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Germany · Episode #8 · 02.03.2022 · 36 Min

Zeit für eine neue Dimension des Gastgebertums

Alexander AisenbreyDer Öschberghof
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Aufgenommen: Der Öschberghof, Donaueschingen

Standbild aus der Episode mit Alexander Aisenbrey Germany36 Min

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„Das wird nie mehr so sein, es wird grundsätzlich anders sein. Wir alle haben uns verändert. Manche zum Positiven, manche zum Negativen. Aber es wird eine neue Dimension des Gastgebertums kommen.“

Alexander Aisenbrey, 33:47

Alexander Aisenbrey führt den Öschberghof in Donaueschingen und spricht mit Ronald M. Arndt über 19 Jahre in diesem Haus, über 400 Gastgeberinnen und Gastgeber und darüber, warum er Krawatte trägt und siezt. Er benennt, was die Hotellerie jahrelang weggeschoben hat: Die Zahl der Auszubildenden fiel von über 100.000 auf 40.000, geändert hat sich nichts. Mit der Union der Wirtschaft will er der Branche eine gemeinsame Stimme bei Politik und Bevölkerung geben.

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Kernaussagen

  1. Krawatte als Arbeitskleidung: Aisenbrey trägt die Krawatte, um seinen über 400 Gastgeberinnen und Gastgebern und den Gästen Respekt zu zeigen. Mit seinem langjährigen Sportdirektor Paul Gremmelsbacher siezte er sich jahrelang jeden Tag, auch im gemeinsamen Doppelzimmer auf Reisen.
  2. Ausbildungszahlen im Sturzflug: Die Zahl der Auszubildenden ist von über 100.000 auf 40.000 gefallen, kontinuierlich über zehn Jahre. Für ihn liegt das an Ignoranz und falscher Priorisierung, diskutiert wurde statt gehandelt.
  3. Union der Wirtschaft: Er gründete die Denkfabrik innerhalb eines Jahres, weil die Branche von der Currywurstbude bis zum Sternerestaurant keine gemeinsame Stimme hat. Sein Ziel ist, bei Politik und Bevölkerung sichtbar zu werden.
  4. Haus mit 127 Zimmern: Zum Öschberghof gehören 127 Zimmer, 45 Löcher Golf, Spa und viel F&B. Bei Vollbelegung fehlen 20 bis 25 Leute auf 450 Gastgeberinnen und Gastgeber.
  5. Kein eigenes Hotel: Ein eigenes Haus schließt er aus, denkbar wäre mit 65 eine kleine Frühstückspension in Salzburg. Fotos mit Prominenten sammelt er nicht, weil das Hotel nicht ihm gehört.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Stuttgarter Junge, Sohn einer Koryphäe für Architektur und in direkter Linie verwandt mit dem Dichter Johann Gottfried von Herder, welcher mit Christoph Martin Wieland, Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller zum klassischen Viergestirn von Weimar zählt. Klingt schon ganz gut, trotzdem geht Alexander Aisenbrey bereits in jungen Jahren seinen ganz eigenen Weg und verdient sich seine erste Mark in einem Eiscafé. Später folgen namhafte Adressen wie die Traube Tonbach, das Bachmaier Weissach, Vila Vita oder auch das Le Montreux Palace am Genfer See, wo er nicht zuletzt auch seine Frau kennenlernt. Und seit nun bereits 20 Jahren prägt er wie niemand anderes den „Der Öschberghof“ in Donaueschingen. Der große persönlichen Erfolg ist ihm aber nicht genug und es wird schnell klar, dass Alexander Aisenbrey stets das große Ganze samt seinen über 400 Gastgeberinnen und Gastgebern, wie er sein Team respektvoll nennt, im Auge hat. Darüber hinaus gründet er die Denkfabrik Union der Wirtschaft und gibt offen zu, dass in der Vergangenheit in der Hotellerie auch vieles schief gelaufen ist und die Zeit für eine neue Dimension des Gastgebertums überfällig sei.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen36 Min · Ronald M. Arndt und Alexander Aisenbrey

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:07
    Ronald M. Arndt

    Alexander Aisenbrey, herzlich willkommen im Hotel-Podcast.

  2. 00:11
    Alexander Aisenbrey

    Herzlichen Dank, freue ich mich sehr.

  3. 00:13
    Ronald M. Arndt

    Danke, dass ich hier mit Ihnen Platz finden durfte in Ihrem Wohnzimmer, so nennt sich's.

  4. 00:19
    Alexander Aisenbrey

    Genau, ja, wir sind deutsch geblieben hier, Esszimmer, Wohnzimmer, insofern jetzt im Wohnzimmer, ja.

  5. 00:24
    Ronald M. Arndt

    Im Oeschberghof in Donaueschingen. Genau, die meisten werden den Oeschberghof kennen, dass der in Donaueschingen liegt. Wahrscheinlich nicht alle, oder? Oder wie bekannt ist das Städtchen mittlerweile?

  6. 00:36
    Alexander Aisenbrey

    Also grundsätzlich ist Donaueschingen keine Tourismusdestination, deswegen ist ja unser Ziel, es dahingehend zu bringen, dass es heißt Donaueschingen beim Oeschberghof.

  7. 00:49
    Ronald M. Arndt

    Sehen Sie, also einmal umdrehen. Genau, wunderbar, ausgezeichnet. Als ich mich so ein bisschen reingelesen habe in Ihr Revita, also nehmen wir mal die ganzen Stationen in Hotels weg, habe ich gedacht, irgendwie den kenne ich ja, das bin ja ich. Also ohne übertreiben zu wollen, aber Stuttgarter Junge, Architektenfamilie, bei mir jetzt weniger, aber ich wollte zumindest mal Architektur studieren, habe da meine berufsorientierenden Praktika gemacht. Dann später Französisch noch gelernt. Jetzt immer mehr hinterm Klavier, oder muss ich auch sagen, hier wahrscheinlich am Flügel ab und an. Thema Golf, klar, ihr habt ja 45 Löcher, da nehme ich mal an, dass Sie einen Schläger auch einigermaßen gerade schlagen können.

  8. 01:37
    Alexander Aisenbrey

    Also ich versuche es, ja.

  9. 01:38
    Ronald M. Arndt

    Aber was ist gerade so das Hobby Nummer 1, Klavier oder Golf?

  10. 01:43
    Alexander Aisenbrey

    Nee, Hobby ist immer schwierig.

  11. 01:46
    Ronald M. Arndt

    Oder keine Zeit für Hobbys?

