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Germany · Episode #122 · 12.11.2024 · 33 Min

Nina Dietze, Hotel Die Reederin

Nina DietzeHotel Die Reederin · Lübeck
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Aufgenommen: Hotel Die Reederin, Lübeck

Standbild aus der Episode mit Nina Dietze Germany33 Min

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„Dann habe ich einen Zettel in den Briefkasten geschmissen und habe einfach gesagt, wer ich bin und was passiert und dass wir uns das Haus gerne mal angucken möchten.“

Nina Dietze, 02:12

Nina Dietze führt mit Die Reederin ein Hotel mit sieben Zimmern auf der Lübecker Altstadtinsel, im Haus der früheren Reederei Bertling. Sie erzählt, wie sie einen Zettel in den Briefkasten des leerstehenden Nachbarhauses warf, was in vier Jahren Bauzeit zwischen Denkmalschutz, Baugenehmigung und Corona passierte und warum die Zimmer Frauennamen tragen. Dazu geht es um Tagungen zu zweit ohne Koch und um die Frage, ob ein Schlüsselkasten den persönlichen Check-in ersetzen kann.

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Kernaussagen

  1. Zettel im Briefkasten: Das Nachbarhaus der Familie stand leer, nachdem Reederei und Untermieter ausgezogen waren. Dietze warf einen Zettel ein, bekam die Besichtigung und sah sofort das Potenzial für ein kleines Hotel.
  2. Vier Jahre Bauzeit: Erst ein Antrag für die Freilegung, dann über ein Jahr Wartezeit auf die Baugenehmigung, alles mit Brandschutz und Denkmalschutz abgestimmt. Dann kam Corona, die Gewerke arbeiteten mit kleineren Teams.
  3. Sieben Namen aus der Chronik: Dietze las die Chronik der Reederei und benannte die Zimmer nach Schiffen: Dorothea, Helene, Catharine, Ursula, Hilde, Paula und Anni. Die Ursula hat zwei Schlafzimmer, weil es das Schiff zweimal gab.
  4. Check-in von Hand: Sie und ihre Kollegin machen jeden Check-in selbst, auch um 23 Uhr. Ein Schlüsselkasten hängt seit drei Monaten unten, benutzt wird er noch nicht, weil der Charme nicht verloren gehen soll.
  5. Selbstständig wegen Kinder: Angestellt mit Kindern war für sie in der Hotellerie keine Option: Der längste Kitaplatz in Lübeck geht bis 16 Uhr, ihr Mann arbeitete in Rostock. Als Selbstständige teilt sie sich die Zeit selbst ein.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Bevor wir nächste Woche wieder mit einem echten Branchen-Schwergewicht sprechen, wird es heute klein – aber besonders fein.

Das Hotel Die Reederin mit seinen sieben einzigartigen Zimmern hat eine ganz eigene Geschichte.

Den Grundstein dafür legte Nina Dietze, als sie eines Tages einen Zettel in den Briefkasten der ehemaligen Reederei Bertling in Lübeck warf.

Die gelernte Restaurantfachfrau schlüpfte aber schon lange zuvor in die Rolle der Gastgeberin. Heute ist sie Unternehmerin und kümmert sich mit Hingabe um Dorothea, Helene, Catharine, Ursula, Hilde, Paula und Anni.

Wer diese Damen sind? Einfach reinhören und es herausfinden!

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen33 Min · Ronald M. Arndt und Nina Dietze

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:00
    Ronald M. Arndt

    Der Hotel-Podcast ist heute mal in ganz neuen Gefilden unterwegs, denn er war auf jeden Fall noch nie so weit nördlich. In Lübeck sind wir. Und ich glaube, auch hier in Ihrem Haus haben wir eine Zimmeranzahl, die wir so noch nicht unterschritten haben.

  2. 00:21
    Nina Dietze

    Ach wirklich? Das ist ja spannend.

  3. 00:25
    Ronald M. Arndt

    Spannend. Aber umso besonders, besonderer ist das Haus Die Reederin in Lübeck. Bei Ihnen, Frau Nina Dietze, ich grüße Sie.

  4. 00:38
    Nina Dietze

    Ja, vielen Dank.

  5. 00:40
    Ronald M. Arndt

    Wie viele Zimmer sind es denn?

  6. 00:41
    Nina Dietze

    Es sind 7. Ja, es lässt sich auch nicht, es lässt sich auch nicht vergrößern. Also wir haben ein Familienzimmer, was man noch erwähnen kann, das hat 2 Schlafzimmer. Also wir sprechen hier von 8 Doppelbetten und ja, und 2 Stunden.

  7. 00:56
    Ronald M. Arndt

    Aber das ist so groß, da könnte man natürlich ein paar Betten mehr als normal reinstellen.

  8. 00:59
    Nina Dietze

    Das stimmt. Wir hatten da auch schon mal einen Junggesellenabschied, die waren da glaube ich mit 6 oder 7 drin.

  9. 01:05
    Ronald M. Arndt

    Ja, für mich das erste Mal in Lübeck, für meine Familie auch. Wir haben gerade schon ein bisschen hier die— wie nennt man das denn? Das Viertel? Oder habt ihr da auch hier im Norden einen besonderen Ausdruck für?

  10. 01:19
    Nina Dietze

    Tatsächlich auch Kiez. Die Architekten sagten immer Kiez, aber ich würde auch Viertel sagen, glaube ich. Haben wir gerade schon erkundet.

  11. 01:28
    Ronald M. Arndt

    Kaffee, Kuchen gegessen.

  12. 01:29
    Nina Dietze

    Sehr gut.

  13. 01:30
    Ronald M. Arndt

    Aber Sie sind selbst gar nicht aus Lübeck, ne?

  14. 01:32
    Nina Dietze

    Nee, das ist richtig. Ich komme aus Hamburg und bin da aufgewachsen und habe da auch bis 2012 gewohnt. Und dann sind wir nach Lübeck gezogen. Ja, aber auch also nicht aufgrund dieses Projekts hier, sondern weil mein Mann in Rostock angefangen hat zu arbeiten und ich wollte weiterhin in Hamburg arbeiten. Und dann war Lübeck tatsächlich die logische Mitte.

