Big Mama cares
Aufgenommen: Big Mama Berlin, Berlin
Germany21 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Wir wollen niemandem Wohnraum wegnehmen, wir wollen Hotels, die in die Jahre gekommen sind, auffrischen, neuen Pep geben, neuen Flair geben.“
David-Friedemann Henning, 15:41
David-Friedemann Henning führt als CEO die Big Mama Hotels in Berlin-Wedding und Leipzig, gegründet 2013 von seiner Mutter. Er erzählt, warum Businessgäste, Familien und Backpacker bei ihm unter einem Dach schlafen, wie sein Team ohne eine einzige Entlassung durch Corona kam und wie er die Aufgaben mit Tobias Koehler und Hannes aufteilt. Sein Ziel: spätestens mit 40 ein eigenes Hotel in London, gewachsen nur über Bestandsimmobilien.
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Kernaussagen
- Alle Gäste unter einem Dach: In Berlin hat Big Mama 62 Zimmer, von Einzel- und Doppelzimmern über Family Apartments bis zu 4- und 8-Bett-Dorms mit 48 Betten. Businessgäste, Leisure, Familien und Backpacker schlafen im selben Haus.
- Keine Entlassung in Corona: Das Team blieb komplett an Bord, in den Zimmern entstanden Büros. 2020 lag die Auslastung in Berlin bei 55 Prozent, getragen von Bauarbeitern einer Baustelle um die Ecke.
- Bestandsimmobilien, kein Neubau: Henning will niemandem Wohnraum wegnehmen und kauft lieber Hotels, die in die Jahre gekommen sind. Leipzig wurde als Soft Refurb etagenweise im laufenden Betrieb entkernt und neu gemacht.
- Drei Köpfe, drei Gebiete: Henning macht Development, Finance und HR, Tobias Koehler übernimmt Marketing, Sales und Revenue, Hannes die Operations von Rezeption bis Rooms. Hausmanager sind Marlen in Berlin und André in Leipzig.
- Wachstum ohne Deadline: Als inhabergeführtes Haus mit der Mutter im Hintergrund muss er keine Pipeline füllen. Ob es in neun Jahren 9, 20 oder nur 2 Hotels werden, lässt er offen, Stadt und Lage müssen passen.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Rechtzeitig zu unserem Aufeinandertreffen bei der HSMA Lounge #offsite in Berlin, hier der Hotel-Podcast mit David-Friedemann Henning von den Big Mama Hotels.
Begleitet von seinem hauseigenem Honig-Gin (natürlich mit Hendrick’s und Gurke, sonst nix), kommt David bei seiner „Familie“ rund um Tobias Koehler, Hannes Schwedtke und dem gesamten Team schnell zum schwärmen. Kein Wunder, denn auch dieser Tage zeigt sie wieder, was #bigmamacares vermag zu bewegen.
Mit heute zwei Hotels, im Berliner Wedding und Leipzig, legte seine Mutter bereits im Jahr 2013 den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte, welche der gelernte Immobilienkaufmann bis spätestens seinem 40. Geburtstag in London fortschreiben möchte.
Seine großen Vorbilder hierbei: Michael Struck mit seinen Ruby Hotels, Marco Nussbaum mit prizeotel und seit Kurzem HIAMO sowie Christoph Hoffmann von 25hours hotels und jetzt Bikini Island & Mountain Hotels.
Ich wünsche euch von Herzen alles Gute und freue mich schon sehr auf den nächsten gemeinsamen Gin!
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Transkript öffnenTranskript schließen21 Min · Ronald M. Arndt und David-Friedemann Henning
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:04 Ronald M. Arndt
Das erste Mal, dass ich schön drin geweilt habe. Ja, und jetzt das Thema Big Mama. Wo ist die Big Mama?
- 00:16 David-Friedemann Henning
Die Big Mama sind wir alle. Also wir alle zusammen sollen dir das Gefühl geben, dass du hier wirklich willkommen bist. Und egal wer, also wir haben jetzt nicht die eine Zielgruppe, wir haben Businessgäste, wir haben Leisuregäste, wir haben Family, also Familien, wir haben Backpacker bei uns, alles unter einem Dach. Und das sozusagen ergibt dann wirklich die Big Mama.
- 00:36 Ronald M. Arndt
Das ergibt Big Mama, okay. Und seit wann seid ihr hier an dem Standort, oder wie ging das alles so los damals?
- 00:42 David-Friedemann Henning
Vielleicht da mal kurz. Seit 2013. Meine Eltern haben vorne das Vorderhaus, das ist das Seniorendomizil in der Panke, schon seit den 70er Jahren.
