Wenn Mitarbeiter an erster Stelle stehen
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„Der Mitarbeiter steht noch mal eine Stufe drüber. Das haben wir ganz, ganz viele Jahre verschlafen. Und deswegen befinden wir uns jetzt in der Lage, in der wir uns befinden.“
Liza Kapageridou, 17:19
Liza Kapageridou ist seit dem 1. November die erste Culture Managerin bei Penta Hotels. Sie erzählt Ronald M. Arndt, warum sie bei opensmjle gekündigt hat, ohne einen neuen Job zu haben, und was sie in den ersten dreieinhalb Wochen vorfindet: eine Stelle ohne Job Description, fehlende Firmen-E-Mail-Adressen in den Hotels und Teams, die erst wieder Verständnis füreinander aufbauen müssen. Ihre Haltung: Der Mitarbeiter kommt vor dem Gast, dann die Company.
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Kernaussagen
- Stelle selbst definieren: Die Rolle gab es bei Penta Hotels vorher nicht, im Vorstellungsgespräch lag keine Job Description vor. Sie setzt als Erste die Fußstapfen und shapet die Stelle selbst.
- Budget eingefordert: Im Bewerbungsgespräch hat sie klipp und klar gesagt, dass Budget da sein muss, damit die Person wirklich etwas verändern oder anstoßen kann. Gute Laune verbreiten ist nur der Anfang.
- Erst zuhören: In den ersten dreieinhalb Wochen hört sie vor allem zu. Das Support Office in Frankfurt hat andere Bedürfnisse als die einzelnen Hoteliers, und bei Hotels außerhalb Deutschlands spielt Mentalität eine große Rolle.
- Kommunikation zuerst: Nicht alle im Hotel haben eine Firmen-E-Mail-Adresse. Kommunikation muss als Erstes angegangen werden, dazu die Communication Gaps zwischen CSO und Hotels.
- Kultur von innen: Werte von oben zu verordnen bringt nichts. Ihre Vision sind Task Forces aus den Hotels und dem CSO, die selbst besprechen, wie die Werte definiert und gelebt werden.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Lange hat sie uns auf die Folter gespannt, dann war klar: Liza Kapageridou wird die erste Culture Managerin bei den Penta Hotels.
Was passierte in den ersten Wochen und welche Herausforderungen sieht Liza in ihrer neuen Rolle auf sich zukommen?
Und wie lief es genau mit Daniel Zelling bei opensmjle ab, der ihr im Hotel-Podcast noch eine ganz besondere Frage ausrichten lässt?
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Transkript öffnenTranskript schließen24 Min · Ronald M. Arndt und Liza Kapageridou
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:07 Ronald M. Arndt
Dann freue ich mich, heute mit dir, Lisa, ein bisschen über— jetzt geht bei mir das Licht an, siehste— über Kultur zu sprechen, oder?
- 00:16 Liza Kapageridou
Ja, lass uns das gerne machen.
- 00:20 Ronald M. Arndt
Ja, was ist denn jetzt anders seit November? Als die letzten knapp 5 Jahre davor? Auch du hast keine Fragen vorab bekommen, Lisa, und du wirst kalt erwischt.
- 00:32 Liza Kapageridou
Absolut kalt erwischt. Es ist einiges anders.
- 00:36 Ronald M. Arndt
Also bist ja wieder auf der Hotelseite. Wieder auf der Hotelseite. Da warst du ja dein halbes Leben davor schon.
- 00:42 Liza Kapageridou
Mhm. Und ja, also—
- 00:45 Ronald M. Arndt
Aber noch nie bei so einem großen Unternehmen, glaube ich, gell?
- 00:50 Liza Kapageridou
Genau, das ist richtig. Noch nie bei so einem großen Unternehmen mit so vielen Mitarbeitern, um die ich mich jetzt auch noch alle kümmern darf. Also das ist natürlich was, was ganz Besonderes. Ich war ja eher dafür bekannt, auf der Tech-Seite oder auf der Marketingseite für Gäste zu sein. Jetzt versuche ich das so zu definieren, dass ich internes Marketing mache. Und genau, ich bin jetzt bei Penta Hotels seit dem 1. November und darf mich da um die Unternehmenskultur, das Employer Branding und natürlich darum kümmern, dass die Mitarbeiter an erster Stelle gestellt werden.
