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Germany · Episode #171 · 11.08.2026 · 54 Min

Rolf Wernicke, Hotel Der Sonnenhof

Rolf WernickeHotel Der Sonnenhof · Bad Wörishofen
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Aufgenommen: Hotel Der Sonnenhof, Bad Wörishofen

Standbild aus der Episode mit Rolf Wernicke Germany54 Min

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„Bei uns in Deutschland ist die Abteilung Hundefutter und Katzenfutter im Supermarkt größer als die für Kinder.“

Rolf Wernicke, 27:48

Rolf Wernicke, Gastgeber im Hotel Der Sonnenhof in Bad Wörishofen, erzählt Ronald M. Arndt von seinem Weg dorthin: Praktikum mit 14 in Köln, Ausbildung im Sonnenhof, Neuseeland, Kitzbühel, dazwischen Jahre im Shoppingcenter-Management. Seit zwei Jahren leitet er das Haus und macht aus dem Kurhotel wieder ein Drei-Generationen-Haus: Kinderpolitik geändert, Familienapartments mit Kitchenette, Grill auf der Terrasse statt Fünfgang-Menü, Campingplatz hinterm Pool. Dazu geht es um Kneipp und Longevity, die Demografie im Ort und die Konkurrenz aus Südtirol.

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Kernaussagen

  1. Drei Generationen ansprechen: Früher musste ein 15-jähriges Kind um 14 Uhr den Spa verlassen. Wernicke hat die Kinderpolitik umgestellt, Familien in den Fokus gerückt und im Frühstücksraum die Stühle zum Hotelpark gedreht, weil der Gast nicht mehr gesehen werden will.
  2. Grill statt Galamenü: Ein Fünfgang-Galamenü über drei Stunden passt für ihn nicht zu Familien. Stattdessen brennt ein Kugelblitzgrill auf der Außenterrasse und die Köche kochen live vor den Gästen.
  3. Campingplatz hinterm Pool: Die Fläche hinter dem Pool vermietet er für 200 Euro an Camper, die ihr Zimmer mitbringen, zwei Meter zum Pool haben und im Hotel frühstücken. Der Platz ist mit 5 von 5 Sternen bewertet.
  4. Familienzimmer und warme Pools: Neue Apartments haben eine Kitchenette für den Babybrei und sind ohne Treppen erreichbar. Das große Whirlpoolbecken hat 34 Grad, der Außenpool 32 Grad.
  5. KI ohne Scheu: Eine erste Müll-KI hat er wieder abbauen lassen, weil sie nicht angenommen wurde und nicht gut funktionierte. Er rechnet damit, dass mit Two-Way-Schnittstellen Stellen in der Verwaltung wegfallen.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Was passiert, wenn ein traditionsreiches Grandhotel sein Publikum verjüngen muss, ohne seine Identität zu verlieren?

Rolf Wernicke, Gastgeber des Hotel Der Sonnenhof in Bad Wörishofen, spricht im HOTEL-PODCAST GERMANY über seinen ungewöhnlichen Weg durch die Hotellerie, von seinem ersten Praktikum als 14-Jähriger über Stationen in Neuseeland, Kitzbühel und im Shoppingcenter-Management bis zurück in das Hotel Der Sonnenhof, das er heute führt.

Dabei geht es vor allem um die Frage, wie sich ein traditionsreiches Haus für die Zukunft aufstellen lässt. Das Hotel hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verjüngt: Familien wurden stärker in den Fokus gerückt, Bildsprache und Kommunikation modernisiert, neue Zimmer und Apartments geschaffen und mit ungewöhnlichen Konzepten wie einem Campingplatz direkt am Hotel neue Zielgruppen angesprochen.

Rolf erzählt, warum ein Hotel heute nicht mehr nur Ruhe und Luxus verkaufen kann, weshalb drei Generationen gemeinsam angesprochen werden sollten und warum ein Grill auf der Hotelterrasse manchmal mehr bewirken kann als ein klassisches Fünfgang-Menü.

Außerdem sprechen Ronald und Rolf über:

  • Familien & drei Generationen: Wie sich ein traditionsreiches Hotel für eine jüngere Zielgruppe öffnet
  • Kneipp & Longevity: Warum Gesundheit und Regeneration wieder zum zentralen Hotelthema werden
  • Marketing & neue Zielgruppen: Social Media, PR, Camping und ungewöhnliche Vertriebswege
  • KI & Digitalisierung: Was sich in der Hotellerie verändern wird und welche Jobs dadurch verschwinden könnten
  • Investitionen & Wirtschaftlichkeit: Wie man ein großes Hotel wirtschaftlich erfolgreich führt und gegen Destinationen wie Südtirol bestehen kann

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen54 Min · Ronald M. Arndt und Rolf Wernicke

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:00
    Ronald M. Arndt

    Komm, lass anstoßen. Cheers.

  2. 00:01
    Rolf Wernicke

    Herzlich willkommen bei uns.

  3. 00:06
    Ronald M. Arndt

    Ja, du wirst mir, lieber Rolf, das Haus gleich noch mal ein bisschen in Worten näherbringen. Ich meine, ich habe ja definitiv Zeit mitgebracht, hier das ganze Wochenende bei euch, aber aufgrund des Verkehrs von Stuttgart hat es mir hier heute erstmal nur ganz pünktlich zum Hotel-Podcast gereicht. Aber ganz lieben Dank für den Empfang, für die Begrüßung.

  4. 00:26
    Rolf Wernicke

    Ich freue mich sehr. Toll, dass du da bist. Ich erzähle dir gern so ein bisschen auch von der Historie des Hauses.

  5. 00:32
    Ronald M. Arndt

    Ja, du bist ja schon etwas länger auch mit dem Haus verbunden, ne?

  6. 00:36
    Rolf Wernicke

    Ja, genau. Also 2008 erste Berührung und jetzt zum dritten Mal wieder in Bad Wörishofen im Sonnenhof. Nicht mehr unter Steigenberger Flagge, aber da können wir später noch ein bisschen in die Details gehen.

