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Germany · Episode #28 · 09.06.2022 · 21 Min

The Dutch Hotel Guy

Alex ObertopSIDE Design Hotel
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Aufgenommen: SIDE Design Hotel, Hamburg

Standbild aus der Episode mit Alex Obertop Germany21 Min

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„Es geht ja um den Menschen. Der Mensch soll im Mittelpunkt stehen und die Persönlichkeit. Und wenn wir die Persönlichkeit verdecken müssen, dann machen wir irgendwas falsch.“

Alex Obertop, 07:37

Ronald M. Arndt trifft Alex Obertop in der orangenen Suite des Side Hotels in Hamburg. Obertop erzählt, warum gelockerte Grooming-Standards und die Initiative Digi-Botschafter aus Mitarbeitern die besten Botschafter eines Hauses machen, und was ihn 17 Jahre direkte Arbeit mit Horst Schulze bei Ritz-Carlton und Capella geprägt haben. Dazu kommt, wie die komplette Schließung für die Renovierung 2018 das Haus in den Algorithmen der Portale abstürzen ließ.

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Kernaussagen

  1. Persönlichkeit nicht verdecken: In der Fünf-Sterne-Hotellerie waren Bart und sichtbare Tattoos lange tabu. Obertop hält die Grooming-Standards im Side bewusst locker: Der Mitarbeiter soll gepflegt aussehen und eine positive Ausstrahlung haben, über alles andere wird nicht diskutiert.
  2. Mitarbeiter als Botschafter: Mit der BG3000 und Simone Steinlücke hat Obertop die Initiative Digi-Botschafter gestartet: ein Kurs für Auszubildende über sechs Wochen, sechsmal eine Stunde, zu Social Media, Online und Datenschutz. Wer Mitarbeitern erlaubt, online zu zeigen, wo sie arbeiten, kann an der Arbeitgebermarke arbeiten.
  3. Komplettschließung kostet Sichtbarkeit: Für die Renovierung 2018 war das Haus drei Monate komplett zu. Ohne Bewertungen und Buchungen sackte es auf den Portalen auf Seite zwei oder drei ab. Mit diesem Wissen über die Algorithmen würde Obertop so nicht mehr schließen.
  4. Siebzehn Jahre Horst Schulze: Obertop arbeitete 17 Jahre direkt mit Horst Schulze, bei Ritz-Carlton und Capella, und eröffnete mit ihm und Cyrus Heydarian den Breidenbacher Hof. Schulzes Satz, er komme, um mit seinen Freunden Exzellenz zu erreichen und dabei viel Freude zu haben, hat er übernommen.
  5. Familienunternehmen lässt ausprobieren: Seaside hat fünf Häuser in Deutschland, eines auf den Kanaren und das Seaside Finolhu auf den Malediven, gegründet von Theo Gerlach in den frühen 70er Jahren auf Gran Canaria. Als Familienunternehmen kann das Side nach Obertops Worten viele Sachen einfach ausprobieren.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Bei meiner Stimme könnte man meinen, dass ich die 100. Folge von "Generation Hotelier" sehr überschwänglich gefeiert habe. Von Herzen gratuliere ich Alex Obertop und Zeev Rosenberg hierzu, ihr seid wahre Pioniere.

In der Vergangenheit unter anderem für Ritz-Carlton und die Capella Hotel Group tätig, eröffnete er zusammen mit Horst Schulze den legendären Breidenbacher Hof in Düsseldorf wieder, welcher heute von Cyrus Heydarian geführt wird. Und seit fast 8 Jahren steht Alex Obertop nun schon dem SIDE Design Hotel in Hamburg als einem der ersten Designhotels weltweit vor.

Dass es hier eine in weiten Teilen orangefarbene Suite gibt, war wohl eher die Idee des italienischen Architekten und Designers Matteo Thun. Dass wir uns zum Hotel-Podcast in eben jener getroffen haben, dürfte mit den niederländischen Wurzeln des heutigen Hoteldirektors zu tun haben.

Dass sein Blick stets weit über den Tellerrand reicht, beweist Alex Obertop nicht zuletzt mit seiner Initiative der Digi-Botschafter (www.digi-botschafter.de), welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als die besten Botschafter eines Hotels sehen und sich auf diese Weise für eine Arbeitgebermarke ganz neue Möglichkeiten ergeben. Zudem ist er Vorstandsmitglied der Fair Job Hotels an der Seite von Maria Mittendorfer und Alexander Aisenbrey.

