Hospitality x Healthcare
Aufgenommen: The Zipper, Düsseldorf
Germany50 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Know-how ist die Summe der gemachten und vor allem überlebten Fehler.“
Otto K. Lindner & Tobias S. Oberdieck, 23:06
Otto K. Lindner und Tobias S. Oberdieck haben vor knapp einem Jahr Hospitality X in Düsseldorf gegründet. Ihr erstes Projekt ist The Zipper: In den ersten fünf Etagen sitzen 14 Fachärzte, darüber betreiben die beiden auf 10.000 Quadratmetern 168 Apartments mit Community Space in der 13. Etage. Sie erklären, warum sie das Front Office komplett abschaffen, wie die Stadt Düsseldorf Health Tourism vorantreibt und was Otto Lindner aus fünf Jahren Beratung in Kalifornien mitgebracht hat.
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Kernaussagen
- Klinik und Apartments: Die Facharztklinik mit 14 Fachärzten belegt rund 6.000 Quadratmeter BGF in den Etagen eins bis fünf, Hospitality X betreibt darüber auf 10.000 Quadratmetern 168 Apartments von Etage 6 bis 17. Gäste und Patienten haben direkten Zugang in beide Richtungen.
- Kein Front Office: Das Front Office wird komplett abgeschafft, Gäste checken vorab digital ein, umgesetzt mit LikeMagic. Die Mitarbeiter sollen sich stattdessen auf Concierge Services konzentrieren.
- Zwei Gesellschaften, zwei Geschäfte: Klinik und Hospitality sind separate Gesellschaften, das Hospitality-Konzept muss ohne die Klinik funktionieren und umgekehrt. Neben Medizintourismus adressieren sie Expats im Longstay, zwei Etagen sind als Shortstay vermietbar.
- Partner an den Tisch: Statt alles selbst zu machen, holen sie Stakeholder aus dem Umfeld in Workshops zusammen: Vodafone, die Schön Klinik nebenan und die Stadt Düsseldorf, die über eine eigene Division Health Tourism vorantreibt.
- Chance vom Eigentümer: Der Eigentümer der Immobilie entschied sich gegen eine gewachsene Kette und für die beiden Jungunternehmer, um auf Augenhöhe gemeinsam in das Thema hineinzuwachsen. Eröffnet werden soll im Spätsommer.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Welche ist nun die richtige Rheinseite? Hierauf konnten sich Otto Konstantin Lindner und Tobias Sebastian Oberdieck bislang nicht einigen.
Auf The Zipper Hotel & Apartments aber schon, der erste Streich ihrer noch jungen Unternehmung mit Sitz in Düsseldorf.
Die Kölner Domspitze fest im Blick und von J. Mayer H. und Partner, Architekten entworfen, treffen hier auf 19 Stockwerken Gesundheit und Gastlichkeit auf spannendste Art und Weise aufeinander.
Aber wie haben sich die beiden Gründer überhaupt kennengelernt und was haben die Rheinländer noch alles mit Hospitality X vor?
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Transkript öffnenTranskript schließen50 Min · Ronald M. Arndt und Otto K. Lindner & Tobias S. Oberdieck
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:07 Ronald M. Arndt
Ja, wir sind schon mittendrin hier in Düsseldorf auf der linken Rheinseite, habe ich gelernt.
- 00:14 Tobias S. Oberdieck
Auf der falschen Rheinseite, wie ich sagen würde.
- 00:16 Ronald M. Arndt
Da war doch irgendwas mit falsch und—
- 00:18 Otto K. Lindner
Bei mir auf der richtigen Rheinseite.
- 00:21 Ronald M. Arndt
Seid ihr beide hier aus der Ecke oder wo kommt ihr ursprünglich her?
- 00:25 Tobias S. Oberdieck
Wir sind beide eigentlich hier im Raum Düsseldorf aufgewachsen. Ich komme aus dem Kreis Mettmann. Das sind immer die mit dem ME auf dem Kennzeichen, die eigentlich in ganz Deutschland rumfahren.
- 00:33 Ronald M. Arndt
Das sieht man jetzt bei mir in Stuttgart in der Tat nicht so oft. ME als Kennzeichen.
- 00:39 Tobias S. Oberdieck
Norddeutschland sogar, sagen uns das immer alle. Okay, genau. Aber hier im Kreis Mettmann aufgewachsen, dann an verschiedenen Stellen in Deutschland studiert und dann wieder zurück ins Rheinland gekommen.
- 00:47 Ronald M. Arndt
Privat ist doch dann am schönsten hier, oder?
- 00:51 Tobias S. Oberdieck
Ja, natürlich. Als Rheinländer, Karnevalist, sofort wieder zurückgekommen. Okay, Spaß beiseite. Durch einen gemeinsamen Zufall eigentlich damals in der Hotellerie beworben, und das war nun mal in Düsseldorf bei Lindner Hotels. Und so bin ich dann wieder zurück ins Rheinland gekommen, obwohl ich eigentlich auch privat wieder hier zurück wollte, in Köln weiter studiert habe. Ja, und dann ein Segen, wieder zurück nach Düsseldorf gekommen.
- 01:14 Otto K. Lindner
Ja, ich bin auch ursprünglich aus Düsseldorf, also auch in Düsseldorf geboren, und bin dann mit 16 ins Ausland gegangen und über verschiedene Stationen dann auch wieder hier in Düsseldorf gelandet. Bin jetzt seit Ende 2021 wieder hier. Und ja, mit Hospitality X dann vor knapp einem Jahr selbstständig eben mit Tobias hier Hospitality X.
- 01:38 Ronald M. Arndt
Ich glaube, der Tobias muss ein bisschen aufpassen, dass er nicht aus dem Bild rausfällt. Von daher kommt ein Stückchen rüber zu mir. Okay. Und welche favorisierte Urlaubsgegend habt ihr da hinter euch großformatig an freien Wochenenden gepinselt?
- 01:53 Otto K. Lindner
Ja, ich würde mal sagen, das ist Portugal.
- 01:58 Ronald M. Arndt
Oceano 8.
- 02:00 Otto K. Lindner
Heißt das Bild und passt irgendwie ganz gut zu uns, weil wir den Künstler auch kennengelernt haben und haben gedacht, das schmückt unser Büro hier ganz gut.
- 02:12 Ronald M. Arndt
Passt gut rein. Für mich ist der erste Hotel-Podcast im Stehen.
- 02:17 Otto K. Lindner
Ja, wir machen irgendwie alles im Stehen.
- 02:20 Tobias S. Oberdieck
Also eigentlich ganz cool. Ich meine, gerade während Corona haben wir das eigentlich immer gesehen. Wir haben plötzlich auf einmal Jeder in einer Ecke stehend. Mit Abstand. Genau, wir waren immer noch relativ lange und eng zusammen. Scherzhaft haben wir immer gesagt, wir waren eigentlich länger immer in den Büros mit unseren jeweiligen Geschäftspartnern zusammen als mit unseren eigenen Privaten. Und ja, wir haben festgestellt, dass irgendwie plötzlich Teams-Meetings, Zoom-Meetings, das ging in allen Bereichen der Wirtschaft auf einmal, was vorher DSGVO-nichtkonform war, schwierig war. Und wir haben eigentlich festgestellt, dass wir die ganze Zeit gestanden haben. Und Otto und ich seit einem Jahr haben auch gesagt, wir müssen das echt mal ändern. Es kann ja nicht sein, dass wir— ich meine, du bist auch groß— dass wir irgendwie an den Tischen immer noch so sitzen wie in den letzten 100 Jahren. Und deswegen haben wir selbst so gemacht, dass wir hier wie in unserem Konferenzraum einen 3,60 x 2 Meter Tisch wirklich komplett höhenverstellbar in einem haben. Und da sind wir echt dankbar. Und jeder, der hier war, freut sich da extrem drüber.
- 03:18 Ronald M. Arndt
Ja, und es ist auch noch ganz gut Platz am Meetingtisch. Von daher nehme ich mal an, dass noch einiges zu erwarten ist von Hospitality X, was da so in der nächsten Zeit kommt.
- 03:29 Tobias S. Oberdieck
Ja, also wir haben ja erst vor einem Jahr gestartet und Hospitality X steht ja wirklich dafür, was wir sagen wollen, für gemeinsame Kooperationen, um andere Industrien auch mit der Hospitality zu verknüpfen. Und das ist ja das, was uns beide eigentlich auch ausmacht, wie wir zusammengekommen sind. Auch wenn ich vorher lange für Ottos Papa gearbeitet habe, ist schon mal so, dass Otto aus einem anderen Bereich kommt und wir dann eigentlich vor einem Jahr beschlossen haben zu sagen, wir müssen die Zeit jetzt nach Corona nutzen und uns mal völlig neu sortieren wieder. Und dieses Thema Kooperation, gemeinsames Denken in die Zukunft, andere Industrien mit reinholen— ihr seid das beste Beispiel auch dafür mit Blackmagic— einfach vorantreiben. Und der SIPA ist unser erstes Projekt und das steht genau dafür.