- 01:34 Ronald M. Arndt
Gab es so jemanden davor schon mal bei Penta?
- 01:38 Liza Kapageridou
Nein, bei Penta Hotels tatsächlich nicht. Ich bin die Erste und deswegen war das auch sehr, sehr spannend. Eigentlich das Vorstellungsgespräch war eher so, okay, es gibt keinen Job Description. Wir wissen, dass wir da jemanden brauchen und dass wir das wollen. Okay, wie sieht's aus? Kannst du das?
- 01:57 Ronald M. Arndt
Ja, spannend. Das heißt, ich meine, wir haben jetzt hier ein bisschen Aufklärungsarbeit zu liefern im Hotel-Podcast, denn die Welt will ja wissen, wie das so war mit dem Daniel. Und als du dann ihm den Laufpass gegeben hast.
- 02:12 Liza Kapageridou
Ja, ja, das war Gott sei Dank. Daniel und ich sind ja wie— also wir passen immer noch zusammen wie Arsch auf Eimer.
- 02:21 Ronald M. Arndt
Er hat übrigens auch noch eine Frage, die ich dir stellen darf.
- 02:23 Liza Kapageridou
Echt lustig. Okay, also Daniel und ich passen immer noch wie Arsch auf Eimer beruflich und das wird auch weiterhin so sein.
- 02:35 Ronald M. Arndt
Und das nehme ich doch an.
- 02:36 Liza Kapageridou
Na klaro. Aber für mich war glaube ich einfach der Punkt erreicht, wo ich auch bei Open Smile und Hospitality Industry Club, was ich ja ursprünglich alles gemacht habe, nicht mehr wirklich weitergekommen bin. Ich war so viel in alle Themen involviert bei Open Smile und HIC.
- 02:53 Ronald M. Arndt
HIC darf man da nicht vergessen, ne? Eine große Nummer, genau, immer schon gewesen. Genau, bisschen natürlich ausgebremst zwischendurch, aber jetzt geht's ja wieder ab, in allen möglichen Städten unterwegs. Richtig, richtig Respekt für das, was ihr da auch da allein da neben Open Smile aufgebaut habt.
- 03:10 Liza Kapageridou
Genau, also ich habe mich ja ausschließlich, als ich 2018 angefangen habe bei Open Smile, habe ich mich ja ausschließlich um Hospitality Industry Club gekümmert, und da haben wir ja wirklich was ich sage jetzt mal gerissen und wirklich was aufgebaut, was auch Relevanz hatte in der Branche und auch immer noch Relevanz hat. Dann kam natürlich Corona, dann haben sich meine Aufgabenfelder ein bisschen verschoben, habe ich wieder mehr für Open Smile gemacht, wieder mehr mit Hotels im Marketing was gemacht. Und dann kam halt der Punkt, wo es irgendwie war so, Lisa, wenn ich dir jetzt nichts Neues gebe, dann bist du weg wahrscheinlich, oder? Das hat der Daniel also sehr gut erkannt. Und dann bin ich in die Operations gewechselt. Das heißt, ich habe mich um intern alle Prozesse gekümmert. Da haben wir auch wirklich einiges geschafft. Aber man darf halt nicht vernachlässigen, dass ich die erste festangestellte Mitarbeiterin war und dass ich gefühlt auch in alle Prozesse irgendwie involviert war. Dann habe ich immer ein bisschen Marketing gemacht, dann kamen wieder HIC-Sachen, habe ich da wieder was gemacht. Und das war für mich tatsächlich am Ende des Tages ein bisschen schwer, da rauszukommen, weil wenn du etwas kannst, dann hilfst du natürlich. Aber so richtig, richtig konnte ich dann nie diese Operations-Rolle einnehmen bei uns. Und deswegen habe ich dann beschlossen, so, ich wusste so, wenn ich das nicht verändere, Dann, dann laufen wir uns, also dann wird das nicht weiter funktionieren. Und dann habe ich Daniel gesagt, sei mir nicht böse, aber ich glaube, ich brauche, ich brauche noch mal was anderes, ich brauche noch mal was Neues. Ja, und dann habe ich ja gekündigt, ohne einen Job zu haben. Werde ich zuerst, kann ich dir sagen.
