Suche
Germany · Episode #169 · 28.07.2026 · 48 Min

Julian Bauer, Alpami Hospitality

Julian BauerAlpami Hospitality
Episode hören48 Min Läuft weiter, während du auf der Seite stöberst

Aufgenommen: ALPAMI Boutique Hotel, München

Standbild aus der Episode mit Julian Bauer Germany48 Min

Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.

„Wenn wir dann sagen, es funktioniert, dann befassen wir uns auf emotionaler Ebene damit.“

Julian Bauer, 19:38

Julian Bauer hat Alpami Hospitality mit Bene und Max gegründet, Bene hat er bei Limehome kennengelernt, Max kam über Charly und Bob W. dazu. Im Gespräch mit Ronald M. Arndt im Alpami im Münchner Glockenbachviertel erklärt er, wie aus Chalets am Mendelpass, White-Label-Mandaten und 16 Zimmern in einer alten Post eine eigene Marke wird. Dazu Tiny Houses als Hotelzimmer vom Fließband und die Frage, warum bei den drei Gründern die Kalkulation vor der Emotion kommt.

Die Audiodatei kommt beim Abspielen von Spotify for Creators. Vorher wird nichts geladen.

Kernaussagen

  1. Zahlen vor Emotion: Max und Julian rechnen Projekte wöchentlich über Marktdaten in Excel durch. Erst wenn die Kalkulation trägt, befassen sie sich mit dem Projekt auf emotionaler Ebene, und von einigem haben sie dadurch schon Abstand genommen.
  2. Beide Seiten verstehen: Aus Limehome, Charly und Bob W. bringen die Gründer die Perspektive der Immobilienseite und der Betreiberseite mit. Jede Kalkulation entsteht auch aus Immobiliensicht, weil die Renditeerwartungen beider Seiten zusammenpassen müssen.
  3. Bar läuft separat: Die Rooftop-Bar heißt F32 nach der Fraunhoferstraße 32 und ist bewusst vom Hotel entkoppelt. Bei 16 Zimmern sitzen im Best Case 30 Leute oben, deshalb soll das Klientel primär von außen kommen.
  4. Hotelzimmer vom Fließband: Die Tiny Häuser werden in Osteuropa produziert und hergefahren. Julian kennt den Preis inklusive Transport und Einrichtung auf den Euro und die Produktionsdauer, anders als bei einer Baustelle.
  5. Genehmigungen als Bremse: Die Tiny Häuser stehen auf Rädern, werden von den lokalen Behörden aber wie ein klassischer Bauantrag behandelt. Ob eine Genehmigung in vier Wochen oder eineinhalb Jahren kommt, ist nicht planbar.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

In dieser Episode des HOTEL-PODCAST GERMANY spricht Ronald M. Arndt mit Julian Bauer von ALPAMI Hospitality direkt im neuen ALPAMI Boutique Hotel im Glockenbachviertel in München.

Aus einer Idee rund um die „Alpenamigos“ entstand eine junge Hospitality Brand mit einer klaren Vision: besondere Orte zu schaffen, an denen Gäste nicht nur übernachten, sondern echte Erlebnisse sammeln.

Julian erzählt, wie alles mit Limehome begann, wie er dort gemeinsam mit seinen heutigen Mitgründern die ersten Erfahrungen in der Hospitality gesammelt hat und wie daraus eigene Projekte in Südtirol, München und weiteren Standorten entstanden sind.

Wir sprechen unter anderem über:

  • den Weg vom White Label Operator zur eigenen Marke
  • warum Zahlen vor Emotionen kommen müssen, wenn man neue Projekte bewertet
  • die Chancen durch das Nachfolgeproblem in der Hotellerie
  • Tiny Houses, Outdoor Hospitality und neue Produktformen
  • die Herausforderungen von Genehmigungen und Wachstum in Deutschland
  • warum Design, Gastgeberrolle und Community auch bei kleineren Häusern entscheidend sind

Das Münchner Haus zeigt dabei sehr schön, wie aus einem kleinen Team mit viel Erfahrung, Leidenschaft und unternehmerischem Denken ein skalierbares Hospitality-Konzept entstehen kann.

Keine Episode verpassen

Folge HOTEL-PODCAST dort, wo du sowieso hörst. Neue Episoden aus sechs Ländern kommen dann ganz von selbst. Oder tritt unserer WhatsApp-Community bei, um über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden zu bleiben.

Weitere Episoden

Alle Episoden

Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen48 Min · Ronald M. Arndt und Julian Bauer

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:00
    Ronald M. Arndt

    Julian, hi, vielen Dank, dass ich bei euch sein darf. Was war zuerst? Zuerst Alpami hier im Glockenbachviertel in München oder der Name?

  2. 00:10
    Julian Bauer

    Naja, am Ende des Tages hier war tatsächlich zuerst der Name, wobei der war so ein bisschen in the making. Also Alpami war so der Ursprung. Wir haben das Kind Alpami Hospitality getauft, hergeleitet von den Alpenamigos, weil wir zu dritt hier gestartet sind und ja, das Ganze im Alpenraum eben etabliert haben, wobei wir es etablieren werden. Ja, jetzt stehen wir noch ganz am Anfang und mit dem Haus haben wir uns das erste Mal so ein bisschen über das Branding Gedanken gemacht, weil wir davor viel im White Label gestartet sind und daraus ist dann eben das Alpami oder Alpami Glockenbach entstanden.

  3. 00:58
    Ronald M. Arndt

    Ja, aus dem einen wie auch mir erklären müssen, wie man es dann richtig ausspricht. Aber ich habe schon verstanden, Alpami. Ja, natürlich München, die Alpen sind in Sichtweite. Wir müssen nachher mal auf die Dachterrasse hoch und schauen, ob man da irgendwas von Alpen entdecken kann. Auf jeden Fall ein Blick auf die Kirche, die Notre Dame von München, hast du vorher schon gesagt. Exakt. Aber Alpen, Südtirol, auch da hast du Verbindungen. Und glaube ich, da hast du auch schon ein bisschen damals gestartet mit Chalets.

