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Germany · Episode #67 · 27.03.2023 · 62 Min

Aller guten Dinge sind drei

Martin EgnerThe Porter
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Aufgenommen: Coworking-Ort, Berlin

Standbild aus der Episode mit Martin Egner Germany62 Min

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„Projekt gewonnen, Projekt zerronnen, und dann darfst du halt nicht aufhören, weiterzulaufen.“

Martin Egner, 22:43

Martin Egner eröffnet im November oder Dezember 2023 das erste The Porter in Leipzig-Plagwitz: knapp 80 Einheiten mit Kitchenette für eine Nacht bis sechs Monate, dazu Café, Foodmarket, Retail, Coworking, Yoga, Gym und Dachterrasse. Er erzählt, wie vorher zwei Projekte wegbrachen, eins in Berlin aus genehmigungsrechtlichen Gründen, eins mit 140 Einheiten, weil Anfang 2020 die Finanzierung fehlte. Davor war er bei Accor, fast sieben Jahre bei Motel One, bei Ruby und bei Design Hotels.

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Kernaussagen

  1. Gründung zu dritt: Egner hat 2018 mit Oliver Dittmar aus dem Immobilienbereich und Hendrik aus Medien, Vermarktung und Kommunikation gegründet. Beide kannte er schon rund zehn Jahre vorher.
  2. Zwei Projekte weg: Das erste Projekt in Berliner Toplage scheiterte aus genehmigungsrechtlichen Gründen beim Eigentümer. Beim zweiten mit 140 Einheiten war der Vertrag unterschrieben, dann platzte er Anfang 2020, weil es keine Finanzierung mehr gab, nach 18 Monaten Arbeit ohne Einkommen.
  3. Haus in Plagwitz: Das erste Haus hat knapp 80 Einheiten, alle mit Kitchenette, für Aufenthalte von einer Nacht bis sechs Monate. Im Erdgeschoss Café mit Tagesbar, kleiner Foodmarket und Retailfläche, im ersten Stock Coworking, Yogastudio, Gym und private Dachterrasse.
  4. Membership als Zugang: Die halböffentlichen Flächen im ersten Stock gibt es über eine digitale Subskription, auch für Leipziger aus der Nachbarschaft. Egner sieht darin ein Modell, wie Loyalty in der Hotellerie künftig funktionieren kann, statt Vorteile erst nach dem 30. Aufenthalt.
  5. Technologie als Enabler: Automatisierung soll Prozesse verschlanken, Margen verbessern und die Mitarbeiter von Back-of-House-Aufgaben befreien, damit sie den Gästen in die Augen schauen. Bei Ruby Sophie in Wien nahm man schon keine nicht-digitale Buchung an, rund 50 Prozent liefen über die eigene Website.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Noch dieses Jahr eröffnet Martin Egner das erste "The Porter".

Wir blicken zurück auf das, was in den vergangenen Jahren passiert ist und wie sich das Ganze zukünftig in Leipzig in die Nachbarschaft einfügt.

Sein persönlicher Werdegang beeindruckt gleichermaßen. So schließt er sich nicht nur dem Team von Motel One und den Ruby Hotels in noch sehr frühem Stadium an, sondern lernt auch die schönsten Design Hotels kennen.

Die ersten Erfahrungen macht er bereits mit Mitte Zwanzig an der Seite von André Witschi und Accor.

Was genau aber macht The Porter aus, wo steht das Projekt heute und welche beiden Enttäuschungen musste der Gründer bereits im Laufe der Pandemie hinnehmen?

Schon jetzt ist klar: das Warten hat sich gelohnt, es kommt zu einem großartigen Happy End.

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Transkript

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Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:06
    Martin Egner

    1958 hat, glaube ich, ich weiß nicht, ob es Joe Cocker schon bei Woodstock hatte, aber kurz danach. Also ist ein Klassiker.

  2. 00:15
    Ronald M. Arndt

    Von Woodstock nach Berlin, Martin Egner. Ich freue mich sehr.

  3. 00:19
    Martin Egner

    Danke, Ronald.

  4. 00:20
    Ronald M. Arndt

    Mit dir hier am Tisch zu sitzen. Und über was sprechen wir heute? Über was und wen?

  5. 00:26
    Martin Egner

    Ja, ich glaube zum einen mal über Porta, was ja mein Venture ist, gemeinsam mit meinen Mitgesellschaftern, Mitgründern und unserem Team, das ja schön langsam aber sicher wächst. Wir sind zu dritt. Oliver Dittmar kommt aus dem Immobilienbereich und Hendrik kommt aus dem Medien-, Vermarktungs- und Kommunikationsthema raus. Und ja, Dann ich.

  6. 00:52
    Ronald M. Arndt

    Klingt komplementär schon mal vom Gründungsteam her. Kennt ihr euch schon lange, oder war das jetzt so ein bisschen der—

  7. 01:00
    Martin Egner

    Nee, ich glaube, wir haben ja 2018 schon gegründet, dementsprechend, wir kannten uns unabhängig voneinander erstmal. Also ich kannte beide, Hendrik und Olli kannte ich beide ungefähr 10 Jahre schon, bevor wir dann— Ist immer gut, wenn man einen schon ein bisschen länger kennt und dann Ja, ich glaube, das hat wie immer im Leben so seine Vor- und Nachteile, wie alles, ja. Aber bisher klappt es sehr gut und dementsprechend sind wir sehr glücklich auch. Und wie du es gerade gesagt hast, wir ergänzen uns, denke ich, ganz gut, auch von unserem Background. Und am Ende jetzt auch mit dem Aufbau des Teams, man sieht natürlich, dass einfach gleiches Mindset und in die gleiche Richtung denken ganz, ganz wichtig ist. Und auch nur so natürlich dann auch Kultur entstehen kann, die wir, die wir gerne entwickeln wollen.

  8. 01:56
    Ronald M. Arndt

    Jetzt sagst du, ihr habt gegründet vor 5 Jahren, 2018. Aktuell stehen wir wieder an so einem Gründungspunkt, glaube ich, oder meine ich gehört zu haben. Ja, der Name Porter, der wurde beibehalten und doch leicht verändert.

  9. 02:10
    Martin Egner

    Ja, genau, genau. Wir haben als Porter Hotels gestartet in 2018, klar, in der Zeit vor der Pandemie. Letztendlich waren aber die Markenwerte und die Überzeugung mit dem, was wir heute tun, mehr oder weniger deckungsgleich. Ich glaube, es hat sich viel mehr in dieser, auch für uns als damals Startup schwierigen Zeit, aber auch für die ganze Branche war es natürlich eine große Herausforderung, einfach noch mal klarer herauskristallisiert, dass diese Überzeugung und diese Idee, die wir hatten, dass nämlich Räume und, und Orte wie Hotels, welche sind, dass die eine übergeordnete und größere Rolle spielen können, wenn es um Community geht, wenn es darum geht, Menschen zusammenzubringen und, und Plattformen des Austausches zu sein, als die reine Funktion. Und letztendlich waren die letzten Jahre der, der Pandemie, insbesondere des Lockdowns, wo wir eben soziale Isolation so wahrgenommen haben und erlebt haben, alle von uns, wie noch nie zuvor, eine Art Katalysator, der diese Überzeugung und diese Werte, wofür Porter von Anfang an stehen sollte und auch steht, eben einfach noch mal bestärkt hat und glaube ich heute noch mal für eine ein breites Publikum auch noch mal relevanter und, und, und, und ja, klarer verständlich auch macht.

  10. 03:46
    Ronald M. Arndt

    Und das hat euch dazu gebracht, aus dem früheren Unternehmensnamen Porter Hotels das Hotel wegzustreichen. Ich kann dem ja folgen, wenn du das jetzt so gesagt hast, Katalysator, ja, und dem Ganzen noch ein The davor zu setzen.