- 04:39 Ronald M. Arndt
Ja, aber war glaube der richtige Weg, denn es kamen sicherlich ein paar spannende Projekte und Leute auf dich zu. Ja, weil ich meine, du bist ja schon eine der umtriebigeren Personen hier bei uns im Hospitality-Umfeld. Also da wird sich schon jemand gemeldet haben.
- 04:58 Liza Kapageridou
Ja, aber wenn du das natürlich machst, dann ist— also man zögert erstmal, sag ich mal so, ne, weil es ist natürlich schon irgendwo auch ein Risiko. Ich wusste, ich muss mein Netzwerk nutzen und Und ich wusste auch, dass ich nicht möchte, dass Daniel das von irgendwem anders erfährt und erfährt, irgendwie, sie redet mit dem noch. Das war mir sehr, sehr wichtig. Also ich wollte ganz klar sagen, Daniel, das ist die Situation und ab jetzt kümmere ich mich. Und das habe ich auch so gemacht. Und für mich, glaube ich, war das auch wirklich der beste Weg. Aber trotzdem hat man immer noch so ein bisschen im Hinterkopf, okay, es kann aber auch sein, dass es nicht funktioniert. Nichtsdestotrotz habe ich es dann genauso gemacht und ich war mir sehr bewusst, dass mir wichtig ist, nicht irgendetwas zu machen, sondern Ich habe auf dieses Bauchkribbeln, auf dieses Bauchgefühl gewartet. Ich habe mit ein paar Leuten gesprochen und das waren auch wirklich tolle Gespräche, super offene Gespräche. Und das auch, diese Sachen hätten wirklich gepasst. Aber so richtig, richtig war dieses Bauchgefühl noch nicht da. Und dann hat, ich glaube, ich darf den Namen nennen, der Stefan von Penta Hotels, den ich auch durch den Hospitality Industry Club kenne. Der ist jetzt Head of Digital bei Penta Hotels. Haben wir dann gesagt, wir müssen sprechen.
- 06:14 Ronald M. Arndt
Glaube ich auch bei einer HSC-Veranstaltung mal kennengelernt.
- 06:17 Liza Kapageridou
Genau, so klein ist die Welt. Du weißt das ja. Und genau, da meinte er so, Lisa, wir müssen sprechen. Dann wollte er mich erst mal für sein Digital-Team gewinnen. Ich habe gesagt, Stefan, super nett, aber eher nicht. Und dann hat er gesagt, ja, dachte ich mir schon. Und dann er so, guck mal hier. Wir suchen eine ganz neue Stelle und so was, das wärst genau du. Und dann hat er mir so ein bisschen davon erzählt und ich habe in meinem Kopf, hat es schon 10 Sachen gerattert, was man machen muss und wie man das angehen muss. Und für mich war natürlich die super interessante Geschichte, diese Stelle gab es vorher so nicht. Das heißt, ich komme rein und ich definiere die Stelle, ich shape diese Stelle und ich darf die ersten Fußstapfen Footprints setzen, sozusagen, ne.
- 07:03 Ronald M. Arndt
Ich glaube, nicht nur in dem Bereich, sondern bei Penthouse hat sich auch die letzten 1, 2 Jahre noch mal relativ viel erneuert.
- 07:10 Liza Kapageridou
Ja, erneuert, auch personalmäßig, personalmäßig.
- 07:15 Ronald M. Arndt
Und 50 Jahre oder was ist das Unternehmen ja auch schon alt.
- 07:18 Liza Kapageridou
Genau, die haben auch schon ein bisschen was durchgemacht, will man sagen. Und ja, also da ist natürlich ganz, ganz viel passiert, und die Pandemie hat natürlich auch noch mal groß dazu dass viele gegangen sind, dass viele neue jetzt gekommen sind, dass sich Kommunikationsstrukturen geändert haben, an die sich erstmal auch alle gewöhnen müssen, ne. Und man hat einfach gemerkt, so, hey, wenn wir die Leute nicht, ich sag jetzt mal, bei Laune halten, oder wenn wir es ihnen nicht so einfach wie möglich machen, sich wohl bei uns zu fühlen, glücklich bei uns zu sein, dann haben wir langfristig ein Problem.
