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Germany · Episode #108 · 25.06.2024 · 24 Min

Stefan Welti, Radisson Blu Hotel im Porsche Design Tower Stuttgart

Stefan WeltiRadisson Blu Hotel im Porsche Design Tower Stuttgart
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Aufgenommen: Radisson Blu Hotel im Porsche Design Tower Stuttgart, Stuttgart

Standbild aus der Episode mit Stefan Welti Germany24 Min

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„Also es ist ein wunderschöner Tag, die ersten Gäste zu begrüßen, weil das ist das, wofür wir alle brennen, die diesen Job machen.“

Stefan Welti, 01:44

Stefan Welti leitet das Radisson Blu Hotel im Porsche Design Tower in Stuttgart und zieht ein gutes halbe Jahr nach dem Soft Opening am 2. November 2023 Bilanz. Er erzählt, warum die Rezeption vom ersten Stock ins Erdgeschoss gewandert ist, dass die Belegung im Plan liegt, die Rate aber deutlich darüber, und dass deshalb über größere Zimmertypen nachgedacht wird. Außerdem geht es um das Restaurant Balaustine im 10. Stock, die Kooperation mit Porsche und seinen Weg zum ersten eigenen Opening mit 35.

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Kernaussagen

  1. Rezeption versetzt: Die Rezeption war bei Eröffnung in der ersten Etage, die Wegleitung war für Gäste nicht offensichtlich genug. Sie sitzt jetzt direkt am Haupteingang und betreibt zusätzlich die Coffee Bar, die um Bowls und Salate für die Büroetagen erweitert wird.
  2. Belegung im Plan, Rate darüber: Auflaufend liegt das Haus bei der Belegung genau im Plan, aber bei deutlich höherer Rate. Welti sagt offen, dass das Team das Potenzial der Rate unterschätzt hat.
  3. Größere Zimmer als Thema: Die Zimmergrößen wurden bewusst kompakt gehalten, damit es ein Radisson Blu und kein Radisson Collection wird. Jetzt wird mit dem Eigentümer geprüft, ob baulich größere Suiten mit 180-Grad-Blick möglich sind.
  4. Porsche-Kooperation wächst: Porsche-Bilder in Zimmern, Fluren und Lobby sowie Zimmernummern in Porsche-Schrift sind der Anfang. Geplant sind Welcome Cards im Porsche-Stil, Modellfahrzeuge für Top-VIPs und eine Vitrine mit Lifestyle-Produkten in der Lobby.
  5. Eigentümer stärkt den Rücken: Für die ersten Jahre gibt es eine feste Pacht. Bei technischen Ausfällen wie Warmwasser oder Aufzügen war die Bülow AG laut Welti sofort zur Stelle und hat Druck gemacht.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Ich kehre zurück in mein zweites Zuhause: das Radisson Blu Hotel im Porsche Design Tower in Stuttgart.

Gastgeber Stefan Welti empfängt mich abermals mit offenen Armen, da darf ein heimischer Weißwein nicht fehlen.

Was ist seit unserer Baustellenbegehung im Sommer letzten Jahres passiert, wie fühlt sich eine Hotelneueröffnung eigentlich an?

Es gibt viel zu besprechen, alles ist neu. Auch das gastronomische Konzept, welches sich als "Restaurant Balaustine" im 10. Stock mit gigantischem Ausblick präsentiert.

Die ersten Zahlen sprechen definitiv für sich, die erzielte Durchschnittsrate über Plan. Schon wird über größere Zimmertypen nachgedacht, der Landeshauptstadt tut dies gut.

Als Stuttgarter freue ich mich immens, wie nun auch in der Hotellerie einfach gemacht wird und in Porsche-Manier die eigenen Grenzen jeden Tag aufs Neue verschoben werden.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen24 Min · Ronald M. Arndt und Stefan Welti

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:00
    Ronald M. Arndt

    Es wurde ja schon mal an mich herangetragen, nicht so viel zu trinken im Hotel-Podcast, ja, Stefan. Aber wenn ich dich sehe, dann steht meistens irgendwas auf dem Tisch.