  11. 04:00
    Martin Egner

    Ja, genau. Vielleicht die Der Name The Porter steht ja für den englischen Portier, hat natürlich auch so eine gewisse Anspielung an die Fashionwelt mit Prêt-à-Porter oder auch anderen Firmen in dieser Welt und in dieser Sphäre, die sich dieses Begriffs bedienen. Letztendlich ein generisches Wort und der englische Porter, also der Portier, den wir aus der Hospitality kennen, ist eben derjenige, der die Tür dir aufmacht in eine, eine Welt, die wir mit Porter schaffen, aber die oder der auch die Tür in die Stadt eben öffnet und dich durch die Stadt oder die Umgebung eben durchnavigieren lässt, um möglichst authentisches Erlebnis und Erfahrung zu haben. Und da ist letztendlich die, die Marke oder der Markenname im Kern begründet. Und nachdem wir deutlich mehr sind als ein Hotel, haben wir einfach im Rahmen der Entwicklung diesen Begriff oder dieses Wort dann auch weggelassen.

  12. 05:06
    Ronald M. Arndt

    Und du hast in deiner beruflichen Laufbahn schon viele Hotels gesehen?

  13. 05:11
    Martin Egner

    Ja, sicher, und auch viele unterschiedliche Segmente. Ich bin relativ viel gereist, wie viele andere auch. Oftmals ist es ja auch so, dass man in unsere Industrie kommt oder in unsere Branche als Quereinsteiger. In meinem Fall war es so, dass ich immer in der Hotellerie gearbeitet habe, meistens auf, oder fast ausschließlich auf, auf Headoffice-Ebene. Bei Accor angefangen, da hatten wir damals, als ich da gearbeitet habe, glaube ich 380, 400 Hotels in Deutschland. Die habe ich nicht alle gesehen.

  14. 05:44
    Ronald M. Arndt

    Hast vorher gemeint, dass sogar ein Rob Hornman, der jetzt letztens erst beim Hotelpodcast dabei war, genau, Seite an Seite gearbeitet.

  15. 05:51
    Martin Egner

    Rob und ich, wir saßen auf einem Flur Rob war damals für Sales und Marketing und Revenue Management und so weiter im Rahmen von diesem Joint Venture mit, mit Dorint verantwortlich. Ich war damals Assistent für Andre Vici, also praktisch Vorstandsassistent. Und ja, damals tatsächlich gestartet.

  16. 06:15
    Ronald M. Arndt

    War das dein erster Bezugspunkt Hotellerie damals, oder was war davor? Ja, weil das klingt auch schon nach einer sehr spannenden Position. Wie bist du da reingekommen?

  17. 06:22
    Martin Egner

    Die Position war super spannend. Wie bin ich reingekommen? Wie die Jungfrau zum Kinde. Ich hatte eigentlich gestartet im Bereich E-Commerce und Distribution, und das war so, da wusste eigentlich keiner, was es so richtig ist.

  18. 06:36
    Ronald M. Arndt

    Ja, also auch bei Accor schon.

  19. 06:37
    Martin Egner

    Genau, auch bei Accor. Wir sprechen da 2004, 2005. Booking.com hatte gerade den Markteintritt in Deutschland gemacht, und das war natürlich spannend, weil da hat sich einiges entwickelt aus anderen Branchen. Die waren natürlich auch schon weiter als die Hotellerie, was online Vertrieb und neben E-Commerce anging. Und das hatte mich extrem gereizt, und so hatte es eigentlich gestartet. Und ja, Andrej Vici suchte dann damals jemanden, der strategische Projekte für ihn dann eben vorantreibt und, und vorbereitet.

  20. 07:11
    Ronald M. Arndt

    Und da warst du dann so Mitte 30, Mitte 20 gewesen sein, oder Mitte 20?

  21. 07:16
    Martin Egner

    Genau, vorher studiert. Und ich glaube, auf die, auf die Frage dann noch mal ursprünglich zurückzukommen, erster Kontaktpunkt oder Anhaltspunkt zur Hotellerie: Mich haben Hotels einfach immer fasziniert, schon von klein auf. Und ich fand immer diesen Aspekt, also gerade bei den großen Grand Hotels, extrem bemerkenswert zu sehen, dass das eben Plattformen für soziale Interaktion sind, ja, dass das temporäres Zuhause ist von Menschen, von der Zielgruppe, zu der ich, wo ich herkomme und ich aufgewachsen bin, nicht dazugehört habe. Also wir haben nicht, wir sind nicht in Grand Hotels abgestiegen, aber das hat immer einen, ja, einen extremen Reiz und Interesse in mir ausgelöst. Und von daher, das war eigentlich der erste Anhaltspunkt. Und dass ich dann später eher über strategische Rollen und ich sag mal Konzernhotellerie als auch dann in sehr wachstumsgetriebenen Lifestyle-Marken dann letztendlich selber meine Karriere gefunden habe, zumindest den ersten Teil, bevor ich mich selbstständig gemacht habe und wir gegründet haben. Das konnte ich natürlich nicht voraussehen, aber ja, genau, das war eigentlich der, der Trigger, dass mich überhaupt Hospitality gereizt hat.

  22. 08:45
    Ronald M. Arndt

    Und da hat also der Portier seinen Ursprung. Schon gefunden, letzten Jahren, in Kindheitsjahren. Das Grand Hotel, wunderbare Geschichte. Und dann bist du auch im E-Commerce-Umfeld ja auch irgendwo geblieben. Nach Accor ging es glaube ich zu Motel One, war das dann so die nächste Station? Vielleicht gehen wir das mal kurz durch. Wo stand Motel One dann, als du dazu gestoßen bist?

  23. 09:09
    Martin Egner

    Genau, Motel One, das müsste direkt Anfang 2007 gewesen sein. Damals gab es 12 Hotels, 3 davon waren in innerstädtischen bzw. innenstadtnahen Lagen. Ja, wenn man heute die Marke und das Portfolio sich anschaut, dann, und sage ich mal, diese Heritage nicht kennt, dann kann man sich nicht vorstellen, dass wirklich die ersten 9 auf der grünen Wiese in Nähe der Autobahn waren und eben auch eine andere Klientel, sehr erfolgreich auch damals schon angesprochen haben.

  24. 09:47
    Ronald M. Arndt

    Aber man hat eben gesehen, unter anderem, also explizit Autobahnnähe, oder kam daher der Name Motel eventuell?

  25. 09:54
    Martin Egner

    Genau, also genau deswegen auch der Name Motel ursprünglich. Genau, und man kannte das ja auch schon von anderen Playern. Da sind wir jetzt gerade zurück bei, bei Accor. Es gab damals ja ETAP, was ja jetzt in der Ibis Brand Family glaube ich aufgegangen ist. Und, und, und andere, Motel 6 und so weiter und so fort. Also es waren so ein bisschen die, die, die Vorbilder, und dann hat man das mit einem etwas besseren Design dann letztendlich dann ja positioniert, und so ist man gewachsen. Und dann wurde halt deutlich, dass man auch in innerstädtischen Lagen jetzt wachsen kann, und dafür brauchte man ein anderes Produkt, und das hatte sich in den ersten 3 der neuen Generation, dann eben wurde das realisiert, und dann kam eben auch das große Wachstum. Ich glaube, damals waren halt spannende Eröffnungen: Motel One Berlin Alexanderplatz hieß das damals, in der Dirksenstraße, und in der Kantstraße, so was so wirklich große Häuser mit 200 Zimmern plus waren in in der Hauptstadt. Und ich glaube, das war auch ein großes Signal nach draußen, dass es jetzt losgeht. Und ich glaube, als ich dann— ich war knapp 7 Jahre bei der Gruppe, habe da unglaublich viel gelernt und auch vorantreiben können, weil ein relativ kleines Team und großes Wachstum, das war spannend. Und ja, genau, also das war Das war eine, eine spannende Zeit.

