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Germany · Episode #76 · 10.05.2023 · 43 Min

The place to be in Herzogenaurach

Isabel Intrup & Bernd Büschingthe place
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Aufgenommen: the place, Herzogenaurach

Standbild aus der Episode mit Isabel Intrup & Bernd Büsching Germany43 Min

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„Bei uns sind Bürgermeister, Landrat, Kommunengesellschafter, die sagen, es geht auch mal mit einer schwarzen Null. Also wir haben da überhaupt keinen Druck, was Ergebnisse anbelangt.“

Isabel Intrup & Bernd Büsching, 27:21

Isabel Intrup und Bernd Büsching führen Ronald M. Arndt durch “the place” in Herzogenaurach, mitten zwischen adidas und Puma. Büsching erklärt, warum die kommunale Wohnungsbaugesellschaft KEWOG aus Tirschenreuth ins Hotelgeschäft eingestiegen ist und das Haus nach dem Wettbewerbsgewinn 2018 selbst geplant, gebaut und finanziert hat, statt es an einen Fonds zu verkaufen. Intrup berichtet, wie sie ein Jahr vor Fertigstellung dazukam, den Qualitätsstandard nach oben zog und mit The Store und The Cowork auch die Nachbarschaft ins Haus holt.

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Kernaussagen

  1. Hotellerie als neues Geschäftsfeld: Die KEWOG kommt aus der kommunalen Wohnungswirtschaft und hat wegen Leerstand und Wegzug im Landkreis Tirschenreuth neue Erlösquellen gesucht, unter anderem regenerative Energien und Hotel. Die Ausschreibung in Herzogenaurach hat Büsching 2017 zufällig entdeckt, damals noch als Boardinghouse ausgeschrieben.
  2. Alles in einer Hand: KEWOG hat den Wettbewerb 2018 gewonnen, das Grundstück von der Stadt erworben, selbst geplant, gebaut und mit Eigen- und Fremdkapital finanziert und betreibt das Haus jetzt selbst. Betreiber standen nach dem Wettbewerbsgewinn Schlange, Büsching hat sich trotzdem gegen den Verkauf entschieden.
  3. Knapp 5 Prozent Baukostenplus: Über drei Jahre gab es bis zur Schlussabrechnung knapp 5 Prozent Baukostenerhöhung, keine Lieferengpässe und genug Firmen aus der Region in der Ausschreibung. Corona hat geholfen, weil Aufträge bei den Baufirmen wegfielen.
  4. The Store für die Nachbarschaft: Auf 120 Quadratmetern ist The Store Empfang, Minisupermarkt und Treffpunkt im Wohngebiet, mit Check-in von 7 bis 21:30 Uhr oder digital, Backwaren der Bäckerei Polster, Kaffee to go und eigenen Produkten wie The Beer und The Gin. Ein- bis zweimal im Monat laufen Events.
  5. Schwarze Null genügt: Gesellschafter sind Bürgermeister, Landrat und Kommunen, keine Investoren oder Aktionäre. Büsching sagt, es gehe auch mal mit einer schwarzen Null, die KEWOG wolle nachhaltige Erträge statt schnellen Gewinn.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Wer kennt sie nicht, die beiden Weltmarken Adidas und Puma aus Herzogenaurach.

Mittendrin befindet sich seit letztem Jahr "the place", die noch junge Spielwiese von Isabel Intrup und Bernd Büsching.

Mit sieben Stockwerken macht the place seinem Namen aller Ehre und bildet den zentralen Punkt eines gänzlich neuen Stadtteils.

Warum aber entscheidet sich die kommunale Entwicklungs- und Wohnungsbaugesellschaft Kewog für einen Einstieg in die Hotellerie?

„Neu und besonders“ war dabei das Urteil von Apartmentservice im Rahmen der SO!APART Awards. Hoffen wir nun, dass auch Rudi Völler und seine Mannen im nächsten EM-Sommer in den Genuss des schier unglaublichen Sonnenaufgangs kommen.

Gastlichkeit wurde Isabel Intrup in die Wiege gelegt und später im Hotel Traube Tonbach von der Pike auf erlernt. Bereits seit 2013 hat sie sich der Welt der Serviced Apartments verschrieben, Anett Gregorius wird sich freuen.

An der Seite von Bernd Büsching hat sich nun ein sehr schlagkräftiges Team formiert, weitere Standorte nur eine Frage der Zeit. Neue Ideen kommen ihm dabei auf dem Rennrad, ab und an sogar auf den 160 Kilometern zwischen Tirschenreuth und Herzogenaurach.

Die ersten Etappen sind geschafft. Lassen wir uns überraschen, wohin die weitere Reise führt.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen43 Min · Ronald M. Arndt und Isabel Intrup & Bernd Büsching

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:06
    Ronald M. Arndt

    Könnte ja ein langer Hotel-Podcast heute werden, denn wie ich gerade erfahren habe, hat der Bernd schon die ersten Seiten seines Buches fertig, in dem es dann um mehr geht als nur— wo sind wir denn hier?

  2. 00:24
    Bernd Büsching

    Hier sind wir in Herzogenaurach.

  3. 00:26
    Ronald M. Arndt

    In Herzogenaurach im The Place, The Place to be. Viel konnte ich mir nicht darunter vorstellen, als die Einladung kam, aber umso mehr freue ich mich jetzt auch doch noch recht kurz nach Eröffnung hier euer Gast sein zu dürfen im Hotel-Podcast.

  4. 00:44
    Isabel Intrup

    Schön, dass du da bist, herzlich willkommen.

  5. 00:45
    Ronald M. Arndt

    Isabel Intrup, wir kennen uns schon ein bisschen länger.

  6. 00:49
    Isabel Intrup

    Genau.

  7. 00:49
    Ronald M. Arndt

    Ganz witzig, dass die Wege hier in Herzogenaurach wieder zusammengefunden haben. Und Bernd Büsching, wir haben uns letztes Jahr ja auch noch in Leipzig kennengelernt. Da habt ihr den Award bekommen von der SoApart oder einen der Awards. Und da haben wir ein Foto zusammen gemacht. Das wird sogar unten angezeigt. Legendär. In the Store. Kommen wir gleich noch drauf zu sprechen. Und ich habe es euch damals schon so über die Schulter gesagt an einem Tisch beim Abendessen, dass ich mich irgendwie so— da kannten wir uns noch gar nicht und ich wusste gar nicht, was The Place jetzt genau ist. Aber ich habe mich irgendwie so richtig mit euch gefreut. Weil ihr auch schon auf dem Foto und bei der Überreichung von dem Award mehr als ein Team ausgestrahlt habt. Heute müsst ihr weiter Team sein, denn ihr müsst euch ein Mikrofon teilen. Kein Problem. Und dann würde ich sagen, wir legen mal los. Eine Nacht durfte ich heute schon verbringen in The Place.

  8. 01:51
    Isabel Intrup

    Ich hoffe, du hast gut geschlafen.

  9. 01:53
    Ronald M. Arndt

    Sehr gut geschlafen. Auch sehr ruhig, muss ich sagen. Also eines der großen Unterscheidungsmerkmale schon mal zu anderen Orten, wo ich bislang war. Wirklich ein bisschen königlich, tolle Bettwäsche, hochwertig ausgestattet. Bernd hat mich heute Morgen gefragt, und wie ist dein Eindruck? Da ist mir eigentlich nur Premium eingefallen. Und das war so ein bisschen, ja, wirklich der Unterschied zu vielem, was ich über den Hotel-Podcast auch schon sehen konnte. Klar, es gibt da unterschiedliche Segmente. Ihr habt ja Ja, auch ein ganz besonderes, zwischen zwei großen Sportartikelherstellern eingebettet fast.

  10. 02:28
    Isabel Intrup

    Wir sind mittendrin, ja genau.

  11. 02:30
    Ronald M. Arndt

    Mittendrin, auf der einen Seite Puma, auf der anderen Seite adidas. Genau. Manchmal wechseln die Chefs auch von dem einen Haus zum anderen.

  12. 02:39
    Isabel Intrup

    Gerade passiert, genau.

  13. 02:42
    Ronald M. Arndt

    Und ihr immer mittendrin zwischen den Stühlen.

