Das große "Heimathafen Hotels" Update 2024
Aufgenommen: Villa Viva, Hamburg
Germany52 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Ich glaube, ein Zimmer und ein Bett können viele. Das, was es besonders macht bei uns und warum Gäste wirklich wiederkommen, sind die Menschen, die hier arbeiten.“
Jens Sroka, 10:08
Jens Sroka führt mit zwei Geschäftspartnern die Heimathafen Hotels mit neun Häusern. Im Gespräch in der Villa Viva in Hamburg erzählt er, wie aus einer Spendenpartnerschaft von 2013 mit Viva con Agua ein Haus wurde, dessen Gewinne mehrheitlich in Brunnenprojekte gehen, und warum jedes seiner Häuser mit einem eigenen Namen anfängt. Außerdem geht es um Mitarbeiter als 60 Prozent des Erfolgs, Baukosten, Zinsen und die Frage, wie viel Wachstum noch Sinn macht.
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Kernaussagen
- Mitarbeiter sind 60 Prozent: Sroka investiert viel Geld in die Mitarbeiter, weil er darin 60 Prozent des Erfolgs sieht. Der Slogan lautet: Komme als Gast und gehe als Freund.
- Kein Copy-and-Paste: Er und seine Partner schauen sich erst Lage und Grundstück an und entwickeln dann ein eigenes Konzept. Meistens fängt es mit einem Namen an, davon kommt die Architektur, davon das Interieur.
- Partner statt Geldgeber: Mit dem Bauunternehmer Joerg Boeckeler und Stefan Johansen holte er Kompetenz für Bau und Finanzen dazu, nicht nur Kapital. In der Corona-Zeit mit 380 Mitarbeitern half ihm, zwei routinierte Partner an der Seite zu haben.
- Gewinne an Viva con Agua: In der Villa Viva ist Heimathafen nur Betreiber und zahlt Pacht, die Gewinne gehen mehrheitlich an Viva con Agua. Im Campingground kostet die Übernachtung 19,10 Euro, angelehnt an das Gründungsjahr des FC St. Pauli.
- Wachstum nicht um jeden Preis: Baukosten und Zinsen von oft 4 vor dem Komma lassen ihn jedes Projekt neu durchrechnen. Erst sollen die Bestandshäuser in ruhiges Fahrwasser kommen, Grundstücke in Dänemark und in den Staaten liegen ohne Eröffnungsdatum in der Pipeline.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
"Real Talk. Unscripted." mit Jens Sroka von den Heimathafen Hotels.
Wir treffen uns in der Ende letzten Jahres eröffneten Villa Viva, das soziale Hotelkonzept von und mit Viva con Agua.
Wie kam es zu der besonderen Geschäftsbeziehung, welche bereits mehr als 10 Jahre zurückreicht?
Als jüngster von vier Geschwistern, zieht es den gebürtigen Hamburger schnell ins Ausland: USA, Thailand, Vietnam. Dabei wollte er eigentlich Schauspieler werden.
Heute umfasst seine Hotelfamilie neun Häuser. Oft beginnt es mit dem Namen, gefolgt von Architektur und Innendesign. Alles andere als Copy-and-Paste.
Aber was genau ist sein Erfolgsgeheimnis und wen hat er unternehmerisch an seiner Seite?
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Transkript öffnenTranskript schließen52 Min · Ronald M. Arndt und Jens Sroka
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:06 Ronald M. Arndt
Jens Sroka, ich freue mich.
- 00:08 Jens Sroka
Freue mich, hier zu sein.
- 00:09 Ronald M. Arndt
Freue mich, bei dir zu sein. Freue mich, in Hamburg zu sein. Du bist Hamburger?
- 00:13 Jens Sroka
Ich bin gebürtiger Hamburger, richtig.
- 00:16 Ronald M. Arndt
Aber irgendwann hat es dich mal nach Sankt Peter-Ording verschlagen, glaube ich, ne? Für längere Zeit.
- 00:21 Jens Sroka
Ja, aber das ist, also ich war da im Internat, weil meine Eltern beide ganztags gearbeitet haben und ich habe 3 Geschwister und die hatten keinen Bock, sich um den Kleinen zu kümmern. Und du warst der Kleine? Ich bin der Kleine, ich bin der Jüngste von 4 Kindern. Und ja, und deswegen war ich von 1986— Gottes Willen, das zeigt ja, wie alt ich bin— aber von 1986 bis 1990 war ich im Internat dort.
- 00:45 Ronald M. Arndt
Und dann habe ich gedacht, du bist '86 auf die Welt gekommen.
- 00:47 Jens Sroka
Ja, so ist das. Ich bin mit 1 ins Internat. Und dann bin ich nach Ausland, dann wieder zurück nach Sankt Peter-Ording.
- 01:01 Ronald M. Arndt
Ausland in der Hotellerie? Ja. War das für dich klar, dass du da—
- 01:04 Jens Sroka
Naja, es war gar nicht klar. Es war so, dass ich eigentlich Schauspieler werden wollte und mein Vater dachte so und sagte, ich könnte dir ein Praktikum besorgen irgendwo. Willst du nicht erstmal gucken, ob nicht Hotellerie was für dich ist? Und ich bin ja mit der Hotellerie aufgewachsen. Wir hatten ein Haus hier, 1 Kilometer entfernt, was mein Vater gepachtet hatte, das Ambassador hier am Heidenkampsweg. Und da sind wir in den Backoffice-Bereichen aufgewachsen. Ich habe immer bei der Hausdame die kleinen Mega-Schokoladen geklaut und so. Und also das war schon ganz cool, das hat mir auch immer gut gefallen. Aber in der Oberstufe hatten wir so darstellendes Spielen, das fand ich ganz cool. Und deswegen dachte ich irgendwie, Schauspielerei, das wäre was für mich. Und habe mich dann aber entschieden, ich wurde ausgemustert. Ich musste ja eigentlich, hätte ich noch zum Bund gemusst und hätte ich auch gemacht. Und dann sagten die, ja, Sie dürfen dem deutschen Volke leider nicht dienen. Und dann habe ich gesagt, okay, was mache ich denn jetzt 9 Monate lang? Und dann habe ich mich entschieden, entschieden, ein Jahr nach Florida zu gehen. Und mein Vater kannte da einen Hotelier in Daytona Beach, und da habe ich ein Jahr lang gearbeitet. Und das war total spannend, und damit hat es angefangen. Und dann habe ich meine Ausbildung hier in Hamburg gemacht, im Atlantikhotel, und dann war ich im Sales und Marketing, und dann war ich in Thailand und in Vietnam, und dann bin ich wiedergekommen, und dann nach Sankt Peter-Ording.
- 02:18 Ronald M. Arndt
Und Thailand war Marriott, glaube ich, gell?
- 02:20 Jens Sroka
War Marriott. Und ein amerikanischer Investor, der heißt Bill Heinecke, Minor Group, der inzwischen— damals hatte er 12 Hotels. Inzwischen hat er, glaube ich, 500. Die NH-Gruppe und Anantara Hotels. Ich habe das erste Anantara in Hua Hin im Sales und Marketing als Director of Sales und Marketing betreut.
- 02:40 Ronald M. Arndt
Und dann wurdest du relativ schnell selbst Unternehmer.
- 02:44 Jens Sroka
Ja, genau. Mein Vater wollte mit 63 das Haus in Sankt Peter-Ording verkaufen und mein Bruder und ich— mein Bruder hat damals in Hongkong gearbeitet und gelebt, auch in der Hotellerie, und ich eben in Bangkok. Und dann haben wir beide entschieden, dass es eine tolle Grundlage wäre, uns selbstständig zu machen. Dann haben wir es ihm abgekauft, weil wir noch 2 Schwestern haben, also die dritte, und weil er auch keine Lebensversicherung oder so was.
- 03:07 Ronald M. Arndt
Also Streit direkt aus dem Weg zu gehen, ja, auch das macht man lieber so, ne, je größer die Familie.
- 03:12 Jens Sroka
Dann haben wir es ihm abgekauft und ja, ab nach Sankt Peter-Ording in die Selbstständigkeit.
- 03:18 Ronald M. Arndt
Und da ist viel passiert seitdem, viel, viel passiert, ja, sehr, sehr viel passiert, ein rasantes Tempo. Heute sitzen wir in einem ganz außergewöhnlichen Haus. Nicht, dass es die anderen nicht sind, aber die Villa Viva hier, wo ich jetzt schon 2 Nächte geschlafen habe. Was denkst du manchmal, wenn du abends ins Bett gehst?