  26. 11:37
    Ronald M. Arndt

    Das war Motel One. Jetzt kommen gleich noch mal 2 Marken, die möchte ich mit dir einfach durchgehen, weil ich, hast ja auch gerade gesagt, es waren immer kleine Teams, weil du warst halt da jeweils zu einem sehr frühen Zeitpunkt einer Marke damals, die halt heute einfach richtig gut dasteht, natürlich in einer anderen Dimension. Und ich glaube, du hast da dir auch hier und dort viel abgeschaut, abschauen können, was dann jetzt eben in in The Porter dann aufgeht, worauf wir dann natürlich zu sprechen kommen. Danach gingst du Ruby, genau, nach Motel One. Da auch kurz die Frage, was hast du da vorgefunden? Was war da so dein Ruby? Kann man sich so vorstellen, deine Mission, weil da warst du glaube direkt im Vice President Marketing.

  27. 12:21
    Martin Egner

    Genau, da hat man nicht viele, und die, die da dazu kamen, die konnten dann relativ einfach Vice President werden. Das gehört dazu. Also Startup bietet viel Freiheit, dafür auch viel Verantwortung. Und am Ende des Tages war das super spannend, eben neben, wie kann ich ein bestehendes Konzept—

  28. 12:45
    Ronald M. Arndt

    und auch danach konnte eigentlich nur noch der CEO von Supporter kommen.

  29. 12:50
    Martin Egner

    Letztlich, wir hatten dazwischen, dazwischen gibt's noch mal was, da können wir gleich drüber sprechen.

  30. 12:56
    Ronald M. Arndt

    Aber musstest du die Stelle da selber bauen?

  31. 12:58
    Martin Egner

    Ja, ja, genau. Nee, und wenn man natürlich sich heute auch anschaut, wo, wo Ruby steht, und ich freue mich extrem für, für für Michael, Michael Struck und das ganze Team, was sie umgesetzt haben. Und der ein oder andere auf dem Weg ist ja auch dann in unternehmerische Pfade abgebogen und auch wiederum erfolgreich. Also das zeigt ja auch, glaube ich, schon, dass Unternehmer auch mit herangewachsen sind und die Truppe einfach auch gepasst hat und jeder wollte. Und das ist eigentlich das, was wir ja eingangs gerade so ein bisschen berührt haben. Das ist einfach, das ist einfach wahnsinnig wichtig. Bei Ruby war es so, als ich an Bord kam, war Ruby eigentlich so weit wie, wie Porter jetzt, ja. Okay. Es gab einen Vertrag mit einem relativ klaren Eröffnungstermin eines ersten kleinen Hauses, da haben wir ein paar mehr Einheiten jetzt mit unserem ersten Vertrag gesichert.

  32. 14:00
    Ronald M. Arndt

    Aber das war doch Wien, oder? Das erste Haus, kann sein, das war in Wien.

  33. 14:02
    Martin Egner

    Genau, und es gab eine, eine Brandbroschüre, es gab einen extrem engagierten und ambitionierten Gründer und sehr gute Partner, die er für sich gewonnen hatte. Und dann ging es einfach drum, ja, gemeinsam dann umzusetzen, ja, und ins Laufen zu kommen. Und ja, das war super spannend, Ruby Sophie in der Marksergasse war damals das erste Haus, das wir dann eröffnet haben. Und da haben wir dann natürlich, und das kam so zum, oder fiel in meine Verantwortung rein, wir haben angefangen, eigene Technologie zu bauen. So haben PMS, also Property Management System, gewählt, das damals schon eine komplette offene Architektur hatte. Sodass wir eigentlich alle Touchpoints nach draußen an uns angepasst bauen konnten über APIs und so. Und dann gleichzeitig hast du aber natürlich das Nitty-Gritty-Business. Du musst irgendwie Zimmer abnehmen, eine Baustelle läuft nie so, wie du es dir eigentlich vorgestellt hast, alles dauert immer länger und im Zweifelsfall teurer. Und das war, das war super lehrreich. Und gleichzeitig war für uns aber auch wichtig, dass diese erste Eröffnung letztendlich ein Prototyp ist für einen Rollout. Das heißt, es musste die Marke als auch die ganzen Prozesse von Anfang an so aufgebaut werden, dass du wirklich skalierbar bist. Und ja klar, ich meine, das sind natürlich Dinge und Erfahrungen, die einem helfen, wenn man dann selber ein ähnliches skalierbares Produkt und Konzept aufbaut.

  34. 15:52
    Ronald M. Arndt

    Und dann ging es noch zu Design Hotels, und da hast du das Portfolio, glaube ich, verantwortet, ne? Das Development.

  35. 15:58
    Martin Egner

    Da habe ich, um niemandem zu nahe treten zu wollen der Vorgenannten, aber sicherlich die schönsten Hotels kennengelernt, ja, um auf diese Frage noch mal zurückzukommen, die du gestellt hast. Genau, bei Design Hotels bin ich so ein bisschen aus diesem Tech und Vertrieb und E-Commerce und IT-Thema rausgegangen und habe das Development verantwortet in Europa. Und offiziell gehörte da noch Mittlerer Osten und Afrika dazu, da hat sich nicht so viel gespielt, aber Europa war immer ein sehr, sehr wichtiger Markt für Design Hotels als globale Brand. Und genau, war letztendlich dort dafür verantwortlich, das Portfolio was halt den Hauptmarktwert bzw. Markenwert einer, einer, einer Kooperation, einer Plattform bildet, eben ja entlang der Selektionskriterien von Designhotels weiterentwickeln zu können, sich mit Hoteliers, mit Eigentümern auszutauschen. Und ich denke, da half halt schon ganz stark, dass ich halt in der Vergangenheit auch, sage ich mal, die relevanten Themen, gerade was so Vermarktung, Vertrieb, Kommunikation etc. auch operativ verantwortet hatte, dass ich das so ein bisschen im, im Werkzeugkasten dabei hatte und da auf ganz gut Augen— Eye-Level so mit den, mit den Verantwortlichen dann auch sprechen konnte. Und aber ja, eine, eine sehr schöne, sehr spannende, sehr reiseintensive Zeit, die sicherlich auch meinen meinen Geschmack geprägt hat, die mir auch die Augen geöffnet hat im Hinblick auf, was es braucht neben funktionalen Elementen und, ich sag mal, Design an der Oberfläche, einen echten Impact zu kreieren, um als ultimatives Ziel eine authentische Community zu kreieren. Ich denke, das war so ein, so ein letzter wichtiger Teil auf meinem persönlichen Weg, und der mich dann auch dazu gebracht hat zu sagen, okay, jetzt fühle ich mich einigermaßen imstande, selber ein solches Produkt und eine solche Plattform anzufangen zu bauen.

  36. 18:23
    Ronald M. Arndt

    Und das war immer schon dein Traum, oder wann kam der auf, mal selbst ein solches Produkt zu lancieren?

  37. 18:29
    Martin Egner

    Ich glaube, ich war immer sehr unternehmerisch in meinem Denken geprägt. Ich komme aus keiner Unternehmerfamilie, dementsprechend ist es immer, sage ich mal, eine gewisse Hürde, die der eine leichter, der andere schwerer oder später überspringt. Ich glaube, der Zeitpunkt, also wenn man es so nicht kennengelernt hat, ja genau, dieses Selbstbewusste und genau, und dieses selber einfach machen zu können, einfach machen zu können auf der einen Seite, zu scheitern auf der anderen Seite, genau, aber auch die Bereitschaft zu haben zu scheitern und zu akzeptieren, dass das passieren kann und dass es nicht das Schlimmste ist, was einem im Leben passieren kann, bei Weitem nicht. In Deutschland ist es halt landläufig oftmals noch mal schwieriger, ja klar, so. Aber am Ende glaube ich, waren das eben diese Komponenten, die mir dann einfach ein gutes Gefühl gegeben haben, und dann letztendlich die richtigen Leute, mit denen man zusammen—

  38. 19:24
    Ronald M. Arndt

    den Habitus hast du gehabt, da hast jetzt nicht irgendwie noch, ja, also Einfluss gehabt irgendwie von einem entfernten Verwandten oder Umfeld, der dich dann zum Unternehmer auch mitgemacht hat, oder?

  39. 19:35
    Martin Egner

    Ja, ja, ich glaube Mentoren, ja.

  40. 19:38
    Ronald M. Arndt

    Ich habe jetzt keinen, ich meine, spätestens fandest du natürlich aus Ako-Umfeld etc., was man gerade genau, aber gegangen sind.