  15. 01:55
    Ronald M. Arndt

    Also ein wunderschönes Städtchen.

  16. 01:57
    Nina Dietze

    Das stimmt.

  17. 01:58
    Ronald M. Arndt

    Dann machen wir mal einen Sprung von 2012 zum Haus hier.

  18. 02:05
    Nina Dietze

    Ja.

  19. 02:05
    Ronald M. Arndt

    Wann und wie ging es da los? Wie kommt man zu diesen 7 wunderbaren Zimmern und Suiten?

  20. 02:12
    Nina Dietze

    Wir sind auf die Altstadtinsel gezogen 2014, und weil man muss dazu sagen, wenn man nach Lübeck zieht, dann zieht man erstmal irgendwohin, wo es Sinn macht, und in unserem Fall war es halt irgendwie in die Nähe vom Bahnhof, einfach wegen Pendlerfreundlichkeit. Und dann lernt man aber die Stadt kennen, und dann merkt man relativ schnell, jeder möchte auf die Altstadtinsel, weil das einfach, das ist so eine Blase. Hier ist alles in Ordnung, und hier ist ja, das ist einfach ein unheimlich schöner Ort, um zu leben. Und dann haben wir 2014, hatten wir das Glück, dass wir auf die Altstadtinsel ziehen konnten. Und unser Haus ist direkt eigentlich neben dem Hotel, hat allerdings eine andere Adresse, und hinten berühren sich ja, also hinterm Hotel berühren sich die beiden Häuser fast. Und in diesem Haus, wo wir jetzt sitzen, wo auch das Hotel entstanden ist, da war vorher eine Reederei, die Reederei Berthling, und die war über 150 Jahre hier in diesem Haus. Und dann sind die 2008 schon nach Hamburg gezogen. Und die Geschäftsführung, die arbeitete aber immer noch weiter hier in diesem Haus. Dann wurden zwischenzeitlich die Flächen im Erdgeschoss an eine andere Reederei untervermietet und die sind dann aber auch ausgezogen. Und dann haben wir gemerkt, dass das Haus leer stand und dafür ist es dann doch zu dicht. Also da ist man dann schon interessiert, was passiert denn da jetzt? Und dann habe ich einen Zettel in den Briefkasten geschmissen und habe einfach gesagt, wer ich bin und was passiert und ja, und dass wir uns das Haus gerne mal angucken möchten. Und so kam es dann auch und wir hatten die Möglichkeit, uns das Haus anzusehen und waren sofort hin und weg. Also gerade natürlich—

  21. 03:54
    Ronald M. Arndt

    also davor noch gar nicht irgendwie hier drin gewesen?

  22. 03:57
    Nina Dietze

    Naja, ich muss dazu sagen, ja, als wir, als wir eingezogen sind hier bei uns in Engelswisch, da waren wir natürlich, wie man es macht, haben wir uns bei den Nachbarn vorgestellt und ich hochschwanger bin, in die zweite Etage, in das Konto von der Geschäftsführerin und habe mich da vorgestellt und meinte, ich werde jetzt hier, wir werden die neuen Nachbarn. Und somit bin ich schon einmal durchs Treppenhaus gegangen, aber da sah es natürlich ganz anders aus, weil das war ja noch ein, ja, irgendwie ein betriebenes Gebäude. Also das war, und außerdem hatte ich ja überhaupt gar nicht im Sinn, dass das in irgendeiner Form mal zu unserem Leben gehören würde. Und also vorher war ich schon mal drin, aber mit ganz anderen Gedanken. Und dann hatten wir uns das leere Gebäude angesehen und waren natürlich ja sofort hin und weg. Und ich mit meiner Erfahrung aus der Hotellerie hatte natürlich auch sofort diesen Sinn dafür, dass man hier einfach ein wunderschönes kleines Hotel machen kann. Und ja, und so kam das dann irgendwie. Also wir hatten uns dann selber ein paar Bedingungen gestellt. Ob wir es machen oder ob wir es nicht machen. Und eine Hauptbedingung war eigentlich, dass wir beide Häuser miteinander verbinden, einfach weil ich zu dem Zeitpunkt schwanger war mit dem zweiten Kind. Das Problem mit dem zweiten Kind ist ja, dass man weiß, was auf einen zukommt, wenn man schon weiß, wie es mit dem ersten war. Und dann haben wir gesagt, die Häuser müssen miteinander verbunden werden, weil sonst funktioniert das nicht. Und das musste beantragt werden, weil beide Häuser unter Denkmalschutz standen. Und das hat natürlich auch alles gedauert und Dann haben wir da aber die Zusage bekommen und dann hatten wir irgendwie keinen, also für uns eigentlich keinen Grund mehr zu sagen, wir machen es nicht. Also und ja, und irgendwie hat das alles funktioniert.

  23. 05:42
    Ronald M. Arndt

    So kam das eine zum anderen.

  24. 05:43
    Nina Dietze

    Ja, ja.

  25. 05:45
    Ronald M. Arndt

    Und das heißt, Sie aus der Hotellerie kommend, das heißt, da gab es schon andere Stationen davor?

  26. 05:53
    Nina Dietze

    Ja, das stimmt. Also ursprünglich habe ich Restaurantfach gelernt, da bin ich auch durch Zufall reingerutscht. Ich hatte während des Während der Schule habe ich bei Pizza Hut am Gänsemarkt gearbeitet. Das war ja noch ein großes Restaurant damals. Und irgendwie hat also mein Chef, der hatte mir dann gesagt, ja, also wir hatten dann nach der Arbeit irgendwie mal gesprochen und da hatte ich halt gerade, war ich dabei, Abitur zu machen, wusste so gar nicht, was ich machen wollte. Ich wollte auf gar keinen Fall studieren. Und er sagte, ja, dann mach doch Restaurantfach, weil ich gesagt habe, irgendwie bringt mir das Spaß, aber natürlich jetzt nicht Pizza hat. Und er hatte einen Freund, der Ausbilder war. Und ja, und so habe ich dann eine Ausbildung als Restaurantfachfrau gemacht. Und was habe ich dann gemacht? Dann war ich— ach ja, dann habe ich im Hyatt in Hamburg gearbeitet, im Restaurant. Und so kriegt man natürlich auch schon so ein bisschen die Hotellerie mit. Und dann war ich natürlich ganz was natürlich dazugehört für ein norddeutsches Mädchen, habe ich eine Saison in Timmendorf im Engelseck im Café Wichtig gearbeitet, um ein bisschen Geld zu verdienen für dann das Studium, was ich dann geplant habe. Dann war ich nämlich auf der Hotelfachschule in Hamburg, um dann das ganze Hotelbetriebswirtschaftliche irgendwie zu lernen. Und danach bin ich in den Veranstaltungskauf, Verkauf gerutscht und da bin ich auch dann eigentlich hängen geblieben bis zum Schluss. Also was heißt bis zum Schluss? Also bis ich Kinder bekommen habe und dann sind wir ja nach Lübeck gezogen. Und dann kam ja das Projekt hier.