- 03:40 Jens Sroka
Oh Gott, also das ist gar nicht so, dass ich mir denke, wow, was habe ich alles geschafft oder sonst irgendwie sowas. Also natürlich bin ich stolz auf jedes. Also ich sage immer, die Hotels sind so die Babys, so jedes meiner Babys hier. Aber es ist ja immer erstens ein Team-Effort und zweitens Also ich, keins dieser Häuser mache ich, um mir ein Denkmal zu setzen, sondern ich mache die aus rein unternehmerischen Gedanken und gucke, was fehlt noch im Markt und was könnte man noch machen. Und dann ist das etwas, was ich meinen beiden Geschäftspartnern vorschlage und dann dem inneren Team so in der Hotels. Ja, erst kam eins und dann kam zweites und kam drittes und heute sind wir bei 9 Häusern.
- 04:22 Ronald M. Arndt
Du siehst einfach die Chancen. Und ja, also stürzt sich dann ins nächste Projekt.
- 04:28 Jens Sroka
Ja, hier war es sogar so, dass das gar nicht unsere Idee war, sondern Vivac Aqua hatte dieses Grundstück angeboten bekommen, weil sie gerne, die mussten größer werden, die haben viel zu viele Leute und hatten ein super kleines Büro in der Schanze und haben der Stadt gesagt, Mensch, wir würden gerne bleiben, aber wir müssen uns vergrößern. Dann hat die Stadt gesagt, ihr müsst unbedingt bleiben und wir hätten da ein Grundstück, was wir euch zum guten Preis anbieten könnten. Und zu dem Zeitpunkt war es halt so, dass sie gesagt haben, okay, also das Die Baugenehmigung wäre für 9 Geschosse gewesen. So viel brauchen die gar nicht. Und dann hatten die uns angesprochen, ob wir nicht ein Gasthaus mit denen machen würden. Und da habe ich sofort gesagt: Ja. Und dann wie, wie, ja? Ja, sage ich gerne. Also wir hatten schon mit denen zusammengearbeitet, weil wir in jedem unserer Häuser haben wir mindestens ein Zimmer, wo wir dem Gast eine Möglichkeit geben, was Gutes zu tun. Sei es Stiftung Mensch, die haben so eine Blindenwerkstatt, sei es Hamburg Leuchtfeuer, das ist so ein AIDS- und Krebshospiz. Sei es, also wir haben wirklich ganz viele. Und Viva con Agua war eben unser allererstes in Sankt Peter-Ording, wo wir gesagt haben, wir machen mit Viva con Agua zusammen eine Suite, die richten die auch mit ein und 25% der Umsätze, die wir im Jahr machen, spenden wir an Viva con Agua. Und deswegen haben wir schon 2013 die erste Geschäftsbeziehung gehabt. Dann haben wir in der Bretterbude in Heiligenhafen schon Zimmer mit denen gehabt und deswegen war eine Geschäftsbeziehung da. Das hat auch gut geklappt. Und dann, als die fragten, sagte ich ja, aber bitte guckt euch noch mal andere an. Also nicht das hier mit dem Erstbesten.
- 05:55 Ronald M. Arndt
Und dann haben sie sich wirklich ein Jahr lang Zeit gelassen.
- 05:57 Jens Sroka
Und haben von Kai Hollmann über Herrn Edmennam und wie sie alle heißen Gespräche geführt und kamen dann nach einem knappen Jahr wieder und sagten, ja, irgendwie ist es mit dir am besten. Und das war vor 7 Jahren. Also, und dann haben wir 5 Jahre an der Baugenehmigung gearbeitet und dann 2 Jahre gebaut, ein bisschen mehr. Und ja, heute sind wir hier, haben im November eröffnet und da sind wir ein soziales Hotelkonzept. Also es ist wirklich so, dass die Mehrheit, also das heißt, die, die hat sich auch über die 7 Jahre einfach gehalten.
- 06:28 Ronald M. Arndt
Wir sind ein soziales Hotelkonzept.
- 06:30 Jens Sroka
Ja, das war immer klar. Also Viva con Agua ist ein gemeinnütziger Verein und die haben halt ganz klar gesagt, also wenn wir das mit euch machen, ist es uns ganz wichtig, dass es ein gemeinnütziges Konzept ist, auch mehrheitlich. Und so ist es halt auch. Mehrheitlich ist es so, dass die Gewinne, die wir mit diesem Haus erzielen, an Viva con Agua gespendet werden. Und Viva con Agua kann damit dann Brunnen bauen in der Welt. Also jeder, der hier zu Gast kommt, im Restaurant oder in der Rooftop-Bar oder als Hotelgast, tut Gutes.
- 06:59 Ronald M. Arndt
Und deswegen ist ja gut, dass es nicht nur 9 Stockwerke am Ende geworden sind, sondern wir haben 12, ja, oben die Rooftop-Bar, die ich gestern Abend noch kennengelernt habe.
- 07:10 Jens Sroka
Und wir haben dann natürlich überlegt, was, wie können wir dieses Gebäude noch besonders machen. Und deswegen, wir, die umliegenden Gebäude, wir hatten gesagt, okay, wenn, dann wollen wir eine Rooftop-Bar haben, die muss dann auch über die anderen Gebäude rüberschauen. Wir haben auch eine andere Fassade genommen als die Nachbarn, und das hat einfach länger gedauert in Hamburg. Ist es nicht ganz einfach, wenn man Dinge anders machen möchte, dauert das seine Zeit.
- 07:34 Ronald M. Arndt
Und Social Business Gasthaus hat die AHGZ mal tituliert, bedeutet ja nicht nur bei euch, dass eben ein Großteil der Gewinne eben in die Brunnen abfließen, sondern auch eigentlich jedermann hier übernachten kann. Ja, also es gibt Zimmerkategorien, Typen.
- 07:51 Jens Sroka
Ja, es war so, dass wir gesagt haben, also Viva con Agua kommt eigentlich aus Freiwilligen, die Spenden sammeln. Es fing mal an auf Festivals, das waren Studenten, die gesagt haben, wir sammeln eure Mehrwegbecher auf den Festivals und du spendest den Euro, den du wiederkriegen würdest, spendest du an Viva con Agua. Und es gibt immer noch wahnsinnig viele von diesen Freiwilligen, die helfen. Und wir haben gesagt, wenn, dann müssen wir ein Haus für jedermann sein. Deswegen haben wir unseren Campingground, wo man ab 19,10€ übernachten kann, wo man wirklich nur so eine kleine Box hat, die trotzdem—
- 08:27 Ronald M. Arndt
Woher kommen die 19,10€?
- 08:29 Jens Sroka
Die kommen, weil Benny, der Gründer von WeWork& Aqua, früher Profifußballer bei St. Pauli war, und St. Pauli wurde 1910 gegründet.
- 08:39 Ronald M. Arndt
Siehste, da muss der Schwabe hier noch ein paar Mal nach Hamburg kommen. Ja, toll. Und meine Suite weiß ich jetzt nicht, aber ich habe es gelesen. Wurde vielleicht von Barbara Schöneberger mit eingerichtet?
- 08:54 Jens Sroka
Ja, also wir hatten zwei größere Suiten, die bis zu 360 Euro kosten die Nacht. Und das ist so, dass die eine— wir wollten ganz gerne, dass wir dafür jemanden gewinnen, die das mit einrichten, die auch dafür stehen und die da Lust drauf haben. Und es war so, dass wir einen Er und eine Sie gesucht hatten zu dem Zeitpunkt. Und Barbara Schöneberger hat sich für die eine Suite bereit erklärt, das zu machen, und hat auch wirklich alles wirklich mit eingerichtet, die Fliesen ausgesucht, die Armaturen ausgesucht, den Look and Feel ausgesucht, den Grundriss mitbestimmt. Und das andere ist ja ein Delay. Und das war viel Arbeit, aber hat, ich glaube, denen so viel Spaß gemacht, wie es uns Spaß gemacht hat.
- 09:36 Ronald M. Arndt
Ja, das ist mehr als gelungen. Ich bin Mitternacht, ich glaube um 1 war ich hier, nach Mitternacht angekommen und musste erstmal noch eine halbe Stunde investieren in Videoproduktion. Um eben das natürlich auch hier der Zuhörerschaft irgendwann mal noch zeigen zu können. Ja, aber die Gastlichkeit, die war mir sofort aufgefallen. Deine Kollegin unten am Zauberkiosk, so heißt ja der Empfangsbereich, die sagte, nachdem sie mir den Aufzug gezeigt hat, Ronald, und wenn du nicht schlafen kannst, komm runter, ich mache dir noch einen Tee.
