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Germany · Episode #66 · 20.03.2023 · 44 Min

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Marcus SmolaBWH Hotels Central Europe
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Aufgenommen: Best Western Premier Hotel Villa Stokkum, Hanau

Standbild aus der Episode mit Marcus Smola Germany44 Min

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„Wenn wir da an der Basis nicht die … Rahmenbedingungen schaffen, dass die einen guten Job machen können, dann können wir uns weiter oben lange über Strategien unterhalten.“

Marcus Smola, 22:19

Marcus Smola, Geschäftsführer der BWH Hotel Group Central Europe und Vorstand der DEHAG Hospitality Group, erklärt im Gewölbekeller der Villa Stokkum in Hanau, wie 4.500 Hotels zusammenarbeiten, die alle eigenständig bleiben. Die Idee von 1946, sich gegenseitig Gäste zu empfehlen, ist zu einem Modell geworden, in dem die Hoteliers Aktionäre sind und über die Preise der Dienstleistungen mitbestimmen. Dazu erzählt er, wie eine Nachtstreife bei der Bundeswehr seine Berufswahl beeinflusst hat und was er bei Undercover Boss in sechs Hotels gelernt hat.

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Kernaussagen

  1. Jeder anders, jedes gut: Die Gruppe geht auf einen Hotelier zurück, der sich 1946 Kollegen suchte, um sich gegenseitig Gäste zu empfehlen. Die angeschlossenen Häuser bleiben eigenständig und entscheiden unternehmerisch selbst, bündeln aber Vertrieb, Marketing und Distribution.
  2. Hoteliers bestimmen den Preis: Das Modell ist nicht profitorientiert: Was die Hotels zahlen, wird reinvestiert, um den Profit auf Hotelebene zu erhöhen. Die Hoteliers kaufen Anteile an der Aktiengesellschaft DEHAG und bestimmen damit die Preise der Dienstleistungen mit.
  3. Softbrand oder Full Brand: Beim V8 Hotel von Simeon Schad bleibt die eigene Positionierung erhalten, die Leistungen sind dieselben wie bei einem Haus mit Best Western im Namen. Rund die Hälfte der 10 bis 15 Hotels, die pro Jahr dazukommen, melden sich selbst.
  4. Beratung statt Zimmerverkauf: Zum Einstieg war die Aufgabe, Umsatz für die Hotels zu finden. Smola schätzt, dass etwa 50 Prozent der Dienstleistungen Beratung sind, weil Positionierung, Preis und Qualität Know-how brauchen, das einzelne Häuser kaum vorhalten können.
  5. Rahmenbedingungen an der Basis: Für Undercover Boss arbeitete Smola in sechs Hotels unerkannt mit, unter anderem beim Zimmerputzen. Seine Lehre: Ohne gute Rahmenbedingungen an der Basis helfen Strategien weiter oben nichts.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Allein ist es schwer, seine Ziele zu erreichen. Gemeinsam mit anderen geht es besser.

Dies dachten sich im Jahre 1946 einige Hoteliers aus dem Westen der USA und gründeten mit großer Weitsicht die heutige BWH Hotel Group.

Wie aber sieht die Zusammenarbeit unter den heute über 4500 Hotels aus? Dies und mehr und kann mir niemand besser erklären als Marcus Smola.

Seit 2008 Geschäftsführer der BWH Hotel Group Central Europe GmbH und seit 2018 im Vorstand der DEHAG Hospitality Group, treffe ich ihn im liebevoll hergerichteten Gewölbekeller des Best Western Premier Hotel Villa Stokkum.

Einmal mehr hat er unter Beweis gestellt, dass man sich in der Hotellerie Wege immer auch erarbeiten kann. Was aber hat ein nächtlicher Rundgang bei der Bundeswehr damit zu tun?

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen44 Min · Ronald M. Arndt und Marcus Smola

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:06
    Ronald M. Arndt

    Hält man ein Mikro richtig?

  2. 00:08
    Marcus Smola

    Ihr könnt es gerne. Also, ich bin Markus.

  3. 00:14
    Ronald M. Arndt

    Ich bin der Ronald. Ronald, lieber Markus, prima, schön, dass wir es hinbekommen haben. Stuttgart und Eschborn liegen ja nicht so weit auseinander.

  4. 00:24
    Marcus Smola

    Nein, aber du hast den weiteren Weg gehabt.

  5. 00:26
    Ronald M. Arndt

    Ich habe den, ich habe die Reise auf mich genommen. Der Einladung nach Stuttgart bist du ja nie gefolgt bislang.

  6. 00:30
    Marcus Smola

    Das ist wohl wahr.

  7. 00:31
    Ronald M. Arndt

    Aber wir sind heute nicht mal in Eschborn, sondern du bist mir auch ein bisschen entgegengekommen. Ich wollte gerade sagen, ein kleines Stück zumindest. Ein kleines Stück. Zumindest muss ich nicht irgendwie nach Frankfurt rein oder um Frankfurt rum. Nämlich sind wir in der Villa Stockum. Und nicht nur in der Villa Stockum, sondern in einem alten Gemäuer, in einem Gewölbe— Gewölbe— Gewölbekeller aus dem Jahre 1665 geht es vor somit. Einem Ohr richtig mitbekommen habe.

  8. 00:59
    Marcus Smola

    Ganz genau, offenbar. Ich habe auch genau zugehört, weil ich bin auch kein Geschichtskundler hier in Hanau. Aber in der Tat, wir sind an einem ziemlich alten Platz, der früher ein Weinkeller war, ja, und neben dem dann irgendwann eine Zigarrenfabrik gebaut wurde und dann irgendwann danach ein Hotel entstanden ist.

  9. 01:15
    Ronald M. Arndt

    Alles, was man nicht braucht, um einen schönen Abend im Hotel zu verbringen: Wein, Zigarre. Lagerfeuer.

  10. 01:24
    Marcus Smola

    Na bitte.

  11. 01:25
    Ronald M. Arndt

    Wird auch allmählich warm hier. Gut, 1665. Ganz so lange gibt es die Gründungsmarke Best Western noch nicht, aber auch schon lange.

  12. 01:38
    Marcus Smola

    Ja, in der Tat. Also auch schon lange jetzt, finde ich, in dem Rückblick jetzt nach hinten. Wir sind 1946 aus der Taufe gehoben worden, damals in Amerika, wo ein Hotelier geglaubt hat, oder die Idee hatte zu sagen, ich suche mir Kollegen, die ähnlich gut sind wie ich, in ähnlicher Hotellerie wie ich, und wir helfen uns gegenseitig, Gäste hin und her zu schicken. Also wir empfehlen uns gegenseitig. Das war die Ursprungsidee.

  13. 02:05
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  14. 02:06
    Marcus Smola

    Und dann hat er das gemacht, hat sich Kollegen gesucht, und die waren alle im Westen der USA. Und dann haben sie gesagt, sie sind die Besten im Westen, und so ist Best Western entstanden. Also eigentlich eine ganz gute Idee, die bis heute Bestand gehalten hat. Also es ist heute das Gleiche, Der Hintergrund ist der gleiche, ein Stück moderner.

  15. 02:26
    Ronald M. Arndt

    Wenn man es jetzt so pitchen müsste, die Idee von— mittlerweile ist es ja nicht mehr nur Best Western, sondern eure Firma hat ja den Namen BWH Hotel Group. Aber wenn man es pitchen müsste, ist eigentlich genau das, gegenseitig. Es ist genau die gegenseitig empfehlen, gemeinsam vorwärtskommen.

  16. 02:47
    Marcus Smola

    Jeder anders, aber jedes gut. Und das ist— und gemeinsam gibt es einfach ein paar Sachen, die einfacher zu erreichen sind oder zu bewältigen sind. Und das ist heute weiterhin die Idee.

  17. 03:00
    Ronald M. Arndt

    Und was, wann, in welcher Zukunft gemeinsam zu bewältigen ist, das weiß man ja auch nie. Von daher hat sich jetzt wahrscheinlich vor ein paar Jahren und mit der Pandemie wirklich einmal richtig gezeigt, dass es sich lohnt.

  18. 03:14
    Marcus Smola

    Ja, total. Also diese Idee zu sagen, wir sind gemeinsam eine Gruppe, wir schließen uns zusammen, sind alle individuell eigenständig, machen unser eigenes Ding, entscheiden ganz viele unternehmerische Entscheidungen selbst. Aber da, wo es Sinn macht, machen wir das zusammen. Die hat sich über die Jahre natürlich extrem weiterentwickelt, oder? Und wenn man heute schaut, was es für den Vertrieb und für die Distribution von Hotels braucht, dann gibt es viele Ansätze, die man gemeinsam besser machen kann.