  14. 02:44
    Isabel Intrup

    Die neutrale Schweiz sind wir, genau.

  15. 02:46
    Ronald M. Arndt

    Die neutrale Schweiz.

  16. 02:47
    Isabel Intrup

    Die neutrale Schweiz, das muss man auch tatsächlich hier, genau. Darf sich keinem zu sehr committen.

  17. 02:53
    Ronald M. Arndt

    Und wahrscheinlich gibt es auch hier jetzt im The Place so schöne Coworking- und Meetinggelegenheiten, weil ihr vielleicht wirklich die neutrale Schweiz seid zwischen den beiden Großen, oder?

  18. 03:02
    Isabel Intrup

    Genau, wer weiß, vielleicht treffen sich ja beide zusammen dann bei uns. Das wäre tatsächlich unser größter Wunsch, dass man mehr miteinander arbeitet.

  19. 03:10
    Ronald M. Arndt

    Dann haben wir doch die Story, oder? Die wir brauchen. Denn, kommen wir vielleicht nachher noch drauf zu sprechen, ihr habt ja noch ein bisschen was vor mit The Place. Aber das wäre auf jeden Fall eine gute Story, wenn die beiden sich dann hier, die Tresslers von heute, heute hier treffen.

  20. 03:32
    Isabel Intrup

    Dann laden wir dich noch mal ein und das muss auf jeden Fall aufgenommen werden.

  21. 03:35
    Ronald M. Arndt

    Gut, dann nehme ich natürlich gerne noch mal den Weg auf mich von Stuttgart hier nach Herzogenaurach. Haben wir gerade schon gesagt, unser Weg hat sich schon in der Vergangenheit mal gekreuzt, das war in Stuttgart. Und ich glaube, du bist auch schon relativ lange in der Hotellerie tätig, ne?

  22. 03:49
    Isabel Intrup

    Ja, ich bin klassische Hotelfachfrau, Hotelbetriebswirtin, habe in der Traube-Thomach im Schwarzwald gelernt.

  23. 03:58
    Ronald M. Arndt

    Genau, guter Name.

  24. 03:59
    Isabel Intrup

    Und bin aber schon seit 2013 mit dem Segment Service Apartments vertraut, früher auch noch unter dem Begriff Boardinghouse, sagt man heute gar nicht mehr so, sondern eher Service Apartments.

  25. 04:09
    Ronald M. Arndt

    Sagt der konservative Bernd noch Boardinghouse manchmal, oder?

  26. 04:11
    Isabel Intrup

    Nein, überhaupt nicht. Nein, nein, der hat gelernt.

  27. 04:16
    Ronald M. Arndt

    Darfst auch gleich ein bisschen was sagen.

  28. 04:20
    Isabel Intrup

    Nein, und meine erste Station war damals in Hannover. Und ja, und jetzt eben mit dem tollen Projekt, wo auch Bernd mir viele Freiheiten gegeben hat, meine ganzen Expertisen aus den letzten Jahren mit einzubringen, eben mit dem Produkt The Place in Herzogenaurach.

  29. 04:40
    Ronald M. Arndt

    Gut, dann gibst du das Mikro mal weiter. Denn der Bernd, der ist ja auch schon etwas länger im Geschäft. Jetzt nicht unbedingt im Geschäft der Boardinghäuser oder der Service Apartments, sondern—

  30. 04:52
    Bernd Büsching

    Ja, wir kommen klassisch aus der Wohnungswirtschaft, kommunale Wohnungswirtschaft. Die KEVOG Holding gegründet 1949, direkt nach dem Krieg, mit dem Thema Wohnungsnot. War damals das ganz große Thema. Und da sind diese kommunalen Unternehmen entstanden. Ja, und allerdings, ich bin jetzt seit 2002 Geschäftsführer der KEWOG und wir kamen einfach in eine Situation, dass unsere Region ja immer schwieriger wurde. Also Leerstand, Wegzug von—

  31. 05:26
    Ronald M. Arndt

    Ihr Hauptsitz ist in Tirschenreuth, glaube ich, gell?

  32. 05:28
    Bernd Büsching

    Ja, ist das jetzt. Und klassisches Problem in ländlichen Regionen. Auch das gibt es natürlich in Bayern.

  33. 05:35
    Ronald M. Arndt

    Und jetzt haben wir praktisch seit 2002 gedacht, hier in Bayern ist immer alles Sommer, Sonne, Sonnenschein.

  34. 05:41
    Bernd Büsching

    Ja, das denkt man immer.

  35. 05:41
    Ronald M. Arndt

    Wie Helge Schneider sagen würde.

  36. 05:43
    Bernd Büsching

    Man redet halt immer von München, Nürnberg und Regensburg, und wir sind halt wirklich an der tschechischen Grenze direkt. Und uns hat es da schon getroffen durch den Wegzug von den Menschen, vor allem jungen Menschen. Und deswegen mussten wir uns als Unternehmen ein neues Geschäftsmodell suchen und sind dann einfach in verschiedene Themen eingestiegen. Wir haben das Energiethema aufgebaut, regenerative Energien, aber auch das Thema Hotel. Wir betreiben ja dort ein kleines Hotel auch. Das hat uns eigentlich immer so Spaß gemacht. Und dann sind wir zum Thema Service Apartments gekommen. Das war reiner Zufall, weil wir hier eine Ausschreibung entdeckt haben. Und damals war es tatsächlich, 2017 haben wir uns beworben, war es noch Boardinghouse. Okay, da gab es wirklich den Ausdruck noch Boardinghouse, so steht es auch im Bebauungsplan eigentlich drin. Und dann haben wir gesagt, komm, das ist sicher ein spannendes, so gehen wir immer ran an die Themen, könnte spannend sein, okay, versuchen wir es mal.

  37. 06:36
    Ronald M. Arndt

    Und hast dein Rad geschnappt und bist hier rübergefahren?

  38. 06:38
    Bernd Büsching

    Und dann bin ich hierher gefahren und habe mir das Grundstück angeschaut und da war alles grüne Wiese, haben wir gedacht, na super, okay, wie soll das Aber wenn man sich dann den Mikrostandort anschaut, erkennt man relativ schnell durch diese Weltkonzerne, die da außen rum sind, und dann noch das Spannende, einfach mitten im Wohngebiet ein gewerbliches Produkt als Service Apartments. Das war schon richtig spannend, muss man ehrlich sagen.

  39. 07:01
    Ronald M. Arndt

    Ich bin gestern Abend noch ein bisschen rumgefahren, aber wie du sagst, anderes Gewerbe habe ich jetzt hier nicht groß gefunden. Also keine Tankstelle, kein Supermarkt, nichts in der Nähe. Genau, hier direkt nicht. Und du hast ja heute Morgen schon gesagt, aber es sind doch 2500 Leute, glaube ich, die hier ihre Heimat gefunden haben.

  40. 07:20
    Bernd Büsching

    Ja, es ist praktisch, wie gesagt, 2018 war hier grüne Wiese und alles, und wir sind sozusagen der zentrale Punkt mit unserem Objekt. Das hat mir damals bei der Bewerbung schon gut gefallen, und jetzt ist tatsächlich ein Stadtteil entstanden. Herzogenaurach hat einfach durch diese Konzerne extreme Wohnungsnot auch. Und es sind über 2000 Menschen, die hier wohnen jetzt. Und wir sind sozusagen mittendrin mit dem höchsten Gebäude, also 7-stöckig. Größer geht nicht, größer ist nicht genehmigungsfähig.

  41. 07:52
    Ronald M. Arndt

    Also spannend. Du sagst neues Geschäftsfeld, Leute ziehen weg aus dem Kreis Tirschenreuth, entsprechend wird weniger gebaut und für euch fällt weniger Arbeit an. Und dann eben die Entscheidung, mal in dem Bereich der Service Apartments unternehmerisch tätig zu werden. Und das ist dann so einfach gewesen, oder wie schaut es bei euch aus? Wen müsst ihr überzeugen, um mal da was auszuprobieren? Ist ja auch immer ein Risiko.

