Eine große Familie mit Herz
Aufgenommen: Hotel München Palace, München
Germany40 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Ich glaube, das macht unsere Marke aus, dass du nicht in dieses Korsett von der Marke gezwängt wirst, sondern dass du wirklich deine Individualität leben kannst als Hotel.“
Raimund Notz, 15:41
Raimund Notz, Director Hotel Revenue Optimization bei Preferred Hotels & Resorts, erklärt im Hotel München Palace, wie eine Softbrand arbeitet: Mitgliedshotels behalten ihre Individualität, Preferred liefert Sales, Marketing, Revenue Management und Distribution. Er spricht über Vertragslaufzeiten von vier bis fünf Jahren, Membership- und Transaction-Fees, die Collections von Connect bis Legend und das Loyalty-Programm I Prefer. Dazu sein Werdegang von Astron über Hilton, Sofitel und Le Méridien und seine Arbeit im HSMAI DACH Advisory Board.
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Kernaussagen
- Partner im Hintergrund: Preferred tritt weniger vordergründig auf als eine Hardbrand. Die Hotels bauen ihre eigene Marke weiter auf, Preferred liefert Sales, Marketing und Revenue Management dazu.
- Vier bis fünf Jahre: Die Verträge laufen vier bis fünf Jahre und sind damit softer als bei den Hardbrands. Dazu kommen eine jährliche Membership- und Marketing-Fee und Transaction Fees pro Buchung.
- Beratung, keine Stellschrauben: Notz dreht keine Preise im Haus, das bleibt beim Revenue Manager on Property. Er prüft Systemanbindung, Distribution und Optimierungsmöglichkeiten aus globaler Perspektive.
- Marktmix nach der Pandemie: Ein Mitgliedshotel war stark auf den amerikanischen Gast ausgelastet und brach in der Pandemie weg. Jetzt soll die Nachfrage europäischer aufgegliedert werden.
- Zugang über die Gruppe: Als Einzelhotel kommt man bei Kreditkarteninstituten kaum rein oder muss viel Geld investieren. Über die Mitgliedschaft entsteht Zugang zu mehreren Millionen Kreditkartennutzern.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Raimund Notz und ich treffen uns nicht irgendwo, sondern in einem Haus der Preferred Hotels & Resorts.
Aber damit nicht genug, auch die uns zur Verfügung gestellte Suite hat bewegte Zeiten hinter sich.
Das Hotel München Palace befindet sich mit vielen weiteren namhaften Hotels in bester Gesellschaft. Darunter das BEYOND by Geisel, Storchen Zürich, Parkhotel Quellenhof Aachen, welche ebenfalls auf Hotel-Podcast.com zu Gast waren. Aber auch das Interalpen-Hotel Tyrol, Pulitzer Amsterdam, Hotel Maximilian's und The Alpina Gstaad.
Gelernt hat er bei Dieter Müller, dem späteren Gründer der Motel One Group, höchstpersönlich. Später folgten Stationen bei Hilton, aber auch dem Sofitel Munich Bayerpost als Reservierungsleiter.
Die Wirtschaftskrise nutzt er für ein Fernstudium und qualifiziert sich damit für die nächsten Aufgaben, unter anderem im Le Méridien Munich mit General Manager Dagmar Zechmann.
Ob das heute bekannte Preferred Travel Magazine bereits bei Gründung vor über 50 Jahren auslag? Und was genau macht den Reiz aus, mit seinem Hotel Teil dieser großen Familie zu werden?
Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf unsere Tour von Haus zu Haus. Raimund Notz wünsche ich für die mindestens nächsten sieben Jahre alles Gute und viel Spaß im Kreise der HSMAI.
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Transkript öffnenTranskript schließen40 Min · Ronald M. Arndt und Raimund Notz
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:06 Ronald M. Arndt
Raimund Notz, herzlich willkommen im Hotel-Podcast.
- 00:10 Raimund Notz
Herzlichen Dank für die Einladung.
- 00:11 Ronald M. Arndt
Freut mich sehr, dass wir hier und heute zusammenkommen. Die Suite hier im Hotel Palace oder Palace München Palace hat ja eine bewegte Geschichte, im wahrsten Sinne des Wortes wahrscheinlich, denn Bum Bum Boris hat hier hat er sich aber dann aufgehalten und tut es vielleicht noch, wenn er gerade mal wieder, gerade mal wieder in München ist. Ganz genau. Ja, also hier auf 2 Stockwerken die Suite von Boris Becker.
- 00:41 Raimund Notz
Absolut. Ja, also herzlichen Dank nochmal für die Preferred Suite von Boris Becker.
- 00:47 Ronald M. Arndt
Und da sind wir schon beim Thema, denn du bist ja hier und unterwegs im Namen von Preferred Hotels und Resorts.
- 00:57 Raimund Notz
Das ist korrekt.
- 00:58 Ronald M. Arndt
Für mich ganz spannend und für den Hotel-Podcast, weil da haben wir mal ein ganz neues Segment. Ich meine, wir schauen uns ja immer die schönsten Hotels an, wie jetzt heute das München Palace auch wieder, natürlich indirekt. Aber mit so einer Brand wie Preferred hatten wir es bislang noch nicht zu tun. Und umso mehr freue ich mich da, dass wir heute mit dir ein paar Einblicke gewinnen können.
- 01:16 Raimund Notz
Ja, auch für mich das erste Mal heute einen Podcast aufnehmen zu dürfen. Vielen Dank dafür, für die Gelegenheit. Und vielen Dank natürlich auch an unserem Mitgliedshotel, das Hotel München Palace. Wie gesagt, schön, dass wir hier sein dürfen. Freut mich ganz besonders.
- 01:31 Ronald M. Arndt
Und du hast noch eine vierbeinige Begleitung mitgebracht. Vielleicht springt sie nachher noch hier aufs Boris-Becker-Sofa. Müssen wir mal gucken, was da noch so passiert.
- 01:41 Raimund Notz
Heute unseren Familienhund, heute mal Bürohund dabei.
- 01:44 Ronald M. Arndt
Heute mal Bürohund, genau.
- 01:46 Raimund Notz
Ist ja mehr geworden über Corona-Zeiten, das Thema hat sich ausgeweitet.
- 01:50 Ronald M. Arndt
Das ist wahr, ganz genau. Du warst ja, jetzt bist du auch schon fast 4 Jahre, glaube ich, bei Preferred.
- 01:56 Raimund Notz
Oh, länger sogar.
- 01:57 Ronald M. Arndt
Länger sogar?
- 01:58 Raimund Notz
Ja, ja, es werden schon fast 7 Jahre jetzt. Im Mai sind es, also ist schon eine ganze Weile.