- 04:11 Ronald M. Arndt
Ja, und Ronald, wir haben dir ja eben schon die Broschüre unter den Tisch geschmissen, um mal so ein Kooperationsobjekt hier unterm Tisch hervorholen.
- 04:20 Otto K. Lindner
Ja, weil ich spreche den eigentlich den wichtigsten Kooperationspartner hier im SIPA jetzt gerade an. Hier, die Broschüre liegt ja auf dem Tisch. Das ist die Facharztklinik, die eben hier—
- 04:31 Ronald M. Arndt
habe ich ehrlich gesagt ein bisschen Bauchschmerzen bekommen, so beim Durchblättern.
- 04:34 Otto K. Lindner
Denn es fängt ja an, alles hier vorzufinden.
- 04:37 Ronald M. Arndt
Alles, was man noch nicht hat und das sich wünscht, geht mit AllesTC los.
- 04:44 Otto K. Lindner
Ja, das ist wirklich das Coole.
- 04:46 Ronald M. Arndt
Und hört auf mit, naja, Zahnheilkunde. Ja, genau.
- 04:52 Otto K. Lindner
Eine Ayurveda-Klinik haben wir auch noch für dich. Also wenn du eine ayurvedische Massage brauchst, kannst du dich auch bei uns melden.
- 04:58 Ronald M. Arndt
Das klingt wieder eher präventiv.
- 05:00 Otto K. Lindner
Ja, sowohl präventiv als auch wirklich dann akute Themen, die man hat. Und wie Tobias gesagt hat, das wirklich, was wir hier verbinden, eben die Bereiche Hospitality und auch Health. Und arbeiten mit den Fachärzten sehr eng zusammen. Unser Hospitality-Konzept ist wirklich in der Immobilie auch. Also die Fachärzte, das sind 14 Fachärzte insgesamt, sind in den ersten 5 Etagen der Immobilie, und wir sind dann von Etage 6 bis 17 mit unseren 168 Apartments. Und das Besondere daran ist eben, dass wir oder unsere Gäste auch direkten Zugang haben zu der Facharztklinik. Und auch vice versa natürlich. Und auch die Stadt Düsseldorf gerade arbeitet eng mit uns zusammen, um eben dieses Hospitality- und Healthcare-Konzept weiterzuentwickeln. Und Tobi hat es gerade angesprochen, wir haben einige weitere Projekte, die das eben noch ganzheitlicher eigentlich umsetzen und entwickeln.
- 05:59 Ronald M. Arndt
Dann also weiter auf der Achse Hospitality, Healthcare. Da bleibt erstmal okay.
- 06:04 Otto K. Lindner
Ja, wir haben noch einige andere Ideen und Konzepte, die irgendwie auch mal was ganz anderes irgendwie in der Hospitality-Industrie auch machen. Können wir natürlich jetzt noch nicht konkret drüber reden, aber noch ist der Hotel-Podcast ja jung.
- 06:22 Ronald M. Arndt
Mal gucken, wo wir am Ende stehen. Hier natürlich die Frage, du hast schon gesagt, The Zipper in Düsseldorf, mega Architektur erstmal. Aber die Frage ist natürlich, was war zuerst? Erst die Medizin oder erst die Beherbergung? Und hier, wenn ich richtig informiert bin, war sogar wirklich 1892 schon ein Krankenhaus entstanden auf dem Komplex. Ja, fand ich, das finde ich schon mal gut.
- 06:44 Tobias S. Oberdieck
Ja, genau, das war vorher wirklich, gehört zu dem großen Stift hier aus Köln, ne, auch im Rheinland. Und das war bekannt als Dominikus-Krankenhaus. Und das Dominikus-Krankenhaus wurde dann von Familie Schön übernommen, die auch größerer Familienunternehmen ist und sich spezialisiert hat auf das ganze Thema auch Krankenhäuser. Hier nebendran ist ein Akutkrankenhaus, baut glaube ich gerade, soweit ich auch weiß, weiter aus, hat es erfolgreich drehen können. Und ja, so ist eigentlich ein ganz neues Quartier hier entstanden, wo wir auch herkommen, dass wir sagen, wie können Quartiere, gemeinsames Zusammenleben eigentlich auch stattfinden. Und hier war das eigentlich mal prototypisch entwickelt worden, absolut visionär von von unserem Landlord, der das zwar Ende der 2000er Jahre schon alles hier erworben hat und in den letzten, ja, dann wirklich 11, 12, 13 Jahren entwickelt hat. Und zwar von Wohnbebauung, sowohl aus dem geförderten Wohnbereich, soziale Wohnungen, über sehr luxuriöse Wohnungen hin zum Reinen. Gemeinsam dann mit Familie Schön hier auch das Thema Health reingebracht hat. Und hier in unserem Gebäude ist ja der Unterschied zur Schönklinik einfach, dass hier fast rein auf Privat- und Selbstzahler ausgelegt ist, viel präventiv, wie du selbst schon gesagt hast gerade. Und damit schließt sich dann hier eigentlich der Kreis bei uns beim Wohnen, beziehungsweise wir nennen es ja Hospitality wirklich, weil wir mehr auf das Thema eigentlich der Gastlichkeit wieder zurückkommen wollen in der Hotellerie. Deswegen, bei uns wird es auch kein klassisches Front Office mehr geben. Wir haben uns entschieden, das Front Office komplett abzuschaffen, um diese Barriere— wir nennen das manchmal so wie in der Wursttheke, nach dem Motto, hier steht einer, Gast auf der anderen Seite, aber jetzt wie bei Corona, bitte nicht zu nah rantreten— das wollen wir abschaffen. Wir möchten, dass unsere Gäste komplett vorher eingecheckt sind und haben da wirklich eine digitale Customer Journey, ja auch mit LikeMagic jetzt gemeinsam aufgesetzt, wo wir hoffen, dass die perfekt und nahtlos funktioniert, sodass jetzt der Gast bei uns reinkommt und sich dann mit unseren Mitarbeitern wieder auf das konzentrieren kann, was wichtig ist, und zwar Concierge Services, wo alle in den letzten Jahren gelacht haben, gesagt haben, das gibt es ja in der Hotellerie nicht mehr, und das wollen wir eigentlich wieder positiv zurückholen.
- 08:51 Ronald M. Arndt
Also in eurer Kombination erfolgt der Check-in dann nicht beim Arzt am Tresen, sondern schon direkt hier bei euch ohne Check-in, aber trotzdem natürlich in den eigenen vier Wänden. Auf was für eine Dauer, denkt ihr, sind die Gäste so ungefähr hier vor Ort?
- 09:09 Tobias S. Oberdieck
Genau, wir haben natürlich verschiedene Gastsegmente im Auge. Das Tolle ist hier einfach, und das macht das ganze Projekt aus, wenn man hier drin ist, sieht man das, man guckt plötzlich auf die Stadt drauf. Ist vielleicht irgendwie ein schlechtes Beispiel, aber man kennt das aus Manhattan. Wenn man in Manhattan wohnt, ist man meistens völlig begeistert. Man ist irgendwie bei einer großen Marke im 30. Stock. Man guckt raus und guckt auf die nächste Häuserwand. Und wenn man in Brooklyn eigentlich wohnt, guckt man auf die Stadt drauf. Und das Gleiche haben wir hier festgestellt. Man guckt auf die Stadt drauf, man kann sich ein bisschen rausziehen, zurücknehmen, auf sich aufpassen, auch wenn man viel reist, so wie wir das alle tun. Also das Thema Health steht bis dahin, dass wir sagen, du wohnst draußen, nimm dich raus, mach Sport, pass auf dich auf. Und genau das soll hier im Wohnen auch im Vordergrund stehen.
- 09:54 Ronald M. Arndt
Super. Also ja, schon erwähnt, architektonisch wirklich eine, eine Ikone für Düsseldorf. Ein neues, neues kleines Wahrzeichen oder ein weiteres Wahrzeichen. Ganz interessant als Hintergrund zu wissen, dass dein Opa, glaube ich, auch schon Architekt war. 1959 hat er sein Büro aufgemacht.
- 10:14 Otto K. Lindner
Genau richtig.
- 10:15 Ronald M. Arndt
Ja, auch so ein Otto, Otto der Erste.
- 10:19 Otto K. Lindner
Otto der Zweite.