  12. 01:47
    Alexander Aisenbrey

    Nein, das wäre auch nicht richtig. Also was ich ja nie, was ich ja nie verfolge, ist, dass man dann sagt, wenn man über mich spricht, oder jetzt gerade wo auch die Verleihung war, man sagt, ja, die arme Familie, bist ja nie zu Hause, bist ja nur immer am Arbeiten. Das finde ich eigentlich total bescheuert, weil dann machst du doch auch irgendwas falsch. Also wenn ich nur arbeiten müsste, es ist so ein, es muss so ein Gesamtkonstrukt sein. Also ich übe jeden Tag Klavier, das macht Spaß, das entspannt, das ist unheimlich schwierig, in so einem Alter anzufangen. Macht aber, wenn dann mal ein Lead sitzt, auch wirklich Freude. Das Golfen, natürlich haben wir viele Gäste hier, wo man sagt, komm, ich gehe mal 9 Loch mit, was dann schon ein großer Zeitinvest ist, weil 2,5 Stunden oder 2 Stunden kannst du natürlich nicht jedem Gast schenken, was ich gerne machen würde, aber es geht natürlich nicht. Das Hobby ist die Familie, es ist der Hund, es ist das schöne Essen, und ich glaube, Wenn man es schafft, sein Leben so als Gesamtkomposition zu arrangieren, dass eigentlich alles Spaß macht. Also ich arbeite gerne, ich gehe aber auch gerne nach Hause. Ich bewege gerne Dinge, aber ich sitze einfach auch mal nur da am Klavier und übe eine Stunde Klavier. Und ich glaube, das ist so dieser Kern, den man anstreben sollte, dass man eigentlich die 24 Stunden minus Schlaf, aber auch da sollte man glücklich sein, einfach zufrieden ist.

  13. 03:16
    Ronald M. Arndt

    Ich habe das Gefühl, hier im Hotel-Podcast, ich treffe nur auf glückliche Hoteldirektorinnen und Hoteldirektoren. Dann komme ich nach Hause zu meiner Frau und sage, du siehst, die sind alle happy. Also ich bin auch happy mit dem, was ich so mache, aber guck, das wäre doch auch ein Weg für mich gewesen, für uns. Und dann kommt aber immer gleich natürlich der Kommentar, ja, aber die sind wahrscheinlich den ganzen Tag im Hotel. Also das ist schon so das Bild, was man hat. Der Hoteldirektor ist ein wenig zu Hause, die Familie hat vielleicht so seine 2 Kinder.

  14. 03:46
    Alexander Aisenbrey

    Ja, aber sie haben ja nie zu. Und das ist das Thema. Alle anderen, ein Kaufhaus macht um 20 Uhr zu, hat am Sonntag geschlossen, ein Office sowieso. Wir sind 24 Stunden, 7 Tage und es passiert natürlich auch 24 Stunden, 7 Tage etwas.

  15. 04:04
    Ronald M. Arndt

    Ja, ja.

  16. 04:05
    Alexander Aisenbrey

    Und das wäre wirklich die ganze Zeit hier bleiben. Wie viele Kollegen wohnen im Hotel? Definitiv. Das will man auch sehen.

  17. 04:10
    Ronald M. Arndt

    Ja, viele.

  18. 04:11
    Alexander Aisenbrey

    Gar nicht so unüblich.

  19. 04:14
    Ronald M. Arndt

    Ich habe jetzt schon 10 Stunden, glaube ich, hier genießen können. Bin gestern angereist, wollte jetzt gar nicht so recht Badehose gegen Krawatte tauschen. Fiel mir schwer. Haargel habe ich prompt vergessen, gerade beim Duschen. Aber ich hatte dann irgendwo hier gelesen im Hoteliers-Jahresmagazin von der AHGZ, dass ja der Herr Aisenbrey nur ungern bis nie seine Krawatte ablegt. Das heißt, der Anzug, der ist ihm immens wichtig. Habe ich gedacht, komm, mindestens.

  20. 04:41
    Alexander Aisenbrey

    Ja, das ist so. Also für mich ist die Krawatte einfach einmal die Wertschätzung meinen Gastgeberinnen und Gastgebern und natürlich unseren Gästen.

  21. 04:49
    Ronald M. Arndt

    Das ist Ihr Team, meinen Sie gerade, gell?

  22. 04:51
    Alexander Aisenbrey

    Genau.

  23. 04:51
    Ronald M. Arndt

    Die Gastgeberinnen. Haben Sie über 400 hier im Eschbergkogel?

  24. 04:54
    Alexander Aisenbrey

    Über 400, jawohl. Und natürlich den Gästen. Das ist meine Wertschätzung. Das ist meine Arbeitskleidung, wo ich den Menschen einfach den Respekt und die Wertschätzung zeige. Natürlich gibt es jegliche Formate heute. Alle duzen sich, alles ist Hemd offen, T-Shirt drum und dran. Ist nicht meine Wertschätzung, ist nicht meine Vision. Meine Vision ist, dass ich jedem Menschen, dem ich begegne, mit Respekt begegne, und deswegen laufe ich so rum, wie ich rumlaufe.

  25. 05:25
    Ronald M. Arndt

    Da bin ich ganz bei Ihnen. Aber dann mag man annehmen, dass in manchen Konzernen, wo eben jetzt, wie Sie sagen, eher offenes Hemd oder gar kein Hemd die Regel ist, dass da irgendwo die Wertschätzung dann zurückgegangen ist, abgenommen hat. Nö, das glaube ich nicht.

  26. 05:40
    Alexander Aisenbrey

    Das glaube ich nicht mal.

  27. 05:41
    Ronald M. Arndt

    Wie kann man es anders hinbekommen?

  28. 05:44
    Alexander Aisenbrey

    Also, Sie können sich auch wertschätzen, wenn Sie sich duzen. Oder ich finde einfach, aber vielleicht ist es auch so ein bisschen die Old-Fashioned-Linie, die ich noch habe, ich finde es einfach schöner, wenn man sich ordentlich begegnet. Ich habe auch, also ich sieze auch leidenschaftlich gerne. Ich liebe es, die Titel zu sagen, weil es hat doch jemand den Doktor gemacht, weil er ihn gemacht hat. Und deswegen spreche ich Sie dann auch gerne mit Doktor an. An oder mit dem Titel, wie es halt ist, und so ein bisschen dieses österreichische Schmäh noch bewahrheiten, den Respekt voreinander. Du kannst natürlich auch mit Du und locker Respekt zeigen. Aber schauen Sie, ich habe zum Beispiel eine Geschichte. Mein langjähriger Sportdirektor Paul Gremmelsbacher, mit dem ich das 15 Jahre hier gemacht habe, der hat den ganzen Sportbereich unter sich gehabt. Wir sind auf der ganzen Welt gewesen, haben Golfgruppen gehabt, sind überall hingefahren. Wir haben meistens dann ein Doppelzimmer genommen und wir haben uns Bis vor 2 Jahren, jetzt sind es 19 Jahre, wo wir uns kennen, also bis vor 17 Jahren haben wir uns jeden Tag gesiezt. Wir waren im Doppelzimmer, sind aufgewacht und haben gesagt, Herr Kremlsbauer, haben Sie gut geschlafen? Ich habe sehr gut geschlafen, Herr Aisenbrey. Das hat mit Wertschätzung, mit Freundschaft gar nichts zu tun. Das ist ja das Gefühl, was es ausmacht.

  29. 07:00
    Ronald M. Arndt

    Ich gehe mal kurz aufs Klo, Herr Aisenbrey.