- 02:04 Ronald M. Arndt
Das ist eine Weile, okay. Scheint dir gut zu gefallen.
- 02:06 Raimund Notz
Das ist eine ganze Weile, auch so in der Hotelbranche, sage ich mal. Aber im Prinzip keine Besonderheit bei uns bei Preferred Hotels Resorts. Wir haben ganz viele Mitarbeiter, die ganz viele Jahre dabei sind und das auch in zweistelligen Bereich. Das ist ja echt wunderbar zu sehen.
- 02:26 Ronald M. Arndt
Okay, davor warst du—
- 02:29 Raimund Notz
und was meinst du, ist wirklich auch eine Ausnahme in der Hotellerie heutzutage, weil gerade in der Kettenhotellerie wird ja sehr, sehr, oder es wird häufiger gewechselt, ne. Also da sind gern auch gerade so Line-Staff-Geschichten, Reservierung, bis zum Wechsel um 2 Jahre dabei.
- 02:44 Ronald M. Arndt
Okay.
- 02:45 Raimund Notz
Und ja, bis jetzt auch wirklich mein längster Arbeitgeber. Okay, aber ist eigentlich eine super Überleitung auch mit den Hardbrands eigentlich zu meinem Werdegang, wo ich herkomme, wie ich groß geworden bin. Bin also in der Logis aufgewachsen, so könnte man sagen. Habe ursprünglich mal bei Astron Hotels gelernt, die gibt es gar nicht mehr, sind ja dann 2002 in die NH Hotels übergegangen. Aber interessant zu sehen, was aus Dieter Müllers Motel Ones geworden ist. Ganz genau. Ich liebe diese Zeit, unglaublich. Wir schweifen ab, kleiner, kleiner Sidestep. Und war dann einige Jahre bei Hilton tätig, Hilton München, Reservierung, Convention Sales, um dann zu Accor zu wechseln ins Sofitel Bayerpost in München als Reservierungsleiter. Und hatte dann auch gesagt, ja okay, 5-Sterne, guckst dir mal noch was anderes an. Bin mal so in den 3-, 4-Sterne-Bereich gegangen, Golden Tulip, Das war dann die Zeit, die Krisenzeit 2009/2010, auch ganz spannend, was man, was es alles gibt und was man erleben kann. Manches reicht definitiv einmal im Leben, weil einfach mit Insolvenzen und so, das extrem schwierige, harte Zeiten sind.
- 04:00 Ronald M. Arndt
Will man unbedingt was mit zu tun haben, ja?
- 04:02 Raimund Notz
Muss nicht sein.
- 04:02 Ronald M. Arndt
Muss nicht sein.
- 04:03 Raimund Notz
Also es gibt freudigere Zeiten.
- 04:04 Ronald M. Arndt
Dann noch so ein bisschen auch für Zahlen verantwortlich zu sein, hat ein Geschmäckle.
- 04:08 Raimund Notz
Ja, absolut. Ja, das war so die Zeit, wo ich dann aber auch begonnen habe, im Fernstudium bei der Hamburger Fernhochschule. Es hat sich ein bisschen hingezogen, einfach mal pausiert, als Kinder geboren wurden, und war dann bei GCH Grand City Hotels, so ein bisschen ähnlich gelagert wie, wie es Preferred ist. Von dem her kannte ich dann für Preferred auch so ein bisschen so die, die Softbrand-Geschichte schon mal und hatte nach Grand City Hotels, dann eine wunderbare Zeit im Le Méridien in München zusammen mit Dagmar Zechmann damals als GM, aber sehr erfolgreich, war eine tolle Zeit. Und ja, dann kam, kam so der, der Umschwung, wenn GM, RM gehen, das sind dann doch größere Veränderungen. Und dann tat sich die, die Möglichkeit mit Preferred Hotels und Resorts auf. Und wie gesagt, ist ein Softbrand, Affiliation für Sales, Marketing, Revenue Management. Da kam man natürlich, meine Zeit bei Grand City, ja, war so ein bisschen so, so der, der Einstieg, dass man schon mal eine Idee hatte, wie funktioniert denn eine Softbrand gegenüber einer Hardbrand.
- 05:26 Ronald M. Arndt
Ja, und wie war dein Blick damals noch als, als Hotelier, also auf Hotelseite, auf solche Softbrands? Hat man mit denen immer Wie ist es eigentlich? Hat man da eine, hat man da zwei? Muss man sich für einen entscheiden? Jetzt mal unabhängig vom Brand her, den man generell, wenn du zusammenarbeitest mit so einer Softbrand?
- 05:47 Raimund Notz
Es ist natürlich, es ist natürlich, es ist nicht immer ganz einfach. Im Prinzip ist es ein Partner, im Prinzip ähnlich wie man es bei den Hardbrands kennt, das, was den meisten Hoteliers auch geläufig ist. Man arbeitet irgendwie mit Accor, mit Marriott, wie auch immer. Und hat dann ein Brand, wo ich dann einer, einer quasi einer Collection zugehörig bin. Bei Preferred Hotels ist es im Prinzip ähnlich. Es gibt ganz, ganz wenige Ausnahmen, die ein Dual Branding haben. Haben wir z.B. den Bayerischen Hof hier in München bei uns. Der ist also mit unserem Mitbewerber Leading, aber auch mit Preferred Hotels and Resorts. Und das ist schon eine Besonderheit.
- 06:26 Ronald M. Arndt
Das wären aber zwei Soft Brands, ne?
- 06:29 Raimund Notz
Sind zwei Softbrands, das ist vollkommen richtig. In dem Fall gibt es aber auch andere Beispiele, aber wie gesagt, die sind wenig weltweit, weil das geht zurück auf die Distribution mit dem Partner, mit dem man da arbeitet, bis zu GDS-mäßig dann auch zusammen. Und das GDS lässt nur ein Subscription, wie es so schön neudeutsch heißt, zu. Das heißt, da braucht es immer auch eine physische Adresse, Telefonnummer und so weiter dafür. Das ist dann extrem schwierig, das zweimal abzubilden. Eigentlich fast unmöglich, weil sie es auch entsprechend prüfen. Und daher ist es eine Besonderheit. Das heißt, ein Partner in so einem Beispiel hat den GDS-Code und wir mit dem Bayerischen Hof arbeiten da stark im Maisbereich dann zusammen.
- 07:18 Ronald M. Arndt
Okay, verstehe. Aber als Preferred damals jemand Neues auf deine Position gesucht hat, da ging es nicht um jemanden in München zu finden, sondern das war ortsunabhängig.
- 07:26 Raimund Notz
Das war ortsunabhängig, hätte also auch Berlin sein können zum Beispiel. Beispiel, ist im Prinzip, ja, es gab das Büro in München.