  7. 00:50
    Ronald M. Arndt

    Irgendwelche persönlichen Verbindungen auch nach Bad Wörishofen?

  8. 00:53
    Rolf Wernicke

    Nein, überhaupt nicht.

  9. 00:53
    Ronald M. Arndt

    Warum immer wieder Bad Wörishofen?

  10. 00:55
    Rolf Wernicke

    Es war— ich meine, jetzt bleibst du ja für immer und ewig, aber— Hoffentlich, ne. Es war so tatsächlich, dass so 2008 Bankenkrise, Immobilienkrise war, und mein Vater hatte mir empfohlen, wenn ich in die Hotellerie gehe, dann sollte ich mir kein amerikanisches Unternehmen aussuchen, denn wenn die faule Arme abschneiden müssen oder generell Leute entlassen, dann würden sie im Ausland anfangen und mit Sicherheit auch in Deutschland. Dementsprechend sind ein paar große Ketten rausgeflogen aus der Auswahl. Und dann hatte ich mich in Rügen beworben und hier in Bad Wörishofen.

  11. 01:37
    Ronald M. Arndt

    Okay, und Steigenberger damals noch, müsste ja noch urdeutsch gewesen sein. Von daher bist du dem Rat deines Vaters gefolgt. War das dann die erste Station in der Hotellerie, oder?

  12. 01:47
    Rolf Wernicke

    Absolut. Nee, es war die zweite. Ich habe als 14-Jähriger im Königshof in Köln, das ist hinter der Domplatte, in einem kleinen bescheidenen Hotel, aber wirklich sehr cool war das damals. Der Inhaber war Herr Köhler. Da durfte ich ein Praktikum 2 Wochen machen und der hat mir das tatsächlich so schmackhaft gemacht, dass ich gesagt habe, das ist mein Metier. Also ich durfte da als 14-Jähriger im Anzug hin und der meinte dann morgens, du musst jetzt zum Frühstücksbuffet, nimm die Zeitung mit und erklär mir später, was hier in Köln denn im Moment so los ist. Und hat das sehr, sag ich mal, spielerisch angegangen. Und das ist, glaube ich, auch ein entscheidender Weg. Wie behandle ich den Praktikanten? Stecke ich den 2 Wochen irgendwohin zum Besteck polieren oder zeige ich dem die Hoteliersseite mal auch von Gastseite aus, wie sich ein Gast hier fühlt bei uns.

  13. 02:36
    Ronald M. Arndt

    Und das ist ja eine unheimlich prägende Zeit. Also so viele Möglichkeiten hat man im Alter ja gar nicht, irgendwo, sage ich mal, mitgenommen zu werden, Einblicke zu bekommen, die nachher dann auch so ein bisschen den Lebensweg natürlich mitbestimmen. Bei mir waren das mal ein Architekt, aber auch viele Hotels damals. Also mein Traum war es definitiv, einmal Direktor eines großen Hauses zu sein. Aber da gibt es ja seine Gründe, warum das dann nicht so geworden ist. Schön. Ja, und dann warst du hier. Zweite Station.

  14. 03:02
    Rolf Wernicke

    Es waren einige Monate, sage ich mal, des Besteckpolierens, des Toilettenputzens. Und wie das dann so ist, frisch Abitur, aus NRW hergekommen, und ich dachte, boah, mir gehört die Welt, ne. Das war auch so das, was man uns in der Schule gesagt hat, ihr seid die Elite von morgen. Und dann stehst du hier so und polierst da das zigtausendste Besteckteil, weil ich glaube, ich habe im Oktober angefangen und Weihnachten war nicht weit. Und dann dachte ich irgendwann, boah, ey, Ist das wirklich meins? Also dann zu Hause angekommen, habe ich gesagt, boah, ich will eigentlich hier Mediendesign studieren, also in Köln. Und meinte meinen Eltern auch so, nee, ziehst du durch. Und dann ging es aber doch relativ schnell in verantwortungsvollere Positionen. Und ich bin auch dankbar dafür, dass man, sage ich mal, gerade als Frischling in der Welt auch mal wieder auf den Boden der Tatsachen kommt und eben genau das tun muss, was in einem Hotel an Arbeit anfällt. Und war dann quasi im Hausdamenspätdienst, konnte den Turn-down-Service organisieren. Und so arbeitet man sich von Station zu Station, und das ist dann auch sehr spannend. Man hat das erste Mal dann, ich sage mal in Anführungsstrichen, Führungserfahrung gemacht und sagt, okay, ihr 3, ihr macht heute die Etage, ihr geht darunter. Man kriegt Anrufe, man koordiniert, und das ist dann spannend. Und dann gerade aus NRW kommt, aus dem Flachland, wo, sage ich mal, auch die Freizeitmöglichkeiten nicht vergleichbar sind mit dem Bayern hier. Das war dann das erste richtige Mountainbike, was man auch gebrauchen konnte, denn man war ja in den Bergen. Skifahren war auf einmal viel näher dran. Und dann ist man zusammen mit 30 anderen jungen Leuten im Job. Man hat die gleiche Aufgabe, man geht abends auch in eine Bar. Es gibt harte Zeiten, aber man kann am Ende drüber lachen. Und dann ist das auch alles halb so wild gewesen. Und ich habe dann auch gar keine andere Option mehr für mich gesehen, als diesen Job durchzuführen. Bin dann nach den 3 Jahren Ausbildung noch ein Jahr geblieben als Sales Manager und bin dann nach Neuseeland. Und das war auch eine sehr, sehr spannende Zeit. Du warst ja auch dort. Das ist ein Land, ich hatte damals das Gefühl, da ist noch Aufbruchsstimmung. Da kannst du irgendwie Schreiner sein und du wirst noch so viele Projekte haben, dass du da Millionär wirst. So war irgendwie das Feeling. Die Küche war sensationell, sehr französisch, lateinamerikanisch geprägt. Jeder hatte eine Baristamaschine. Ja, also es gab, das war 2012, ja, da gab es überall guten Kaffee. Wir reden jetzt hier im Jahr 2026. Wo sind die ganzen Baristamaschinen? Noch nicht in allen Hotels.