  2. 00:11
    Stefan Welti

    Ja, ich hoffe, du gehst auf meine Großzügigkeit ein und nicht—

  3. 00:15
    Ronald M. Arndt

    gehe auf deine Großzügigkeit ein. Und deswegen muss die kleine Tradition auch erhalten bleiben. Und naja, hier bei dir bin ich ja auch irgendwie zu Hause, denn unsere Bekanntschaft Ja, jährt sich jetzt auch schon fast. Ich weiß nicht, wann bist du in Stuttgart angekommen, Stefan?

  4. 00:31
    Stefan Welti

    Wahnsinn, tatsächlich ist es so, ja. Ich bin jetzt seit August letztes Jahr hier und du warst tatsächlich meine erste Bekanntschaft über unsere gemeinsame Freundin in Düsseldorf.

  5. 00:42
    Ronald M. Arndt

    Genau.

  6. 00:43
    Stefan Welti

    Und hast mich hier direkt eingeführt und mir auch ein paar deiner Freunde vorgestellt. Dafür bin ich dir dankbar. Und deshalb warst du noch hier, bevor wir hier aufgemacht haben.

  7. 00:55
    Ronald M. Arndt

    Ja, und dann haben wir erstmal hier die Baustelle besichtigt. Es war ganz spannend und muss ich sagen, ein sehr gut angeklicktes Format, was dabei entstanden ist. Wir sind die— war das noch Rohbau, ne?

  8. 01:07
    Stefan Welti

    So, nee, nicht Rohbau, aber also es war, es war relativ am Anfang der sogenannten FF&D-Phase, also des Einbaus vom ganzen Mobiliar, Moveables und so weiter.

  9. 01:17
    Ronald M. Arndt

    Ja, ja, haben wir damals exklusiv auf YouTube gezeigt, also Wer das noch sehen möchte, gerne mal den Hotel-Podcast-Kanal auf YouTube suchen und anschauen, wie Stefan und ich da durchs Gebäude gelaufen sind. Am 2. November letztes Jahr, 2023, ging es dann los. Eröffnung, Soft Opening, wie ihr sagt. Ja, was war das für ein Tag für dich? Erstes Mal, oder, für dich als Eröffnungsdirektor?

  10. 01:44
    Stefan Welti

    Es war ein Tag vieler gemischter Gefühle, sage ich jetzt mal. Natürlich wird man sich schon bewusst, was das für ein Meilenstein ist, nicht nur für mich persönlich, aber für das ganze Team, für das Hotel, für alle Leute, die natürlich irgendwo irgendwie beteiligt waren. Auf der anderen Seite hast du natürlich die ganze Vorarbeit bis dann, ich sage mal, größtenteils abgeschlossen, weil gewisse Dinge trägt man natürlich noch ein bisschen weiter mit. Aber das ist natürlich nicht der Moment, in dem alles abgeschlossen ist und jetzt haben wir ein perfekt funktionierendes Hotel. Sondern dann geht die Arbeit erst richtig los. Und das wird man sich dann natürlich schrittweise bewusst. Also es ist ein wunderschöner Tag, die ersten Gäste zu begrüßen, weil das ist das, wofür wir alle brennen, die diesen Job machen. Und das war in der Pre-Opening-Phase natürlich einfach nicht der Fall. Aber ein Moment vieler Unsicherheiten, die es dann gilt, eben zu Sicherheiten zu machen, sage ich mal.

  11. 02:45
    Ronald M. Arndt

    Du sagst es, es war nicht gleich alles perfekt, ganz klar. Jetzt sind wir im Juni und die ungarische Nationalmannschaft kommt ja hier nach Stuttgart, zieht hier bald ein. Sehr, sehr spannend. Was sagst du, ab welchem Monat lief es dann so einigermaßen und es waren die größten Hürden aus dem Weg geräumt?

  12. 03:04
    Stefan Welti

    Es ist schwierig, pauschal zu sagen, weil es gibt immer wieder Ups and Downs. Also am Anfang die größte Herausforderung, ganz klar, dass man Ich glaube, wir hatten es in unserem letzten Gespräch schon, einfach gewisse Dinge, die man noch nicht kennt, die man zuerst kennenlernen muss. Es ist schwierig für mich, für Abteilungsleiter, für alle in einer Führungsposition, ein Team zu führen, ohne die Gäste zu kennen, ohne die Laufwege zu kennen, ohne die Abläufe definiert zu haben. Das ist alles etwas, was sich mit der Zeit entwickelt und wir definieren gemeinsam. Und dann kann man auch anfangen, Erwartungen zu stellen. Ans Team. Das ist anfangs schwierig und es braucht sehr viel Eigenverantwortung von jedem Beteiligten.