- 07:53 Ronald M. Arndt
Okay.
- 07:54 Liza Kapageridou
Und ich habe, also ich war beim Bewerbungsgespräch, ich habe gesagt, schon mal der erste Schritt in die richtige Richtung, dass ihr das erkennt. Also Props, Wahnsinn, ist noch nicht jeder so weit. Habe auch gesagt, also wenn ihr mich nehmt, super, wenn ihr mich dann bezahlt und so was. Aber das reicht natürlich nicht. Also ich habe ganz klipp und klar beim Gespräch gesagt, es muss dann auch Budget da sein, damit die Person, die kommt, auch wirklich die Möglichkeit hat, etwas zu verändern oder zumindest Dinge anzustoßen. Weil machen wir uns nichts vor, in alle Hotels gehen und ins CSO, also Central Support Office, zu gehen und ein bisschen gute Laune zu verbreiten, kann ich bestimmt. Aber das ist, damit hört es dann nicht auf. Das ist quasi nur der Anfang. Und da gibt es noch ganz, ganz viele Schritte, die getan werden müssen. Dann ist Geld natürlich auch involviert.
- 08:46 Ronald M. Arndt
Stefan Betzold hat mal gesagt, Titel ohne Mittel bringt auch nichts.
- 08:51 Liza Kapageridou
Sehr gut, unterstreiche ich und unterschreibe ich genauso.
- 08:54 Ronald M. Arndt
Da ist was Wahres dran. Also da kannst du dich dann abmühen und kreativ sein, wie du willst. Aber bewegen tut sich da eben nur bedingt was.
- 09:02 Liza Kapageridou
Absolut, absolut.
- 09:06 Ronald M. Arndt
Aber ist es jetzt nicht auch so, dass du dann, oder prinzipiell auch viele Leute von zu Hause arbeiten? Ist es da nicht ein bisschen eine noch größere Herausforderung, in dem Bereich vorwärts zu kommen, wenn die Leute nur digital zu erreichen sind? Oder ist gerade das auch mit spannend, wie erreicht man die Leute, wenn es die persönliche Begegnung gar nicht mehr jeden Tag gibt.
- 09:29 Liza Kapageridou
Total super spannend. Also auch gibt es ganz viele Themen. Wie schafft man es, dass die Leute wieder Bock haben, ins Büro zu kommen? Will man überhaupt, dass sie Bock haben, wieder ins Büro zu kommen? Wie hält man diese Kultur auch aus der Ferne irgendwie oben? Das sind alles Dinge, mit denen ich mich auf jeden Fall beschäftige. Ich glaube jetzt, ich sag mal, es sind gute 3 Wochen oder dreieinhalb Wochen, die ich ja jetzt da bin. Wenn mich jemand fragt, was machst du denn eigentlich und wie können wir uns das vorstellen, dann ist mein erster Gedanke oder mein erster Satz, den ich sage, ich höre zu. Also ich höre ganz viel zu, ich versuche viel zu verstehen. Ich meine, wir haben jetzt auch das eben, das, ich sage jetzt mal Headquarter. Bei uns heißt es nicht Headquarter, weil wir sind wirklich ein Support Office für die Hotels. Aber ich sage mal so, das Headquarter in Frankfurt, Hat natürlich ganz andere Bedürfnisse als die einzelnen Hoteliers. Dann haben wir natürlich nicht nur Hotels in Deutschland, sondern da spielt auch ganz viel Mentalität mit dabei, eine große Rolle. Also ich glaube, das sind unheimlich viele Dinge, die zusammenkommen. Und deswegen ist für mich jetzt erst mal ganz viel Zuhören, ganz zuhören, verstehen und Verständnis schaffen für das, was ich tun möchte in Zukunft.