  30. 07:02
    Alexander Aisenbrey

    Sind Sie fertig gebadet, Herr Aisenbrey? Ja, ich bin gleich fertig. Und das ist so eine Thematik. Ja, und Wertschätzung und sich mögen hat nichts mit Sie oder Du zu tun. Aber ich finde einfach so ein Stückchen, wir müssen nicht alles über Bord werfen.

  31. 07:22
    Ronald M. Arndt

    Und wenn man so auf Ihre Station zurückblickt, da sind Sie schon 18 Jahre, glaube ich, im Eschberghof, oder?

  32. 07:27
    Alexander Aisenbrey

    Jetzt ist es 19, gerade abgeschlossen. Jetzt geht es ins 20. Jahr.

  33. 07:30
    Ronald M. Arndt

    Und die Häuser, wo Sie davor waren, ja, die waren ja auch alle von Rang und Namen.

  34. 07:36
    Alexander Aisenbrey

    Waren alle schön, ja. Sind immer noch schön.

  35. 07:39
    Ronald M. Arndt

    Immer noch schön, genau. Oder werden wieder schön. Ja, das stimmt. Das ist ein Beispiel. Vielleicht kommen wir da noch mal drauf zu sprechen. Aber klar, Sie haben diese Welt auch nie verlassen. Sie sind da reingerutscht. Was mich immer interessiert beim Hotel-Podcast, weil es mir auch darum geht, einfach junge Menschen für unsere Branche, wobei manche sagen, die schönste Branche der Welt, wenn es das und das und das nicht gäbe, aber zu motivieren. Aber wie sind Sie denn da damals reingerutscht? Weil der Architekt, das war ja gar kein schlechtes Büro, was Ihr Vater, glaube ich, hatte.

  36. 08:09
    Alexander Aisenbrey

    Das ist immer noch ein hervorragendes Büro mit über 80 Beschäftigten.

  37. 08:17
    Ronald M. Arndt

    Hat aber von Kindern keiner übernommen?

  38. 08:19
    Alexander Aisenbrey

    Nein, wir haben natürlich schon in frühen Jahren mitarbeiten dürfen und ich glaube, also wir haben immer mal wieder, wir sind immer wieder zusammengesessen, unser Vater Da hat er dann auch immer gefragt, warum ist denn eigentlich niemand von euch beiden ins Büro gegangen? Und ich glaube, der Grund ist, weil wir schon von Kind auf im Büro drin waren. Wir kannten alle Bauherren, wir kannten alle Mitarbeiter, wir kannten jede Baustelle. In den Sommerferien haben wir auf der Baustelle gearbeitet. Und das war sicherlich ein Grund, wo man dann final gesagt hat, okay, eigentlich kennen wir alles. Aber ich glaube, der Hauptgrund, was meinen Bruder und mich abgehalten hat, da reinzugehen. Unser Vater war eine absolute Koryphäe und es wäre immer nur so gewesen, dass es heißt, ja, das ist nett, dass Sie da sind, aber wir rufen schnell nochmal den Vater an.

  39. 09:06
    Ronald M. Arndt

    Richten Sie einen Gruß an den Vater aus.

  40. 09:07
    Alexander Aisenbrey

    Nicht den Gruß, sondern wir rufen an und fragen nochmal nach. Und das war uns, glaube ich, meinem Bruder und mir sowas von klar, dass wir nie eine Chance, und er hätte uns jegliche Chance gegeben, definitiv, es war ein großartiger Mensch, Aber so kam es, dass mein Bruder in die Mode gegangen ist und ich in die Hotellerie.

  41. 09:28
    Ronald M. Arndt

    Ich hatte mich immer überlegt, woher kennst du diesen Namen Aisenbrey? Ich bin ja wie gesagt Stuttgarter, da kennt man ihn. Ich glaube, da fällt der Aisenbrey-Name mit dem Kaufhaus Breuninger zusammen.

  42. 09:38
    Alexander Aisenbrey

    Genau, Breuninger oder Fischer auch lange Jahre, Modehaus Fischer, lange Geschäftsführer gewesen. Aber jetzt, ich weiß nicht wie viele Jahrzehnte schon bei Breuninger.

  43. 09:46
    Ronald M. Arndt

    2 Branchen definitiv, die die letzten Monate bis jetzt schon knapp 2 Jahre doch die ein oder anderen Schwierigkeiten auch hatten. Aber sie habe ich bei allem, was ich so recherchieren konnte, und auch jetzt die ersten Eindrücke, mal als sehr positiven Menschen, der nach vorne geht, kennengelernt. Aber natürlich sind doch eine Menge Leute auch abgewandert. Also auch der Oeschberghof musste da—

  44. 10:12
    Alexander Aisenbrey

    Zum Glück mussten wir nicht so federn lassen. Wie gesagt, wir haben weiterhin über 400 Gastgeberinnen und Gastgeber. Jetzt natürlich in der Phase zu viel, wenn wir dann wieder voll sind, ein Stück zu wenig. Also Vollbesetzung fehlen uns schon noch 20, 25, also sind wir bei 450 bei 127 Zimmern. Also ist ja schon eine fantastische Quote hier, aber wir haben natürlich viel F&B, wir haben natürlich viel Golf, Spa und so weiter. Aber die Thematik, die wir doch in der Pandemie wirklich gelernt haben, sollten, sage ich mal vorsichtig, dass wir vieles nicht gut gemacht haben, dass wir vieles wegignoriert haben, dass wir vieles durch ein gutes Business, aber vor allem durch Ignoranz und falsche Priorisierung einfach nicht wahrgenommen haben.

  45. 11:03
    Ronald M. Arndt

    Mal ganz ehrlich, darüber besteht, soweit es geht, Einigung, oder?

  46. 11:10
    Alexander Aisenbrey

    Wer gesteht sich schon die eigenen Fehler gerne ein? Das ist doch unser Problem. Und wenn wir doch mal ganz ehrlich sind, die Situation mit unseren Gastgeberinnen und Gastgebern, die wäre so oder so gekommen. Vielleicht 2025, vielleicht 2024. Und eigentlich sprechen wir ja schon seit 15, 20 Jahren darüber. Was habe ich denn die letzte Zeit getan? Warum habe ich denn nicht disruptiv mich zusammengesetzt und gesagt, was müssen wir ändern? Ist unsere Ausbildung noch standesgemäß? Brauche ich 17 Landesverbände, einen Bundesverband, 79 IHKs, die alle die alle nur durch uns leben. Das muss man ja mal sagen. Und was haben wir geändert? Natürlich, die haben alle ihre Berechtigung.

  47. 11:47
    Ronald M. Arndt

    Sie meinen, dass wir an einem Strang ziehen?

  48. 11:50
    Alexander Aisenbrey

    Ja, und einfach auch mal überlegen, für was sind wir denn hier und was machen wir denn nicht gut? Und wenn wir doch sehen, dass ich von über 100.000 Auszubildenden auf 40.000 gerutscht bin und das kontinuierlich die letzten 10 Jahre, dann hätte ich doch irgendwann nach 5 Jahren schon sagen können, hey, stopp mal, da stimmt doch irgendwas nicht. Hey, wir sollten dringend was unternehmen. Nein, wir diskutieren heute noch drüber. Wie lange wollen wir diskutieren, bis wir beim Minus sind? Ja, stimmt. Das ist das, was ich nicht verstehe.