Lust auf noch mehr? Dann schaut mal unter www.alexobertop.com und www.generationhotelier.de vorbei.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen21 Min · Ronald M. Arndt und Alex Obertop

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:07
    Ronald M. Arndt

    Ja, Alex, weißt du, was das Schlimmste ist für einen Podcaster?

  2. 00:12
    Alex Obertop

    Erzähl es mir, ich bin gespannt.

  3. 00:13
    Ronald M. Arndt

    Wenn er so eine Stimme hat wie ich heute.

  4. 00:16
    Alex Obertop

    Ja, aber es hat auch wieder was. Das heißt, du hast viel gesprochen und vielleicht auch das ein oder andere Gläschen getrunken und Spaß gehabt.

  5. 00:22
    Ronald M. Arndt

    Und vielleicht, das ist doch wunderbar, wächst die weibliche Zuhörerschaft durch die besondere Stimme, die ich da habe. Aber ich wollte es mir nicht nehmen lassen. Hier mal beim Alex Obertop vorbeizukommen, dich näher kennenzulernen und natürlich dein Side Hotel. Ja, ganz, ganz, ganz zentral hier in der Hansestadt gelegen, im Herzen. Ja, und doch meine ich manchmal, dass ich dich schon besser kenne, als es in der Tat der Fall ist. Ich weiß nicht warum. Und ich habe beim Herlaufen überlegt, warum? Ich kenne doch den Alex, ich kenne doch seinen Hund, ich kenne doch seine Eltern, ich kenne doch alle Möglichen. Ich glaube, das liegt an diesem Internet.

  6. 01:00
    Alex Obertop

    Ich denke schon, ja. Ich bin da doch ein bisschen präsenter als der ein oder andere. Aber es macht mir auch Freude, meine Freude zu teilen, sage ich jetzt mal. Und aber da keine große Fassade hochziehen, einfach das, was mir gerade ins Gemüt kommt, das teile ich dann gerne.

  7. 01:19
    Ronald M. Arndt

    Gerade zuletzt habe ich noch mal ein Posting gesehen auf LinkedIn, wo du dich bei einem Kollegen bedankst aus der Seaside Collection.

  8. 01:26
    Alex Obertop

    Genau, genau. Seaside Collection.

  9. 01:28
    Ronald M. Arndt

    Genau.

  10. 01:30
    Alex Obertop

    Ja, wir haben ja einige Häuser. Wir haben hier in Deutschland 5 Häuser und dann auf den Kanaren noch ein Haus und dann auf den Malediven sogar noch ein Seaside-Haus. Das Seaside Finolu.

  11. 01:42
    Ronald M. Arndt

    Okay. Und Seaside heißt immer in Wassernähe?

  12. 01:45
    Alex Obertop

    Ja, oft.

  13. 01:47
    Ronald M. Arndt

    Ist da die Gründungsgeschichte vielleicht mal kurz zu hören?

  14. 01:49
    Alex Obertop

    Da kam es her. Ja, die Geschichte: In den frühen 70er Jahren hat Theo Gerlach, der Gründer unseres Unternehmens, auf Gran Canaria die ersten Häuser eröffnet und das war wirklich Seaside und die sind immer noch Seaside. Okay. Auf den Kanaren und vor allem auf Gran Canaria extrem bekannt. Und nicht nur bei dem älteren Publikum, auch mittlerweile bei den Jüngeren, bei den jüngeren Leuten. Und steht wirklich die Gastronomie auch sehr, sehr im Mittelpunkt. Und das haben wir hier im Side teilweise auch.

  15. 02:21
    Ronald M. Arndt

    Teilweise ist untertrieben, würde ich sagen. Mit Meatery ist das ja sehr präsent, auch wenn man unten sogar nur in die Lobby reinkommt. Genau, also ganz schön eigentlich, dass da nicht Hotel und Restaurant so krass voneinander getrennt sind, sondern man sieht da irgendwie das Produkt ja direkt auch reinkommen.

