Suche
Germany · Episode #13 · 15.03.2022 · 8 Min

Ein Bargespräch über den Dächern Berns

Eleonore PeracchiaBest Western Plus Hotel Bern
Episode hören8 Min Läuft weiter, während du auf der Seite stöberst

Aufgenommen: Best Western Plus Hotel Bern, Bern

Standbild aus der Episode mit Eleonore Peracchia Germany8 Min

Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.

„Wir warten noch ab, vielleicht kommt ja dann alles wieder wie vor Corona. Aber das wird es nicht sein.“

Eleonore Peracchia, 03:04

Daniel Plancic von der SHS Academy spricht in der Attika Bar des Best Western Plus Hotel Bern mit Eleonore Peracchia, der Verkaufsverantwortlichen des Hauses. Sie erzählt, wie das Hotel nach zwei Jahren Renovierung und weggebrochenen Businessgästen auf das Leisure-Segment umgestellt hat und warum Beratung an der Rezeption jetzt 15 bis 20 Minuten statt maximal 5 dauert. Dazu sagt sie, was sich bei Arbeitszeiten und Digitalisierung ändern muss, damit die Branche für junge Leute attraktiv bleibt.

Die Audiodatei kommt beim Abspielen von Spotify for Creators. Vorher wird nichts geladen.

Kernaussagen

  1. Leisure statt Business: Bern ist businessgästeorientiert, die amerikanischen und asiatischen Gäste waren während Corona gar nicht mehr da. Das Hotel hat sich auf das Leisure-Segment umorientiert, der Freizeitgast braucht an der Rezeption jetzt 15 bis 20 Minuten statt maximal 5.
  2. Flexibilität als A und O: Mit Scheuklappen kann man in Hotellerie und Gastronomie nicht arbeiten und keine Gäste anziehen. Für Eleonore ist Flexibilität die wichtigste Lehre aus der Krise.
  3. Branche ist verstaubt: Bei Modernisierung und Digitalisierung wartet besonders die Schweiz ab und hofft, dass alles wieder wie vor Corona kommt. Zoom- und Teams-Calls werden bleiben, die Betriebe sparen die Reisekosten der Gäste.
  4. 11 Stunden, 3 Tage frei: Die 4-Tage-Woche mit 11-Stunden-Tagen hat sie im Küchenpraktikum selbst erlebt und sie hat den Lernenden wie ihr gefallen. Dazu kommen die Zimmerstunde abschaffen und Lernenden mehr Verantwortung geben.
  5. Weg über den Service: Beim Schnuppern standen Optikerin, Kauffrau und Service zur Wahl, die ersten zwei waren ihr zu langweilig. Nach der dreijährigen Lehre im Hotel Bern folgten die Hotelfachschule Thun und eine Sommelier-Ausbildung.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Eine Premiere im Hotel-Podcast! Mal nicht Ronald M. Arndt, sondern Daniel Plancic von der SHS Academy spricht mit unserem Gast Eleonore Peracchia im und über das Best Western Plus Hotel Bern, welches nach fast zwei Jahren Renovierung wieder geöffnet hat.

Was aber ist in den beiden Jahren während Corona passiert und welche Learnings zieht Eleonore hieraus? Und was muss sich ihrer Meinung nach in Zukunft in der Hotellerie ändern, um als Branche wieder an Attraktivität für junge Menschen zu gewinnen? Antworten hierauf gibt uns Eleonore locker und lässig am Tresen der Attika Bar im obersten Stockwerk des Hotels.

Vielen Dank Eleonore und von Herzen alles Gute für deine weitere Zukunft!

**Appetit auf mehr?** Dann klicke auf "Abonnieren" oder "Folgen" und lasse Dich in Zukunft persönlich von Ronald M. Arndt über Neuigkeiten informieren. Einfach [hier](https://www.hotel-podcast.com/newsletter) anmelden.

Keine Episode verpassen

Folge HOTEL-PODCAST dort, wo du sowieso hörst. Neue Episoden aus sechs Ländern kommen dann ganz von selbst. Oder tritt unserer WhatsApp-Community bei, um über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden zu bleiben.

Weitere Episoden

Alle Episoden

Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen8 Min · Ronald M. Arndt und Eleonore Peracchia

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:07
    Daniel Plancic

    Ja, Eli Peracchia, wir sind da mit dem Hotel-Podcast und müssen mal Hochdeutsch sprechen, das ich ja gar nicht so gut kann. Wie sieht's bei dir aus mit Hochdeutsch?

  2. 00:16
    Eleonore Peracchia

    Auch eher weniger gut, also ich spreche glaube ich ziemlich mit starkem Akzent Schriftsprache.