- 10:08 Jens Sroka
Ja, super. Also ja, das ist die Idee des Zauberkiosks. Also ich glaube, das ist generell die Idee der Heimathafen Hotels, sind Ich glaube, ein Zimmer und ein Bett können viele. Ich glaube, das, was es besonders macht bei uns und warum Gäste wirklich wiederkommen, sind die Menschen, die hier arbeiten. Und wir haben bestimmte Werte und wir investieren viel Geld in unsere Mitarbeiter, weil wir glauben, dass das 60% des Erfolges ausmacht, dass die Leute lächeln und wenn sie lächeln, es auch ernst meinen und wenn sie Fragen stellen, die auch ernst meinen. Ja, und ich glaube, dass sie das mögen, was sie tun. Oft genug kennst du Mitarbeiter oder gehst in ein Hotel rein und das ist so 08/15, ist ja auch in Ordnung, jeder so wie er mag, aber wir versuchen immer sowohl bei der Customer Journey, wie man so schön sagt, die Hardware, auf die Hardware zu achten und auf Liebe zum Detail, aber vor allem eben auf die Mitarbeiter, die wir so beschäftigen. Und unser Slogan ist ja so ein bisschen: Komme als Gast und gehe als Freund. Und das versuchen wir auch.
- 11:14 Ronald M. Arndt
Warum ist es vielerorts so auf der Strecke geblieben? Weil man, weil es ja ganz oft darum geht, 60%, sagst du, und natürlich sind 60% und mehr.
- 11:22 Jens Sroka
Ja, also ich glaube, weil es darum geht, ganz oft Geld zu verdienen, und gute Mitarbeiter muss man fair bezahlen, und gute Mitarbeiter muss man trainieren, und gute Mitarbeiter und so weiter und so weiter, und die muss man auch halten. Und ich glaube, bei vielen geht es da nicht drum. Und ich will ja gar nicht sagen, was besser oder was schlechter ist. Ich würde manchmal auch mehr, noch mehr auf den Cent achten, gerade in Zeiten, wo Kosten wirklich durch die Decke gehen. Aber wir finden, in the long run, wie man so schön sagt, wenn man wirklich erfolgreich sein will, glauben wir, dass wir da das richtige Rezept haben.
- 12:06 Ronald M. Arndt
Also ich glaube, das ist ein Grund, warum so viele immer wieder kommen. Also die, und natürlich habt ihr es jetzt und du auch hinbekommen mit Heimathafen Hotels, um da so ein bisschen die Brücke mal zu bauen, zu sagen, aha, ich lerne Heimathafen an der Ostsee kennen und würde auch gerne mal die Nordsee kennenlernen.
- 12:23 Jens Sroka
Ja, das Ganze, das ist echt toll gewesen. Das ist natürlich mit Hamburg auch ein Stadthotel, auch ein Stadthotel, und vielleicht kommen noch mehr, wer weiß.
- 12:29 Ronald M. Arndt
Aber können wir nachher noch kurz drauf zu sprechen kommen.
- 12:33 Jens Sroka
Es ist auf jeden Fall so, dass das Als wir das zweite Beach Motel, wir hatten als allererstes das Beach Motel in Sankt Peter-Ording, also das zweite Beach Motel aufgemacht haben in Heiligenhafen und die Bretterbude, waren 50% unserer Gäste im ersten Jahr Wiederholungstäter aus Sankt Peter-Ording. Und das war für uns natürlich wow. Inzwischen merken wir, dass wir uns selber so viel mit der Konkurrenz hingesetzt haben und natürlich auch andere Mitbewerber im Markt haben, dass es heute schwerer ist zu sagen, 50% im ersten Jahr sind unsere Stammgäste. Dafür gibt es einfach zu viel Auswahl, auch an der Küste inzwischen. Aber wir haben immer noch eine sehr, sehr große Fangemeinde, die wirklich immer wieder kommt.
- 13:13 Ronald M. Arndt
Ja, und ihr habt ja ganz unterschiedliche Stile.
- 13:17 Jens Sroka
Ja, aber es ist so, natürlich hätte ich gerne zu Anfang ein Konzept, wie Motel One das macht. Also die haben jetzt auch zwei und Möllers haben ja noch mehrere Konzepte. Das ist natürlich immer spannender, weil du Copy-Paste machen kannst. Es ist nur so, dass wir an der Küste, also ich und meine Geschäftspartner, wir gucken uns ein Grundstück an und gucken, was muss hier eigentlich hin und passt das, was wir haben, dahin? Und wenn es da nicht passt, dann müssen wir gucken, was passt dahin? Also wir glauben eher an Lagen. Lage, Lage, Lage, wie man so schön sagt. Das hat ja schon Hilton gesagt. Und dann ist es so, dass wir gucken, okay, wir haben eine tolle Lage, wir haben ein tolles Grundstück, was sie uns anbieten. Was passt hier eigentlich hin? Und, und was macht im Sinn, im Markt Sinn? Und dann kreieren wir etwas. Und meistens fängt es mit einem Namen an, und von dem Namen kommt die Architektur, und von der Architektur kommt das Interieur. Versuchen so einen roten Faden zu haben.
- 14:14 Ronald M. Arndt
Ist es auch eine Möglichkeit, um die, die Nachbarschaft so ein bisschen besser mit ins Boot zu holen? Oder da gab es ja, da hast du ja auch schon das eine oder andere Mal um deine Existenz anfangs bangen müssen, glaube ich.
- 14:25 Jens Sroka
Ja, das war also das in St. Peter, das war ganz schrecklich. Also es war wirklich so, dass wir 5 Nachbarn haben, die gegen uns geklagt haben, bis Oberfranken. Verwaltungsgericht und mit Baustopp erwirkt. Und also, und da bin ich gerade, ich hatte ja vorher mit meinem Bruder 2 Hotels, das Ambassador und das Strandgut, habe dann meine Anteile an ihnen verkauft, und dann hatten wir den Baustopp. Und das war alles andere als witzig, weil es wirklich um meine Existenz ging und ich schon gebangt habe, dass das eventuell nichts wird. Ich bin ein sehr positiver Mensch und habe immer gedacht, das wird schon, das wird schon, wird schon. Aber es gab schon Nächte, wo ich nicht ganz so gut geschlafen habe. Aber Es ist viele Jahre her und es ist trotzdem so, dass wir versuchen, uns immer auch in eine Gemeinde, in eine Stadt zu integrieren. In diesem Fall zum Beispiel hier in Hamburg ins Münzviertel und versuchen, ein guter Nachbar zu sein und offen für alle zu sein. Eben nicht nur für Hotelgäste, sondern Tagesgäste, Einwohner, für Konfirmationen, für Feiern, für Komm zum Essen. Und trotzdem ist es so, dass wir gerade in so kleinen Gemeinden, in denen wir an der Küste sind, erstmal ein Fremdkörper sind und groß meistens, also und nicht das kleine, putzlige, süße Hotel. Da haben wir zwar den Fliegerdeich in Wilhelmshaven, aber auch da ist es so, da haben wir angefangen erst mit Duzen, da kamen die Wilhelmshavener gar nicht mit klar.
- 15:47 Ronald M. Arndt
Und also wenn die Gäste geduzt werden, oder hast du direkt beim Nachbarn über den Zaun gerufen und gesagt, hey du, nicht geduzt?
- 15:53 Jens Sroka
Also wir haben, das war dann halt irgendwie, das ist, wir dachten, wir versuchen das, weil wir es überall gemacht haben. Und da war das aber so, dass sie gesagt haben, ich kenne dich nicht, also nach dem Motto so. Also, und man muss sich immer wieder anpassen und man muss dann schauen, wie schafft man es denn in jeder Gemeinde, in jeder Stadt sich gut zu integrieren. Aber versuchen tun wir das immer.
- 16:13 Ronald M. Arndt
Jetzt hast du schon zweimal erwähnt deine beiden Geschäftspartner. Das heißt, du schulterst die ganze Entwicklung nicht gänzlich alleine?
- 16:19 Jens Sroka
Nein, nein, nein. Also es ist so, und es ist ja auch Mir ganz wichtig. Also ich hatte erst mit meinem Bruder das gemacht, da war es sehr gut, weil er war eher Back of House, Personal, Development, Finanzen, und ich war eher Front of House, Gastkontakt, Sales und Marketing. Ich habe mich darum gekümmert, die Häuser voll zu machen, und er hat sich darum gekümmert, die Kosten niedrig zu halten. Also das war perfekt. Dann habe ich mich selbstständig gemacht und Dann ist es so, dass es für mich zu dem Zeitpunkt wichtig war, mir auch neue Kompetenzen mit dazu zu holen. Ich kann nicht alles selber abdecken und ich hatte auch keine Lust, die Verantwortung alleine zu tragen. Und ich habe nicht Geldgeber gesucht, sondern ich habe Partner gesucht. Und der erste Partner war Joerg Boeckeler, der ist Bauunternehmer, der hat damals das Strandgut für uns gebaut. Und das war natürlich für mich perfekt, weil es gab jemanden, der erstens zahlenmäßig Erfahrung hatte und zweitens Bauunternehmer, also er konnte es selber bauen. Es war in seinem eigenen Interesse, das Ding so schnell und so gut und so günstig wie möglich zu bauen. Und das war ein Traum. Und dann haben wir nach dem ersten Beach Motel in Sankt Peter-Ording dann überlegt, in Heiligenhafen hatten wir die Grundstücke und hatten erst ein Haus überlegt, dann war das zweite Haus lange Geschichte. Auf jeden Fall haben wir dann ja die Bretterbude und das Beach Motel gebaut. Das war ein recht großes Invest von 50 Millionen.