  13. 03:46
    Ronald M. Arndt

    Ja, jetzt ist auf jeden Fall alles fertig. Wir sitzen hier in eurem wunderschönen Restaurant im 10. Stock, wenn ich mich recht erinnere.

  14. 03:54
    Stefan Welti

    Ja, genau, auf der 10. Etage. Es ist ja Mix-Use, das Gebäude, wie du weißt. Wir haben von Etage 2 bis 8 Büros, die von Bülow, von unserem Eigentümer, extern vermietet sind. Und das Hotel befindet sich auf dem Erdgeschoss, wo Eingang, Lobby und inzwischen Rezeption ist. Darauf gehen wir vielleicht gleich noch kurz ein. Dann geht es bei uns auf der 9. Etage weiter mit Veranstaltungsfläche ausschließlich auf knapp 600 Quadratmetern. 10. Etage, wo wir uns jetzt befinden, mit wunderschöner Aussicht hier hinter uns auf die Mönchhalde, Stadtweingut. Wir stoßen dann sicher auch gleich noch an mit einem sehr feinen lokalen Wein, der in Sichtnähe ist. Hier findet einerseits unser Frühstück statt, andererseits aber auch unser À-la-carte-Restaurant, das Palustin, ein Konzept, das wir bei Radisson selber ins Leben gerufen haben, orientalisch angehaucht, aber auch Barbary Coast, also Nordafrika. Eigentlich vieles hat einen Einfluss, was so ums Mittelmeer herum ist. Da lassen wir uns viel Freiheit, sage ich mal, aber man hat schon so diese klaren Touchpoints, vor allem auch was das Konzept angeht, wie es serviert wird. Also es ist ein Sharing-Konzept, so ein bisschen orientalische Tapas, sagen unsere Mitarbeiter immer gerne, oder so erklären sie das Konzept. Kleinere Portionen in die Mitte gestellt und zum Teilen, was natürlich ein sehr interaktives Abendessen ist, sage ich jetzt mal.

  15. 05:23
    Ronald M. Arndt

    Ich freue mich drauf, und heute Abend kommen ja auch noch 10 Freunde vorbei. Das dann auch wirklich, manchmal ist mir gerade wundwässrig, und das dann heute Abend gleich genießen zu können. So, vorab unser Stuttgarter Wein, Stuttgarter Tropfen, und noch mal herzlichen Glückwunsch, Stefan, für diesen Meilenstein, wie du schon sagtest. Nicht nur für Radisson, hier einfach so ein Benchmarkhaus in Stuttgart irgendwo jetzt auch eröffnet zu haben, und für dich natürlich auch persönlich.

  16. 05:51
    Stefan Welti

    Cheers! Du sagst Benchmark, und das ist vielleicht ein spannendes Stichwort, weil es war hier natürlich auch Diskussion mit diesen Voraussetzungen, die wir hier haben, ein 5-Sterne-Luxushotel, zu bauen, was ein Radisson Collection wäre. Bei uns, bei Radisson, haben wir aktuell nur in Berlin eins, das jetzt nächstens wieder eröffnet. Es gibt unterschiedliche Kriterien, die natürlich dann für ein Radisson Blu oder eben ein Radisson Collection sprechen. Ein Radisson Collection ist grundsätzlich immer im Stadtzentrum und auch die Zimmergröße. Wir hatten uns hier entschieden, einfach die Zimmergrößen etwas kompakter zu machen, obwohl das inzwischen auch wieder ein Thema ist. Das vielleicht noch mal aufgegriffen und korrigiert wird, je nachdem wie sich weiter jetzt die Nachfrage entwickelt. Aber was ich sagen will, und das ist das Schöne, diesen Benchmark können wir mit diesem Objekt natürlich hochziehen, was Radisson Blu angeht. Wir arbeiten in vielen Hotels schon dran. Radisson Blu ist ein Brand, der hier schon lange präsent ist, und gerade in Deutschland ist es an der Zeit, und da sind wir auch wirklich dran, dass wir jetzt stetig die die Hotels wirklich wieder auf Vordermann bringen. Und hier können wir mit dem Objekt natürlich den Radisson Blu Brand, was ja die größte Kette in Europa ist, in diesem Segment—

  17. 07:13
    Ronald M. Arndt

    ich glaube, da gibt es insgesamt weltweit 400 Hotels, so ungefähr.