  16. 02:38
    Alex Obertop

    Ja, es ist sehr authentisch, weil das Produkt spricht für sich. Und Gäste, die zu uns kommen und vielleicht nicht wissen, dass es Dimitri bei uns gibt, die sehen aber dann das Fleisch in den großen Reifeschränken, die denken, oh wow, wenn die das so auffahren und wenn die das so machen, dann muss es gut sein. Und probieren es dann aus. Würde sagen, sind die dann wirklich begeistert.

  17. 02:59
    Ronald M. Arndt

    Genau, würde sagen, dass da nur wenige, sage ich mal, hier sich ein Zimmer buchen, schlafen, aber nicht dann irgendwie auch die Chance ergreifen, vor Ort noch mal zu essen.

  18. 03:07
    Alex Obertop

    Auf jeden Fall.

  19. 03:07
    Ronald M. Arndt

    Okay, cool. Ja, haben wir gerade schon gesagt, sehr präsent in den sozialen Medien. Das hat unterschiedliche Gründe. Du hast ja auch mehrere Projekte, was ich spannend finde. Jetzt seit über 7 Jahren, über 7,5 Jahren hier im Site.

  20. 03:22
    Alex Obertop

    Ja, davor Wer hätte das gedacht, als ich damals aus USA zurückkam? Stimmt, man geht da nicht von aus, man denkt aber auch nicht, wie lange ich irgendwo bleibe. Ich fange nie ein Projekt an, um schon irgendwie eine Exit-Strategie oder so zu haben. Niemals. Und aber es gab die Frage ganz am Anfang: Bist du dir sicher? Okay, ja, auf jeden Fall. Ja, haben uns gut ausgedacht, um aus dem Laden, um das Haus, um das Haus hier zu übernehmen.

  21. 03:53
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  22. 03:53
    Alex Obertop

    Ja, bin ich.

  23. 03:55
    Ronald M. Arndt

    Gut bestätigt, über 7 Jahre dabei. Aber so einen Dutch Hotel Guy, der südlicher als Hamburg geht, wahrscheinlich nicht.

  24. 04:03
    Alex Obertop

    Ich kenne keinen deutlich oder so präsenten Dutch Hotel Guy. Es gibt bestimmt einige oder es gibt ganz viele Dutch Hotel Guys. Aber ich dachte, ach, warum das Ganze nicht noch einen zusätzlichen Namen geben?

  25. 04:16
    Ronald M. Arndt

    Du warst ja schon mal südlicher. Ja, Düsseldorf warst du.

  26. 04:19
    Alex Obertop

    Düsseldorf war in Deutschland, in Düsseldorf. Ja, den Breidenbacher Hof damals wiedereröffnet oder eröffnet.

  27. 04:26
    Ronald M. Arndt

    In all deinen Podcasts, die du mit deinem kongenialen Partner zusammen machst, immer wieder fällt ja der Breidenbacher Hof.

  28. 04:33
    Alex Obertop

    Ja, doch, immer wieder, weil das ist wirklich ein tolles Haus. Es hat mich geprägt, natürlich auch die lange Zeit für Capella und Ritz-Carlton gearbeitet zu haben, 17 Jahre lang mit Horst Schulze direkt gearbeitet zu haben. Das prägt einen. Und zusammen haben wir dann halt den Breidenbacher Hof aufgemacht, zusammen mit Cyrus. Und das Ja, das sind sensationelle Zeiten. Der Breienbachhof ist immer noch so ein Baby von mir, weil ich war der Erste vor Ort noch auf der Baustelle. Und dann kamen so langsam die anderen und dann irgendwann der Cyrus auch.

  29. 05:04
    Ronald M. Arndt

    Ja, ja, genau. Hier wurde der Grundstein ja schon, soweit ich weiß, 2001 gelegt fürs Gebäude. 2018 erfolgte noch mal dann eine große Renovierung. Große Renovierung.