  49. 12:15
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, Sie möchten der Branche eine Stimme geben. Aber wer hat denn die letzten Jahre Interesse gehabt, eben der Branche keine Stimme zu geben? Wo war da das Missverhältnis?

  50. 12:26
    Alexander Aisenbrey

    Also, wir müssen wirklich vielschichtig anfangen. Das ist die Problematik. Dadurch, dass wir natürlich so differenziert sind, von der Currywurstbude bis zum Sternerestaurant, vom Motel bis zum Luxushotel, was dann noch alles dazugehört, der Fahrradverleih, der Strandkorbverleih. Wir sind so eine riesige Branche, sind so vielschichtig, aber haben final keine Einigung, weil natürlich auch die Belange eines Würstelbudenbesitzers anders sind als die eines Sternerestaurants. Und wir müssen, und jeder hat seine Berechtigung, gar keine Frage, und jeder muss auch seinen Bedürfnissen hinterhergehen, aber das, was wir schaffen müssten, dass wir, und das ist ja dieser Versuch, nicht nur der Versuch, sondern wir haben es ja dann final innerhalb von einem Jahr umgesetzt, die Union der Wirtschaft zu gründen. Wir müssen uns mit der gesamten Branche bei der Politik, aber auch bei der Bevölkerung bemerkbar machen. Wir haben, glaube ich, in Deutschland noch nicht so ganz verstanden, dass wir von einem Industrieland eigentlich in ein Dienstleistungsland schon längst gewechselt sind. Weil sonst wäre die Wertschätzung auch im Gesundheitswesen auch in der Dienstleistung oder im Handel an sich, aber natürlich auch bei uns in der Hotellerie, in der Gastronomie, wäre, glaube ich, in einem ganz anderen Ansehen, wenn das die Bevölkerung plötzlich merken würde und sagt, oh, das ist eigentlich stark, was die da machen. Ich komme her und ich werde freundlich bedient. Das ist doch schön. Nein, das wird vorausgesetzt. Wenn es nicht so ist, dann kriegst du eine mit. Ja, natürlich ist unser Ansinnen, immer freundlich zu sein, aber Es darf keine Selbstverständlichkeit sein.

  51. 14:02
    Ronald M. Arndt

    Am Ende geht es ja darum, bei so einer wirtschaftlichen Aktivität, wie ein Hotel natürlich auch ist, wirklich die Belange des Teams, der Mitarbeiter zu respektieren und einzuhalten. Und das ist ja so ein bisschen bis hin zu irgendwelchen einfacheren Jobs, sage ich mal, hinten runtergefallen. Darum geht es, an alle denken, alle Menschen mit einbeziehen in den Geschäftserfolg.

  52. 14:28
    Alexander Aisenbrey

    Grundsätzlich ist es das.

  53. 14:30
    Ronald M. Arndt

    Wenn das eben nicht der Fall ist, ist dieser Erfolg nicht da.

  54. 14:33
    Alexander Aisenbrey

    Ja, der kann schon auch da sein. Nur unsere jungen Menschen werden mündiger. Wir haben natürlich durch dieses Social Media, sind wir komplett gläsern geworden. Du kannst ja, also was auch nicht gut ist, weil es wird ja gar nicht mehr bewertet. Es wird ja gar nicht mehr auf Wahrheitsgehalt geprüft. Da kommt was raus, dann schreiben alle, Shitstorm läuft, jeder schreibt was. Und wenn dann rauskommt, dass es gar nicht so war, interessiert es schon niemanden mehr. Es interessiert immer nur die schlechte Nachricht. Das ist eigentlich schon krass und das gefällt mir auch nicht, sage ich ganz ehrlich. Also was haben wir früher anders gemacht? Früher war wirklich der Gast im absoluten Mittelpunkt und danach haben wir uns alle gerichtet. Also so Grand Seigneurs wie Heiner Finkbeiner oder Hermann Bareiß, auch große Ketten, Geschäftsführer, Direktoren. Es war 100% der Gast im Mittelpunkt. Und so kam ja eigentlich auch der Gast ist König in der Summe rein, was gar nicht stimmt. Wenn der Gast König wäre, wären wir ja nur seine Bediensteten. Aber das sind wir nicht. Wir sind ja die Gastgeber. Der Erste, der es dann umgemünzt hat, war Horst Schulze mit Ladies and Gentlemen Service, Ladies and Gentlemen. Genau das ist eigentlich der Gedanke, den wir brauchen. Wir sind nicht die die Bediensteten und rennen rum, sondern wir freuen uns, wenn der Gast kommt. Wir wollen sie begeistern. Natürlich machen wir Fehler. Natürlich kann auch mal ein schlechter Tag sein.

  55. 15:59
    Ronald M. Arndt

    Der Gast macht ja auch Fehler.

  56. 16:01
    Alexander Aisenbrey

    Ja, der fällt dann bei uns nicht so auf.

  57. 16:03
    Ronald M. Arndt

    Da muss man ja auch nicht alles akzeptieren.

  58. 16:05
    Alexander Aisenbrey

    Es macht jeder irgendwo Fehler. Aber das Entscheidende ist, wenn wir eine schlechte Leistung bringen, dann ist es selbstverständlich, dass wir alles dran tun, es anders zu machen. Aber die Grundwertschätzung gegenüber dem Menschen an sich, der müsste doch da sein. Egal ob ich Gast, ob ich Chef, ob ich was weiß. Und ich kann doch als Gast das. Und das ist das, was mir nie in den Kopf reingeht. Jetzt bin ich irgendwo Gast und alles ist schön und dann passt mir was nicht und dann schreie ich einen wildfremden Menschen an. Mit welchem Recht? Ich sage dann immer: Reden Sie so mit Ihrer Familie auch? Also welches Recht nehmen Sie sich raus, mich jetzt anzuschreien, weil Sie 20 Minuten beim Frühstück auf den Kaffee gewartet haben. Mal ganz ehrlich, kommen Sie zu mir und sagen, Mensch, heute habt ihr einen schlechten Tag gehabt, ich musste 20 Minuten auf den Kaffee warten, ich hätte ihn gerne schneller gehabt. Dann sage ich, Sie haben 100% recht, was darf ich Ihnen Gutes tun? Komm, ich gebe Ihnen eine Massage oder weiß was ich. Alles in Ordnung. Aber Sie kommen her und schreien mich an. Warum?

  59. 17:00
    Ronald M. Arndt

    Ganz interessant, weil eigentlich spiegelt ja nichts die Gesellschaft so wider wie so ein Hotel. Weil also dieses Private mit Wenn man so privat hier unterwegs ist.