  15. 05:55
    Ronald M. Arndt

    Ja, du, ich erinnere mich an die ganzen Coffeeshops und so weiter.

  16. 05:58
    Rolf Wernicke

    Es war sensationell. Und ja, die Erfahrung war goldwert. Ich bin dann von Waiheke Island runter nach Queenstown in ein 5-Sterne-Haus. Da wurde ich das erste Mal sehr enttäuscht von der Hotellerie, muss ich dir ganz ehrlich sagen. Da war nach außen hin ganz, ganz viel Glanz und hinter den Kulissen tropfte es von der Decke. Das Personalessen war unterste Schublade. Der Empfangschef hatte nicht genug Geld, um sich ein Hemd, neues Hemd zu kaufen. Also der zog sich in der Situation das Sakko aus, und da waren nur noch Stofffetzen von übrig. Ich konnte es gar nicht fassen. Das war für mich so fernab der Realität, dass ich mich dann auch gefreut habe, wieder zurück nach Deutschland zu kommen und ja so einer Art Hotellerie auch den Rücken zu kehren. Also ich stehe extrem auf Privathotellerie oder Häuser, die man so führen kann, wie man seinen moralischen Ansprüchen halt unterlegen ist, ja. Und so führte es mich dann erstmal nach dem Ausland, erstmal wieder nach Hause gezogen, weil ich hatte ja keine Bleibe, habe dann einen Hotelbetriebswirt gemacht, berufsbegleitend, habe als Restaurantleiter gearbeitet in der Villa Sophienhöhe in Kerpen und bin dann 2015 das zweite Mal wieder hergekommen, nachdem ich mit Herrn Messner, meinem Mentor, auch von hier gesprochen habe. Und er hat mich dann in der Karriereleiter auch sehr gefördert. Das war dann Reservierungsleiter, Rooms Division Manager, und dann kam halt irgendwann per LinkedIn wieder: Hey, haben Sie Lust? Dann war ich auch lange genug hier, es gab kein Vorankommen, es gab einen stellvertretenden Direktor, und der Direktor in Kitzbühel hat gesagt: Du bist der zweite Mann, komm rüber. Und da habe ich gesagt, ja, Peter, ich muss gehen. Und er hat mich dann auch gehen lassen. Und Kitzbühel war erschreckend auch, also auch absolutes Luxushotel. Ich als leidenschaftlicher Mountainbiker, leidenschaftlicher Skifahrer, und ich meine wirklich leidenschaftlich, ich habe Mitte 20 das gelernt und war dann auch schon, sage ich mal, im Trickskibereich, also wo man dann auch mal ein paar größere Sprungschanzen mit ein paar Drehungen und so weiter auch in Anspruch nimmt. Ja, dachte, okay, geil, du bist im Skigebiet, du bist im Sportgebiet. Da ist einer der längsten Trails in Europa, der 7,2, 7,4 Kilometer Fleckalm Trail. Geil. Ich habe mein Downhillbike oder mein Mountainbike eingepackt, meine Skier und dachte, jetzt geht's los und komme da an in Kitzbühel und kannst dir ja vorstellen, wie viele Mitarbeiter sich fürs Skifahren und Mountainbiken dort interessieren. Die Situation mit den Drogen und mit den Partys da drüben war für mich auch wieder so ein Schock. Also auf einem anderen Niveau wie in Neuseeland, ne, aber dass da Kollegen mit Mitte 20 für 1.000, 1.500€ am Abend ins Fünferl gehen oder sowas und da Champagner saufen, als wären sie die Millionärsgäste, die wir betreuen, und es also katastrophal. Ich habe das nicht gepackt, ne. Der ganze Glanz ist dann auch für mich ja nur eine Fassade. Das ist keine Realität, da wird nur was gespielt, und das Kann ich nicht für mich akzeptieren. Also wenn man was macht, dann sollte es ehrlich sein, sonst wozu? Wozu sollte man sich so eine Scheinwelt geben, auch als Mitarbeiter sowie auch als Gast? Ja, verstehe ich nicht. Ich bin dann Gott sei Dank wieder abgeworben worden nach Bochum und ich war dann stellvertretender Shoppingcenterleiter. Dort und in Recklinghausen. Das war eine verdammt spannende Zeit. Du kommst aus der Hotellerie. Wir haben Computerprogramme, die sind 20 Jahre alt. Wir arbeiten nach genau denselben Prinzipien wie vor wahrscheinlich 100 Jahren. Du kennst es selbst. Es ist doch erstaunlich, dass wir noch Telefone auf den Zimmern haben, oder? Und dass das vorgeschrieben ist in einem kleinen Zimmer.

  17. 10:18
    Ronald M. Arndt

    Meine Suite, die ist so groß, also ich konnte gerade einen Koffer abstellen, mein Mikrofon holen und wieder runterkommen. Ich schaue nachher mal, wo ich das Telefon finde auf den 2 Etagen. Danke noch mal.