  41. 19:45
    Martin Egner

    Genau, ich hatte keinen einen individuellen, wo ich sage, der war mein oder die war mein Hauptmentor oder Mentorin. Aber ja, ich war immer grundsätzlich mal performancegetrieben. Und letztendlich waren mir die Ergebnisse, und das gehört ja auch zum unternehmerischen Denken dazu, ja, dass du am Ende die Dinge ja tust, um Ziele zu erreichen. Und die können kommerzieller Natur sein, aber auch anderer. Am Ende möchtest du vorankommen und eben jetzt auch nicht nur für dich individuell, sondern das Unternehmen nach vorne bringen. Und das ist auch nicht immer leicht, Logischerweise, weil insbesondere in gewachsenen, vielleicht auch starren Strukturen— ich meine, wir sprechen heute alle von New Work. Ich komme aus einer Generation, und du genauso. Jetzt sind wir nicht so richtig alt, so mittelalt, also ich bin Anfang 40. Wir kennen von unserer, aus unserer eigenen Erfahrung einfach klassische Organigramme, klassische FaceTime, klassische Strukturen, wo wo teilweise auch Seniorität vielleicht das ein oder andere Mal über Inhalt gewinnt. Das ist nun mal so, das auch nicht immer schlecht, meines Erachtens, auch sowas mal kennenzulernen, weil das sind einfach Herausforderungen und die hat man im Leben. Das werden alle Generationen so mitbekommen und, und merken. Aber ja, ich glaube, irgendwann musst du einfach die Entscheidung treffen, wenn ich das, was ich wirklich als Vision sehe, umsetzen möchte, dann muss ich es einfach selber tun. Und der Moment war dann da. Und wie gesagt, mit den richtigen Menschen an der Seite, das war mir ganz wichtig, wenn ich diesen Schritt tue. Und das hatte ich, das Gefühl hatte ich zu dem Zeitpunkt, dann, dann sollte man es einfach tun.

  42. 21:44
    Ronald M. Arndt

    Ich frage natürlich so gezielt, weil das jetzt nicht alltäglich Hotel-Podcast, sage ich mal, dass mir jemand gegenübersitzt, der, wenn es jetzt auch schon mit der ersten, also bei der 5 Jahre her ist mit der Gründung von Porter Hotels damals noch, aber man kann ja auch nicht ganz klein starten. Das heißt, man hat ja immer gleich irgendwo einen größeren Apparat da aufgesetzt. Und deswegen frage ich so gezielt, ja, was war damals die, der, der, der, der, die Motivation, sage ich mal, sich selbstständig zu machen, dann noch in dem Business? Das heißt, alleine zu gründen war für dich auch gar nicht, gar keine Überlegung?

  43. 22:22
    Martin Egner

    Nein, nee, für mich, für mich persönlich nicht. Also es ist so schwer genug.

  44. 22:29
    Ronald M. Arndt

    Ja, ja, gut. Und du kanntest deine, deine Mitgesellschafter ja schon auch da eine, eine Weile. Und wie gesagt, hast ja vorher gesagt, kann von Vorteil, kann von Nachteil sein. Aber ich glaube dann am Ende doch auch aus persönlicher Erfahrung eher von Vorteil, um sich da schon so ein bisschen kennt.

  45. 22:43
    Martin Egner

    Ja, ich glaube auch, wir sind eben in einer, in einem Bereich tätig, wenn wir jetzt zu Supporter kommen, wofür wir machen, was wir tun, was wir tun. Wir können gleich, oder wir können gerne jederzeit auch noch mal abschweifen, wo Dinge herkommen, aber dann sind wir natürlich zum Teil auch Betreiber. So, und als Betreiber musst du natürlich Eigentümer von dir überzeugen, dass die einen langfristigen Vertrag mit dir unterschreiben. Und jetzt war nie unser Ziel zu starten mit 5, 6, 7, 8 oder 10 Einheiten, sondern von Anfang an zu zeigen, dass dieses Konzept, das wir verfolgen, skaliert funktioniert und auch der erste Prototyp eine gewisse Größe und gewisses Volumen benötigt. Und dementsprechend hast du es als Alleinkämpfer, und das hat auch logischerweise Kapitalgründe, extrem schwierig bzw. es ist fast unmöglich, dort ins Laufen zu kommen. Und da war sicherlich von Anfang an das Netzwerk auch von, von Oliver als meinem Mitgründer sehr positiv. Am Ende musst du dann immer selber durch die Tür gehen, ja, die geöffnet wird, und das ist schwer genug. Und vielleicht, oder das begründet natürlich auch, warum es dann teilweise eben länger dauert, in, in dieser Branche dann Fuß zu fassen. Wir hatten in der Zwischenzeit Also wir sind 2018 gestartet mit einem konkreten Projekt in, in Berlin, so in einer, in einer Toplage. Und wir waren uns mit dem Eigentümer einig und hatten knappes 3, 4 Jahre schon dann Hotel betrieben hatte, oder? Nein, das war ein Bestandsgebäude, das in eine Projektentwicklung gehen sollte, entweder Büro oder Hotel bzw. hotelähnliche Nutzung. Und wir konnten dann mit unserem Konzept überzeugen, und aus genehmigungsrechtlichen und anderen Gründen auf Eigentümerseite wurde es dann nichts mit diesem Projekt. Und du startest dann, du gründest, du hast ein konkretes Projekt, so, dann gehst du plötzlich leer aus, obwohl man damit gerechnet hat und alles gut ausgeschaut hat, so, dann ist im Nu sind in unserer Welt 12 Monate vorbei. So, dann bist du nicht mehr in 2018, dann bist du in 2019. Dann waren wir in dieser Zeit in einem extrem bullischen Markt. Das heißt, alle Betreiber wollten stark wachsen, Pachten wurden immer höher, ja, und die Eigentümer konnten sich rauspicken, mit wem sie es denn gerne machen wollten. Und dann bist du halt ganz oft zweiter oder dritter Sieger. Einfach weil du nicht so eine große oder so eine gute Bonität hast zum, zum, zum Start. Und ich glaube, das kennen alle Betreiber, diese, diese Herausforderung, die es einfach, die es einfach schwer macht. Und na ja, dann findet man doch etwas so, und mit harten Cold Calls und viel, viel Aktivität. Und dann haben wir in 2019 ein Projekt gesichert mit damals 140 Einheiten. Dann war Jahreswechsel, und was dann passiert ist Anfang 2020, wissen wir. Wir haben trotzdem den Vertrag unterschrieben. Der Vertrag ist geplatzt, weil keine Finanzierung es mehr gab. Ja, und das während der Pandemie, wo ohnehin schon die Laune und die grundsätzliche Stimmung und alles jetzt nicht ganz oben war, ja, wo du in den ersten und zweiten Lockdown gehst, wo du gewisse Burnrate hast und einfach ja versuchst zu überleben, genauso wie viele privat natürlich zu guter Letzt, dass man kein Einkommen hast, ne, weil die, die großen Firmen, die, die lagen hinter dir. Genau. Und wie gesagt, Projekt gewonnen, Projekt zerronnen, und dann darfst du halt nicht aufhören, weiterzulaufen. Und so haben wir dann ein weiteres Projekt für uns, dann nachdem wir an dem anderen mindestens 18 Monate praktisch umsonst gearbeitet haben, also umsonst, was den Income angeht, nicht unsere Kostenstruktur, sind wir weitergelaufen und haben zum Glück einen Ersatz gefunden. Und es ist dieses wunderschöne, auf das wir uns sehr freuen, Projekt in Leipzig, mit dem wir November, Dezember dieses Jahres live gehen werden, sodass The Porter dann zum ersten Mal auch physisch erlebbar ist.

  46. 27:51
    Ronald M. Arndt

    Stark, zurückgekämpft, ihr seid zurück. Ja, 2023 geht's noch los. Super, schon mal eine schöne Geschichte bis dato. Genau, das heißt, ihr steht da gerade Ist ja jetzt wieder, sage ich mal, ein paar Monate vor offiziellem Start, dann gefühlt dritte Mal.