- 00:50 Ronald M. Arndt
Okay.
- 00:50 David-Friedemann Henning
Und dann wurde das Haus hier frei. Ich habe damals meine Ausbildung zum Immobilienkaufmann gemacht. Und dann haben wir überlegt, was wir hier daraus machen, und meine Mutter kam dann auf die Idee zu sagen, sie macht hier ein Hotel draus. Ich war ehrlich gesagt komplett dagegen, gesagt, hier Hinterhof im Berliner Norden ist schwierig. Aber sie war schon immer eine, oder ist immer schon eine Macherin, hat es gemacht.
- 01:10 Ronald M. Arndt
Wie heißt der Stadtteil hier?
- 01:11 David-Friedemann Henning
Ist Wedding, Wedding, gehört zur Mitte. Und vom ersten Tag, also der erste Gast, ohne Witz, kein Gelaber, kam direkt aus Australien, Backpacker, wie man sich vorstellt, groß, braun gebrannt, mit dem Rucksack, und war der erste Gast, der hier bei uns geschlafen hat.
- 01:27 Ronald M. Arndt
Jetzt habe ich vorher beim Reinkommen auch gesehen, da hinten so eine Menge, eine kleine Bildergalerie. Sieht mir auch ein bisschen aus wie Australien, oder? Die, die Hütten da, die verlassenen.
- 01:34 David-Friedemann Henning
Das ist tatsächlich USA.
- 01:36 Ronald M. Arndt
USA, okay.
- 01:36 David-Friedemann Henning
Genau, diese Fotos sind von meinem Bruder, der ist Fotograf, Ruhmmeier, und macht Fotos von verlassenen Orten. Hat mit Berlin und Brandenburg angefangen und hat dann vor 3 Jahren eine Tour durch die USA gemacht und hat dort die Fotos gemacht.
- 01:50 Ronald M. Arndt
Okay, stark. Das heißt, er ist Fotograf? Beruflich, ja? Genau. Okay, gibt es noch mehrere Werke von ihm hier zu sehen im Haus?
- 01:56 David-Friedemann Henning
Ja, also hier um die Ecke noch, da vorne die kleinen Fotos auch, das sind alles Berlin-Fotos und natürlich bei Social Media, Instagram, Facebook, wie man will.
- 02:05 Ronald M. Arndt
Okay, schaue ich mir nachher mal noch an. Ja, jetzt nehme ich mal an, du bist auch ein Junge hier vom Kiez, wenn du vorhin sagtest, deine Eltern hatten schon, deine Mutter, vorne das Gebäude mit der Seniorenresidenz. Bist du hier groß geworden im Flecken oder?
- 02:17 David-Friedemann Henning
Naja, also ich komme aus Steglitz, eher aus dem Süden, da bin ich geboren. Aber ja, seitdem ich 6 Jahre bin, bin ich halt hier vorne mit dabei und die kennen mich alle, seitdem ich klein bin. Ist ganz cool für die da drüben natürlich, wenn ich dann reinkomme, jetzt mittlerweile als 30-Jähriger. Aber ja, ich bin hier groß geworden.
- 02:36 Ronald M. Arndt
Hast du noch Geschwister?
- 02:37 David-Friedemann Henning
Ich habe noch 3 Geschwister, 2 Brüder und eine Schwester.
- 02:40 Ronald M. Arndt
Und bist dann, wie du vorhin sagtest, Immobilienkaufmann geworden. Und dann so über die Idee, weil es hier frei wurde im Gebäude, in die Hotellerie reingerutscht. Oder gab es davor schon Bezugspunkte?
- 02:49 David-Friedemann Henning
Gar nicht mit der Hotellerie, noch nie. Wie gesagt, meine Mutter kam auf die Idee, das Hotel hier zu machen. Das erste Jahr war ich auch noch nicht dabei, bin dann erst reingekommen, wo ich gemerkt habe, dass es läuft. Okay. Und ja, habe schon, bin dann hier wirklich reingekommen, habe vom ersten Tag an gemerkt, das ist mein Ding, es macht mir Spaß. Haben es ausgebaut und perfektioniert und ja, dann vor 2 Jahren, 2019, die Expansion auch nach Leipzig gewagt.
- 03:12 Ronald M. Arndt
Genau, 2019 nach Leipzig und die großen Pläne stehen glaube ich noch aus, was ich so jetzt letztens mitbekommen habe. Genau, also die Big-Mama-Familie wird größer.
- 03:22 David-Friedemann Henning
Auf jeden Fall, auf jeden Fall. Also vielleicht schon demnächst. Okay, da habe ich noch nichts.