  3. 00:23
    Daniel Plancic

    Gut, aber wir werden uns da dennoch durchkämpfen. Wir sind bei dir im Hotel Bern. Hier mit dem Hotel-Podcast zu Gast. Sag uns doch schnell ein bisschen was über das Haus.

  4. 00:33
    Eleonore Peracchia

    Ja, und zwar, das Hotel Bern ist ein Best Western Plus Hotel Bern, Standort in Bern in der Stadt, mitten in der Stadt sozusagen, also eigentlich sehr zentral. Vom Bahnhof hat man circa 3 Minuten Fußweg und es ist auch sehr gut mit dem Auto erreichbar. Das Hotel Bern wurde erst gerade vor 2 Jahren komplett renoviert. Wir hatten 2 Jahre praktisch geschlossen, nur die Hotelzimmer und das Restaurant geöffnet. Der komplette Eventbereich war wie zu und haben jetzt eigentlich sozusagen 116 top und neu renovierte Hotelzimmer, eine coole Attica Bar, welche auf 566 Meter über Meer liegt. Ja, das ist so das Hotel Bern.

  5. 01:18
    Daniel Plancic

    Okay, cool. Ja, wir haben uns entschlossen, dich zu besuchen, weil du bist die Verkaufsverantwortliche vom Hotel und Und natürlich interessiert uns ein bisschen die Frage, was sind so deine Learnings? Wir stehen kurz davor, der Bundesrat möchte, wird höchstwahrscheinlich die Maßnahmen kippen, die Corona-Maßnahmen kippen. Was sind deine Learnings aus dieser Krise in Sachen Verkauf? Was hast du daraus gelernt?

  6. 01:50
    Eleonore Peracchia

    Was ich daraus gelernt habe oder was allgemein das Hotel Bern bestimmt daraus gelernt hat, ist, dass man flexibel sein muss. Also man kann nicht mit Joyclub vor allem nicht in der Hotellerie, Gastronomie arbeiten wollen oder überhaupt auch Gäste anziehen wollen. Man muss wissen, wir sind hier in der Stadt Bern eher businessgästeorientiert, welche wir natürlich jetzt aufgrund von Corona verloren haben oder teilweise verloren haben. Also die amerikanischen oder asiatischen Gäste waren gar nicht mehr hier und wir mussten uns sozusagen eigentlich auf das Leisure-Segment umorientieren, was für uns als Hotel am Anfang ziemlich ein grosser Aufwand war, weil der Gast hatte am Anfang an der Rezeption maximal 5 Minuten Zeitaufwand. Im Moment brauchen sie 15 bis 20 Minuten, weil halt auch der Leisure-Gast, also der Freizeitgast, der will wissen, was kann man im Berg machen, was habe ich hier im Hotel für Benefits, was gibt es Cooles auf unserer Attica-Bar zu trinken. Und daher würde ich sagen, die Flexibilität ist das A und O in der Hotellerie-Gastronomie.

  7. 02:53
    Daniel Plancic

    Okay, schön gesagt. Du hast auch das Wort Scheuklappen benutzt, auch schon im Vorgespräch. Kannst du etwas dazu sagen, zu diesen Scheuklappen in der Hotellerie?

  8. 03:04
    Eleonore Peracchia

    Und zwar nicht irgendwie urteilend, aber ich würde sagen, dass die Hotellerie, Gastronomie ein wenig verstaubt ist im Moment, was die Modernisierung, die Digitalisierung angeht. Auf der ganzen Welt ist Vor allem gerade die Schweiz ist eher so ein Ort, wo man sich noch auf der Basis bewegt, wo man sagt, hey, hier fühle ich mich wohl, wir gehen noch nicht weiter, wir warten noch ab, vielleicht kommt ja dann alles wieder wie vor Corona. Aber das wird es nicht sein. Zum Beispiel das Ganze, die ganzen Zoom- oder Teams-Calls, die werden bleiben. Die Jugend von heute, die hat eine Work-Life-Balance, die wollen sich sozusagen selbst verwirklichen wollen, die Freizeit genießen und haben das jetzt während Corona gemerkt, man kann im Homeoffice arbeiten, man kann Mitarbeiter von Amerika zuschalten ohne Probleme, ohne irgendwelche Einbußen machen zu müssen. Unter anderem spart der Betrieb noch durch das die Kosten, also die Reisekosten der Gäste, und das wird bleiben. Also, und da hat es oftmals jetzt noch gerade im Moment vielleicht Liegt es auch an der älteren Generation, die das noch nicht ganz einsehen mit der Digitalisierung? Aber da wurde momentan noch nicht gross etwas dafür gemacht, jetzt vor allem auch gerade in der Gastronomie, Hotellerie.