  47. 28:10
    Martin Egner

    Ja, genau. Ja, genau.

  48. 28:13
    Ronald M. Arndt

    Was, was gibt's noch zu tun?

  49. 28:15
    Martin Egner

    Ja, vieles. Wir finalisieren gerade die, die Website für ein, für ein Launch, da rechnen wir mit Ende März dazu. Wir sprechen gerade Anfang März miteinander. Schauen wir mal, wann du, wann du Zeit noch veröffentlichst. Aber genau, werden wir die Website lancieren, dann wird die App Richtung April, Mai kommen, und dann geht's in die heiße Pre-Opening-Phase, dann auch lokal mit B2B-Ansprache und Vertrieb, kompletten Setup dann auch von der ersten Property. Wir arbeiten parallel auch an der zweiten außerhalb Deutschlands, wo wir das Thema Workation dann noch mal stärker spielen werden. Und ja, dementsprechend zu tun gibt's wahnsinnig viel. Dann das ganze Thema Recruitment natürlich ganz, ganz wichtig. Wir sind gerade dabei, das F&B-Konzept zu finalisieren, haben da auch einen absoluten großartigen Teammember dafür gewinnen können. Und ja, also die Arbeit wird uns nicht ausgehen bis Ende des Jahres.

  50. 29:30
    Ronald M. Arndt

    Und wie du sagst, parallel schon, schon die erste Location im Ausland. Wir sind gespannt, komme ich halt noch mal zum Hotel-Podcast, dann Treffpunkt vielleicht in Leipzig. Hat einer von euch mit Gesellschaftern irgendwie seinen Lebensmittelpunkt in Leipzig oder Umgebung, oder war Leipzig einfach als Stadt gewählt worden, weil es da ein schönes Objekt gab für euch, ein passendes?

  51. 29:52
    Martin Egner

    Genau, das war wirklich geschuldet diesem Thema, dass wir— wir haben uns andere Standorte ja auch angeschaut. Wir hatten da einen Projektentwickler, wo wir das Gefühl hatten, dass der das, was wir da vorhaben, versteht und wir einen großen Mehrwert für die gesamte Quartiersentwicklung, die dort stattfindet, beitragen können über das, wofür The Porter steht. Und zum anderen sind wir in einem, in einem, in einer Nachbarschaft von Leipzig, die einfach sehr, sehr kreativ ist und ganz spannendes Umfeld bietet, nämlich in Leipzig-Plagwitz. Wir haben da die, die alte Baumwollspinnerei, ein großes Kunst- und Kulturareal mit vielen Künstlergalerien und Ausstellungen. Und das in der Gesamtkonstellation mit so einer aufstrebenden Stadt in einem aufstrebenden Viertel für eine neue, für eine neue Hospitality-Brand, Da fanden wir einen sehr schönen Fit.

  52. 31:09
    Ronald M. Arndt

    Inspiring Places to Stay, Work and Revive heißt es, glaube ich.

  53. 31:13
    Martin Egner

    Jetzt kommen wir endlich zum Kern.

  54. 31:15
    Ronald M. Arndt

    Jetzt kommen wir zum Kern.

  55. 31:17
    Martin Egner

    Und was machen die denn jetzt eigentlich mit diesem Supporter?

  56. 31:20
    Ronald M. Arndt

    Der Kreis wird ja allmählich enger. Leipzig und Neighborhood, was es da so gibt und so weiter. Und Betreiber, Entwickler, der verstanden hat, was ihr da vorhabt mit Supporter. Lass uns dem Kern ganz nah. Ich finde es super, die Herleitung, also vom Schnuppern im Unternehmertum bis zum Kern.

  57. 31:41
    Martin Egner

    80% haben abgeschaltet, zwar schon, aber jetzt kommen wir zum Kern. Na ja, Quatsch.

  58. 31:49
    Ronald M. Arndt

    Ja, was kannst du schon so ein bisschen zur Größe sagen? Wie viele nennt ihr das dann Zimmer? Nennt ihr es Studios? Nennt ihr es Apartments?