- 07:35 Ronald M. Arndt
Okay, es gab ein Büro in München.
- 07:36 Raimund Notz
Genau, es gab ein Büro in München. Wir sind 4 Kollegen hier. Okay. Auch in heutiger Zeit eigentlich fast unvorstellbar. Wir sind das einzige männliche Büro, also männlich besetzte Büro innerhalb der Firma. Und wir haben aber auch gerade in den Führungsebenen, Senior Leadership Team, sehr viele Frauen, die die Position begleiten. Also es ist kein, ist wirklich Zufall. Das wurde nicht so gesucht.
- 08:00 Ronald M. Arndt
Okay. Was auch ganz klar dazu sagen, das ist, was für eine Reichweite hat denn das Münchner Büro? Ist das für ganz Deutschland zuständig, oder?
- 08:08 Raimund Notz
Das teilt sich auf, das teilt sich auf. Der Christopher Cox, unser Regionaldirektor, ist also für, für die Entwicklung des Portfolios in Zentralosteuropa zuständig und den Niederlanden. Die Verkaufskollegen, der Stefan Schöbel und Stefan Brauer, sind im globalen Sales tätig. Das heißt, sie betreuen die Kunden weltweit, sprich Agenturen Meistbereich, je nachdem welche Branche begleitet.
- 08:35 Ronald M. Arndt
Deutsche Namen, ne?
- 08:36 Raimund Notz
Sind deutsche Namen, sind deutsche Kollegen, aber wir haben natürlich gerade salesmäßig ganz, ganz viele Kollegen weltweit, aber die betreuen die Kunden weltweit und auch die Hotels weltweit. Also Kunden im Salesbereich sind ja wirklich die Key Accounts, die Global Accounts, aber natürlich auch die Mitgliedshotels, Preferred Hotels und Resorts.
- 08:59 Ronald M. Arndt
Und du bist jetzt für welchen Bereich explizit verantwortlich bei PreShirt?
- 09:04 Raimund Notz
Mein Bereich oder mein Aufgabenbereich liegt darin, zum einen Bestandskundenpflege, aber im Prinzip auch ein Teilbereich, der für jeden Mitarbeiter zutrifft. Und dann kümmere ich mich ums Revenue Management, Distribution eigentlich mehr heutzutage, darum vom Titel her auch Director Hotel Revenue Optimization. Das fällt je nach Mitgliedshotel auch sehr unterschiedlich aus, weil die Systemanbindung, die Struktur auch sehr unterschiedlich sein kann von den Mitgliedshotels.
- 09:37 Ronald M. Arndt
Also die technischen Voraussetzungen auch auf Seiten der Hotels. Genau.
- 09:41 Raimund Notz
Und da geht es natürlich sehr viel um die globale Perspektive. Das Hotel hat ja einen sehr intensiven Einblick in das lokale Geschehen, genauso auch im Salesbereich. Darum sind auch die Saleskollegen auf einer globalen Ebene angesiedelt, sodass man da auch mit einem anderen Input noch mal unterstützen kann. Okay, das ist ja, was bei einer Partnerschaft ausmacht, Kommunikation und sich gegenseitig unterstützen und schauen, inwieweit, wo man in die Tiefe gehen kann, was, was die Bedürfnisse und Erwartungen des Mitgliedshotels sind.
- 10:12 Ronald M. Arndt
Mhm, und Distribution heißt einfach, ihr sorgt dafür, dass am Ende des Tages Gäste, ich meine in erster Linie wahrscheinlich auch aus dem Ausland, den Weg zum Partnerhotel finden?
- 10:24 Raimund Notz
Ja, auch natürlich. Also über eure eigenen Kanäle oder auch über die eigenen Kanäle des Hotels?
- 10:29 Ronald M. Arndt
Wie weit?
- 10:29 Raimund Notz
Sehr unterschiedlich, was die elektronische Distribution anbelangt. Wie gesagt, alles, was im GDS-Bereich ist und ich sage mal dann auch die Agenturen anbelangt, ist das natürlich jetzt nicht unmittelbar in unserer Hand. Es geht dann natürlich um das Loyalty-Programm, um die Gäste zu erreichen. Es geht um Marketingaktivitäten, die stattfinden. Auf, das geht wieder zweigleisig, einmal auf dem Brand, auf Preferred Hotels, und einmal auf Hotelebene gibt es Möglichkeiten.
- 11:04 Ronald M. Arndt
Aber auf Hotelebene habt ihr also dann auch Zugriff, das halt auch ein bisschen wie ein Coach am Ende dann unterwegs, oder auch, also grundsätzlich die Rolle ist mehr eigentlich ein Consultant, also im Revenue Management für mich ist der richtige Begriff und nicht Coach.
- 11:17 Raimund Notz
Also keine, keine Stellschrauben in erster Linie, wie es der Revenue Manager wirklich on Property macht. Sondern es geht wirklich darum zu schauen, wie ist die Anbindung, ist das alles optimal aufgesetzt, welche Neuerungen gibt es, was kann ich verändern, wie kann ich optimieren, was braucht es dafür, welche Neuausrichtung ist notwendig oder möchte das Hotel vollziehen und was ist dafür notwendig, um das zu erreichen. Ich gebe dir mal ein Beispiel. Ein Hotel war zum Beispiel sehr amerikanisch ausgelastet auf den amerikanischen Markt, auf den amerikanischen Gast. Durch die Pandemie hat man dann ja doch gemerkt, so in Europa unter Umständen sehr schwierig, weil da bricht gleich mal richtig viel weg. Also ich kann es nicht mehr verteilen, ich kann es nicht steuern. Und so entsteht dann der Wunsch von einem Hotel zu sagen, Post-Pandemic, wie es so schön heißt, möchten wir doch eher Ja, der amerikanische Markt bleibt wichtig, aber wir möchten es auch ein bisschen europäischer aufgliedern, damit, wenn wieder irgendeine Situation entsteht, wir ein Stück weit unabhängiger werden oder nicht in diese Krise so reinrutschen, weil sie es ja auch zeitlich verschoben hat dann, ne, und Märkte, europäische Märkte dann teilweise reisen durften und dergleichen. Das, das sind so Themen, mit denen wir uns dann beschäftigen und auseinandersetzen und gemeinsam mit dem Hotel Möglichkeiten evaluieren, wie, wie kann man das erreichen, wie können wir unterstützen, ja. Ist einfach eine Frage der Erwartungshaltung. Und wie gesagt, Kommunikation ist extrem wichtig. Je mehr man miteinander redet, wie eine gute Ehe, wenn ich da meine Bedürfnisse sage und, und Erwartungshaltung äußere, dann kann ich auf den Partner eingehen und sagen, okay, dies und jenes kann man vielleicht tun, um das zu erreichen.