- 03:26 Ronald M. Arndt
Ein bisschen was wissen wir schon, glaube ich.
- 03:28 David-Friedemann Henning
Ein bisschen was wissen wir vielleicht schon, ja. Aber mein großes Ziel ist auf jeden Fall, spätestens mit 40, habe ich jetzt noch 9 Jahre, in einer Woche noch 9 Jahre, will ich mein Hotel in London haben. Das ist mein großes Ziel.
- 03:39 Ronald M. Arndt
Okay, warum London?
- 03:40 David-Friedemann Henning
London ist meine Lieblingsstadt. Ich bin Tottenham-Fan, Fan und Mitglied, Dauerkarteninhaber.
- 03:47 Ronald M. Arndt
Wie geht das, Dauerkarte? Bist du so oft in London?
- 03:49 David-Friedemann Henning
Oder ja, also vor Corona mindestens einmal im Monat. Okay, jetzt dieses Jahr war ich schon wieder zweimal, zum Glück. Aber das ist ja auch ein bisschen stressig im Moment mit dem PCR-Test, vor allen Dingen dann in London, Day-2-Testing und so weiter und so fort. Aber ja, London ist einfach meine Lieblingsstadt, mit, wir haben gehört, Tobias Köhler.
- 04:10 Ronald M. Arndt
Ehemals Ruby, stößt dazu oder ist schon dabei, ne?
- 04:14 David-Friedemann Henning
Ist schon dabei jetzt, ja.
- 04:15 Ronald M. Arndt
Warum? Wie schafft man das? Warum? Warum kommen die zum David? Warum?
- 04:20 David-Friedemann Henning
Gute Frage. Tobi und ich kennen uns tatsächlich schon eine Weile, haben aber am Anfang jetzt auch noch nicht so viel miteinander zu tun gehabt. Und es ist jetzt so die letzten 2 Jahre doch sehr intensiv geworden, alleine durch den Tech Circle, wo ich war oder bin beim HSMA. Und dann haben wir einfach ein bisschen gequatscht und gemerkt, wir haben eine Basis, wir haben gleiche Ziele, gleiche Vorstellungen, eine gleiche Vision vor allen Dingen, was wir hier erreichen wollen, wo wir hinwollen. Und auch zusammen mit Hannes, meinem besten Freund, der ja noch in Leipzig ist, sind wir 3 jetzt einfach so weit, dass wir sagen, wir 3 gehen jetzt voll, voll aufs Gas und gucken mal, wo wir hinkommen.
- 04:57 Ronald M. Arndt
Okay, stark. Und dann bis nach London. Ja, das ist so ein bisschen London ist auf jeden Fall die geteilte Vision, hoffe ich doch. Genau, auf jeden Fall für alle 3. Okay, kannst du dir auch mal vorstellen, da zu leben in London, oder?
- 05:08 David-Friedemann Henning
Ja, also ich habe während meiner Studienzeit mal 5 Monate dort gelebt, direkt im London City. Ist natürlich was anderes als jetzt so Suburbs oder irgendwie so, aber auf jeden Fall. Also ich, für mich steht eigentlich auch fest, also spätestens wenn ich das Hotel da habe, dass ich dann auf jeden Fall ein paar Jahre dort vor Ort bin.
- 05:26 Ronald M. Arndt
Okay. Mich interessiert immer auch sehr der, der Mensch, oder in erster Linie der Mensch eigentlich mal in Gesprächen. Seniorenresidenz, wo du von als kleines Kind schon unterwegs warst und naja tagtäglich eigentlich mit der älteren Generation oder übernächsten Generation zu tun hattest. Ist es bis heute so eine besondere Beziehung zu älteren Menschen?
- 05:46 David-Friedemann Henning
Ja, also für mich ist es mittlerweile ja auch ehrlich gesagt Normalität, also alles was dazugehört. Ich bin wie gesagt damit groß geworden. Ich habe viele tolle Leute dort kennengelernt, viele tolle Bewohner kennengelernt, auch damals relativ intensiv. Die sind natürlich leider mit der Zeit auch gestorben. Das war aber natürlich auch ehrlich gesagt, was man, wo man das als junger Mensch auch schon früh mitbekommt, was einen stärkt und festigt. Es war immer ein Thema bei uns in der Familie, logischerweise, weil es wirklich auch sehr, sehr familiär geführt wird von meiner Mutter. Die fliegen einmal im Jahr nach Mallorca, das muss man sich mal vorstellen.