  27. 07:27
    Ronald M. Arndt

    Und heute vereinen Sie ja alles. Ja, das stimmt. Bis hin zur Veranstaltungsthematik, wenn ich gesehen habe. Da gibt das Haus natürlich am Ende noch mal ein bisschen mehr her als eben am Ende nur in Anführungszeichen die 7 Zimmer.

  28. 07:41
    Nina Dietze

    Ja, absolut. Also, und das ist auch, das ist super spannend, weil ich habe keinen Koch. Also wir machen die Veranstaltung wirklich zu zweit, also meine Kollegin und ich. Und am liebsten sind uns wirklich so Tagungen so mit 8 oder 10 Personen, wenn die dann auch alle hier schlafen, haben die wirklich das Haus exklusiv für sich, was einfach eine unheimlich schöne Stimmung dann auch ist, weil die reisen an, die Gruppe, die, also wenn die noch nie da waren, dann, es ist halt witzig, weil so wie man halt zu unserem Hotel kommt, man ist ja erstmal so ein bisschen so, ja, man muss ja erstmal ein bisschen zurechtfinden, aber die fühlen sich alle unheimlich wohl hier und gerade weil sie immer einen festen Ansprechpartner haben in mir oder meiner Kollegin, ja, die fühlen sich pudelwohl und dann tagen die tagsüber und dann kümmern wir uns um die Verpflegung. Also ich mache dann eher Küche und meine Kollegin macht dann so eher alles, was vorne anliegt und ja, und ich kann natürlich die auch kochen. Ich bin ja keine gelernte Köchin, aber also ich koche halt frisch und gesund. Und also das ist dann, weiß ich nicht, dann gibt's halt einfach eine hausgemachte Lasagne und einen Salat dazu und da sind alle glücklich.

  29. 08:38
    Ronald M. Arndt

    Und so sitzen wir ja auch im Wohnzimmer, heißt es glaube ich. Ja, aber ich kann es mir gut vorstellen, natürlich, wenn der ganze, das ganze Haus so privatisiert ist. Ja, das ist einfach noch mal, ja, was ganz Besonderes eben auch ist innerhalb des Hotelangebots natürlich hier in Lübeck.

  30. 08:54
    Nina Dietze

    Ja, absolut. Also es ist auch wirklich diese Gastgeberrolle. Und ich wurde früher irgendwann mal in einem Vorstellungsgespräch gefragt, bist du gerne Gastgeberin? Und dann habe ich gesagt ja. Und dann diese Frage ist mir so hängen geblieben, weil es hat mich noch nie jemand gefragt. Aber das ist einfach so eine gute Frage für ein Vorstellungsgespräch in der Hotellerie oder Gastronomie. Und das kann man hier natürlich sagen, oder was? Ich denke, jetzt in dem Fall hätte ich nicht nein sagen sollen, aber das Das ist halt schon, also mir ist aufgefallen durch diese Frage, durch diese Antwort und alles, was danach kam, dass das auch wirklich einfach diese Leidenschaft ist, die ich auch einfach gerne mache.

  31. 09:34
    Ronald M. Arndt

    Ja, bevor wir jetzt gleich mal nachfragen, was denn passiert ist ab Erwerb bis zur Eröffnung, muss ich mal hier noch den guten Willy Brandt natürlich erwähnen, der wohl hier schon in der Reederei damals ein Volontariat gemacht hat.

  32. 09:49
    Nina Dietze

    Genau richtig.

  33. 09:50
    Ronald M. Arndt

    Das habe ich nachgelesen. Napoleon kam natürlich auch mal hier in Lübeck vorbei. Und ja, verrückt, weil das Gebäude muss ja dann, wenn die Reederei schon 150 Jahre alt war, so mindestens auch so alt sein und älter.

  34. 10:04
    Nina Dietze

    Genau, das Gebäude ist von 1790 und dann war 1934/35 war der Willy Brandt hier, aber nur kurz, weil dann ging es für ihn ja auch weiter.

  35. 10:18
    Ronald M. Arndt

    Dann ging es für ihn auch weiter. Okay, und haben Sie das Gebäude übernommen von der Reederei und den letzten Geschäftsführer noch rausgeschmissen, der sich hier irgendwo verschanzt hatte.

  36. 10:27
    Nina Dietze

    Nein, wir haben immer noch ein sehr nettes Verhältnis miteinander. Also das ist—

  37. 10:31
    Ronald M. Arndt

    sitzt da noch irgendwo und macht Buchhaltung?

  38. 10:33
    Nina Dietze

    In der gleichen Straße, ja. Aber sie ist sehr zurückhaltend.

  39. 10:39
    Ronald M. Arndt

    Und dann ging es gleich los mit der Baustelle und oder?

  40. 10:42
    Nina Dietze

    Ja, das dauert natürlich alles. Also das gibt ja festgelegte Abläufe, die— also das Schöne ist, ich habe sowas vorher noch nie gemacht und vermutlich werde ich das auch nie wieder machen. Und weil ich jetzt—

  41. 10:56
    Ronald M. Arndt

    sag niemals nie.