  42. 08:17
    Bernd Büsching

    Ja, keine Frage. Also wir haben viele Immobilienprojektentwicklungen schon gemacht in Nürnberg, also gerade in dieser Metropolregion, auch in München Reihenhäuser gebaut. Wir haben halt immer versucht, uns wirtschaftlich zu betätigen, Geld zu verdienen, um dann sozusagen für unseren kommunalen Wohnungsbestand die Tür zu öffnen. Da sind wir ja für die Ja, für die sozial Schwächsten verantwortlich. Das ist unsere kommunale Aufgabe, um dann sozusagen die Erträge zu erwirtschaften, um sich zu kümmern. Und deswegen sind wir immer offen für neue Themen. Und überzeugen muss ich dann nicht allzu viel, wenn es ein Konzept gibt, wenn es eine Machbarkeitsstudie gibt, wenn man sagt, okay, der Markt ist spannend, der Standort ist gut. Natürlich muss ich eine Risikobewertung vornehmen, aber ich habe einen rein kommunalen Aufsichtsrat. Also der Aufsichtsratsvorsitzende ist der Landrat des Landkreises Tirschenreuth. Und ja, denen macht es natürlich Spaß. Der Landrat steht natürlich gerne im Penthouse jetzt hier oben und macht die Einweihung.

  43. 09:20
    Ronald M. Arndt

    Na ja, das glaube ich. Das glaube ich.

  44. 09:21
    Bernd Büsching

    Politiker. Und insofern ist die Überzeugung—

  45. 09:24
    Ronald M. Arndt

    mehr dann im Buch. Genau.

  46. 09:26
    Bernd Büsching

    Also wenn die Sonne scheint, sind Politiker immer positiv. Wenn es regnet, Ist dann der Geschäftsführer.

  47. 09:34
    Ronald M. Arndt

    Sind die Parkplätze auch lang genug hier?

  48. 09:37
    Bernd Büsching

    Ja, genau.

  49. 09:39
    Ronald M. Arndt

    Gut, Isabel darf gleich wieder. Aber gut, habe verstanden. Ihr seid für den kommunalen Wohnungsbestand zuständig, für sozial Schwächere auch. Das kostet in erster Linie Geld.

  50. 09:52
    Bernd Büsching

    Natürlich.

  51. 09:52
    Ronald M. Arndt

    Da kommt nicht viel rein. Ihr sucht neue Erlösquellen und habt die eben, ja, schaut mal. Ob das hier eine Erlösquelle perspektivisch und nachhaltig auch sein kann.

  52. 10:03
    Bernd Büsching

    Das ist das Geschäftsmodell.

  53. 10:05
    Ronald M. Arndt

    Ganz spannend. Isabel, jetzt haben wir schon gehört, er ist mit seinem Fahrrädle damals, also ich sage das ja nicht zum Spaß, und du machst ja auch den Anschein einer sportbegeisterten Person, mit dem Fahrrädle hier rübergefahren, hast dir mal angeschaut, was die hier vorhaben in Herzogenaurach, oder was die Lücke hier so hermacht auf dem Acker, auf der Wiese damals. Wie sah denn so dein erster Tag aus? By the place, oder wann, zu welchem Zeitpunkt bist du denn dazu gestoßen?

  54. 10:33
    Isabel Intrup

    Ich war die erste Zeit auch in Tirschenreuth ansässig, also in unserer Kennenlernphase, Entschuldigung. Und klar, am Anfang—

  55. 10:42
    Ronald M. Arndt

    Ach, du warst sogar in Tirschenreuth?

  56. 10:43
    Isabel Intrup

    Ich war in Tirschenreuth.

  57. 10:43
    Ronald M. Arndt

    Weil davor warst du glaube ich in München, oder?

  58. 10:45
    Isabel Intrup

    Genau, ich war vorher für ein anderes Projekt in München und bin dann eben, so haben wir uns kennengelernt, über einen Headhunter angefragt worden, als Bernd jemanden gesucht hat, der das hier eben operativ umsetzt und saß dann auch erst in der Keywalk, um auch das Team kennenzulernen, was total schön ist. Ja, aber klar, man stellt sich, bevor man überhaupt den Vertrag unterschrieben hat, so, wo oder was ist eigentlich Herzogenaurach? Was will man da umsetzen? Aber ich war eigentlich relativ schnell überzeugt und auch überzeugt von diesem Standort. Habe eben vorher München oder Stuttgart eben auch Projekte gehabt, aber gerade eben ja auf den ersten Blick eine C-Destination oder vielleicht sogar, wie wir gerade gestern betitelt worden sind, auch eher als D-Destination, ist es dann doch überraschend, was hier eben für starke Partner vor Ort sitzen. Und das hat mich auch total und sofort überzeugt. Mich hat überzeugt eben auch der Background mit der KEWOG. Und dann ist es natürlich auch gerade in so einem kleinen Team auch immer entscheidend, dass es auf der menschlichen Ebene funktioniert. Und das hat relativ schnell auch mit dem, mit dem Rainer Hecht, der das Baucontrolling gemacht hat, wir haben es gut ganze Projekt auch eben mitbetreut in der Bebauung, und das hat einfach alles rundherum gepasst. Und das ist immer für mich auch die große Kernfrage, ob so ein Projekt Spaß macht oder nicht, und habe sofort gemerkt, ja, hier bin ich richtig.

  59. 12:09
    Ronald M. Arndt

    Okay, und zu welchem Zeitpunkt war das? Also war noch vor dem Baubeginn, oder?

  60. 12:13
    Isabel Intrup

    Ja, vor Eröffnung, da war der schon mitten im Bau.

  61. 12:19
    Bernd Büsching

    Also das ist ja genau das Problem.

  62. 12:22
    Ronald M. Arndt

    Wir haben 2018 den Wettbewerb gewonnen und das heißt, ihr habt da schon euer Konzept eingereicht.

  63. 12:29
    Bernd Büsching

    Wir haben ja unsere Planung sozusagen, mit der Planung, die muss man ja damals mit einreichen, und mit dem Konzept sind wir ins Rennen gegangen und haben dann gewonnen und haben dann wirklich große Player aus der Region aus dem Rennen geschlagen. Das habe ich wirklich nicht erwartet, aber das war einfach toll und Dann kommt ja die spannende Frage, wie geht es dann weiter? Man hat dann das Grundstück, man erwirbt das Grundstück von der Stadt und dann muss man natürlich die Dinge mit dem Bauamt besprechen, die Planung weiter nach vorne treiben. Und dann ist die spannende Frage, wann stellt man dann den Kopf ein? Weil es war ja klar, ich selber kann es nicht betreiben. Ich bin zwar gelernter Koch, aber das ist gefühlt 50 Jahre her. Also insofern war ich da, denke ich, nicht der Richtige für den Betrieb. Und wir haben dann eben schon angefangen, Inneneinrichtung planen, Innenarchitektur, einfach das Konzept, sagen wir mal, mit der Annett Gregorius als Beraterin sozusagen in die Spur zu bringen. Und aber irgendwann muss man dann sagen, dann war ja damals die Schwierigkeit, es gab ja keine Baufirmen. Also wir haben dann versucht, mit Baufirmen zu sprechen. Es war praktisch vor Corona, es war 2018/2019, der Markt war völlig durch Also die Kosten extrem hoch. Und dann kam Corona und Corona hat uns da wirklich, auch wenn es blöd klingt, geholfen, weil einfach viele Aufträge bei Firmen weggefallen sind. Und dann konnten wir plötzlich, hatten wir auch wieder einen Wettbewerb. Und ein Jahr vor Fertigstellung, glaube ich, haben wir dann die Isabel eingestellt, weil ich gesagt habe, also jetzt muss jemand kommen und sozusagen diesen Feinschliff. Ich glaube, das war ein Rohbau. Wir waren dort mit dem Rohbau. Fertig. Und das war auch, glaube ich, war auch der richtige Zeitpunkt. Sie hat dann natürlich noch mal Einfluss genommen, insbesondere auf den Qualitätsstandard, den hat sie nochmals richtig nach oben gezogen. Aber das war auch in meinem Sinne, weil ich gesagt habe, unser Ansatz muss hier sein, nicht Mainstream zu machen, nicht irgendwie Budget, sondern wir wollen hier aufgrund der Firmen— wir kennen diese Firmen ja, wir wissen ja, auf welchem Level die Firmen unterwegs sind, wollen wir einfach was anbieten, was es so noch nicht gibt in der Region. Also wir wollen uns da einfach abheben und das war das Ziel. Und da hat die Isabel super dazu gepasst, weil sie einfach dann noch mal ganz viel Kreativität und Qualität in das Objekt gebracht hat.