- 13:05 Ronald M. Arndt
Genau, was so die Nachfrage angeht, ist da, hat da Preferred eher die Stärken im amerikanischen Raum, oder?
- 13:10 Raimund Notz
Absolut.
- 13:11 Ronald M. Arndt
Vielleicht können wir gleich mal ein bisschen auf die Gründungsgeschichte und so weiter da.
- 13:14 Raimund Notz
Absolut, hat auf jeden Fall, auf jeden Fall die, den, den amerikanischen Markt als, als Hauptfokus.
- 13:24 Ronald M. Arndt
Wie so die Gewichtung, sage ich mal, schon amerikanischer Markt Hauptfokus, ne?
- 13:27 Raimund Notz
Die Firma ist einfach in USA gegründet worden. Also überlegen, sind über 50 Jahre, 53, wenn ich nicht ganz falsch liege, vor 53 Jahren gegründet als amerikanisches Unternehmen. Ist ein Familienunternehmen, die Familie Überroth hat das, ja, der gehört die Firma, okay, und haben ja das auch entsprechend weiterentwickelt, haben Es gab einen Generationenwechsel dann auch. Also die Eltern hatten es zuerst inne, John und Gail Überroth, und haben es an die Tochter Lindsay übergeben, die ja heute noch CEO ist. Hatte dann zwischenzeitlich auch die President Role inne. Das hat sich aber auch ein bisschen aufgegliedert mittlerweile. Aber ja, ist ein amerikanisches Unternehmen. Darum haben wir auch zahlenmäßig von den Mitgliedshotels in den USA ein paar mehr. Aber Europa ist hier, wir sind sehr ehrgeizig in Europa und möchten die Lücke am besten schließen. Wir sind auf einem guten Weg aufzuholen und von dem her ist das ja gut.
- 14:35 Ronald M. Arndt
Wenn du sagst, die Lücke schließen, dann zu wem?
- 14:38 Raimund Notz
Zu den amerikanischen Kollegen, also intern, ne? So der kleine interne Battle zwischen Europa und US, sage ich mal. Und da einfach zu sagen, da haben wir schon den Ehrgeiz, da möchten wir gerne aufschließen, was uns schon ein Stück weit gelungen ist. Und von dem her bleiben wir da weiter dran und kämpfen weiter und sind sehr stolz, dass wir das europäische Portfolio sehr gut ausbauen können.
- 15:02 Ronald M. Arndt
Das sind tolle— ich habe mal so ein bisschen nachgeschaut, wer alles dabei ist und wer vielleicht auch schon im Hotel-Podcast war. Es war natürlich das Beyond bei Geisel hier in München, ich glaube Episode Nummer 53, aber auch der Storchen in Zürich mit Jörg Arnold, der auch schon im Hotel-Podcast war.
- 15:22 Raimund Notz
Sehr gut.
- 15:22 Ronald M. Arndt
Also da habt ihr die besten Referenzen ja schon. Definitiv. Von daher glaube ich das gleich, ja, dass ihr da auf einem guten Weg seid, die Lücken zu schließen.
- 15:33 Raimund Notz
Also sind sehr stolz auf unsere Mitgliederhotels, gerade natürlich die langjährigen, aber auch alle Kollegen, die neu hinzukommen.
- 15:40 Ronald M. Arndt
Quellenhof in Aachen.
- 15:41 Raimund Notz
Quellenhof in Aachen, also sind ganz tolle Hotels im Portfolio, auch im DACH-Raum. Und wir sind natürlich auch stolz, gerade so die Kollegen, die sagen, ja, ich war vielleicht bei einem Hardbrand, ich mache ein Deflag und gehe zu einem Softbrand. Das, das ist schon ganz spannend, ne. Also da haben wir schon tolle Namen. Das Pulitzer in Amsterdam z.B. hat zu uns gewechselt, der Quellenhof hat zu uns gewechselt, aber auch das Maximilians in Augsburg z.B. Stimmt, ja. Ja, also echt, echt schöne Geschichten. Das Schweizer Portfolio ist stark bei uns vertreten, ganz tolle Hotels. Storchen hast schon angesprochen, Alpina ist ein wunderbares Alpina Klagstadt, wunderbares Produkt. Aber es gibt auch viele, viele wirklich kleine Hidden Gems und, und Perlen. Das Deltapark z.B. am Thunersee. Also wir haben wirklich schöne— das Walterhaus in Sils, ein ganz anderes Produkt, was auch— und ich glaube, das macht halt unsere, unsere Marke, unseren Brand aus, dass du nicht in, in dieses Korsett von der Marke gebracht gezwängt wirst, sondern dass du dann wirklich deine Individualität wirklich leben kannst als Hotel und dein Single Brand im Prinzip aufbauen kannst. Das heißt, wir als Preferred, wir sind Partner, ja, wir sind aber eher im Hintergrund. Also wir sind nicht so vordergründig, wie die Hard Brands das sind.
- 17:03 Ronald M. Arndt
Da habe ich jetzt noch gar nicht drüber nachgedacht, dass jemand natürlich die Hard Brand weglässt. Und dann natürlich, um nicht ganz alleine dazustehen, weil das wird ganz schwierig, eben als Alternative die Softbrand wählt.
- 17:20 Raimund Notz
Ja, ja, aber da gibt's dann, geht's ja andersrum.
- 17:22 Ronald M. Arndt
Ja, logischer, logischer ein bisschen, aber wie gesagt, ist ja heute eine Möglichkeit, weiß ich, wenn Hotel-Podcast auch bei euch da bisschen reinzudenken.
- 17:28 Raimund Notz
Es geht am Ende über die Vertriebsstrukturen. Genau, wie stellst du dich auf? Selbst wenn du es, wenn du es wirklich allein machst, wenn du wirklich komplett independent gehen wollen würdest, bräuchtest du halt irgendwie Sales-Repräsentanzen oder dergleichen. Ja, ja. Und da ist einfach die Frage, es ist eine strukturelle, es ist eine langfristige Frage der Planung und der Strategie. Was möchte ich erreichen? Wo sehe ich mich als Hotelier mit meinem Produkt in x Jahren? Und was brauche ich dafür, um das zu erreichen? Und da ist sind wir als Softbrand natürlich genau der Mittelweg zwischen, zwischen Hardbrands, die auch sehr langfristige Verträge haben. Ist bei uns alles auch ein bisschen softer, diese, diese Geschichten. Ansonsten hast du das Gleiche, du hast die technischen Anbindungsmöglichkeiten. Wir arbeiten mit Synexus von Sabre als Distribution-Tool. Da kannst du alles anhängen, du kannst deine Interfaces machen. Also die kommt, die wirklich die Distribution-Landscape komplett aufbauen. Plus du hast halt die Unterstützung vom Marketing, in erster Linie auf Brand-Level. Dann gibt's Möglichkeiten, auf Property-Level auch so ein Buy-in zu haben, und natürlich Sales, und da alle Bereiche. Also wirklich, wirklich sehr umfänglich und spannend.