  42. 10:57
    Nina Dietze

    Ja, wahrscheinlich. Aber also ich würde auf jeden Fall manche Sachen anders machen. Und man geht da ja sehr, sehr naiv irgendwie ran, einfach ja mit manchen Sachen. Also man denkt ja, das kann ja nicht so schwer sein, oder das, das, ja, aber also das wird schon nicht. Und was halt wirklich nicht Also was wirklich nicht schönzureden ist, ist einfach diese Wartezeiten auf irgendwelche Genehmigungen.

  43. 11:20
    Ronald M. Arndt

    Und hier im Norden auch nicht anders als bei uns im Süden.

  44. 11:22
    Nina Dietze

    Also die Zusammenarbeit mit den Ämtern, also vor allem mit den Bauämtern, das ist wirklich ein bisschen nervenaufreibend. Wobei ich jetzt letztens mit einem Gast gesprochen habe und der sagte mir, in Budapest wartet man im Schnitt 11 Jahre auf eine Baugenehmigung. Und dachte ich, ach dann, das war alles super. Also da verstehe ich nicht, wie das umzusetzen ist. Aber Und das war natürlich dann erstmal, also wir haben es, wir haben das Haus übernommen und da war dann gerade halt das zweite Kind auf der Welt. Demnach waren die Prioritäten noch irgendwie anders. Also wir mussten dann erstmal Architekten, oder wir wollten erstmal Architekten finden, die dann auch irgendwie hierzu passen, die irgendwie verstehen, was wir möchten und die auch Zeit haben. Und da haben wir ganz tolle aus Lübeck gefunden, die auch Zeit hatten und die das Projekt toll fanden. Die waren erst ein bisschen zurückhaltend, weil sie es erst erst so verstanden haben, dass wir so Ferienwohnungen anbieten wollen. Und das ist halt in Lübeck ein ganz, ganz schwieriges Thema. Und dann meinte ich, nein, das soll ein Hotel werden. Also es soll ja wirklich ein schönes Hotel werden. Und dann fanden sie die Idee total gut. Und das ist ein Ehepaar und die arbeiten und leben in Lübeck. Und das war hervorragend, weil man hat— ich hatte immer das Gefühl, dass die mich unheimlich gut beraten haben, aber trotzdem meine Ideen irgendwie gehört haben. Und ja, und mit denen haben wir dann die 4 Jahre Bauzeit gut überstanden. Und ja, da musste erst mal ein Antrag gestellt werden für die Freilegung. Das dauerte. Dann wurde freigelegt. In der Zeit wurde natürlich die Baugenehmigung geschrieben, erstellt, mit Brandschutz und so weiter, immer mit dem Denkmalschutz abgesprochen. Und dann wurde der Bauantrag eingereicht und das hat ewig gedauert. Es hat über ein Jahr gedauert. Und irgendwann, ja, man hat ja dann auch nicht das Gefühl, dass man jetzt erst mal wartet nach der Freilegung, bis jetzt das Okay kommt. Das heißt, man fing dann so ein bisschen an, kreativ diese Freilegung zu begutachten und dann, ja gut, dann fangen wir schon mal da ein bisschen an. Und ja, und dann irgendwann kam die Baugenehmigung glücklicherweise und dann ging es halt ja relativ schnell voran. Dann kam allerdings Corona und dann konnten die Gewerke halt nicht in dem Umfang arbeiten, wie es normalerweise geplant ist. Das heißt, die hatten dann halt weniger im Team und haben auch weniger Gewerke überhaupt auf der Baustelle. Und ich musste dann jeden Tag— das stimmt, das habe ich ganz vergessen— musste jeden Tag die Toilette komplett desinfizieren. Das waren auch so, dass wir sind dann manchmal mit den Kindern halt irgendwie an die Nordsee gefahren. Da haben meine Schwiegereltern eine Ferienwohnung und Da dachte ich mir so, nein, ich muss ja zurück, ich muss ja die Toilette desinfizieren. Und da habe ich ein Riesenthema mit der Toilette, weil das war ja zu der Zeit, es war ja unheimlich alles, alles sehr unheimlich aufregend. Na ja, und dann haben wir insgesamt 4 Jahre gebraucht, bis das, bis wir dann eröffnen konnten. Und das haben wir natürlich sehr, da waren wir sehr froh drüber.

  45. 14:26
    Ronald M. Arndt

    Ja, ja. Und was kann man sagen zum Endergebnis? Sehr gemütlich.

  46. 14:31
    Nina Dietze

    Das stimmt.

  47. 14:33
    Ronald M. Arndt

    Sehr hochwertig.

  48. 14:34
    Nina Dietze

    Ja, das stimmt auch.

  49. 14:39
    Ronald M. Arndt

    Die Reederei wirklich nicht ganz vergessen.

  50. 14:42
    Nina Dietze

    Nee, das stimmt auch.

  51. 14:44
    Ronald M. Arndt

    Also ich glaube sogar, auf der Kasse stand irgendwo, glaube ich, beim—

  52. 14:47
    Nina Dietze

    ja, ja, wir haben also alles, was wir haben.

  53. 14:50
    Ronald M. Arndt

    Genau, alten Tresor habe ich bei uns in der Suite gefunden.

  54. 14:53
    Nina Dietze

    Das stimmt.

  55. 14:54
    Ronald M. Arndt

    Ein Teil Container. Der natürlich thematisch passt.

  56. 14:59
    Nina Dietze

    Ja, das stimmt. Die, ja, das war zum Teil, also es war für mich völlig klar, dass man das irgendwie aufgreift, dass die Geschichte und alles, was wir erhalten konnten, haben wir natürlich auch irgendwie irgendwo wieder, hat irgendwo wieder einen Platz gefunden.

  57. 15:17
    Ronald M. Arndt

    Und die ganz wird es nicht gereicht haben.