  64. 14:53
    Ronald M. Arndt

    Also Feinschliff ist natürlich das eine, aber das ganze Baby erst mal zum Leben zu erwecken, ich glaube, dem Leben einhauchen, ist dann auch dein Anteil daran gewesen. Die Destination, das klingt so abwertend, aber klar, man muss im nächsten Schritt dran denken: Puma, adidas, Schäffler, Nürnberg, was gibt man alles zu erkennen, Christkindlmarkt, die ganzen Outlets, kann ich mir vorstellen, die damit verbunden sind. Da klar, hast du gesehen, da könnte was gehen. Ja, also es sollte jetzt nicht allzu schwierig sein. Klar, die Herausforderungen sind am Anfang immer da, bis irgendwas ein bisschen Ja, bis man im Ohr ist bei den Leuten. Hat der Rudi Völler eigentlich schon angefragt bei dir?

  65. 15:36
    Isabel Intrup

    Nein, nein, der hat noch nicht angefragt. Aber wir hatten schon den ein oder anderen Promi, hatten wir schon hier tatsächlich gleich in der Anfangsphase.

  66. 15:44
    Ronald M. Arndt

    Denn ich habe gehört, dass auch die deutsche Nationalmannschaft wieder 2024, nächstes Jahr ist ja EM, hier ihr Trainingslager eben dann in Herzogenaurach aufschlägt. Ich kann mir vorstellen, dass adidas vielleicht auch noch in einem anderen Bettchen für die Jungs frei hat, aber trotzdem dürftet ihr da auch ein bisschen—

  67. 16:03
    Isabel Intrup

    Wir nehmen auch den Rest der Crew auf.

  68. 16:04
    Ronald M. Arndt

    Den Rest der Crew abgreifen, genau. Und Tante Käthe, Rudi Völler, ist ja jetzt für das Wohl der Jungs zuständig und er hat ja auch letztens gesagt, wir waren im Sportstudio, glaube ich, für ZDF, man möchte jetzt wieder näher am Menschen sein. Also es läuft alles darauf hinaus, dass ihr da in Zukunft The Place to Be Site. Und irgendwie halt auch wieder witzig zwischen den beiden großen Sportartikelherstellern. So, jetzt kommen wir vielleicht ein bisschen aufs Produkt selbst zu sprechen. The Place, The Place to Stay, das ist ja eine Wortkreation, die lässt sich ja beliebig, ja, kann man treiben ohne Ende. Wann kam der Name dazu?

  69. 16:50
    Isabel Intrup

    Der The Place, den Namen gab es schon.

  70. 16:52
    Ronald M. Arndt

    Den gab es auch schon? Okay.

  71. 16:53
    Isabel Intrup

    Genau, den hat Bernd schon mit einer damaligen Agentur zusammen kreiert und gegründet. Und das ist auch, also es war einfach total prägend.

  72. 17:03
    Ronald M. Arndt

    Auch gut.

  73. 17:04
    Isabel Intrup

    Das Einzige, was wir dann, als ich ins Spiel kam, gemacht haben, wir haben diese Marke noch mal komplett neu mit dem Namen einfach komplett entwickelt. Wir haben Urban Propaganda, unsere Marketingagentur, Werbeagentur, dazu geholt, und die haben mit uns dann auch wirklich anderthalb Jahre jetzt diese Marke konzipiert, mit den Inneneinrichtern, mit den Architekten, Also alle wirklich, um The Place einfach sichtbar zu machen.

  74. 17:29
    Ronald M. Arndt

    Ja, gehen wir mal ein bisschen durch. Wir haben The Place natürlich als Dachmarke. Wir haben auf 120 Quadratmetern The Store. Das Problem ist bei eurem The, dass ich mein schlechtes englisches TH hier im Hotel-Podcast mehrmals rausholen muss. The Store ist eine—

  75. 17:46
    Isabel Intrup

    Ja, The Store ist tatsächlich so ein bisschen unser Herzstück geworden. Ich sage immer so, persönlich ist es ein bisschen meine eierlegende Wollmilchsau, weil es ist einigen Gewerbefläche, die wir ursprünglich mal einfach fremdverpachten wollten. Und das war dann eine Idee, die dann kam, als ich mit ins Spiel gekommen bin, dass wir gesagt haben, warum machen wir das eigentlich nicht selber? Weil eben hier oben in dieser Wohneinheit und in diesem Wohngebiet wirklich nichts Gewerbliches ist. Und wir sind jetzt so eine Mischung aus, also zum einen agiert mein Team daraus, die Hosts, wir checken ein, wir checken aus, von morgens 7 bis abends 21:30 Uhr. Wer das nicht möchte, kann auch digital bei uns einchecken. Also wir sind so konzipiert, dass wir das auch alles digital machen können. Wir haben einen kleinen Mini-Supermarkt drin, wir haben schöne Konzeptprodukte drin, angefangen auch mit unseren Produkten, die wir in den Hotelzimmern haben, mit dem braunen Eichenmist. Wir haben die Bäckerei Polster, die uns morgens mit frischen Backwaren beliefert. Wir haben den Kaffee to go oder eben auch das gekühlte Bier. Wir haben auch unser eigenes Bier, The Beer und The Gin. Das sind Eigenprodukte, die wir eben tatsächlich auch drin haben, die auch für uns konzipiert worden sind. Ja, und wir sind auch so für die Nachbarschaft so ein bisschen, bevor ich mich ins Auto setze und runter zum Supermarkt fahre oder rüber in den Supermarkt fahre, noch schnell die Milch brauche oder ein paar frische Brötchen, da sind wir jetzt eben die perfekte Anlaufstelle. Und wir haben uns auch auf die Fahne geschrieben, gerade die Nachbarschaft auch da—

  76. 19:17
    Ronald M. Arndt

    Weil ich gerade sage, Minisupermarkt ist ja das eine, oder Drop-off-Möglichkeit für einen Bäcker, das ist das andere. Aber natürlich auch wirklich Ort der Begegnung sein zu können in einem doch eher typischen Wohnviertel, wie sie halt heutzutage überall entstehen. Homogen und eigentlich wenige Orte der Begegnung bis gar keine. Ist halt so. Aber die Lücke könnt ihr da auf ganz spannende Art und Weise meiner Meinung nach füllen.

  77. 19:42
    Isabel Intrup

    Doch, das haben wir uns auch ans Herz gelegt. Also nicht nur unsere eigenen Gäste, unsere Langzeitgäste oder auch die, die nur eine Nacht oder zwei sind, eben zu verwöhnen, sondern auch unsere Nachbarschaft da ganz stark mit zu integrieren. Und das funktioniert schon ganz gut, muss ich sagen. Und ja, machen eben auch mit kleinen Events, die wir 1- bis 2-mal im Monat starten, von Afterwork-Events über Kunstprojekt-Events, die wir im Haus machen wollen, aber vielleicht auch einfach den Markt auf unserem Platz, dass wir die Nachbarschaft damit einbeziehen.

  78. 20:12
    Ronald M. Arndt

    Da kann ich mir vorstellen, dass das— muss natürlich schon mal gucken, wie der Bernd seinen kommunalen Wohnungsbestand finanziert. Aber da kann ich mir vorstellen, das kostet in erster Linie erstmal Geld, sage ich mal, mit Events da The Store zu bespielen. Aber klar, kann im nächsten Schritt auch dazu dienen, um einfach die Bekanntheit und die Akzeptanz, sage ich mal, von The Place in Umgebung einfach zu stärken. Und kann man auch vielleicht dann, dass da doch die eine oder andere Schwiegermutter mal untergebracht wird.

  79. 20:39
    Isabel Intrup

    Absolut, ja, wir nehmen die gerne in die Verwandtschaft.