- 17:39 Ronald M. Arndt
Das haben die Nachbarn wieder geguckt, ne?
- 17:41 Jens Sroka
Wie bitte?
- 17:41 Ronald M. Arndt
Da haben die Nachbarn wieder geschaut.
- 17:42 Jens Sroka
Da haben die Nachbarn auf jeden Fall geschaut. Aber das war eine Riesenchance. Wir haben total an Heiligenhafen geglaubt und Auch an die beiden Konzepte. Und da haben wir uns dann Stefan Johansen mit dazu geholt. Der kommt familiär eher aus erneuerbaren Energien, Solar- und Windenergie, hat aber auch schon 2 Hotels, das alte Stahlwerk damals und inzwischen auch das James in Flensburg. Und der hatte— das hat einfach geklickt. Und der hatte sehr viel Kompetenz im Bereich Finanzen. Und so hatten wir den einen für Bau, ich für Hotel. Der andere für Finanzen. Und das Schöne ist, finde ich, erstens vertrauen sie mir für den ganzen Hotelpart. Das ist immer schon viel wert, weil es geht um viel Geld. Und das Zweite ist das Zwischenmenschliche. Also dass wir uns— wir sitzen zusammen und wir lachen und wir auch in Krisen wie Corona ist es so, dass man auf Augenhöhe guckt, wie kriegt man Dinge gelöst und wo geht die Reise hin.
- 18:41 Ronald M. Arndt
Ja, Geld ist natürlich immer so ein Thema bei der Dimension. Ich glaube, hier in die Villa Viva sind, wie waren das die letzten Zahlen, 36 Millionen reingeflossen in den Bau. Klar, das ist jetzt erstmal nicht deine Baustelle.
- 18:56 Jens Sroka
Ja, es war schon, also das ist natürlich schon meine Baustelle, weil wir die Pacht zahlen. Also, und viele andere hätten gesagt, also wir hatten eine enorme Preissteigerung. Es war, wir haben halt in Corona-Zeiten gebaut.
- 19:09 Ronald M. Arndt
Und auch da der Grund.
- 19:11 Jens Sroka
Dass es über 7 Jahre sich ein bisschen gezogen hat, sicherlich auch, sicherlich viele Fehler auch gemacht worden. Aber wir hatten auf jeden Fall eine enorme Preissteigerung, was ich natürlich— viele hätten gesagt, nö, das ist nicht mein Problem, ich habe eine feste Pacht, da müsst ihr gucken. Und wir haben aber gesagt, wir sitzen in einem Boot, und deswegen sind wir auch bereit, eine höhere Pacht zu zahlen. Und ja, aber das ist schon enorm. Wir sind hier nur Betreiber. Also es gibt einmal die Villa Viva Haus GmbH, das ist eine Shareholder-Gang von ganz spannenden Leuten, die an dieses soziale Konzept denken.
- 19:52 Ronald M. Arndt
19 Personen, glaube ich, ungefähr.
- 19:54 Jens Sroka
Ja, genau, von Holger Hübner von Wacken über Jan Delay über Bela B. über Tim Mälzer, also wirklich Mitra Kasai, also wirklich ganz spannende interessante Menschen, die Viva Con Agua 100% des Eigenkapitals gegeben haben und gesagt haben, wir schenken euch quasi 70% der Firma und wir bleiben bei 30%. Das muss man erstmal finden. Und wir haben dann gesagt, okay, wir machen zusammen mit Viva Con Agua das Gasthaus. Und da sind wir bei ungefähr 5,5 Millionen Euro für Interieur, Küche und so weiter und so weiter, Pre-Opening-Kosten, Operating Equipment und so weiter.
- 20:33 Ronald M. Arndt
Da schreit es ja fast noch nach weiteren Viva con Agua, Viva Viva, Viva Vivas.
- 20:39 Jens Sroka
Ja, Gespräche gibt es da. Es ist aber so, ich bin, ich habe Euphorie und habe auch Lust. Es ist nur immer wichtig, dass man auch erstmal Erfahrung sammelt. Und die Zeiten im Moment sind nicht ideal. Es ist so, dass wir in einer Phase sind, wo die Baukosten—
- 21:00 Ronald M. Arndt
sie unterscheiden sich natürlich zu vor 10 Jahren, als du selbst vor 5 Jahren richtig Gas gegeben hast.
- 21:05 Jens Sroka
Also selbst vor 5 Jahren oder 4 Jahren, da waren die Baukosten noch andere und vor allem die Zinsen waren andere. Da hat man mit 1 oder 2 Komma finanziert und inzwischen, naja, jetzt gibt es schon mal wieder eine 3 vorm Komma, ist ja schon wieder besser, aber bei solchen Projekten hat man— Hotellerie ist auch nicht die, die es Branche, wo die Banken sagen: Yay! Das heißt, da ist dann oft eher eine 4 vorm Komma. Dazu kommen die hohen Baukosten und generell hohe Kosten. Das ist so, dass man sich jedes Projekt ganz genau anschauen muss und wir, meine 3 Geschäftspartner, also meine beiden Geschäftspartner und ich, dass wir uns genau anschauen: Macht das Sinn oder nicht? Zum einen. Und dann haben wir inzwischen natürlich auch einen operativen Apparat. Ich habe einen Geschäftsführer, den Marco Häusler, der so das Day-to-Day-Business macht. Und wir haben dann so einen Inner Circle, wo wir dann einfach auch schauen, kriegen wir das eigentlich abgedeckt mit den Heimathafen Hotels? Weil man muss ja immer wieder das auch in diesen Wasserkopf integrieren, den wir so haben inzwischen. Also zentrale Reservierung, Finance und so weiter und so weiter, HR. Und dann muss man eben schauen, wo ist das eigentlich und macht das Sinn? Und was mir auch ganz wichtig ist, es macht im Vorwege wahnsinnig viel Spaß mit Videokanakva. Ich habe wahnsinnig viel gelernt und auch jetzt im Betreiben ist es total spannend. Nur bevor man wieder das nächste committed, möchte ich erstmal Erfahrung sammeln zum Day-to-Day-Business.
- 22:36 Ronald M. Arndt
Also dich treibt da nicht einfach das pure Wachstum an?
- 22:39 Jens Sroka
Überhaupt nicht, gar nicht mehr.
- 22:40 Ronald M. Arndt
Also das für Projekte?
- 22:42 Jens Sroka
Nein, nein, nein.
- 22:42 Ronald M. Arndt
Also das ist wieder, es ist jetzt eine Größe erreicht, wo es wirklich auch erstmal geht, die nachhaltig gut weiterzuentwickeln.
- 22:50 Jens Sroka
Ja, es geht darum, sinnvoll erst mal die Häuser alle in ruhiges Fahrwasser zu bringen. Man merkt immer wieder, dann gibt es eine Abteilung, die nicht funktioniert, oder ein Haus, was nicht so ganz funktioniert. Und man muss genug Zeit und Raum und Luft haben, die Bestandshäuser alle in ruhigem Fahrwasser zu haben. So hört sich das immer doof an, aber wir sind an der Küste hier, deswegen passt das ganz gut. Und wenn das so ist, dann kann man sicherlich über Neues nachdenken. Aber wir haben sowieso Dinge in der Pipeline. Wir hatten ein Konzept in Wilhelmshaven noch in der Pipeline. Wir hatten uns beworben in Grömitz, da haben wir leider den Zuschlag nicht bekommen. Wir haben in Dänemark auf Rømø ein Grundstück. Das heißt also, unabhängig von Villa Viva ist es so, dass die Heimathafen Hotels noch andere Ideen haben und Eisen im Feuer. Und da müssen wir auch gucken. Wie rechnet die sich? Und wir merken natürlich, dass das Bürokratische, die Baugenehmigung, das, was wir so wollen und so weiter, das dauert einfach seine Zeit.
- 23:51 Ronald M. Arndt
Ja, ja, nee, ist jetzt schon eine ganz lange Palette: Zinsen, Baukosten, Kosten allgemein und noch das Bürokratische. Ja, da muss man dann schon irgendwo auch die Positivität als Unternehmer in der Hotellerie immer wieder finden.