  9. 04:27
    Daniel Plancic

    Du sprichst die Generation an. Ich möchte doch noch schnell beim Generationenthema bleiben. Wie siehst du das? Was müsste sich verändern, damit die Hotellerie wieder attraktiver wird für jüngere Mitarbeitende?

  10. 04:45
    Eleonore Peracchia

    Also da habe ich erst gerade wieder einen guten Artikel darüber gelesen, unter anderem eben auch sonst mit Gesprächen mit Gleichaltrigen oder auch eben älteren Personen, die in der Gastronomie sind. Und zwar ist es zum Beispiel auch schon nur die Arbeitszeiten, die 4-Tageswoche, das ist super. Man arbeitet 11 Stunden, die 4 Tage die Woche, hat dann 3 Tage frei. Das ist eine coole Work-Life-Balance, finde ich. Ich selber hatte das persönlich, also ich habe Ich hatte das in meinem Küchenpraktikum und das war super. Und das hat den Lernenden sowie mir als Praktikantin auch sehr gefallen, weil man kann sich die 3 Tage so gut einteilen und die 11-Stunden-Tage gehen so schnell vorbei. Ob ich jetzt 8, 9 Stunden arbeite oder 2 Stunden noch dranhänge, spielt keine Rolle. Also zum Beispiel so etwas finde ich echt gut. Oder auch die Zimmerstunde abschaffen. Dadurch kann man die Gastronomie bestimmt auch sehr, sehr viel attraktiver machen. Und vermehrt auch den Lernenden jetzt in diesem Beispiel einfach auch mehr Verantwortung geben, weil die Generation Z wahrscheinlich sind wir jetzt gerade, wo so die Lehre beginnt. Die wollen sich selbst verwirklichen, die wollen anpacken, die wollen etwas machen, und die sind nicht mehr so festgefahren, wie wahrscheinlich ich das damals noch war. So, hey, ich muss meine Lehre einfach beenden, komme was wolle, ich muss die Lehre beenden, dann kann ich schauen, was ich mache. Die heutige Generation ist dadurch schon weniger anders eingestellt.

  11. 06:14
    Daniel Plancic

    Okay, das sehe ich. Ein schönes Wrap-up. 4 Tage Woche haben wir ja auch verschiedene Experimente, die besonders die 25-Hour-Hotels in Zürich haben da, glaube ich, erfolgreiche Versuche gemacht. Du hast von deinen eigenen Lehren gesprochen, Elli. Das ist etwas, was uns Gastgeber Ronald Arndt vom Hotel-Podcast immer interessiert. Wie war dein Werdegang? Wie bist du in die Hotellerie gekommen? Kannst du das kurz schildern?

  12. 06:44
    Eleonore Peracchia

    Also, wie ich in die Hotellerie gekommen bin, ist eigentlich gar nicht so spannend. Ich hatte damals zum Schnuppern 3 Optionen: Optikerin, Kauffrau oder Service, also Restaurationsfachfrau. Die beiden ersteren waren mir zu langweilig. Und das Dritte, im Service zu arbeiten, das fand ich mega spannend und interessant. Und ich war ein Mensch, oder eigentlich ein Kind in der Schule, das immer geschwatzt hat. Also kleiner Störenfried. Und das kam so, habe ich mich damals dann für das entschieden, für die Restaurationsfachfraulehre, die dreijährige. Und hatte dann eigentlich auch schon das Ziel, während der Lehre eine Hotelfachschule abzuschließen. Und dann eigentlich noch das NDS und den MBA. Das wurde aber dann ein bisschen ausgebremst. Habe dann aber nach der Lehre direkt eigentlich die Hotelfachschule Thun abgeschlossen. Und daraufhin kam ich nach Bern zum Daniel Siegenthaler ins Hotel Bern, wo ich auch schon damals meine Lehre bei ihm gemacht hatte. Und zusätzlich habe ich noch eine Sommelier-Ausbildung hinter mir. Und jetzt schaue ich gerade noch so ein bisschen weiter.

  13. 07:52
    Daniel Plancic

    Wie es dann weitergeht.

  14. 07:53
    Eleonore Peracchia

    Genau.

  15. 07:54
    Daniel Plancic

    Ja, cool. Vielen lieben Dank für deine Ausführungen, Elli. Und einfach für jede Folge in dieser Karriere.

  16. 07:59
    Eleonore Peracchia

    Dankeschön.