  4. 01:30
    Julian Bauer

    Genau, ja, das war so der Ursprung, sage ich mal, bzw. der Ursprung war 2020 Limehome damals. Dort habe ich auch den Bene, meinen Mitgründer, kennengelernt und habe da so die ersten Touchpoints in der Hospitality gehabt, habe selber dort den Bereich des Bauwesens aufgebaut, habe viele Bauprojekte begleitet. Weil wir dort ja verschiedenste Assetklassen hin zu Service Apartments umgebaut haben. Und Bene hatte parallel eben diese, den Operations-Bereich dort aufgebaut und ist ja dann raus und hat die Charlie Group gegründet und hat das dann auf ein paar Häuser hochgebracht und damals dann auch verkauft an Bob W. Bei Bob W. bzw. bei Charlie war auch Max dann noch mit dabei als Mitarbeiter, wurde mitverkauft an Bob W. Und genau, mit Max, Bene und mir sind wir so im Dreiergespann. Bei mir war es dann 2023 so der Start auf eigenen Füßen in Südtirol direkt mit einem ganz, ja, sag ich mal, unvorhergesehenen Projekt. Ja, da kam Simon auf mich zu, meinte, hey Jules, ich habe gesehen, was bei Limehome, hätte Bock, da irgendwie was zu machen, lass uns mal austauschen. Und dann waren wir direkt so ein bisschen wahnsinnig und haben in Regensburg uns auf eine Officefläche beworben für die Conversion, ja, eine ganz kleine Fläche, ja, wir hatten nicht mal eine Firma, ja, und dadurch wurden wir auch von dem Gebäudeinhaber, ja, das war die, ich glaube, irgendein Fonds, ja, wurden wir halt relativ schnell belächelt. Und in Südtirol, paar Wochen später war das dann eigentlich, kamen wir über einen Kontakt rein und ja, betreiben da jetzt ein paar Chalets, macht mega viel Spaß, schöne Ecke da unten, du kennst sie ja.

  5. 03:41
    Ronald M. Arndt

    Ich kenne sie jetzt auch immer besser mit dem Hotel-Podcast Südtirol, den wir gerade aufbauen, ja, definitiv.

  6. 03:46
    Julian Bauer

    Und ja, auch eine ADA-starke Ecke. Selbst da, wo die Location ist, die ist sozusagen Grundstücksgrenze oder durchs Grundstück läuft die Grenze Südtirol-Trentino. Wir sind offiziell Trentino. Das heißt, wir dürfen uns nicht listen auf Südtirol, Trentino und so weiter. Und das ist am Mendelpass. Das ist eine Passstraße, die da hochführt. Das sind so 40 Fahrminuten von Bozen, oberhalb von Kaltern, Kaltern an der Weinstraße. Und am Anfang wussten wir auch nicht so, funktioniert es wirklich? Klappt es? Oder teilweise auch gefragt, was machen wir hier? Weil dieser Mendelpass ist halt sehr saisonal. Im Winter ist da oben alles zu. Alles tot und wir haben einen 365-Tage-rund-um-die-Uhr-Betrieb da oben und tatsächlich nach den ersten 4, 5 Monaten, ja, wir sind so richtig in die Nebensaison gestartet, ja, wie man es halt nicht machen sollte und konnten es dann sehr schön etablieren. Ich meine, die ganzen OTAs helfen da natürlich sehr schnell Reichweite aufzubauen, so ein bisschen Influencer hochzubringen und Die Dinger laufen sehr schön mittlerweile. Ja, und das ist auch jetzt die Bridge zu Alpami dann. Durch den Betrieb aus Südtirol konnten wir hier bei Alpami so ein bisschen das Startinggeld mit reinnehmen und haben dann halt hier so dieses Projekt auch mit umsetzen können. Es ist schön zu sehen, wenn so aus was ganz Kleinem irgendwie dann doch so ein nächstes Projekt einfach ansteht.

  7. 05:42
    Ronald M. Arndt

    Ja, aber eine typische Gründerstory, was mich freut, einfach in der Hospitality natürlich. War das für dich immer schon klar, vielleicht schon in der Kindheit, dass du mal Unternehmer werden möchtest, oder hast du dir eine Josef's angeschaut bei Leimung und hast gedacht, das kann ich, kann ich auch?

  8. 06:00
    Julian Bauer

    Nee, ich glaube, das war tatsächlich am Ende des Tages, während dem Studium selber direkt halt ab Semester 3 angefangen, immer irgendwas nebenbei zu arbeiten. Aber schon auch erstmal so bei Drees und Sommer, so in der Konzernstruktur, und da relativ schnell festgestellt, werde ich nicht lange machen wollen. Konnte ich auch dann seit jeher gut vermeiden. Und genau, das Unternehmerische, das war dann eigentlich auch so ein bisschen Zufall. Also das war dann einfach so 2023, damit dann eben mit den Chalets gestartet, noch so ein anderes kleines Business, was immer noch läuft, ja, aber worauf kein Fokus mehr liegt. Und ja, dann eben jetzt einfach seit 2020 halt gemerkt, in der Hospitality-Branche fühle ich mich wohl, da macht Spaß, und hier werde ich auch alt werden, also hoffentlich alt werden.

  9. 07:01
    Ronald M. Arndt

    Also es macht nicht nur Spaß, sondern wahrscheinlich auch, sagt der Gründer in dir, da geht noch was. Auf jeden Fall. Da ist was zu holen. Bevor wir dann gleich in München bleiben, vielleicht noch mal kurz Südtirol, die Chalets, nicht Südtirol, aber die Chalets. Was hast du da schon mit reinbringen können an Know-how, auch von deinem Home kommend? Weil ich könnte mir vorstellen, die Chalets stehen besser da als vorher.

  10. 07:28
    Julian Bauer

    Auf jeden Fall, ja. Wir haben da ordentlich, also die waren recht frisch, die wurden 2022 errichtet. Q3 '23 haben wir die übernommen. Davor waren sie halt vom Eigentümer selbst betrieben, sehr rudimentär und mit wenig Fokus. Und ja, durch Limehome, glaube ich, konnte ich einfach schon mal so ein bisschen diese Prozesse, die hatte ich halt so von Grund auf so mal ein bisschen verstanden. Aber ich habe da auch, also wir sind da runtergefahren, ich habe endlos lange Excel-Berechnungen und so weiter, die hatte ich mitgenommen für die Vertragsverhandlung dann. Erstmal niemanden interessiert dann, ja. Das ist halt so ein bisschen so, du kommst aus einer professionellen Umgebung oder eher professionellen Umgebung in halt eher so diesen Privatbereich, Privathospitality. Da sind auch ganz andere Ansätze oder gar keine Ansätze. Genau, das, das bei dem Projekt würde ich sagen, jetzt nicht so viel von der Zeit aus Limehome gebraucht. Das war dann eher hier mit Alpami. Also jetzt hier natürlich auch hier im Glockenbach das Projekt, was wir einfach innerhalb von 3 Monaten einmal wirklich komplett durchsaniert haben. Und das war ja damals mein Steckenpferd so bei Limehome, diese Baustellen zu koordinieren, zu betreuen, schauen, dass die Qualität sitzt. Und Ja, da glaube ich auf der Seite, auf meiner Seite sehr viel, sehr viel mitgenommen von Limehome und Bene halt auf der Operations-Seite. Wie baue ich sozusagen das Tech-Stack dahinter auf, weil wir halt immer sehr digitalisiert betreiben. Und genau deswegen, also Bene und ich sind happy, dass wir bei Limehome waren, weil sonst hätten wir uns auch nicht kennengelernt. Und Es kommt halt immer eins zum anderen.