  18. 10:31
    Rolf Wernicke

    Es ist tatsächlich dann also sehr überraschend, wie die Welt da draußen funktioniert. Ich hatte da in Dinge Einsicht, also wir wussten, Wo ist unser Kunde? Wo befindet er sich? Von wo kommt er hergefahren? Wo verbringt er am meisten Zeit in einem Shop? Und ich rede da nicht von irgendwelchen, sage ich mal, mechanischen Zählkameras, die am Eingang eingebaut sind und da mechanisch noch hinterherzählen. Es war Innovation für mich. Es war Wahnsinn. Du hast auf einmal, weil du, wenn du ein Shoppingcenter leitest, bist du auch automatisch damals Geschäftsführer der Werbegemeinschaft gewesen und jeder Mieter zahlt dann ein. 2, 3, 4 Euro pro Quadratmeter in die Werbegemeinschaft. Und dann bist du da als 30-Jähriger und hast anderthalb Millionen Euro zu verwalten, auszugeben und natürlich in so einer Mitgliederversammlung das auch zu verteidigen, warum du es dafür ausgegeben hast. Und ganz andere Themen spielen eine Rolle wie Bevölkerungsdichte, Einkommenskraft. Wohin orientiert man sich? Welche Art von Werbung nutzt man, um ein Image aufzubessern oder um eine Veranstaltung zu füllen oder um den Umsatz zu stärken für die Mieter. Und das war eine neue Welt, eine ganz andere Welt, eine nicht romantische Welt, ja, sondern auch eine, eine ganz knallharte Welt, aber unglaublich lehrreich, unglaublich. Und dann bist du da in so einem, ja, Shoppingcenter, was aus Beton, Stahl und Glas besteht, und dann denkst du ja, also Ans Schöne gewöhnt man sich immer sehr schnell, aber an Trostlosigkeit, an kein Tageslicht, an keine goldenen Armaturen und Blumen und ein guter Geruch im Kurpark, daran gewöhnt man sich gar nicht so schnell, vielleicht sogar nie. In einer Notsituation macht man vielleicht alles, um wirtschaftlich bestehen zu bleiben, um eine Familie durchzubringen, aber Wenn es nicht notwendig ist, dann muss— musste ich für meine Person feststellen, ist diese Welt nicht unbedingt meins. Man hat einen sehr hohen Verbrauch, es wird viel gepredigt, was nicht eingehalten wird. Auch Themen wie Nachhaltigkeit werden da ganz, ganz groß gespielt. Aber dann muss man auch ehrlich sein, 99% der Produkte kommen aus China und werden übermorgen weggeschmissen. Es ist auch egal, wie viele Mieter pleite gehen morgen, kommen neue Mieter und verkaufen auch wieder Schrott an die Bevölkerung. Und das ist nicht meine Welt, das konnte ich nicht. Und dann kam wieder ein Anruf: Haben Sie Lust, ein Hotel zu führen? Und dann kannst du dir vorstellen, war die Antwort ziemlich einfach, ne. Ich hatte gerade in München ein sehr großes Center geführt mit ein paar 100 Millionen Euro Umsatz, aber darum geht's dann gar nicht mehr. Wenn du diese Hotelwelt— und du kennst sie ja sehr gut, du kennst sie besser als ich— wenn du da siehst, was da draußen für wunderschöne Hotels sind, in was für wunderschönen Gegenden, ist das schon paradiesisch als Arbeitsplatz, ne? Und wenn man dann seinen Job noch mag, bleibt ja keine andere Option übrig. Bin ich runter nach Reit im Winkel, wunderschönes Hotel, auch tolle Anlage. Und dann hat irgendwann der Peter Messner, mein Mentor, hier angerufen, gesagt, ich gehe in Ruhestand, willst du übernehmen? Und dann habe ich gesagt, natürlich, ich komme. War dann noch eine Weile quasi stellvertretender Direktor, Übergabe, und dann ist er in Ruhestand gegangen. Er hat dann mich auch noch eine Zeit lang hier begleitet als Berater. Und jetzt bin ich seit knapp, wann ist er denn, ja, knapp 2 Jahre, 2 Jahre jetzt leite ich das Haus. Und musste natürlich einige Themen in Angriff nehmen. Auch, also er hatte mich als Erstes beauftragt, die Homepage neu zu gestalten. Und dann haben wir natürlich im Land und in Bad Wörishofen ganz, ganz besonders ein gigantisches demografisches Problem. Das Haus hier war damals so aufgebaut, aufgestellt, hatte die die Crème de la Crème des Landes hier zu Gast. Wir haben da vorne, vielleicht hast du es gesehen, als du das Auto geparkt hast, 7 riesige Garagen. Das war für Fahrzeuge, die hatten hinten noch ein Büro drin. Das waren die Rolls-Royce, das waren also wirklich auf einem ganz anderen Niveau Gäste, die wirklich Gesundheitsurlaub gemacht haben, 6 Wochen lang, und große Firmen hier im Land geleitet haben. Der Ort, das Hotel, das kann ich nicht wirklich einschätzen, hat dann leider verpasst, die nächste Generation anzuziehen. Und dann kam in den 90ern noch hinzu, dass die Krankenkasse gesagt hat, wir übernehmen keine Kurleistungen in dem Ausmaß mehr. Somit ging es ja in allen Bädern steil bergab, und aus Kur wurde Wellness, und das Haus musste sich anders positionieren. Nichtsdestotrotz hat man lange dann eine Kinderpolitik, wo in 15-jähriges Kind um 14 Uhr den Spa verlassen musste, und das natürlich 2 Generationen eigentlich vollkommen abschreckt. Deine, meine, vielleicht ein bisschen älter noch, und die, die Kinder haben bis 14. Und dann haben wir gesagt, okay, wir müssen hieraus wieder ein 3-Generationen-Haus machen. Und es hat sich auch der Gast verändert. Wenn du hier vor 15 Jahren reingelaufen bist in den Frühstücksraum, dann war das so, dass die Leute dich angeguckt haben und sie wollten auch gesehen werden. Ja, die haben teilweise sogar saftige Trinkgelder gegeben, um an den richtigen Tischen zu sitzen. Das hat sich stark gewandelt. Der Gast ist nicht mehr darauf fokussiert, was andere von ihm denken. Er will zumindest nicht offline— der Gast will genießen. Ja, der geht nicht mehr extra zum Friseur und macht sich— oder wir haben noch ein paar, die sich richtig rausputzen, aber wir haben auch Gäste, die kommen mit Badelatschen in den Frühstücksraum, und die haben auch Geld. Also haben wir natürlich auch, sage ich mal, eine starke Veränderung, wie, was erwartet der Gast. Wir haben die Stühle auch rumgedreht. Du kannst jetzt in den Hotelpark gucken, ja, weil das eine wunderschöne Aussicht ist. Weil vielleicht interessiert den neuen Gast das gar nicht mehr, was da für Gäste reinkommen. Der will eine gute Zeit haben, der interessiert sich mehr für sein Wohlbefinden. Und dann haben wir natürlich Kinderpolitik, umgestellt, Familie ein bisschen mehr in den Fokus gerückt, auf Social Media ganz, ganz viel getan, also dass einfach ein modernes Erscheinungsbild, ein jüngeres Gefühl gegeben ist, denn wir haben die Infrastruktur. Und dann ist auch, dann kommen auch Fragen auf wie, ja, willst du als Familie ein 5-Gang-Galamenü essen mit Candlelight, was 3 Stunden dauert? Ich glaube nein. Ich glaube, wir haben dafür nicht die Geduld, weil die Kinder nicht die Geduld dafür haben. Und es ist auch vielleicht ein bisschen langweilig, ne? Vielleicht ist es cool, dass mal ein Grill in der Mitte der Außenterrasse brennt und da ein paar Köche live kochen. Das sind so die Ansätze, wie wir es angehen, ja. Oder draußen, ich habe da eine wunderschöne Fläche hinterm Pool. Was machen wir damit? Ich vermiete die an Camper für 200€. Da kommen Camper, Die können als allererstes in den Pool springen und wir müssen das Zimmer nicht rein. Sie bringen es mit. Mega. Ja, wir sind jünger geworden. Ich habe im Kleidungsstil nicht mehr die Vorschriften, dass man hier mit Krawatte und Sonstigem vorangeht, sondern der Mitarbeiter darf auch mal die Ärmel hochkrempeln bei 35 Grad. Und da hat jeder Verständnis für. Wir können das auch nicht mehr verlangen, so wie es mal war. Ich habe diese Schule noch mitgemacht. Ich bin auch dankbar und froh darüber, dass man in so Situationen das Leiden aushält. Aber es ist in dem Sinne auch nicht zeitgemäß, der Etikette halber jemanden leiden zu lassen.