- 10:20 Ronald M. Arndt
Otto der Zweite.
- 10:21 Otto K. Lindner
Also ich bin dann Otto der Vierte, wenn man das so sagen möchte. Und ja, eine Familientradition bei uns. Mein Vater heißt ja auch Otto und der Vater meines Großvaters war dann der erste Otto.
- 10:32 Ronald M. Arndt
Okay, genau. Der aber noch kein Architekt war.
- 10:35 Otto K. Lindner
Genau, der war kein Architekt. Also mein Großvater ist damals aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgekommen und wie das so der Fall war, hatte wirklich dann auch familiär nichts vorzufinden und hat dann in der Abendschule Architektur studiert und sich dann eben über eine Maurerlehre so dann weiterentwickelt. Und tatsächlich, wenn wir hier aus dem Fenster gucken, sieht man auch das Mutterhaus, das er damals mitentwickelt hat, okay, am Seestern, das Kongresshotel mit dem krönenden Abschluss jetzt oben. Können wir dir gleich noch mal zeigen. Das war sein letztes Projekt, eine Aufstockung 2 Etagen, wo jetzt Otto Sky Bar auch ist, also dann für ihn eben auch so benannt.
- 11:23 Ronald M. Arndt
Ja, also ein wahnsinnig erfolgreicher Unternehmer, der den Grundstein gelegt hat, eben vom Familienunternehmen der Lindner Unternehmensgruppe. 1973, glaube ich, wurde es dann als Hotel Lindner Hotels AG, ja, dann auch in eine Firmierung gepackt. Und genau, ich glaube, mittlerweile ist er verstorben, seit 2, 3 Jahren. Aber jetzt irgendwie da wieder zur Architektur, auch sage ich mal, in der Qualität zurückzukommen, mir gefällt es persönlich.
- 11:53 Otto K. Lindner
Ja, uns auch. Also der Eigentümer hier hat mit dem Architekturbüro Jürgen Meyer-Haart zusammengearbeitet, auch ein sehr renommiertes Architekturbüro aus Berlin. Und ja, wir sind auch im engen Austausch hier mit den Chefarchitekten. Die Fassade ist hier eben spektakulär, wurde auch extra für diese Immobilie entwickelt. Und wir sind natürlich stolz, dass wir jetzt als Hauptmieter hier reingekommen sind und diese Immobilie jetzt auch wirklich mit Leben füllen.
- 12:26 Ronald M. Arndt
Also Hauptmieter seid ihr, weil ihr schon den größten Anteil flächenmäßig belegt?
- 12:31 Otto K. Lindner
Ja, also die Facharztklinik hat hier circa 6000 Quadratmeter BGF. Und wir haben 10.000 Quadratmeter. Okay, und das sind glaube ich 168, dann 168 Apartments, genau, mit einem Community Space auf der 13. Etage noch dazu, wo wir wirklich exklusiv noch mal Co-Cooking, also eine offene Küche mit einem Coworking-Bereich, mit einem Fitness- und Wellnessbereich, also auch einer Sauna dann ausstatten. Sodass eben unsere Gäste auch wirklich hier zur Ruhe kommen, hier auch arbeiten können und ja, eine exklusive Community auch entsteht.
- 13:14 Ronald M. Arndt
War denn dann die Gründung von Hospitality X zuerst oder erst, sage ich mal, die Möglichkeit, hier konkret was zu machen im The Zipper Gebäude?
- 13:26 Otto K. Lindner
Nee, Tobias und ich haben uns genau knapp vor einem Jahr selbstständig gemacht mit Hospitality X. Und da war jetzt das SIPA-Projekt, hat wirklich perfekt gepasst, weil wir hier dann die—
- 13:37 Ronald M. Arndt
also erstmal die Motivation da, sich selbstständig zu machen, und ihr beide als Team, als Co-Founder auch, richtig?
- 13:42 Otto K. Lindner
Ja, genau. Und ja, die Verknüpfung jetzt hier zwischen Hospitality und Healthcare ist wirklich eine besondere, und der Name Hospitality X ist uns auch irgendwie genau deswegen aufgefallen, weil wir vorher diese Schreibweise hatten und eben verschiedene Themenwelten ja mit unserer Hospitality verbinden möchten.
- 14:04 Ronald M. Arndt
Ja gut, jetzt hast du ja gesagt, was noch so kommt. Kann leider vielleicht, wir sehen mal, noch nicht Platz finden hier, eine Episode vom Hotelpodcast. Aber sag mal eine, eine vielleicht noch so eine Branche, eine Richtung, die euch noch reizt, dann irgendwann mal anzugehen, auf jeden Fall. Gibt das so?
- 14:24 Tobias S. Oberdieck
Gut, wir haben ja verschiedene Branchen schon genannt. Also auf der Website siehst du das ja auch. Mal abgesehen vom Thema der Digitalisierung, was uns stark beschäftigt. Deswegen gehen wir ja neue Partnerschaften ein. Das ist ja uns extrem wichtig. Ich meine, es gibt viel Legacy-IT einfach in unserer Branche nach wie vor. Und da sind andere Branchen manchmal einen kleinen Schritt weiter. Und ich glaube, die Hospitality holt einfach extremst auf jetzt in den letzten Jahren. Ist gar nicht so sehr Corona geschuldet. Das war auch schon davor das Thema. Es gibt viele Start-ups, die sich frühzeitig damit beschäftigt haben. Die Verbände sind absolut führend darin, auch die IHA haben einfach verschiedene Start-up Awards auch mal ausgerufen, dass wir es geschafft haben. Mit Sicherheit auch in diesem Jahr mit dem Upnext Festival zum Beispiel einfach auch mal ein paar andere Sachen jetzt mit reinzubringen. Die Hospitality, die einfach nur logisch sind für unsere Branche. Ich meine, wir stehen dafür, für MICE, also für große Konferenzflächen, für Eventflächen. Da ist es doch völlig logisch, dass eigentlich wir das auch machen. Und ja, die Digitalisierung ist ein Thema, was uns beide natürlich umtreibt, wobei wir beide verstehen uns nicht so sehr als diejenigen, die selber jetzt momentan das Startup gründen würden in dem Bereich, sondern wir versuchen eigentlich Partnerschaften auch da, wie Hospitality Access immer sagt, zu begründen, wie mit euch, um zu sagen, wer sind eigentlich die entscheidenden Partner für uns, die wir als Puzzleteile wieder zusammensetzen, damit sie auf unsere Projekte einfach nahtlos passen. Passen, sodass der Kunde eigentlich einen Vorteil hat. Bestes Beispiel ist das Front Office, wo wir gesagt haben, es gibt Prozesse nach wie vor in der Hotellerie, die wir abbilden, die unsere Kollegen machen sollen, wo wir sagen, da hat keiner Spaß dran. Das ist häufig mit extrem viel Stress verbunden und kann perfekt digital abgebildet werden. Und danach kann sich der Kollege eigentlich auf das jetzt konzentrieren, was wichtig ist, und zwar sich um den Gast zu kümmern. Und das ist in den letzten 20 Jahren ein bisschen verloren gegangen und glaube ich, kommt jetzt einfach immer mehr wieder.
- 16:17 Ronald M. Arndt
Und du hast ja schon vorher gesagt, du warst ja schon bei der Familie Lindner im Unternehmen beschäftigt, mehrere Jahre glaube ich, im Bereich Development.
- 16:25 Tobias S. Oberdieck
Ja, absolut klar. In den letzten 12, 13 Jahren mit Ottos Papa und dem Andreas Krökel, damals auch Vorstand Lindner Hotels, gemeinsam die Marke Me All entwickeln dürfen. Deswegen bin ich ursprünglich zu Lindner gekommen durch einen absoluten Zufall eigentlich. Hatte ich mich auf eine ganz andere Stelle beworben und dann andere Stelle auch bei Lindner, oder? Ja, genau, und dann hatten Ottos Papa und Andreas Krölkö mich angerufen, gesagt, die Stelle hast du nicht. Und ich habe gefragt, warum rufen da 2 Vorstände an? Und die haben gesagt, nee, wir suchen nach jemandem, mit dem wir Boutique-Hotelkonzept entwickeln können. Und ich hatte vorher nichts mit der Hotellerie zu tun. Habe auch bis heute nicht in dem Sinne operativ gearbeitet, und deswegen gucke ich da mit absolutem Stolz eigentlich drauf, auf das, was die Kollegen dann immer gemeinsam leisten.
- 17:13 Ronald M. Arndt
Aber die Tücken, das sage ich mal, Herausforderungen in der klassischen Hotellerie, die kennst du natürlich. Da warst du lange genug drin.