  30. 05:13
    Alex Obertop

    Haben wir 3 Monate komplett zugebracht. Klingt jetzt nicht nach viel, aber ja, aber man merkt dann, was zu schaffen ist. Auf der einen Seite, wir haben wirklich geschlossen. Und man merkt, wie gut das funktionieren kann, aber natürlich zur gleichen Zeit auch Sachen, die nicht funktionieren. Und vor allem jetzt mit den ganzen Algorithmen hätten wir das wahrscheinlich anders gemacht, weil die Algorithmen haben uns ein bisschen abgestraft in der Zeit, weil wir einfach nicht so präsent waren mit Bewertungen, mit Buchungen und so weiter. Also auf den verschiedensten Portalen richtig abgesackt. Seite 2, 3, wo auch immer. Und da haben wir dann weiterhin hart dran gearbeitet, wieder hochzukommen und wieder präsenter zu sein. Aber unser Fokus ist wirklich jeden Tag— mein Fokus ist der Mitarbeiter, dem Mitarbeiter das bieten zu können, sodass sie die Gäste begeistern können. Und diesen Fokus haben wir wirklich seit vielen Jahren. Und mit unserer Philosophie Always by your side klappt das ganz gut. Und haben wir da auch wirklich tolle, wirklich tolle Schritte gemacht. Ich bin sehr stolz und dankbar für die Mannschaft, die ich habe.

  31. 06:26
    Ronald M. Arndt

    Cool. Das heißt, aus heutiger Sicht würde man ein Haus vielleicht gar nicht mehr komplett schließen, weil man wahrscheinlich nicht so viel aufarbeiten muss. Interessanter Aspekt.

  32. 06:35
    Alex Obertop

    Ja, absolut. Ja, es war auf der einen Seite super zu schließen, einmal richtig alles durch und auch Lärm machen, egal. Dann würde so eine Umbauphase aber viel länger dauern.

  33. 06:46
    Ronald M. Arndt

    Oder die Verfügbarkeit auf ein Zimmer zu reduzieren.

  34. 06:48
    Alex Obertop

    Ein Zimmer würde den Algorithmen auch nicht weiterhelfen.

  35. 06:51
    Ronald M. Arndt

    Würde auch nicht weiterhelfen. Da bist du ja tiefer drin als Digibotschafter. Das ist ja auch ein weiteres Projekt von dir. Ja, das heißt, das ganze Thema Online, Digitalisierung, Social Media.

  36. 07:01
    Alex Obertop

    Ja, eine Plattform auf der einen Seite zu bieten, aber auch eine Plattform freizugeben. Wir sind in der Hotellerie immer, oder über viele, viele Jahre haben wir Einschränkungen den Mitarbeitern auferlegt. Ob es der Bartwuchs war damals in 5 Sterne, da ging das nicht mit einem Bart. Jetzt habe ich seit einigen Jahren selber einen Bart oder sichtbare Tattoos. Nee, also in der, ich sag mal, in der Top-5-Sterne-Hotellerie, das waren alles, ja, sind alles gediegenere Häuser, sage ich jetzt mal.

  37. 07:32
    Ronald M. Arndt

    Da hast du fast keinen freien Flecken mehr gefunden im Gesicht, der nicht tätowiert war.

  38. 07:37
    Alex Obertop

    Ja, ja, und es geht ja um den Menschen. Der Mensch soll im Mittelpunkt stehen und die Persönlichkeit. Und wenn wir die Persönlichkeit verdecken müssen, dann machen wir irgendwas falsch. Und das haben wir alle lernen müssen, und ich genauso. Also damals im Breienbacher Hof auch, ja, da hatten wir unsere Grooming-Standards, nicht das, was wir jetzt jetzt nicht mehr haben, aber sie sind ganz anders, sind viel lockerer. Und wir wollen wirklich, dass der Mitarbeiter im Mittelpunkt steht, dass es ein Erlebnis ist.

  39. 08:03
    Ronald M. Arndt

    Hat das manche Dinge einfacher gemacht, wenn die Regeln so strikt waren? Wo muss man heute mehr diskutieren? Was geht noch? Was geht nicht mehr?

  40. 08:09
    Alex Obertop

    Also diskutieren müssen wir gar nicht. Mir ist es wirklich egal. Der Mitarbeiter muss gepflegt aussehen, muss authentisch, ja, auch gerne ein bisschen strahlen. Aber es geht nicht um Lächeln. Es geht wirklich einfach um eine positive Ausstrahlung haben. Das steht im Mittelpunkt und dass der Mitarbeiter ja das Team und die Gäste einfach in den Mittelpunkt setzt und Spaß dabei hat und Freude dabei hat und wirklich den Sinn versteht und nicht nur einen Zweck erfüllen möchte oder dass es von ihm erwartet wird, einen Zweck zu erfüllen, weil darum geht es schon ganz, ganz lange nicht mehr. Weil ein Stuhl, der erfüllt einen Zweck und wir wollen unsere Mitarbeiter nicht mit einem Stuhl vergleichen.