- 24:07 Jens Sroka
Na, das haben wir zum Glück alle drei. Also es ist schon so, dass das sonst hätten wir auch nicht so ein Wachstum gehabt. Also das macht wahnsinnig viel Spaß. Natürlich ist es so, dass meine beiden Geschäftspartner auch überlegen, wo stecken sie ihre Gewinne rein? Gibt es andere Bereiche, wo man einfach schneller Geld verdient oder wo es weniger Risiko gibt? Und da gucken wir uns jedes Jahr, wir haben so Strategie-Meeting im Oktober, und da gucken wir uns ganz genau an, wo geht die Reise hin, wie viel Wachstum wollen wir eigentlich noch? Ja, wie sinnvoll ist das eigentlich alles? Also ich habe total Bock auf Hotels und ich habe auch total spannend, es ist immer total spannend, diese Projekte so in den Startschuss zu geben und zu gucken, so kreativ, wie wird das Interieur, wie wird das Konzept, wie ist die Storyline und so weiter, wie ist der rote Faden. Aber man darf eben das operative Daily Business der neuen Bestandsprojekte nicht vergessen.
- 25:06 Ronald M. Arndt
Wie hat sich denn die Hotellerie so hier an der Küste entwickelt, seitdem du als Kind hier so die ersten—
- 25:13 Jens Sroka
Das ist schon toll. Also früher war es halt eher so Pension. Es gab ein paar Hotels sicherlich, wenn man mal Frau Dr. Gommoller mit ihren Maritimhotels, und es gab auch große Häuser, sei es Seeschlösschen in Timmendorf und so weiter und so weiter. Es gab immer schon große Urlaubshäuser und auch wertige. Heiligendamm gibt es ja auch schon seit ein paar Tagen und so. Also ich glaube aber, als ich klein war, waren es eher altbackene Dinge. Und auch das Haus, was wir von unserem Vater übernommen haben, war jetzt nicht wirklich innovativ. Es war eine 1A-Lage. Das Gute, was uns damals wirklich, oder was das, was uns damals zugute kam, war, dass dieser Wellness-Trend aufkam. Vorher war es eigentlich eher immer saisonal und Vor 20 Jahren war es dann so, dass die Leute einfach im Winter gesagt haben: Komm Schatz, 2, 3 Tage bisschen Wellness, Sauna, Massagen. Und das hat uns wahnsinnig geholfen, die Teams das ganze Jahr über zu beschäftigen und eben auch als Hotel ganzjährig erfolgreich zu sein. Und dann gab es so eine Goldgräberstimmung, ich würde sagen Anfang der 2000er, wo wahnsinnig viel ging und wenig wenig Konkurrenz da war. Und inzwischen— Konkurrenz, ich mag eigentlich immer das Wort Mitbewerber besser. Und inzwischen gibt es aber einige Mitbewerber, einige, die wirklich gute Konzepte auch an der Küste haben und für jedermann, sei es ein Yoga-Hotel, sei es eher Bio, eher Luxus, wie auch immer. Also und man muss sich da finden und man muss sich auch immer wieder anpassen. Also im Moment merkt man, dass Luxus wahnsinnig gut läuft, weil die, die Geld haben, geben es auch richtig aus. Wir merken bei uns zum Beispiel, dass dieses Jahr, also das Lighthouse, was unser Schicksalshotel ist, läuft sehr, sehr gut. Und die Bretterbude, die vor 2 Jahren noch wie geschnitten Brot lief, ist so, dass der Gast, der spart und nicht so viel Geld hat, der spart halt auch ein bisschen mehr. Und da merken wir halt schon, dass der dann überlegt beim Frühstück: Gehe ich zum Frühstück, 2 Personen 38 Euro, oder gehe ich lieber zum Bäckerjunge und hole mir ein Brötchen, belegtes, und einen Kaffee? Und der lässt auch abends nicht mehr so viel Geld in der Bar. Also wir merken schon, man muss sich immer wieder anpassen und man muss immer wieder auch gucken, wie finde ich eigentlich den Gast, der zu mir kommt. Also es ist kein Selbstläufer.
- 27:39 Ronald M. Arndt
Wie sprecht ihr neue Gäste an?
- 27:41 Jens Sroka
Das ist, ich glaube, heutzutage Social Media, Social Media, Social Media, Instagram, TikTok, Facebook ist schwierig. Und dann muss man einfach gut sein. Die beste Werbung ist Word of Mouth, also dass man das empfiehlt bekommt. Und daran müssen wir arbeiten, dass der Gast, der geht, zufrieden ist und es ganz vielen Leuten erzählt.
- 28:05 Ronald M. Arndt
Und da passt eigentlich in dem Zusammenhang auch gut hier The Tides rein, euer eigenes Magazin. Ja, ich glaube auch schon die 10. Ausgabe, oder?
- 28:12 Jens Sroka
Ja, genau. Also es war von vornherein früh mit begonnen. Ja, wir haben von vornherein gesagt, wir wollten ganz gerne nicht so Newsletter und die Leute so zustellen Spam mit nur Werbung, sondern wir wollten Geschichten erzählen. Wir wollten von den Destinationen erzählen, wir wollten von den Mitarbeitern erzählen, wir wollten von unseren Entwicklungen erzählen. Also was gibt es für neue Häuser? Was renovieren wir? Wir stecken wahnsinnig viel Geld auch in unsere Bestandsprojekte. Das heißt also, was können wir verbessern? Welche Zimmer sind abgerockt? Wie können wir die renovieren? Welche neuen Suiten haben wir? Wie sind unsere Kooperationen? Wir machen ja wirklich viel mit Marketing. Sei es Mini, sei es Jever, sei es wer auch immer, Riviera Maison und so weiter und so weiter. Und mit denen machen wir ganz viel. Wir erzählen über unsere Events.
- 28:57 Ronald M. Arndt
Also das funktioniert gut, nehme ich mal an, weil auch die wiederum natürlich erzählen über die Kooperation.
- 29:02 Jens Sroka
War für uns ganz, ganz wichtig.
- 29:03 Ronald M. Arndt
Cross-Marketing.
- 29:04 Jens Sroka
Ja, genau. Also ich glaube, dass— und da waren wir schon mit die Ersten an der Küste. Ich glaube, in der Stadt hat 25hours das so ein bisschen vorgemacht, aber an der Küste waren wir so die Ersten, die gesagt haben, Mensch, wäre doch schlau, wenn ich ein Lifestyle-Produkt habe, dass ich mir Kooperationspartner suche, die diesen Lifestyle unterstützen und die dann auch noch Werbung dafür machen. Und das, also für uns ist das mega, macht viel Spaß.
- 29:28 Ronald M. Arndt
Ist es einfach ein klarer Win-win für beide Seiten, oder muss man da—
- 29:31 Jens Sroka
nein, es ist immer ein Win-win. Also man muss nicht davon ausgehen, dass man sagt, hey, Herr Mini, gib mir mal 100.000 € und dann machen wir eine schöne Suite und du zahlst alles, sondern es geht darum, dass beide investieren, dass beide Spaß daran haben, man muss daran arbeiten. Und es ist, finde ich, auch nicht damit getan, dass man irgendwie ein Zimmer kreiert und sagt, da ist es jetzt und bucht das jetzt bitte, sondern man muss diese Kooperation lebendig halten. Sei es Events machen, sei mit Fritz Cola machen wir irgendwie Silent Disco oder eine Kinonacht Wach bleiben mit Fritz Cola oder was auch immer. Also man muss sich Dinge überlegen, wie man auch unterjährig Social-Media-mäßig aktiv bleibt und gemeinsam Lust aufeinander hat.
- 30:14 Ronald M. Arndt
Und all diese Ideen und die Umsetzung, die passiert mittlerweile hier im Haus? Ist das richtig? Oder wo hat Heimathafen so seinen Hafen eigentlich? Also wo sitzt die Mehrheit der Teams?
- 30:23 Jens Sroka
Genau, also wir hatten vorher unser Hospitality Lab. Also ich finde, ich mag das Wort Zentrale nicht und ich mag auch das Wort Head Office nicht, weil das Geld wird in den Hotels verdient und wir Thema Wasserkopf.
- 30:36 Ronald M. Arndt
Ja, genau.
- 30:37 Jens Sroka
Und wir hier im Hospitality Lab sind dafür zuständig, die Häuser zu unterstützen und auch Dinge wie zentralen Einkauf, zentrale Reservierung, auch eventmäßig zu gucken, weißt du, dass nicht jeder seine eigene Suppe braut, sondern dass wir so bestimmte Dinge gemeinsam machen. Und Marketing ist auch hier mit im Haus. Und wir sind mit der Eröffnung der Villa Viva auch hier in die dritte Etage gezogen und haben Also unser Hospitality Lab jetzt hier in der Villa Viva, weil es ganz schön ist, dass diese Leute auch einen Bezug zum Hotel haben. Vorher saßen wir in der Kieler Straße in einem Büro XY und das ist schon toll.
- 31:14 Ronald M. Arndt
Also nicht nur Bezug zur Villa Viva, sondern generell zum Hotelleben.