  18. 07:16
    Stefan Welti

    Genau, und in Europa selber sind es knapp 200. Und eben mit diesem Objekt können wir einfach diesen Brand Radisson Blu, von dem wir alle profitieren, weil er einfach sehr verbreitet ist und einen guten Ruf genießt, können wir nochmal dieses Upgrade geben. Und darauf sind wir natürlich stolz. Und haben deshalb auch sehr viel internen Besuch. Investoren, die sich das Hotel anschauen kommen, um zu sehen, ob wir das dann können. Und es ist bis jetzt meistens danach zur Unterschrift gekommen.

  19. 07:45
    Ronald M. Arndt

    Okay, und wie im Fußball, wo es eben 83 Millionen Bundestrainer gibt, kann ich mir vorstellen, wenn bei dir dann interner Besuch kommt und externer, gerade bei so einem neuen Haus, jeder hat immer was zu sagen und noch Ideen und Tipps. In welche Liste fließt das bei dir, Stefan? Gibt es da so auf dem Handy so eine Notes-Funktion?

  20. 08:04
    Stefan Welti

    Gut, ich bin natürlich sehr eng immer in Kommunikation mit unserem Regional Managing Director und wir stimmen uns natürlich ab über Prioritäten und welche Meinung zählt, beziehungsweise eben was bringt uns nach vorne und was nicht. Und so entscheiden wir das gemeinsam.

  21. 08:23
    Ronald M. Arndt

    Stand heute ist ja, dass wenn man unten reinkommt, eine Kaffeebar vorfindet und die Rezeption. Das war jetzt eine Sache, die bei Eröffnung eben noch nicht so war. Da war ja die Rezeption noch in der ersten Etage oder im Mezzanin.

  22. 08:39
    Stefan Welti

    Richtig, man hat das bisschen anders eingeschätzt in der Planung. Die Gäste sind aber reingekommen, wie du sagst, die Rezeption war auf der ersten Etage und die Wegleitung war einfach nicht so offensichtlich, dass es angenehm gewesen wäre als Welcome Experience für die Gäste. Und das haben wir bald gemerkt und haben dann entsprechend reagiert und die Rezeption runterversetzt direkt an den Haupteingang des Hotels, damit die Leute reinkommen und direkt ein hoffentlich lächelndes Gesicht vorfinden. Und wir haben dann auch realisiert, dass wir ein wirklich tolles Frontoffice-Team haben, die zusätzlich eben diese Coffee Bar noch mitbetreiben. Können, wollen, würden. Und das haben wir dann so auch umsetzen können. Und entsprechend haben wir jetzt wirklich mit dem bestehenden Rezeptionsteam zusätzlich diese Coffee Bar. Das ist Kaffee und Kuchen. Wir erweitern das jetzt auch noch mit Bowls und Salaten, auch für die Büroetagen weiter unten, damit die wirklich eine Alternative haben für einen schnellen Lunch. Und so ist auch mehr Leben in dieser Etage entstanden.

  23. 09:47
    Ronald M. Arndt

    Wollte ich gerade sagen, es lädt ein, da zu verweilen. Und irgendwie macht es auch Spaß. Das liebe ich ja an so Hotels. Mich einfach in der Lobby aufzuhalten und zu schauen, wer reist da an, wer reist da ab. Das ist ja ganz spannend natürlich auch, und wenn es dann eben noch ein kleines, zumindest gastronomisches Angebot dazu gibt, umso besser. Ich glaube, dann hast du schon viel richtig gemacht.

  24. 10:06
    Stefan Welti

    Es kommt sehr gut an, es hilft natürlich der Qualität oder der Wahrnehmung der Gäste, und uns natürlich auch, bringt es einfach einen schönen Umsatz, den wir eben einfach zusätzlich mitnehmen können mit dem bestehenden Rezeptionsteam.

