Hochschwarzwald, in Nordschwarzwald auch mal ankommen da oben.

  243. 41:27
    Anna Wiesler

    Genau, und jetzt nimmst du die Region Schwarzwald, eine ländliche Region, da hat man halt ganz andere Möglichkeiten für nachhaltige Maßnahmen wie in einem Stadthotel, weil wir haben, ich würde mal sagen, ein bisschen mehr Platz drumherum. Wir haben vielleicht auch noch eher den Bezug zu den Nachbardörfern um uns herum und da fällt es vielleicht ein bisschen einfacher, mit nachhaltigen Aktionen zu starten. Wir haben zum Beispiel auch unser Bienenhotel und eine Blumenwiese und Bei einem Stadthotel ist es vielleicht ein bisschen schwieriger. Es ist nicht unmöglich. Hier unser Kollege mit dem Kreativhotel, Luis zum Beispiel, der hat auch einen Garten auf seinem Dach und alles, obwohl er mitten in der Stadt ist. Also alles möglich. Aber vielleicht ist es im ländlichen Raum ein bisschen einfacher.

  244. 42:09
    Ronald M. Arndt

    Okay. Ich habe irgendwann zwischendurchs Zählen aufgegeben unserer Maßnahmen. Weiß ich nicht. Können 20 haben oder auch 5. Ich weiß es nicht. Ich werde nachher nochmal nachzählen, um dann auch sagen zu können, hier 10 Maßnahmen, um morgen schon oder in kurzer Zeit nachhaltiger zu sein. Fällt euch noch was ein, gerade was man vielleicht so, also wirklich so ein No-Brainer eigentlich ist?

  245. 42:35
    Anna Wiesler

    Ja, also wenn man das jetzt clustern würde, dann sind halt die Energie—

  246. 42:39
    Ronald M. Arndt

    Oder haben wir schon alle Hotelbereiche durch?

  247. 42:41
    Anna Wiesler

    Ja, ich versuche das auch gerade. Also über Energie haben wir gesprochen. Was auch ein großes Thema ist, das haben wir noch nicht angesprochen, das fällt manchmal so ein bisschen hinten runter, ist die Strommaximierung. Ja, wie nennt man es genau? Fachmann?

  248. 42:57
    Fabian Isele

    Maximierungsoptimierung. Also am Ende ist ja so, man zahlt ja auch seinen Strompreis im industriellen Bereich auch nach dem Strommaximum. Je niedriger das ist und desto konstanter der Stromverbrauch über den Tag, desto niedriger dein Preis. Gerade in den jetzigen Zeiten, also ich Mein Vater hat jetzt gerade eine Stromerhöhung gekriegt, der zahlt 42 Cent für die Kilowattstunde. Das ist unfassbar viel Geld. Und wenn man jetzt als Hotel hergeht und wirklich eine Strommaximierungsoptimierung, das klingt jetzt wirklich hölzern, aber eine Strommaximierungsoptimierung macht, dann kann man auch wirklich den Preis drücken beim Energieversorger. Also da geht es auch darum, so richtige Stromspitzenmaschinen, sage ich jetzt mal, wie beispielsweise eine Sauna, wie beispielsweise ein Trockner oder eine Waschmaschine. Da muss man schauen, dass man so wenig wie möglich Strom verbraucht.

  249. 43:49
    Ronald M. Arndt

    Das wäre nochmal so das ganze Thema, wie du sagst, Strom in der Küche, Energie. Aber LED, klar, hatten wir schon. Aber ich glaube, sogar in der Küche gibt es Beispiele, im Kühlbereich Erfindungen von deinem Vater, Lichtschranke gibt es irgendwie bei der Wärmelampe und so.

  250. 44:02
    Fabian Isele

    Also das ist eine kleine Maßnahme, aber Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist. Ich habe es mal ausgerechnet, ich habe aber die Zahlen leider wieder vergessen.

  251. 44:10
    Ronald M. Arndt

    Die gucken wir uns ja nachher an, natürlich. Tabelle. Genau, gucken wir uns alle an.

  252. 44:14
    Fabian Isele

    Und da ist es so, dass wenn das Essen unterm Pass steht, dann registriert eine Lichtschranke, okay, da steht Essen, dann gehen die Lampen an. Sobald das Essen vom Service geholt wird, abgeholt wird, geht das Licht aus, also brennen die Lampen weniger. Genauso auch, also was viel mehr noch einzahlt auf das Elektrizitätskonto, ist der Wäschetrockner, ja, mit Warmwasseranschluss. Also da haben wir im Prinzip nur Strom, über die Lüftung, wo da zirkuliert, und über die Trommel, die sich bewegt. Und die Wärme kommt 100% aus den Hackschnitzeln. Genau das Gleiche, ähnlich ist auch bei den Saunen so. Also wenn du nachher hoffentlich noch mal in die Sauna gehst, achte mal drauf, schau mal zwischen den Bänken durch, da sind Radiatoren drin, also wirklich Heizkörper. Da ist eine Fernwärmeleitung rübergelegt an die Saunen, die heizt die Sauna auf ich würde mal sagen 50 Grad ungefähr vor, und dann das restliche Delta bis 80 Grad oder 90 Grad wird dann mit Strom noch geheizt, klar. Aber wir heizen schon mal vor auf 50 Grad, also brauchen wir auch weniger Strom.