- 06:17 Ronald M. Arndt
Ach, deine Mutter führt die Residenz sogar?
- 06:19 David-Friedemann Henning
Genau. Okay, die fliegen einmal im Jahr zum Beispiel nach Mallorca mit allen Pflegestufen, also von ganz einfach bis hohe Demenz, Rollstuhl. Die werden durch den Sand mit dem Rollstuhl gefahren und dann ins Meer gehoben tatsächlich. Und da gibt es Leute, die das erste Mal geflogen sind mit 90, 91, ist unglaublich. Und ich glaube, dadurch kam dann auch dieses Ganze, letztendlich ist ja so ein Seniorenheim auch nichts anderes anderes als ein Beherbergungsgebiet. Und ja, dann wurde das wahrscheinlich so erstmal unterbewusst geweckt, und jetzt kam es dann so die letzten Jahre so richtig raus. Okay, konnte mich ein bisschen austoben.
- 07:00 Ronald M. Arndt
Also jetzt gerade hier auch in eurem Kiez, wenn man sich die Umgebung anschaut, ist jetzt ja kein Premium-Premium-Premium-Seniorenresidenz, Entschuldigung, sondern das sind Leute, die da einfach über die Krankenkasse und eine gewisse Zuzahlung wohnen? Oder wie läuft das?
- 07:15 David-Friedemann Henning
Sowohl als auch. Also ist ja auch wichtig, dass die Leute, gerade die Senioren, auch in ihren Kiezen bleiben können, wo sie früher gelebt haben. Und da ist alles dabei, also von Krankenkassezuzahlung bis Premium, alles.
- 07:28 Ronald M. Arndt
Okay, nee, weil das sagt das, aber im Jahr nach Mallorca und so, wunderbar. Also bin ich wieder dabei, hier einiges Neues kennenzulernen. Big Mama hier in Berlin. Wie viele Zimmer habt ihr hier?
- 07:39 David-Friedemann Henning
62.
- 07:40 Ronald M. Arndt
62. Und du hast gesagt, das ist verteilt auf Einzelzimmer, Doppelzimmer, Backpacker, Gruppe, alles dabei, ne?
- 07:48 David-Friedemann Henning
Wir haben Family Apartments, Einzelzimmer, Doppelzimmer, Mehrbettzimmer, also Dormitories, 4-Bett und 8-Bett tatsächlich. Das sind 48 Betten, die wir größtenteils an Schulklassen vermieten, aber natürlich auch halt in den Nebensaisonen und auch immer mal wieder zwischendurch an wirklich viele Backpacker und auch Einzelreisende.
- 08:07 Ronald M. Arndt
Und zum Gin, wie kamst du zum Gin? Also klar, das ist dann Bienen-Gin und dann Honig-Gin.
- 08:12 David-Friedemann Henning
Ja, ehrlich gesagt, Gin kam schon auf jeden Fall auch durch London, wird ja da auch viel getrunken. Und ich hatte lustigerweise gegenüber von meiner Studentenunterkunft Oliver Conquest, das ist ein Gin-Pub, einer der geilsten Läden, den ich empfehlen kann in London. Kommst du rein und der ganze Laden ist nur voll mit Ginflaschen, ich glaube 280 oder irgendwie so so aus der ganzen Welt alles. Und das ist natürlich super.
- 08:35 Ronald M. Arndt
Also dann, was hast du zum Glas heute?
- 08:36 David-Friedemann Henning
Ich habe tatsächlich meinen Lieblingsgin, ist der Hendrick's Gin. Ist jetzt auch nichts super Besonderes, aber der wird mit Gurke destilliert beim Destillieren. Und übrigens, das ist so ein kleiner Hinweis, daran erkennt man immer eine gute Bar, weil der wird wie gesagt mit Gurke destilliert. Da kommt nichts anderes rein außer eine Gurke. Während ihr in den Hendrick's Gin Tonic eine Zitrone macht oder eine Orange, Sorry, aber der hat keine Ahnung von Gin. Okay. Darauf müsst ihr achten.
- 09:03 Ronald M. Arndt
Darauf achten wir in Zukunft. So, Fachkräftemangel wird ja sehr viel diskutiert gerade. Ja, wir haben schon gehört, mit Tobias Köhler und Co. scheint der dich jetzt noch nicht so wahnsinnig eilt zu haben. Aber natürlich auch hat das Hotel noch andere Positionen zu besetzen. Wie machst du das so?
- 09:20 David-Friedemann Henning
Ehrlich gesagt, Fachkräftemangel haben wir wirklich kein Problem mit gehabt, weil wir aber auch während der Corona-Zeit niemanden entlassen haben. Wir haben alle Leute behalten.