  19. 19:06
    Ronald M. Arndt

    Ich habe es auf der Herfahrt meiner Frau gesagt, ich habe den Peter Messner dort, ich hatte mal die Gelegenheit, mit ihm in Lugano zu Abend zu essen.

  20. 19:14
    Rolf Wernicke

    Ach cool.

  21. 19:15
    Ronald M. Arndt

    Und Seitdem ist mir der Sonnenhof eben auch ein Begriff. Natürlich war ich noch nicht hier. Du sagst immer, dein Mentor. Was war er für ein Typ oder ist er für ein Typ?

  22. 19:28
    Rolf Wernicke

    Er ist ein harter Typ, aber ein herzlicher Kerl. Er musste das Haus hier aus einem sehr desolaten Zustand in ein Luxushotel führen. Und das geht nur mit sehr, sehr großer Disziplin und den richtigen Leuten. Und er war ein sehr korrekter Kerl. Also bei Herrn Messner ist nie ein Akzent in der Speisekarte falsch gesetzt gewesen. Es hat auch nie gefehlt. Er hat jeden Rechtschreibfehler in Korrespondenz gefunden. Es war ihm immer ein Anliegen, dass wir für den Gast alles ermöglichen, was legal ist, und wir quasi auch kein Nein von den Lippen lassen. Und das hat er sehr stringent durchgeführt und hat dieses Haus auch auf ein Niveau gehoben, was nicht viele Menschen hätten machen können unter den Voraussetzungen, die er hatte. Es war, sage ich mal, ein Billigreiseunternehmen, also wirklich zweistellig hatten hier ihre Heimat gefunden. Und dann muss man ja auch sehen, okay, was hat man noch für Leute? Können die Luxus? Und was habe ich für eine Infrastruktur? Und hat dann also sein Bestes gegeben. Er hat gebaut das Tagungszentrum in Spira, was auch entscheidend ist für den wirtschaftlichen Erfolg des Hauses, denn es war damals schon zu groß quasi für einen Kurort, in dem keine, keine Kurleistungen mehr übernommen werden, und aber auch, wo die Preise sowieso schon saftig waren in so einem Luxushaus, denn die Poollandschaft Die gab es schon. Er hat dann die König Ludwig Lounge gebaut und den Spa im Untergeschoss saniert, Fitnessräume und so weiter. Dann auch im Spa Saunabereich, den hat er auch saniert. Dann kam der Indoor-Biergarten für Tagungsgruppen, auch ein super Clou, weil da kann man Party machen, da sind keine Zimmer drumherum. Es ist also wirklich egal, was der Gast da macht, es ist cool. Und 2 2017 kam die Brasserie, 2019 hat er den Pool draußen gebaut, und 2021 kam dann noch die Klimaanlage in den Zimmern. Also immer zeitgemäß und zum richtigen Zeitpunkt auch, ne, weil wir haben die, die diese Infrastruktur dann auch immer gebraucht. Das Tagungszentrum für den wachsenden, für die damals wachsende Nachfrage durch Firmen zum Tagungszentrum. Und wenn man jetzt überlegt, Ich habe das Haus, sage ich mal, es hat sich schon stark verjüngt vom Publikum. Stell dir mal vor, ich hätte den Außenpool nicht, den Infinipool. Ohne den wäre ich auf Instagram auch schon also wirklich ein Stück ärmer.

  23. 22:24
    Ronald M. Arndt

    Ich sortiere gerade so im Kopf, womit ich anfange, womit ich aufhöre. Aber Indoor-Biergarten klingt gut und Infinipool sowieso. Ja, werde ich viel morgen reinpacken müssen in den Tag.

  24. 22:39
    Rolf Wernicke

    Ich hoffe, du hast ein bisschen Zeit, dir das Haus anzugucken. Also ich zeig dir auch gerne ein paar Ecken. Wir haben gerade—

  25. 22:46
    Ronald M. Arndt

    nachher gibt es noch Barbecue, wie du vorhin schon erwähnt hast.