  59. 31:58
    Martin Egner

    Genau, Wohneinheiten, Studios und Apartments, wie auch immer man das nennen möchte. Letztendlich geht's ums Thema temporäres Wohnen von einer Nacht bis 6 Monate. Okay, da haben wir knapp 80 Einheiten von, alle ausgestattet mit eigener Kitchenette, so dass man auch wirklich einen längeren Aufenthalt auch irgendwie darstellen kann. Wobei wir davon ausgehen, dass die meisten Nutzer und Gäste die Küche sehr, also nur punktuell nutzen werden, weil wir im Erdgeschoss ein eigenes Café bzw. Coffeeshop mit einer Tagesbar, mit einer smarten Tagesgastronomie auch haben, mit einem kleinen Foodmarket, mit einer kleinen Retailfläche, wo sowohl Marken, mit denen wir Kollaborationen haben, diese Fläche als Showroom nutzen können, wo wir auch unsere eigene Kollektion von The Porter dementsprechend dann auch verkaufen, stationär. Es wird auch einen Onlineshop geben, einfach auch um diese, diese Brand Experience entsprechend zu verlängern auf allen Kanälen. Und Und dann haben wir noch so, ich sag mal, halböffentliche Flächen. Gastronomie und Retail sind natürlich für alle frei zugänglich. Das sind auch so die Eingangstore und die Attraktionspunkte für die Nachbarschaft, für die Leipziger jetzt in diesem konkreten ersten Fall. Und dann haben wir diese halböffentlichen Bereiche im ersten Stock bei diesem Gebäude ist es so, dass wir einen dedizierten eigenen Coworking Space haben, dass wir ein Yogastudio haben, Gym haben und eine private Dachterrasse. Und auf diese Bereiche werden wir Zugriff geben, weil die einfach begrenzt in ihrer, in ihrer Fläche sind und einfach noch mal einen zusätzlichen Mehrwert auch demjenigen, der sie nutzt, bietet. Werden wir das über über eine digitale Subskription, sprich eine Membership, darstellen. Das heißt, alle, also auch für die Leipziger an sich, absolut. Also das ist letztendlich der Hauptanwendungspunkt, weil diejenigen Nutzer und Nutzerinnen, die ein Apartment oder ein Studio bei uns bewohnen, haben logischerweise Zugriff auch auf diese Flächen. Meetingräume etc. pp. müssen separat gebucht werden. Aber grundsätzlich kann man eben genau dieses Lebensumfeld, das wir darstellen, also diese inspirierenden Orte, diese vernetzten Häuser für das temporäre Leben und das flexible Arbeiten, können dort wirklich umgesetzt werden. Und damit haben wir eben auch einen ganz klaren Abgrenzungspunkt zu anderen, ich sag mal, klassischen digitalen Betreibern. Die eben, ich sag mal, alles gebäudeabhängig logischerweise ab dem ersten OG machen. Da geht es eben nur um die, wie auch immer man sie nennt, sind es jetzt Hotelzimmer, Apartments, Studios, wie auch immer. Am Ende geht es bevorzugt um eine kurzfristige Vermietung und eine, ich sage mal, eine vollständige digitale Automatisierung der Operations dahinter. Wenn man sich anschaut, was wir damals mit Ruby gemacht haben, dann war das eigentlich nichts anderes. So, wir waren, ich glaube, das erste Hotel in Wien damals mit Ruby Sophie, das keine nicht-digitale Buchung angenommen hat, außer du hast eine Gruppenanfrage gehabt mit mindestens, ich glaube, damals 15 Personen oder Zimmern. So, weil genau, weil das ist auch heute noch schwieriger Bereich. Gruppenbuchungen mit Firma bezahlt das, der ist Selbstzahler, der Referent kriegt aber alles, und der kommt 2 Tage später, der einen Tag früher, alles auf Gruppenkonto, aber an der Bar die Spirituosen bitte nicht und so weiter. Also das ist einfach schwierig automatisiert darzustellen. Aber grundsätzlich hatten wir aus dem Stand damals, ich glaube, knapp 50% Business auf unserer eigenen Website. Und so, den Rest haben wir über OTA, also Booking.com und Konsorten gemacht, und dann halt ein bisschen Direktbuchung, was halt B2B-Geschäft und Groups war. Und Check-in gab es auch nicht klassisch mit einer Rezeption, sondern es gab halt noch so einen Stopper, ja, im Café bzw. Bartresen drinnen, halt so irgendwie dieses dieses Tablet und so weiter, was wir eben damals selber, selber gebaut haben über die offene Schnittstelle, und hast du deine Karte bekommen. Aber eigentlich war es automatisiert. Und natürlich ist heutzutage über Mobile Keys und Smartphone-Usage eine Öffnung einer, einer Tür entweder über dieses Device oder über einen Code ja schon fast Industry Standard und off the rack oder off the shelf kaufbar, auch für jeden Hotelier. Du Das heißt, die Frage war für uns und ist für uns, und da komme ich auf dieses Werteprinzip und die Markenwerte und wofür wir stehen als Supporter zurück: Was ist es denn eigentlich, was eine Hospitality Brand zu einer Hospitality Brand macht in unserem Verständnis? Und das ist einfach, eine Plattform zu bilden für genau diese soziale Interaktion, für diesen persönlichen Austausch, eine Kuration vorzunehmen, sagen, das sind Inhalte, das sind Themen, für die wir stehen, wozu wir aber jetzt nicht unbedingt jeden Teil des Inhalts selber beitragen, sondern auch dazu einladen, eben also Menschen und Ambassadors und so weiter einzuladen, darüber zu sprechen und diese Gedanken und Visionen zu teilen, um am Ende eben in dieser ja zunehmend digital auch teilweise isolierten Welt genau diesen Human Touch wieder, ja, zur Realität werden zu lassen. Und man mag das vielleicht ein bisschen belächeln, aber die Statistiken besagen und, und, und, und beweisen einfach, dass ganz viele Menschen in diesen Zeiten einsam sind. Und bei aller Convenience und, und Schnelligkeit und Komfort, die uns natürlich Digitalisierung und Technologie bietet, geht diese Komponente eben zunehmend verloren. Und gerade wir als Gastgeber, als Hospitality, haben eine Riesenchance, da hineinzuschreiten, und eigentlich sogar eine, eine Verantwortung. Und wenn man sich so ein bisschen dem, dem Leitbild dann das so ein bisschen tragen lässt, dass man sagt, okay, die Welt so ein bisschen lebenswerter zu machen, dann glaube ich, haben wir da keine, keine, keine riesige Rolle im, im, im, in Anbetracht der großen Herausforderungen, die es global gibt. Aber wir spielen doch eine hoffentlich positive in dem, was wir da tun können. Und dass das dann alles auch mit einer gewissen Ernsthaftigkeit und sozialen Verantwortung, wie wir, wie wie wir Business betreiben etc. pp. zusammenhängt, ist, ist auch klar. Das heißt, wir wollen auch keine rein hedonistische Übung machen und sagen, wir machen hier tolle vernetzte Orte, ist alles wunderschön und es ist inspirierend und du kannst heute hier und morgen dort leben und arbeiten. Ja, das ist Teil unseres Werteprinzips, aber diese Purpose-Driven Businesses und vor allem diese Purpose-Driven Konsumentenentscheidung, die, die ist uns sehr bewusst, und dementsprechend ist es auch eine, sage ich mal, spielt das eine große Rolle. Wir haben jetzt zum Beispiel ganz guten gegebenen Standortvorteil, dass wir in einem CO2- oder zukünftig fast CO2-neutralen Quartier sind, so, wo die Energienahversorgung über, über deutschlandweit erstes Pilotprojekt jetzt dargestellt wird. Wir versuchen aber auch jetzt gerade bei der Auswahl unserer, unserer Dienstleister, z.B. Wäschereien, ja, da einfach CO2-neutral zu sein, am Ende eigentlich einen komplett CO2-neutralen Footprint auch zu bekommen. Das ist nichts, was wir mit irgendeiner Werbebotschaft nach draußen transportieren, sondern das empfinden wir und ich persönlich einfach als eine grundsätzliche Verantwortung als Unternehmer, die wir haben. So, und genauso geht es natürlich um soziale Verantwortung, um Diversität im Team, um Offenheit und und auch kulturelle Diversität. Und ich glaube, wie gesagt, da sind wir wieder zurück bei diesem Plattformgedanken. Du musst Plattformen bieten, um auch Meinungen von Randgruppen eben zu erlauben und eben auch dadurch eine Plattform zu geben. Und das kannst du nur tun, wenn du sowohl digitale, aber auch physische Orte hast, wo Zusammenkunft passieren kann, weil ansonsten bleibt halt jeder irgendwie in seinem Funnel. Wir kennen das ja auch. Also mir wird ja auf Instagram auch nur das gezeigt, was, wovon Instagram weiß, dass es mir offensichtlich gefällt. So, und natürlich wollen und müssen wir im Rahmen unserer demokratischen, freiheitlichen und, und toleranten Welt bleiben. Nur die bleibt halt nicht tolerant und freiheitlich, wenn wir immer alles nur in unserer Bubble sehen, sondern das hat eine gewisse Verantwortung. Und wie gesagt, wir stehen für Reisen, wir stehen für kulturellen Austausch. Dementsprechend das auch so in gewisser Weise nach vorne zu bringen und so als einen Wert, dem wir selber folgen wollen, erachten wir als total sinnvoll und auch notwendig.

  60. 42:23
    Ronald M. Arndt

    Ich glaube, ihr habt den Begriff des Connected Hubs für euch gefunden und habt eine, hast ja jetzt gesagt, eine Menge digitale Unterstützung, sage ich mal, die ihr euch da selbst erschafft. Wenn du jetzt aber sagst, es sollen Randgruppen auch, sage ich mal, da mit integriert werden und Plattformen geschaffen werden, wo all die zusammenkommen, dann kann ich mir jetzt noch nicht so recht vorstellen, dass es ohne wirklich jemand Physischen, ohne Menschen ohne einen Gastgeber, so in der, um in der Sprache des Grand Hotels vielleicht auch wieder zu bleiben, möglich ist. Gibt es einen solchen Gastgeber im The Porter, oder ist es dann doch wieder ein Portier?

  61. 43:03
    Martin Egner

    Absolut, es sind keine klassischen Portiers, aber ja, absolut. Das kann nicht nur durch digitale Systeme funktionieren. Deswegen, ja, wie ich es ja erwähnt hatte, haben wir immer auf Erdgeschossebene oder auf welcher Gebäudeebene auch immer gibt es Menschen, ja. Und dieses kulturelle Programm, das ich gerade versucht habe zum Reisen, dass wir eben in unseren Flächen spielen, das aber dann auch erlebbar ist über die, über die digitalen Kanäle, über die App und so weiter, heißt eben People of Porter. Und für uns sind die People of Porter Diejenigen, denen wir zwischen Gast und Nachbarschaft stehen, People of Porter. Genau. Aber am Ende, am Ende des Tages sind unsere Mitarbeiter genauso People of Porter, weil die diejenigen sind, die dir die Erfahrung geben, wenn du zu uns kommst. Und das ist auch im Hinblick auf die Herausforderung, dass man natürlich attraktiv sein möchte. Und gerade wir als, als junge Marke haben da natürlich eine besondere Herausforderung, weil wir natürlich auch für viele für noch nichts stehen, ja. Und so, und deswegen ist für uns ganz wichtig, wenn es um Technologie geht, dass die letztendlich immer nur ein Enabler ist, in letztendlich dreierlei Dingen. Das Erste ist, sie erlaubt uns Automatisierung von Prozessen, Dadurch können wir effizienter sein, können höhere Margen oder attraktivere Margen generieren und dadurch einen attraktiven Preis an unsere, an unsere Nutzer weitergeben und haben ein risikoärmeres Betriebsmodell und, und, und, und Business Case. Das Zweite ist, wenn wir diese ganzen Back-of-House-Prozesse keine Hospitality sind, sondern Logistik, hat mal jemand gesagt, fand ich sehr passend. Wenn wir unsere Mitarbeiter davon befreien, weil das im Hintergrund passiert, oder der Gast bzw. der Nutzer, die Nutzerin das übernimmt über smarte Technologie, dann ist Zeit, dass du den Gästen und den Menschen in die Augen schaust. Und dann passiert auch zwischen der Marke, weil die Marke kommuniziert kommuniziert nie. Also wie soll eine Marke kommunizieren? Das ist ein, das ist ein Plakat, das glaube ich oder nicht. Die Wahrheit liegt immer dann vor Ort, was da passiert. Und wenn du die Menschen von dieser, von diesem Ballast befreist und der Blick überhaupt nicht auf dem Bildschirm ist, zu keiner Zeit, weil es nicht notwendig ist, dann hast du einfach eine deutlich höhere Gästezufriedenheit logischerweise und vor allem auch Mitarbeiterzufriedenheit.