  11. 09:33
    Ronald M. Arndt

    Ja, und jetzt sitzen wir hier in einem Zimmer in einer alten Post mitten in München, im, wie du schon gesagt hast, wunderschönen Glockenbachviertel, und 16 Stück sind es an der Zahl, und es geht von, es reicht von Kammer bis Dachresidenz. Ja, das zeigt ja so schon mal so ein bisschen, was hier alles drinsteckt und wie unterschiedlich. Genau, also was zum Gebäude ein bisschen.

  12. 09:58
    Julian Bauer

    Ja, es ist ein historisches Gebäude, ja, Münchner Innenstadt, Glockenbachviertel, sehr schöne Lage. Also ich glaube, die Lage ist wie im Immobilienbereich halt auch in der Hospitality am Ende des Tages Lage, Lage, Lage. Und wir haben hier verschiedenste Zimmerkategorien, ja. Das Gebäude war ursprünglich die alte Post, ja. Hier war wirklich dann so dieses Kundencenter auch drin und heute ist es bezogen von Telekom und von uns. Also wir haben die Stockwerke 3 und 4 und die Telekom sitzt hier unter uns und hat ja versorgt das Glockenbach mit der Infrastruktur. Deswegen sind wir eigentlich sozusagen wie ein Single Tenant hier gerade aktiv, schauen natürlich, dass das alles irgendwie instand gehalten wird und läuft und haben jetzt 16 Hotelzimmer hier, also wirklich Mini, aber das ist so trotzdem halt ein Produkt, was Spaß macht in der Lage.

  13. 11:08
    Ronald M. Arndt

    Mini, aber es scheint dich ja zu, oder euch zu interessieren.

  14. 11:13
    Julian Bauer

    Genau, das war schon, ja, ich meine, haben wir schon so vor 3 Jahren irgendwie das Auge drauf geworfen.

  15. 11:20
    Ronald M. Arndt

    War schon mal ein Hotel davor?

  16. 11:21
    Julian Bauer

    War davor schon mal, genau, mit dem Flushing Meadows. Ja, War ein anderes Konzept, war ja sozusagen mit lokalen Künstlern umgesetzt. Jeder Künstler hat ein Zimmer hergerichtet und auch interessant. Wir wollten es so ein bisschen streamlinen, dass wir es halt unter einer, ja, so ein bisschen in eine Brand Identity bringen.

  17. 11:46
    Ronald M. Arndt

    Und Brand heißt, das bleibt nicht bei einem Alpami in München im Glockenbachviertel, sondern Genau, die nächsten kommen, sind schon in der Pipeline.

  18. 11:55
    Julian Bauer

    Genau, also Nürnberg haben wir tatsächlich auch vor München unterzeichnet. Nürnberger Innenstadt, superschöne Lage, vergleichbar mit der Lage, vergleichbare Größe. Und genau, das hatten wir ziemlich genau einen Monat nach unserer Firmierung letztes Jahr unterschrieben. Natürlich auch mit gewisser Vorarbeit. Und ja, das ist das nächste Hotel, was kommen wird. So ein bisschen Verzug aufgrund von behördlichen Konversationen und Baugenehmigungsprozessen. Aber ja, und neben dem schauen wir natürlich jetzt immer weiter nach neuen Standorten und haben eben neben der Hospitality im klassischen Bereich oder eher klassischen Bereich auch noch unsere Outdoor-Hospitality.

  19. 12:53
    Ronald M. Arndt

    Die wir jetzt eben auch seit letztem Jahr sukzessive aufbauen, weil auch das ein spannender Markt ist. Was dann auch unter Alpami läuft, oder ist das noch mal was anderes?

  20. 13:04
    Julian Bauer

    Genau, das wird auch unter Alpami laufen, Alpami Outdoor. Ja, ist ein sehr naturnahes Produkt, was wir anbieten, weil wir sehen, so dieser Camping-Glamping-Markt zum Beispiel, ja, der wächst rasanter als jetzt der Hospitality-Markt, der klassische. Und ja, das macht es für uns auch noch mal interessant. Und da haben wir jetzt einige Standorte in der Pipeline, wo jetzt die Entwicklungen anstehen. Und diese Tiny Häuser produzieren wir im Osten, Osteuropa, und fahren die dann eben hier rüber, stellen die auf. Und für uns ist es am Ende des Tages ein Hotelzimmer, was wir halt aus dem Hotel rausnehmen und in die Natur platzieren. Also eins zu eins gleiche Infrastruktur, nur halt eine andere, anderes Kundenklientel und ja, eine andere Vermarktungsstrategie so ein bisschen.

  21. 14:09
    Ronald M. Arndt

    Ja, wenn ich mir so anschaue, dass du schon gesagt hast, ein Zimmer auszustatten, ein Hotel zu renovieren, sage ich mal, hast du bei Limehome gelernt, in Verbindung das Produkt Dann geht ihr einfach davon aus, dass so ein Haus nach Start auch direkt läuft und gut reinkommt?

  22. 14:25
    Julian Bauer

    Also ich meine, hier sind wir natürlich jetzt mega verwöhnt. Das war vor eineinhalb Wochen, haben wir hier aufgesperrt und waren, glaube ich, am dritten oder vierten Tag.

  23. 14:34
    Ronald M. Arndt

    Direktes Messe.

  24. 14:35
    Julian Bauer

    Ja, Polybug, jetzt Messe, also ADRs durch die Decke. Ist natürlich nicht an jedem Standort so möglich. Also wir sind ja ursprünglich letztes Jahr in der Schweiz gestartet mit einem 71-Zimmer-Hotel, dem Arif im Kanton Zug, dort eben im White Label als White-Label-Operator. Und das ist ein ganz anderer Markt. Also das ist ein, sage ich mal, schwierigerer Markt, den wir natürlich auch schnell, schnell mehr Auslastung geschafft haben und besseren RevPAR. Aber es ist natürlich jetzt von der Lage nicht vergleichbar wie jetzt hier München Innenstadt.

  25. 15:19
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, zwischen Chalets und hier dem Alpami in München, die Unterzeichnung in Nürnberg, gab es auch schon, gibt es auch schon White-Label-Häuser, genau, die ihr betreibt, wo man eigentlich auch schon genau das auch wieder lernen konnte, was man hier am Ende braucht.

  26. 15:34
    Julian Bauer

    Genau, damit haben wir jetzt—

  27. 15:35
    Ronald M. Arndt

    Was bedeutet das White Label dann? Was bietet ihr an?