  19. 03:42
    Ronald M. Arndt

    Was es braucht und was der gemeine Privathotelier einfach nicht fasst, also schier nicht im Stande ist.

  20. 03:48
    Marcus Smola

    Wie soll er das denn hinkriegen? Also die Leistung, die das Hotel erbringen muss, nämlich ein ordentliches, sauberes Zimmer, gutes Frühstück, gutes Essen, die hat sich ja nicht verändert über diese ganze Zeit. Die ist ja seit Jahrhunderten gleich. Aber es sind eben viele Dinge obendrauf gekommen, wo wir Spezialisten brauchen heute. Und da unterscheiden wir uns nicht von anderen E-Commerce-Bereichen, sondern das muss heute genauso funktionieren. Und da braucht es eben Know-how. Und das lässt sich nur schwer in jedem Hotel vorhalten, wenn überhaupt. Und dann sind eben, wenn man das bündelt, gibt es eine ganze Menge Ansätze. Ja, und du hast recht, jetzt die Pandemie war ja eine Zeit, na ja, wo jeder ziemlich auf sich allein gestellt war. Und gerade dann hat es gezeigt, dass Gruppe und Zusammengehörigkeit einen Wert haben können. Und wenn es nur darum ist, wie eigentlich nie zuvor wahrscheinlich, oder? Also zumindest meiner Wahrnehmung nach gab es keine Zeit vorher.

  21. 04:39
    Ronald M. Arndt

    Ich habe mir da auch so auf der Herfahrt Gedanken zu gemacht.

  22. 04:42
    Marcus Smola

    Aber nee, es stimmt. Also in meiner Wahrnehmung gab es keine Zeit vorher, wo das mal so wirklich schwierig war. So eine lange Zeit. Also ging ja dann doch. Und wenn es nur darum ging, sich gemeinsam auszutauschen und gemeinsam im gleichen schlechten Boot zu sitzen, also einen Zusammenhalt zu spüren, das war echt viel Wert.

  23. 04:59
    Ronald M. Arndt

    Ja, auf einem schlechten Boot kann man sich festhalten, dass keiner über die Reling fällt. Okay, wo standst du damals beruflich, als du dich, als du bei Best Western angefangen hast? Das ist jetzt auch schon wieder ein Weilchen her, glaube ich, 24 Jahre.

  24. 05:15
    Marcus Smola

    Ja, genau, sind jetzt irgendwann bald 24 Jahre.

  25. 05:19
    Ronald M. Arndt

    24 Jahre und 2 Monate, glaube ich.

  26. 05:21
    Marcus Smola

    Also ich bin tatsächlich, habe ganz normal meine Schule gemacht und habe dann danach eine Ausbildung zum Hotelfachmann gemacht und wollte dann eigentlich Tourismus studieren und war eigentlich drauf und dran. Und dann fiel die Mauer. Also das war so die Zeit '89/'90, da fiel die Mauer und dann ist meine Wartezeit auf den Studienplatz, die hat sich verlängert, weil eben die Bewerber aus dem damaligen Osten Deutschlands berücksichtigt wurden. Und dann habe ich weitergearbeitet und dann habe ich nach den 2 Jahren, ich glaube, es hätte 2 Jahre gedauert, dann habe ich aber nach 2 Jahren diesen Schritt zurück nicht mehr machen wollen, habe ein berufsbegleitendes Studium gemacht über 2 Jahre im Bereich Marketing, Kommunikation. Und in dieser Zeit habe ich gearbeitet für Steigenberger Hotels, also auch so wirklich eine damals noch eine Familie, auch damals noch Frankfurt, oder schon auch Frankfurt, ja, und Familienunternehmen gewesen damals noch Steigenberger Hotels. Und das habe ich 10 Jahre gemacht mit einer kurzen Unterbrechung zwischendrin. Und dann gab es da Veränderungen und dann habe ich die Augen aufgemacht und dann hat sich Best Western ergeben und bin dann eingestiegen als Verantwortlicher für die Hotelakquisition, also für den Bereich, der neue Hotels sucht und dann auch die bestehenden betreut.

  27. 06:32
    Ronald M. Arndt

    Heute wird man das Development nennen, wahrscheinlich.

  28. 06:35
    Marcus Smola

    Neuenglisch Development. Und das habe ich dann ungefähr auch knapp 10 Jahre gemacht und war dann in der Zwischenzeit auch stellvertretender Geschäftsführer. Und dann habe ich die Geschäftsführung übernehmen dürfen in 2008 und war dann verantwortlich für das, für das Unternehmen. Und Und dann jetzt seit 2018, also ungefähr noch mal wieder 10 Jahre später, durfte ich— wir haben eine kleine Muttergesellschaft, die DEHAG Hospitality Group. Die Aktionäre dieser Aktiengesellschaft sind die Best Western Hoteliers, die dort einen Anteil kaufen. Und dann durfte ich, weil mein damaliger Chef in Rente gegangen ist, also der Vorstand dieser Aktiengesellschaft, durfte ich mit 2 anderen Kollegen diese Vorstandsämter übernehmen und mache das heute eben zu einem kleineren Teil meiner Zeit als Vorstand der DEHAG Hospitality Group und eben weiterhin zu einem größten Teil noch als Geschäftsführer bei der BWH Hotel Group. Und das mittlerweile zusammen mit einer Co-Geschäftsführerin. Also alles gut auf mehrere Schultern verteilt.

  29. 07:39
    Ronald M. Arndt

    Ja, weil es ist ja ein Riesenuniversum, was sich da ergeben hat. Also wenn wir jetzt global mal— heißt es global dann Best Western oder auch BW oder wie? Hilft mir da ein bisschen.

  30. 07:52
    Marcus Smola

    Ja, ich bin ja dankbar für die Frage sogar, weil global haben wir doch, habt ihr doch 4500 Hotels, glaube ich.

  31. 07:59
    Ronald M. Arndt

    Das ist ja absolut verrückt.

  32. 08:00
    Marcus Smola

    Die Gruppe ist jetzt insgesamt 4500 Hotels groß, der allergrößte Teil, Hälfte etwa in Nordamerika, zwei Drittel. Und früher war das die Best Western Hotels and Resorts Gruppe. Und wir haben vor 3 Jahren, kurz vor der Pandemie, die Gruppe World Hotels gekauft. Genau, eine ähnliche Konstellation deutlich kleiner, aber eben auch individuelle Hotels, die sich gemeinsam besser vermarkten. Und da im Luxussegment, das eben im oberen Segment, für uns das Ziel, in dieses Segment hineinzugehen, das zu adaptieren, auch anbieten zu können, ohne die Marke Best Western zu versuchen in das obere Segment zu heben, sondern eben eine andere Marke dazuzunehmen, in dem Fall World Hotels.

  33. 08:40
    Ronald M. Arndt

    Und die wollten damals unbedingt mit einem zusammengehen? Oder was?

  34. 08:44
    Marcus Smola

    Ja, sagen wir so, oder gab es schon— standen zum Verkauf, die gehörten einer amerikanischen Firma, standen zum Verkauf. Und für uns hat es ein Ideal, Wasser und Energie, die hat es ja gegeben. Wenn wir es nicht gekauft hätten, hätte es wahrscheinlich jemand anders gekauft. So, und so haben wir das eben machen können. Und dann haben wir eben aus BW und aus WH die BWH Hotel Group gemacht, um das eben auch zu würdigen oder zu zeigen nach außen, dass das eben nicht mehr nur Best Western ist, sondern 2 So, und das hat sich jetzt ganz gut etabliert.

  35. 09:10
    Ronald M. Arndt

    Also BW und WH, genau, dann so ein Kofferwort aus beidem.

  36. 09:15
    Marcus Smola

    Dann ist die Dachmarke, und dann unten drunter hat sie eben Markenfamilien, die Best Western Familie, die World Hotels Familie, und wir haben noch eine dritte, die Schur Hotels Familie, von der Kategorie noch einen Ticken unter Best Western.

  37. 09:26
    Ronald M. Arndt

    Aber auch im Heimatmarkt in USA heißt es BWH.

  38. 09:30
    Marcus Smola

    Exakt, da gibt es auch die BWH Hotel Group. Und in der Vermarktung nach außen ist es dann allerdings Best Western. Und eben Hotels.