  26. 22:48
    Rolf Wernicke

    Und das vom Kugelblitzgrill. Also da stehen die Jungs dann auch. Und das finde ich auch, ich finde das ganz wichtig, dass man die Köche sieht, dass die Köche mal auch in Interaktion treten mit den Gästen. Und dieser, wir haben zwar auch eine Showküche, aber jetzt kommen sie aus der Hauptküche auch mal und machen das da draußen mit Freude. Und das finde ich mega. Die Gäste lieben das auch, die haben einen ganz anderen Bezug. Genau, wenn da mal was in die Hose geht, ja, also dein Steak wird da draußen aus Versehen angezündet, weißt du, die haben sich wirklich angestrengt, die sind da draußen bei 28 Grad am Grill und machen das für dich. Und wenn die einen Fehler machen, dann ist das, weil das Menschen sind und eben keine Roboter oder eine Mikrowelle, die eine Fertigpackung da aufheizt.

  27. 23:34
    Ronald M. Arndt

    Eingangs meintest du, dein Vater hat gesagt, nicht zum Amerikaner gehen. Gibt's da eine Beziehung zu USA für dich?

  28. 23:41
    Rolf Wernicke

    Ja, ich bin tatsächlich dort geboren. Mein Vater ist da, oder meine Eltern haben dort studiert. Ich bin dann noch dort geboren, und mein Vater hatte jetzt nicht die beste Einstellung zu den Amerikanern. Er ist vom Bodensee unten und war in Dallas im letzten Teil, war dann in einer Situation, wo er, sag ich mal, viel eingeladen wurde und tolle Partys, und man hat ihn mit Chauffeur hin und her gefahren. Das ist toll, aber auf der anderen Seite hat er halt auch gesagt, da essen Menschen aus der Mülltonne gegenüber, ne. Und das hat er nicht ertragen. Und ich verstehe das auch, wenn man aus so einer Hallenecke kommt, diese Kontraste, die sind einfach nicht vertretbar, ne. Es ist natürlich, es bringt jetzt nichts, nicht hinzugucken, aber wenn man im eigenen Land ist und sagt, okay, ich akzeptiere diese Zustände nicht, ne, dann kann man was machen. Aber wenn man als Student da drüben ist, dann sagt man einfach nur, nee, ich kann mir das hier nicht länger vorstellen zu leben, und kam dann zurück mit meiner Mutter nach Deutschland. Und ich sage, die USA ist sehr kontrastreich. Ich war gerade in Texas und ich habe immer den Eindruck, alles, was kein Geld bringt, ja, also weil die sind schon im Endstadium des Kapitalismus, alles, was kein Geld bringt, wird einfach links liegen gelassen. Und das merkt man, egal ob es ein Hotel ist oder der Highway, also einfach Schade, ist schade. Dieser amerikanische Traum, ich weiß nicht, ob der, ob der funktioniert hat und für wen, für ein paar schon.

  29. 25:19
    Ronald M. Arndt

    Ja, kommen wir von USA mal wieder nach Bad Wörishofen zurück. Wie steht der Ort mittlerweile da nach all den Veränderungen, die du vorher schon angesprochen hast?

  30. 25:30
    Rolf Wernicke

    Ich glaube, es ist recht kompliziert. Ich glaube, es ist politisch nicht einfach hier. Viele schreien nach Veränderung. Ich habe auch mal ein ganz tolles Strategiepapier von der Homepage der Stadt runtergeladen und noch aus meiner Shoppingcenter-Zeit einfach mal für mich analysiert. Und ich war eigentlich von der Analyse sehr angetan. Die wurde aber meines Wissens nie auch nur ansatzweise umgesetzt. Das heißt, wir steuern natürlich einer gigantischen, der gigantischen demografischen Explosion entgegen. Also was passiert, wenn die älteren Generationen wegfallen für diesen Ort? Darüber muss man sich hier wirklich Gedanken machen. Ich hoffe, dass der neue Bürgermeister, der wohl auch schon einige Impulse setzt, da konstruktive Ideen hat, die dann auch umgesetzt werden. Aber da ich kein Politiker bin und ich nicht weiß, wie die Räder da mahlen, und ich glaube, die mahlen sehr langsam bis gar nicht. Das ist meine Vermutung. Wird es auch für den nicht leicht. Ja, ich, hattest du schon mal in so einer Situation da vielleicht Erfahrung gesammelt? Wie ist das, wenn du da eine geile Idee hast, bist Bürgermeister, kannst du die umsetzen? Ich glaube, so einfach ist das nicht wie im Hotel, ne? Wenn wir sagen, komm, lass morgen, lass morgen im Hotelpark irgendwie eine Party schmeißen, machen wir das. Aber in so einer bürokratisierten Politikwelt Politik ist das eine, Großunternehmen ist das andere.

  31. 27:05
    Ronald M. Arndt

    Also vielleicht ist es auch ein deutsches Thema mittlerweile, dass einfach viele Dinge einfach, warum auch immer, lange brauchen oder aus Bequemlichkeit nicht angegangen werden. Aber andere Sache. Ja gut, aber du bist voller Zuversicht. Und nicht nur das, du hast ja schon mit Peter Messner zusammen, jetzt vor allem auch in deiner Verantwortung da einiges bewegt. Das ist die Bildsprache auf der Webseite natürlich, die mir sofort aufgefallen ist. Dann die Ansprache an Familien, wie du gerade meintest. Am Ende hat man dann vielleicht aber auch als Einzelhaus die Möglichkeit, die Zukunft zu gestalten.