  28. 15:37
    Julian Bauer

    Das bedeutet einfach, dass wir im Grunde nichts anderes machen, als wir hier auch machen. Nur dass wir uns vielleicht mit dem Produkt am Anfang natürlich weniger befasst haben, weil das Produkt schon besteht und wir dann nur noch Optimierungen durchführen und halt schauen, dass wir Top-Level mehr Umsatz generieren, andere Vermarktungsstrategien fahren, Ratenmanagement machen in der Distribution. Ja, einfach Änderungen vornehmen und dann eben in den Betriebskosten einfach Einsparungen treffen und so halt das Hotel einfach auf eine andere Profitabilität drehen. Und da stehen wir natürlich jetzt nicht mit Alpami im Vordergrund, sondern es sind halt dann entweder komplette White-Label-Produkte, das heißt wirklich jetzt mit dem Arif zum Beispiel einfach die Brand, die damals etabliert wurde, oder versucht wurde und wo wir dann übernommen haben und alle Prozesse im Hintergrund halt einmal übernommen haben und jetzt auch vorne zum Gast die Gesichter darstellen, aber nicht als Alpami, sondern eben als Arif. Und gleichzeitig haben wir jetzt in Tirol zum Beispiel noch ein kleines Produkt, das ist dort, wo wir auch Tiny Häuser stehen haben, das ist auch so ein eher Outdoor-Konzept und dort Ja, betreiben wir sozusagen bei Alpami.

  29. 17:13
    Ronald M. Arndt

    Ja, genau. Das heißt, ihr geht dann nirgends in die Pacht, sondern da wird einfach mehr Management managt und dann über eine Fee entsprechend abgerechnet. Genau. Okay. Wo soll Alpami als Marke mal hin? Gibt es so ein bisschen unter euch drei eine Vision?

  30. 17:29
    Julian Bauer

    Ja, haben wir letzte Woche erst in unserer ersten offiziellen Gesellschafterversammlung besprochen. Naja, also ich glaube, Von Grund auf sind wir da vollkommen allein. Wir wollen halt eine Brand schaffen mit Produkten, mit denen wir uns auch identifizieren können, wo wir dahinter stehen können, wo wir sagen, wir sind stolz drauf und wir freuen uns, wenn Gäste hier einchecken und diesen Gästen einfach diese Erfahrung bieten können. Also Gäste sollen halt nach Hause gehen und dann wiederkommen wollen. Und ja, am Ende des Tages wollen wir natürlich auch dann dahin expandieren, wo man gerne ist oder wo wir gerne sind. Max zum Beispiel möchte ein Haus auf Mallorca aufmachen. Also wenn hier irgendwer ein Haus auf Mallorca kennt, die einen Betreiber wünschen. Und in Nizza. Ich würde gerne noch was in Spanien machen, weiter in Südtirol und Italien natürlich auch. Und genau, so hat Bene auch so seine Spots, wo er gerne hin will. Und ich glaube, da, ja, wenn wir jetzt so ein Grundrauschen haben, halt auch in die Ecken mal schauen. Ja, ich meine, wir sind jetzt innerhalb von wenigen Monaten, eineinhalb Jahren knapp, ja, in 4 Ländern schon unterwegs. Klingt natürlich größer, als es ist, aber wir haben jetzt die DACH-Region soweit ausgekundschaftet. Wir haben überall die Firmierungen geschaffen und deswegen, das ist jetzt eine gute Basis, um da einfach erst mal in der DACH-Region weiterzumachen. Und dann halt, ja, am Ende des Tages sind wir auch so ein bisschen opportunistisch und sehen vielleicht an der einen oder anderen Stelle auch mal in Nizza oder in Barcelona irgendwo ein Haus, wo wir sagen, es macht von den Zahlen her Sinn und es ist ein schönes Produkt.

  31. 19:30
    Ronald M. Arndt

    Ja, deswegen so frech vorher nachgefragt, ob ihr davon ausgeht, dass es dann immer sofort läuft. Weil das Ganze muss ja auch finanziert werden.

  32. 19:38
    Julian Bauer

    Genau, ja, also das ist natürlich am Ende des Tages für uns in erster Linie erstmal sehr rationales Zahlenspiel. Das heißt, über Marktdaten und ja, über die Daten, die halt zur Verfügung stehen, einfach mal durchzukalkulieren. Und wenn wir dann sagen, es funktioniert, dann befassen wir uns auf emotionaler Ebene damit. Und so gelingt uns eigentlich, glaube ich, ganz gut, dass wir nicht zu emotional reingehen am Anfang und uns dann am Ende des Tages verkalkulieren. Ja, weil das, glaube ich, ist halt oft das Risiko, dass man ja in dem Markt, wo man natürlich schöne Produkte schaffen will, auch einfach ja, von einer anderen Richtung drauf schaut und dann diese Zahlen halt aus dem Blickfeld geraten. Und das haben wir eigentlich immer, also Max und ich sitzen wöchentlich über irgendwelchen Excel-Tabellen und kalkulieren die durch und haben auch schon glücklicherweise von vielem Abstand genommen. Also so ein paar Fehler haben wir dann auch vermieden, auch aufgrund unserer Vorerfahrung da in dem Bereich.

  33. 20:59
    Ronald M. Arndt

    Ja, was habt ihr von Limehome übernommen fürs Alpami-Konzept?

  34. 21:04
    Julian Bauer

    Ja, ich glaube einfach so die Erfahrung, wie geht man denn—

  35. 21:08
    Ronald M. Arndt

    weil ihr sprecht ja, glaube ich, von dem Boutique-Hotel-Konzept, ne?

  36. 21:11
    Julian Bauer

    Genau, also ich meine, produktseitig haben wir jetzt von Limehome wenig übernommen, ja, bis gar nichts, was uns natürlich auch freut, und Ja, Limehome ist halt ein anderes Konzept, ja. Es ist auf Wachstum, auf überproportionales Wachstum ausgelegt, um irgendwann dann den Exit hinzulegen. Und was wir da jetzt abseits des Produktes aber mitgenommen haben, ist am Ende des Tages diese Herangehensweise, ja. Wie gehe ich in Deals rein? Wie strukturiere ich es? Ja, wie kalkuliere ich es? Bei mir war ja auch immer so die Schnittstelle dort zwischen der reinen Expansion und der Bauseite. Das heißt, ich war auch in Vertragsverhandlungen teilweise mit drin. Max hat es ja bei Charlie und Bob W. dann auch viel gemacht, und daraus konnten wir natürlich einfach so ein bisschen die Perspektive auch von der Immobilienseite einnehmen und von der Betreiberseite. Und das ist jetzt halt ganz schön, weil wir beide Seiten verstehen. Und natürlich auch am Ende des Tages jedes, jede Kalkulation aus der Immobiliensicht einmal anfertigen, weil auf der Betriebsseite ist das eine, aber jede Seite hat Renditeerwartungen und die müssen halt irgendwie matchen.

  37. 22:38
    Ronald M. Arndt

    Es gibt noch viele kleine Hotels überall.