  60. 17:10
    Alexander Aisenbrey

    Ja, wobei man muss natürlich schon einsehen, ein Hotel ist, wenn man sich die Bedürfnispyramide anschaut, wir sind ja über der Spitze. Uns braucht ja im Grunde niemand. Also du könntest dein Leben auch ohne Hotel gestalten. Was du brauchst, ist ein Lebensmittelhandel, was du brauchst, ist Essen, ist Trinken, ist Gesundheit, die wir alle brauchen. Die müsste man viel, viel mehr pushen. Was mich mal ganz ehrlich auch extrem schockiert, In der Zeit, und ich glaube, die machen alle einen Wahnsinnsjob da drin. Also Wahnsinn ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck, aber die machen einen Knochenjob da drin. Und dann hatte man vor einem Jahr doch geschrien, 4000 Euro Mindestlohn, alles ist weg. Was sind wir eigentlich für eine Gesellschaft?

  61. 17:50
    Ronald M. Arndt

    Wo man jetzt schon mal denkt, dass es irgendwie geht. Geht auch so.

  62. 17:53
    Alexander Aisenbrey

    Ja, einfach wieder ruhig sein. Aber wir zahlen einem Fußballer 20 Millionen Jahresgehalt. Verhältnis ist nicht gut. Ehrlichkeit ist nicht gut. Da stimmt die Ehrlichkeit nicht mehr.

  63. 18:08
    Ronald M. Arndt

    Na gut, ehrlich waren Sie ja kurz mit der Bestandsaufnahme, dass da irgendwo was nicht stimmt.

  64. 18:14
    Alexander Aisenbrey

    Ehrlich sind Sie, wenn Sie das, was Sie sagen, auch tun.

  65. 18:18
    Ronald M. Arndt

    Dann sind Sie ehrlich. Es wurde ja verkündet, dass da irgendwie viel gemacht wird.

  66. 18:22
    Alexander Aisenbrey

    Da wurde viel verkündet und dann applaudiert. Ich fand es so gut von der einen Ärztin, die gesagt hat, ihr könnt euch euren Applaus an den Arsch schmieren.

  67. 18:28
    Ronald M. Arndt

    Ich brauche Kohle.

  68. 18:28
    Alexander Aisenbrey

    Ich arbeite jeden Tag 12 Stunden und versuche Menschenleben zu retten.

  69. 18:33
    Ronald M. Arndt

    Jetzt sind Ihre Voraussetzungen hier im Eschberghof ja nicht schlecht, definitiv, aber Sie gehen auch voran, ihr macht auch, ihr habt jetzt hier mit dem Umbau glaube ich 60 Mitarbeiterwohnungen direkt mit eingeplant. Was habe ich alles gelesen, gehört? Ich habe gestern mich eine Stunde mit einem Herrn am Empfang, an der Rezeption unterhalten, wunderbar, richtig Spaß gemacht. Restaurant glaube ich, Chillout, Lounge, alles da.

  70. 18:59
    Alexander Aisenbrey

    Ja, muss noch was Ein bisschen vorangehen.

  71. 19:04
    Ronald M. Arndt

    Aber am Ende ist ja die Frage, Ihre Tochter, 3 Töchter haben Sie, die eine haben Sie—

  72. 19:08
    Alexander Aisenbrey

    2 Töchter, ein Sohn. Der Sohn ist Architekt, studiert Architektur gerade. Also der geht in die Stapfen vom Opa.

  73. 19:15
    Ronald M. Arndt

    Nein, okay. Aber Ihr Vater lebt nicht mehr, oder?

  74. 19:18
    Alexander Aisenbrey

    Ist leider dieses Jahr verstorben.

  75. 19:22
    Ronald M. Arndt

    Okay, der geht in die Fußstapfen, das ist schön.

  76. 19:23
    Alexander Aisenbrey

    Ja, das ist grandios.

  77. 19:26
    Ronald M. Arndt

    Und die andere Tochter, Antonia heißt sie, glaube ich, die haben Sie mit auf die Bühne genommen, eben bei der Übergabe vom Award Hotel des Jahres der AHGZ. Meint man da Parallelen zu Ihrem Vater dann, also zu Ihnen?

  78. 19:40
    Alexander Aisenbrey

    Nein.

  79. 19:40
    Ronald M. Arndt

    Könnte es sein, dass die mal—

  80. 19:41
    Alexander Aisenbrey

    Das könnte durchaus sein. Wobei, ich habe eine ganz klare Vision, und das habe ich auch immer meinem Vater, aber natürlich auch der Mutter, die das auch nie gefordert hat, dass man irgendwas machen muss.

  81. 19:52
    Ronald M. Arndt

    Ihre Mutter hatte ja auch ein witziges Business.

  82. 19:55
    Alexander Aisenbrey

    Ja, ja, die Situation ist, was ich versuche, den Kindern, und das ist ja nicht immer ganz einfach zu ermöglichen, ist, dass wir nicht erziehen. Also klar, in den jungen Jahren erziehst du, setz dich ordentlich an den Tisch, sag Hallo und so weiter. Aber ich glaube, da sind wir durch. Sondern meine Frau und ich versuchen, den Kindern jetzt wirklich einen guten Coach zu sein, dass wir schon klare Grenzen ziehen. Aber der Sohn ist jetzt 19, die Antonia ist 17, Charlotte 14. Da musst du nicht mehr sagen, mach dies, mach jenes, sondern da musst du eher fragen, warum machst du das, oder können wir dich irgendwo supporten? Und die Antonia ist eine Fröhliche, ist wirklich eine super Fröhliche. Und wenn sie in die Hotellerie will, da kann ich ihr natürlich helfen. Aber wenn sie sagt, sie möchte was ganz anderes machen, dann kriegt sie genau den gleichen Support. Also schon unterstützen und vor allem dazu animieren, wenn ich mal was angefangen habe, es zumindest zu Ende zu bringen. Ob ich dann da in dem Job bleibe oder nicht, aber nach anderthalb Jahren eine Lehre abbrechen oder ein Studium abbrechen, das wäre nicht meine Vision. Da musst du dich auch mal durchbeißen, dann zieh das Jahr noch durch, komm, dann machst du was Neues, gar keine Frage. Das ist ja das Schöne an der heutigen Zeit. Wenn wir zurückblicken, oder ich, wo ich in die Berufswahl gekommen bin, da gab Da hast du nicht viele Chancen gehabt zu wechseln. Wenn du gewechselt hast, warst du ein Loser. Das ist heute zum Glück anders. Du hast jegliche Chance. Und das ganz Tolle, was wir geschafft haben, und da bin ich wirklich mehr als froh, wir können lebenslang lernen. Das ist doch gigantisch. Das ist doch ein Geschenk, was wir eigentlich alle nutzen sollten.

  83. 21:34
    Ronald M. Arndt

    Konnte man das immer schon?

  84. 21:37
    Alexander Aisenbrey

    Früher gab es keine dualen Studiengänge. Früher, wenn du einen Studiengang gemacht hast, dann hieß es ja, jetzt geh doch mal arbeiten. Heute kannst du doch sagen, Ich mache nebenher, also ich mache gerade meinen Master, nicht weil ich jetzt noch irgendwelche großen Berge erklimmen will, sondern ich möchte die jungen Menschen verstehen. Es gibt ganz neue Digitalisierung, da bin ich wahrscheinlich der Neandertaler schlechthin. Jetzt habe ich ein Fach, das heißt digitales Marketing. Meine Herren, jetzt verstehe ich meine Marketingabteilung plötzlich und sage, hey, das ist ja, habt ihr eigentlich mal dran gedacht? Und dann sind die ganz erstaunt und sagen, woher hat er denn das jetzt? Ja, das habe ich in meinem Studium kennenlernt. Und das ist das, was ich grandios finde.