  58. 15:21
    Nina Dietze

    Und der Name, der stand sehr früh fest. Also die Reederin war irgendwann, wo ich dachte, ja, das Das ist der Name. Und da hatte ich aber noch gar nicht so, also ich hatte dann so ein Moodboard und habe dann so überlegt, wie hätte ich gerne die Zimmer. Und dann hatte ich das einer Freundin gezeigt, die Ahnung von Marketing hat, und die sagte, ja, der Name ist total super, aber dann kannst du nicht die Zimmer so einrichten. Und dann meinte ich, ja, aber ich möchte auf gar keinen Fall Leuchttürme und Fischernetze, und also möchte ich nicht. Wobei die Möwe ja tatsächlich eingezogen ist, aber sehr, sehr abgespeckt. Also, und dann meinte sie, ja, dann sonst mach das doch über die Farbe, dass du einfach maritimes Farbkonzept. Und das ist dann geworden. Also wir sitzen ja quasi im Teil des Farbkonzepts. Also wir haben halt dieses Nachtblau, dieses Oxidrot und dann ein ganz helles Grau, was sich hier so durchzieht und so. So hatten wir halt irgendwie die Reederin in der Farbe, wo ich dachte, gut, das erledigt. Und dann konnte man so ein bisschen, ja, ein bisschen kreativ werden. Die Container in den Bädern, also das, das ist, wir haben ja hinter den Waschbecken ist ja eine Containertür und in der Dusche ist dann die Seitenwand. Und das war auch total interessant. Da hatte ich dann einen Termin bei einem.

  59. 16:42
    Ronald M. Arndt

    Sieht ziemlich cool aus.

  60. 16:44
    Nina Dietze

    Ja, aber das ist halt auch super praktisch, weil man hat keine Fugen, das Wasser läuft unten ab. Das ist wirklich super robust.

  61. 16:49
    Ronald M. Arndt

    Bestand alt und wirklich modern irgendwohin.

  62. 16:52
    Nina Dietze

    Ja, und die Beschichtung, die wurde auch verwendet für das Nilpferdbecken von irgendeinem Zoo. Und gut, dann wird das ausreichend sein für unsere Gäste, die da duschen. Und dann, ja, und somit war das natürlich noch mal ein ganz tolles, noch mal ein ganz tolles Motiv in der Reederin, also diese Container, weil maritim kann ja auch einfach Strandkorb, irgendwie so was sein. Aber wir wollten ja ganz klar auf diese Container Schifffahrt. Also wir wollten ja so ein bisschen das Robuster irgendwie. Ja, das war noch mal ein super schönes Detail. Das stimmt.

  63. 17:27
    Ronald M. Arndt

    Ja, und die Zimmer und Suiten, die tragen am Ende auch weibliche Namen. Und das sind welche?

  64. 17:35
    Nina Dietze

    Das stimmt. Es gibt aber auch nur weibliche Schiffsnamen tatsächlich. Also meiner Meinung nach.

  65. 17:41
    Ronald M. Arndt

    Also wissen Sie besser als ich.

  66. 17:43
    Nina Dietze

    Also ich habe auf jeden Fall, ich habe die Chronik gelesen von der Reederei und da wurden diese ganzen Mädchennamen, Schiffsnamen erwähnt, die damals bei der Gründung, also die am Anfang dann für die Reederei gefahren sind. Und das war nicht so leicht.

  67. 17:54
    Ronald M. Arndt

    Ich habe ja gesagt, ich war für einen Hotel-Podcast noch nie so weit im Norden.

  68. 17:57
    Nina Dietze

    Aber ich weiß nicht, vielleicht irre ich mich auch. Ich habe auf jeden Fall keine Männernamen rausgestrichen. Also ich war sehr dankbar, dass ich dann diese 7 schönen Mädchennamen gefunden habe. Und das waren Dorothea, Helene, Katharine, Ursula. Bei Ursula muss ich mal aufpassen, dass ich nicht Uschi sage, weil wir sagen immer Uschi. Uschi ist abgereist. Und Hilde und Paula und Anni. Genau, die waren es.

  69. 18:23
    Ronald M. Arndt

    Und das sind dann Schiffe auch von der früheren Reederei eben gewesen? Ja, von der Reederei.

  70. 18:28
    Nina Dietze

    Paula und Anni waren diese Schiffe.

  71. 18:30
    Ronald M. Arndt

    Ich glaube, die Uschi ist irgendwann mal kollidiert.

  72. 18:33
    Nina Dietze

    Ja, genau, richtig. Deswegen heißt die Ursula auch Ursula, weil die ja 2 Schlafzimmer hat. Deswegen. Und Ursula gab es auch zweimal. Also man versucht da irgendwie so einen Bezug zu suchen. Und das, genau, die Ursula, die gab es zweimal. Die ist einmal kollidiert.

  73. 18:49
    Ronald M. Arndt

    Was hat Lübeck so gesagt, als hier dann ein Hotel dieser Güte aufgemacht hat?

  74. 18:57
    Nina Dietze

    Ja, das ist eine gute Frage. Also da, also man hat nicht das Gefühl, dass man, dass das, dass das sofort alle davon Kenntnis nehmen.

  75. 19:06
    Ronald M. Arndt

    Also das denke ich mir.

  76. 19:08
    Nina Dietze

    Und ich war jetzt vorm, also ist ja auch, ich habe gesagt, hier drin ist gemütlich, aber auch draußen so ist Ja, ja, und also wirklich, vor einem halben Jahr war ich in der—

  77. 19:18
    Ronald M. Arndt

    glaub nicht, dass da gleich die Leute am Fenster stehen.

  78. 19:21
    Nina Dietze

    Das stimmt. Also, und vor allem, die kommen, die Lübecker kommen zum Teil immer noch rein, total vorwurfsvoll. Ja, warum wussten wir denn davon nichts? Ja, ich weiß auch nicht, weil man dann da auch irgendwie zu geizig ist, irgendwie 2.000 € für eine Anzeige zu schalten, nur um in den Lübecker Nachrichten dann die frohe Botschaft zu vermitteln, Wir haben ein Hotel in Lübeck aufgemacht. Also weil da bin ich dann auch schnell so ein bisschen bockig, weil ich denke so, das ist doch Aufgabe der Stadt, dass die einfach irgendwo mal sagen.

  79. 19:48
    Ronald M. Arndt

    Deswegen frage ich ein bisschen.