  38. 22:41
    Julian Bauer

    Auf jeden Fall.

  39. 22:43
    Ronald M. Arndt

    Wie steht es um die in den nächsten Jahren?

  40. 22:46
    Julian Bauer

    Naja, wir haben es—

  41. 22:47
    Ronald M. Arndt

    Was ist Ihre Antwort drauf?

  42. 22:48
    Julian Bauer

    Also wir haben ja einfach krasses Nachfolgeproblem in der ganzen Branche. Wir haben in den nächsten Jahren alleine in Bayern halt Tausende von Hotels, die einfach vor einer ungeregelten Nachfolge stehen und die vielleicht auch ja eben oft familiengeführt sind, wo kein Konzern dahinter steckt, die dann eben Fachpersonal zuziehen und wo vielleicht ja das Produkt in die Jahre gekommen ist und gleichzeitig halt dann irgendwie dieser Investitionsrückstau sich über die letzten Jahre angesammelt hat, weil halt die erste Generation, die dieses Hotel führt, das seit 30, 40, 50 Jahren macht und es lief gut und jetzt natürlich irgendwo vielleicht ja nicht unbedingt Fehler gemacht hat, aber keine Instandhaltungsrücklagen gebildet hat und, sage ich mal, bis zu Covid halt relativ sorgenfrei dadurch marschiert ist und jetzt 5 Jahre bevor sie aufhören, irgendwie nicht mehr die Mittel reininvestieren wollen und die Nachfolgegeneration vielleicht entweder was ganz anderes machen will oder was anderes machen muss, weil sie die Mittel nicht haben. Viel natürlich auch im Leisure-Segment. Wo einfach noch mal, ja, beispielsweise neue Produkte entstanden sind in den letzten Jahren und neue Marktteilnehmer geschaffen wurden, die es damals noch nicht gab und die jetzt den Marktanteil irgendwie abnehmen, ja. Und deswegen, also das ist oftmals, sind es kleine Häuser, die vor dieser Thematik stehen und die wir natürlich auch immer wieder auf dem Tisch haben und manches spannend finden und vieles auch sagen, es ist tricky. Genau.

  43. 24:46
    Ronald M. Arndt

    Also ein großer Unterschied zu Leimhof ist natürlich eure Bar, auf die wir gleich noch mal gerne zu sprechen kommen, weil damit werdet ihr unweigerlich ja hier zum Hotspot, zum Gastgeber im Viertel.

  44. 24:57
    Julian Bauer

    Genau, ja.

  45. 24:58
    Ronald M. Arndt

    Noch ist Baustelle, aber ich habe die Pläne gesehen.

  46. 25:00
    Julian Bauer

    Genau, ja. Nee, das ist natürlich hier noch schön, die Rooftop-Bar, ja, kommt man nicht alle Tage ran, in der Münchner Innenstadt an eine Rooftop-Bar. Ja, die werden wir so im August aufsperren, um noch ein bisschen Sommergeschäft mitzunehmen, und hatten jetzt die letzten Wochen noch ein bisschen damit verbracht, den Feinschliff in die Konzeption zu bringen. Das ist vorhin gehört, ja, den Schreiner habe ich jetzt heute beauftragt, der fängt jetzt an. Und dann geht es relativ fix da oben los und dann werden wir ja auch mal da oben noch vielleicht das ein oder andere Gläschen trinken oder Event starten.

  47. 25:42
    Ronald M. Arndt

    Da freue ich mich drauf, auf das ein oder andere Gläschen, definitiv. Habt ihr hier perspektivisch noch einen Host auch vor Ort oder ist das alles dann doch vollautomatisiert wie bei Limehome?

  48. 25:54
    Julian Bauer

    Nee, also das ist uns immer ein Anliegen, dass wir tatsächlich auch noch ein Gesicht zum Gast haben. Auch jetzt in der Größenordnung, einfach alleine auch durch das, das Bar-Konzept oben, rechnet sich wieder, wenn wir eben auch eine Person vor Ort haben. Deswegen haben wir Hanna, die ab diesem Freitag dann hier maßgeblich vor Ort sein wird und so diese täglichen Kleinigkeiten für den Gast miterledigt und schaut, dass alles wirklich picobello ist und Gäste sich wohlfühlen und einfach auch eine Ansprechperson haben.

  49. 26:30
    Ronald M. Arndt

    Jetzt haben wir gerade kurz unterbrechen müssen, weil es an der Tür geklopft hat und jemand aus deinem Team kam und gesagt hat, Wasserschaden, Wasserschaden.

  50. 26:37
    Julian Bauer

    Aber gelöst.

  51. 26:38
    Ronald M. Arndt

    Gelöst. Von was träumt man manchmal nachts, wenn man so ein Hotel übernimmt? Die Albträume oder pure Baustelle eigentlich, da war ja nicht mehr viel drin, habe ich gehört.

  52. 26:54
    Julian Bauer

    Also genau, wurde entkernt bis auf die letzte Steckdose. Hat uns natürlich auch überrascht, war ein bisschen unschön, als wir hier übernommen haben, und hat natürlich auch mehr Investitionen gekostet als jetzt irgendwie mal anvisiert.

  53. 27:13
    Ronald M. Arndt

    Ein klassischer Traum kostet mehr als—

  54. 27:15
    Julian Bauer

    klassischer Albtraum in der Baubranche. Und grundsätzlich, ja, ich meine, da wir jetzt natürlich alles auch irgendwo noch viel selbst machen, ja, ich den Umbau hier gesteuert habe, auch Einzelvergabe gemacht habe, also hier irgendwie 10 Parteien rumgeschwirrt sind, ja, es sind es dann natürlich fordernde Monate gewesen, die auch oft irgendwo ein bisschen zu weniger Schlaf geführt haben. Und das fängt an, Ja, über, weiß nicht, so banale Sachen wie, sind jetzt die Sockelleisten beauftragt, haben wir das ausgewählt. Wir mussten ja gleichzeitig auch das Design noch aufstellen. Ja, wir haben im Februar irgendwann, Ende Februar unterschrieben und konnten dann erst richtig losstarten. Das heißt, es wurde sozusagen so grundsaniert mal und parallel haben wir das Design aufgestellt. Und ja, das ist halt dann vieles so einfach nachts auch so, habe ich das berücksichtigt, haben wir das, Brandmeldeanlage etc., also wirklich von einem zum nächsten. Und da bin ich jetzt schon dann auch froh, wenn die Baustelle jetzt mal so ausgeklungen ist und die nächste kommt.

  55. 28:38
    Ronald M. Arndt

    Er kümmert sich bei euch dreien ums Thema Design, Produkt.