  39. 09:38
    Ronald M. Arndt

    Okay, so 400.000 Hotels weltweit. Genau, hier in deinem Verantwortungsbereich über knapp 250. 250. Und was ich sehr cool fand, und da kommen wir schon wieder aufs Development oder auch die Hotelakquise zu sprechen, ihr habt auf der Webseite so einen Zeitstrahl, wer sich wie wann angeschlossen hat.

  40. 09:59
    Marcus Smola

    Du meinst von den Hotels her?

  41. 10:01
    Ronald M. Arndt

    Ja. Naja, fand ich selbstbewusst.

  42. 10:05
    Marcus Smola

    Du hast das gesehen?

  43. 10:06
    Ronald M. Arndt

    Ich habe es gesehen.

  44. 10:08
    Marcus Smola

    Naja, also sagen wir so, die, die, als ich angefangen habe, waren wir etwa halb so groß vor jetzt 20 Jahren. Da kamen dann viele dazu. Wir verlieren natürlich auch immer wieder welche. Das ist ja dann doch auch eine Entscheidung, die so ein Unternehmer treffen muss, ob er seinen Weg alleine geht oder aber eine Zeit lang mit uns und dann alleine geht oder wieder zurückkommt oder eben dann auch wieder irgendwann alleine. Irgendwann zurückkommt. Und so hat sich das eben über die Jahre entwickelt und ist heute eben auf diese Größenordnung da angewachsen. Und ja, da gab es ein paar spannende dabei, finde ich. Und auch vor allen Dingen Unternehmer dabei. Hinter so einem Hotel steckt ja immer auch ein Unternehmer. Und wir haben ja mit dem Unternehmer auch zu tun, der sein Hotel da mitbringt. Und teilweise geht es über mehrere Generationen oder das Übernehmen Generation von Generation. Und wir dürfen die begleiten dabei. Und das ist schon spannend. Ja, ja.

  45. 10:56
    Ronald M. Arndt

    Das erste Mal, wo mir so Best Western wirklich aufgefallen ist, natürlich kannte ich es auch als Kind schon, natürlich auch in Hotels gewesen oft. Aber aus Stuttgart kenne ich den Simi Schad, Simeon Schad vom V8 Hotel.

  46. 11:12
    Marcus Smola

    Exakt.

  47. 11:12
    Ronald M. Arndt

    Ja, ist ja auch so eine Ikone, sage ich mal, in der Branche. Und er hat da sein V8 Hotel, das klassische. Kleinere und dann den Neubau irgendwann fertiggestellt und den dann auch, sage ich mal, mit BW Collection oder jetzt.

  48. 11:30
    Marcus Smola

    Ja, genau, genau. Das ist ein gutes Beispiel übrigens, der Simon Schad und das V8 Hotel. Dieses Hotel ist bei uns angeschlossen. Wir nennen das unter einem Softbrand. Also das Hotel kommt zu uns und wir, die Dienstleistungen sind die gleichen und der Nutzen, den der Hotelier daraus zieht, ist der gleiche, wie wenn es ein mit einer Best Western Marke versehenes Hotel ist, aber es bleibt eben das V8. Und gerade in dem Fall macht es absolut Sinn, dass diese V8-Positionierung eben bestehen bleibt und auch von uns so vermarktet wird. Die Alternative wäre, wir nennen es dann Full Brand, dass sich das Hotel auch Best Western nennt. Dann wäre es das Best Western V8, und dann ist es auch nach außen hin eben entsprechend gebrandet. Und dort ist es eben diese Soft-Brand-Zusammenarbeit, und die gibt es dann in verschiedenen Kategorien, gibt es verschiedene Collections, unter die wir dann die Hotels packen und mit denen vermarkten.

  49. 12:20
    Ronald M. Arndt

    Deswegen fand ich ein gutes Beispiel mit dem V8 Hotel, weil es ja so ein bisschen eure Idee abrundet. Also da kann einer wirklich sehr, sich sehr, sehr lose, sage ich mal, an eure Idee anschließen.

  50. 12:32
    Marcus Smola

    Im Grunde, das war uns gar nicht so bewusst, aber hinterher, es ist für jeden was dabei. Also es ist, was immer für dein Hotel aus deiner Sicht als Hotelier sinnig erscheint, ist zumindest ein Angebot da. Es gibt manchmal Destinationen und Hotels, wo es durchaus Sinn macht, das eine oder andere zu machen, weil es von der Vermarktung her sinnig ist. Aber im Grunde ist es ein: Wir bieten dir das, was für dich am sinnigsten ist in deiner Positionierung, unterstützen dich da, wo du uns am meisten brauchst.

  51. 12:59
    Ronald M. Arndt

    Sind die Anfragen mit oder nach der Pandemie ein bisschen angestiegen? Das Hoteliers, Privathoteliers sagen: Hey, alleine Ist nicht so das Gelbe vom Ei.

  52. 13:08
    Marcus Smola

    Also unser Geschäft ist, was Weiterentwicklung angeht, immer dann, wenn es der Hotellerie richtig gut geht, brauchen die uns weniger. Das ist wie, du gehst ja auch nicht zum Arzt, wenn du gesund bist. Wenn das Geschäft komplett zusammenbricht, so wie während der Pandemie, ist auch schwierig. Aber wenn eben die Entwicklung noch nicht volle Pulle da ist, also wenn es ein bisschen schwierig ist, aus welchen Gründen auch immer, ob jetzt die Nachfrage weniger ist, der Wettbewerb größer ist oder was auch immer, dann ist die Nachfrage für uns am am höchsten. Also schlechte Zeiten, gute Zeiten, so, das kann man so sagen. Aber es macht auch Sinn, ist klar.

  53. 13:42
    Ronald M. Arndt

    Und wie sieht dann so ein Kennenlernen aus, sage ich mal, zwischen WWH und dem Hotelier?

  54. 13:46
    Marcus Smola

    Also wir schauen uns das Hotel an, wir gehen ins Hotel, treffen das Hotel, sehen das Hotel, haben dann eine ganze Liste von verschiedenen Standards, die erfüllt werden müssen.

  55. 13:56
    Ronald M. Arndt

    Also auch erst mal so eine Bestandsaufnahme, wo ihr dann einfach einordnen könnt, das könnte was werden.

  56. 14:01
    Marcus Smola

    Das ist der eine Teil. Das andere ist aber, wir sprechen ziemlich intensiv mit dem jeweiligen Hotelier. Was er glaubt, was dabei rauskommen kann, wo seine Schwerpunkte auch sind, was er, welche Hilfe er am meisten benötigt, ob es ja deckt mit dem, was wir auch dann hinterher tatsächlich erbringen können. Das gilt es schon herauszufinden und wollen halt verstehen, wie ist das Geschäft im Hotel gelagert, welche Gästesegmente, wo kommen die her und an welchen Stellen können wir dann mit ansetzen? Ja, und wenn das alles aufeinander passt und dann die kommerziellen Dinge außenrum auch funktionieren, dann starten wir das, schulen das intensiv und dann Gehen wir gemeinsam einen Weg.

  57. 14:36
    Ronald M. Arndt

    Okay, also der Leistungskatalog, sage ich mal.

  58. 14:41
    Marcus Smola

    Schau mal, wollen wir das so stehen lassen?

  59. 14:44
    Ronald M. Arndt

    Oder ist ein Bild, ein Gemälde geworden?

  60. 14:47
    Marcus Smola

    Ganz genau. Sollen wir es ausmachen, oder möchtest du das laufen?

  61. 14:52
    Ronald M. Arndt

    Ist das gut?

  62. 14:53
    Marcus Smola

    Okay, weil ab und zu springt es mal weiter.

  63. 14:54
    Ronald M. Arndt

    Glaube ich, dass hier noch BBH-Werbung gleich läuft. Ihr seid ja schon gute Verkäufer, würde ich sagen, dann auch.

  64. 15:04
    Marcus Smola

    Ja, wobei, was ich festgestellt habe, ist, es hat mittlerweile einen Beratungscharakter bekommen. Also als ich angefangen habe bei Best Western vor, wie gesagt, paar 20 Jahren, da war das unsere Aufgabe, war Umsatz zu finden für die Hotels. Also wo sind Gäste, die in diesem Hotel wohnen können? Und da ging es um Umsatz und Umsatz. Und dann hat sich das über die Jahre hinweg, wir haben verändert, die Dienstleistungen enthalten heute viel Beratungsanteile, weil es eben komplex geworden ist. Also weil heute so ein Hotel richtig an der richtigen Stelle zu positionieren, Preis zu bestimmen, Qualität weiterzuentwickeln, braucht es auch Know-how viel. Und das versuchen wir mitzuliefern. Also wir machen heute bestimmt 50% der Dienstleistungen sind Beratung, um dann die Vermarktung zu sichern.