- 18:45 Ronald M. Arndt
Ich habe letztens in Episode Nummer 55 eine ähnliche Frage gestellt, da war ich bei dem Charles Hotel von Rocco Forte. Und da hieß es, sie seien sehr stark im amerikanischen Markt, weil die Amerikaner halt so diese Grand Hotels etc. sehr mögen und sehr schätzen. Und da war die Frage, wie verkauft man sich denn dann in Amerika? Und da meinte dann der Herr Arendt, ja, das sei der Sir Rocco Forte in erster Linie selbst, der sei sehr viel in Amerika und würde dann von einem Event zum anderen tingeln und so ein bisschen übers Personal Branding gehen. Aber auch klar, hat nicht jeder einen Sir Rocco Forte.
- 19:20 Raimund Notz
Hat nicht jeder, hat nicht jeder das schon.
- 19:22 Ronald M. Arndt
Und kann ihn auch entbehren, ja, dass der da on Tour ist und den Vertrieb vor Ort macht.
- 19:26 Raimund Notz
Aber das stimmt, das kann ich nur unterstreichen, dass das ist schon etwas, wie der amerikanische Markt oder der amerikanische Alltag funktioniert, wie er tickt. Wir haben ja auch solche GM-Dinners, also Sales-Events, und dann kommen halt die Agentureigentümer und so weiter, und die möchten die persönliche Bindung, die möchten das Netzwerk, die Relationship, und da ist es dann eher der Direktor, der das hat. Schon noch ein anderes, ist ein anderes Level, auf dem man das Gefühl hat zu sprechen.
- 19:57 Ronald M. Arndt
Ja, das heißt, die GMs werden dann auch gezielt von Preferred eingeladen, wo es eben dann solche Veranstaltungen gibt, um da Angebot und Nachfrage zusammenzubringen.
- 20:05 Raimund Notz
Aber das ist ja das, was die Geschichten am Ende zu transportieren. Also absolut, es geht um persönliche Bindung, es geht um das, wo wir uns in der Hotellerie drin befinden, Hospitality im Allgemeinen, also nicht nur Hotel, sondern auch die ganze Travel-Industrie. Es geht doch eigentlich um Bindung. Es geht um, ist ein menschliches Geschäft, Human Business, richtig, heute so schön auch im Neudeutschen. Und das ist doch, was es ausmacht, Bindung zu haben, die zu halten, aufzubauen, auszubauen und, und dadurch Erlebnisse zu kreieren durch das Reisen.
- 20:39 Ronald M. Arndt
Weißt du ein bisschen, wie das damals mit der Gründungsgeschichte aussah von, von Preferred?
- 20:43 Raimund Notz
Wenn du sagst, über 50 Jahre alt, hat man da schon eigenes Hotel gehabt vielleicht, oder Also wir, wir, wir, wie gesagt, sind ja als Affiliation, wir haben also keine eigenen Immobilien und wir, wir haben keine eigenen Hotels. Von der, von der Historie sieht es so aus, dass also damals eigenständige Marken gab, die, die gegründet wurden, und zwar dann relativ buntes Portfolio. Da tauchen Namen auf wie, wie Historic Hotels, da kommen aber auch Summit Stirling, Stirling Boutique, aber auch Preferred Hotels and Resorts. Also das sind alles Marken, die es schon gab und die dann im Rebranding 2015 circa unter einem Hut, unter der Dachmarke Preferred Hotels and Resorts vereinbart wurden.
- 21:33 Ronald M. Arndt
Aber die Marken waren alle Teil des Familienunternehmens?
- 21:35 Raimund Notz
Also das waren ja, also die haben es natürlich nicht ursprünglich gegründet, sondern sie haben es dann gekauft, das ganze Portfolio. Darum, die Gründung geht halt schon länger zurück, als die Öberots Eigentümer sind.
- 21:47 Ronald M. Arndt
Okay.
- 21:48 Raimund Notz
Und dann wurde das umfirmiert und umstrukturiert unter Preferred Hotels and Resorts, unter der Dachmarke mit den einzelnen Collections. Das heißt, wir unterteilen in verschiedene Kollektionen. Das geht von Connect über Lifestyle, LVX und Legend und geht einfach in den Gedanken den gesamten Gäste-Lebenszyklus des Reisens abbilden zu können oder auf die Bedürfnisse des Reisens ausgerichtet zu sein. Das heißt, wenn ich geschäftlich unterwegs bin, dann ist es vielleicht eher das Lifestyle-Hotel. Wenn ich einen schönen Familienurlaub verbringen möchte, ist es vielleicht das LWX. Und wenn es halt irgendwie Celebrity, wenn ich, ich weiß nicht, 25 20- oder 50-jähriges Hochzeitsjubiläum oder solche Geschichten habe, dann gehe ich halt, dann muss es Legend sein, weil dann, das ist so once in a lifetime. Das ist so der Gedanke hinter den Collections.
- 22:49 Ronald M. Arndt
Okay, also für jeden Anlass, für jeden Moment, sage ich mal, da das richtige Produkt zu haben.
- 22:56 Raimund Notz
Genau, genau, absolut.
- 22:58 Ronald M. Arndt
Und man weiß aber nicht, weil ich meine, so ein Affiliate, das klingt so, kennt man aus dem Internet, was irgendwie da vor 20 Jahren aufgekommen ist. Aber das in Verbindung mit Hotellerie, das klingt so nicht nach 50 Jahren. Also weiß man aber nicht, wie es damals dazu kam, so, ich glaube, Kunden da noch auf eine andere Art und Weise enger an sich zu binden.
- 23:20 Raimund Notz
Ich glaube, der Begriff damals, der ist, oder der Begriff heute Affiliation, der ist glaube ich auch erst ein bisschen später dazugekommen. Aber es war ja ursprünglich mal, als es gegründet wurde, nein, Riecht nur nach Boris. Kleiner Spaßmacher hier zwischendurch. Für ihn ist auch das erste Mal. Das ist natürlich schon ganz spannend. Aber ist ein ganz, ganz Braver. Nein, zurück zu der Geschichte. Also es haben sich damals natürlich ursprünglich mal auch Hoteliers zusammengefunden, die gesagt haben, wie können wir uns denn gegenseitig unterstützen? Das ist ja auch der Grundgedanke dessen. Der heute immer noch gelebt wird, zu sagen, ich habe einen Verbund und kann dadurch stärker auftreten, sei es auf Messen zum Beispiel oder auf Events, um einfach auch eine—
- 24:08 Ronald M. Arndt
oder um sich auch hier wieder einfach auszutauschen, ne?