  56. 28:41
    Julian Bauer

    Jetzt würde ich sagen, da wollen wir alle drei so ein bisschen mitsprechen. Wie kriegt man das zusammen? Kommt aufs Thema drauf an. Naja, aber bisher haben wir immer irgendwie gut zusammengefunden. Und wir haben jetzt hier natürlich auch eine Designagentur beauftragt, die viel an Ideen auch mit reingegeben hat, das Ganze umgesetzt hat. Lova Design sitzt hier in München mit Mary und Dimitri, super Team. Auch fachlich-baulich gute Kompetenz. Und genau so haben wir mit denen dann recht zügig, natürlich aus der Not heraus, auch hier ein Design aufgestellt, wo wir sagen, das ist Kosten-Nutzen-Designverhältnis im Einklang und ist ja jetzt am Ende des Tages dann doch gelungen. Aber wir waren am Anfang auch noch skeptisch, weil, ich meine, du hast es gesehen, wir haben viel foliert beispielsweise, ja, also so in diese plain weißen Badezimmer ein bisschen Farbe reingebracht, schöne Wohler-Armaturen drangehängt. Und da hat uns 3 Jungs wahrscheinlich am Anfang so ein bisschen die Vorstellungskraft noch gefehlt. Und Mary hat das aber ganz gut vertreten und durchgesetzt. Und Ja, das haben wir am Ende des Tages eine runde Sache rausmachen können.

  57. 30:12
    Ronald M. Arndt

    Ja, ich habe schon hier einiges gesehen, was ich so bei ganz vielen Hotel-Podcasts definitiv noch nicht gesehen habe und was mir auch wirklich gefällt. Also eine Sache ist natürlich hier dieser, wie nennt er denn dieses Lichtkonzept, das sich nicht durchs Zimmer zieht, durchs ganze Zimmer. Das geht hier los am Eingang, endet am Bett, aber auch im Flur.

  58. 30:32
    Julian Bauer

    Das ist so das Lichtkonzept, womit du dir den Lichtplaner sparst. Du hängst die Dinger einfach auf und guckst, ob du hast Kurven. Genau.

  59. 30:44
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  60. 30:47
    Julian Bauer

    Bin gespannt nach wie vor noch so auf das Gästefeedback daraufhin. Es hat so seine Tücken, sage ich mal, ist alles dimmbar. Aber ich glaube, bisher kamen alle ganz gut damit zurecht.

  61. 31:02
    Ronald M. Arndt

    So, und dann kommen die Ideen von der Agentur, von der Designagentur, und wie du vorher schon gesagt hast, dann suchst du dir die Gewerke raus und beauftragst direkt.

  62. 31:10
    Julian Bauer

    Genau, also wir geben natürlich—

  63. 31:12
    Ronald M. Arndt

    Würdest du es auch wieder so machen, oder sagst du, nee?

  64. 31:15
    Julian Bauer

    Ich würde wahrscheinlich schon irgendwie die Fachfirmen so ein bisschen reduzieren, jetzt nicht auf den Generalunternehmer direkt zu gehen, aber jemanden, ja, der irgendwie 2, 3 Gewerke abbilden kann zumindest. Dass man einfach die Anzahl der Schnittstellen ein bisschen reduziert. Auch wenn es dann vielleicht 5% teurer wird, sind es dann doch wesentlich weniger Kopfschmerzen. Genau, das würde ich, glaube ich, im nächsten Projekt ein bisschen anders gestalten.

  65. 31:47
    Ronald M. Arndt

    Was sich aber, wenn man immer wieder neue Städte, neue Länder aufmacht, natürlich nicht skalieren lässt, sondern muss jedes Mal sein Team neu zusammenstellen.

  66. 31:55
    Julian Bauer

    Genau. Also das ist tatsächlich ja auf der Bauseite halt weniger skalierungsfähig. Natürlich gibt es GUs oder Firmen, die national oder international tätig sind. Das wäre dann natürlich der nächste Schritt, wenn man sagt, wir sind jetzt an vielen Standorten so in der Projektentwicklung, sage ich mal, wie es jetzt hier in München der Fall war.

  67. 32:25
    Ronald M. Arndt

    Ja, was für Gästeklientel und damit verbunden auch, was für Raten stellt ihr euch hier so vor von Montag bis Sonntag?

  68. 32:33
    Julian Bauer

    Ja, also Raten haben wir eine Kalkulation angefertigt natürlich, wo wir mittlerweile weitaus drüber liegen. Also ja, Überraschung oder teilweise schon. Ja, wir schauen jetzt auch teilweise, dass wir das nach oben hin cappen. Weil es am Ende des Tages natürlich auch so das Thema Expectation Management, ja. Also zahle ich jetzt die Rate von einem 5-Sterne-Ressort und komme dann in ein Apartment, also ein Hotel, wo wenig Service drumherum hat. Ja, genau, eine alte Post, kann ich noch die Briefe aufgeben und Zusatzservice könnt ihr mir noch anbieten, ja.

  69. 33:15
    Ronald M. Arndt

    Ist ja wieder 5 Sterne, ja. Ja, genau.

  70. 33:19
    Julian Bauer

    Und Ja, da sind wir schon überrascht jetzt, aber man muss auch sagen, ich meine, wir sind jetzt gerade zu einer guten Saison gestartet. Wir müssen das dann bewerten, wenn wir ein Jahr rum haben und dann die ADR haben aufs ganze Jahr hinweg. Und gerade die Woche, ich meine, Messe katapultiert die Raten hoch. Da fahren wir teilweise hier für ein Doppelzimmer Raten, wie wir im Durchschnitt in den Chalets in Südtirol für irgendwie 6 Personen fahren. Das ist dann schon eine Hausnummer.

  71. 33:51
    Ronald M. Arndt

    Und ja, deswegen hast du gerade einen Schreiner beauftragt.

  72. 33:54
    Julian Bauer

    Genau, das fiel dann leichter. War die Nachverhandlung nicht ganz so lange. Nee, also das ist natürlich auch irgendwie so eins der Learnings, was ich jetzt aus den letzten Jahren mitgenommen habe. Worauf ich immer schon irgendwo geachtet habe, sind so die Zahlen, also auch die finanziellen Ausgaben. Und was dann eben im Return steht, weil ich glaube, das Schwierigste auch an beispielsweise Business-Konzepten, die irgendwie Venture Capital im Hintergrund haben, ist auch, dass du relativ schnell spendabel wirst und Geld ausgibst für Agenturleistungen oder irgendwas, was du jetzt nicht unbedingt in dem Umfang bräuchtest. Und es ist natürlich bei uns jetzt einfach ein bisschen enger. Budgetiert alles und wir schauen halt, weil es halt unser eigenes Geld ist, auch noch mal ein bisschen mehr drauf. Und ja, der Schreiner hatte Glück, sagen wir es so.

  73. 35:01
    Ronald M. Arndt

    Wenn einer den Podcast mal hört und denkt sich, die haben doch die Bar erwähnt, ich muss mal auf Google nachschauen, wann die offen hat. Hat die schon Namen, die Bar, oder?