- 17:20 Tobias S. Oberdieck
Genau, wirklich begleitet intensivst. Und ja, brauche ich keinem in der Branche sagen, dass man dann einfach, was man extrem gerne dann macht, und dieses Thema Gastgeberschaft, daran hat man Spaß oder eben keinen Spaß. Und wenn es einem Spaß macht, dann freut man sich auch als Unternehmer eigentlich, diese Themen weiter voranzutreiben. Und deswegen haben Otto und ich dann gesagt, wir wollen das jetzt positiv und anders in die Zukunft fortführen.
- 17:43 Ronald M. Arndt
Und damals haben die beiden Vorstände gesagt, Stelle hast du nicht, aber hier gibt es was anderes. Jetzt vor einem Jahr oder auch ein bisschen länger war es dann Otto Constantin, der gesagt hat, hier, lass uns was zusammen machen. Oder wo seid ihr euch mal begegnet?
- 17:54 Tobias S. Oberdieck
Wir beide sind ja schon länger im Austausch. Ist ja nicht so, dass wir uns jetzt sozusagen vor einem Jahr erst kennengelernt haben. Und dann im Speed-Dating gesagt haben, versuchen wir mal was. Es war ja wirklich so, dass wir schon über mehrere Jahre in Kontakt waren, verschiedene andere Unternehmungen auch überlegt haben und gesagt haben, was können wir eigentlich machen. Und ja, oder vorm Jahr haben wir gesagt, so, bei all dem sozusagen, was Corona auch mit uns persönlich allen gemacht hat, haben wir gesagt, so, wir haben eigene Ideen, wir wollen Themen anders auch noch voranbringen. Und deswegen stehen wir heute hier sowieso war.
- 18:27 Ronald M. Arndt
Dein Hintergrund ist jetzt so gar nicht irgendwie, glaube ich, der der Hotellerie, oder?
- 18:31 Otto K. Lindner
Nee, ich habe irgendwie damals ein Management-Training gemacht. Genau, ja, zwar irgendwie über Umwege dann mal ins Hotel reinschnuppern dürfen in Shanghai.
- 18:44 Ronald M. Arndt
Hast genug Hotels zu Hause gehabt wahrscheinlich. Genau, ja, am Tisch.
- 18:48 Otto K. Lindner
6 Monate in Shanghai so ein Management-Training gemacht. Im Hilton Hotel, das erste 5-Sterne-Haus.
- 18:53 Ronald M. Arndt
Wann war das ungefähr? Welchem Jahr?
- 18:55 Otto K. Lindner
2016 war das, genau, für ein halbes Jahr. Und was spannend war, also ich bin dann echt einmal alle Abteilungen durchgegangen und durfte überall so einen kleinen Einblick dann auch bekommen und habe mich aber dann für was ganz anderes entschieden, nachdem ich dann meinen Master fertig hatte, und war für knapp 5 Jahre bei der Deutschen Bahn da im Consulting-Bereich tätig. Ein Jahr Assistent des Geschäftsführers für internationale Märkte, durfte da wirklich die ganze Welt mit ihm bereisen, was man so als Laie gar nicht kennt, dass die Deutsche Bahn wirklich auch Offices in Katar, in Indien, wir waren in Amerika, und bin dann einmal alles bereist und habe dann die Möglichkeit bekommen, in Kalifornien das Office mit zu eröffnen und zu entwickeln. Wir haben da einen großen Beratungsauftrag gewonnen, Deutsche Wanderten Office in Kalifornien. Ja, genau, okay, in Südkalifornien, also Orange County. Und bin dann 2018 rübergegangen als 5. Mitarbeiter damals und habe da so das Management Consulting Team mit aufgebaut. Und als ich dann eben Ende 2021 zurückkam, waren wir so knapp 75 Berater drüben. Was super spannend war, auch da eben die Firma mit aufzubauen, irgendwie trotzdem im Konzern quasi so ein bisschen den Startup-Spirit zu haben. Und das glaube ich auch, was uns beide antreibt, eben in der Hospitality eine gewisse Struktur, auch so diesen Consulting-Ansatz wirklich mit aufzunehmen. Und das ist, was uns Spaß macht, strukturiert irgendwie Meetings zu gehen und genau zu wissen, welche Agenda man hat. Was sich immer so einfach anhört, aber schlussendlich ist das irgendwie schon die halbe Miete.
- 20:47 Ronald M. Arndt
Kürzlich war ich in Barcelona, habe ein Podcast gemacht mit dem Juanjo Rodriguez, der Gründer von Hotels Network, also Gründer im Bereich Travel Tech, sehr erfolgreich. Und er hat sein Startup damals, oder war die ersten 3 Jahre seine Jugendfirma in San Francisco. Ach okay, war das so ganz begeistert. War meine Frage, hat es auf irgendwas, hat es auf dich gewirkt, dieser unternehmerische wie man es so hört und ja auch sieht und beobachtet, dieser Unternehmensspirit.
- 21:15 Otto K. Lindner
Ja, absolut.
- 21:17 Ronald M. Arndt
Hat es sich irgendwie auf die Deutsche Bahn auch übertragen oder auf euer Büro?
- 21:20 Otto K. Lindner
Also ich war für dreieinhalb Jahre dann drüben in Kalifornien und vor allem auch mit den Amerikanern, die haben eine ganz andere Machermentalität als wir Deutschen. Und das Coole war, dass unser Team wirklich 50/50 aufgeteilt war, also 50% dann auch Expats mit Deutschen, 50% Amerikaner. Und das war echt ein interessantes Zusammenspiel. Okay, es hat beides seine Vor- und Nachteile, ist auch mal nicht schlecht.
- 21:49 Ronald M. Arndt
Was sind so die Vorteile von Amerikanern, so ein, zwei?
- 21:51 Otto K. Lindner
Ich würde sagen, die, die Schnelligkeit, in denen auch Entscheidungen getroffen werden, und einfach schnell zu skalieren. Also Die Amerikaner haben dann ganz andere Visionen und verknüpfen sich auch anders.
- 22:07 Ronald M. Arndt
Also Vision auch in Form von Größe, oder?
- 22:10 Otto K. Lindner
Absolut.
- 22:10 Ronald M. Arndt
Dieses große Ziel. Okay.
- 22:11 Otto K. Lindner
Ja, und auch vor allem Netzwerken. Also Amerikaner, die ich da kennengelernt habe, auch über andere Firmen, sind eben perfekt da drin, können sich perfekt präsentieren, auch aus dem Stegreif eine Präsentation halten. Man nennt das ja immer so schön den Elevator Pitch. Da können wir Deutschen auf jeden Fall noch was von lernen.
- 22:34 Ronald M. Arndt
Okay, ich musste gerade an so einen, wie heißen die, Paternoster-Aufzüge denken. Weißt du die noch? Also alten, in Stuttgart im Rathaus ist.
- 22:43 Otto K. Lindner
Ja, genau, der eine Elevator Pitch ist dann ein bisschen länger als der andere.
- 22:47 Ronald M. Arndt
Genau, alles Gute.
- 22:48 Tobias S. Oberdieck
Aber Paternoster war kein Kreisfahrt, also kriegst auch noch zweite Chance vielleicht noch.
- 22:51 Ronald M. Arndt
Das ist recht, ist das dann die deutsche Stärke, dass man eine zweite— eigentlich nicht, oder? Zweite Chance ist ja in Deutschland gerade so beim Thema Gründen, das sagt mir auch oft nicht so angesagt, ja.
- 23:02 Tobias S. Oberdieck
Aber wiederum in Amerika gar nicht. Das ist immer so ein Vorurteil, glaube ich.
- 23:05 Ronald M. Arndt
Und wiederum in Amerika, ja.