  41. 08:51
    Ronald M. Arndt

    Genau, wir haben ja sehr schöne Stühle und insgesamt sehr schöne Möblierung. Da hat ja Matteo Thun, bekannter Name, absolut seinen Teil dazu beigetragen.

  42. 09:01
    Alex Obertop

    Ja, damals vor 21 Jahren schon. Und dann stimmt, also direkt mit der Eröffnung, die Eröffnung war schon Matteo Thun, und dann noch mal 2018. Und da hat er auch gesagt, ich habe in den Jahren ganz viel gelernt, weil vor, okay, vor was sind es jetzt, 21 Jahren, da war er auch in seinen Anfängen, ne. Da hat er danach noch ganz viele Projekte natürlich gemacht und in diesen Projekten gelernt und auch gelernt, was er vielleicht hier im Site damals falsch gemacht hat.

  43. 09:25
    Ronald M. Arndt

    Hat er uns auch gesagt in den ganzen Vorbesprechungen.

  44. 09:26
    Alex Obertop

    Und da haben wir zusammen mit ihm jetzt das jetzige Produkt draus gemacht.

  45. 09:32
    Ronald M. Arndt

    Toll, da muss ich gerade an meinen Schwiegervater denken. Der war früher im Bau bei Porsche in Stuttgart. Ich komme aus Stuttgart und eines der Projekte damals war das Porsche Museum. Der Architekt kam aus Wien und hatte da eine ganz toll kühne, sage ich mal, Konstruktion sich überlegt mit so Pfeilern. Also wenn du da zum Eingang reinkommst, dann denkst du, es fällt dir alles gleich auf den Kopf und innen drin alles weiß gefliest. Das Problem war, dass nach relativ kurzer Zeit alle Fliesen so gesprungen sind. Also ja, hat halt nicht gepasst. Dann war ich ein paar Jahre später, das war dann der Zeitpunkt, wo ich auch das erste Mal— ich bin erst seit 4 Jahren in der Branche tätig rund um Hotels— hat mich der Weg nach Amsterdam geführt. Und ich schipper da den Fluss entlang und sehe, denke, was macht das Porsche-Museum hier? Da wurde das genau noch mal nachgebaut. Okay, so, und habe gedacht, das kann doch nicht sein, ja, das muss doch der gleiche Architekt sein aus Wien. Ich frage meinen Schwiegervater, sagt er, ja, Der hat das einfach noch mal nachgebaut, ungefragt. Aber, und das hat ihm auch gesagt, da hat er alle Fehler, die er damals in Stuttgart bei Porsche gemacht hat, eben vermieden. Okay, aber klar, da entwickelt sich auch der Architekt und der Designer weiter.

  46. 10:37
    Alex Obertop

    Absolut, wie wir uns auch jeden Tag weiterentwickeln, wir als Hoteliers. Zum Glück. Also es gibt, glaube ich, ein paar, die es nicht machen, aber wenn wir es nicht machen, dann machen wir einiges falsch. Und vor allem in den letzten, ich sag mal, 10 Jahren hat die Branche eine unfassbare Entwicklung gemacht in verschiedene Richtungen. Und da müssen wir mitgehen. Und deshalb versuche ich auch ganz viele Sachen aus. Wir haben die Möglichkeit hier mit dem Site, weil wir halt ein Familienunternehmen sind, wo wir viele Sachen einfach ausprobieren können. Ich probiere mich zur gleichen Zeit auch aus, auch einfach mit den ganzen sozialen Medien und schaue dann, wie kann es unserem Haus auch helfen? Wie kann es unserer Gruppe auch helfen? Und ja, Einfach so deine Sache draus machen.

  47. 11:25
    Ronald M. Arndt

    Dem Direktor oder dem Angestellten in Anführungszeichen ein bisschen mehr Freiraum, Spielraum zu geben, ist auch eigentlich ein kluger Schachzug von der Firma, weil man eben da auch bedingt natürlich in der Freizeit noch Dinge ausprobiert und sich ja irgendwo indirekt doch wieder mit dem Thema beschäftigt. Absolut. Die ganze Digitalisierung, oder da denke ich an die vielen, gerade hat man gesagt, strahlende, lächelnde Gesichter, ganz viele. Davon. Aber man lernt natürlich in erster Linie viel eben bei Generation Hotelier, eurem Podcast mit dem Zef, wo es jetzt bald auf die 100. Folge zugeht. Ja, also mit Dampf.