  65. 15:45
    Ronald M. Arndt

    Aber Beratung gibt es nur, wenn man wirklich dann auch voll dabei ist.

  66. 15:48
    Marcus Smola

    Ja, ja, ganz klar, logisch, in der Zusammenarbeit. Und so ist aber auch ein Gespräch am Anfang nicht nur ein, hier sind bunte Bilder und wir machen eine Sales-Show, sondern es gilt herauszufinden, okay, wo hängt es denn, oder wo können wir ansetzen, oder können wir überhaupt irgendwo ansetzen? Weil wenn das nicht der Fall ist, dann macht es auch keinen Sinn.

  67. 16:04
    Ronald M. Arndt

    Und wie oft klappt, wird aus so einem Erstgespräch dann was?

  68. 16:08
    Marcus Smola

    Und ja, das ist auch unterschiedlich. Also wir müssen, so wie das in jedem Vertrieb ist, müssen wir mehr Gespräche führen, als wir tatsächlich dann abschließen. Aber wir wachsen so im Jahr zwischen 10 15 Hotels, die zu uns kommen, oder? Und da ist halt vorher eine Akquisitionsphase davor. Manchmal geht es ratzfatz. Auch ungefähr die Hälfte derer, die zu uns kommen, kommen von selbst auf uns zu. Die müssen wir gar nicht wirklich aktiv akquirieren. Also es ist sehr unterschiedlich. Spannend.

  69. 16:35
    Ronald M. Arndt

    Also klingt für mich mehr als ein zukunftsträchtiges Modell für beide Seiten, für den Privathotelier als auch für die BWH.

  70. 16:44
    Marcus Smola

    Ja, ganz ehrlich. Also sagen wir so, die BWH ist ja dann erfolgreich, wenn diese Hotels davon einen Nutzen ziehen. Wir haben da ein nicht profitorientiertes Modell. Das heißt, wir investieren das, was die Hotels an uns zahlen, komplett reinvestieren wir das, um den Profit auf Hotelebene zu erhöhen. Das macht extrem viel Sinn. Ist ein bisschen ein genossenschaftlicher Gedanke. Und wenn uns das gelingt, dann geht es der Gruppe gut, dann wächst die Gruppe. Und je mehr die Gruppe wächst, desto mehr Power wird generiert, um eben gemeinsam Dinge zu machen, gemeinsam Vertrieb und Marketing und Distribution zu tun. Also von daher hängt das eine mit dem anderen zusammen. Es ist, glaube ich, ein recht transparentes Gebilde. Es ist keine Franchise-Regelung, wo eben einem System gekauft wird und derjenige, der das System abgibt, verdient damit Geld, was ja völlig legitim ist. Aber unser Modell ist eben ein anderes. Wir versuchen eben Dienstleistungen zu erbringen für das Hotel und das Hotel zahlt dafür eben einen Beitrag.

  71. 17:43
    Ronald M. Arndt

    Und der ist variabel, oder ist der teilweise fix und teilweise fix und dann variabel je nach Erfolg?

  72. 17:48
    Marcus Smola

    Ja, aber auch da wird es nicht zu kompliziert machen, aber es hilft eben, um das abzurunden.

  73. 17:55
    Ronald M. Arndt

    Schon kompliziert genug.

  74. 17:57
    Marcus Smola

    Ja, ja, ja.

  75. 17:58
    Ronald M. Arndt

    Wir versuchen es ja in der Kürze der Zeit eines Hotel-Podcasts ein bisschen zu entflechten.

  76. 18:04
    Marcus Smola

    Es ist auch nicht, man muss es ein bisschen länger anschauen, ist ja schon wahr. Aber dadurch, dass eben die Hoteliers, ich habe es vorhin schon mal gesagt, einen Anteil kaufen an diesen Unternehmen, darf man nicht vergessen, haben sie natürlich auch ein Mitbestimmungsrecht. Und das heißt, dass diese Preisgestaltung, die wir da haben für diese Dienstleistungen, die bestimmen die Hoteliers.

  77. 18:21
    Ronald M. Arndt

    Also wenn das teurer wird, müssen die Hoteliers sagen, wir sind auch Mitgesellschafter, sage ich mal, des Geschäftspartners.

  78. 18:26
    Marcus Smola

    So schließt sich ein bisschen der Kreis.

  79. 18:28
    Ronald M. Arndt

    Okay, okay, okay.

  80. 18:28
    Marcus Smola

    Und das macht ganz viel Sinn, sehr, sehr transparent.

  81. 18:31
    Ronald M. Arndt

    Und dieses Modell der DEHAG, sage ich mal, als Gesellschafter, gibt es auch, gibt es auch ein Pendant in USA, oder ist das eine europäische?

  82. 18:38
    Marcus Smola

    Best Western ist weltweit im Besitz seiner Hoteliers, das ist weltweit überall so. Aber die Modelle, also die Firmenstrukturen, die sind unterschiedlich von Land zu Land. Wir machen das über eine Aktiengesellschaft, andere machen es auf andere Art und Weise.

  83. 18:52
    Ronald M. Arndt

    Und warum hast du dich damals entschieden, Hotelfachmann zu lernen?

  84. 18:57
    Marcus Smola

    Ja, das ist eine gute Frage. Also so wie das eben ist als junger Kerl, irgendwie gibt es ja mal die Phase, wo man darüber nachdenken muss, was mache ich denn beruflich?

  85. 19:04
    Ronald M. Arndt

    Die meisten bleiben dann wirklich dabei.

  86. 19:06
    Marcus Smola

    Also das ist jetzt so, es gibt auch ein paar, die dann irgendwann, aber wenn sie mal so die ersten Jahre überstanden haben, dann, ja, manche, die nach der Ausbildung dann sagen, das Dienstleistung ist doch nicht so meins. Ich hatte Also die Nähe zum Hotel war, ich habe 2 Ferienjobs gemacht, mal während der Schulzeit in einem großen Hotel in Frankfurt, wo meine Tante damals erste Ausnahme war. So, und da war ich Zimmer putzen, sollte ja auch so ein bisschen die Nähe dazu. Und dann war ich bei der Bundeswehr, also in meiner Zeit gab es ja noch eine Wehrpflicht, und da war ich bei der Bundeswehr. Und diese Kaserne, wo ich war, musste ich nachts Streife laufen, relativ oft. Und ein Haltepunkt auf dieser Streife rund um die Kaserne war direkt hinter einem Hotel, also neben der Kaserne waren Hotels, und da konnte man so durch die Vorhänge hineingucken, konnte so ein bisschen das Leben. Und in dieser Zeit musste ich entscheiden, was mache ich beruflich? Und das hat tatsächlich dazu beigetragen, dass ich gesagt habe, ich bewerbe mich jetzt dort mal. Und dann hat es geklappt.

  87. 20:02
    Ronald M. Arndt

    Da du nachts nicht mehr gesehen hast als das Hotel, hast du gedacht, da gehe ich jetzt hin.

  88. 20:07
    Marcus Smola

    Das war wirklich so ein bisschen, kamen 2, 3 Dinge zusammen.

  89. 20:10
    Ronald M. Arndt

    Aber es ist ja eine schöne Welt, wenn man da so von draußen nachts durchs Fenster reinschaut. Also schöneres Ambiente kann man sicher nicht vorstellen. In der Tat, also des späteren Arbeitsortes.

  90. 20:22
    Marcus Smola

    Es ist wirklich so. Und wenn man dann ein bisschen hineinschaut und so, es ist wirklich eines der schönsten, eine der schönsten Branchen, die es so gibt. Also das kann ich wirklich von tiefstem Herzen sagen. Muss ja nicht jedem so gehen, aber mir geht es so.

  91. 20:35
    Ronald M. Arndt

    Und sage ich mal, da gibt es ja so viele Beispiele und deine natürlich auch, wirklich Berufswege, Karrieren, die beim Zimmer putzen, Klo putzen angefangen haben.

  92. 20:45
    Marcus Smola

    Haben Sie tatsächlich.