- 23:06 Tobias S. Oberdieck
Ich meine, es gab ja auch mal eine schöne Diskussion selbst im Bundestag, und da wurde ja Christian Lindner darauf angesprochen, der dann vehement widersprochen hat. Aber ich glaube, die meisten würden diese— weiß ich nicht, ist ja einfach auch Failure Culture und so weiter, würden eigentlich die meisten deutschen Mitarbeiter unterschreiben. Ich habe auch einige Freunde, die im Silicon Valley gearbeitet haben, wieder zurückgekommen sind und jetzt hier gegründet haben, und das auch nicht unerfolgreich. Und die haben aber auch gesagt, zum Beispiel im Silicon Valley gab es ein Problem für die, die waren ausgebildete klassische Betriebswirte, und da war das Problem im Silicon Valley eher andersrum. Das, was hier in Deutschland so ist, dass man als die Kaufleute häufig noch das sagen muss, Unternehmen hatten, sagte er, wenn er auf Startup-Konferenzen war und er in Gespräche kommen wollte und die dann gefragt haben, was er denn macht, und er war dann eher der Betriebswirt, dann war er so, ach so, alles klar, ja, den brauchen wir ja auch. Und es war genau andersrum. Also wenn du nicht coden konntest, dann warst du eigentlich eher raus. Und gut, das gibt es jetzt hier noch nicht. Vielleicht ändert sich das jetzt auch auf Basis einfach der ganzen KI-Thematik. Wo wir natürlich sehen, dass das Coden vielleicht auch einfacher wird, weil es spielerischer wird. Und da haben wir bestimmt viel Nachholbedarf, weil selbst heute in der Schule— nichts gegen Latein und andere Fremdsprachen, gibt es mit Sicherheit— aber wäre eine Fremdsprache Coding deutlich wichtiger, jetzt momentan in die Zukunft zu denken, als dass wir es jetzt machen. Aber das ist ein Prozess, der in Deutschland bestimmt ein bisschen länger dauert in der Diskussion. Aber ich glaube, in jüngeren Generationen ist völlig selbstverständlich, eigentlich auch so zu denken und stolz darauf zu sein, Unternehmen zu gründen und vielleicht auch Fehler zu machen. Weil es gibt immer einen Spruch, den wir eigentlich hier immer gemeinsam haben, ist: Know-how ist die Summe der gemachten und vor allem überlebten Fehler. Das scherzen wir eigentlich immer gemeinsam, und so ist es ja auch wirklich. Und nur das macht eigentlich ein Unternehmen, und hinterher, so meinen wir eigentlich, Unternehmer auch stark.
- 25:03 Ronald M. Arndt
Ich muss das gerade— dann habe ich auch schon eine Menge Know-how, denn ich habe ja unweit von Düsseldorf, aber in Köln damals mein erstes Startup gegründet. Ich war zwar in Frankreich damals zum Studium, aber mein Geschäftspartner wohnte in Köln. Also es war dann so mit dem TGV da irgendwie die schnellste Verbindung, und da ging es um Maßhemden. Deswegen haben wir vorwiegend Shanghai gefragt, weil wir haben produziert in Shanghai, und da bin ich immer während den Semesterferien hin und her geflogen, habe dem Schneider da auf die Finger geschaut und mich wieder beklagt, dass er wieder ein Knopfloch vergessen hat. Und so, jetzt sind wir die Deutschen, ja, so ein, zwei Vorzüge der amerikanischen Gründerkultur sind wir durchgegangen. Seht ihr was jetzt in eurem Umfeld in Deutschland, wo wir sagen, hey, das ist eigentlich unsere Stärken, da müssen wir viel mehr drauf bauen oder ausbauen?
- 25:52 Tobias S. Oberdieck
Ja, absolut. Also das Thema dass wir eigentlich vermeintlich immer sehr solide arbeiten und alles hundertprozentig machen wollen, ist auf der einen Seite natürlich ein absoluter Pluspunkt und spricht für uns. Auf der anderen Seite ist natürlich immer das Schlagwort der jetzigen Zeit auch Agilität. Und ich glaube, wir werden in Deutschland eine Riesenchance daran haben, auf Basis dessen, dass wir in vielen Bereichen sehr genau arbeiten. Gucken wir uns weltweit mal unsere Branche an. Vielen der High-End-Hotellerie weltweit findest du immer wieder, gerade im Bereich Qualitätsmanagement oder Hausdame, wie man es auch früher sagte, findest du immer wieder deutsche Positionen. Das spricht ja absolut für unsere Mentalität und Kultur, dass wir genau darauf setzen. Wenn wir jetzt noch ein bisschen agiler einfach werden, den einen oder anderen Prozess mal vielleicht verschlanken und mal sagen, okay, mal ab und zu auf Lücke machen, so wie wir das im Studium auch alle getan haben, da kennt jeder seine Fehler, Fächer, wo man lieber mal auf Lücke gelernt hat. Es ging mal gut, mal weniger gut, aber insgesamt hat jeder dann sein Studium ordentlich beendet. So ist das eigentlich, glaube ich, auch unsere Stärke in Deutschland, die wir absolut ausspielen können, und dann kommen wir auch nach vorne wieder.
- 27:04 Otto K. Lindner
Ja, das ist echt interessant. Also das kann ich nur unterstreichen, was Tobias gesagt hat. Und wo wir Deutschen, finde ich, noch besser drin werden können, ist auch stolz darauf zu sein, was wir wirklich hier vor Ort auch haben. Welche Qualitäten wir auch vor Ort haben. Und das war spannend, auch nach Amerika rüberzugehen und zu sehen, wie hoch unser Stellenwert eigentlich ist. Auch jetzt deutsche Ingenieurskunst, was Tobias auch gesagt hat, wirklich präzise, genau, solide zu arbeiten. Man kann sich auf unser Wort verlassen, und das war für uns einer der wichtigsten Faktoren, auch Kunden zu zu akquirieren in Amerika. Also wir sind bei der kalifornischen Verkehrsbehörde zum Beispiel reingekommen, die absolut davon überzeugt waren, dass wir als Beratungsfirma— wir waren ja sehr, sehr klein im Vergleich zu anderen großen amerikanischen Beratungsunternehmen— genau die richtige Firma waren, um sie zu supporten. Und da sollten wir wirklich stolz drauf sein und das auch ins Ausland tragen. Also da müssen wir uns nicht verstecken.
- 28:14 Ronald M. Arndt
Kann das jetzt mal ganz weit gedacht auch für Hospitality X irgendwann mal so ein Joker sein, dass man sagt, hey, wir kommen aus Deutschland? Sprich, habt ihr Visionen, Ideen, auch mal den deutschsprachigen Raum zu verlassen?
- 28:27 Otto K. Lindner
Ja, absolut.
- 28:28 Ronald M. Arndt
Man muss ja große, haben wir gerade gelernt, große Ziele haben.
- 28:31 Otto K. Lindner
Ja, definitiv. Wir haben auch einige sehr, sehr gute Kontakte nach Kalifornien zum Beispiel. Ich würde sagen, wir werden jetzt größenwahnsinnig, wenn wir sagen, wir expandieren nach Kalifornien, aber wer weiß, ne, was irgendwie in ein paar Jahren dann ist. Fokus ist natürlich, dass wir jetzt hier den Zipper erfolgreich an den Markt bringen, und das sind jetzt die nächsten Schritte für uns, auch weitere Hospitality-Konzepte hier in Deutschland oder auch in Europa eben zu etablieren und mit der Erfahrung ganz klar auch weitere Märkte dann anzugehen.
- 29:06 Ronald M. Arndt
Aber es wird immer nur einen Zipper geben, ne? Das ist ja auch das Gebäude am Ende.
- 29:10 Otto K. Lindner
Genau, ja.
- 29:10 Ronald M. Arndt
Gibt's nicht Zipper Kalifornien irgendwann?
- 29:13 Otto K. Lindner
Nee, Zipper ist hier wirklich dann ein einmaliges Projekt und eben auch mit der Historie hier. Der Name Zipper kommt ja tatsächlich aus einem Wettbewerb von Architekturstudenten, die mit dem Namen Zipper eben dann um die Ecke kamen. Was eigentlich ganz schön ist, wenn man sich die Fassade ansieht, sieht es aus wie ein Reißverschluss. Und für uns auch dann konzeptionell interessant, weil wir sagen, wir verbinden eben verschiedene Themen wie zum Beispiel dann Hospitality mit Health, mit Sport, Coworking verbinden wir in diesem Konzept.
- 29:52 Ronald M. Arndt
Jetzt haben wir immer noch nicht verraten, was hier unterm Tisch los ist.
- 29:55 Otto K. Lindner
Wollen wir es verraten oder wollen wir es als Geheimnis hier bewahren?
- 29:59 Ronald M. Arndt
Bis zum Ende. Meistens vergesse ich es dann.
- 30:02 Tobias S. Oberdieck
Ist eigentlich jeder, der uns besucht, wird es dann rausfinden. Genau. Und der Kooperationspartner, der es dann vielleicht hier wird aus dem Bereich Fitness, kann dann ganz stolz eigentlich, dass sie dir mal präsentieren. Aber vielleicht kommentiert er das auch einfach unter dem Hotel-Podcast hinterher.
- 30:16 Ronald M. Arndt
Das sollte er doch bitte mal machen. Ganz genau. Also lassen wir ihn weiter unterm Tisch. Egal, ob mal eines eurer Konzepte ins Ausland getragen wird. Ich kann mir vorstellen, dass schon der ein oder andere Gast, der dann hier im The Zipper einzieht, aus dem Ausland kommt, richtig?