  25. 10:20
    Ronald M. Arndt

    168 Zimmer habt ihr. Die Handschrift von Porsche, und wir sind ja hier im Porsche Design Tower, ist natürlich an der einen oder anderen Ecke zu erkennen. Vielleicht kannst du da ein bisschen drauf eingehen.

  26. 10:33
    Stefan Welti

    Ja, also diese Touchpoints, die wollen wir ja auch noch verstärken. Jetzt gestartet sind wir natürlich einerseits mit den tollen Bildern von Denis Orel Studios. Die ganzen Porsches, die Porsche-Bilder im ganzen Gebäude, von Zimmern über Etagenflure bis unten auch in der Lobby. Da haben wir die Lizenz erhalten von Porsche Lifestyle, die verwenden zu dürfen. Dann die Zimmernummern sind in Porsche-Schrift auch angeschrieben. Wir sind jetzt weiter dran, mit Porsche Design bzw. Lifestyle eben das noch zu erhöhen. Also was können wir machen für unsere Gäste in den Zimmern beispielsweise, dass wir die Welcome Card auch im Porsche-Stil vorbereiten, dass wir beispielsweise kleine Modellfahrzeuge für unsere Top-VIPs in den Zimmern einfach als Giveaway zur Verfügung stellen, dass wir in der Lobby unten vielleicht sogar jetzt noch mit einer Vitrine starten, wo man diese Lifestyle-Produkte von Porsche auch kaufen kann als Gast. Also so geht das mehr und mehr eigentlich in eine enge Kooperation.

  27. 11:38
    Ronald M. Arndt

    Und je mehr Gedanken man sich macht und auch hier wieder Gespräche führt, desto lebendiger wird da die Partnerschaft. Nicht zuletzt sieht man hier direkt hinter dir aufs Stadion vom deutschen Vizemeister, wo er nicht auch die Porsche AG zuletzt eben Shareholder ist. Von daher, und Porsche Zentrum Stuttgart haben wir natürlich unten drin im Haus.

  28. 11:57
    Stefan Welti

    Ja, ganz genau. Also auch da gehen wir mehr und mehr jetzt in eine Kooperation. Details will ich jetzt da noch nicht verraten, aber genau, es kann von gemeinsamen Auftritten online bis dann Events gemeinsam gehen. Also da sind auf jeden Fall einige Ideen auf dem Tisch und da arbeiten wir dran.

  29. 12:16
    Ronald M. Arndt

    Und bei jedem Aufenthalt für mich unten in der Lobby, wenn ich da so saß und ein bisschen gearbeitet habe, fuhr immer wieder ein Bus vor mit Herrschaften, die halt ein Porsche-T-Shirt anhatten oder irgendeine Mappe von Porsche in der Hand. Und das waren wahrscheinlich dann Gäste aus dem Ausland, vorwiegend auf jeden Fall Italiener, die hier irgendwelche Driving Experiences oder so von Porsche mitmachen, ne?

  30. 12:37
    Stefan Welti

    Genau, unter anderem. Also da haben wir natürlich ganz unterschiedliche Gruppen, und es ist natürlich naheliegend, gerade mit dem Porsche-Zentrum hier, aber auch mit Zuffenhausen, oder also da sind wir natürlich nahe dran. Mit dem Auto sind wir da 6, 7 Minuten entfernt, also bietet sich durchaus an, eben da einfach diese Kooperation noch zu verstärken.

  31. 12:57
    Ronald M. Arndt

    Gehen wir mal so ein bisschen die vielleicht die 3 Hauptanpassungen durch, die du jetzt in diesen wenigen Monaten schon vollzogen hast, vollziehen musstest. Das war unten eben die Rezeption vom ersten Stock ins Erdgeschoss. Du machst dir Gedanken über die Zimmergrößen oder -typen. Was ist da so der Gedanke?

  32. 13:16
    Stefan Welti

    Also, es ist ein Thema. Um ganz offen zu sein, haben wir als Team nicht erwartet, dass wir— also das Potenzial der Rate haben wir wahrscheinlich unterschätzt. Das sehen wir jetzt bereits. Also wir sind, um das vielleicht kurz als Background zu sagen, wir sind jetzt auflaufend genau da, wo wir uns belegungstechnisch vorgestellt haben. Höherer Rate, bei deutlich höherer Rate. Und das war eben eine Sache, die wir einfach nicht wussten oder das Risiko nicht eingehen wollten. Wie auch, dass man hier wirklich mit riesigen Suiten, natürlich mit Eck Suiten, wo man über die ganze Stadt sieht oder 180-Grad-Sicht, dass wir da die Leute aus dem Zentrum locken. Wir sind ja unglaublich gut angebunden.