  85. 22:15
    Ronald M. Arndt

    Aber wenn ich das so höre, und Klavier übt er jetzt auch noch, der Herr Aisenbrey, dann wird er da auch so ein bisschen— und aufgeben tut er auch nicht, also er zieht die Sachen durch. Wo sieht sich der Herr Aisenbrey dann auf dem Klavier, am Klavier irgendwann mal?

  86. 22:28
    Alexander Aisenbrey

    Das Ziel ist ja klar gesteckt. Wirklich, mit 60 möchte ich hier am Klavier sitzen, ich spiele und die Gäste sagen, er spielt ist nochmal Herr Doktor.

  87. 22:41
    Ronald M. Arndt

    Gut, dann wissen wir auch schon, was nach dem Masterstudium kommt.

  88. 22:43
    Alexander Aisenbrey

    Genau.

  89. 22:44
    Ronald M. Arndt

    Okay, das hört sich gut an. Ich glaube, der Klavierlehrer, den Sie da hier haben vor Ort, ist auch nicht der Schlechteste.

  90. 22:54
    Alexander Aisenbrey

    Ja, den könnte ich mir gar nicht leisten. Ayo Chang, wirklich ein absoluter Weltstar, hat mich aber nicht dazu animiert. Ich habe schon vor ihm angefangen. Ich habe eine wunderbare Klavierlehrerin, die Kathrin, passt perfekt.

  91. 23:11
    Ronald M. Arndt

    Jetzt gehen wir vielleicht noch mal ganz kurz ein bisschen durch Ihre Stationen durch. Habe ich jetzt vergessen oder überhört, das wäre unhöflich, aber wie sind Sie denn damals überhaupt in diese Hotellerie reingerutscht, wenn es eben nicht das Architekturbüro war vom Vater?

  92. 23:25
    Alexander Aisenbrey

    Also letztendlich—

  93. 23:26
    Ronald M. Arndt

    und das Wettbüro, um das kurz aufzulösen, von der Mutter war es ja auch nicht.

  94. 23:29
    Alexander Aisenbrey

    Nee, das Wettbüro war leider dann schon zu. Das war mein Opa mütterlicherseits, der ein hervorragender—

  95. 23:34
    Ronald M. Arndt

    also auch wirklich ganz Altstuttgarter?

  96. 23:37
    Alexander Aisenbrey

    Nein, nein, nein, mein Opa kam aus Berlin, war ein, also von Herder, es ist ein nicht so ganz unbekannter Name. Also ich bin der Ururururenkel von dem Dichter, der mit Goethe da in, weiß was ich, wo sie auch immer saßen, zusammen gedichtet haben und Bücher geschrieben haben. Und mein Opa war eine Koryphäe vor dem Ersten Weltkrieg, vor dem Zweiten Weltkrieg, hat dann vielleicht auch ein bisschen das falsche Mindset gehabt, hat dann viel verloren, musste aus Berlin flüchten, hat dort im Hoppegarten selber Pferderennen geritten und so kam das und hat dann das Wettbüro aufgemacht. Und meine Mutter und auch damals mein Vater dann neben dem Studium haben dann da jeden Tag drin gearbeitet. Also Insofern, das war aber schon lange, lange her.

  97. 24:30
    Ronald M. Arndt

    Was geblieben ist, an der Stelle, um kurz nachzulegen, ich meine, so bekannt ist meine Familie nicht, aber mein Urur-Opa, der war mal königlicher Hoflieferant für Pralinen. Stuttgart, Königsstraße, alles kaputt gegangen, Familie hat keinen Cent mehr davon. Aber ich habe vor 10 Jahren, das war mein erstes Startup, wieder angefangen, Pralinen von Hand zu produzieren. Perfekt. Und das Ganze nennt sich Schokolato, gibt es bis heute. Wir sehen hier das Pferdeköpfchen für Stuttgart. An der Stelle, bevor ich es vergesse, kleines Geschenk zu Weihnachten.

  98. 24:59
    Alexander Aisenbrey

    Müssen wir das mal richtig in die Kamera halten, also dass man auch sieht, was wir hier für Qualitäten haben. Genau, das ist ja lässig.

  99. 25:06
    Ronald M. Arndt

    Ja, aber ihr macht ja eigene Pralinen.

  100. 25:09
    Alexander Aisenbrey

    Also super. Nein, und insofern, wie bin ich reingekommen? Neben dem Architekturbüro, wo ich immer arbeiten durfte, habe ich dann angefangen, auch in der Gastro zu jobben. Eiskaffee bei meinem guten Freund Carlo Casorati, der das Bianco Nero hat in Zillenbuch, ganz tolles italienisches Restaurant. Und so bin ich reingekommen und dann habe ich den Erdmann Degler kennengelernt, der damals langjähriger Direktor der Traube Turnbach war. Der hat gesagt, da musst du reingehen, das ist schön. Der hat dann gesagt, hat mir ein paar Hotels gegeben und dann bin ich im Bachmair gelandet und habe angefangen. Das war dann, da ging es dann los und es war wirklich ein, das war genauso, wie man sich ein ein Hotelleben vorstellt. Promis ohne Ende, immer voll, wunderbare Suiten, 5, 6 Restaurants, was alles das Bachmair damals geboten hat. Dann hat es ja so eine kleine Delle bekommen und jetzt ist es glücklicherweise ja wieder mit Travelscharm auf der Rückkehr zu hoffentlich tollen, tollen Zeiten. Und so bin ich reingekommen und seitdem dort geblieben.

  101. 26:10
    Ronald M. Arndt

    Bachmair, Traube Thonbach, was haben wir noch?

  102. 26:13
    Alexander Aisenbrey

    Monte Palace, Villa Vita, Cornell University, Hotelfachschule Heidelberg. Ja, ja, gut. So, und jetzt wirklich, ja, und jetzt Hirschberghof seit 19 Jahren.

  103. 26:26
    Ronald M. Arndt

    Dann habe ich noch irgendwo gehört, und einer meiner Partner vom Hotelpodcast Profit Room haben das auch gehört, dass Sie mit Genesis da eine gewisse Verbundenheit haben.

  104. 26:35
    Alexander Aisenbrey

    Ja, also das ist in der Tat Genesis und Phil Collins. Ich glaube, ich weiß nicht, wie Konzerte ich besuchen durfte. Also ich habe ein Genesis-Konzert besucht, im Mainmarktgelände. 120.000 Menschen waren da damals und es war also sowas von grandios. Irre. Also die Band ist irre. Phil Collins ist irre. Ich habe ihn zigmal live sehen dürfen und habe dann, das war dann natürlich was ganz Besonderes, wo ich im Montreux Palace gearbeitet habe, am Genfer See, auch Ihre Frau kennengelernt. Kennengelernt dort unten in Montreux.