- 30:36 Tobias S. Oberdieck
Ja, mit Sicherheit, weil mal abgesehen davon, dass Düsseldorf eine internationale Stadt auch ist und in den letzten Jahren immer mehr geworden auch ist, ist dieses ganze Thema Health- und Wellness-Tourism, was Otto auch gerade beschrieben hat, was die Stadt Düsseldorf vorantreibt, einfach ganz toll.
- 30:54 Ronald M. Arndt
Also treibt die Stadt so voran?
- 30:55 Tobias S. Oberdieck
Ja, absolut. Es gibt eine eigenständige Vermarktungsgesellschaft der Stadt Düsseldorf, um das Thema Tourismus auch weiter zu stärken. Und da gibt es eine Division drin, die sich wirklich rein um dieses Thema Health Tourism kümmert. Und es gibt auch dieses Jahr, glaube ich, ein oder zwei größere Konferenzen hier in der Stadt bei einem der großen Kollegen hier auch. Und das Thema steht absolut im Fokus. Es gibt andere Städte wie Bonn, Heidelberg, München natürlich auch, die das für sich schon seit vielen Jahrzehnten auch betreiben. Aber Düsseldorf will da einfach, glaube ich, auch unter die Top 3, 4 Städte einfach in Deutschland kommen. Hat absolut Potenzial, weil die Mischung auch natürlich einerseits hier aus dem Thema Health hier im Haus, da unten nebenan, beziehungsweise dann auch Shoppingmöglichkeiten, weitere Möglichkeiten in Nordrhein-Westfalen auch zu Sehenswürdigkeiten zu reisen, ist extrem gut geboten. Und Dieses Haus hier im Speziellen liegt so fantastisch eigentlich genau dafür. Wir haben eine direkte eigene Autobahnauf- und Ausfahrt bekommen, wir haben eine eigene Straßenbahnhaltestelle vor der Haustür, sodass das Thema Mobility ganz hoch eigentlich hier im Fokus ist. Und das ist ja auch das, was die Menschen auch in Zukunft wollen. Gerade dieses Thema nachhaltiges Reisen finden wir auch extrem wichtig. Und wenn ich jetzt hier rausgucke und habe genau die Möglichkeiten, ist das perfekt sodass wir nicht mehr alle mit allen Autos mitten in die Innenstadt müssen. Ich kann hier stehen bleiben, ich kann aber auch direkt mit der Bahn kommen. Ich habe Anschlüsse an alle Verkehrsträger und das ist ja das Entscheidende eigentlich heute.
- 32:27 Ronald M. Arndt
Das sind viele lobende Worte auf die Stadt. Schön, weil die einen schränken die Kinderbetreuungszeiten ein und kriegen halt da eine Menge Bashing ab. Nachvollziehbar. Und hier macht sich eine Stadt wirklich Gedanken, wie man so einen Zukunftsmarkt eigentlich auch so ein bisschen als USP da auf- und ausbauen kann. Und dann ist aber auch so, dass ihr da als Fachmänner, sage ich mal, in dem Bereich immer wieder auch um eure Meinung gebeten werdet, oder?
- 32:53 Tobias S. Oberdieck
Ja, die Stadt arbeitet ja, wie gesagt, sehr eng mit allen Bereichen zusammen.
- 32:57 Ronald M. Arndt
Also auch die Unternehmer da mit reinholen?
- 32:59 Tobias S. Oberdieck
Die Unternehmer mit reinholen. Auf der einen Seite haben wir natürlich den Fokus auf unsere Branche, genauso gibt es aber viele verschiedene Stakeholder einfach in der Stadt. Wir zum Beispiel haben hier im SIPA auch eine enge Kooperation mit der Vodafone. Die Vodafone sitzt mit ihrem Campus Luftlinie 200-300 Meter von hier, stattet einerseits hier mit ihrer gesamten Technologie-Power das Haus aus.
- 33:22 Ronald M. Arndt
Das heißt, das WLAN-Netzwerk reicht rüber vom Vodafone-Hochhaus bis hierher?
- 33:25 Tobias S. Oberdieck
Ja, genau, die großen Antennen beschermen uns auf jeden Fall immer ordentlich. 5G-Empfang hier drin.
- 33:30 Otto K. Lindner
Du bist doch schon angemeldet hier.
- 33:32 Ronald M. Arndt
Genau, habe ich. Musste natürlich schmunzeln, als auch da wieder Vodafone draufstand.
- 33:37 Tobias S. Oberdieck
Ja, natürlich.
- 33:38 Ronald M. Arndt
Genau.
- 33:39 Tobias S. Oberdieck
Und auf der anderen Seite ist es so, dass Düsseldorf und die Vodafone sehr eng verknüpft dahingehend sind, dass auch die Vodafone stark im Bereich der digitalen Stadt Düsseldorf, das ist ein Verband eigentlich hier innerhalb der Stadt, und bündelt hier alle IT-Unternehmen. Und viele davon sind auch wieder im Healthcare-Bereich unterwegs.
- 33:58 Ronald M. Arndt
Mir gefällt das einfach. Diese, diese Kräfte bündeln, ne, wie ihr das ja—
- 34:02 Tobias S. Oberdieck
aber das sind die Rheinländer, der Kölner würde natürlich jetzt klügeln sagen, wobei das Schöne ist, du kannst vom SIPA hier, da wir auf der richtigen oder auch auf der falschen Rheinseite sind, wie aus Betrachtungsweise, dass jeder sehen kann, siehst du bei gutem Wetter, so wie heute, zeigen wir dir gleich, siehst du, was wir noch machen, wir schauen einfach mal rüber über den Rhein, ne, kann ja auch nicht schaden manchmal. Von der Dachterrasse aus siehst du tatsächlich die Domspitze in 30 km Entfernung.
- 34:26 Ronald M. Arndt
Weil ich habe es mir noch nicht zeigen lassen. Das finde ich immer besser, irgendwie so einen Hotel-Podcast aufzuzeichnen, noch in dieser spannenden Erwartung zu sein und irgendwo in der gleichen Position wie die Zuhörerinnen und Zuhörer. Aber klar, ich freue mich, wir haben bestes Wetter, und da nachher einfach mal hochzugehen aufs— auf welches Stockwerk? Wie viele haben wir hier?
- 34:42 Otto K. Lindner
19 insgesamt.
- 34:43 Ronald M. Arndt
19. In Nummer 13 waren die Coworking- und Fitnessflächen. Ganz genau. Und dann geht's hoch bis Stockwerk 19. Mega. Bin gespannt. Aber jetzt noch mal zum Verständnis: Ein Aufenthalt im The Zipper steht immer in Verbindung mit einer ärztlichen Betreuung oder einer präventiven Maßnahme, oder auch einfach nur so, wenn ich Tourist bin?
- 35:04 Otto K. Lindner
Und nee, das ist eine Zielgruppe, die für uns interessant ist.
- 35:06 Ronald M. Arndt
Nur eine Zielgruppe, aber nicht gekoppelt?
- 35:08 Otto K. Lindner
Okay, genau. Also sind wirklich zwei separate Gesellschaften hier, die dann in dem Zipper vereint werden. Wir sehen das eben als eine sehr starke interessante Kooperation auch für uns, diesen Medizintourismus hier nach Düsseldorf zu holen, mit der Facharztklinik auch zusammen. Aber wir sprechen auch die klassischen anderen Zielgruppen an, ob das jetzt ein Expat ist, der vorübergehend zum Beispiel hier bei uns unterkommt und dann nach einer Wohnung sucht, also klassisch wirklich Longstay. Wir haben auch 2 Etagen, die als Shortstay vermietet werden können, also ganz klassisch als Hotelnutzung. Ja, und ja, das ist quasi ein Add-on. Wir sagen immer, dass unser Hospitality-Konzept muss separat von der Facharztklinik funktionieren und vice versa. Also die Facharztklinik ist ja jetzt hier in der Immobilie auch schon seit knapp einem halben Jahr, und die muss auch autark natürlich funktionieren.
- 36:04 Ronald M. Arndt
Spannend. Aber ihr deckt natürlich da einen größeren Anteil an Longstay-Nachfrage durch die Klinik und durch die ärztliche Versorgung im Haus, weil die Leute kommen natürlich sowieso. Ja, ihr müsst euch um die gar nicht kümmern im Vertrieb, weil die wollen ja in erster Linie zum Arzt.
- 36:21 Otto K. Lindner
Genau, also für uns steht auch das Thema Convenience einfach im Fokus, und wir kennen ehrlich gesagt kein Konzept, das auch in Deutschland jetzt hier die Bereiche Hospitality und Healthcare konzeptionell in einer Immobilie so bündelt, wie das bei uns der Fall ist. Also unsere Gäste haben dann die Möglichkeit, auf die Health Services hier zurückgreifen zu können, müssen die Immobilie auch nicht verlassen. Und auch andersrum, also die Facharztklinik wird mit uns auch in die Vermarktung gehen, um dann ganz andere Zielgruppen ansprechen zu können, als sie das vorher gemacht haben.