  33. 13:58
    Ronald M. Arndt

    Die Sicht geht ja weiter: VfB-Stadion, Fernsehturm, Killesberg, Killesberg Turm. 180 Grad haben wir hier schon mal.

  34. 14:06
    Stefan Welti

    Sowohl mit dem öffentlichen Verkehr gut angebunden wie eben auch, wenn man mit dem Auto kommt. Und deshalb ist das genauso ein Stadthotel. Und entsprechend können wir auch, oder ist die Nachfrage da, das wissen wir inzwischen, oder dass man auch Suiten zu einem viel höheren Preis dann entsprechend verkaufen könnte.

  35. 14:27
    Ronald M. Arndt

    Sag mal, könnte, was könnte so eine Suite kosten? Was glaubst du, bringen?

  36. 14:33
    Stefan Welti

    Kommt drauf an, das kann ich so nicht sagen.

  37. 14:35
    Ronald M. Arndt

    Das ist ein bisschen das Problem der deutschen Großstädte, wahrscheinlich oftmals, dass man sich halt einfach nicht traut.

  38. 14:41
    Stefan Welti

    Ja, das ist so, aber das ist natürlich auch etwas, was wir mit dem Eigentümer noch besprechen würden. Also ich spreche jetzt wirklich aus dem Nähkästchen, da ist auch gar nichts konkret.

  39. 14:50
    Ronald M. Arndt

    Real Talk heißt das hier im Hotel-Podcast, unscripted.

  40. 14:54
    Stefan Welti

    Wir sprechen ja immer offen, aber es kommt immer noch drauf an, was baulich möglich ist. Und der Eigentümer ist da zuversichtlich, aber müsste man schauen, wie groß sie danach werden und so weiter. Davon wird dann natürlich der Preis abhängig.

  41. 15:08
    Ronald M. Arndt

    Spannend. Wie hängt das Ganze mit dem Eigentümer zusammen? Das heißt, der interessiert sich schon auch für die Zahlen, die so eingefahren werden?

  42. 15:14
    Stefan Welti

    Der interessiert sich für die Zahlen. Wir haben natürlich eine feste Pacht jetzt für die ersten Jahre auf jeden Fall. Außerdem geht es vor allem darum, dass wir gesund sind, und das sind wir zum Glück, kann ich jetzt schon sagen, und dass es gut läuft, dass der Tower einen guten Ruf genießt oder dass die Stadt auch sich identifiziert mit diesem Tower. Und das ist wirklich eine tolle Zusammenarbeit, muss ich sagen. Wir hatten technisch doch schon die eine oder andere Herausforderung, sei es mal Warmwasser oder Aufzüge, die ausgefallen sind. Und der Eigentümer Bülow, übrigens die Bülow AG, war wirklich immer sofort zur Stelle und hat Druck gemacht, wo es nötig war, damit es so schnell wie möglich behoben wird. Ich kenne es anders oder habe schon anderes erlebt in meiner Vergangenheit. Und das ist wirklich ein Privileg, dass wir da jemanden haben, der uns so den Rücken stärkt und wirklich die Hotel-Operation so als Priorität sieht.

  43. 16:09
    Ronald M. Arndt

    Eine tolle Partnerschaft. Und auch das muss natürlich an der Stelle erwähnt werden, gehört am Ende zum Erfolg eines neuen Hauses dazu. Bei dir, Stefan, ich habe es ja schon mal gesagt, du bist für mich so der der Hoteldirektor einfach in Person. Jetzt bist du ja noch recht jung. Wie viele Länze hast du mittlerweile?