- 31:20 Jens Sroka
Genau, zum Hotelleben. Wenn man hier reingeht, man geht am Ziehersauberkiosk vorbei, man sieht, dass Gäste rein und rausgehen, die Mitarbeiter essen in der Kantine das Kantinenessen mit und so weiter. Also es ist schon sodass sie das tagtägliche Produkthotel einfach jetzt noch viel besser miterleben. Ist gut.
- 31:37 Ronald M. Arndt
Ist gut und so frisch und so neu.
- 31:39 Jens Sroka
Also alles, auch da tut sich ja auch, wenn jetzt, ja, ja, es ist so, dass natürlich ein Büro heute, also das, wir waren in dem alten, sind wir vor 8 Jahren eingezogen. Man versucht immer wieder auch Büro neu zu denken, aber natürlich haben wir jetzt auch mit Vivac Aqua zusammen. Die sitzen eine Etage unter uns, coole Nachbarn und einen guten Austausch. Und Büro ist jetzt auch wirklich heutzutage einfach anders zu denken, sei es Homeoffice, sei es Flexi-Arbeitsplätze oder so. Wie kriegt man das am sinnvollsten hin? Wie macht man es am komfortabelsten?
- 32:16 Ronald M. Arndt
Ich kann mir vorstellen, dass die Kollegen hier gerne ins Lab kommen und sich nicht zu Hause im Homeoffice verstecken.
- 32:24 Jens Sroka
Wir haben erstaunlich wenig Homeoffice. Also im Marketing ein bisschen, aber Reservierung machen wir wirklich von hier und HR auch eher von hier. Wir sind so, dass wir natürlich auch hier flexibel sein müssen, um, um die richtigen Mitarbeiter zu finden, ja klar, aber wir versuchen schon auch irgendwie eine Community und eine Gemeinschaft und einen Austausch vor Ort zu haben.
- 32:46 Ronald M. Arndt
Jetzt hast du vorher schon mal so Zahl 60% reingeworfen, dass es ausmacht, dass eben die Menschen jedes Produkt auch am Ende ausmachen. Thema Homeoffice, wie sieht es da der Unternehmer? Siehst du da prinzipiell irgendwie einen Verlust, als wenn man zusammenarbeitet und sich wirklich jeden Tag kontinuierlich sieht?
- 33:08 Jens Sroka
Ich glaube, es kommt total auf die Branche drauf an.
- 33:10 Ronald M. Arndt
Also ich habe da auch abschließend noch keine Meinung.
- 33:12 Jens Sroka
Es kommt wirklich auf die Branche an. Ich glaube, in ganz vielen Bereichen merkt man, dass die Leute effektiver sind, wenn sie von zu Hause arbeiten. Zum Beispiel meine Assistentin hat ein paar Tage von zu Hause und ein paar Tage im Büro. Ich habe gesagt, du kannst nur von zu Hause arbeiten, mir ist das total egal. Ich habe ja nicht mal mehr ein Office. Also ich hatte früher mal so ein schickes Chef-Office und seit Jahren nicht mehr, weil es einfach keinen Sinn macht. Also ich mache ganz viel am iPad, ich mache ganz viel am Handy, und wenn ich mich mit Leuten treffe, kann ich mich auch im Restaurant treffen oder in der Bar oder sonst irgendwo.
- 33:48 Ronald M. Arndt
Oder auf einer Baustelle.
- 33:49 Jens Sroka
Oder auf einer Baustelle. Und sie arbeitet genauso effektiv von zu Hause wie von hier. Und wir müssen nur schauen, ich mag es halt ganz gerne, dass man noch Austausch hat. Und ein Austausch über ein Meeting, sei es Zoom oder Teams oder was auch immer, ist immer noch was anderes, als wenn man auch mal in Pausen kurz mal ein Käffchen zusammen trinkt.
- 34:12 Ronald M. Arndt
Absolut.
- 34:13 Jens Sroka
Und sich anlächelt und diese zwischenmenschliche Wärme auch hat. Das finde ich ganz schön. Nun ist es so, dass wir sowieso in einer Branche arbeiten, die sehr vorortlastig ist. Den Kellner kannst du nicht nach Hause schicken zum Homeoffice und die Rezeptionisten auch nicht und das Zimmermädchen auch nicht. Das heißt also, ich würde sagen, 95% unserer Arbeitsplätze sind vor Ort in den Hotels und das Einzige wären halt so die im Hospitality Lab und die arbeiten mal von zu Hause und viel von hier, weil sie eben auch selber den Austausch mögen.
- 34:47 Ronald M. Arndt
Jetzt bist du viel unterwegs, natürlich um deine Häuser im Auge zu halten oder um Neues zu entwickeln. Inspiration generell, wo kommt die bei dir her, Jens?
- 34:55 Jens Sroka
Reisen.
- 34:56 Ronald M. Arndt
Schon reisen?
- 34:56 Jens Sroka
Ja, das tue ich schon. Also ich habe das große, große Glück, dass ich nicht so ein Kontrollfreak bin und dass ich eine sehr gute rechte Hand habe, also den Geschäftsführer Marco, der inzwischen das operative Geschäft komplett übernommen hat. Das hat 2 Jahre gedauert, aber die Direktoren kommen selten zu mir, sondern eigentlich in erster Linie zu Marco. Und das ist ihm auch wichtig, dass Marco da freie Hand hat und nicht immer irgendwie noch ein Möchtegern-Chef darüber hängt. Und ich bin eher so für Zukünftiges zuständig. Und natürlich gucke ich trotzdem mal in die Häuser, damit nicht so eine Betriebsblindheit kommt, Umbauten. Renovierung. Und ich glaube, mir geht's generell eher darum, er kümmert sich darum, er ist so der Kapitän des Schiffs, und ich sage ihm generell eher so, wo geht die Reise hin. Obwohl, auch das machen wir gemeinsam. Und ansonsten liebe ich es, Freizeit zu haben. Also ich bin jetzt nicht derjenige, der wahnsinnig viel arbeitet, und ich reise sehr, sehr gerne, und da hole ich die Inspiration her.
- 36:02 Ronald M. Arndt
Wenn du sagst Freizeit, was, was packst du da mal gerne rein.
- 36:06 Jens Sroka
Freunde, so ein Tag, Freunde, Freunde, Reisen, Sport, Kino, essen gehen. Ja, also, und, und ich war jetzt über einen Monat in Sydney und habe da einfach so eine Auszeit gehabt. Natürlich ist man trotzdem mal online und hat mal, also ist jetzt nicht so, dass ich dann gar nichts tue, sondern für mich ist überhaupt kein Problem, meine E-Mails zu checken oder mal einen Call zu haben.
- 36:30 Ronald M. Arndt
Ja, aber da braucht es natürlich die Haltung, die du hast, auch dann schnell abzugeben, wenn ein Haus eröffnet ist.
- 36:36 Jens Sroka
Ja, es ist so, dass ich glaube, ein Hoteldirektor kann sich nur als Direktor empfinden, wenn er auch die Kompetenz hat, Dinge zu ändern und sich einzubringen.
- 36:49 Ronald M. Arndt
Und da dem Hotel vorzustehen einfach als der Gastgeber.
- 36:53 Jens Sroka
Genau. Und auch zu sagen, Mensch, wenn wir merken, die Bar läuft nicht, was wird es ändern? Und dann macht er einen Vorschlag und den ändert er dann. Und es gefällt mir nicht immer alles, aber wenn ich immer alles nur so machen will, wie ich es will, dann müsste ich auch immer vor Ort sein. Und darauf habe ich wieder keine Lust. Also ja, aber inzwischen ist es so, dass sie sich natürlich mit Marco abstimmen, aber ich glaube trotzdem, dass jeder Direktor sich sehr einbringen kann bei uns.
- 37:18 Ronald M. Arndt
Wer kam auf den Namen Heimathafen und was ist die Philosophie dahinter? Ich.
- 37:23 Jens Sroka
Und wir haben vieles, Vardagkant Hotels und also ich Ich habe immer mal so Nächte, wo ich nicht so gut schlafen kann oder einfach wach liege und dann, ich nenne das immer Gehirnkotze, also dann geht es einfach los und dann ist es einfach so, dass ich dann einfach aufstehe und mir einen Tee mache und dann Dinge runterschreibe. Und das war in so einer Zeit, wo ich gedacht habe, okay, eigentlich brauchen wir eine Kernmarke, die das, was uns ausmacht, unsere Werte verbindet. Denn jedes Haus ist individuell. Eine Bretterbude ist anders als ein Beach-Motel, ist anders als ein Leiterhaus, anders als der Fliegerdeich und ist alles anders als die Villa Viva. Aber wir haben verbindende Werte. Und das mit dem Heimathafen, man muss ja immer nicht nur schauen, ist eine Webseite frei, sondern muss auch schauen, sind die Namensrechte da und so weiter. Und das hat aber alles gepasst. Und es gab 3, 4, 5 Namen dafür und Heimathafen war aber von vornherein so was, Das ist was, wo ich mich zu Hause fühle. So, erstmal passt es zu uns, weil wir irgendwie an der Küste aus dem Norden und Heimathafen—
- 38:25 Ronald M. Arndt
nicht nur der Gast fühlt sich zu Hause, sondern auch ihr, ne?