- 10:47 Ronald M. Arndt
Genau. Nee, nee, ich glaube, das Mitspannende ist wirklich noch auch ganz neue Ideen, Lösungen zu finden, wie man eben so eine Kultur nicht nur länderübergreifend aufbaut, weil ich meine, da hast du ja schon kulturelle Unterschiede, sondern wirklich auch diese neuen technischen Hürden zu überwinden. Also ich bin auch ganz ehrlich, ich bin ja auch eher der gesellige Typ, und auch wenn ich jetzt hier für mein Unternehmen der Einzige bin, der von Stuttgart aus arbeitet, hier auch in einem schönen Büro sitzt, Aber es bedarf da schon der einen oder anderen Maßnahme. Das stimmt. Um immer wieder mit dem Team zusammenzukommen.
- 11:25 Liza Kapageridou
Absolut. Absolut. Das ist im Hotel wahrscheinlich noch mal was anderes. Aber auch da gibt es so simple Dinge einfach wie: Okay, wie erreiche ich denn wirklich jeden Einzelnen im Hotel? Haben wirklich alle eine Firmen-E-Mail-Adresse im Hotel? Also Kommunikation ist etwas, was als Erstes angegangen werden muss. Auf jeden Fall. Das habe ich schon gemerkt.
- 11:48 Ronald M. Arndt
Nach 2 Tagen ist wahrscheinlich nicht der Fall, dass jeder eine E-Mail-Adresse hat.
- 11:51 Liza Kapageridou
Nein, ist nicht der Fall. Und ganz viel gegenseitiges Verständnis. Das habe ich auch relativ schnell gemerkt. Also da ist noch sehr, auch sehr viel Aufklärungsarbeit notwendig. Gegenseitiges Verständnis unter den Teams selbst, gegenseitiges Verständnis mit dem CISO und den Hotels und eben diese Communication Gaps so eng wie möglich zu machen, damit die verstehen, warum manchmal gewisse Dinge so gemacht werden von dem einen oder anderen. Na, also das ist erst mal der Anfang, wo man sich so ein bisschen annähert.
- 12:22 Ronald M. Arndt
Bis jetzt kein Bereich. Es geht ja auch so in die Richtung klassisch HR, denke ich mal. Ja, aber viel mehr. Den hast du aber niemals in dem Bereich gearbeitet?
- 12:32 Liza Kapageridou
Nein, überhaupt nicht.
- 12:33 Ronald M. Arndt
Man könnte ja vielleicht annehmen, dass das jetzt einfach sehr gut zu deinem, zu deiner Person passt.
- 12:39 Liza Kapageridou
Genau, das tut es. Also würde ich auch sagen, das hat sehr viel mit Personality zu tun und wahrscheinlich auch keine Angst haben, gewisse Dinge anzusprechen, an gewissen Türen zu klopfen, wo es notwendig ist, an den Türen zu klopfen. Damit hat es, glaube ich, sehr, sehr viel zu tun. Wenn man jetzt das ein bisschen so sieht, auch aus den Bereichen, wo ich herkomme, so ja, neue Stellen eigentlich begehen, ohne dass es vorher jemanden gab. Also hier ist Laptop, hier ist Handy, mach mal was. Das hilft auf jeden Fall schon sehr, wenn man das schon vorher gemacht hat. Ich würde auch, oder beziehungsweise es war auch ein Thema, so zu welcher Abteilung gehöre ich denn letztendlich?
- 13:23 Ronald M. Arndt
Und ich glaube, am besten zu gar keiner.
- 13:25 Liza Kapageridou
Bitte?
- 13:26 Ronald M. Arndt
Am besten zu gar keiner.
- 13:27 Liza Kapageridou
Ganz genau. Am besten zu gar keiner. Das war auch tatsächlich, wir haben halt überlegt, okay, wie wollen wir das machen? Ich sage ganz ehrlich, intern unter uns gesprochen ist mir das total egal. Aber wie wir das an die anderen Mitarbeiter kommunizieren, ist mir nicht so egal, weil ich glaube einfach, das muss eine Stelle sein, die ist unabhängig von allem, die steht in Anführungszeichen für sich alleine und fühlt sich jetzt niemandem mehr zugehörig als dem anderen. Also eine sehr, sehr neutrale Position, die wirklich allen versucht, in gewisser Weise zu helfen, und die vor allen Dingen alle Seiten versteht oder Verständnis für alle Seiten hat und so ein bisschen die Kommunikation zwischen den Abteilungen zu schaffen. Also wir hatten irgendwann mal so den Begriff Connector. Denke ich an alte HIC-Zeiten zurück. That's what I did. So ungefähr. Also Hoteliers, Provider, Menschen zusammenbringen auf Messen, auf Events und und und. Das habe ich ja im Prinzip schon getan, nur halt nach außen, sage ich mal. Jetzt passiert das Ganze halt nach innen.