- 09:29 Ronald M. Arndt
Hat natürlich logischerweise Geld gekostet, aber auch mit kreativen Ideen, glaube ich, so ein bisschen die Zeit noch überstanden.
- 09:34 David-Friedemann Henning
Auch von Anfang an habe ich damals mitbekommen, genau, wir haben uns, wir haben zum Beispiel die Büros gemacht in den Zimmern, was ja auch viele gemacht haben, was aber auch ganz gut funktioniert hat bei uns. Und dann, wie gesagt, dadurch, dass wir halt nicht diese eine Zielgruppe haben, haben wir vor allen Dingen in Berlin im Jahr 2020 eine Auslastung von 55% Prozent gehabt, weil wir halt viel Vorarbeiter, Bauarbeiter hatten. Hier um die Ecke ist eine große Baustelle gewesen, die uns wirklich über Wasser gehalten hat. Das war gut. Und wie gesagt, wir haben keine Leute entlassen. Wir haben allen gesagt, Situation ist schwierig, wir wollen euch aber behalten, zieht mit. Und das ist jetzt wieder beim Restart perfekt gewesen, weil wir natürlich sofort wieder hochskalieren konnten. Und im Gegenteil, wir haben sogar wieder eingestellt. Wir haben gerade 3 Studentinnen von der IUBH eingestellt, oder jetzt IU heißen sie jetzt. Tobi eingestellt, wir haben Hannes befördert, also wir sind voll auf gut bestückt.
- 10:25 Ronald M. Arndt
Super, ausgezeichnet. Ja, was treibt dich sonst noch so um, David? Oder wie sieht dein Tagesablauf aus? Wann stehst du morgens auf? Das ist der Unternehmer hier.
- 10:36 David-Friedemann Henning
Das variiert tatsächlich wirklich mal. Also ich stehe auch ganz gerne mal wirklich früh auf, ich schlafe aber auch manchmal ganz gerne aus. Das ist wirklich tagesabhängig. Ich mache viel Sport, ich spiele jetzt relativ frisch seit anderthalb Jahren sehr, sehr gerne Tennis. Ich bin jetzt gestern gerade zurückgekommen, ich war auf Mallorca bei der Rafael Nadal Academy und habe da 4 Tage Tennis gehabt. Das war sehr cool. Aber ansonsten bin ich natürlich ein Fußballer. Ich spiele, seitdem ich denken kann, Fußball. Bei Hertha in der Jugend gespielt, dann aber auch aufgehört mit 18, weil war klar, dass ich kein Profi werde. Ein ganz guter Fußballer ist aus mir geworden, aber Für mehr hat es nicht gereicht und das war dann auch gut, das zu beenden sozusagen.
- 11:14 Ronald M. Arndt
Also Sport und Unternehmertum beißt sich bei dir, also lässt sich kombinieren.
- 11:17 David-Friedemann Henning
Genau.
- 11:17 Ronald M. Arndt
Kriegst du gut hin.
- 11:18 David-Friedemann Henning
Ganz gut, ja. Ich kann mir das ganz gut einteilen und von daher, wenn ich mal um 9 Uhr Tennis spiele, dann arbeite ich halt ein bisschen länger hinten raus. Ja, das passt.
- 11:26 Ronald M. Arndt
Bist du auch dann so gut wie jeden Tag hier im Hotel mal unter der Woche?
- 11:29 David-Friedemann Henning
Ja, genau. Also ich bin hier in Berlin oder in Leipzig.
- 11:31 Ronald M. Arndt
Okay.
- 11:32 David-Friedemann Henning
Immer vor Ort.
- 11:33 Ronald M. Arndt
Super. Kurz noch ein paar Eckdaten zu Leipzig. 4 Jahreszeiten hieß es früher, ne, ganz früher.
- 11:40 David-Friedemann Henning
4 Jahreszeiten früher war was ganz anderes.
- 11:42 Ronald M. Arndt
Was ganz anderes, ja.
- 11:44 David-Friedemann Henning
Polyesteranzüge, roter alter Teppich, Himmelbetten aus Alu, ganz, ganz schlimm ehrlich gesagt. Wir sind da rein, haben alles rausgerissen, nichts gelassen, auch die Rezeption abgerissen, die Böden, alles neu.
- 11:59 Ronald M. Arndt
Wie macht man denn sowas aus der, aus der Ferne? Also ist nicht ewig weit weg Leipzig von Berlin aus, aber genau, also ist ja nur eine Stunde Autofahrt letztendlich, oder Stunde 10.