  105. 27:06
    Ronald M. Arndt

    Und auch da musste er schon wieder lernen, der Herr Aisenbrey, Französisch.

  106. 27:10
    Alexander Aisenbrey

    Ja, man muss nicht immer über alles nachdenken, man muss auch manchmal einfach machen. Und da war Phil Collins immer und war dann beim Jazzfestival. Da habe ich ihn auch persönlich kennengelernt. Und wohnte ja dann in der Schweiz und oder wohnt immer noch in der Schweiz und insofern davor schon großer Fan gewesen, auf allen Konzerten gewesen und dann noch persönlich kennengelernt. Insofern ist man da mit der Musik dann auch verbunden. Und ich war jetzt, wo er vor 2 Jahren in Stuttgart war, auch wieder auf dem Konzert.

  107. 27:41
    Ronald M. Arndt

    Beim Jazz Open?

  108. 27:43
    Alexander Aisenbrey

    Nein, da hat er in der Mercedes-Benz Arena ein großes Konzert gegeben und er ist ja ziemlich gesundheitlich angeschlagen. Ich dachte mir schon, wo er sich da auf die Bühne geschleppt hat, dachte ich mir, oje. Aber es war wieder sensationell.

  109. 27:56
    Ronald M. Arndt

    Fällt mir gerade ein, in Stuttgart war ich selbst auch schon auf dem Konzert mit meinen Eltern von Phil Collins.

  110. 28:01
    Alexander Aisenbrey

    Ja, da war so Schleierhalle, wo er die Bühne in der Mitte hatte, war dieses Zirkuszelt und so, ach gigantisch.

  111. 28:05
    Ronald M. Arndt

    Richtig, Schleierhalle damals, ausgezeichnet. Okay, jetzt Phil Collins, ganz viele Promis kennengelernt natürlich in Hotels. Gibt es noch so einen anderen Promi, wo Sie sagten, ey, der hat mich mein Leben lang geprägt oder hat mir ein bisschen was mitgegeben?

  112. 28:22
    Alexander Aisenbrey

    Ich muss sagen, was ich Was ich gelernt habe, weil ich ja nie mein eigenes Hotel hatte oder haben werde.

  113. 28:30
    Ronald M. Arndt

    Stimmt, haben werde auch? Okay, also ausgeschlossen?

  114. 28:34
    Alexander Aisenbrey

    Ausgeschlossen, ja.

  115. 28:35
    Ronald M. Arndt

    Aber da träumen doch dann viele auch davon, denke ich mal.

  116. 28:38
    Alexander Aisenbrey

    Ja, also ich sag mal, wenn mir wirklich mit 65 dann langweilig wird, dann würde ich mit meiner Frau—

  117. 28:42
    Ronald M. Arndt

    weil nach dem Doktor muss ja noch was kommen.

  118. 28:44
    Alexander Aisenbrey

    Ja, dann würde ich wahrscheinlich mit meiner Frau nach Salzburg. Meine Frau kommt aus Österreich. Dann würde ich nach Salzburg gehen und dann vielleicht so eine kleine Frühstückspension machen. Das könnte ich mir durchaus noch vorstellen, wo ich dann nicht mehr auf jemand angewiesen bin.

  119. 28:55
    Ronald M. Arndt

    Weil die Frau zurück will nach Salzburg endlich, oder?

  120. 28:57
    Alexander Aisenbrey

    Ja, die würde schon gern Richtung Österreich wieder gehen. Die hat es jetzt lang genug hier in Deutschland ausgehalten. Und dann muss man auch hier fair sein und sagen, okay, wenn die Zeit sich ergibt, dann wäre das sicherlich auch ein Weg wieder. Und das könnte ich mir vorstellen. Das könntest du alleine regeln. Zimmer, weiß ich, wenn das dann 50 15 Zimmer hast, die kannst du auch noch mal selber putzen, Frühstück kriege ich auch noch ordentlich hin. Und das könnte ich mir vorstellen. Aber ansonsten hatte ich nie den Anspruch und natürlich auch nicht die Legitimation, mich mit allen Promis hinzustellen, ein Bildchen zu machen, dann so eine Ahnengalerie zu haben und zu sagen, schau mal, was für ein toller Hecht.

  121. 29:33
    Ronald M. Arndt

    Habe ich auch vermisst bislang.

  122. 29:34
    Alexander Aisenbrey

    Ja, das gibt es auch nicht.

  123. 29:36
    Ronald M. Arndt

    Auch nicht auf dem Weg zur Toilette irgendwo im Haus?

  124. 29:37
    Alexander Aisenbrey

    Nein, nein, nein, nein, nein.

  125. 29:39
    Ronald M. Arndt

    Also das war schon immer meine Vision, weil Passt aber auch wieder zu diesem auf Augenhöhe.

  126. 29:45
    Alexander Aisenbrey

    Ja, und ich bin ja nur der Dienstleister für den, der mir die Möglichkeit gegeben hat, in diesem Hotel zu arbeiten. Es ist nicht mein Hotel. Also wenn der Besitzer, wenn du jetzt Heiner Finkbeiner nimmst, der Besitzer der Traube Thurnbach, der kann mit allen ein Bild machen. Oder damals die Familie Bachmeier-Rau, natürlich, das ist ihr Haus, aber ich habe da nichts verloren drauf. Und so war das schon immer. Deswegen gibt es auch gar keine Bilder und ich bemühe mich auch gar nicht darum, Bilder mit Promis zu bekommen, weil das ist auch irgendwie, gibt mir das auch nichts. Viel wichtiger ist es, in das Gespräch mit diesen Menschen zu kommen, weil sie sind alle ganz normal. Also ich habe jetzt die letzte Woche mit Felix Neureuther telefoniert, den wir hier bei der Charity haben uns nett kennengelernt, und gesagt, Mensch Felix, Pferdshop, könntest du dir vorstellen, für uns einen Podcast zu machen? Du bist ein junger, fairer Sportler und das würde doch unseren jungen Menschen wieder was geben. Klar sagt er, kommen Januar vorbei. Das ist doch ein viel wichtigeres Gespräch, als dass ich dann bei mir im Büro hier ein Bild habe, wo wir Arm in Arm liegen. Haben die Fußballer hier. Gestern laufe ich durch Degerloch, kommt mir da der Herr Hitzlsperger entgegen und sage, Mensch, Herr Hitzlsperger, wird aber Zeit, dass Sie mal wieder kommen.

  127. 30:50
    Ronald M. Arndt

    Bald hat er wieder Zeit.

  128. 30:52
    Alexander Aisenbrey

    Bald hat er wieder Zeit. Er hört glaube ich auf. Stuttgart bewegt uns Stuttgarter ja immer. Das ist ja so. Ob die Kickers oder der VfB, ist egal. Wir stehen zu beiden, aber bewegte Zeiten.