- 14:34 Ronald M. Arndt
Ja, absolut. Also da macht es Sinn, mit großer Unabhängigkeit agieren zu können. Definitiv. Ich habe mal irgendwo was von so Penta-Gurus gehört. Gibt es die noch oder sind die ausgestorben?
- 14:47 Liza Kapageridou
Ja, also ich habe auch davon gehört, das wird gerade nicht mehr wirklich aktiv praktiziert, weil ich mir gedacht habe, weil das mit der Pandemie und allem, was dann dazwischen war, ist es einfach ein bisschen verschwommen, sage ich mal so. Es ist aber auf jeden Fall die Idee, ob die dann noch Gurus heißen, weiß ich nicht, aber es ist auf jeden Fall die Idee, sowas wieder aufleben zu lassen. Ich glaube, dass es ganz, ganz wichtig ist, dass man vor allen Dingen in den Hotels, aber auch in dem CSO, Leute hat, die sich um andere kümmern. Ich meine, ich werde viel unterwegs sein, aber ich kann auch nicht überall gleichzeitig sein. Und es wird sehr, sehr wichtig sein, dass von innen heraus Dinge gemacht werden können. Auch wenn wir sagen, wir etablieren jetzt eine Kultur, das bringt gar nichts, wenn ich dahergehe und sage, so Leute, hier ist jetzt die Kultur und jetzt leben wir das. Viel Spaß dabei. Sondern es muss von innen herauskommen. Also meine Vision wäre wirklich, von innen heraus Task Forces zu bilden und zu sagen, okay, hier, ihr geht ran und wir besprechen die Werte. Wie sollen die definiert werden? Wie sollen die gelebt werden? Was soll da passieren? Was für Ideen habt ihr? Also auch wieder alle Bereiche und alle Hotels miteinander zu verbinden und das CSO mit einzubeziehen und da eben die Leute zu haben, die richtig Bock darauf haben, so was eben zu kreieren und zu machen.
- 16:10 Ronald M. Arndt
Und die hinter sich erst mal zu versammeln.
- 16:12 Liza Kapageridou
Genau, genau.
- 16:13 Ronald M. Arndt
Zu identifizieren und zu versammeln. Und dann gucken, was man gemeinsam aufbaut.
- 16:17 Liza Kapageridou
Ganz genau. Und ob die dann weiterhin Büros heißen.
- 16:20 Ronald M. Arndt
Ja, genau, es gibt ja viele Unternehmen, die sagen hier Customer First und Kundenorientierung. Fallen dir auch gute Beispiele ein, wo es heißt, der Mitarbeiter ist genauso wichtig und die schon so ein bisschen für dich auch als Vorbild gelten?
- 16:41 Liza Kapageridou
Muss jetzt ja nicht in unserem Hospitality-Umfeld sein, aber ja, also konkrete Beispiele, ich glaube, also wo ich so versuche, ein bisschen zu schauen, sind so Unternehmen wie Spotify, Netflix, ne, die das natürlich schon wesentlich mehr ausgearbeitet haben und dann natürlich auch schon zum Beispiel im Sustainability-Bereich, was ja auch irgendwie zu Werten und so weiter gehört, ne, viel aktiver sind und so. Davon sind wir jetzt noch ein ganzes Stück entfernt.
- 17:06 Ronald M. Arndt
Aber Sustainability als gelebter Wert, der eben auch für viele irgendwie so ein bisschen der Konsens sein kann, auch hier wieder Verbindung herstellen kann zwischen den zwischen den Teams und Teammitgliedern.