- 36:58 Ronald M. Arndt
Und eigentlich auch eine Blaupause für andere Standorte, wo es auch wieder um die Bereiche Medizin und Hospitality gehen kann. Also da braucht es eigentlich in anderer Stadt auch wieder nur jemanden, der so eine Mixed-Fläche, ein Areal entwickelt und eben diesen Beherbergungspartner mit bespielen möchte.
- 37:15 Otto K. Lindner
Genau, ja. Also kleiner Blick in die Zukunft: Du hast ja über das Thema Development schon gesprochen. Wir sind jetzt gerade mit einigen Projektentwicklern auch im engen Austausch und planen eben diese Verknüpfung zwischen Hospitality und Health und denken da auch noch mal einen Schritt weiter.
- 37:33 Ronald M. Arndt
Das könnten ja auch andere Betreiber, sage ich mal, machen, weil Beherbergung ist eine, aber dann mit dem Schwerpunkt, mit der Expertise im Zusammenspiel Medizin ist das andere. Wenn du sagst, da gibt es in der Form noch gar nichts.
- 37:44 Otto K. Lindner
Ja, absolut. Es gibt natürlich einige Beispiele, die das auch schon gut machen, auch in der Verknüpfung. Aber wir sehen unser Konzept hier vor allem so in dem urbanen Raum, ein bisschen außerhalb der Stadt, sodass man die Themen eben Entschleunigung, ne, irgendwie auch so ein bisschen außerhalb von dem Trubel der Stadt dann ist, aber trotzdem perfekt angebunden dann in der Stadt platziert.
- 38:07 Ronald M. Arndt
Mhm. Wie warst du damals so in dem Unternehmerhaushalt der Familie Lindner? War das Geschäft immer dominierend, sage ich mal, am, am Esstisch, oder wurde es klar getrennt?
- 38:21 Otto K. Lindner
Also dominierend würde ich nicht sagen.
- 38:23 Ronald M. Arndt
Oder hat's einfach immer auch viel Spaß gemacht?
- 38:26 Otto K. Lindner
Und ja, wir waren natürlich alle eng mit dabei. Also wenn man im Familienunternehmen aufwächst, oder so wie ich aufgewachsen bin, ist man natürlich sehr nah an dem Unternehmen und tauscht sich auch super gerne dann mit seinen Eltern aus.
- 38:41 Ronald M. Arndt
Was glaubst du, ab in welchem Jahr ging es so los, wo du gedacht hast, ah, irgendwie meine Eltern sind halt nicht Finanzbeamte, sondern da gibt's ein größeres Familienunternehmen im Hintergrund?
- 38:53 Otto K. Lindner
Boah, das kann ich jetzt auf gar kein Jahr irgendwie zurückführen.
- 38:55 Ronald M. Arndt
Mein Kleiner mit 4, der will jetzt mal mit zum Hotel-Podcast. War auch schon oft mit.
- 39:00 Otto K. Lindner
Dann nehmen wir mal das Alter 4.
- 39:03 Ronald M. Arndt
Okay.
- 39:05 Otto K. Lindner
Nee, und genau, also auch meine Geschwister und ich haben uns oder tauschen uns noch immer mit meinem Vater sehr, sehr eng aus. Und das ist auch, was Spaß macht. Also wirklich dieses Unternehmertum zu leben und das, was uns beide, glaube ich, auch bewegt hat, hier in die Selbstständigkeit zu starten. Wirklich von Grund auf so ein Unternehmen aufzubauen, mit seinen Herausforderungen natürlich. Das Thema Administration, Bürokratie in Deutschland, das, da können wir glaube ich ein Lied von singen. Aber ja, man macht eben alles so, wie man sich vorstellt, ob das jetzt hier die Einrichtung unseres ersten Offices ist.
- 39:42 Ronald M. Arndt
Jetzt haben wir gerade die Stadt Düsseldorf gelobt und jetzt geht's da wieder weiter.
- 39:46 Otto K. Lindner
Naja, es war jetzt keine direkte Anspielung an die Stadt Düsseldorf. Aber ich glaube, da kann man noch ein bisschen was optimieren.
- 39:54 Ronald M. Arndt
Ja, kann man noch die Dinge ein bisschen amerikanischer nehmen, agiler aussehen.
- 39:59 Tobias S. Oberdieck
Wobei, weiß ich gar nicht, wie die Administration eigentlich ist. Ist glaube ich auch nicht immer das große Vorbild, die Amerikaner, im Bereich Administration. Ich war doch einige Male in den USA, wo gerade mal wieder dann Shutdown war. Das ärgert dann nicht nur die Einheimischen, das ärgert die Touristen, weil vieles zu ist. Ich glaube, da machen wir schon vieles richtig, aber zweifelsohne sind Prozesse bestimmt in der administrativen Ebene immer anders, als ein Unternehmer vielleicht denkt oder sich das manchmal auch wünscht. Das gilt es dann übereinanderzubringen. Das ist aber unabhängig davon natürlich, wie Städte sich vielleicht strategisch auch ausrichten, und deswegen gibt es ja auch teilweise städtische Gesellschaften, die dann doch unternehmerischer und agiler einfach auch sich bewegen, wie wir gerade von Düsseldorf wir uns ja auf Marketing und Tourismus halt auch gesprochen haben.
- 40:44 Ronald M. Arndt
Habt ihr beide denn so komplementäre Stärken, wo ihr sagt, das kann der eine oder andere nicht, oder der eine besser, der andere weniger gut?
- 40:50 Tobias S. Oberdieck
Ja, darum geht es ja immer als Unternehmer eigentlich, sich immer irgendwie zu ergänzen bei dem Ganzen. Und das ist ja das, was auch so extrem Spaß macht.
- 41:00 Ronald M. Arndt
Was ist jetzt so dein Steckenpferd, wo du sagst, gut, dass wir das haben, dass du das abdeckst? Otto kann das gar nicht so.
- 41:07 Tobias S. Oberdieck
Auf der einen Seite in der Unternehmerfamilie reingeboren und das Ganze in der Hotellerie sozusagen mit begleitet. Und mein Glück war einfach, dass ich 13 Jahre lang für Otto gearbeitet habe und da alles inhalieren konnte eigentlich, was so die Denkweise von ihm war im kaufmännischen Bereich.
- 41:22 Ronald M. Arndt
Hast du unter Umständen mehr Zeit mit dem Papa verbracht als Otto?
- 41:26 Tobias S. Oberdieck
Ja, natürlich. In Summe, ja. Genau, in Gedanken bestimmt nicht, aber natürlich vor Ort, gerade während Corona, das hatte ich gerade gesagt. Da ist aber halt so, dass so auch die Dankbarkeit da eigentlich ist, wie viel ich eigentlich dann kaufmännisch von Otto lernen konnte. Ich scherze ja auch immer, ich bin spießiger Volkswirt und habe eine ganz andere Ausbildung, bin damit in die Hotellerie eigentlich gekommen, was irgendwie was ganz anderes ist.
- 41:50 Ronald M. Arndt
Hast du noch mal Glück gehabt, ne?
- 41:51 Tobias S. Oberdieck
Ja, genau richtig, irgendwo abgebogen damals. Genau, und ja, und mit Otto ergänzen wir uns, ergänze ich mich halt dann perfekt, der das Ganze Thema Networking, was ich absolut beeindruckend finde bei Otto und mir abgucke, was er aus Amerika mitgebracht hat eigentlich. Und vor allen Dingen, ich muss seit einem Jahr ständig immer alles vernünftig strukturieren, wenn ich was vorbereite. Wir haben hier, das sieht man jetzt gar nicht in der Kamera.
- 42:14 Ronald M. Arndt
Das hat er auch mit eingebracht, diese Struktur.
- 42:16 Tobias S. Oberdieck
Ja, okay, okay. Der Consulting-Ansatz, der unsere Meetings ganz anders vorbereitet. Das ist natürlich viel besser. Ich hoffe, Otto sieht das so ähnlich.