  80. 20:42
    Ronald M. Arndt

    Und was genau ist die Frage? Ihr habt eure Übernachtungsgäste, das sind wahrscheinlich meistens Leute hier, Mitarbeiter der großen Unternehmen, die da mal eine Woche oder auch mehrere Wochen vor Ort sind. Und voreingangs haben wir gesagt, dass auch hier Meetingflächen vorhanden sind. Das ist ja noch mal dann das zweite Konzept oder ein zweiter Pfeiler, dass ihr wirklich auch so ein bisschen neutraler Also Ort der Begegnung auf professioneller Ebene sein könnt. Und wenn wir uns hier so umschauen, das ist ja höchster Standard.

  81. 21:12
    Isabel Intrup

    Ja, genau, The Cowork, in dem wir uns hier befinden. Wir haben echt The Cowork, wir haben mit Master und Mind 2 Besprechungsräume hier drin, wo du exklusiv dich eben auch in kleineren Gruppen bis zu 10 Personen einfach mieten kannst. Wir haben 2 kreative Think Tank Ecken, gleich hinter uns und vorne auch mit Kreativwegen, wo man wirklich brainstormen kann, neue Ideen konzipieren. Also wir wollen auch so eine Plattform sein, wo die Leute sich einfach wohlfühlen und einfach auch das Leben und Arbeiten irgendwie kombinieren können. Das ist so ein bisschen das, was wir uns einfach auf die Fahne geschrieben haben.

  82. 21:54
    Ronald M. Arndt

    Wann, Bernd, hast du denn vielleicht gedacht, naja, jetzt habe ich da ein The Place in Herzogenaurach, da könnte irgendwann vielleicht noch mal ein zweites entstehen? Gab es den Gedanken schon mal?

  83. 22:03
    Bernd Büsching

    Den muss es eigentlich von Beginn an geben.

  84. 22:06
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  85. 22:06
    Bernd Büsching

    Weil du musst dich entscheiden, wenn du so ein Konzept machst, wenn du das und dann richtig gleich machen willst und nicht nur gerade bei so einem Thema mit einem neuen Geschäftsfeld, da schläfst du schon mal unruhig und da musst du dir Gedanken machen, wie läuft es in Zukunft, was ist mit der Führungskraft, die du einstellst. Soll die nur ein Haus betreiben? Oder also eigentlich ist das Ganze von Beginn an mit Expansion aufgebaut. Und so habe ich es eigentlich in meinen Gremien auch diskutiert. Und das ist völlig klar, man steckt ja so viel Arbeit rein in ein Marketingkonzept. Auch Urban Propaganda hat Sie angesprochen aus Stuttgart. Die haben das echt super gemacht, extrem aufwendig. Also Du steckst da so viel rein, das Thema digitale Prozesse, digitale Check-in. Du machst vielleicht beim nächsten Haus ein paar Dinge auch anders. Du lernst ja auch permanent dazu. Es ist zwingend sozusagen, dass man sich entscheidet, wir machen da weiter, also wir machen weitere Häuser. Man muss nicht immer auch, was natürlich bei uns wirklich gut ist, wir können auch planen, wir können bauen, wir kommen aus dem Bau.

  86. 23:21
    Ronald M. Arndt

    Also da siehst du schon einfach auch langfristig irgendwo ein Vorteil.

  87. 23:26
    Bernd Büsching

    Aber momentan ist der Immobilienmarkt halt schwierig, die Finanzierungen sind schwierig. Das ganze Projekt ist ja sozusagen bei uns in der Bilanz. Wir haben das durchfinanziert mit Eigenkapital, mit Fremdkapital.

  88. 23:39
    Ronald M. Arndt

    Ihr seid jetzt auch noch, bis der Kredit zurückbezahlt ist, dann Eigentümer. Okay, also ihr seid Eigenentwickler, ihr seid Investor, ihr seid Bauherr, ihr seid Und nicht zuletzt Betreiber.

  89. 23:53
    Bernd Büsching

    So ist es. Was gut ist, weil du immer sofort Einfluss nehmen kannst. Also ich würde immer bevorzugen, selbst zu bauen, selbst zu planen, weil natürlich der Kopf oder in dem Fall die Isabel von Beginn an Einfluss nehmen kann. Und wir können auch wirklich bauen. Also wir haben hier keine Kostenbudgeterhöhung gehabt. Durch die Standards, durch den Standard ja, aber nicht jetzt.

  90. 24:15
    Ronald M. Arndt

    Der kann dann erst durch den Feinschliff wahrscheinlich.

  91. 24:17
    Bernd Büsching

    Der kam durch die Isabel mehr oder weniger.

  92. 24:20
    Ronald M. Arndt

    Aber wir haben immer Möbel, was ich gesehen habe. Hey, oder?

  93. 24:23
    Bernd Büsching

    Also ich habe, ich habe, ich habe bei der, wir sind jetzt schon bei der Schlussabrechnung, fast 5%, knapp 5% Baukostenerhöhung auf 3 Jahre. Das ist gar nichts in der Welt, in der wir leben. Ja, wir haben auch keine Lieferengpässe gehabt. Wir haben immer genug Firmen bekommen, die sich beworben haben. Tolle Firmen aus der Region, muss man ehrlich sagen. Hohe, hohe Qualitätsstandards. Ganz, ganz, hat richtig Spaß gemacht. Aber jetzt wird das Bauen schwieriger. In der jetzigen Phase ist es ja extrem komplex, weil man die Baukosten so gar nicht mehr kalkulieren kann.

  94. 24:54
    Ronald M. Arndt

    Weil die Baukosten jetzt so vielleicht mal 20% locker drüber liegen. Man kann es nicht mehr kalkulieren gerade.

  95. 25:00
    Bernd Büsching

    Dann haben wir natürlich eine höhere Zinssituation.

  96. 25:03
    Ronald M. Arndt

    Warum kann man die Baukosten gerade nicht mehr abschätzen? Weil keiner auch einem das auf Schwarz auf Weiß gibt.

  97. 25:09
    Bernd Büsching

    Wir haben auf der einen Seite die erhöhten Zinsen, aber die Baukosten Viele denken ja, die Baukosten gehen runter, sie gehen aber nicht runter.

  98. 25:16
    Ronald M. Arndt

    Genau, wenn weniger gebaut wird, müssen ja eigentlich die Baukosten nach unten gehen.

  99. 25:20
    Bernd Büsching

    Das passiert aber gerade nicht wirklich. Das Einzige, was passiert im Markt: Man kriegt wieder mehr Angebote bei den Baufirmen. Also die Baufirmen haben wieder mehr Kapazitäten frei. Aber wir sehen nicht, dass die— weil die Rohstoffe wie Beton—

  100. 25:33
    Ronald M. Arndt

    Und das sind dann Kapazitäten ab jetzt oder weit in der Zukunft?

  101. 25:37
    Bernd Büsching

    Na ja, der Markt muss sich einfach in den nächsten Jahren wieder regulieren. Auch der Investmentmarkt. Ist ja eingebrochen. Also die institutionellen Investoren, die Fonds, kaufen derzeit ja auch keine Immobilien an, weil sie natürlich für eine amerikanische Staatsanleihe 3,5% kriegen. Das ist momentan, verschiebt sich das alles. Momentan ist der Markt völlig konfus. Insofern ist es jetzt auch schwierig, die nächsten Projekte zu bauen. Aber man kann ja auch, man kann ja auch fertige Projekte anpachten, oder ein Investor baut und wir betreiben Also da wieder als Betreiber mit einem funktionierenden Konzept.

  102. 26:11
    Ronald M. Arndt

    Genau, dass man dann wieder eher beim Aufgabenfeld von der Isabel.

  103. 26:14
    Bernd Büsching

    Genau, aber es ist völlig klar, wenn man in so was reingeht, muss man das Ziel haben, dass man hier eine Marke aufbaut, weil ansonsten macht es keinen Sinn. Unser erster Ansatz war ja, also wir gewinnen den Wettbewerb. Ich war ja quasi nach Gewinn des Wettbewerbs, nach der Planung schon mit ersten Betreibern hier.

  104. 26:34
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  105. 26:34
    Bernd Büsching

    Auf der Baustelle, die gesagt haben, wir wollen das betreiben.