  74. 35:10
    Julian Bauer

    Ja, die wird kreativ, wie wir sind, F32 heißen. Also wir sitzen hier in der Fraunhoferstraße 32 und genau, mit so einem Pfeil dann nach oben, ja, für eben Rooftop. Die Signaletik liegt schon unten, die wird dann montiert, fristgerecht montiert. Und genau deswegen, das ist so jetzt der, war so der Working Construction Name, den wir jetzt einfach mal so übernommen haben. Und ich glaube, am Ende des Tages war für uns primär wichtig, dass wir das Hotel entkoppeln von der Bar. Also wir wollten jetzt nicht eine Hotelbar eröffnen, weil am Ende des Tages haben wir 16 Zimmer. Ja, das heißt, im Best Case sitzen da irgendwie 30 Leute oben und trinken ihren Negroni oder einen deiner Weine. Und deswegen war es uns wichtig, wir schaffen was, was separat laufen kann und wir einfach nur die Synergien nutzen, dass wir natürlich unsere Hotelgäste auch in die Bar schicken können, aber ganz bewusst primär von außen dann Klientel in die Bar bekommen und dann da oben einen ganz schönen Spot kreieren, der zum, ja, ab Mittag irgendwie zum Daydrinking einlädt und dann bis abends zum Sundowner funktioniert.

  75. 36:38
    Ronald M. Arndt

    Exzellent. Dann springen wir doch noch mal in die Natur.

  76. 36:41
    Julian Bauer

    Ja, sehr gerne.

  77. 36:42
    Ronald M. Arndt

    Also scheint irgendwie alles bei euch parallel zu laufen und alles erfolgreich, was mich extremst freut für so ein junges Team. Wie alt bist du eigentlich?

  78. 36:50
    Julian Bauer

    31.

  79. 36:51
    Ronald M. Arndt

    31, ja. Hast vorher schon ein bisschen was zu gesagt. Tiny Houses, bleibt es dabei, oder was bedeutet, was ist da noch möglich? Wo sind da die großen Trends gerade im Auto-Hospitality-Bereich?

  80. 37:05
    Julian Bauer

    Grundsätzlich meinen, auch Camping ist ein riesiger Markt, der rasant wächst.

  81. 37:10
    Ronald M. Arndt

    Also so noch schnell mal 80, 90 Euro für den Stellplatz.

  82. 37:13
    Julian Bauer

    Ja, also wenn du so am Bodensee fährst, schnell was los, ja, für das, dass du nur eine Wiesenfläche anmietest und Gemeinschaftsdusche und irgendwo Strom. Also hochgerechnet tatsächlich vielleicht auch noch mal in vielen Fällen lukrativer als jetzt Hotellerie. Genau, und dann natürlich Camping, auch Glamping, also der Mix, und dann eben der Bereich Tiny Houses.

  83. 37:43
    Ronald M. Arndt

    Aber Glamping ist noch kein Tiny House, sondern Glamping ist ein Zelt, ne? Genau, es ist ein bisschen Safari-Style.

  84. 37:48
    Julian Bauer

    Genau, Safari-Zelt, so ein bisschen, ja, genau, so ein Lodge-Tent. Haben wir tatsächlich jetzt in Tirol auch ein paar im Portfolio. Gab es Rent a Tent, den Anbieter aus Holland. Den hat es letztes Jahr irgendwie umgeweht und die hatten 3 Standorte in Österreich und wir sind eben an dem einen gestartet mit Tiny Houses und ja, die haben über Nacht sozusagen da die Zelte nicht abgebrochen und die Zelte haben sie stehen gelassen, aber alles sozusagen in Events angemeldet und sind dann abgedampft. Und diese Zelte, ich meine, am Ende des Tages in der Anschaffung super günstig und in den ADRs also sehr sportlich. Und das ist tatsächlich ein interessantes Business-Konzept, wo wir jetzt nicht, also nicht den Fokus drauf legen. Also unser Fokus ist im Bereich Tiny Houses. Aber es ist halt am Ende des Tages ein, ja, Konzept, was man so an gewissen Standorten auch in Synergie bringen kann.

  85. 39:07
    Ronald M. Arndt

    Ja, und man steckt schon mal so ein Fähnchen irgendwo rein, ne? Also leuchtet mir ein. Und wie kommt man dann an den Standort? Das heißt, vor Ort geht einer pleite, Standort frei, und sowas kommt am Ende bei euch. Als Info an oder suchst du da ganz proaktiv, hältst Ohren, Augen offen? Also wo gibt es schon wen, beobachtest die und dann greifst du zu?

  86. 39:31
    Julian Bauer

    Also ich glaube, jetzt in Tirol, das war auch wieder ein Kontakt. Also der Tobi war damals mein Chef, als ich Werkstudent war in so einer kleinen Consulting-Firma hier in München während meines Bachelorstudiums. Und ja, es ist am Ende des Tages, hat der dort einen Campingplatz aufgebaut und einen sehr, sehr schönen Campingplatz direkt in Tirol, Telfs in der Ecke. Also wirklich für Outdoor-Begeisterte ideal. Und ja, dort, mich hat dieses Thema Tiny Houses über einen größeren Betreiber, der das auch seit einigen Jahren versucht, gut umzusetzen. Einfach schon irgendwie vor 3 Jahren, 3, zweieinhalb Jahren irgendwie gecatcht, und ich fand es interessant, weil es einfach auch so dieses, ja, bei Baustellen halt diese Kosten, das Kostenrisiko irgendwo immer, was Unvorhergesehenes, und dann damit verbunden auch irgendwo diese zeitliche Komponente, also die die Timeline maximal planbar macht. Also ich weiß genau auf den Euro genau, was kostet mich das Tiny House inklusive Transporteinrichtung all-in? Und ja, wie lange dauert es, um das Ding zu produzieren? Und das ist eigentlich so ein bisschen, als würde man ein Hotelzimmer am Fließband produzieren. Und das ist ganz witzig. Und in Tirol haben wir eben durch den Kontakt zu Tobi Dann einfach mal die ersten Dinger installiert und ja, konnten da viele Erfahrungen sammeln, auch mit dem Prototypen, den wir damals entwickelt haben. Also da waren Max und ich ja sehr schnell und haben tatsächlich aber dann am Ende des Tages ein schönes Produkt geschaffen, was super funktioniert. Also ich glaube, den Juni sind wir komplett ausgebucht. Aber damit, mit diesem Standort dort vor Ort, haben wir halt diese Bridge zu den Tents. Und eben noch diesem kleinen Hotel vor Ort gemacht, was sich alles eben in dem Bereich der Outdoor-Hospitality bewegt.