  129. 31:04
    Ronald M. Arndt

    Und eine andere Fußballmannschaft, wenn sie ihren Fußballplatz und alles haben, dazwischen haben, Blicken hat.

  130. 31:08
    Alexander Aisenbrey

    Genau, wir machen ja seit über 15 Jahren Trainingslager hier von Bayern, Dortmund, Schalke. Wir hatten jetzt Barcelona dieses Jahr zum ersten Mal, einen ausländischen Gastgeber in Donaueschingen. Wir hatten Nationalmannschaften, die polnische Nationalmannschaft damals bei der WM, aber Ja, auch hier natürlich ist es ein tolles Ereignis, aber es sind einfach in Anführungsstrichen nur Gäste, und das ist unser Ziel, die genauso zufriedenzustellen wie alle anderen, die hier im Hause sind.

  131. 31:39
    Ronald M. Arndt

    Ja, jetzt freuen wir uns auf ein hoffentlich schönes, tolles, ereignisreiches 2022. Wenn Sie jetzt so an das Jahr denken, was vor uns liegt, was sind da Ihre Gefühle?

  132. 31:53
    Alexander Aisenbrey

    Also es sind schon enorme Herausforderungen.

  133. 31:56
    Ronald M. Arndt

    Man kann ja dann doch nicht so machen, wie man will, weil einfach zu viel Unsicherheit da ist. Man weiß nicht, was endet.

  134. 32:02
    Alexander Aisenbrey

    Also ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, ich habe schon langsam das Gefühl, dass wir müde werden. Weil wie oft willst du noch wieder anfangen, alle zu motivieren? Wie oft? Müssen wir doch wieder alles in die Tonne kicken, was wir gerade mühselig mal— weißt du, Sie müssen ja eins überlegen.

  135. 32:23
    Ronald M. Arndt

    Da ist der Mensch nicht für gemacht.

  136. 32:24
    Alexander Aisenbrey

    Nein, der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

  137. 32:26
    Ronald M. Arndt

    Manchmal kann man ein paar Mal aufstehen, aber—

  138. 32:28
    Alexander Aisenbrey

    Ja, aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Jetzt müssen Sie überlegen, jetzt waren die ganzen Gastgeberinnen und Gastgeber 7 Monate zu Hause und sie haben alles verlernt. Es ist so. So, dann machst du auf, die Hütte war plötzlich voll. Gar nicht meine Vision der fairen Führung, aber wir mussten Vollgas geben. Und wir mussten Gastgeberinnen und Gastgeber in Positionen bringen und mit Aufgaben belangen, die sie nicht mehr konnten. Aber wir hatten gar nicht die Zeit, es ihnen wieder richtig beizubringen. So, jetzt passiert das Gleiche ein drittes Mal.

  139. 33:01
    Ronald M. Arndt

    Also noch nicht, aber ja, aber ja, schau mal, wie viele in Kurzarbeit sind.

  140. 33:05
    Alexander Aisenbrey

    Ich war die Woche in Stuttgart bei den Kollegen, die haben fast alle schon wieder in der Kurzarbeit.

  141. 33:08
    Ronald M. Arndt

    Kurzarbeit, weil die haben kein Business.

  142. 33:11
    Alexander Aisenbrey

    Wir sind vielleicht noch ein Stückchen auf der Insel der Glückseligen oder eine Traube oder eine Sonnenalp, die noch Feriengäste haben. Aber auch wir, wir sind glaube ich seit, wie gesagt, seit 19 Jahren Weihnachten zum ersten Mal nicht ausgebucht. Also wir waren ausgebucht, aber die Gäste sagen, der Lauterbach, der Spahn, der Herr Wieler, vielleicht, aber reservieren Sie für nächstes Jahr bitte. So, wie oft schaffst du die Wiederholung, so dass es täglich grüßt, das Murmeltier? Der Wecker klingelt immer.

  143. 33:44
    Ronald M. Arndt

    Das sagen Sie als Direktor des Hauses.

  144. 33:47
    Alexander Aisenbrey

    Ja, das sage ich als Berufsoptimist, wo ich dann sage, okay, wie kriegst du den Menschen wieder in die Spur, wie wir es vorher hatten? Das wird nie mehr so sein, es wird grundsätzlich anders sein. Wir alle haben uns, glaube ich, verändert. Manche zum Positiven, manche zum Negativen. Aber es wird eine neue Dimension des Gastgebertums kommen.

  145. 34:18
    Ronald M. Arndt

    Gut, und was Neues ist ja nicht immer nur schlecht.

  146. 34:20
    Alexander Aisenbrey

    Nein, nein, nein, ganz und gar nicht. Das müssen Sie entscheiden und ich entscheiden. Jeder für sich muss entscheiden, was ist für mich gut. Dieses Schwarz-Weiß gibt es eh nicht.

  147. 34:29
    Ronald M. Arndt

    Ich sage immer, Umbrüche sind halt manchmal hart.

  148. 34:31
    Alexander Aisenbrey

    Für den einen ist es gut, für den anderen schlecht. Es ist anders und das muss jeder für sich selber beurteilen und das rausziehen, was er möchte.

  149. 34:39
    Ronald M. Arndt

    Ja, in diesem Sinne, voller Tatendrang gehen wir das neue Jahr an.

  150. 34:43
    Alexander Aisenbrey

    Absolut.

  151. 34:44
    Ronald M. Arndt

    Wir machen nachher trotzdem noch ein Foto, auch wenn das nicht so üblich ist.

  152. 34:48
    Alexander Aisenbrey

    Das machen wir gerne.

  153. 34:49
    Ronald M. Arndt

    Die Genesis-Schallplatte, mal schauen, wo Sie die einlegen können.

  154. 34:52
    Alexander Aisenbrey

    Ich habe noch einen Schallplattenspieler, ja, natürlich. Natürlich, ja, ja, man wirft nicht alles weg.

  155. 34:58
    Ronald M. Arndt

    War das doch die richtige Wahl.

  156. 34:59
    Alexander Aisenbrey

    Ganz toll, danke.

  157. 35:00
    Ronald M. Arndt

    Ich habe mich sehr gefreut, Sie auf die Weise mal persönlich kennenzulernen, Herr Aisenbrey. Ich freue mich aufs nächste Jahr, hier vielleicht ab und an mal wieder im Oeschberghof sein zu dürfen.

  158. 35:11
    Alexander Aisenbrey

    Perfekt.

  159. 35:11
    Ronald M. Arndt

    Weit ist es ja nicht von Stuttgart. Und Ihnen von Herzen alles Gute für Ihre Gastgeberinnen und Gastgeber, Ihr Haus, Sie, Ihre Familie, alles, alles Gute.

  160. 35:20
    Alexander Aisenbrey

    Das Gleiche für Sie auch und gesund bleiben. Ich glaube, das ist das, was wir alle brauchen.

  161. 35:24
    Ronald M. Arndt

    Ohne Gesundheit geht gar nichts. Das ist so. Herzlichen Dank, Herr Schick.

  162. 35:28
    Alexander Aisenbrey

    Danke schön, Herr Sieg.

  163. 35:29
    Ronald M. Arndt

    Danke.