  106. 26:37
    Ronald M. Arndt

    Stimmt, das hättest du ja auch machen können.

  107. 26:39
    Bernd Büsching

    Das ist eigentlich der Klassiker. Das ist eigentlich der Projektentwickler. Das sind wir eigentlich. Da kommen wir her. Und das heißt, dann baut man das Ganze, man holt sich frühzeitig einen Betreiber, macht mit dem Bauvertrag und verkauft dann die Immobilie an einen Fonds.

  108. 26:55
    Ronald M. Arndt

    Wenn so eine Möglichkeit kommuniziert wird, geht da die Ausschreibung erst mal nur an Entwickler wie euch, oder kriegen auch die Betreiber gleichzeitig die Information, dass die selber bauen können?

  109. 27:06
    Bernd Büsching

    Bewerben sich hier nur Entwickler, okay, nur Projektentwickler, die dann bauen und die in der Regel das Ganze dann in der Bauphase oder vor der Planungsphase schon verkaufen und den Betreiber andocken.

  110. 27:18
    Ronald M. Arndt

    Das ist also schon Verkaufen, ja, genau, okay.

  111. 27:21
    Bernd Büsching

    So, das war jetzt bei euch gar nicht erfolgt, das, und vielleicht, ja, bei uns war dann das Problem, das sind halt, das sind dann die Emotionen, die muss man eigentlich im Geschäftssinn wegschieben. Das funktioniert nicht immer so wirklich, man verliebt sich dann in das Gebäude. Das ist wirklich nicht gut. Es ist aus Geschäftssicht, man hätte ja schönen Ertrag realisieren können, hätte da, wenn man vor allem selber, genau, selber baut und alles. Aber dann kommen die Emotionen dazu, und dann sieht man diesen Standort, dann sieht man die Planung, und dann denkt man sich, liebe Leute, und dann, und dann fängt man Feuer irgendwie, und dann sagt man nee. Also, und dann habe ich das mit meinem Aufsichtsrat diskutiert, habe ich gesagt, was machen wir jetzt? Treiber stehen Schlange, ist klar, der Standard ist top, wir können bauen, wir machen Gewinn, machen wir das nächste Projekt. Oder, weil die KEVOG ist nicht so opportunistisch aufgestellt, also wir wollen, wir schauen nicht auf den schnellen Gewinn, wir wollen nachhaltig Erträge erzielen. Und bei uns geht es auch nicht darum, bei uns stehen keine Investoren dahinter oder Aktionäre, die uns praktisch jeden Tag treiben, vor sich hertreiben, die Gewinne zu Bei uns sind Bürgermeister, Landrat, Kommunengesellschafter, die sagen, es geht auch mal mit einer schwarzen Null. Also wir haben da überhaupt keinen Druck, was Ergebnisse anbelangt. Und dann sagen wir halt, okay, dann lass uns doch das machen, lass uns Spaß haben und lass uns den nachhaltigen Ertrag— verkaufen können wir die Marke in China immer noch. Lass uns was aufbauen, weil wir einfach Spaß haben. Und das sind die Emotionen, wie wir das eröffnet haben, hier, habe ich mir gedacht, das wird auf keinen Fall verkauft. Und es wird auf dem— ja, also wir machen das, weil einfach alle Spaß hatten. Meine, meine, meine Gesellschafter, meine Politiker, die haben—

  112. 29:03
    Ronald M. Arndt

    gibt halt schöne Bilder auf so einem Event.

  113. 29:04
    Bernd Büsching

    Und es ist, es ist, es ist für unsere Region auch— also wir haben einen Riesenzeitungsartikel bei uns gehabt, da sind alle stolz drauf. Und die Mitarbeiter in Thüringenreuth, die sagen, Mensch, das ist die Kebok.

  114. 29:15
    Ronald M. Arndt

    Ja, das ist das, was wir machen.

  115. 29:16
    Bernd Büsching

    Ist nicht nur Thüringenreuth Umgebung, sondern Bei uns läuft jeden Tag im Headquarter in Tirschenreuth dieser Film der Eröffnung.

  116. 29:24
    Ronald M. Arndt

    Super.

  117. 29:24
    Bernd Büsching

    Jeden Tag beim Eingang schon. Das ist schon cool.

  118. 29:28
    Ronald M. Arndt

    Warst du eigentlich immer schon so ein Machertyp oder bist du da irgendwann so in die Rolle vor 20 Jahren gekommen?

  119. 29:31
    Bernd Büsching

    Also es wird mir nachgesagt, dass ich hier—

  120. 29:32
    Ronald M. Arndt

    Weil du hast gesagt, durchklingen lassen, du hast mal Koch gelernt, oder?

  121. 29:36
    Bernd Büsching

    Ja, ja. Also ich könnte ja immer über mein Leben ein Buch schreiben. Das wäre ja auch kein Problem. Also mein Leben ist ja wirklich so von von der ganz, wie gesagt, von der Kochlehre über das Abitur bei der Bundeswehr, Studium dann nachträglich, Controller bei ATU, also auch ein Performance-Konzern, und dann eben KEVOG, Bilanzbuchhalter.

  122. 29:59
    Ronald M. Arndt

    Die gibt es nicht mehr, gell, ATU, oder?

  123. 30:01
    Bernd Büsching

    Ja, die gehören jetzt Franzosen.

  124. 30:02
    Ronald M. Arndt

    Ah ja, genau, richtig.

  125. 30:03
    Bernd Büsching

    Wie ich dort war, war der Herr Unger noch persönlich Eigentümer. Dann Bilanzbuchhalter vom Controlling und dann zur KEVOG. Und die KEVOG war damals tatsächlich Ja, kurz vor der Insolvenz. Also es war wirklich, waren wirklich sehr angeschlagen. Und ich konnte mit meinen Controlling-Kenntnissen natürlich dann sofort das Ruder rumreißen.

  126. 30:21
    Ronald M. Arndt

    Und dann war die spannende Frage der Aufsichtsräte: Ging es da nur darum, ein paar Zahlen zu verschieben, oder gab es damals schon diesen Moment, wo du gesagt hast—

  127. 30:27
    Bernd Büsching

    Im ersten Moment ging es darum, Kosten einzusparen. Und das macht keinen Spaß.

  128. 30:30
    Ronald M. Arndt

    Weil du bist ja der Wendelin-Wiedeking von der KVK.

  129. 30:34
    Bernd Büsching

    Ja, da muss man erst mal einen harten Weg gehen, weil Man muss natürlich Personal abbauen. Das macht nicht wirklich Spaß. Das ist eine ganz schwierige Situation. Aber man muss Kosten runterfahren. Und dann war die spannende Frage des Aufsichtsrats natürlich: Kann der auch unternehmen?

  130. 30:51
    Ronald M. Arndt

    Ja, ja, genau. Das sind ja zwei verschiedene Schuhe.

  131. 30:53
    Bernd Büsching

    Controlling ist ja das eine. Kosten, jede Kostenposition überprüfen, runterfahren, einsparen, wo es geht. Aber kann der dann auch? Und da glaube ich, das habe ich selber nicht gewusst. Das war mir selber nicht klar, ob ich das kann, aber offensichtlich hat es ganz gut funktioniert.

  132. 31:10
    Ronald M. Arndt

    Isabel, wie hast du denn damals— du hast gesagt Traube Tonbach, da hast du gelernt. War für dich schon früh klar, dass du in die Hotellerie gehst?

  133. 31:20
    Isabel Intrup

    Naja, ich sag mal, den Schliff habe ich schon zu Hause mitbekommen. Meine Mutter, die gelernte Hotelfachfrau ist, aus dem Grund wollte ich es eigentlich nicht werden, aber man hat schon zu Hause— war man schon gerne Gastgeber. Gastgeber, und ich habe das von klein auf mitbekommen, und das hat mir eigentlich schon auch immer Spaß gemacht. Und das war eigentlich der Grund, warum ich dann damals die Lehre gemacht habe nach dem Abitur.