  80. 19:50
    Nina Dietze

    Also ich war da sehr, sehr enttäuscht. Nein, so schlimm war es nicht, aber ich weiß, vor einem halben Jahr war ich—

  81. 19:54
    Ronald M. Arndt

    Wahrscheinlich hat die IHK einen Artikel spendiert. Ja, oder auch nicht.

  82. 19:58
    Nina Dietze

    Weiß ich gerade. Ja, aber das liest ja keiner. Also das ist jetzt bloß Problem. Aber vor einem halben Jahr war ich in der Zeitung, in der Lübecker Nachrichten. Und die hatten so eine Serie, So wohnen die Lübecker, und dann wurden da halt so ein paar Wohnmodelle vorgeschlagen und die kamen hierher. Und dann habe ich auch gesagt, also, aber die wollten natürlich, die wollten nur privat, also die wollten halt nicht Hotel, weil das wäre sofort Werbung. Und dann habe ich aber gesagt, ja, also wenn die dann kommen zu dem Termin, die müssten auf jeden Fall durchs Hotel kommen, weil ich arbeite. Und somit waren die ja schon mal im Hotel und dann war das ja auch klar, dass, weil das ist ja so das Ganze. Also, man geht durchs Hotel und dann geht man an der Waschmaschine vorbei, durchs zweite Fluchttreppenhaus und dann steht man bei uns im Wohnzimmer. Und das ist einfach eine ganz andere Perspektive, weil wir gehen große alte Fähre, gehen wir ins Hotel und stehen auf einmal da hinten bei der Ernestine-Schule auf dem Schulhof. Also, es ist wirklich, wirklich auch für Lübecker ganz skurril, also diesen Gang durchs Hotel bis zu unserem Wohnzimmer. Und dann steht man da und kann das gar nicht glauben, dass jetzt hier auch noch mal so ein Wohnhaus irgendwie ist. Na ja, auf jeden Fall hatten wir da glücklicherweise diesen Artikel. Somit halt kostenfrei die Werbung. Also nach dreieinhalb Jahren habe ich es geschafft. Und dann, das war halt schön, weil somit haben dann auch Lübecker, die sind hier vorbeigekommen und waren dann sehr interessiert. Aber da dachte ich auch noch mal, witzig, dass in so einer kleinen Stadt wie Lübeck, dass da einfach viele auch gar nicht Kenntnis davon nehmen, dass ein neues Hotel aufgemacht hat. Ich weiß nicht, also wenn ich jetzt nicht aus der Branche käme, glaube ich, hätte ich da würde ich das auch nicht sehen, vermutlich.

  83. 21:35
    Ronald M. Arndt

    Ja, am Ende kann man natürlich Menschen begeistern, die dann hier sehen, dass man hier ein altehrwürdiges Haus einfach in die Zukunft führt. Das ist ja schon mal, schon mal, schon mal Reiz genug.

  84. 21:46
    Nina Dietze

    Die Nachbarn finden es gut, das freut mich natürlich auch, weil man will ja auch irgendwie nicht stören. Und die finden es aber richtig gut.

  85. 21:52
    Ronald M. Arndt

    Am Ende ist ja hier nicht nur ein Hotel entstanden, sondern auch sie haben sich natürlich als Mensch irgendwo in eine ganz andere Richtung vielleicht weiterentwickelt, aus der Gastro kommend, Hotellerie, und dann auf einmal Unternehmerin.

  86. 22:06
    Nina Dietze

    Ja, das stimmt.

  87. 22:08
    Ronald M. Arndt

    Also war das schon mal irgendwie, hat sich das abgezeichnet, oder ist noch mal eine ganz andere Geschichte?

  88. 22:17
    Nina Dietze

    Ja, das ist wirklich ganz spannend. Also ich habe immer gerne in der Branche gearbeitet, Und ich war, was ich allerdings sagen muss, ich war ja nie angestellt mit Kindern. Und das war immer eine Sache, die ich mir unheimlich, also gerade wenn die Kinder noch klein waren, als die Kinder noch klein waren, fand ich das eine ganz, ganz schwierige Vorstellung, weil man ja wirklich, man muss irgendwo pünktlich sein und man hat da ja ganz andere Verpflichtungen, als wenn man als Selbstständige sich einfach die Zeit anders einteilen kann. Das ist natürlich auch, also hat natürlich auch so seine Nachteile, weil ich muss einfach immer hier sein. Also, und wenn die Kinder krank sind, dann liegen die auf dem Sofa und also die sind ja jetzt Gott sei Dank auch immer da, wo dann auch gerne die ganze Zeit dann der Fernseher laufen kann. Aber das ist, man wird da glaube ich ein bisschen kreativer einfach, wenn man selber einfach ein Unternehmen hat, weil sich krank melden geht halt im Zweifel nicht so gut und Ich weiß nicht, ich weiß nicht, was ich sonst gemacht hätte, weil gerade in der Branche Hotellerie, Gastronomie, das ist natürlich mit den Arbeitszeiten und mit Kindern, die Kinderbetreuung in Lübeck ist wirklich auch, ich glaube, der längste Kitaplatz geht bis 16 Uhr, und da hatte mein Mann ja noch in Rostock gearbeitet. Das wäre für mich wirklich ein ganz, ganz kleines Zeitfenster gewesen, dass ich irgendwo hätte arbeiten können. Purer Stress einfach. Und dann, ich meine, für Veranstaltungen geht es halt eh nicht. Also richtig so, so richtig Gastronomie hatte ich da jetzt auch nicht unbedingt den Wunsch. Also wobei ich das nach wie vor, ich liebe das hier auch morgens den Frühstücksdienst zu machen. Aber ich weiß nicht, wo, was ich gemacht hätte. Also aber bei mir ist es aber, das ist auch so ein bisschen mein Naturell. Das hat sich immer irgendwie so ergeben, dass ich dann irgendwie auf einmal morgens aufgewacht bin und dann das Gefühl hatte, das ist jetzt so, da geht es jetzt hin. Und das ist meistens, war das auch immer die richtige Entscheidung. Aber es war mein Leben, war jetzt Ich bin halt auch einfach nicht so richtig durchgetaktet. Aber das ist auch gut, weil ich muss hier unheimlich flexibel bleiben. Und deswegen bin ich da einfach, weiß ich nicht. Es gab für mich keinen, keinen klaren Weg, der dann irgendwie unterbrochen wurde mit diesem Projekt.