  253. 45:16
    Ronald M. Arndt

    Ja, okay, cool.

  254. 45:19
    Anna Wiesler

    Ja, das sind halt alles so Maßnahmen, die man teilweise jetzt dann auch schon im Markt kaufen kann. Also die Wäschetrockner-Geschichte hat mein Vater mit der Firma Stahl zusammen entwickelt, auch schon wieder eine Stuttgarter Firma.

  255. 45:30
    Fabian Isele

    So eine Sendung hätten wir tun können.

  256. 45:33
    Ronald M. Arndt

    Na gut, das sind ja alles—

  257. 45:35
    Anna Wiesler

    Ja, aber das ist einfach klasse, da reden wir einfach auch gerne drüber. Genau. Weil Stahl hat es halt geschafft, diese Idee auf den Markt zu bringen und jetzt kann man das auch einfach kaufen. Und so viel zu, wie einfach können Hotels nachhaltig werden, indem man die Produkte, die es jetzt schon auf dem Markt gibt, einfach bei sich im Hotel implementiert. Zu den Trocknern muss man halt dazu sagen, also die werden mit Warmwasser betrieben, es ist ein bisschen kühler, wie wenn man das mit Strom heizt. Aber die 10 Minuten, Viertelstunde, wo die Ladung halt länger braucht, die nehmen wir gerne in Kauf dafür, dass wir einfach Strom sparen und zwar massiv Strom sparen. Aber jetzt muss ich halt auch wieder aus dem Nähkästchen vom Operativen plaudern. Es ist halt so, dass bei uns manchmal auch Geräte aus dem Strom rausfliegen wegen der Strommaximierungsoptimierung. Zum Beispiel eben, wenn die Spülmaschinen laufen und dann läuft noch der Induktionsherd, der braucht Strom und dann kann es schon mal sein, dass dass das eine oder andere Gerät sich mal kurz für 2 Minuten oder so verabschiedet. Aber wenn man es weiß und damit umgehen kann, dann ist das auch okay. Und da ist es auch wieder wichtig, dass es Chefsache ist, weil man muss schon dastehen und den Mitarbeitern das halt auch erklären und sagen, jetzt habt 2 Minuten Geduld.

  258. 46:49
    Ronald M. Arndt

    Und auch mal so den Ausfall hinnehmen. Genau.

  259. 46:51
    Anna Wiesler

    Und wir machen das, weil am Ende vom Tag rentiert sich das für uns wieder. Und ja, das ist halt das Für und Wider von der Nachhaltigkeit. Einerseits eben Geld sparen oder halt Ressourcen sparen, auf der anderen Seite dann eben den moralischen Aspekt. Und ja, ich glaube, wir könnten noch Stunden drüber reden.

  260. 47:10
    Ronald M. Arndt

    Ja, nee, aber würde jetzt mal auch kurz einen Cut machen und ja auch wirklich unsere Zuhörer ermuntern, Kontakt zu euch aufzunehmen, denn ihr sprudelt ja, ihr seid ja echte Freaks in dem Bereich und es ist nicht irgendwie irgendwo hergeholt, sondern hier alles getestet und gelebt. Bei dir gibt es eine Selbstständigkeit noch im Hintergrund, Isele Sustainergy. Genau, ja, es ist ein schönes Wort, schöne Wortschöpfung.

  261. 47:38
    Fabian Isele

    Genau, spezielle Wortkombination aus sustainable, also nachhaltig, und Energy. Sustainergy, ja, gut, gut, gut. Kann man sich auch darüber streiten.

  262. 47:47
    Ronald M. Arndt

    Wenn man es ein bisschen übt, kriegt man es. Ich habe den ganzen Tag schon geübt im Whirlpool, saß ich immer: Sustainergy, Sustainergy.

  263. 47:52
    Fabian Isele

    Ja, zum E-Mail-Adresse durchgeben am Telefon ist es also ein bisschen schwierig.

  264. 47:57
    Ronald M. Arndt

    Also wir packen es immer halt an die E-Mail-Adresse direkt in die Shownotes.