  93. 20:47
    Ronald M. Arndt

    Und heute bist du ja—

  94. 20:49
    Marcus Smola

    ja, wobei, ich meine, man ist ja immer so, und es ist ja nicht alles vorgezeichnet. Du weißt ja am Anfang nie ganz genau, wo es hingeht, oder? Und so ganz zufällig, glaube ich, man kann sich sein Glück auch erarbeiten irgendwo. Es gehören schon ein paar Dinge dazu. Und ich kann mich noch erinnern, als ich meine Ausbildung fertig hatte, dann gab es so den klassischen Weg, du gehst nach England oder in die Schweiz, also so diese typischen Hotelwege. Mein Personalchef damals hat sich da sehr darum gekümmert. Und ich hatte eine Chance, direkt in den Verkauf zu gehen. Ich wollte direkt in Sales und Marketing. Und der hat dann noch gesagt, mach das nicht, weil das ist wie so eine Fahnenstange. Und wenn du dann irgendwann runterfällst, fällst du wieder bis ganz unten hin. Du musst dich breiter aufstellen. Ich habe es dann trotzdem gemacht. Und bis heute war es jetzt im Nachhinein die richtige Entscheidung. Oder das hätte vielleicht auch mal irgendwie anders ausgehen können. Ich weiß es nicht genau. Aber ja, ich glaube, dass Das schon. Diese Branche hat schon auch viel Platz für Entwicklung und für auch für Ausprobieren, auch Bewertung, also auch Belohnung.

  95. 21:45
    Ronald M. Arndt

    Genau.

  96. 21:46
    Marcus Smola

    Also wenn du sagst, ich engagiere mich jetzt da, dann gibt es auch eine Tür, die wieder aufgeht. Und wenn es im ersten Schritt nicht geht, dann im zweiten. Und ich glaube, das ist alles schon auch nicht nur Zufall, wenn man so einen Weg gehen will, und man kann sich den schon auch erarbeiten.

  97. 22:02
    Ronald M. Arndt

    Zimmer geputzt hast du dann lange Zeit nicht mehr. Ja, aber irgendwann dann doch wieder.

  98. 22:10
    Marcus Smola

    Ja, das ist wohl wahr. Du hast gut recherchiert. Es gibt—

  99. 22:16
    Ronald M. Arndt

    was glaubst du, warum wir hier Fernsehgerät haben?

  100. 22:19
    Marcus Smola

    Ja, wir sollten das mal laufen lassen. Hey, wobei, das war echt eine coole Erfahrung auch. Also die, die ich am Anfang auch anders eingeschätzt hatte, muss ich auch zugeben, jetzt im Nachhinein. Es kam damals, ist jetzt glaube ich auch 10 Jahre her, kam eben diese Produktionsfirma, die für Undercover Boss dieses Format hier in Deutschland produziert hat, auf uns zu und hat gesagt, werdet— hättet ihr Interesse dran, das zu machen? Und wir sahen dahinter die PR-Reichweite, oder wir haben gesagt, ey, das ist cool, Fernsehen, ja klar, das machen wir. PR ist unsere Verantwortung, wir machen die für die. Und dann haben wir ein bisschen näher drüber gesprochen und dann haben die mir während den Gesprächen auch gesagt, sie werden da auch persönlich eine gute, tolle Erfahrung machen. Ja, alles klar, wir machen jetzt PR und dann so. Und dann haben wir das umgesetzt und dann, Inhalt ist ja, dass eben Unternehmenschefs unerkannt an der Basis mitarbeiten. Und das habe ich dann in 6 Hotels gemacht und habe da eben verschiedene Jobs mitgemacht, unter anderem eben auch Zimmer geputzt. So, und ich habe aber Und das war gerade so die Zeit, wo auch so Mitarbeitermangel schon begann. Wie gesagt, vor 10 Jahren, das ist ja nicht erst seit 2 Jahren so, das ist schon länger so. Und ich habe dabei wirklich dann gute Erfahrungen machen können, weil dieses ist sehr, sehr authentisch. Du arbeitest den ganzen Tag mit einem Mitarbeiter, die Kamera ist da 2 Stunden dabei vielleicht, und dieses Miteinander mit dem Mitarbeiter ist extrem authentisch. Irgendwann weißt du, kriegst du die Kamera gar nicht mehr so mit, sondern arbeitest den ganzen Tag, erfährst sehr viel über die. Die erzählen das dann auch. Und wir haben— ich habe dann hinterher noch eine ganze Zeit lang Kontakt gehabt zu denen, mit denen ich da gearbeitet habe. Habe die ja vorher nie gesehen. Das war das allererste Mal. Und wir haben dann daraus eben mitnehmen können, wenn wir da an der Basis eben nicht die Atmosphäre oder nicht die Rahmenbedingungen schaffen, dass die da einen guten Job machen können, dann können wir uns irgendwo weiter oben lange über Strategien unterhalten, wenn es da nicht funktioniert. Also lass uns Mitarbeiter wertschätzen, lass uns das— und das war so der— und das haben wir dann genutzt natürlich auch und haben es, diese Erfahrung dann auch intern verwendet und haben das ein bisschen auch mit uns rumgetragen. Aber für mich war es tatsächlich, und das muss ich zugeben, am Anfang eben anders gesehen, eine gute Erfahrung. Habe damit 6 wirklich wertvollen Menschen einen Tag verbringen können. War gut. Ein Tag oder jeweils ein Tag? Mit jeweiligem 2-mal einen Tag zusammenarbeiten und dann waren es insgesamt halt, ja, waren es dann 6 Tage. Und ich habe dann, klar, war da eine Kamera dabei und das war irgendwie fürs Fernsehen. Aber man kann so was auch machen ohne Kamera. Weißt du, du musst auch nicht Ignoto machen. Du kannst ja auch sagen, ich bin der und der, ich würde heute mal einen Tag bei dir gerne mit Zimmer putzen. Die Wertschätzung und der Stolz und all das, was das Interesse, was darüber kommt, ist enorm.

  101. 25:03
    Ronald M. Arndt

    Wie erreichst du heutzutage deine, all deine Kollegen? Sind eine Menge, ne, wenn man so—

  102. 25:10
    Marcus Smola

    also wir sind in der, in der Zentrale, in dieser, in dieser Einheit, für die ich verantwortlich bin, ungefähr 160 in etwa, ne. Und damit habe ich eben, ich habe mit 7 oder 8 direkt zu tun. Aber wir versuchen jetzt, und ja, auch schon länger, muss ich sagen, also es ist jetzt nicht erst neu, weil jetzt die Problematik und die Herausforderung, Mitarbeiter zu finden, eben so abrupt angestiegen ist, wir versuchen schon immer eine Atmosphäre zu schaffen, wo sich jemand wohlfühlen kann. Also weil ich glaube fest dran, wenn du beim Arbeiten keine Leidenschaft entwickelst, dann wirst du es einmal nicht lange machen und die Zeit, in der du es machst, wird nichts Tolles bei rauskommen. Also es wird, die Qualität wird leiden für das Unternehmen, aber eben auch für dich selbst. Das heißt, wenn du eine Atmosphäre schaffst, wo jemand Leidenschaft entwickeln kann, wo er sich wohlfühlt, wo er seine Stärken möglichst einbringen kann, wo er auch Verantwortung übernehmen kann, wo man wertschätzend mit ihm umgeht, wo er aber natürlich auch Verantwortung übernehmen muss. Also es ist ja nicht nur ein, ein, ein, ich mache dir den Teppich rot. So, dann ist das eine extrem wichtige Voraussetzung für das, dass was Gutes bei rauskommt. Und das stellen wir fest, wenn sich Mitarbeiter irgendwo wohlfühlt, aber da geht es uns ja allen so, wenn wir uns irgendwo wohlfühlen, ist das eine Grundvoraussetzung. Und diese Zeiten mit Lehrjahren sind keine Herrenjahre, die sind ja nun mal lange vorbei, Gott sei Dank. Und das gelingt uns also ja durchaus selbstbewusst, kann man das sagen, auch ganz gut. Kriegen auch das Feedback entsprechend, und das glaube ich, sind wir auf einem ganz guten Weg.

  103. 26:47
    Ronald M. Arndt

    Mit welcher Aktualität seid ihr eigentlich an den Hotels, an der wirtschaftlichen Entwicklung von einem Partnerhotel dran oder beteiligt? Wie sieht da die Transparenz aus?

  104. 26:57
    Marcus Smola

    Also es gibt ein weltweit einheitliches Qualitätssicherungssystem. Das heißt, Hotels müssen eine bestimmte Qualität erbringen. Das hat was mit harten Standards zu tun. Also wie groß ist der Fernseher im Zimmer, wie viele Handtücher hängen da und so weiter.

  105. 27:08
    Ronald M. Arndt

    Ich meine jetzt Aktualität. Also kriegt ihr die Zahlen vom Hotel durchgeschickt?

  106. 27:13
    Marcus Smola

    Ach so, Entschuldigung.

  107. 27:13
    Ronald M. Arndt

    Bezahlung, Belegung, Umsatz etc. Auf Monatsbasis, Wochenbasis, gar nicht? Sind die der Transparenz verpflichtet oder?