- 24:10 Raimund Notz
Also was wir vorhatten, Networking, also so hat es ursprünglich mal angefangen in USA mit, ich sag mal, 2 Händen voll Hotels.
- 24:17 Ronald M. Arndt
Okay, und wie sieht denn jetzt heute konkret so eine Partnerschaft aus? Wir haben schon ein bisschen besprochen, was ihr den Hotels anbieten könnt. Aber wie sieht dann die geschäftliche Beziehung, sage ich mal, zwischen euch und den Hotels aus, ohne da groß auf Zahlen eingehen zu müssen? Aber also, du meinst schon so das Vertragswesen, wie das so, ja, ohne wie gesagt Zahlenlinsen.
- 24:36 Raimund Notz
Also ist im Prinzip das, was ich schon gesagt habe, ist softer als bei den Hardbrands, auch wenn sich da gerade viele Dinge verändern, über die letzten Jahre auch schon verändert haben, weil sie ja auch in den, ich sag mal, in den Softbrand-Markt vordringen, indem sie sehr viel Collections auch oder Brands, Subbrands, Marken hinzufügen.
- 24:55 Ronald M. Arndt
Jetzt zuletzt das Beispiel mit Handwritten, glaube ich, von Accor. Ja, geht so in die Richtung, ne?
- 25:01 Raimund Notz
Genau, das geht absolut so in die Richtung, oder geht, das geht sicherlich absolut so in die Richtung. Das ist aber auch, um es einordnen zu können, es geht aber auch, sage ich mal, wenn man Designhotels anschaut unter der Dachmarke von Marriott oder wenn wir Autograph Collection nehmen oder Bulgari, you name it. Also da gibt es viele, die in diese Richtung gehen und die dann auch eine unterschiedliche Kundenansprache natürlich auch haben, rein von der Brand her. Aber wie gesagt, vertragsmäßig ist es softer. Also bewegen wir uns da eigentlich so im Rahmen 4 bis 5 Jahre Vertragslaufzeit. Es ist kein Plug-and-Play. Also wir sind kein OTA, sondern es muss wirklich aufgebaut werden. Es geht um Kundenbeziehungen, es geht um Kommunikation, auch dann von unserem Sales-Team wieder an Agenturen, an Corporate Accounts, an Maiskunden. Das heißt, wir haben schon—
- 25:57 Ronald M. Arndt
Stimmt, wenn man es ganz naiv sieht, könnte man euch als OTA auch ganz reduziert bezeichnen. Aber das seid ihr halt nicht.
- 26:04 Raimund Notz
Sind wir nicht.
- 26:04 Ronald M. Arndt
Das muss man dahinter verstehen.
- 26:06 Raimund Notz
Genau, wir haben also eine ganz andere Manpower dahinter und sind halt nicht nur elektronisch und sagen, okay, das ist es und fertig, sondern hier geht es wirklich um die intensive Zusammenarbeit mit dem Hotelier, um ihm zu helfen. Wie gesagt, es ist wie eine Ehe, wie eine Partnerschaft. Das muss zusammenwachsen. Das braucht doch, wir haben immer so eine Ramp-up-Time, das sehen wir nach dem System-Livegang. Brauchst du einfach Zeit, bis das wirklich auch alles ans Laufen kommt. Dann kommen so die ersten, ersten Erfolge. Und wenn du dann einfach mal 2, 3 Jahre zusammenarbeitest, dann merkst du auch, wie das immer weiter rund läuft, ne, oder schon sehr rund läuft. Das heißt, wenn du einmal so einen Jahreszyklus durch hast, weil auch jeder einfach so ein bisschen erstmal schauen muss, wie tickt denn der andere.
- 26:54 Ronald M. Arndt
Ja, klar, das liegt in der Natur uns Menschen, wirklich Vertrauen aufzubauen und diesen Rhythmus für die Kommunikation auch zu finden, glaube ich, ne. Weil das muss ja jeder irgendwie aus jeder beiden Seiten so einen Tagesablauf auch einbauen. Aber wir, wir, nur was unterschrieben zu haben, bringt ja erstmal nichts, sondern da hat man dann eine Partnerschaft, mit der man anfangen muss zu arbeiten.
- 27:13 Raimund Notz
Das ist dann nur auf dem Papier. Aber wie gesagt, wir wollen ja die Partnerschaft leben. Kann man auch nicht jedes Hotel oder jeden Hotelier dazu zwingen. Es gibt ja auch Unterschiede. Der eine fordert da auch mehr ein. Bei dem anderen muss man ein bisschen hinterher sein.
- 27:27 Ronald M. Arndt
Aber generell ist das so eine jährliche Fee, die man zahlt, fix?
- 27:30 Raimund Notz
Genau, du hast da so eine Membership- und Marketing-Fee, die ist jährlich, und alles, was die Buchungen dann anbelangt.
- 27:35 Ronald M. Arndt
Aber ansonsten keine Variable?
- 27:37 Raimund Notz
Doch, gibt es die Transaction Fees für die Buchungen, und die Kosten sind einfach je nach Kanal, werden aber auch einfach, klar, es gibt eine Rackrate quasi, aber wir schauen halt, dass was wirklich tailor-made, customized für das Hotel, für das Hotel, für den Markt. Ich sag mal, schauen wir die Schweiz an, die haben eine ganz andere EDA als jetzt, gehen wir, gehen wir nach, nach Polen z.B. oder Tschechien. Ich meine, hätte jetzt normalerweise auch das Beispiel Ukraine gebracht, ist natürlich gerade aus aktuellem Anlass einfach ein schlechtes Beispiel. Aber die ADA ist da auch eine andere und das sind so Marktgegebenheiten, da muss man schon auch drauf eingehen. Da kann ich nicht sagen, ich kann jetzt meine Rate Grade nur verlangen. Also von dem her, da auch, bevor wir ein Angebot machen, gehen wir erst mal mit dem Interessenten, will ich nicht sagen mit dem Kunden, mit dem Interessenten ins Gespräch und schauen, wie ist denn die Situation? Was ist auch die Erwartungshaltung? Können wir denn wirklich liefern, was auch erwartet wird oder wo Unterstützung gewünscht wird? Okay, dass man nicht, nicht einfach nur blauäugig hineingeht. Und klar, ist das schön, wenn du, wenn du ein Portfolio hast, was wächst, aber es ist auch frustrierend für alle Beteiligten, wenn nachher die Erfolge nicht da sind.
- 28:57 Ronald M. Arndt
Ja klar, oder wenn wieder einer nach kurzer Zeit abspringt etc.