  89. 24:32
    Ronald M. Arndt

    Ist aber interessant zu hören. Also Selbstständigkeit als Lösung, sage ich mal, um Beruf und Familie am Ende auch zu verbinden. Ja, das kam schon mal in Podcast, liegt schon 2 Jahre zurück, in Zürich vor, war es auch so, hat auch alles sehr erfolgreich dann seinen Lauf genommen. Ja, aber es ist natürlich eine Möglichkeit, ne?

  90. 24:59
    Nina Dietze

    Auf jeden Fall, auf jeden Fall.

  91. 25:02
    Ronald M. Arndt

    Was muss ja nicht immer das eigene Hotel sein, aber auf jeden Fall neue Sachen, Marketing etc.

  92. 25:06
    Nina Dietze

    Ja, so, also immer, also einmal im Jahr, also gerade so, wenn dann so die, der Sommer so sich dem Ende neigt und man so ein bisschen so die Reserven schon ankratzt, da finde ich es manchmal immer ein bisschen schade, dass ich keine festen Arbeitszeiten habe. Also ich habe eine Freundin, die ist Goldschmiedin, und da denke ich mir so, ach, wie schön, die macht abends einfach den Laden zu und fährt nach Hause. Und das ist, und das, das habe ich nicht, was, was mich so weiß nicht, ein paar Tage im Jahr wirklich sehr stört. Aber trotzdem, also man sieht ja so, dass das große Ganze und nur so funktioniert. Und demnach habe ich dann aber auch so tagsüber ganz oft irgendwelche Freizeiten, wo ich dann sage, super, ich habe jetzt 3 Stunden Zeit. Die Kinder sind halt jetzt logischerweise in der Schule, meine Kollegin ist da und dann, ich rufe jetzt bei der Thai-Massage an, ob die Zeit hat. Und also so richtig planen kann ich das immer nicht. Aber das ist ja ganz oft so, dass irgendjemand absagt und dann habe ich halt so Freiräume, die ich ja gar nicht hätte, wenn ich jetzt irgendwo ein Geschäft hätte, wo ich jetzt von 9 bis 17 Uhr irgendwie auf jeden Fall sein muss. Und das ist, also man muss da wie gesagt schon flexibel sein, aber wenn man das ist, ist das schon eine schöne Sache.

  93. 26:22
    Ronald M. Arndt

    Aber Self-Check-ins und andere digitale Lösungen sind natürlich bei Ihnen jetzt hier keine Antwort, denn da geht es ja am Ende einfach um die Nähe zur Gastgeberin.

  94. 26:31
    Nina Dietze

    Absolut. Also wir haben jetzt, ich weiß nicht, ob Sie es gesehen haben, wir haben jetzt schon mal einen Schlüsselkasten unten hängen, der hängt aber schon seit 3 Monaten. Und weil es ist, also wir haben, wir machen tatsächlich jeden Check-in, auch wenn er um 23 Uhr kommt. Das ist, auch da bin ich flexibel. Aber das ist natürlich jetzt nicht immer eine Lösung. Also weil wenn ich dann mal nicht da bin, kann ich natürlich nicht von meiner Kollegin verlangen, dass sie dann irgendwie bis entweder bis 23 Uhr hier ist oder dann noch mal für 3, bis 3, also um 23 Uhr herkommt, um dann diesen Check-in zu machen, der dann vielleicht auch erst um 24 unterhalts. Und somit haben wir halt irgendwie eine Notlösung und sind da jetzt gerade noch so ein bisschen am Überlegen, wie das funktionieren kann, ohne dass der Charme verloren geht. Sie sind ja heute erst angereist, also morgen erleben Sie das Frühstück. Also unsere Hoffnung ist so ein bisschen, spätestens beim Frühstück haben wir Sie sowieso eingefangen. Aber man möchte natürlich, dass Sie trotzdem ein warmes Willkommen hier haben. Und ja, Auf jeden Fall wollen wir es ausprobieren.

  95. 27:39
    Ronald M. Arndt

    Sicherheitsaspekt ist natürlich auch da. Das heißt, man könnte so was natürlich im Schlüsselkasten bei wiederkehrenden Gästen machen, die man kennt. Ja, aber ansonsten ist es ja auch nicht so gewünscht, kann ich mir vorstellen.

  96. 27:52
    Nina Dietze

    Und auch nicht die ganze Zeit.

  97. 27:53
    Ronald M. Arndt

    Das wäre wirklich nur ab einer gewissen Uhrzeit, um es einfach nicht zu spät werden zu lassen.