  108. 27:21
    Marcus Smola

    Ja, nee, eher gar nicht. Also in unserem Modell ist es so, dass das Ja, wir haben schon dadurch, dass wir mit Schnittstellen arbeiten, wir sehen schon die Gesamtlogi-Umsatzentwicklung, die sehen wir und erkennen logischerweise das, was über unsere Kanäle in die Hotels geht, und können da natürlich mit justieren. Sehen natürlich auch Preise und so was, wie ein Hotel positioniert ist, und versuchen da eben auch beratend einzustehen.

  109. 27:43
    Ronald M. Arndt

    Genau das wollte ich sagen.

  110. 27:44
    Marcus Smola

    Genau. Ja, wir haben einen Bereich dort. Einmal bieten wir Revenue Management an für Hotels, also ein Hotel- kann sein Revenue Management komplett an uns auslagern. Aber wir haben auch ein zweites, ein Account Management, wo wir eben versuchen zu erkennen, wenn irgendwas sich negativ verändert, und zwar im Voraus, nicht erst zurück die letzten 3 Wochen.

  111. 28:01
    Ronald M. Arndt

    Das hat mich jetzt interessiert.

  112. 28:02
    Marcus Smola

    Im Voraus gibt es, und da gibt es mittlerweile auch Software, die wir einsetzen können, gibt es irgendwo ein Anzeichen, dass ja eine Rate extrem hoch ist im Vergleich zum Wettbewerb oder dass eine Nachfrage nach unten geht oder dass irgendwo Nachfrage nach oben geht, aber die Preisgestaltung eben nicht entsprechend hinterhergeht. Das haben wir zentralisiert und schauen da hinein, dass Hotels da möglichst keine Fehler machen, dass wir damit dazu beitragen können.

  113. 28:25
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, ihr könnt auch, ja, ihr habt doch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung eines Hauses immer so ein bisschen im Blick und könnt dann auch proaktiv aufs Hotel zugehen und sagen, hier, schau mal.

  114. 28:33
    Marcus Smola

    Absolut. Also nicht bis ins letzte Cent und auch nicht hinten runter, welche Ergebnisse und so was. Das ist wirklich Sache des Hoteliers, auch wichtig und gut so. Das ist seine Sache, das ist ja nicht unser Betrieb, sondern seine. Aber was Umsatzseite angeht, also wie entwickelt sich ein Hotel im Umsatz und wie ist die Nachfrage, die irgendwo hingesteuert wird, das können wir durchaus mit mitsehen.

  115. 28:50
    Ronald M. Arndt

    Ja, das Hotel hast du mal, oder einem Hotel generell, einem Hotel eine riesige soziale Rolle, hast du mal gesagt. Ich glaube, bei Top Hotel war das. Siehst du das Hotel an sich? Vielleicht kannst du da noch mal kurz was zu sagen.

  116. 29:06
    Marcus Smola

    Ja, ganz gern. Das ist vor allen Dingen eine Erfahrung, die wir jetzt in der Pandemie gemacht haben, oder? Mir war das nicht so bewusst. Ich habe doch schon lange gearbeitet jetzt da drin bis zur Pandemie. Aber wir sind als generell die Hotelindustrie auch die Gastronomie logischerweise, sind nicht nur ein Rad in einer Volkswirtschaft, wo wir Umsätze erzielen, Steuern bezahlen, Gewinne erwirtschaften, Arbeitsplätze anbieten, sondern wir spielen, glaube ich, eine echt sozial wichtige Rolle für Menschen. Die Menschen wollen essen gehen, die wollen sich was gönnen, die wollen zu uns kommen, wollen ein Wochenende verbringen wollen, einen Urlaub bei uns verbringen. Und das ging jetzt in dieser Pandemiephase nicht. Also als wir die Lockdowns hatten, es gab keine Restaurants mehr, es gab keine Hotels mehr, es durfte touristisch ja nicht mehr gereist werden. Da haben wir ja gemerkt, wie es uns jedem so ging, oder? Wie gern würde ich gerne mal wieder abends essen gehen? Wie gern würde ich mal wieder ein Wochenende irgendwohin? Und da haben wir gelernt, und Gäste haben uns das ja dann gesagt, endlich können wir wieder kommen. Ja, wie schön ist denn das? Endlich können wir wieder Geld ausgeben bei euch. Und das hat mir gezeigt, dass wir in dieser ganzen Volkswirtschaft auch eine soziale Rolle spielen, eine gesellschaftliche. Und das ist ja super motivierend, oder? Also das ist ja ein Kompliment. Wer kann das denn sagen, dass man so eine schöne Position hat? Also das habe ich damit gemeint. Und das war mir vorher nicht so bewusst.

  117. 30:32
    Ronald M. Arndt

    Aber es ist ein gutes Gefühl, mit dem man auch in der Tat in Zukunft arbeiten kann. Ja, ja, mehr, mehr, mehr Freude an der Branche zu machen und Lust auf die Branche zu machen.

  118. 30:47
    Marcus Smola

    Also deswegen auch, wenn ich heute mit jungen Menschen spreche, was soll ich denn beruflich machen, selber, hättest du Spaß daran, anderen Leuten was Gutes zu tun? Meines ist es ja im Endeffekt, dass die gerne zu dir kommen, und natürlich ist das ein Ansporn, oder wer das will und wer gern Dienst leistet, also wer gern für andere da ist, wem das Freude macht, wenn andere Freude gemacht bekommen, die sind bei uns gut aufgehoben. Und dann finde ich, haben wir da eine coole, wichtige Rolle.

  119. 31:17
    Ronald M. Arndt

    Ich habe vergessen, Holz nachzulegen, jetzt ist Feuer aus. Also wir sehen, Gewölbekeller und Technik verträgt sich halt doch nicht immer. Also Schuster bleibt bei deiner Leidenschaft.

  120. 31:27
    Marcus Smola

    Aber ich mache es auch.

  121. 31:28
    Ronald M. Arndt

    Lass gut sein. Wer bis jetzt hier dem Hotel-Podcast gefolgt ist, der stört sich am Hintergrundbild auch nicht mehr.

  122. 31:38
    Marcus Smola

    Also ein Versuch war es wert.

  123. 31:40
    Ronald M. Arndt

    Ein Versuch war es wert. Wie stand es früher im Zeugnis? Immer bemüht, irgendwie stets bemüht.

  124. 31:47
    Marcus Smola

    Wir bemühten uns stets.

  125. 31:49
    Ronald M. Arndt

    Die 24 Jahre, die du jetzt so in vorderster Position von so einem großen Unternehmen auch bist, Gab es nicht auch mal für dich so persönlichen Durchhänger, wo du gesagt hast, mir alles zu viel, oder ich würde gern irgendwie weniger Verantwortung haben?

  126. 32:04
    Marcus Smola

    Nein.

  127. 32:05
    Ronald M. Arndt

    Oder auch noch mal was ganz anderes machen?

  128. 32:06
    Marcus Smola

    Nee, das gab es nicht. Wobei sich natürlich so ein bisschen die Ziele auch verschieben, gebe ich zu.

  129. 32:11
    Ronald M. Arndt

    Als ich da angefangen habe, das war so 24 Jahre, sind halt eine lange Zeit.

  130. 32:15
    Marcus Smola

    Ich bin jetzt 56, also war ich da irgendwie Anfang 30 und dachte, wo ist der nächste Weg, wo ist der nächste Schritt? Höher, weiter, was geht noch? Und so. Und offenbar hat sich bei Best Western immer eine Tür aufgetan. Also ich meine, es ist ja, das entwickelt sich ja weiter.

  131. 32:32
    Ronald M. Arndt

    Also die Tür für dich, aber auch die Firma entwickelt sich ja ungemein weiter.