- 29:00 Raimund Notz
Genau.
- 29:01 Ronald M. Arndt
Jetzt kann ich mir auch vorstellen, dass man bei euch auf der Webseite wirklich auch Angebote angezeigt bekommt, also eine Kombination aus Hotel und oder Golfangebote etc. Das ist der Fall, ja, ja, solche Geschichten haben wir auch, ne. Gibt halt auch so, so, um man dann auch wirklich so beim amerikanischen Kunden, sage ich mal, das zu treffen, wonach er gerade sucht, ja, in Bezug auf Angebot, Sportart, Aufenthaltsdauer, Pickup, Flughafen etc. Also genau sowas bastelt ihr da.
- 29:30 Raimund Notz
Celebrations, geht's um Sports, geht's um also verschiedenste Themen, ne. Meine, das beste Beispiel ist ja auch neben Golf ist immer Wedding. Das, das sind natürlich solche Themen, da gehst du auf eine spezielle Zielgruppe. Aber wir bieten unseren Hotels, wie gesagt, ich habe vorhin schon mal anklingen lassen, wir haben so die Unterscheidung im Marketing zwischen Brandebene, also aus der Mitgliedschaft heraus findet das Marketing auf dem Brandlevel statt. Die Häuser haben die Möglichkeit, auch auf in anderen Kampagnen einzuopten. Haben wir Marketplace z.B., das heißt, da gehen wir dann mit Marketing auf die Hotelebene, unterstützen das Haus da. Und da gibt's dann Portfolio an Ratenprodukten, was ich auswählen kann als Hotelier, weil jede Marketingmaßnahme muss dann, muss ein Call to Action haben. Das heißt, ich muss irgendwo das ja auch buchbar machen und, und messbar machen können. Und das, das ist dann, das sind dann so Sachen, die, die kommen mit einer zusätzlichen Gebühr. Aber auch hier der, der, der familiäre Gedanke. Je größer die Familie ist, die, die dabei ist, umso besser können wir die Marketingmaßnahmen, tun natürlich einkaufen. Das heißt, jedes einzelne Hotel profitiert davon, weil der Betrag ist dann gleich, aber je günstiger wir einkaufen können, umso mehr Marketing bekommt jeder davon. Euer Digital Marketing, genau, da reden wir jetzt nicht von, von Brand, weil wir haben natürlich, vielleicht um das zu komplettieren auf deine Frage hin, Aus den Jahresgebühren heraus haben wir natürlich schon Sachen wie unser Travel Magazine, was du ja auf dem Tisch liegen hast. Wir haben verschiedene Collaterals, die gedruckt werden, nach wie vor, weil es einfach auch gewünscht wird. Also es ist so ein Mix auch. Das ist vielleicht auch eigentlich eine ganz interessante Geschichte, weil das kommt auch—
- 31:15 Ronald M. Arndt
Also die erstmal nicht Bezug auf ein Haus nehmen, sondern generell die Marke preferred.
- 31:18 Raimund Notz
Genau. Ja, genau, positionieren, ja, um, genau, um, um, um verschiedenste Themen auch zu kommunizieren und die Hotels zu vermarkten. Aber diese Print Collaterals, das ist eigentlich eine interessante Geschichte heutzutage, weil die Fragen, die wir auch mit Neukunden häufig bekommen, ist zum einen, gibt es das denn noch? Zum anderen, warum macht man das denn noch? Okay, ja, und so ist genau dieser Mix, den haben wir auch bei den, bei den Gästen Und bei den Hoteliers, dass manche sagen, ich möchte gerne noch was haben, ich brauche was in der Hand, um einfach mal drin blättern zu können. Andere sagen, um Gottes Willen, unser Hashtag hier des Jahres 2022 wahrscheinlich Sustainability, muss ich das denn alles noch drucken und verschiffen und so weiter? Kann man ja digital machen. Aber der Gast, es gibt beide Lager. Der eine sagt, ich mache das alles elektronisch, der andere sagt, Wäre schön, was in der Hand zu haben und auch mitzunehmen, um vielleicht irgendwie zu Hause noch mal zu blättern.
- 32:18 Ronald M. Arndt
Aber je digitaler wir unterwegs sind, desto wertvoller wird so ein gedrucktes Magazin, wenn es dann eines der letzten oder das letzte ist, was sich vielleicht so in einer Hotellobby finden lässt. Und hier das schöne Preferred Travel Magazin war jetzt eben auch hier im München Palace das, was mir eben direkt meine Aufmerksamkeit bekommen hat.
- 32:40 Raimund Notz
Ist also keine reine Hotelbroschüre, sondern hier geht es wirklich eigentlich um ein Produkt, was Richtung Retail geht. Das ist ein Magazin, was dreimal im Jahr erscheint, aber auch in verschiedensten Lounges, Airportlounges weltweit rausgeht.
- 32:58 Ronald M. Arndt
Stimmt, ja. Also ich meine, da geht es ja auch darum, wo kann man das wiederum bei den verschiedenen Partnern in anderen Hotels generell oder in allen Hotels natürlich platzieren, aber auch bei Partnern, mit denen ihr irgendwie zusammenarbeitet. Ich meine, irgendwo auf der Webseite was gesehen mit Mastercard, da gibt's ja dann auch solche.
- 33:14 Raimund Notz
Das geht in die Marketinggeschichte, was gerade von Corona, da kann man sich einkaufen dann noch.
- 33:20 Ronald M. Arndt
Wo sich eben die Zielgruppen überschneiden, da macht's einfach Sinn.
- 33:23 Raimund Notz
Aber das ist ein perfektes Beispiel. Als Einzelhotel komme ich halt da eigentlich nicht rein, oder ich muss richtig viel Geld investieren, um bei den Kreditkarteninstituten irgendwie vertreten zu sein. Und das ist halt auch ein Riesen-, Riesen-Value, den ich dann damit bekomme, den Zugang zu diesen mehreren Millionen starken Kreditkartennutzern.
- 33:46 Ronald M. Arndt
Ja, nee, also gefällt mir sehr gut alles in allem. Ich mag auch das Modell dahinter, also dieses, dieses, diese Idee der Softbrand, dieses Affiliate-Programms. Über welchen Kanal steht ihr jetzt in erster Linie mit den Preferred Abonnenten oder Kunden in Kontakt? Ist es E-Mail oder E-Mail und auch Post noch?
- 34:08 Raimund Notz
Nee, nee, Post eigentlich nicht mehr so.
- 34:11 Ronald M. Arndt
Wir haben, nee, ist eigentlich schon, also ihr klebt hier wenig Briefmarken wahrscheinlich im Münchner Büro, ne?