- 12:06 David-Friedemann Henning
Und mit dem ICE auch nur eine Stunde. Und ich war dann tatsächlich dort, hatte auch eine Wohnung das erste Jahr und habe die Bauphase natürlich viel begleitet. Und ja, jetzt wo es läuft, ist Hannes da vor Ort seit auch schon über fast 2 Jahren, hat bisher das alltägliche Geschäft gemacht. Und ich war dann immer, wie gesagt, im Pendeln, habe mir mal 2 Tage Berlin angeguckt, 2 Tage Leipzig, die großen Themen im Auge gehabt. Und jetzt, wie gesagt, mit der Neuausstellung, Tobias und Hannes, sind wir 3 für die großen Themen zuständig. Wir haben hier in Berlin unsere Marlen und in Leipzig den André, die die Hausmanager jetzt sozusagen machen, das Daily Business. Und so sind wir ganz gut aufgestellt.
- 12:44 Ronald M. Arndt
Okay, und so ein Umbau von einem Hotel in Leipzig, von welchem Zeitkorridor sprechen wir da?
- 12:48 David-Friedemann Henning
Wir haben uns wirklich jetzt keinen— das Gute ist ja, wir sind ja auch selber Eigentümer gewesen vom, oder immer noch Eigentümer vom Haus, und haben immer Etage schon Eigentümer oder Eigentümer und dann umgebaut? Nee, wir haben Leipzig gekauft und dann umgebaut.
- 13:00 Ronald M. Arndt
Okay.
- 13:01 David-Friedemann Henning
Und haben das immer etagenweise gemacht im laufenden Betrieb. So konnten wir dann einfach weiter auch Geld verdienen, logischerweise, aber hatten auch immer eine Etage, wo wir wirklich gut Randale machen konnten. Und letztendlich war es ja, wie man so schön sagt, ein Soft Refurb. Wir haben keine Baumaßnahmen gemacht, sondern wir haben einfach rausgerissen, runtergebracht und wieder neu gemacht.
- 13:22 Ronald M. Arndt
Auch nicht den großen Lärm dabei verursacht.
- 13:24 David-Friedemann Henning
Vor allen Dingen jetzt auch keinen großen Staub und keine Wände eingerissen und so weiter. Also das ging ganz gut. Die Mitarbeiter haben, muss man auch echt sagen, vor allen Dingen in Leipzig, krass wirklich gut mitgezogen. Also wir haben die ja übernommen, als wir das Hotel gekauft haben, und ich meine, da gab es Leute, die sind seit 30 Jahren in diesem Gebäude, haben schon 3 verschiedene Inhaber gehabt, und die haben sich so krass auf uns eingelassen, auf das Neue, auf das Junge, sind da noch mal richtig aufgeblüht und sind super happy jetzt alle. Und wir haben aber auch viel von denen noch mal gelernt, weil ich meine, wenn du mit jemandem redest und arbeitest, der seit 30 Jahren in der Hotellerie ist. So alt bin ich.
- 14:00 Ronald M. Arndt
Naja, noch 30 Jahre vor Ort, ne? Also natürlich, 30 Jahre dann auch in Leipzig ist und so weiter. Also wer kann besser Gastgeber sein als—
- 14:10 David-Friedemann Henning
absolut, Leute, das war eine echt gute Mischung, hat uns alles vor— hat uns alle zusammen vorangebracht, auch hier Berlin noch mal vorangebracht.
- 14:18 Ronald M. Arndt
Und ja, und trifft sich Leipzig und Berlin ist auch ab und an Oder einmal im Jahr oder so?
- 14:22 David-Friedemann Henning
Wir haben also vor Corona unsere Weihnachtsfeier zusammen gehabt. Das war natürlich echt lustig.
- 14:26 Ronald M. Arndt
Ganz spannend, was ihr macht.
- 14:29 David-Friedemann Henning
Jetzt haben wir dieses Jahr gesagt, wir machen es einzeln. Wir hatten jetzt schon unsere Mitarbeiterfeiern nach Corona sozusagen als Dankeschön hier in Berlin und dann auch in Leipzig. Weihnachtsfeier machen wir auch getrennt dieses Jahr noch, einfach wegen Corona-Auflagen. Aber es ist ein Geben und Nehmen. Wir haben auch schon Austausch gehabt zwischen den Hotels, also dass einer mal in Leipzig arbeitet, mal in Berlin arbeitet. Und ja, soll auf jeden Fall so sein. Also wir sehen uns als Ganzes, wir sehen uns nicht so als 2 Städte.