  132. 32:35
    Marcus Smola

    Ja, hat damit zu tun. Spannend. Aber ich habe ja eigentlich für die Hotellerie eine ziemlich langweilige Berufslaufbahn hinter mir. Also wie gesagt, ich war 10 Jahre bei Steigenberger und seitdem bin ich jetzt 20 Jahre bei Best Western. Das ist ja nicht so spannend aufregend eigentlich, aber es hat sich eben immer wieder eine Tür aufgetan. Wie gesagt, es gab da eine Zeit, wo auf, weiter, nächste, was kommt jetzt noch, wo ist die nächste Verantwortung, was die nächste Aufgabe und so weiter. Und das hat sich wirklich auch realisiert, bis das dann irgendwann mal so in den, ich würde sagen, ab den Mit-40ern oder so was gefühlt ein Stückchen gedreht hat. Dann hatte ich dann eine Familie, wir haben uns da wohlgefühlt, wo wir wohnen, haben geguckt, dass wir auch diesen Teil des Lebens immer gut ausfüllen können, oder, und das nicht irgendwie alle 2 Jahre neuer Wohnort, neue Schule, neue Dinge. Das war für mich zumindest und für uns zu Hause ein wichtiger Faktor. Und dann haben sich logischerweise auch so die beruflichen Ziele ein Stückchen relativiert oder verändert. Und als ich dann, also als ich dann diese, oder ich war ja in der Position, als ich die Geschäftsführung übernehmen konnte, dabei, bis gestern ein Unternehmen selbst zu gestalten, und dann jetzt seit 5 Jahren eben auch mit der DEHAG noch dieses Gesamtunternehmen. Und das finde ich, ist ja, das ist einfach eine zufriedenstellende Aufgabe, Unternehmen zu gestalten. Und zwar nicht nur wirtschaftlich zu gestalten, natürlich auch, das ist ja das Hauptziel dabei, aber eben auch, gerade darüber gesprochen, Atmosphäre zu schaffen, ein menschliches Miteinander zu schaffen, das auf Respekt und gegenseitiger Wertschätzung beruht. Das geht nicht über Nacht, oder? Aber man kann das eben machen, Und das erfüllt mich extrem mit, mit, ist eine tolle Aufgabe. Also das ist prima, das habe ich überhaupt kein irgendwie das Gefühl, mir fehlt irgendwas, was an irgendeiner Stelle.

  133. 34:20
    Ronald M. Arndt

    Nee, du hast dir da deinen Arbeitsplatz oder deine Welt einfach auch mit natürlich geschaffen. Ja, das stimmt, ganz in ganz großem Stil. Und ist auch eine Erkenntnis, sage ich mal, die man haben muss, dass das möglich ist. Das ist wahr, aber das hängt natürlich auch ein bisschen zusammen, vielleicht noch mal ein bisschen einfach dran bleibt an was.

  134. 34:35
    Marcus Smola

    Das ist das eine. Es hängt aber auch ein bisschen zusammen, ob du das auch, ob du gelassen wirst. Und ich hatte das Glück, in meiner beruflichen Karriere 2 Chefs zu haben, jeweils lang. Früher bei Steigenberger einen und jetzt eben auch bei der, bei, bei Swissair und bei der DEHAG, die mich das haben auch machen lassen, also die, die das Vertrauen hatten, die das auch zugelassen haben und diese Atmosphäre geschaffen haben, die tolle Vorbilder waren in dieser Zeit, beide, jeder auf seine Art. Und denen ich jetzt versuche, das auch ein Stück nachzumachen, wie sie es mir vorgemacht haben.

  135. 35:08
    Ronald M. Arndt

    Ich glaube, du hast 2 Jungs, Markus.

  136. 35:10
    Marcus Smola

    Das stimmt.

  137. 35:11
    Ronald M. Arndt

    Die dürften auch schon über 20 sein, beide.

  138. 35:13
    Marcus Smola

    Ja, der eine. Der andere ist 16.

  139. 35:14
    Ronald M. Arndt

    Okay, 16.

  140. 35:15
    Marcus Smola

    Aber der andere ist 23.

  141. 35:17
    Ronald M. Arndt

    Hast du da einen für die Hotellerie faszinieren können?

  142. 35:21
    Marcus Smola

    Also den 23-Jährigen nicht. Der geht seinen Weg. Der studiert gerade seinen Master in die Finanzrichtung. Also der macht was komplett anderes. Und der andere ist jetzt 16, der hat also noch ein bisschen Schule zu gehen jetzt in der 10. Klasse und hat wie gesagt noch 3 Jahre vor sich. Bei dem könnte ich mir das grundsätzlich vorstellen, so von seinem Typ her, in so eine Dienstleistungsrichtung zu gehen, oder? Also von daher weiß ich noch nicht, ob der dann Hotel macht. So genau steht das noch nicht fest.

  143. 35:48
    Ronald M. Arndt

    Okay, aber mal selbst ein Hotel zu betreiben, oder tust du das?

  144. 35:53
    Marcus Smola

    Weißt du, ein Traum war immer, Vielleicht ist es das auch noch, wer weiß, was die Zukunft bringt, so ein kleines, feines Ferienhotel zu haben und den Menschen, die dahinkommen, die wichtigsten Wochen im Jahr zu den schönsten Wochen im Jahr zu machen. Das ist, glaube ich, eine coole, coole Aufgabe. Ich weiß gar nicht, ob ich es könnte, aber ich hätte 3, 4, 5 Ideen, die ich da mitnehmen würde dahin. Also ich glaube, das ist eine schöne Aufgabe. Aber ich habe es gerade eben gesagt, ich fühle mich da, ich habe nicht jetzt das Ziel, morgen, übermorgen muss das kommen, oder? Aber so grundsätzlich, wenn man so ein bisschen rumträumen kann. Ich glaube, das ist eine schöne Aufgabe.

  145. 36:27
    Ronald M. Arndt

    Seid ihr von amerikanischen Kollegen eigentlich weitestgehend unabhängig? Also dass du auch die Möglichkeit hattest, so ein bisschen alles nach deinem Gusto hier auf- und auszubauen?

  146. 36:36
    Marcus Smola

    Oder ja, wir sind eigentlich total unabhängig, aber total unabhängig ist falsch. Aber grundsätzlich ja, wir haben, das ist hier eine eigenständige kleine Aktiengesellschaft und dann eben die Best Western GmbH, die völlig eigenständig ist und wirtschaftlich völlig eigenständig unterwegs ist. Wir haben so eine, nennen wir es mal Master-Lizenzabkommen, das uns natürlich ein paar Dinge vorgibt, das uns auch fordert in manchen Bereichen, das uns aber auch Möglichkeiten gibt, die wir eben in der weltweiten Verbindung dann nutzen können. Aber als Unternehmen selbst, und wie wir das hier machen, ob wir das mit 120, 150, mit 80, ob wir das Montag bis Freitag oder Freitag bis Dienstag, oder wie auch immer, das ist unsere Entscheidung, auch hier auf den Markt angepasst. Also die Freiheiten haben wir auch komplett. Ja, und hat mit Amerika überhaupt nichts zu tun. Das ist nicht die— ist einfach nur die, das, was wir weltweit eben machen. Und die Marke, die Markeninhaberin, in dem Fall von Best Western oder in allen anderen Marken, sitzt in Nordamerika. Und wir haben dann eben diesen Lizenzvertrag hier für die Region in Central Europe, wie wir das nennen. Das ist Deutschland, Österreich, Schweiz, also der deutschsprachige Raum. Luxemburg gehört dazu und noch 5 osteuropäischen Länder, die hier relativ nah dran sind, wo eben auch Gästeströme hin und her gehen, wo wir eben Marketing beeinflussen können.

  147. 37:52
    Ronald M. Arndt

    Wie gesagt, wir sind in der Villa Stockholm. Als ich reingekommen bin, habe ich da gleich ein Klavier gesehen, habe ich gedacht, das war doch so eines der, einer der Sehnsüchte, zumindest ein bisschen von Marcus, dafür mehr Zeit zu haben.

  148. 38:06
    Marcus Smola

    Ja, da hast du recht, obwohl wir noch gar nicht drüber gesprochen haben, aber So, Musik ist irgendwie die zweite Leidenschaft für mich, die ich irgendwann mal als Kind aufgedrückt bekommen habe. So muss ich das ja sagen. Also ich musste Klavier lernen und musste üben. Und mein Vater war da eher streng. Habe also viel Zeit investieren müssen. Auf der anderen Seite, mein Vater hätte das gerne beruflich gemacht, was nach dem Krieg aber nicht möglich war.

  149. 38:32
    Ronald M. Arndt

    Und was hätte er gerne beruflich gemacht?

  150. 38:34
    Marcus Smola

    Er selbst mit Musik. Also er macht als Hobby sehr viel Musik, sehr, sehr musikalischen Serien, Chören und Orchestern und so weiter. Und er wollte das eben beruflich machen, aber das ging eben nicht, sondern er wollte seinen Kindern, ich habe zwei Schwestern, das als Beruf ermöglichen. Und ich kann ja nicht mit 17 sagen, hey, ich werde Pianist, gib mir mal ein Klavier, sondern das musste eben früher anfangen. So und so hat er mich eben da lange Zeit geschubst. Heute bin ich ihm unendlich dankbar. Damals fand ich es natürlich ätzend, ist ja klar. Aber heute ist es eben ein Teil dessen, was ich sehr viel alleine machen kann auch. Zur Entspannung, was ich aber auch an manchen Stellen bei Vorträgen nutze, wo ich das eben miteinander verbinden kann. Und was eben auch noch geht, wenn ich mal wieder noch ein bisschen älter bin und vielleicht auch mal irgendwann nicht mehr arbeite so aktiv, und dann kann das auch wieder mehr Raum einnehmen.