  134. 31:41
    Ronald M. Arndt

    Ja, da haben wir Parallelen. Also ich bin auch gerne Gastgeber, und mein anderthalbjähriger, der ist jetzt immer schon fleißig am Tischdecken und so, ja. Und der Vierjährige, der Vierjährige freut sich immer, wenn Gäste kommen, und bereitet alles vor, egal wie es nachher ausschaut.

  135. 31:54
    Isabel Intrup

    Aber ja, ich glaube, das wird tatsächlich schon wieder ein Kind haben. Meine Schwester hat einen Arztkoffer bekommen, die ist mittlerweile auch Ärztin. Ja, vielleicht.

  136. 32:02
    Ronald M. Arndt

    Wie war die Zeit damals in der Traube?

  137. 32:04
    Isabel Intrup

    Ja, anders als sie glaube ich jetzt ist. Also ich hatte das Vergnügen, jetzt auch ein-, zweimal auch als Gast da zu sehen. Und das Schöne ist, da noch so ein paar alte Hasen sind, die man noch kennt aus seiner Lehrzeit, gerade die Abteilungsleiter. Aber es war schon, es war eine taffe Schule, aber es war auch eine verdammt gute Schule. Und ich muss auch sagen, trotz dass das jetzt— oh Gott, ich darf es gar nicht sagen— 20 Jahre her ist, muss ich sagen, ist es in meinem Lebenslauf nach wie vor ein Name. Und ist es auch. Also sie haben ja nicht nur die 5 Sterne, sondern auch die 3 Sterne im Sternerestaurant, sondern sie haben ja mittlerweile auch noch einen weiteren Stern. Und der Kollege hat ein halbes Jahr nach mir damals seine Ausbildung angefangen. Also es ist schön zu sehen, wie sich das dann auch da entwickelt.

  138. 32:47
    Ronald M. Arndt

    Ja, auf jeden Fall. Großer Name, ganz klar. Jetzt 104 Service Apartments haben wir gerade, ich glaube 4 Kategorien?

  139. 32:59
    Isabel Intrup

    5 Kategorien.

  140. 33:00
    Ronald M. Arndt

    5 Kategorien, gell? Und das Penthouse.

  141. 33:03
    Isabel Intrup

    Ja, oder dann sind es 4 Kategorien und die 3 Penthäuser. Genau, wir haben ja angefangen beim Cozy, auch noch mit einer kleineren, schmaleren Bettgröße, bis hin dann zu den Gorgeous, das sind unsere größten Die sind so bei 48, 42 Quadratmeter, je nachdem. Und dann gibt es eben noch die 3 Penthäuser oben auf dem Gebäude. Die sind in der Quadratzahl zwar ein klein bisschen kleiner als die Gorges, aber die haben halt noch eine sensationelle Dachterrasse jeweils dran. Und du hast einen traumhaften Blick hier Richtung Fränkische Schweiz oder eben zu den beiden Gobelpären. Und was total bemerkenswert ist hier in Herzogenaurach, ich habe noch nie so viele schöne Sonnenauf- und Untergänge hier mitgekriegt.

  142. 33:44
    Ronald M. Arndt

    Das war es dann Stuttgart, Stuttgart auch, die Weinsteige runter auch, ja, definitiv.

  143. 33:49
    Isabel Intrup

    Aber ich muss sagen, hier ist noch mal eine Schippe drauf. Okay, liegt daran, dass wir wahrscheinlich ein bisschen östlicher noch liegen. Ja, ja, ja.

  144. 33:55
    Ronald M. Arndt

    Also hast dich schon verliebt hier in Herzogenaurach?

  145. 33:56
    Isabel Intrup

    Doch, ist ein schöner Platz, auf jeden Fall. Also ich pendel, aber ich bin hier gerne unter der Woche und macht auch einfach Spaß, jetzt mit meinem Team dieses Projekt weiterhin aufzubauen und zu stabilisieren.

  146. 34:08
    Ronald M. Arndt

    Bernd hatte den Weg, kannst du gerne noch das Mikro kurz behalten, ja schon immer klar vor Augen gehabt. Das wird wahrscheinlich, könnte was Größeres werden, ja, und es lohnt sich, da unternehmerisch reinzugehen. Somit denke ich, guckst du hier einfach nach dem Rechten und baust so ein bisschen den Prototypen, die Blaupause auf. Aber so ein bisschen paar Tage oder Stunden pro Woche wird auch schon ein bisschen auf die Zukunft bei dir entfallen, was den Zeitaufwand angeht.

  147. 34:34
    Isabel Intrup

    Definitiv der große Plan, und umso schöner ist es zu sehen, dass wir gerade Ende letzten Jahres auch mit dem Award, den wir gewonnen haben, tolle Kontakte noch mal gemacht haben. Bernd hatte sie eh schon, aber wie die jetzt gerade wirklich sehr nutzen, um auf diesen Zug weiter aufzuspringen, um diese Marke weiter zu multiplizieren, weitere Standorte zu finden. Und das ist ganz klar ein Ziel für uns beide, 2023 weitere Standorte zu zu platzieren und zu festigen. Bis sie dann aufhaben, ist eh noch mal, oder geht meistens Zeit.

  148. 35:08
    Ronald M. Arndt

    Also platzieren heißt wirklich auch schon, ja, zu bekommen.

  149. 35:11
    Isabel Intrup

    Zu bekommen und dann eben auch in die Entwicklungsphase dann auch relativ schnell reinzugehen.

  150. 35:16
    Ronald M. Arndt

    Und das ist eine Sache, die basiert in erster Linie auf dem persönlichen Netzwerk oder auf dem unternehmerischen Netzwerk, oder gibt es da Verteiler, wo man sagt, da muss ich jetzt rein?

  151. 35:26
    Isabel Intrup

    Ich muss sagen, tatsächlich in erster Linie die persönlichen Kontakte. Und da natürlich Bernd durch seine langjährige bei der KEWOG, die langjährigen Kontakte, die er hat. Bei mir wird es immer mehr, klar, früher mehr, klar, operativ, aber auch das wird—

  152. 35:40
    Ronald M. Arndt

    muss ja Botschaft ja auch raus, hey, wir suchen neue Standorte und bei uns läuft's hier in Herzogenaurach schon so und so, guck mal, ja, komm mal vorbei. Deswegen auch da, wie wir vorher hatten vom Verkauf und so. Ist halt einfach das, ja, die Grundlage von allem, ne.

  153. 35:57
    Isabel Intrup

    Es vereinfacht natürlich auch einiges, wenn die Leute dann einfach hier jetzt einfach mal drin sind und wir sie hier willkommen heißen, dann verstehen sie uns einfach auch viel, viel besser. Wir können immer viel erzählen, aber wenn man uns einfach gesehen hat, weiß man, wo wir hinwollen. Wie Bernd eben gesagt hat, für uns das Thema Qualität oder auch qualitativ zu bauen, hochwertig zu bauen, badgen kann jeder. Aber das wollen wir uns auch für alle weiteren Projekte einfach auf die Nase schreiben.

  154. 36:23
    Ronald M. Arndt

    Da sehe ich auch wirklich ein Potenzial drin. Wenn man irgendwo anders noch ein schönes, innovatives Unternehmen hat, das sagt, hier, ich möchte gerne eigene Kapazitäten aufbauen für die Mitarbeiter und Gäste, aber nicht selber betreiben, dann seid ihr so vom Level halt her auf einer Höhe. Und das könnte auch so eine Stoßrichtung zumindest sein.

  155. 36:47
    Isabel Intrup

    Ja, genau, das soll es auf jeden Fall auch, Symbiosen zu schaffen.

  156. 36:51
    Ronald M. Arndt

    Sehr, sehr spannend. Und du hältst dich wirklich mit Radfahren, glaube ich, fit, Bernd?

  157. 36:59
    Bernd Büsching

    Ja, sonst hätten wir das ja nicht durch. Also es war tatsächlich so, ich bin ja wie gesagt jetzt 20 Jahre Geschäftsführer bei der Gewog mit einem unglaublichen Drive, den wir da haben. Unternehmen auch. Und wir haben ja zum Beispiel vor 7 oder 8 Jahren in Fulda, reiner Zufall, Projektsteuerung für Krankenhäuser gemacht, 140 Millionen Krankenhausvolumen gebaut.