  48. 11:59
    Alex Obertop

    Ja, und es geht immer weiter. Also waren schon ganz viele Termine bestätigt jetzt.

  49. 12:03
    Ronald M. Arndt

    Und also an der Stelle da auf jeden Fall danke, weil ich nehme da im Schnelldurchlauf einfach so viel, so viel mit, persönlich wie natürlich auch auf die Branche bezogen. Wann ging es damit eigentlich los?

  50. 12:14
    Alex Obertop

    Jetzt genau vor 2 Jahren. Also wir haben Ende März, also wirklich zum Anfang der Pandemie, haben wir miteinander gequatscht und da sagte Sepp, komm, lass uns einen Podcast machen. Ich sag, nein, wir machen keinen Podcast, wir machen eine Livesendung und das übertragen wir sofort mit Video und alles drum und dran und daraus können wir automatisch einen Audio-Podcast machen.

  51. 12:34
    Ronald M. Arndt

    Und dann haben wir einfach gemacht. Wolltest du ein bisschen mehr Adrenalin oder war der Sepp zu kritisch und hätte dann immer noch hochschneiden wollen und so weiter?

  52. 12:42
    Alex Obertop

    Nein, darum ging es gar nicht. Wir haben einfach angefangen. Wir waren überhaupt nicht kritisch, wir haben einfach Freude gehabt daran. Das war ja erst mal eine Morningshow, morgens 11, weil da war ja Lockdown und alle in Kurzarbeit.

  53. 12:55
    Ronald M. Arndt

    Und da saßt du dann noch in euren Büros morgens. Also wirklich?

  54. 12:58
    Alex Obertop

    Ja, ja, ja, in unserer— genau, ja, ja, 31.

  55. 13:03
    Ronald M. Arndt

    Genau.

  56. 13:03
    Alex Obertop

    Ja, ja, ja. Und so ging das los. Und wir waren natürlich auch in den fast 2 Jahren Sendung jetzt. Was wahnsinnig. Wahnsinn ist nicht wahnsinnig, ist Wahnsinn. Aber natürlich auch viel gelernt. Und das war auch eines der Ziele der Sendung, zu lernen, das, was wir lernen, weiterzugeben, eine Plattform zu bieten und vor allem auch für die Generation Hoteliers, ob jung oder alt, ja, einfach Infos und Benchmarks auch zu geben. Weil wir haben ganz viele tolle Leute kennengelernt, entweder aus Sepps Netzwerk, aus meinem Netzwerk oder aus anderen Netzwerken. Und dieser Austausch ist einfach unfassbar wertvoll und wir haben Freude daran und wir müssen nichts, wir dürfen alles. Und das merkt man auch bei uns in der Sendung hier und da.

  57. 13:51
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, der Begriff Generation ist gar nicht auf eine Generation festgelegt, weder auf jung noch jung geblieben, sondern einfach die, die da, wo die Leidenschaft einfach da ist.

  58. 14:02
    Alex Obertop

    Das ist die Generation Hotelier und die geht die ganze, wie nennt man es, die ganze Leiter hoch und runter.

  59. 14:10
    Ronald M. Arndt

    Super. Und es kam nie irgendwie dazu, dass man mal gesagt hat, heute Donnerstag 16 Uhr mache ich lieber was anderes?

  60. 14:18
    Alex Obertop

    Nee, nee, nee, nee. Teilweise sind Sachen eine Routine geworden, auch so die Sendung selber.

  61. 14:25
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  62. 14:26
    Alex Obertop

    Ja, also die Vorbereitungen sind viel routinierter geworden. Die Ankündigung, die ich dann online mache und so, das ist, das geht dann viel schneller. Und dann ist die Sendung und die Sendung vorbei und dann kann auch wirklich 5 Minuten nach der Sendung kann ich ganz woanders sein und weitermachen. Und dann irgendwann in den Stunden oder Tagen danach entsteht dann noch der Podcast, der dann auch noch hochgeladen wird.