  151. 39:23
    Ronald M. Arndt

    Momentan ist es tatsächlich zeitlich, denke ich, an einen der ersten Podcasts, Hotel-Podcast von Herrn Eisenbrei im Oeschberghof, der sich ja da auch tatkräftig coachen lässt.

  152. 39:33
    Marcus Smola

    Ja, und der hat ja relativ viel irgendwann dann da mal zu sitzen. Ja, der Alex hat ja relativ spät angefangen, mal einzusteigen. Hut ab, das ist ja auch eine Aufgabe, das geht ja nicht über Nacht, und man muss eben dranbleiben.

  153. 39:43
    Ronald M. Arndt

    Das war nicht so der Moment, wie gesagt, es war einer der ersten Hotel-Podcasts damals, wo ich gedacht habe, hey Ronald, da kannst du auch so persönlich wirklich eine Menge mitnehmen aus den Gesprächen. Cool, ne? Weil das fand ich cool, wie er sagte hier zum einen, seinen Traum, Klavier zu spielen. Und dann hat er sogar noch ein Studium angefangen und will da irgendwie— nächstes Studium hat er. Was macht er? Doch, doch, er macht noch vorbereitend auf, sage ich mal, irgendwie eine Doktorarbeit. Genau, das sind so die beiden Dinge, die er sich vorgenommen hat. Neben dem natürlich auch kleinen Hotel.

  154. 40:13
    Marcus Smola

    Also auch, ja, der hat es andersrum. Also der hat jetzt ein Hotel.

  155. 40:17
    Ronald M. Arndt

    Was ich sagen will, aber auch, sage ich mal, wenn man schon alles irgendwo hat und Da einfach sich weiter immer schöne Ziele und ambitionierte Ziele zu stecken.

  156. 40:27
    Marcus Smola

    Vielleicht sollte ich mit dem Alex mal reden drüber, dass ich ihm, dass er mir das Hotel ein bisschen mehr näherbringt, dass ich da was lerne.

  157. 40:34
    Ronald M. Arndt

    Und hast du da eine gewisse Distanz zu diesem Hotel, oder?

  158. 40:36
    Marcus Smola

    Nee, also ich kenne ihn gut, irgendwie mag ich ihn gerne.

  159. 40:40
    Ronald M. Arndt

    Und die lassen sich einfach für Best Western nicht gewinnen.

  160. 40:45
    Marcus Smola

    Ein bisschen weiter Schritt vielleicht für dieses Hotel.

  161. 40:47
    Ronald M. Arndt

    Da würde ich auch Würde passen.

  162. 40:50
    Marcus Smola

    Ein World Hotel, da könnte es, da könnte es hinein. Das stimmt, da wäre diese Verbindung nicht so. Vielleicht müsste ich darüber mal mit ihm reden, fällt ihm gerade ein. Und ich könnte mir dazu ein paar Klavierstunden geben. Also wer weiß, vielleicht gibt es da eine Synergie in Zukunft.

  163. 41:04
    Ronald M. Arndt

    Du siehst dich da wirklich deutlich weiter als er. Ja, weil er spät angefangen hat.

  164. 41:07
    Marcus Smola

    Ich glaube, das Klavierspiel, keine Ahnung, ich weiß nicht, wie er spielt. Er hat mir das noch mal erklärt und hat irgendwann mal angefangen, jetzt vor ein paar Jahren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der in seinem Job jeden Tag 8 Stunden Klavier übt. Und das braucht es dann eben auch, um vorwärtszukommen. Ich würde es zumindest mal versuchen wollen, mit ihm aufzunehmen heute beim Klavierspielen.

  165. 41:27
    Ronald M. Arndt

    Aber jetzt wäre es so ein schöner Moment, um den Hotel-Podcast zu beenden. Ja, aber irgendwie will man ja auch immer noch ein bisschen wissen von dir, was du denkst, wie so das Jahr 2023 jetzt weitergeht. Du hast auch keine Glaskugel, aber wo siehst du da einfach so ein bisschen die Leitplanken?

  166. 41:48
    Marcus Smola

    Ja, ich finde auch, die Frage ist einfach, die kann man gar nicht oft genug stellen, um eben da sich sein Bild zu machen.

  167. 41:57
    Ronald M. Arndt

    Man möchte Einschätzungen von Experten auch haben. Also die geben einem Orientierung.

  168. 42:03
    Marcus Smola

    Und ehrlich gesagt, ich muss sagen, jetzt zum Zeitpunkt, also jetzt so im Februar, 2023 finden wir, wir stehen da vor einem recht zuversichtlichen Jahr. Also es gibt jetzt keine grauen Wolken, die irgendwie irgendwas zusammenbrechen lassen. Wir haben eine Nachfrage, die sich entwickelt. Ich glaube auch, dass das, was uns heute noch fehlt aus dem internationalen Bereich, vor allen Dingen aus dem amerikanischen, bei den Asiaten wird es noch ein bisschen länger dauern, aber dass das wieder ein Stück zurückkommt, das hat uns ja gefehlt. Ich sehe momentan auch keinen wirklich Zusammenbruch von privaten Reisen, weil die anderen Kosten alle steigen. Da waren wir vor einem halben Jahr noch deutlich unsicherer damit. Also wir, und die Umsätze sind jetzt, entwickeln sich dorthin. Natürlich gibt es Hotels, denen tut es, da ist der Markt noch nicht so zurück wie in anderen, auch das ist klar. Aber wir sind eigentlich recht zuversichtlich in dieses Jahr hinein. Wir haben jetzt momentan keine grauen Sorgen oder so irgendwas dazu. Im Gegenteil, wir glauben, dass das gut wird. Das kann, wenn das jetzt so weiterläuft, besser werden als 2019, also als vor der Pandemiezeit. Und ich meine, allein das ist ja schon die— dass wir mit 2019 immer vergleichen. Ich glaube, 2018, 2017, 2016, die waren ja auch alle nicht schlecht umsatztechnisch. Und jetzt messen wir uns immer an 2019 und wollen eigentlich da immer noch einen oben draufsetzen. Also es ist ja schon irre. Und wir sind jetzt schon nach— die Experten haben alle gesagt, vor Ende 2023, 2024 wird das alles nichts werden.

  169. 43:27
    Ronald M. Arndt

    Du hast es auch gesagt.

  170. 43:27
    Marcus Smola

    Ich habe das auch gesagt. Ja, wir alle. Und jetzt stehen wir da und sind überrascht, dass das alles schon wieder so ist. Ist ja gut so. Auf der anderen Seite, fairerweise, das muss man immer dazu sagen, unterm Strich bleibt natürlich weniger hängen, ist klar, weil eben diese Kosten, die uns momentan explodieren, ob jetzt Mitarbeiter, Lebensmittel oder eben Energie, das ist schon, das ist schon bitteres Brot. Deswegen muss auch oben ordentlich was geschehen mit Umsatz, dass unterm Strich auch ein Ertrag Ergebnis bei rauskommt.

  171. 43:54
    Ronald M. Arndt

    Und dafür seid ihr da. Das haben wir—

  172. 43:56
    Marcus Smola

    wir wollen zumindest mithelfen, dass es ein Stück besser gelingt.

  173. 43:59
    Ronald M. Arndt

    Markus, Marcus Smola, ganz lieben Dank. Danke dir für deine Zeit, für Teilnahme im Hotel-Podcast. Und bis zum nächsten Mal, würde ich sagen.

  174. 44:06
    Marcus Smola

    Ja, gerne wieder.

  175. 44:07
    Ronald M. Arndt

    Vielen Dank. Schieben das Klavier hier rüber und dann spielen wir ein bisschen Klavier, holen den Alex noch dazu. Und weil ich wurde ja damals aufgezwungen zum Klavierspielen.

  176. 44:14
    Marcus Smola

    Das machen wir.

  177. 44:15
    Ronald M. Arndt

    Habe ich jetzt gar nicht gesagt. Alles Gute dir.

  178. 44:18
    Marcus Smola

    Danke dir.

  179. 44:18
    Ronald M. Arndt

    Vielen Dank, danke schön.