  98. 27:59
    Nina Dietze

    Ja, weil viele Gäste haben ja auch ein schlechtes Gewissen, wenn sie merken, dass wir extra jetzt für die gewartet haben. Das möchten die ja gar nicht. Aber wenn man halt dann nicht die Möglichkeit hat, da irgendwie die angemessen ohne einen persönlichen Check-in hier mit Parken und dann auf den Zimmern gibt es ja doch das eine oder andere zu erzählen. Und das ist, das muss natürlich irgendwie gut geplant sein. Und da, das wollen wir jetzt, wo es jetzt ruhiger wird, wollen wir das so ein bisschen angehen und dann mal gucken, ob das, ob das eine Lösung ist, dass man sagt, alle, die nach 17 Uhr kommen, sind wir nicht da. Aber trotzdem zu sagen, lassen Sie uns wissen, wenn Sie sich damit nicht wohlfühlen, dann vereinbaren wir einen Termin. Aber das ist der, wie sage ich das, also der Trend geht ja dazu, dass viele Menschen sich nicht so verbindlich mehr äußern möchten. Und das ist dann eher dieses, ja, ich gebe vorsichtshalber mal an, wir kommen um 13 Uhr, damit das Zimmer auf jeden Fall schon mal fertig ist. Aber wenn das Wetter schön ist, kommen wir auch erst um 20 Uhr. Kann ich total verstehen, funktioniert hier aber nicht. Also, weil wenn dann die Gäste kommen, und das ist, wir sind ja wirklich, also wir lieben das, was wir tun, aber man muss halt dazu sagen, wir sitzen hier und warten auf die Gäste, die sagen, sie kommen um 13 Uhr. Das heißt, ab da verlassen wir nicht das Haus, weil es kann ja sein, dass in dem Moment genau dann der Gast kommt. Das heißt, wir sitzen hier und dann kommt der Gast um 20 Uhr. Das Wetter war so schön, wir waren noch in Timmendorf am Strand. Ja, das Wetter war wirklich sehr schön, aber ich saß halt hier drin. Und das ist was, was so die ersten 2 Jahre total gut geht. Und dann irgendwann so diese Anfangseuphorie der Selbstständigkeit, was ja, die setzt ja unheimlich vieles frei, das wird dann irgendwann weniger. Man denkt so, ja, okay, und jetzt kommen wir mal wieder zum eigenen Leben. So, was kann ich optimieren? Und das ist halt eine Sache, dass dieses Warten und Warten auf etwas, wo man weiß, das passiert auf jeden Fall, ist total gut zu planen. Aber dieses, dieses Warten, ja gut, er wollte um 13 Uhr kommen, jetzt haben wir 17:30 Uhr, und das ist eigentlich das Schlimmste, weil dann weiß man ja gar nicht, kommt er, also kommt er um 9, kommt er um 10, wenn man dann auch da keinen erreicht. Und weil das ist ja, wir gehen dann ja nicht, also wir gehen ja nicht einfach und lassen ihn seinem Schicksal Ja, ich ja. Und deswegen, das bleibt spannend, wie das weitergeht. Aber wir sind da guter Dinge. Also spätestens morgen beim Frühstück.

  99. 30:29
    Ronald M. Arndt

    Wenn dann jemand den Weg gefunden hat nach Lübeck. Ja, was steht dann am ersten Tag an? Am zweiten Tag?

  100. 30:35
    Nina Dietze

    Es kommt so ein bisschen auf die Jahreszeit an. Am besten. Also Lübeck ist ein, ist sehr schön, weil es, man hat total schnell einen Überblick. Also diese Altstadtinsel, wenn man einmal rumgeht, sind es ungefähr 6 Kilometer. Das heißt, alles, was man darauf sehen möchte, ist hervorragend fußläufig erreichbar.

  101. 30:51
    Ronald M. Arndt

    Und also man kann wirklich 6 Kilometer runtergehen.

  102. 30:54
    Nina Dietze

    Ja, genau. Und ist auch ein schöner Weg, kommt man auch am Holstentor am Ende vorbei. Und dann ist die Altstadt, ist unheimlich schön. Also, und das auch wirklich irgendwie jetzt im Herbst unheimlich schön, wenn man dadurch die Gassen läuft, und dann fängt das schon so an, so nach Brennholz zu riechen. Und das ist eine unheimlich schöne Jahreszeit. Ja, weil viele noch mit einem Ofen heizen. Und das ist auch im Winter total schön, wenn es dann so früh dunkel ist. Dann gehe ich auch abends, also gehen wir auch oft abends noch mal so durch die Stadt, durch die Straßen, weil das einfach so eine nette Atmosphäre ist. Und das ist was, was auch die Gäste, also die gehen unheimlich viel zu Fuß, also um einfach um die Stadt zu erkunden. Und dann gibt es da einfach auch viel zu sehen. Ich meine, Lübeck hat 5 Kirchen auf kleinstem Raum verteilt und dann das Holstentor. Und dann ist es ja umgeben von Wasser und man hat sehr viel zu sehen. Und die Hücksstraße und die Fleischauer Straße sind so zwei Gassen mit kleinen Läden und kleinen Cafés und Restaurants. Also da kann man auch hervorragend ein bisschen Zeit einplanen. Und dann im Sommer gehört natürlich dazu, dass man auch mal an die See fährt. Jetzt bei dem Wetter ist das natürlich auch superschön, aber das ist so ein bisschen die Frage, wie lange bleibt man und was hat man für Interessen?

  103. 32:12
    Ronald M. Arndt

    Und wie weit war die Anreise? Gerade bei uns ist jetzt Ja, sehr charmant auf jeden Fall auch noch mal.

  104. 32:17
    Nina Dietze

    Ja, auf jeden Fall, vor allem bei dem Wetter. Und dann fährt direkt bei uns, also wenn man die Straße runtergeht, fährt eine Fähre nach Travemünde. Das ist halt auch eine total schöne, total schöne Strecke. Und dann kann man da einen Tag verbringen und dann mit dem Bus wieder zurückfahren. Und das ist wirklich, also Lübeck hat sehr viel zu bieten. Und ja, aber in erster Linie so die Stadt entdecken und dann ans Meer fahren, das sind glaube ich so die Punkte, die man auf jeden Fall machen sollte.

  105. 32:42
    Ronald M. Arndt

    Was ein schönes Paket, muss ich sagen. Die Reederin, Lübeck und die weite See. Ja, ich bedanke mich von Herzen.

  106. 32:53
    Nina Dietze

    Sehr gerne, ich danke auch.

  107. 32:55
    Ronald M. Arndt

    Ich freue mich auf den Aufenthalt. Ich freue mich auf den abendlichen Spaziergang nachher in ein Restaurant, das auch Sie uns schon empfohlen haben.

  108. 33:03
    Nina Dietze

    Welches ist es geworden? Schiff— Schiffergesellschaft.

  109. 33:06
    Ronald M. Arndt

    Schiffergesellschaft.

  110. 33:07
    Nina Dietze

    Sehr gut, da haben die Kinder was zu gucken.

  111. 33:09
    Ronald M. Arndt

    Alles klar, gut. Ich berichte dann morgen früh.

  112. 33:12
    Nina Dietze

    Sehr gut.

  113. 33:12
    Ronald M. Arndt

    Frau Dietze, ganz lieben Dank und Ihnen hier für dieses wirklich wunderbare Projekt, für die Familie alles, alles Gute.

  114. 33:20
    Nina Dietze

    Vielen Dank. Vielen Dank.

  115. 33:21
    Ronald M. Arndt

    Gerne.