  87. 41:58
    Ronald M. Arndt

    Baustelle ist das eine, was einem Gründer schlaflose Nächte bereiten kann, aber generell, was ist noch schwierig als Gründer in Deutschland? Ich meine, das finde ich auch, Unternehmer jetzt in deinem Fall eher auch noch Gründer. Also kann man da besser machen?

  88. 42:15
    Julian Bauer

    Auf jeden Fall. Womit wir gerade überall kämpfen, in allen Projekten, ist so Baugenehmigungen. Das ist tatsächlich was, vor allem jetzt auch in dem Outdoor-Segment. Wir schauen natürlich immer, dass die Plätze dann genehmigt sind, dass wir die langfristig betreiben können. Und die Tiny Häuser sind am Ende des Tages ja fliegende Bauten, die sind auf Rädern, die kannst du überall theoretisch hinschieben, darfst du aber nicht. Und Kannst ja aber auch überall wieder wegschieben, aber dennoch wird es gehandhabt wie ein klassischer Bauantrag. Und du hast halt dann immer diese lokalen Behörden und bist denen halt wirklich ausgeliefert irgendwo. Und diese Prozesse sind, ja, würde ich schon sagen, oft auch ein bisschen willkürlich gestaltet, wenn es überhaupt Prozesse dahinter gibt, je nach Behörde. Das ist tatsächlich jetzt für uns aus unternehmerischer Sicht so ein bisschen, ja, die Komponente, die das Wachstum dahingehend sehr stark bremst und einfach auch ein bisschen weniger planbar macht, weil wir nicht genau sagen können, kriegen wir an dem Standort die Genehmigung innerhalb von 4 Wochen oder innerhalb von, ja, 4 Monaten oder eineinhalb Jahren. Ja, das können wir in Deutschland schon irgendwie mal, auch wenn es jetzt auf politischer Ebene schon oft debattiert worden ist und viel Change angekündigt wurde, noch wesentlich besser machen.

  89. 43:52
    Ronald M. Arndt

    Wie empfindest du generell so das Gründer-Mindset in Deutschland? Ich meine, du hast auch schon ein bisschen was von der Welt gesehen.

  90. 44:00
    Julian Bauer

    Ja, ich glaube, am Ende des Tages kann man das pauschal so nicht sagen. Es kommt auf jeden Fall immer drauf an, mit wem man sich auseinandersetzt. Ich meine, du bist als Unternehmer nicht automatisch ein interessanter Typ, so, ja. Also es kommt wirklich drauf an, was man macht und wie man es macht, finde ich, ob man es mit Leidenschaft macht. Das sind dann so die Unternehmer, wo ich sage, denen merkt man es halt an, die stehen hinter dem, was sie machen, die wollen es groß machen, ja, oder halt einfach professionalisieren oder mit guter Qualität voranbringen. Und dann gibt es natürlich auch Unternehmer, die ja aus dem Schimpfen nicht mehr rauskommen. So, ich meine, da wird auf Deutschland natürlich schon viel, viel auch geschimpft, auch mit Steuern etc. Aber es ist am Ende des Tages auch eine Frage der Konzeption. Ja, wie strukturiere ich das Unternehmen? Man kann hierzulande Unternehmen wunderbar steueroptimiert strukturieren. Und ja, deswegen, das würde ich sagen, so pauschal den Unternehmer zu beschreiben jetzt in Deutschland, würde ich ungern machen. Aber in dem Segment, also mir macht es mega Spaß und ich meine, man lernt interessante Leute kennen, man tauscht sich gerne aus und auf die Leute, auf die man keine Lust hat, so, man kann sich sehr frei auswählen. Das ist das Schöne. Das ist eigentlich so die größte Freiheit, würde ich sagen. Weil am Ende des Tages, das haben wir auch zu dritt jetzt irgendwie intern gesagt oder auch im Rat meiner Partnerin zu Hause, die auch immer mal wieder ein weises Wort dazu gibt und irgendwie sagt, hier, Jules, ich weiß nicht, könnte ein Schwätzer sein. Und ja, da habe ich mit ihr schon ein paar Wetten abgeschlossen, immer verloren. Und genau, also es kommt wirklich dann drauf an, mit wem man sich Ja, auf geschäftlicher Ebene befasst und auf wen man so Lust hat. Und das ist das Schöne, das können wir uns ja aussuchen.

  91. 46:13
    Ronald M. Arndt

    Das sind doch eigentlich alles motivierende Worte, die den einen oder anderen noch dazu bringen könnte, auch in der Hospitality mal was zu machen, auf die Beine zu stellen.

  92. 46:23
    Julian Bauer

    Einfach machen.

  93. 46:24
    Ronald M. Arndt

    Der Eintritt ist ja, wie wir auch hier wieder gelernt haben, die Barriere maximal kann niedrig sein.

  94. 46:29
    Julian Bauer

    Kann niedrig sein, ja.

  95. 46:30
    Ronald M. Arndt

    Hospitality ist Outdoor, Indoor, in der Stadt, auf dem Land, ist alles Hospitality.

  96. 46:36
    Julian Bauer

    Ja, also, aber eigentlich auch ein paar, oder? Genau, ich meine, wenn du das Buch Die Airbnb-Story gelesen hast, ja, so auch super cooles Buch, ja, wirklich angefangen mit Luftmatratzen, so, ja. So groß wollen wir gar nicht werden, ne, das ist jetzt ganz anderes Konzept auch, aber einfach so gewisse Founder-Stories, die man natürlich einfach weil man in dem Segment tätig ist, auch noch mal spannender findet als jetzt jemand, der irgendwo ja im anderen Metier unterwegs ist. Aber ja, ich glaube einfach so auf unternehmerischer Ebene gibt es schon viel, ja, aus Gesprächen, wo man so inspiriert wird, wo man viel einfach mitnimmt und dann einfach immer so ein bisschen ja um die Ecke denkt, ja. Out of the Box so, ja, und einfach immer irgendwo Parallelen sieht oder halt dann nicht und halt so Brücken bildet, die vielleicht am Anfang ein bisschen ungewöhnlich erscheinen und am Ende des Tages dann ja auch funktionieren können und irgendwie so Partnerschaften sich ergeben, die einfach langfristig funktionieren und Spaß machen.

  97. 47:54
    Ronald M. Arndt

    Super, hat mir Großen Spaß gemacht.

  98. 47:58
    Julian Bauer

    Ebenso.

  99. 47:59
    Ronald M. Arndt

    Lass mal schauen, ob der Schreiner schon angefangen hat.

  100. 48:01
    Julian Bauer

    Ja, genau. Trink mal oben noch was.

  101. 48:04
    Ronald M. Arndt

    Und ich freue mich definitiv auf alles, was wir noch zusammen anpacken. Euch dreien alles Gute im ganzen Team. Danke. Und bis bald.

  102. 48:13
    Julian Bauer

    Bis bald. Ciao. Ciao, ciao.