  32. 27:48
    Rolf Wernicke

    Ja, und man sieht es auch, man spürt es auch. Also auch der Gast verändert sich dann relativ schnell. Also es ist dann lauter, da sind dann 17 Kinder und rennen im Hotelpark rum. Und dann kommen auch Gäste und sagen, toll, Herr Wernicke, wir sind zwar Schalang-Großeltern, aber wir finden das ganz, ganz toll, was hier passiert. Und dann kommen aber auch welche, sagen, ja, Wernicke, Sie, das ist der schlechteste Direktor aller Zeiten. Das sind dann diese Kontraste. Aber klar, man kann nicht alle glücklich machen. Es geht nicht. Der eine, der die absolute Ruhe will und keine Kinder mag, der wird es verabscheuen, dass wir diese Änderung vorgenommen haben. Aber dann sage ich auch, das ist nur in den bayerischen Ferien. Sie haben die Möglichkeit, jederzeit zu kommen. Familien mit Kindern nicht. Ja, und dementsprechend tut es mir auch nicht leid, weil du weißt, wie das ist, du hast 2 Kinder. Ja, wenn du in Italien bist, da kommen die Kellner, knuffen die, alle haben Spaß, keiner ist gestört. Es ist einfach grundsätzlich lauter. Und bei uns in Deutschland Deutschland ist die Abteilung Hundefutter und Katzenfutter im Supermarkt größer als die für Kinder. Das ist auch, sage ich mal, der Grund für den demografischen, für das demografische Problem hier. Ja, das ist offensichtlich. Und dann schießen wir noch einen nach, indem wir Kinder ausgrenzen. Ist das der Weg? Ich glaube nicht.

  33. 29:28
    Ronald M. Arndt

    Naja, egal wie es von Bad Wörishofen gerade steht. Vielen, allen schon allein aufgrund des Bads im Namen, das ist natürlich ein Begriff für Gesundheit, für Wohlergehen. Wie nimmt sich der Sonnenhof diesem Erbe an?

  34. 29:46
    Rolf Wernicke

    Wir haben natürlich alle traditionellen Angebote im Kneipensegment, die der Ort auch hat.

  35. 29:51
    Ronald M. Arndt

    War der Kneip nicht auch von hier sogar?

  36. 29:53
    Rolf Wernicke

    Ja, genau, er kommt aus Bad Wörishofen, beziehungsweise Seine Lehre hat er hier entwickelt und dementsprechend hatte, hatte dieser Ort oder hat auch diese Strahlkraft. Das Thema Gesundheit spielt immer noch eine Rolle, egal ob man es heute Longevity tauft, dann so wie wir das jetzt machen. Wir nennen es, lass mich nicht lügen, Hydrobehandlung dann.

  37. 30:15
    Ronald M. Arndt

    Okay, aber es ist, versuchst du den Begriff Longevity zu—

  38. 30:20
    Rolf Wernicke

    ja, nee, also wir wirklich, wir bieten jetzt auch Longevity-Pakete an und man muss auch ganz ehrlich sein, diese Lehre ist absolut sinnvoll. Also Kaltwasser treten, der Geist muss, muss gut unterwegs sein, gutes Essen. Hier und dort muss vielleicht auch mal ein Arzt drüberschauen, ja, oder ein Physiotherapeut. Und mit den Methoden, die man heute hat, also kann der Arzt einem auch mal irgendwie eine Vitamin-C-Infusion geben, dass es vielleicht übermorgen einem noch mal deutlich besser geht, oder oder von daher, das Thema ist präsent, es ist auch heute präsenter denn je.

  39. 31:00
    Ronald M. Arndt

    Ich glaube, die Gesundheit hat lange Zeit eine untergeordnete Rolle gespielt, gerade für sehr, sag mal, Managerposten oder sehr fleißige Handwerker, die sich quasi kaputt rackern Also eigentlich genau die Generation, die jetzt hier als dritte Generation im Bunde, ja, kommt mir gerade so ein bisschen das Bild, ja, die eben dafür auch bekannt sind, ne, einfach sehr viel und durchgearbeitet zu haben. Und gerade die, und das, unsereins macht sich schon ein bisschen mehr Gedanken, ja, zur Gesundheit, ne, bei aller Arbeit.

  40. 31:42
    Rolf Wernicke

    Aber auch in unserer Generation, glaube ich, gibt es noch viele, die einfach blind durchrackern bis zum Umfallen, ne. Ich muss ja auch, ich muss ja auch gestehen, ich habe, ich habe mich noch nie krank gemeldet in meiner Karriere. Noch nie, seitdem ich arbeite. Ich komme mit einer gebrochenen Nase zur Arbeit, ich komme mit einer Grippe, es ist eigentlich egal, ich stehe da. Und wir haben noch ein paar von diesen Menschen. Der Herr Messner ist, glaube ich, in Ruhestand gegangen, da war auch kein Krankheitstag auf der Uhr in den 20 Jahren. Klar, wir haben die Möglichkeiten, wenn du dann fieberst oder so, dass du dir einen Tag freinimmst. Das kann jetzt auch nicht jede Position, aber es ist auch so ein bisschen so, die Einstellung, ne. Ich, nicht dass ich das erwarten würde.

  41. 32:28
    Ronald M. Arndt

    Na gut, das war früher die Einstellung. Ja, das ist jetzt alles aufgekommen seit spätestens Corona. Ja, dass man alles so ein bisschen sehr privat sieht.

  42. 32:37
    Rolf Wernicke

    Ja, absolut. Und es ist auch ein bisschen eskaliert. Also wenn man eine Krankmeldung wegen einem Muskelkater kriegt, dann finde ich, ist das die andere Seite des Extrems, ne, wo man sagt, okay, komm, ist vielleicht doch ein bisschen übertrieben. Also da kann man auch mit Muskelkater, kann man auch arbeiten, tut dann halt weh. Aber genau solche Leute kommen jetzt auch auf den Trichter, dass der Körper nicht unendliche Ressourcen hat und dass der auch mal irgendwann nachgibt. Da kann der Geist stärker sein, aber der Körper gibt irgendwann auf. Und solche Menschen, die sollten vielleicht auch mal 2 Wochen nach Bad Wörishofen, muss ja nicht zu uns kommen, aber einfach mal Natur, die Kneipenanwendungen, Essen und zur Ruhe kommen, weil das kann man hier im Ort. Das ist sehr, sehr gediegen. Hier gibt es keine Ampeln, hier gibt es keinen Stress. Es ist einfach zum Runterkommen. Das ist das Tolle. Wir haben hier hinter unserem Hotel ist der Kurpark.