- 38:27 Jens Sroka
Ja, genau. Es ist so ein warmes Gefühl von, von, jo, hier, das ist hier mein Heimathafen. Und nun bin ich ein Hamburger Jung.
- 38:37 Ronald M. Arndt
Ist es keine neue Wortschöpfung? Das Wort gibt's ja, Heimathafen.
- 38:40 Jens Sroka
Ja, also das gab's ja.
- 38:41 Ronald M. Arndt
Wo ist dein Heimathafen?
- 38:42 Jens Sroka
Ja, genau. Und wir fanden einfach, dass das so so dieses verbindende Element ist. Und deswegen haben wir halt dann die Kernmarke Heimathafen Hotels gegründet.
- 38:49 Ronald M. Arndt
Und deine Häuser, die haben ja alle unterschiedliche Namen. Das heißt, Heimathafen ist auch gar nicht irgendwie als Dachmarke zu verstehen.
- 38:56 Jens Sroka
Nee, ich fand Dach doof, weil ein Dach begrenzt. Und deswegen haben wir gesagt, nein, es ist in der Mitte und verbindet Dinge, zeigt. Also deswegen gibt es auch nicht—
- 39:06 Ronald M. Arndt
es ist ein Haus mit verschiedenen Anlegestellen, ein Haus der Heimathafen Hotels.
- 39:11 Jens Sroka
Und wir versuchen schon, dem Gast, der zu uns kommt, zu zeigen, hey, da gibt es was Verbindendes. Aber es ist trotzdem so, dass jedes Haus eine eigene Identität haben darf und soll.
- 39:24 Ronald M. Arndt
Wer liegt denn die nächste Zeit noch so im Heimathafen an bei euch? Dänemark hast du erwähnt, dass ich da—
- 39:31 Jens Sroka
Dänemark sind wir in Gesprächen, mit den Staaten sind wir in Gesprächen. Da haben wir jeweils ein Grundstück auch schon gekauft und auch unterschiedliche neue Konzepte. Dänemark wird was ganz Neues, Modernes, Nachhaltiges. Aber beide Projekte sind so, dass wir enorm hohe Baukosten haben und bei den Zinsen im Moment wir eher so— also Dänemark läuft ganz normal weiter, da sind wir in der B-Planphase, Lokalplan heißt es in Dänemark, und in der Abstimmung. Es ist wirklich noch mal was Neues. Ein neues Land heißt neue Sitten, neue Ideen, neue Baurechtsgeschichten. Also wir sind da in der Abstimmung mit unserem Architekten hier und der wiederum mit Architekten in Dänemark, um zu schauen, ist das, was wir uns so denken in Deutschland, auch machbar in Dänemark. Es geht um ganz viele rechtliche Sachen, es geht um Dinge mit der Kommune. Wir bauen da, wir wollen da etwas bauen, was es so in der Größe überhaupt nicht gibt auf der Insel. Auch das muss man langsam und mit Gefühl machen. Wir wollen da keinen überfallen. Und das heißt also, da ist es so, dass wir frühestens Ende '25, frühestens anfangen zu bauen. Und, und mit dem Hafen ist es so, dass wir wirklich schauen, ist es machbar, ist es nachhaltig, ist es, ist es, funktioniert es Kriegen wir die Raten? Kriegen wir die Belegung? Und weil am Ende des Tages die Baukosten geben uns das vor, was wir nachher aufnehmen müssen und welche Zins- und Tilgungsleistungen wir haben und so weiter und so weiter. Und da muss man erstmal ganz nüchtern Geschäftsmann sein, bevor man sagen kann, hey, tolle Ideen, mega Konzept und so. Also ich habe da total Lust drauf.
- 41:17 Ronald M. Arndt
Um auch nicht unnötig Aufregung natürlich vor Ort zu erzeugen.
- 41:21 Jens Sroka
Ja, auch das. Aber am Ende des Tages Weißt du, ein schlecht laufendes Hotel kann alle anderen runterziehen. Und was wir auch nicht wollen, ist, dass wir irgendwann vor die Wand fahren. Und deswegen gucken wir da ganz genau. Und wir haben Dinge in der Pipeline, aber es gibt jetzt kein Eröffnungsdatum. Und ja, und auch Villa Viva gucken wir weiter, was könnte noch passen. Aber es ist im Moment so ein ganz ruhiges Beobachten, Gucken, Analysieren, Rechnen, Rechnen, Rechnen. Und hoffen, dass sowohl die Baukosten mal wieder ein bisschen vernünftiger werden als auch die Zinsen. Das sind zwei ganz wichtige Faktoren.
- 42:02 Ronald M. Arndt
Wenn ihr irgendwo den Anker setzt, einen neuen Ort, neues Land, hier sogar Dänemark, und ein Grundstück kauft, ist dann, was ist denn da schon sicher? Also sicher, dass man da ein Hotel draufsetzen darf, oder?
- 42:13 Jens Sroka
Ja, das darauf, das schon, ja, das ist sicher, das ist sicher, weil also das, das, das, was man noch nicht genau weiß, ist die genauen Abmaße, die genauen— man versucht es immer noch mal so ein bisschen auszureizen und dann zu schauen, okay, was brauche ich wirklich, was kann man machen. Wir haben gemerkt, dass das Thema Hotel-Apartments auch ganz gut läuft. Wir verkaufen die teilweise ab, dann gibt es einen neuen Eigentümer, für den wir die dann vermitteln.
- 42:40 Ronald M. Arndt
Okay.
- 42:41 Jens Sroka
Und das, was ganz angenehm ist, das ist ja so eine Art Bauträgergeschäft, dass wir dadurch eine Refinanzierung der Hotelprojekte haben. Denn auch Eigenkapital wächst nicht auf den Bäumen. Und das heißt also, wir versuchen auch rechtlich immer so zu sein, dass das Grundstück groß genug ist, dass man ein Hotelgebäude hat, was uns gehört, was wir finanzieren. Und dann gibt es ein zweites Grundstück über eine WEG, wo wir Hotelapartments gestalten, die aber trotzdem mit dazugehören. Also es ist in der baurechtlichen—
- 43:11 Ronald M. Arndt
dieses Duo ist anvisiert, oder?
- 43:14 Jens Sroka
Das ist jetzt zum Beispiel in Dänemark anvisiert. Es ist auch ähnlich in Wilhelmshaven. Und genau diese Dinge muss man sich eben anschauen. Wie ist das rechtlich machbar? Gerade an der Küste finden die Gemeinden solche Modelle nicht immer super toll.
- 43:32 Ronald M. Arndt
Das heißt, die Apartments, die werden komplett von unterschiedlichen Eigentümern besitzt, besessen, gebaut, besessen.
- 43:37 Jens Sroka
Das ist wie so eine Art Timeshare.
- 43:40 Ronald M. Arndt
Ja, richtig.
- 43:41 Jens Sroka
Und es ist so, dass wir sie dann betreiben.
- 43:43 Ronald M. Arndt
Nehmt sie mit ins Portfolio.
- 43:46 Jens Sroka
Aber es ist toll, weil wir als Hotelkonzept wesentlich breiter uns anbieten, also von einem Hotelzimmer über eine Suite über ein Apartment mit eigener Küche.
- 43:53 Ronald M. Arndt
Wir sprechen ganz andere Leute an, unterschiedliche Aufenthaltsdauer dadurch natürlich.
- 43:56 Jens Sroka
Genau, und also in Heiligenhafen und wir haben es auch in Büsum, ist das sehr erfolgreich. Und der Hotelgast, der in einem Apartment wohnt, ist ein ganz anderer als ein Ferienwohnungsgast. Ein Ferienwohnungsgast hat keinen Bock, also der muss eventuell zu irgendeiner Zentrale sich den Schlüssel holen, muss das Bett selber beziehen und so ein Kram. Und wir sind ein Hotel, es ist der normale Hotelservice. Du checkst in, du hast Restaurant, du hast Spa, all das hast du mit dabei. Und der Hotel-Apartment-Gast findet das großartig, dass er all diese Services hat und dass es eben auch lifestylemäßig was anderes ist als eine Ferienwohnung. Dafür ist er bereit, einen echten Bonus zu zahlen gegenüber einer normalen Ferienwohnung.
- 44:37 Ronald M. Arndt
Du hast vorhin gesagt, dass ein Geschäftspartner auch mit Photovoltaik und so zu tun hatte. Das heißt, dieses Thema Nachhaltigkeit ist auch immer mehr Teil des Konzepts und immer wichtiger.