- 14:54 Ronald M. Arndt
Und welche Themen treibt jetzt der Tobias voran, wo du dich vielleicht bislang noch nicht rangetraut hast oder einfach Unterstützung brauchst? Wie ist da so ein bisschen die Aufteilung?
- 15:02 David-Friedemann Henning
Ja, also ich sage ja immer, ich bin so ein Alleskönner, aber natürlich nur bis zu einem gewissen Level. Und das merkt man jetzt einfach, wenn ich jetzt sage, wir wollen wachsen und wir wollen expandieren, brauchen wir wirklich Know-how, also richtig, richtig gutes Know-how.
- 15:14 Ronald M. Arndt
Also wenn du sagst, in 9 Jahren London, dann bedeutet ja nicht, dass jetzt 9 Jahre nichts passiert und dann London, sondern der Plan sieht wahrscheinlich anders aus.
- 15:22 David-Friedemann Henning
Genau, also wir haben keinen Zeitrahmen. Wir sagen jetzt nicht, wir haben die Pipeline voll mit 6 Objekten, sondern wir wollen das machen, worauf wir Bock haben, worauf wir Spaß haben. Die Stadt muss passen, die Lage muss passen, die Anknüpfung muss passen, das Gesamtpaket, sage ich halt einfach immer ganz gerne. Wichtig ist auch, wir wollen keinen Neubau, wir wollen Bestandsimmobilien, wir wollen jemanden wohnen lassen.
- 15:41 Ronald M. Arndt
Bestandshotel oder erstmal egal?
- 15:42 David-Friedemann Henning
Am liebsten Bestandsimmobilien, weil wir nichts umwandeln wollen. Das ist auch wirklich wichtig für mich mit meinem Hintergrund. Wir wollen niemandem Wohnraum wegnehmen, wir wollen Hotels, die in die Jahre gekommen sind, auffrischen, neuen Pep geben, neuen Flair geben, so genauso wie mit Leipzig, und dann weitermachen sozusagen. Und ob es jetzt ehrlich gesagt in den nächsten 9 Jahren 9 Hotels sind, 20 Hotels oder vielleicht auch nur 2, das ist vollkommen offen.
- 16:05 Ronald M. Arndt
Also ihr steht da auch niemandem in Verantwortung?
- 16:08 David-Friedemann Henning
Genau.
- 16:09 Ronald M. Arndt
Zu liefern.
- 16:09 David-Friedemann Henning
Genau, wir sind ja inhabergeführt, also ich und meine Mutter im Hintergrund noch. Und wir müssen keine Deadlines einhalten von wegen Expansion. Wir müssen, wir können das machen, worauf wir Bock haben. Das ist mir wirklich wichtig. Und genau, also wir machen das, worauf wir Lust haben.
- 16:28 Ronald M. Arndt
Das heißt, Immobilienkaufmann David, der schaut sich dann um, wo sind Hotels in die Jahre gekommen, Und geht da mal vor Ort.
- 16:37 David-Friedemann Henning
Genau, also weil du gerade auch wegen Tobias gefragt hast. Tobias, ich meine, Tobias Köhler, wer ihn kennt, braucht man nicht viel zu sagen, absolutes Marketing- und Revenue-Genie. Der wird bei uns wirklich noch mal das Marketing auf ein ganz anderes Level heben, wird sich um Sales kümmern, um Revenue kümmern. Ich mache Development und Finance, aber auch HR ist mir auch sehr, sehr wichtig. Ich bin jetzt gerade vom HSM vom Tech Circle in den HR Circle gewechselt.
- 17:03 Ronald M. Arndt
Finde ich, ist also vom einen anderen, nicht doppelt, genau, vom einen anderen.
- 17:06 David-Friedemann Henning
Ich habe jetzt den Tech Circle gemacht und es hat auch wirklich Spaß gemacht, aber alle reden immer über HR und sagen, wir haben Fachkräftemangel und wir müssen vorantreiben. Und das sehe ich jetzt so für mich, ich auch als CEO gehe dahin und mache das selber. Das ist meine Verantwortung, die Mitarbeiter, weil letztendlich Gäste und Mitarbeiter ist ein Level. Da ist nicht der Gast wichtiger oder dem Mitarbeiter wichtiger.
- 17:28 Ronald M. Arndt
Eine Big-Mama-Familie.