- 17:19 Liza Kapageridou
Und wo dann auch wirklich Aktionen und diese Dinge halt auch gelebt werden. Weißt du, zu sagen, das ist ein Wert von uns, ist relativ einfach, aber das dann auch wirklich zu leben und keine Ahnung, Events danach zu planen und darauf zu achten, das sind alles, das ist normal 3 Schritte weiter. Aber ja, also ich glaube, das ist, ich würde noch nicht mal sagen, dass dass der Mitarbeiter dem Gast gleichgestellt ist. Der Mitarbeiter steht noch mal eine Stufe drüber. Das haben wir ganz, ganz viele Jahre verschlafen. Und deswegen befinden wir uns jetzt in der Lage, in der wir uns befinden. Weil am Ende des Tages muss ich mir eingestehen, und eigentlich egal als welcher Unternehmer, wenn ich keine Mitarbeiter habe, die bei mir sind, die loyal sind, die mich unterstützen, die sich gegenseitig helfen, dann habe ich auch keine Kunden, die irgendwas entweder ins Hotel kommen oder irgendwas kaufen oder was auch immer. Und das dürfen wir halt eben nicht vergessen. Und am Ende des Tages ist der— gibt es kein besseres Marketing als das Marketing von Menschen, die das lieben und die irgendwo arbeiten und die dafür einstehen. Genauso gibt es keinen besseren Recruiter als den Mitarbeiter selbst. Also das ist alles so ein Laufrad und deswegen sind die so, so wichtig und müssen endlich, endlich auch in unserer Branche in den Vordergrund und den Mittelpunkt gestellt werden.
- 18:42 Ronald M. Arndt
Stark. Also so in dem Zusammenhang mit Hotels habe ich ein Gespräch jetzt in der Form noch nicht geführt. Aber ja, was natürlich in die Richtung geht, einer der letzten Hotel-Podcasts mit der Dr. Caroline von Kretschmann in Heidelberg.
- 18:57 Liza Kapageridou
Ja, da. Und ich glaube, sie sagt es auch genauso. Zuerst kommt der Gast. Dann glaube ich, der— Entschuldigung, zuerst kommt der Mitarbeiter. Zuerst kommt der Mitarbeiter, dann kommt der Gast und dann kommt die Company. Und dem kann ich— also das unterschreibe ich 100%. Und dieses Mindset, nämlich ganz viel mit Mindset zu tun, muss etabliert und gelebt werden. Auf jeden Fall.
- 19:24 Ronald M. Arndt
Super. Na ja, 3 Wochen sind rum oder dreieinhalb.
- 19:29 Liza Kapageridou
Auf geht's, oder?
- 19:31 Ronald M. Arndt
Ich glaube, viel mehr will ich gar nicht rausquetschen aus dir. Spannender wäre es dann mal wieder Anfang nächsten Jahres, Mitte nächsten Jahres zu sprechen und zu gucken, was du, was du da so aufgegleist hast. Ja, und ich glaube, das interessiert nicht nur mich, sondern noch ein paar andere. Und dann kommst du einfach wieder in Hotel-Podcast, Lisa.
- 19:52 Liza Kapageridou
Natürlich, wann auch immer du willst.
- 19:54 Ronald M. Arndt
Jetzt verrat mir doch einmal, ich habe mich jetzt nicht getraut, Damit die Welt auch weiß, dein Nachname noch mal.
- 20:01 Liza Kapageridou
Also es gibt ja unterschiedliche Wege, ich kann das so richtig griechisch sagen.
- 20:05 Ronald M. Arndt
Okay, gibt es unterschiedliche Versuche?
- 20:06 Liza Kapageridou
Na, aber es gibt halt so diese, wie die wirkliche griechische Aussprache ist oder wie es auch auf Deutsch funktionieren würde.
- 20:15 Ronald M. Arndt
Okay. Willst du beide hören? Griechisch, griechisch bitte.
- 20:17 Liza Kapageridou
Griechisch: Kapageridou.
- 20:20 Ronald M. Arndt
Das klingt doch gut.
- 20:21 Liza Kapageridou
Ja, oder? Aber darf ich dir noch eine Frage stellen, bevor wir jetzt gehen? Weil jetzt hast du mich ein bisschen angefixt. Was wäre denn Daniels Frage für mich gewesen?
- 20:28 Ronald M. Arndt
Die werden schon noch gekommen.
- 20:30 Liza Kapageridou
Ach so, okay, Entschuldigung.