- 34:15 Raimund Notz
Wir kleben wenig Briefmarken. Also wenn, dann ist es eher, dass man halt sagt, okay, man hat das neue Magazin bekommen und ich schick's an unsere Reisebüros raus. Ist dann auch eher vom Verkauf aus, vielleicht mit einer kleinen Handgeschriebenen geschriebene Notiz, einfach so das Persönliche, ne. Das ist halt das, was, was, was da im Vordergrund steht, auch von der Hotelstruktur her, dass man sagt, es ist halt nicht das 2- oder 3-Sterne-Hotel dabei, sondern es geht im Prinzip 4, 4+ los, dann nach oben. Also wirklich auf den, auf den, ja, Luxury-Hospitality-Gedanken ausgerichtet und auch die Hotels und so auch die, die Gäste, die Kunden am Ende des Tages. Aber ja, wenig, wenig Marken geklebt. Es passiert viel über unser Loyalty-Programm, ist extrem am Wachsen, es hat sich auch über die Pandemie sehr erfolgreich entwickelt, extrem Anklang gefunden. Ist ein Loyalty-Programm, wie, wie, wie man es kennt von, von vielen anderen Brands auch. I prefer Hotel Rewards. Das heißt, ich kann mit meinen Hotelaufenthalten Punkte sammeln, die ich dann einlösen kann gegen entsprechende Reward Nights oder Cash-and-Points-Funktion. Haben wir auch einführen können. Das ist auch eine sehr schöne Geschichte, was die Hotels supportet. Von dem her, ja, da funktioniert ganz viel elektronisch. Großer Unterschied ist zum Beispiel, wir haben gar nicht so eine Plastikkarte dahinter, sondern es gibt eine Membership Number und die kannst du dir selbst dann auf deinem, in der Regel Mobile Device, verwalten oder über die App, sodass wir da gar nicht irgendwie was drucken müssen.
- 35:49 Ronald M. Arndt
Ja, und so viele Steckfächer gibt es dann doch auch nicht in den Geldbeuteln, wie man Karten hätte.
- 35:55 Raimund Notz
Ja, das war ja früher mal, ne?
- 35:56 Ronald M. Arndt
Genau, richtig.
- 35:57 Raimund Notz
Genau, ich rolle alles aus und dann sucht einer aus. Das ist ja auch vorbei, diese Zeiten, Gott sei Dank. Und von dem her ist das natürlich auch eine wichtige Schicht. Ja, und da wird viel natürlich per E-Mail, aber auch dann entsprechend über soziale Medien entsprechend kommuniziert.
- 36:15 Ronald M. Arndt
Super, du willst weiter, ja. Aber bevor wir zum Ende kommen, vielleicht noch ein paar Worte zur HSMAI, denn soweit ich weiß, bist du da auch recht involviert. Sag mal ein bisschen was dazu. Was macht ihr da?
- 36:29 Raimund Notz
Was steht da gerade an? Vielen Dank für die Frage. Es ist wirklich eine schöne Geschichte, die Hospitality Sales Marketing Association International. Das I macht hier den, gibt den Ausschlag gegenüber der HSMA, die wir ja im, im DACH-Raum auch stark vertreten haben. Auch tolle Kollegen da natürlich vertreten. Und das ist ja auch was, wo wir uns kennengelernt haben, auf dem letzten HSMA-Day in München, hier in Garching, im '22. Und dann hatte ich das Glück, dass ich, ja, also ich habe mich beworben für, für das HSMA-I Dach-Advisory-Board, was neu gegründet wurde in '22, und darf da mit dem Andreas Krohn von iG und dem Tobias Tegelmeier von MiceView zusammen agieren. Und wir haben einfach die Aufgabe, oder das, die Aufgabenstellungsinteresse ist natürlich, die Mitgliedszahlen, die Mitgliedszahlen im DACH-Raum, ja, wachsen zu lassen, mehr Präsenz zu haben, einfach auch eine Ressource zu werden für Hotels, die man aufsucht, wenn man Fragen hat oder an die man sich wenden kann. Also schon ein starker Partner zu werden für die Hotels. Und wir hatten jetzt gerade letzte Woche in London die HSMI Rock Conference. auch super, super besuchte Konferenz, ganz spannend, im Intercity London Park Lane, sehr erfolgreich gewesen. und ich hatte noch das Glück, ausgezeichnet werden zu dürfen mit dem Revenue Optimization Award oder Revenue Optimization Person of the Year. Von dem her für mich natürlich ein ganz toller Erfolg und Bestätigung meiner Arbeit, dass wir auf dem richtigen Weg sind, dass es nicht nur um Zahlen geht, dass es um ein menschliches Geschäft ist, um das wir uns kümmern, um das es sich dreht, und dass hinter all der Arbeit einfach Menschen stecken. Menschen, die das Hotel am Leben halten, die es betreuen, aber auch natürlich die Gäste dahinter. Also es hat alles verschiedene Seiten auch. Und das ist echt spannend für mich und macht für mich die Industrie eigentlich zu der Industrie. Es ist eine Herzensangelegenheit. Und so ist halt auch die Arbeit bei der HSMAI. Das ist einfach eine Geschichte, die von Herzen kommt.
- 39:04 Ronald M. Arndt
Na, ein schöneres Schlusswort hätten wir jetzt nicht finden können. Raimund, ganz, ganz lieben Dank, dass du der Einladung gefolgt bist.
- 39:12 Raimund Notz
Sag ich. Und ich sage dir ganz herzlichen Dank. Es hat ganz viel Spaß gemacht. Wie gesagt, war mein erster Podcast und vielleicht haben wir die Chance, auch noch mal das weiter auszuführen auf einem zweiten.
- 39:20 Ronald M. Arndt
Wenn du, wenn du so lange bleibst bei Preferred, wie du schon da bist, dann kriegen wir auf jeden Fall noch mal eine zweite Episode hin.
- 39:28 Raimund Notz
Das wäre wunderbar. Klasse.
- 39:30 Ronald M. Arndt
Dann gucken wir mal, bis welche Häuser du und ihr euch dann bis dahin noch in der DACH-Region geholt habt.
- 39:36 Raimund Notz
Vielleicht machen wir einfach mal eine Rundreise durch eine Region oder so und machen so einen Podcast gestaffelt.
- 39:43 Ronald M. Arndt
Hotel-Podcast Preferred. Ja, ja, genau. Gute Idee.
- 39:46 Raimund Notz
Vielleicht doch mal eine Idee.
- 39:47 Ronald M. Arndt
Also, da können wir mal anschließen.
- 39:48 Raimund Notz
Alles klar.
- 39:48 Ronald M. Arndt
Alles gut. Super, danke dir.
- 39:50 Raimund Notz
Herzlichen Dank dir.