  158. 37:22
    Ronald M. Arndt

    Mit euren jetzt heute 70 Mitarbeitern?

  159. 37:26
    Bernd Büsching

    Ja, und das war eine reine Frauentruppe, also eine Bauingenieurin, Geschäftsführerin, so ähnlich wie die— also muss ganz ehrlich sagen, ich habe mit Frauen in Führungspositionen einfach Top-Erfahrungen. Okay, die haben einfach, schade für uns Männer, tut mir auch leid, aber die haben mehr Drive. Das ist einfach so. Das war eine Bauingenieurin in Fulda, und haben dann erstes Krankenhausprojekt gemacht, und das waren dann 6 Damen Architektinnen und Bauingenieurinnen, haben das gerockt. Also solche Dinge haben wir gemacht. Das ist 4, 5 Jahre gelaufen, dann werden irgendwie, werden die dann alle mal schwanger, und dann ist vorbei, dann läuft das Geschäft dann nicht mehr. Aber das sind so die Themen. Und das habe ich alles durch. Und da muss man sich was suchen, wo man Ausgleich findet. Und das ist bei mir halt das Rennradfahren. Ich habe früher Fußball gespielt, ganz extrem, und habe dann in dieser Anfangsphase als Geschäftsführer nichts mehr gemacht. Und das ist nicht gut. Also man merkt dann, dass man in eine schwierige Situation kommt. Und dann habe ich ganz aktiv das Rennradfahren angefangen. Und ich bin ja zur Eröffnung auch mit meinem Projektleiter sozusagen mit dem Rennrad hergefahren. Das ist auch so ein Halbprofi. Und dann denkt man gar nicht, wie viele Höhenmeter das sind. 1500 Höhenmeter tatsächlich von uns nach Herzogenaurach. Es waren richtige, richtige anstrengende Touren, muss man ganz ehrlich sagen. 160 Kilometer.

  160. 38:47
    Ronald M. Arndt

    Also die Duschen waren schon angeschlossen zu dem Zeitpunkt?

  161. 38:49
    Bernd Büsching

    Ja, ja, wir waren ganz schön, also war ganz schön, ja, war toll.

  162. 38:54
    Ronald M. Arndt

    Okay, du sagst in der Anfangszeit als Geschäftsführer Hast du es erstmal nicht gemacht?

  163. 38:59
    Bernd Büsching

    Nee, also, oder es war einfach, das Unternehmen hat mich gerade am Anfang so gefordert, auch psychisch natürlich mit dem ganzen Umstrukturieren, mit dem Ganzen. Wir hatten ja jeden Tag Kostendruck, die Banken waren vor der Tür, die Politiker sind nervös geworden. Es gibt nichts Schlimmeres für einen Politiker, wenn er vielleicht eine Insolvenz anmelden muss bei einem Unternehmen, wo er beteiligt ist. Also das hat einfach extrem, und wenn man dann früher Sport betrieben hat und dann es nicht mehr macht, dann merkt man das. Deswegen kann ich nur empfehlen, man braucht seinen Ausgleich, den muss jeder haben. Sonst, und jetzt komme ich da ganz gut durch.

  164. 39:35
    Ronald M. Arndt

    Hast du das Radfahren morgens oder abends nach dem Arbeitstag noch mal wieder drangehängt? Also das geht mir eigentlich gerade ein bisschen ähnlich mit den 2 Kindern. Jetzt hat man erstmal viel gegeben, so das Gefühl, aber jetzt ist die Zeit gekommen, wo man auch wieder irgendwas für sich tun muss. Rennrad ist übrigens auch mein Medium. Ich bin seit über 20 Jahren immer bei der Tour de France als Zuschauer mit Zelt und Rennrad dabei. Cool, cool.

  165. 39:57
    Bernd Büsching

    Das habe ich noch vor mir.

  166. 39:58
    Ronald M. Arndt

    Angefangen habe ich noch keinen Führerschein gehabt, mit dem Zug immer hingefahren. Aber ganz praktisch, morgens oder abends oder mittags oder auf dem Weg zur Arbeit?

  167. 40:07
    Bernd Büsching

    Beim Rennradfahren ist man ja relativ flexibel. Man kann es ja alleine machen. Genau. Und da nutze ich einfach, also unter der Woche Es ist nicht so, da kann ich vielleicht noch mal eine Stunde, eineinhalb Stunden meine Hausstrecke sozusagen fahren. Jeder seine Hausstrecke, die er fährt. Aber am Wochenende halt dann auch mehr. Und ich habe auch meine Arbeitswelt verändert. Also ich bin früh, glaube ich, früher kein Tag vor 8, 9 oder 10 aus dem Büro raus. Das haben wir insgesamt verändert. Also ich habe irgendwann mal einen Bericht gelesen, dass ein CEO von adidas auch nicht mehr so lange arbeitet. Und dann habe ich mir gedacht, Irgendwas machen wir jetzt falsch. Also ich will ja nicht mehr, dass meine Mitarbeiter so viel arbeiten. Also nach dem Motto, weniger ist mehr. Ich glaube einfach auch daran.

  168. 40:48
    Ronald M. Arndt

    Smarter einfach.

  169. 40:49
    Bernd Büsching

    Ja, wir haben jetzt in Tirschenreuth zum Beispiel auf 37 Stunden die Arbeitswoche verkürzt und ich merke, dass das den Leuten einfach gut tut. Und ich merke jetzt einfach, nach 18 Uhr ist da keiner mehr im Büro und es ist auch gut so, weil die Leute einfach auch Freizeit haben sollen. Und ich glaube, dass sich das dann in der Leistung auswirkt, mit einer anderen Balance durchs Leben gehen. Und ich weiß es bei mir selber, wenn ich dann abends um 9 oder halb 10 Uhr im Büro war, da ist nichts mehr passiert. Ich hatte dann keine Ideen mehr. Wenn ich aber jetzt um 6 aufs Rad gehe, dann habe ich noch 3 oder 4 Ideen. Das ist ja so am Rad. Ich weiß nicht, wie dir das geht, aber am Rad löst man Probleme und man entwickelt neue Ideen.

  170. 41:32
    Ronald M. Arndt

    Also ja, so ist es definitiv.

  171. 41:33
    Bernd Büsching

    Ich finde keine Lösung und dann fahre ich plötzlich einen Berg rauf, 7% Anstieg, und denke mir, jetzt habe ich es, jetzt weiß ich, wie es geht. Also das ist einfach wichtig. Also das möchte ich auch nicht mehr missen, muss ich ganz ehrlich sagen. Das ist eine ganz, ganz tolle Geschichte. Ich fahre so im Jahr 10.000, 12.000 Kilometer. Ich fahre auch im Winter. Im Winter ist es noch besser, weil dann kann man abends um 8 Uhr fahren. Und Gott sei Dank lässt mich meine Familie auch. Meine Kinder sind schon groß, also das Thema habe ich nicht mehr. Und meine Frau hat als Hobby einen Garten. Insofern passt es ganz gut.

  172. 42:03
    Ronald M. Arndt

    Super. Das macht richtig Spaß. Und wie ich es ja eingangs gesagt hatte, euch schon auf der Bühne damals gesehen zu haben und so ein bisschen beim Anstoßen nach dem gewonnenen Award von der Annett. Das macht Spaß, dass ihr euch da irgendwo auch gefunden habt. Ja, ja. Dass die KEVOX so ein Projekt und hier in dieses Thema reingegangen ist. Und ja, da stehen wir am Anfang hoffentlich von was Großem. Da wollen wir mehr davon. Und das war jetzt heute mal so die erste Bestandsaufnahme. Und ich freue mich dann spätestens beim zweiten Standort wieder, mich mit euch zusammenzusetzen.

  173. 42:41
    Isabel Intrup

    Gerne.

  174. 42:43
    Bernd Büsching

    Vielen Dank, Arndt.

  175. 42:44
    Ronald M. Arndt

    Isabel, ganz, ganz lieben Dank und euch weiterhin alles Gute.

  176. 42:48
    Bernd Büsching

    Ja, danke ebenfalls. Viel Erfolg mit dem Podcast.

  177. 42:51
    Ronald M. Arndt

    Merci.