  63. 14:49
    Ronald M. Arndt

    Ja, ich denke jetzt gerade mal an Horst Schulze, der dir lange Begleiter war und der auch im Regenerationslied natürlich seinen Auftritt schon hatte.

  64. 15:00
    Alex Obertop

    Genau, und der wird auch Sendung 100 sein.

  65. 15:02
    Ronald M. Arndt

    Ja, jetzt weiß ich es. Das wäre die Frage noch gewesen. Vielleicht hat er das auch schon mal irgendwo durchkundgetan. Okay, sag doch noch mal ein bisschen was zu ihm.

  66. 15:10
    Alex Obertop

    Also Horst Schulze, man kann so viel über ihn sagen, aber als allererstes Mensch, und er ist lustig, aber vor allem auch ein Visionär, ne. Auch jetzt noch ist er immer noch ein Visionär und können wir immer noch von ihm lernen, auch wenn er nicht mehr im aktuellen Tagesgeschäft der Hotellerie ist. Aber den Servicegedanken haben, den Entwicklungsgedanken haben. Er hat selber auch sehr viel gelernt. Und wenn wir dann miteinander quatschen, dann kommen auch schon mal so Sachen, die wir vielleicht früher mal gemacht haben, wo er sagt, können wir jetzt nicht mehr machen. Da hat sich einiges getan. Also er war auch sehr lernbereit und lerngierig. Und ja, das jedes Mal. Und ich habe ganz viele Hotels mit ihm aufgemacht, bei Ritz-Carlton und danach bei Capella auch. Auch Eröffnungen mit begleitet, also 2, 3 Wochen vor Ort sein. Und da macht er immer eine Orientierung. Jede Hoteleröffnung hat er die erste Orientierung für alle Mitarbeiter gemacht. Und die ganzen Trainer aus den ganzen anderen Hotels waren dann auch dabei. Und in jedem, in jeder einzelnen Orientierung haben wir wieder neue Sachen dazugelernt, egal wie oft.

  67. 16:20
    Ronald M. Arndt

    Orientierung, genau.

  68. 16:21
    Alex Obertop

    Ja, das ist also der erste offizielle Tag, machen wir hier bei uns auch den ersten offiziellen Tag, wo ja der Sinn wirklich erklärt wird. Warum sind wir hier? Warum kommen wir jeden Tag durch die Tür? Okay, weil ich habe auch gelernt, ich komme nicht zur Arbeit. Ja, ich habe es früher gelernt, ich fühle es jetzt, ich fühle es seit ganz vielen Jahren, dass ich gar nicht zur Arbeit komme. Ich habe das zum Glück sehr früh erkennen dürfen, weil es mir so viel Freude macht. Ja, und wenn man weiß, warum man ins Haus kommt. Und Horst Schulze sagte immer, ich komme, um mit meinen Freunden Exzellenz zu erreichen und dabei ganz viel Freude zu haben. Das war sein Ziel immer. Und ich kann es kopieren, weil das ist so. Und dann gehen ganz viele Sachen viel, viel leichter, wenn man mit dieser Einstellung rangeht.

  69. 17:15
    Ronald M. Arndt

    Man macht sich über ganz viele Dinge einfach keine Gedanken mehr. Also warum? Und jetzt schon wieder ein neuer Tag.

  70. 17:21
    Alex Obertop

    Natürlich gibt es Tage, wo man sagt, der kann mir gestohlen werden, der Tag. Aber der gehört dazu. Und auch aus diesem Tag lernt man auch wieder. Und ich bewerte den Tag dann gar nicht eigentlich und sage, shit happens und weiter.

  71. 17:36
    Ronald M. Arndt

    Super. Alex?