  62. 45:57
    Ronald M. Arndt

    Digitalen Hilfsmittel drauf hinweisen, wenn es wirklich notwendig ist, irgendwo einzuschreiten. Absolut, genau, proaktiv einfach.

  63. 46:03
    Martin Egner

    Und eine oder einer wird, sage ich mal, selbstständiger sein und andere ein bisschen weniger, aber jeder fühlt sich am Ende des Tages aufgehoben. Und der dritte Aspekt, der wichtig ist und was uns Technologie als Enabler erlaubt, ist eben die digitale Subskription. So sehr schlank und sehr rasch ein Membership-Programm zu entwickeln, das einen Instant Benefit, also wirklich einen unmittelbaren Vorteil für beide, für Gast und für Nachbarschaft, genau, absolut demjenigen bietet.

  64. 46:38
    Ronald M. Arndt

    Und du hast ja schon den Begriff App auch erwähnt, also das ist dann die App wahrscheinlich?

  65. 46:42
    Martin Egner

    Das wird in der App funktionieren, genauso logischerweise auf der Webseite, aber die App wird am Ende der Schlüsselbund sein für das Ganze. Und da geht's einfach darum, dass wir da natürlich auch erfahren, welche Interessen, welche Präferenzen unsere Nutzerinnen und Nutzer, unsere Gäste haben, mehr von ihnen und über sie und mit ihnen zu lernen, am Ende auch relevantere Produkte zu kreieren, besser passende Angebote, gerade in dem Gedanken der Vernetzung, wo es nicht nur um ein Metrics von wir wollen ein Apartment verkaufen geht, sondern wo es um einen Lifestyle am Ende des Tages geht und ein Mindset dieser Zielgruppe. Und ich bin fest davon überzeugt, dass das ein Modell sein kann, das, sage ich mal, wegweisend ist, oder zumindest das Potenzial dafür dafür hat, wie Loyalty auf Dauer in der Hotellerie und vielleicht auch in der Reiseindustrie insgesamt funktioniert. Weil am Ende ist es ja so, dass heutzutage Loyalty so funktioniert: Du kommst 30 Mal zu mir, und dann gebe ich dir irgendeinen Vorteil, nachdem du niemals gefragt hast, weil einfach die Kundenintelligenz und die bidirektionale Interaktion überhaupt nicht stattfindet, zumindest beschränkt, sogar in den ganz, ganz großen Loyalty-Programmen.

  66. 48:15
    Ronald M. Arndt

    Hast du jemals was mit Bonvoy zu tun gehabt?

  67. 48:17
    Martin Egner

    Ja, das war die Designhotels-Zeit. Ursprünglich tatsächlich durfte ich SPG vermarkten. Und genau, SPG war damals sicherlich so von der Zielgruppe als auch von den Marken die damals bei Starwood integriert waren, sehr guter Fit zumindest für das, was wir mit Design Hotels gemacht haben. Und natürlich öffnen diese Programme Zugriff auf globale Distribution der großen Ketten. Aber am Ende des Tages ist doch die Vorstellung, dass wir in der Hospitality zu einem Punkt kommen, wo wo Menschen und Kunden, weil wir unmittelbaren Vorteil bieten, uns dauerhaft Geld bezahlen und, und Umsatz generieren über eine Membership, im Vergleich zu, ich warte auf meinen 14-tägigen Pickup, ja, wie es so schön heißt, weil davor weiß ich eigentlich noch gar nicht so wirklich, wie ich meinen Monat abschließen werde. Ich glaube, dieses am leichtesten verderbliche Gut eines Hotelzimmers oder eines Service Apartments oder wie auch immer. Da wurde ganz oft drüber gesprochen, aber das ist nun mal so. Und wir revolvieren immer wieder dieses gleiche Thema. Und ja, es ist immer schwierig und herausfordernd, einen Paradigmen-Shift anzustoßen, und das wird man auch alleine nicht schaffen. Aber ich glaube, insbesondere wenn du ein, eine kundenorientierte Marke bist und einen Plattformgedanken verfolgst, jenseits der, der reinen Einheiten im, im Betrieb, dann, dann ist es ganz wichtig, also eine zukünftige Kommerzialisierung zu finden. Und ab dem Punkt, glaube ich, fängt man dann auch wirklich an, sich nachhaltig unabhängiger von Drittvermittlern und anderen zu machen.

  68. 50:18
    Ronald M. Arndt

    Ich freue mich richtig, dass jetzt so, so so geradeaus einfach Vollgas geben können, jetzt erstmal doch keine Pandemie mehr im Wege steht, oder hoffentlich, oder sonst was. Dann haben wir auch spätestens dann, glaube ich, einen anderen Umgang damit, oder mit einer solchen. Kann ein Unternehmer wie du jetzt, der in dem Business unterwegs ist, hat er immer schon so einen Traum, wo er sagt, in so und so vielen Jahren stelle ich mir The Porter so und so vor, das ist meine Vision, oder Oder wenn man die hat, tut man die eher nicht kund.

  69. 50:50
    Martin Egner

    Ich glaube, am Ende, was wir mit Deporte umsetzen—

  70. 50:52
    Ronald M. Arndt

    oder was haben deine damaligen Chefs denn so damals gesagt? Was hat der Müller bei, bei, bei Motel One gesagt? Wie viele? Wollte mal alle, alle Autobahnen komplettieren.

  71. 51:05
    Martin Egner

    Nee, ich glaube, es ist ja, es ist immer gut, bevor man über einen Dritten spricht, bei der eigenen Nase anzufangen. Also über die Meinung oder die Ziele eines Dritten, die, die glaube ich, mir geht's eher um so, um den meins, weißt du, genau darstellen kann.

  72. 51:19
    Ronald M. Arndt

    Ich sag dir mal, große Ziele, ich muss ja den Gruppen absolut, schau, was wir tun mit The Porter ist ja so, dass wir Überzeugungstäter sind, ne.

  73. 51:28
    Martin Egner

    Das macht uns in Anführungszeichen im positiven wie im negativen Sinne besonders gefährlich, ja.

  74. 51:34
    Ronald M. Arndt

    Aber man weiß auch nicht, was du mal aus The Porter noch alles rausholst, weil du hast dich jetzt gar nicht so committed hier nur Hotel. Du hast gesagt, links, also gibt's ja ganz im Gegenteil auch ein Lebensgefühl, ist eine Haltung, wie du sagst, Überzeugung. Ja, ja, genau, es ist die Überzeugung, Nachbarschaft, der wird ja nur unten nicht wirklich bei euch übernachten, derjenige aus der Nachbarschaft, trotzdem halt ein The Porter Fan sein und werden.