  44. 16:31
    Stefan Welti

    Bin jetzt 35 geworden. Genau, danke fürs Kompliment, bedeutet mir viel, da du doch sehr viel unterwegs bist in der Hotelwelt. Genau, ich sage immer wieder, wenn es um dieses Thema geht, relativ jung in der Position zu sein und so weiter, ich Ich hatte hier einfach in den letzten fast 8 Jahren, muss ich sagen, einfach das große Privileg, dass mir diese Türen geöffnet wurden, dass man an mich geglaubt hat, dass man mich auch machen lassen oder auch Fehler hat machen lassen, was das Wichtigste ist am Ganzen. Weil nur so kommt man ja vorwärts und lernt. Und habe so dann, also ich habe irgendwann platziert, und das ist schon eine gewisse Voraussetzung, dass man sagt, man ist flexibel. Die nächsten 10 Jahre geografisch. Ich bin offen für alles grundsätzlich. Und so kommen natürlich dann auch die Angebote rein, wenn die Leistung stimmt. Und ich habe immer, obwohl ich inzwischen verschiedene Vorgesetzte hatte, natürlich je nach Region, hatte ich immer inspirierende Leader, die mich, oder zu denen ich eben hochschauen konnte. Und das war für mich auch immer ein wichtiges Kriterium. Also die Destination für mich zweitrangig, sondern mir war wichtig, jetzt einmal in der letzten Phase, ich spreche von den letzten 4, 5 Jahren, dass ich immer irgendwo eine spannende Perspektive habe, dass es ein tolles Projekt ist, an dem ich wachsen kann, und dass ich jemanden als Leader habe, zu dem ich hochschaue und der mich inspiriert. Und das ist auch jetzt wieder der Fall.

  45. 18:04
    Ronald M. Arndt

    Ja, und lass mal ganz kurz drauf eingehen, wann standst du deine Faszination zur Hotellerie wie in früher Kindheit?

  46. 18:13
    Stefan Welti

    Es war tatsächlich so, dass ich lange gezögert habe, weil ich war in einer privaten Schule zum Abitur und die meisten in meinem Freundeskreis sind dann an die HSG gegangen, also Universität St. Gallen. Die meisten, wie ich auch, hatten da noch nicht so klare Vorstellungen oder eine Perspektive, wo es hingehen soll. Man wusste aber, das ist eine gute Lebensschule und eine gute Basis. Habe aber schnell gemerkt, dass ich einfach wenig Leidenschaft für das Thema entwickeln oder für die Richtung entwickeln kann. Und meine Mutter hat mir schon als junger Mann immer wieder gesagt, Hotellerie ist dein Ding, da sehe ich dich, im Umgang mit Menschen. Du hast einfach dieses authentische Interesse für den Menschen und für dein Umfeld. Und irgendwann habe ich das dann wirklich probiert, habe gewechselt an die Hotelfachschule in Luzern, die BHMS. Und da ging es dann relativ schnell, dass mir einfach bewusst wurde, okay, das scheint mein Ding zu sein. Es war ja, das Studium war auch sehr praxisorientiert, also immer ein halbes Jahr Schule, halbes Jahr Praktikum im Le Trois Rois in Basel. War ich dann ein ganzes Jahr, weil sie es nicht anders angeboten haben. Aber ich wusste, davon kann ich nur profitieren. Es ist ja ein absolutes Traumhotel. Und ja, so habe ich den Weg da reingefunden. Und seitdem habe ich mir die Frage gar nie mehr stellen müssen, sage ich mir jetzt mal.

  47. 19:42
    Ronald M. Arndt

    Und dann ging es schon zur Radisson Hotel Group, wo du jetzt schon fast 7,5 Jahre mit an Bord bist und über die verschiedensten Stationen eben Da hast du auch schon einiges gesehen. Zuletzt warst du in Düsseldorf.

  48. 19:57
    Stefan Welti

    Richtig, genau. Also angefangen hat es in Zürich. Da habe ich mein letztes Praktikum gemacht in der Hotelfachschule. Und da kam dann eben dieser erste Leader, von dem ich jetzt vorher erzählt habe, kam auf mich zu und hat gesagt: Du, wo siehst du dich die nächsten Jahre? Weil ich will sicherstellen, dass wir diesen Weg für dich bahnen können. Und dann habe ich eben geäußert, dass mein Traum ist, irgendwann ein Hotel zu leiten. Wie er ist. Daniel Twerenbold ist das, der damals noch Director war für die ganze Schweiz und GM in Zürich. Meinte, gut, da sehe ich dich auch. Jetzt müssen wir schauen, wie wir dich so schnell wie möglich dahin bringen. Und dann war die nächste Station Wiesbaden, Düsseldorf dann, das erste Hotel, das ich leiten durfte, und jetzt das Opening hier in Stuttgart.