  265. 48:00
    Fabian Isele

    Ja genau, da kann man sich einfach rauskopieren. Ja genau, also cool. Tatsächlich, das hat sich auch wirklich aus dem Hotel raus entwickelt. Also das Ganze mache ich seit einem Jahr und bin mittlerweile auch fast wie ein Festangestellter bei der Hochschwarzwald Tourismus GmbH, auch als Nachhaltigkeitsbeauftragter unterwegs und mache auch verschiedene Projekte außerhalb vom Seehotel, die auf das Nachhaltigkeitskonto einzahlen. Also da trete ich wirklich in die Fußstapfen vom Vorgänger.

  266. 48:30
    Ronald M. Arndt

    Ja, da ist er, jetzt muss er mal ins Bild. Ja, die Kamera läuft. Herr Wiesele, kommen Sie mal kurz einfach mal hier in die Kamera. Ja, auf dem Sofa.

  267. 48:38
    Fabian Isele

    Perfekt, wir wollten den Zeitpunkt.

  268. 48:42
    Ronald M. Arndt

    Das ist jetzt aber ein schöner Moment für mich. Ja, wir haben ja die beiden jetzt schon wirklich sehr persönlich kennengelernt, aber auch die 250 Maßnahmen und mehr, die hier über die ganze Zeit im Hotel schon initiiert worden sind. Hochachtung, definitiv.

  269. 49:00
    Klaus-Günther Wiesler

    Dankeschön. Wir sind noch am Weg.

  270. 49:03
    Ronald M. Arndt

    Genau, der Weg geht ja noch lange weiter.

  271. 49:06
    Klaus-Günther Wiesler

    Das Ende ist nicht abzusehen.

  272. 49:09
    Anna Wiesler

    Okay.

  273. 49:09
    Ronald M. Arndt

    Und von was träumen Sie noch? An welcher großen Maßnahme? Wo könnte noch mal so ein Meilenstein liegen, um das Hotel noch mal—

  274. 49:19
    Klaus-Günther Wiesler

    Das ist wie eine Treppe, die man hochläuft. Ein Schritt nach dem anderen.

  275. 49:26
    Ronald M. Arndt

    Immer gut, um nicht runterzufallen.

  276. 49:28
    Klaus-Günther Wiesler

    Ja, die Dinge entwickeln sich. Das, was uns vor 20 Jahren bewegt hat, das waren ganz andere Dinge als heute. Die Möglichkeiten verändern sich, die Ansprüche werden anders. Man lernt, ja, man lernt, und daraus ergeben sich neue Projekte.

  277. 49:47
    Ronald M. Arndt

    Super. Und das jetzt auch mit den eigenen Kindern und der jüngeren Generation teilen zu können, ist doch was ganz Besonderes, oder?

  278. 49:54
    Klaus-Günther Wiesler

    Ja klar, die bringen ihren Input, die lesen andere Dinge wie ich und sehen andere Dinge.

  279. 49:59
    Ronald M. Arndt

    Aber dass man da Gesprächsthemen hat einfach, das ist ja, oder einfach so eine gemeinsame Motivation ist das Schönste.

  280. 50:06
    Klaus-Günther Wiesler

    Ja, das ist so ein never-ending Brainstorming.

  281. 50:11
    Ronald M. Arndt

    Aber Erfolgsgeheimnis wird auch sein, wie die Anna meinte, dass niemals, also sie nicht und ihr Bruder auch nicht, irgendwie gezwungen ist, falsches Wort, aber dass da der Weg irgendwie so vorgezeichnet war, im Familienunternehmen weiterzumachen.

  282. 50:27
    Klaus-Günther Wiesler

    Ja, ich glaube, Druck erzeugt Gegendruck, und das wollten wir halt nicht aufbauen.

  283. 50:33
    Ronald M. Arndt

    War das bei Ihnen früher auch so, oder war das irgendwie klarer damals? Andere Generation natürlich.

  284. 50:38
    Klaus-Günther Wiesler

    Nee, das war genauso meine Entscheidung.

  285. 50:40
    Ronald M. Arndt

    War genauso, okay.

  286. 50:41
    Klaus-Günther Wiesler

    Ich habe zwei Brüder, die haben sich anders entschieden. Also die Entscheidung liegt bei dir.

  287. 50:46
    Ronald M. Arndt

    Okay, toll. Ja, ausgezeichnet. Ich bin der größte Fan schon vom Bio-Hotel Wiesler. Ganz lieben Dank Ihnen jetzt sogar in der großen Runde. Wir haben noch ganz viel zu besprechen. Das nächste Mal im Whirlpool, und dann komme ich wieder aus Stuttgart, und dann natürlich nicht mit dem SUV, sondern da hole ich mir den Klimateller ab. Genau, das ist natürlich schon SUV-mäßig.

  288. 51:14
    Klaus-Günther Wiesler

    Da muss man Kante zeigen.

  289. 51:16
    Ronald M. Arndt

    Da muss man Kante zeigen, genau. Herzlichen Dank Ihnen. Merci. Bitteschön, danke.