  72. 17:37
    Alex Obertop

    Ja, meine Stimme versagt langsam, geht langsam runter. Du hast vorhin das Thema Digibotschafter, das würde ich gerne aufgreifen. Da sind wir Richtung Grooming-Standards auf einmal gegangen. Aber wenn man wirklich bei— nicht Digitalisierung, das ist es nicht unbedingt. Es ist vor allem auch die Online-Präsenz einer Person, eines Unternehmens. Und was erlaube ich meinen Mitarbeitern? Und da haben wir dann wirklich vor einem Jahr zusammen mit der BG3000, mit Simone Steinlücke, diese Initiative ins Leben gerufen, den Auszubildenden als allererstes wirklich eine, ja, eine kleine Social-Media- und Online- und Datenschutzschulung, einen Kurs zu geben, was über 6 Wochen geht, 6 mal eine Stunde, wo denen einiges beigebracht wird, was zu machen oder was vor allem auch nicht zu machen. Und was viele Hoteliers noch nicht verstanden haben: Der beste Botschafter ist immer noch der Mitarbeiter. Und die Möglichkeit, die wir jetzt haben, Über die sozialen Netzwerke diesen Botschaftern wirklich exponentiell die Freiheit zu geben. Immer natürlich ja im Rahmen, dass es passt, sicher ist und so weiter. Aber denen die Möglichkeit zu geben, zu zeigen, wo sie arbeiten. Dann kann man auch wirklich an seiner Arbeitgebermarke wirklich arbeiten, wenn man den Mitarbeitern zulässt, ja, sich auch online zum Thema Arbeit oder was auch immer, Ausbildung zu äußern. Und deshalb haben wir das damals gemacht, um einfach alle abzuholen und ein besseres Gefühl über die sozialen Medien auch mitzugeben, weil es hat ganz viele Vorteile. Natürlich gibt es immer Nachteile, aber es gibt ganz viele Vorteile.

  73. 19:18
    Ronald M. Arndt

    Aber den Ansatz finde ich prinzipiell hochinteressant, jeden oder die, die es wollen, natürlich im Haus zum Botschafter zu machen. Absolut. Jeden zum Gastgeber zu machen, jeden ein bisschen auch zum Repräsentanten zu machen. Über die sozialen Medien. Ja, wohlwissend, dass ja bei LinkedIn oder sonst wo eine Person dann doch eher mit dem Profil mal angezeigt wird als ein Company-Profil. Ja, schließlich der Kreis, wo das Ganze einfach eine in sich geschlossene Logik hat. Ja, okay. Das heißt, mehr Infos dazu finde ich dann, oder werden wir dann auf digi-botschafter.de, das packen wir noch in die Shownotes rein, damit man den Weg auch findet, weil Da bereiten wir den nächsten Kurs auch vor, gerade jetzt. Super. Ja, ja, ja. Und da wird die Generation Hotelier auf einmal greifbar und jünger. Greifbar.

  74. 20:06
    Alex Obertop

    Absolut.

  75. 20:06
    Ronald M. Arndt

    Und konkret, mit konkreten Ideen, sage ich mal, ausgestattet.

  76. 20:10
    Alex Obertop

    Genau.

  77. 20:11
    Ronald M. Arndt

    Das freut mich sehr. Ja. Ja, Alex Obertop, danke dir.

  78. 20:15
    Alex Obertop

    Danke dir. Es war eine Freude, Ronald.

  79. 20:17
    Ronald M. Arndt

    Im Side Hotel. Und habe ja schon gesehen, also es hat ja Dimensionen. Bis hin zum Doppelbett. Da träumt ja mein Sohn von, oben schlafen zu können.

  80. 20:27
    Alex Obertop

    Im Stockbett, im Stockbett, im Kinderzimmer hier bei uns.

  81. 20:30
    Ronald M. Arndt

    Ja, im Stockbett mit Spielsachen, mit Büchern. Wahnsinn.

  82. 20:35
    Alex Obertop

    Und zufällig hier das Orangene, die orangene Suite, Dutch Hotel Guy, orangene Badewanne, orangene Highlights. Das passt immer.

  83. 20:44
    Ronald M. Arndt

    Das musste Matteo Thun wahrscheinlich unterschreiben, als er 2018 noch mal werken musste. Orange.

  84. 20:49
    Alex Obertop

    Ja, ja, ja, die Farbe hat sich nicht geändert.

  85. 20:51
    Ronald M. Arndt

    Ach Alex, früher habe ich so viel falsch gemacht, aber Orange ist definitiv die richtige Farbe. Genauso ist es. In dem Sinne, dir von Herzen alles Gute.

  86. 20:59
    Alex Obertop

    Dankeschön.

  87. 20:59
    Ronald M. Arndt

    Und schön, dass wir heute ein paar Minuten zusammen hatten.

  88. 21:02
    Alex Obertop

    Danke dir, bis ganz bald.