- 17:30 David-Friedemann Henning
Genau, das muss, das muss beides sitzen. Dann haben wir Hannes noch, wie gesagt, der die Operations bei uns macht. Alles von Rezeption bis Rooms ist dann in seiner Verantwortung. So haben wir 3 Gebiete, also 3, unsere 3 Aufteilungen. Jeder kann das machen, wo er richtig gut drin ist, und zusammen geben wir natürlich uns gegenseitig noch Input. Aber dann ist es nicht mehr so, dass ich mich jetzt an einem Tag um all diese Themen kümmern muss. Und so sind wir einfach besser aufgestellt.
- 17:55 Ronald M. Arndt
Hast du da Vorbilder in dem Bereich, oder wo kommt deine Inspiration her?
- 17:59 David-Friedemann Henning
Also Vorbilder gibt es viele, angefangen von meinen Eltern, ganz klar, sind Unternehmer, so bin ich groß geworden. Aber auch zum Beispiel Michael Struck von Ruby, absolutes Vorbild. Der hat ja also unheimlich viel erreicht in seinem Leben, und davon gibt es unheimlich viele andere noch. Marco Nussbaum zum Beispiel, sind alle so Hotelgrößen. Christoph Hoffmann von 24 Hours, auch letztens kennengelernt, auch bald im Hotelpodcast.
- 18:24 Ronald M. Arndt
Christoph Hoffmann, ja, das hat mich gespannt, coole Stories zu erzählen.
- 18:28 David-Friedemann Henning
Und wie gesagt, ich finde, man muss immer ein bisschen links und rechts gucken, was sie macht, was der macht, dann für sich selber gucken, was kann ich davon umsetzen und anwenden. Und daraus kommt dann hoffentlich noch was Besseres sozusagen für einen selber, als jetzt nur schlicht zu kopieren.
- 18:42 Ronald M. Arndt
Und du tauschst dich mit solchen Größen auch aus regelmäßig?
- 18:45 David-Friedemann Henning
Gibt's da Ja, also mit den ganz Großen muss man natürlich jetzt sagen, nicht so. Man liest viel, man hört viel natürlich auch von anderen Leuten, die dann vielleicht in Kontakt stehen. Mit einem von den Genannten habe ich jetzt gerade schon ein paar Mal ein bisschen gesprochen, so ein bisschen kennengelernt. Aber man verfolgt einfach viel und hält die Ohren einfach offen. Okay, gibt genug Wege, sich weiterzubilden.
- 19:05 Ronald M. Arndt
Aber das hast du nicht rausgelassen, wo der Begriff Big Mama herkommt. Also wie kommst du darauf? Also Big Mama, Familie und so weiter.
- 19:11 David-Friedemann Henning
Genau. Jeder fühlt sich ja hoffentlich zu Hause bei seiner Mutter, bei seiner eigenen. Und wie gesagt, Big Mama, hier ist halt, soll sich jeder zu Hause fühlen. Nicht nur der Leisure-Gast, nicht nur der Business-Gast, sondern wirklich alle.
- 19:25 Ronald M. Arndt
Die Mama für alle.
- 19:26 David-Friedemann Henning
Genau. Die sollen ja an der Bar sitzen und dann kommt der Backpacker aus Australien mit dem Deutschen Bahn-Menschen zusammen und philosophieren über die Welt nach dem 5. Honiggin.
- 19:38 Ronald M. Arndt
Absolut.
- 19:39 David-Friedemann Henning
Das ist das Und letztendlich auch durch meine Mutter, weil unsere, also meine Mutter ist bei uns in der Familie Big Mama. Da ist immer offene Tür, da ist immer das Haus voll. Und sie hat es ja damals gegründet, das war sozusagen ihre Idee dahinter. Wir haben es jetzt noch ein bisschen verfeinert, sozusagen die Idee.
- 19:54 Ronald M. Arndt
Sehr schön.
- 19:54 David-Friedemann Henning
Deswegen Big Mama.
- 19:55 Ronald M. Arndt
Ja, toll. Komm, stoß mal kurz an. Dein Glas ist noch ganz voll. Ja, David, ich möchte mich bedanken, seit heute ein bisschen zumindest Teil dieser Big-Mama-Familie zu sein.
- 20:14 David-Friedemann Henning
Ja, auf jeden Fall, du bist immer herzlich willkommen hier.
- 20:15 Ronald M. Arndt
Schauen wir uns gleich noch dein Haus an, ja, und dann gucken wir mal, ob sich das Glas bis dahin geleert hat oder ob wir noch mal nachlegen müssen.
- 20:23 David-Friedemann Henning
Das geht ganz schnell, ist kein Problem.
- 20:25 Ronald M. Arndt
Herzlichen Dank dir, David. Gerne, ciao.
- 20:27 David-Friedemann Henning
Danke dir.