- 20:32 Ronald M. Arndt
Die werden schon noch gekommen. Du, da muss ich mal kurz hier in mein WhatsApp reingucken.
- 20:37 Liza Kapageridou
Ja, mach das. Ich dachte schon so, das war's jetzt.
- 20:40 Ronald M. Arndt
Wie er es formuliert hat?
- 20:42 Liza Kapageridou
Ja.
- 20:45 Ronald M. Arndt
Ah, was du mit Cheerleading zu tun hast, fragt er.
- 20:49 Liza Kapageridou
Oh mein Gott, jetzt muss ich jetzt ausholen, oder? Was ist hier los?
- 20:53 Ronald M. Arndt
Weiß ich nicht, wir haben Zeit.
- 20:55 Liza Kapageridou
Was ich mit Cheerleading zu tun habe, also ich bin ja bekennende Basketballliebhaberin.
- 21:01 Ronald M. Arndt
Gucken, ob er da ein Smiley—
- 21:02 Liza Kapageridou
hat er bestimmt.
- 21:03 Ronald M. Arndt
Ach so, dieses Zeichen hat er gemacht.
- 21:05 Liza Kapageridou
Genau. Also ich bin ja bekennende Basketballliebhaberin und es ist so, als ich 2013 nach München gezogen bin, habe ich natürlich noch niemanden wirklich gekannt in München. Und dachte mir so, alles klar, ich habe immer gerne getanzt und ich liebe Basketball. Also was passt besser als Cheerleader beim Basketball? Das hat so, ich sag mal so, semi gut funktioniert, weil ich natürlich mega viel gearbeitet habe und gar nicht so wirklich zum Training gekommen bin. Also war ich irgendwie ein halbes Jahr mal Cheerleaderin und habe dann gesagt, Leute, sorry, aber ich bin so ein Wenn-ganz-oder-gar-nicht-Mensch. Das funktioniert leider nicht, aber ich habe da mega viele tolle Frauen und Mädels kennengelernt. Und dann haben die mich im Sommer 2014 gefragt, Lisa, möchtest du nicht in die Orga kommen? Wir brauchen Leute, die uns ehrenamtlich unterstützen. Okay, gesagt, na, das ist doch ein Job, den kann ich. Und somit bin ich im Prinzip ja seit 2013 bei den Munich Cheer Allstars, very proud. Und ja, mache da jetzt schon fast 10 Jahre die komplette Organisation. Die Mädels tanzen fest für den FC Bayern Basketball und bin da mega involviert. Also der Audi Dome, die Spielstätte quasi von FC Bayern Basketball, war mein zweites Wohnzimmer. Ich habe quasi fast 90% der Heimspiele begleitet und alles drumherum. Also wir wurden schon für die französische Liga gebucht und weiß Gott, wo wir nicht überall alles waren mit den Mädels. Und die sind wirklich meine Family geworden in München. Und deswegen bin ich da auch immer noch gerne. Und ja, das ist das, was ich mit Cheerleading zu tun habe.
- 22:46 Ronald M. Arndt
Und dann nehme ich mal an, dass eines Tages, eines Tages kam bestimmt mal der Daniel vorbei und wollte auch Cheerleader werden.
- 22:52 Liza Kapageridou
Ja, der wollte vor allen Dingen Cheerleader buchen für alle Veranstaltungen.
- 22:55 Ronald M. Arndt
Hab dich kennengelernt, ne? Okay, alles klar. Also, so machen wir das. Ich wünsche dir wirklich alles erdenklich Gute für die nächsten Wochen, Monate.
- 23:05 Liza Kapageridou
Ich danke dir, das wünsche ich dir auch.
- 23:07 Ronald M. Arndt
Hoch Interessant. Und wir machen ein Update.
- 23:13 Liza Kapageridou
Genau, wenn ich was gewissen habe, dann quatschen wir noch mal.
- 23:16 Ronald M. Arndt
Genau, genau. Mach mal, mach mal hier der Szene was vor und dann sprechen wir dazu.
- 23:20 Liza Kapageridou
Danke für die Einladung, Ronald.
- 23:23 Ronald M. Arndt
Sehr gerne. Ciao. Ciao.