  49. 20:38
    Ronald M. Arndt

    Und was hätte es beruflich noch werden können, wenn nicht Hoteldirektor?

  50. 20:43
    Stefan Welti

    Das ist schwierig zu sagen, weil ich war damals wirklich eigentlich, ich sag mal, offen für alles, beziehungsweise Schritt für Schritt am Aussortieren, was nicht infrage kam. Und dann kam eben Hotellerie, und da war einfach klar, dass es wahrscheinlich nichts mehr anderes wird. Jetzt ist die Hotellerie natürlich sehr, sehr breit, und das kann in ganz viele Richtungen gehen, aber aktuell weiß ich, dass das die Branche ist, die mir liegt.

  51. 21:10
    Ronald M. Arndt

    Ja, wir freuen uns alle sehr hier in Stuttgart, dass du den Weg von Düsseldorf hierher gefunden hast, dass man bei Radisson auch dich dafür ausgewählt hat, denn ja, tut uns gut, nicht nur das Hotel, sondern einfach auch solche Typen wie dich und Gastgeber hier zu haben. Jetzt so nach einem guten halben Jahr, nee, also im August bist du hergekommen, also ist ja bald schon ein Jahr her, paar Worte hier zu deiner neuen Wahlheimat? Stefan?

  52. 21:37
    Stefan Welti

    Also ich muss sagen, ich genieße Stuttgart sehr inzwischen. Vorher wusste ich es nicht wirklich, und vorher meine ich bis vor kurzem eigentlich, weil eben es ist schon sehr herausfordernd gewesen, muss ich zugeben. Ich bin ja noch nicht so lange in dieser Position, und dann eben die erste Eröffnung, hatte ganz viel Support natürlich, wo ich es gebraucht habe, aber es war sehr, ja, Ich sage mal, zeitaufwendig. Ich glaube, wir hatten im letzten Gespräch auch schon über die langen Tage gesprochen. Das hat sich unmittelbar natürlich nicht geändert und ist auch in Ordnung so, wenn man vorwärts kommt. Und das war der Fall. Aber auf jeden Fall jetzt seit 1, 2 Monaten kann ich mir die Zeit ein bisschen nehmen, wie ich mir eigentlich fest vorgenommen habe, einmal die Woche mindestens in ein neues Restaurant zu gehen, einfach etwas Neues kennenzulernen. Und habe ganz tolle Orte schon sehen dürfen hier in Stuttgart. Habe gerade letztes Wochenende wieder die Steffele-Tour gemacht. Ich bin wieder mal im Doppeldecker rumgefahren, um wirklich auch diese Touristenperspektive immer mal wieder sich vor Augen zu führen. Und es ist eine tolle Stadt, also ich genieße es wirklich sehr. Ich freue mich riesig natürlich jetzt auf den Sommer. Man sagt ja auch, hier ist das Wetter ein bisschen besser wie im Norden. Das sehe ich jetzt langsam. Europameisterschaft natürlich auch ganz toll. Wie gesagt, ich bin mehr und mehr am Ankommen und freue mich auf die nächsten Jahre, weil ich werde sicher mindestens 3, 4 Jahre hier bleiben.

  53. 23:01
    Ronald M. Arndt

    Das habe ich dir ja schon versprochen. Super, Stefan, ganz, ganz lieben Dank für das Update, was hier bislang so passiert ist im Porsche Design Tower und vor allem auch für dich persönlich. Und ja, wie gesagt, nachher kommen wir hier noch in größerer Anzahl vorbei. Genießen Restaurant.

  54. 23:21
    Stefan Welti

    Ich freue mich drauf.

  55. 23:22
    Ronald M. Arndt

    Und schön, dass du dabei bist.

  56. 23:24
    Stefan Welti

    Ich danke dir für den Besuch, wie immer eine Freude, und hoffentlich bald wieder.

  57. 23:29
    Ronald M. Arndt

    Bis zum nächsten Mal, ciao!

  58. 23:30
    Stefan Welti

    Ciao!