  75. 52:00
    Martin Egner

    Genau, was wir mit The Porter tun, ist so, wie wir selber gerne leben wollen. So, in in, in unserem Team, so. Und ich glaube, dementsprechend, wenn es drum geht, welchen Traum will man sich erfüllen, dann ist es sicherlich, mit jedem einzelnen Standort zu zeigen, dass man das, dass das wirklich Relevanz hat, so, und man einfach möglichst vielen Menschen Nutzern, Nutzerinnen die Möglichkeit gibt, eben diesen, diesen Lifestyle auch tatsächlich zu, zu leben. Ich meine, wir sind gerade, das ist eine echte Evolution, und diese vielzitierte Zeitenwende erleben wir ja auch in unseren, in unseren eigenen individuellen Lebensrealitäten, dass Millionen, zig Millionen von Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmern die Freiheit haben zu arbeiten, von wo und wie sie möchten, ist ja, das ist ja eine unglaubliche Revolution, die da gerade vonstattengeht. Und die führt zu extrem großem Potenzial und zu sehr großen Herausforderungen. Und letztlich ein Teil dieses, dieses, dieses Lösungsportfolios sein zu können und diese Art des Lebens zu demokratisieren. Und vielleicht ist das eine ganz gute Analogie zu Motel One. Am Ende haben wir mit Motel One, also mit mir, ich war da mit dabei und durfte in bescheidenem Ausmaß dazu, in meiner Verantwortung dazu beitragen, aber tatsächlich, was die Marke gemacht hat, war, dass sie gutes Design über einen attraktiven Preispunkt, und nicht nur Design, sondern auch hohe Qualität in den elementaren Bereichen, zu demokratisieren. Und wenn man ein, sage ich mal, Premiumprodukt oder Lifestyle hat und es schafft, das über Kostenvorteile, und das ist jetzt die ganz rationale Betrachtung, über Kostenvorteile und deswegen Technologie als wichtiger Faktor zu demokratisieren, dann ist das Wachstumspotenzial natürlich extrem groß. Und dann schaut man sich mal noch mal den Markt an, wer in Zukunft sozusagen in Bezug auf die Zielgruppen, wer denn reisen wird und und wer den größten Anteil der Workforce global ausmacht, wer die Entscheidungsträger auch der Zukunft sein werden, das sind nun mal jetzt dann wir, die gerade noch ebenso Millennials und die Gen Z. So, da geht die Reise einfach hin. Die werden die absolute Mehrheit, ich glaube bis 2030 70% des Nachfragemarktes ausmachen. Und gleichzeitig haben wir am Angebot Angebotsmarkt jetzt in Deutschland zum Beispiel gerade mal 5% an Playern, die entweder in dem digitalen Operations-Modell sind in Bezug auf Hotel oder Hospitality bzw. Coworking, Membership Clubs etc. pp. So, und in diesem Umfeld Büro, also klassisches Arbeiten, ist das Missverhältnis ja noch größer. Weil letztendlich ein Produkt der letzten Jahrzehnte, das sich oberflächlich vielleicht etwas entwickelt hat, aber im Grunde nicht wirklich, jetzt ein echtes Problem hat und natürlich damit konfrontiert ist, dass Büroflächennachfragen sinken und vor allem auch qualitative Anforderungen an eben Orte, an Flächen, an Gebäude, an Quartiere sich komplett verändern. Und nicht nur punktuell, sondern dass es eine globale Entwicklung ist. Und gerade vor diesem Hintergrund sind wir mit The Porta, und deswegen sind wir kein Hotelbetreiber und keine Hotelmarke, sondern wir sind eine Plattform, die über Aktivierung genau diese Orte, diese Quartiere, diese Gebäude aktiviert, an diese Zielgruppe positioniert, weil wir eben den digitalen Touchpoint haben, weil wir physische Flächen haben, weil wir das temporäre Wohnen bieten, wo Unternehmen einen direkten, unmittelbaren Vorteil haben, wenn sie in eine Bürofläche ziehen oder eine Bürofläche beziehen, sich dafür entscheiden, wo in dem Gebäude oder in unmittelbarer Umgebung eben sich auch ein The Porter befindet, weil ich meine Mitarbeiter:innen eben temporär unterbringen kann. Wir sprechen hier oft von den Top-Standorten, wo Wohnraum entweder nicht vorhanden war, ist, oder, oder nur sehr, sehr schwer bezahlbar. Wir sprechen von Unternehmen, die agil arbeiten, die mit Projektteams unterwegs sind, Flexibilität brauchen. Und wir sprechen eben auch von dem Individuum, von der Mitarbeitenden, von dem Mitarbeiter, der oder die überzeugt werden soll und die einfach ein ausgeglichenes Leben auch suchen. Ja, nicht nur das etwas höhere Gehalt, sondern eben auch den Sinn suchen und sagen, okay, was macht das denn mit mir, wenn ich diesen Standort jetzt wechsle für Firma A, B oder C? Und am Ende des Tages ist diese Makroherausforderung War of Talent sicherlich eine, die uns zusätzlichen Wind in die, in die Segel gibt, weil wenn man sich vorstellt, mit The Porter habe ich als Unternehmen, z.B. in einem Mix-Use-Gebäude, Atmungsflächen, wo ich Meetingräume mitbenutzen kann, wo ich Coworking bzw. Desks auch habe, wo ich temporäre Unterkunft habe, wo ich aber auch eine Gastronomie habe, wo ein Event- und Kulturprogramm passiert. Das heißt, letztendlich habe ich als ein Servicekonzept ein, ja, eine Familie für meine Mitarbeiter mit mit integriert und eben direkte, direkte Dienstleistungen, die einfach, die einfach Sinn machen.

  76. 58:21
    Ronald M. Arndt

    Ausgezeichnet, ich freue mich, wenn es dann losgeht. Dann komme ich in Leipzig vorbei. So große Bauchschmerzen, was, wo können die jetzt gerade zum jetzigen Zeitpunkt herkommen im Leben des Unternehmers?

  77. 58:36
    Martin Egner

    Ja, also ich glaube, die Die größten Herausforderungen sind immer in der Execution. Das erste Haus gut ans Netz zu bekommen, möglichst schnell die Kinderkrankheiten zu erkennen und dann nachzujustieren, die richtigen Menschen zu bekommen für unser Team, die Kultur, die wir jetzt im Kleinen sehr klar haben, dann auch zu strukturieren und in das Wachstum zu übertragen. Und dann sind die klassischen Herausforderungen, vor denen alle stehen im Moment, einfach totale Unsicherheit, was Zinslandschaften, Finanzierung durch Banken etc. pp. geht. Da, ja, das würde jetzt jeder unterschreiben. Da sind wir im Moment so ein bisschen, fischen wir im Trüben, aber da geht es allen gleich. Das ist, glaube ich, das dann aber, also die erstgenannten sind so die Hauptherausforderungen, die uns als junge Marke, junges Unternehmen am meisten treiben.

  78. 59:55
    Ronald M. Arndt

    Dann würde ich sagen, wir müssen noch einen Hinweis drauf geben, dass die Tapete im Hintergrund nichts mit The Porter zu tun hat. Nee, wir haben uns an einem neutralen Ort hier in Berlin getroffen, an einem neutralen Ort des flexiblen Arbeitens, flexiblen Arbeitens, wie es gestern war.

  79. 1:00:16
    Martin Egner

    Ich glaube, jeder hat— ich glaube, das ist auch so ein, so ein Thema. Also ist einer der großen Coworker, bei dem wir gerade sitzen, Coworker verkaufen bzw. vermieten flexibel Arbeitsplätze und Schreibtische. The Porter vermietet monatlich Zugang und Zugriff auf Community und auf lokale Relevanz, auf Austausch und auf auf Dienstleistung und eine Erfahrung, die für unsere Zielgruppe relevant ist. Ich glaube, das zeigt auch vielleicht ganz gut die Unterscheidung: Was ist ein Coworker? Was ist eine Community wie jetzt z.B. eine Factory Berlin? Was ist ein Hotel oder ein Digital Operator? Und was ist eine Community Brand wie The Porter?

  80. 1:01:14
    Ronald M. Arndt

    Ja, super. Aber ich sage, machen Schlusspunkt. Ich lass dich weiterarbeiten, steht ein bisschen was an bis November, Dezember. Alles, alles Gute dir, Martin, deinem Team für die weiteren Herausforderungen, und dann geht's bald live.

  81. 1:01:29
    Martin Egner

    Danke dir für die Einladung.

  82. 1:01:31
    Ronald M. Arndt

    Danke dir. Ciao, ciao.