- 42:26 Otto K. Lindner
Ja, ich glaube, was wirklich Spaß macht und so wie wir auch an Dinge herangehen, ist eben zu schauen, welche Partner können wir eigentlich mit reinholen. Also wir haben nicht den Anspruch zu sagen, wir machen alles selber am besten, sondern wir denken echt in Partnerschaften. Und wie Tobi eben gesagt hat, als wir in dieses Projekt hier reinkamen, haben wir uns angesehen, welche Stakeholder gibt es eigentlich hier im direkten Umfeld, ob das eine Vodafone ist, die mit Deloitte auch zum Beispiel sehr eng zusammenarbeitet, jetzt hier die Schönklinik direkt neben uns, die Stadt Düsseldorf. Wir haben alle quasi echt hier an unseren Konferenztisch geholt, haben Workshops gemacht.
- 43:08 Ronald M. Arndt
Also die Puzzleteile waren schon da, wie so oft im Leben.
- 43:10 Otto K. Lindner
Ja, absolut. Und dann diese Puzzleteile muss man eben zusammenführen, aber auch mit einer ganz klaren Zielvorgabe. Also man muss die Agenda schon selber aufsetzen, definieren, weil ich glaube, das fällt den meisten schwer, eben zu sehen, welches Potenzial ergibt es eigentlich aus diesen Partnerschaften, welche Potenziale kann man auch zusammen heben. Und egal wie verrückt die Idee ist, die wir beide irgendwie dann haben, ich glaube, wir geben jeder Idee irgendwie eine Chance und versuchen, die dann auch zu umzusetzen, wenn es dann Sinn macht.
- 43:46 Ronald M. Arndt
Sagt mal noch ein bisschen was zum zeitlichen Horizont. Also wann könnte ich hier mal die erste Nacht verbringen im The Zipper?
- 43:52 Otto K. Lindner
Also ja, wir sind jetzt gerade hier im vollen Gange im Innenausbau und von Schreiner beauftragt, alle Gewerke jetzt definiert.
- 44:04 Ronald M. Arndt
Und das läuft auch dann alles über eure Unternehmung?
- 44:07 Otto K. Lindner
Genau, richtig.
- 44:08 Ronald M. Arndt
Ja, und der Inhaber der Immobilie groß die Finger drin, oder?
- 44:12 Otto K. Lindner
Ja, wir haben eine sehr enge Partnerschaft mit dem Eigentümer hier zusammen, entwickeln die Themen auch gemeinsam. Aber ja, der Innenausbau geht über unsere Gesellschaft und wir planen, im Spätsommer zu eröffnen. Okay, Einladung folgt natürlich, Ronald.
- 44:27 Ronald M. Arndt
Das freut mich. Der Juanjo, das war so ein toller Podcast auch in Barcelona.
- 44:36 Otto K. Lindner
Ich hoffe, das sagst du dann auch über uns irgendwann mal.
- 44:38 Ronald M. Arndt
Das sage ich dann bei einem der späteren Hotel-Podcast wieder über euch beide. Ganz genau. Ich fühle mich hier sehr wohl und ich freue mich über das, was ihr schon geschaffen habt, über die Plattform, über das, ja, dass es bald losgeht, und über diese aufgeräumte Struktur, weil ja, steht alles, kann weitergehen, ja. Und es gibt ja noch andere Nischen und Bereiche, auf die ihr nachher dann Hospitality X eben übertragen könnt. Juanjo meinte, wie gesagt, auch 3 Jahre im Silicon Valley, dass Europa eigentlich der perfekte Standort sei, um in dem Hospitality-Umfeld was zu gründen, weil halt hier die Aktivität, die Reiseaktivität, Reisefreudigkeit und so viel, viel größer sei noch mal als in USA, ne. Und auch, hast du auch vorher schon gesagt, oder du, das Thema Gastlichkeit hat so seinen Ursprung irgendwo im deutschsprachigen Raum. Und von daher freut mich, dass ihr jetzt eben auch hier mal was macht, ja. Gibt's denn so viele andere, sage ich mal, spannende Unternehmer, junge Unternehmen, Start-ups, sage ich mal, die sich gerade auf den Weg machen, vielleicht auch gerade nach Corona. Und da braucht ja immer so ein bisschen das richtige Umfeld.
- 45:46 Otto K. Lindner
Ja, also die Inspiration auch von Machern und Unternehmern. Und ich glaube, das hat Tobi auch angesprochen, in unserem Umfeld, auch Bekannten- und Freundeskreis, sind auch einige mit dabei, die selber gegründet haben.
- 46:01 Ronald M. Arndt
Auch in dem Bereich oder Hospitality?
- 46:03 Otto K. Lindner
Nicht direkt Hospitality, aber anderen Bereichen. Und das möchten wir hier im SIPA auch als Plattform eigentlich schaffen, dass wir sagen, wir holen spannende Charaktere und vor allem auch spannende Unternehmer und Gründer hier zusammen und man tauscht sich einfach über verschiedene Dinge aus. Also dass wir hier eine Plattform schaffen als SIPA, wo man eben in diesen Austausch Austausch auch reingehen kann mit verschiedenen wieder Zielvorgaben, ob das dann irgendwie mal ein Kochabend zusammen ist und man sich da austauscht oder mal ganz andere Formate.
- 46:38 Ronald M. Arndt
Und da sind wir wieder beim Thema Netzwerken, was ja dann so dein Fachgebiet ist.
- 46:43 Otto K. Lindner
Ja, absolut. Also das hört sich immer einfacher an, als es dann tatsächlich ist. Ich glaube, das Netzwerk in dem Netzwerk zu denken und vor allem in Partnerschaften zu denken, ist absolut jetzt—
- 46:56 Ronald M. Arndt
und auch wieder in dieser deutschen Vorstellung einer Partnerschaft, wenn man es immer eingeht, Handschlag und so weiter, dass es dann eben auch hält. Das ist vielleicht in Amerika eher anders.
- 47:08 Tobias S. Oberdieck
Ja, vor allen Dingen genauso ist es ja auch bei dem Projekt hier. Wir haben hier einen Eigentümer von der Immobilie bzw. Vermieter, mit dem du genau das machen kann. Der wollte eben nicht hingehen und sagen, er möchte als Erstes vielleicht eine schon gewachsene, sehr große Kette oder so, sondern der hat hinterher ohne Ende Kandidaten gegeben und hat damit gesprochen und sagte, ich will jemanden haben, mit dem ich auf Augenhöhe gemeinsam in dieses Thema reinwachsen kann, und ich gebe euch hier als Jungunternehmer eine Chance. Und wir sind unfassbar dankbar dafür, dass man es machen kann, und genau diese Handschlagqualität ist es eigentlich, und dies halt ausmacht und dies auch braucht. Und das war ja das, was ich auch in den letzten Jahren immer wieder gesehen habe, auch bei allen Corona-Verhandlungen, um das jetzt nicht zu weit immer zu führen, aber war es genau das Thema, dass wir alle konnten nur gemeinsam überleben, sowohl auf Eigentümer- als auch auf Mieter- oder Pächterseite, wenn man hier an einem Strang gezogen hat. Das hat aber am Anfang und ab und zu extrem geruckelt, und dann hat sich das aber gemeinsam eingespielt. Und da ist wieder das Thema Know-how. Wir haben die Summe gemacht und überlebt. Fehler. Das macht das genau aus. Das ist ja auch Unternehmertum, dass man sagt, wie kommt man da rein? Und diese Handwerksqualität muss man sich bewahren. Und das ist das, was schon eigentlich auch, glaube ich, wieder eine Frage von dir gewesen vorhin, auch viele Deutsche ausmacht. Dass wir sagen, komm, jetzt haben wir so vereinbart, jetzt wird es auch so gemacht. Und das ist das, worauf wir auch setzen wollen und was uns einfach extrem stört, wenn das jemand nicht tut. Und ja, das haben wir uns auf die Fahne geschrieben und hoffen, dass wir uns daran messen lassen können. Und ansonsten muss uns das gesagt werden, wenn wir das mal irgendwann nicht mehr tun sollen.
- 48:41 Ronald M. Arndt
Super. Ja, in dem Sinne vielen, vielen Dank für mal den Auftakt hier im Hotel-Podcast. Ich denke, da gibt es eine zweite Episode irgendwann und ich wünsche euch alles erdenklich Gute und dass ihr auch einfach dann irgendwann eine neue Unternehmergeneration damit geprägt habt, wie es eben schon ein paar Ottos davor gemacht haben und ihr da einfach auch wieder Vorbilder seid. Jetzt gehen wir aufs Dach, auf jeden Fall. Mach noch Halt in Etage 13, Sonnenbrille mitnehmen, Sonnenbrille mitnehmen, ganz genau. Freue ich mich drauf.
- 49:18 Otto K. Lindner
Schauen wir mal, ob wir den Kölner Dom heute sehen, ne? Aber ich glaube, wir haben gute Chancen bei dem blauen Himmel.
- 49:24 Ronald M. Arndt
Das machen wir, freue mich. Danke, bis bald, ciao!