- 44:47 Jens Sroka
Es ist alleine schon für eine nachhaltige Betreibung eines Hotels wichtig. Also wir arbeiten mit Geothermie, wir haben inzwischen Photovoltaik auf allen Dächern.
- 44:58 Ronald M. Arndt
Das ist das Interessante, dass man jetzt eben die Kosten auch dann eben dadurch irgendwie amortisiert.
- 45:05 Jens Sroka
Und wir haben jetzt in Zeiten von Gaskrise, Krieg, hast du nicht gesehen, gemerkt, dass die, wo wir nachhaltiger investiert haben im Vorwege durch Geothermie, durch Blockheizkraftwerk oder Pelletheizung, dass wir da weniger Probleme hatten. Und dort, wo wir Gasheizung hatten, wurde schwieriger. Und das heißt also, das ist ein wesentlicher Aspekt und Das Konzept, was wir in Dänemark vorhaben gedanklich, ist noch mal einen Schritt weiter. Es ist wirklich sowohl von den Materialien, von den Baumaterialien, von den Möbeln, es soll wirklich lokal herkommen. Da soll nichts aus China verschifft werden. Auch hier in der Villa Viva haben wir wirklich sehr viel Augenmerk und Geld investiert für, also da kommt kein Föhn aus China, es ist jede, die Vorhänge, also diese Nightout-Vorhänge werden zu 80% weltweit in China produziert. Und dann haben wir gesagt, nee, das gibt es bei uns nicht. Unser Holz ist erneutes, also OSB-Platten, also recycelte OSB-Platten. Wir haben, unsere Stoffe kommen aus Schweden und so weiter und so weiter. Also wir haben wirklich geguckt, dass auch die Hersteller, wir haben eine extra Agentur dafür gehabt, die wirklich jedes Produkt analysiert haben, angeschaut haben, geschaut, Wie ist die, die Kette? Wo kommen die her? Wo wird das produziert? Wie nachhaltig ist es? Und ich glaube, dass das für Hotelkonzepte in der Zukunft ein ganz anderes Merkmal ist und für den Gast von morgen total elementar und elementar und entscheidend am Ende ist. Ja, auch ich glaube, wenn man an Exit denkt, auch wenn man an Finanzierung denkt, für die Banken ist das total wichtig, dass es eine Nachhaltigkeit gibt.
- 46:51 Ronald M. Arndt
Hört man ja auch schon bei den ganzen ETFs und so weiter immer wieder, einfach umgekehrt. Umgedacht wird. Das ganze Thema Kreislauffähigkeit, ich meine, wenn man wirklich hier auf der grünen Wiese baut, da ist ja mit dem entsprechenden Mut und der unternehmerischen Weitsicht vieles möglich. Und früher warst du halt derjenige, der gesagt hat, hier, wir bringen ein bisschen Schwung in die Dörfer und die Städtchen an der Küste. Und jetzt kommen natürlich auch solche Themen noch mal rein.
- 47:19 Jens Sroka
Ja, aber es ist natürlich so, dass das wesentlich mehr Geld kostet. Und der Gast heute findet das cool, ja, genau, und der bucht vielleicht auch, und die Firmen buchen es auch mehr. Aber ist er dafür bereit, mehr Geld auszugeben? Und ist er bereit, vielleicht auch weniger zu duschen? Oder ist er bereit, auch Abstriche zu machen? Weil Nachhaltigkeit heißt dann vielleicht, es gibt bestimmte Produkte nicht in der Restaurantkarte, oder man wird darauf hingewiesen in der Dusche: Mensch, du hast jetzt hier schon 5 Liter verbraucht, achte mal drauf. Also das ist ein ganz schwieriger Schritt. Wie sehr will man das eigentlich inkludieren? Wie sehr will man den Gast auch auffordern teilzuhaben? Und wie sehr ist er bereit dafür, auch mehr zu zahlen? Weil heute ist das noch nicht wirklich.
- 48:12 Ronald M. Arndt
Begleitet dich auf deinem unternehmerischen Weg irgendwie eine Art Mentor, oder Inspiration ist das eine, oder?
- 48:18 Jens Sroka
Nee, erstaunlicherweise nicht.
- 48:19 Ronald M. Arndt
Wo kommt dieses Urvertrauen dann her? Also du hast deine Geschäftspartner, ja, das, also da tauschen wir uns sicherlich aus. Du reifst einfach über die Zeit auch.
- 48:28 Jens Sroka
Das ist auch so, das ist auch hoffentlich so. Ich glaube, das Vertrauen habe ich durch meine Erziehung. Also mein Vater, meine Eltern waren beide Unternehmer, und Ich hatte ganz oft, als ich angefangen habe, Freunde gesagt haben, wie kannst du eigentlich schlafen, du hast ja Millionen Schulden, und, und wie schläfst du eigentlich nachts? Und da hatte ich immer das Urvertrauen, weil die Erziehung war, wenn du gut bist, wenn du hart arbeitest und wenn du Leidenschaft hast für das, was du tust, wirst du erfolgreich sein. Und das hatte ich immer, und das habe ich immer noch. Und auch Corona war schwierig, aber ich wusste, nee, das schaffen wir.
- 49:03 Ronald M. Arndt
Ist schön zu hören. Was Glück!
- 49:07 Jens Sroka
Also ich glaube, gerade Corona war beim ersten Lockdown echt nicht ganz einfach. Wir hatten keine Hilfen, wir wussten nicht, also wir wussten, wir mussten schließen. Wir durften für die Banken für unsere Häuser Szenarien aufstellen, schöne Excel-Tabellen, so deine Kosten nach 3 Monaten, 5 Monaten, 6 Monaten, 9 Monaten, und du hast keine Einnahmen. Und du hast, wir hatten zu dem Zeitpunkt, ich glaube, 380 Mitarbeiter, jetzt sind wir bei 560. Da schlackerst du mit den Ohren. Zinstilgung, Strom, Energie. Kannst dein Haus ja nicht, kannst es zwar zumachen, aber kannst es nicht nicht heizen. Du kannst es nicht, du musst die Wasser— ach, das ist ja, du hast ja Wasser drauf.
- 49:48 Ronald M. Arndt
Absolut.
- 49:49 Jens Sroka
Und das war nicht ganz einfach, muss ich sagen. Also, aber da war es total hilfreich, 2 Geschäftspartner zu haben, die einfach noch routinierter sind, noch routinierter sind und wo wir gemeinsam gesagt haben, schaffen wir, kriegen wir hin. Und haben mit den Banken gesprochen, die waren auch hinter uns und so. Und deswegen, nee, ich habe glaube ich ein ganz gutes Urvertrauen und eben auch tolle Geschäftspartner. Das ist so die Kombi, glaube ich.
- 50:11 Ronald M. Arndt
Gibt es Ecken in der Welt, wo du sagst, da wird Hospitality wirklich neu gedacht, das ist wirklich sehr inspirierend im Vergleich?
- 50:19 Jens Sroka
Nee, es gibt keine Ecken. Es gibt, was ich immer wieder spannend finde, ist gastronomisch London. Ich finde, London hat immer wieder total spannende Gastronomie, auch immer wieder Neues auf unterschiedlichen Bereichen, vom High Level bis Easygoing Street Food. Ist für mich jedes Jahr ein Muss, weil ich da mir neue Inspiration hole. Hotellerie ist ganz unterschiedlich, weil Stadthotellerie finde ich New York total spannend. Aber auch die, die, die skandinavischen Länder machen das echt gut vor. Die, die Holländer haben ganz coole Ideen, was so Stadthotellerie angeht. Küste von bis, also das kann von den Malediven über Europa sein. Ich finde immer, es ist spannend zu sehen, ein 2-Sterne-Hotel kann genauso spannend sein wie ein 5-Sterne-Hotel. Wichtig ist, dass da jemand ist, der sich Gedanken macht, und das gucke ich mir immer gerne an.
- 51:25 Ronald M. Arndt
Ganz, ganz lieben Dank, Jens.
- 51:27 Jens Sroka
Super, vielen Dank. War schön, dabei zu sein.
- 51:29 Ronald M. Arndt
War schön, dich auf dem Weg kennenzulernen, zu erfahren, was sie schon getan hat, was sie noch tut.
- 51:35 Jens Sroka
Immer wieder gern.
- 51:36 Ronald M. Arndt
Und lass doch da mal so ein kleines Update wieder in 2025 machen.
- 51:42 Jens Sroka
Gerne.
- 51:44 Ronald M. Arndt
Ich freue mich schon drauf. Bin auch immer mehr in Hamburg. Gut, schon gefühlt hier meine zweite Heimat im Heimathafen. Danke, Jens, alles Gute und bis dann zum nächsten Mal. Ciao!