  43. 33:36
    Ronald M. Arndt

    Ich habe auch fast keinen Zebrastreifen gesehen beim Herfahren.

  44. 33:43
    Rolf Wernicke

    Hier ist Hotelpark, da ist Kurpark. Meine Frau liebt es mit den Kindern auch einfach mal durch den Kurpark Kurpark zu spazieren, weil das ist wirklich schön. Und wo nimmt man sich die Zeit, mal so ein bisschen rauszukommen in unserem Alltag? Und die meisten Menschen wohnen in Städten. Ja klar, es gibt irgendwo einen Stadtpark, aber das kann man nicht vergleichen mit so einem Kurpark hier auf dem Land.

  45. 34:08
    Ronald M. Arndt

    So einem gewachsenen, das heißt alles andere als neu angelegt, sondern da findet man ja dann auch noch das Kneippbecken und die Vogelvoliere. Also einfach so Basics, die wir auch aus der Kindheit kennen, die uns damals eben begeistert haben, wo es eben noch keine digitalen Smartphones, Tablets etc. gab, ne.

  46. 34:28
    Rolf Wernicke

    Ja, wie wunderschön ist diese Zeit gewesen, ne. Würde ich auch den künftigen Generationen so sehr wünschen. Ich habe vor ein paar Tagen mit einer Fahrschullehrerin gesprochen, die meinte, die Motorik hat auch ganz stark nachgelassen. Also Lenken und Schalten und das technische Verständnis für ein Auto sind aufgrund des Überkonsums von PlayStation und Handy wirklich auf einem schlechten Niveau. Also das hat auch andere Auswirkungen. Das zieht sich in alle Bereiche.

  47. 35:04
    Ronald M. Arndt

    Ja, aber wir haben ja ganz, also muss ich, ich denke auch gerade nach, dann bedeutet das aber eigentlich auch, ich meine, dann geht man wirklich so von unserer Generation aus oder auch älter, und da geht es um lebensverlängernde Maßnahmen. Als Amateur würde man das so denken. Aber diesen ganzen Begriff, vielleicht nicht der Begriff per se, aber die Haltung, die ein Hotel auch ausstrahlen kann, kann ja wirklich am Ende auch dann 3 Generationen betreffen. Ja, wenn es einfach heißt, hier ist der Grill, hier ist der Kugelgrill, das Entertainment, das ist die Küche, liebes Kind, da kannst du zuschauen, wie überhaupt sowas hier zubereitet wird, ne?

  48. 35:36
    Rolf Wernicke

    Ja, ganz genau so sehe ich das auch.

  49. 35:38
    Ronald M. Arndt

    Das ist das Zusammenerleben mit den Eltern, mit den Großeltern.

  50. 35:41
    Rolf Wernicke

    Und im Idealfall laden die Großeltern ihre Kinder mit Kindern ein, weil die finanziell vielleicht noch nicht so dastehen. Und dann hast du einen unvergesslichen Urlaub. Weil vielleicht hattest du auch so Situationen, wo du mit den Eltern bei den Großeltern warst, und sowas zieht einen auch wieder an. Also wenn man dann überlegt, oh, ich war damals am Lago Maggiore, vielleicht gehe ich da mit meinen Kindern auch noch mal irgendwann hin. Und so ist der Sonnenhof auch. Also wir haben heute, hatte ich Gäste da, wo ich den Sohn von ihr, den kenne ich, da war der noch ein kleiner Kerl, ich weiß nicht, wie alt der war, 10 oder was, der ist heute mit Kind da. Heißt, wir haben Neugeborenes. Ist doch cool, cool. Es sind wieder 3 Generationen, ne. Leider Gottes ist die Seniorin verstorben, Senior, aber jetzt sind sie, ist die nächste Generation auch einfach ins Leben getreten. Und das Haus hier hat von der Moderne bis zum Klassizistischen ja auch alles da. Also willst du ein gemütliches, ein plüschiges Zimmer, ja, dann gehst du in unseren Kurparkeck. Willst du ein modernes Zimmer, ein Studio-Apartment, dann gehst du einfach hier rüber ins Auch in den Restaurantkonzepten, siehst du, wo wir jetzt sitzen, in der Brasserie, das ist super clean, modern. Und dann wirst du morgen im Wintergarten frühstücken, ja, mit Gold an den Decken, wirst den Murano-Leuchter sehen, der mundgeblasen wurde, und bist wieder in einer anderen Welt. Und so kann man sich hier durchbewegen, und ich denke, das kann jeden ansprechen.

  51. 37:12
    Ronald M. Arndt

    Das ist eine der Fragen gewesen, wenn du Familien anziehst, auch mehr und mehr, Wie wirkt sich das auf die Zimmer aus? Ist da was passiert in der letzten Zeit?

  52. 37:22
    Rolf Wernicke

    Ja, also wir brauchen natürlich für Familien größere Zimmer. Dann haben wir mit den neuen Apartments auch Zimmer, wo du mal einen Babybrei erwärmen kannst, weil sie mit einer Kitchenette ausgestattet sind. Und da dürfen natürlich auch keine Treppen im Weg sein, wenn du so einen Kinderwagen schiebst. Wir haben die Infrastruktur, wir können die versorgen und sind vollstens auch drauf eingestellt.

  53. 37:44
    Ronald M. Arndt

    Das habt ihr schon gemacht, ja, mit Kitchenette?

  54. 37:46
    Rolf Wernicke

    Ja, das ist alles drin, das ist alles drin.

  55. 37:46
    Ronald M. Arndt

    Auch die Pools warm genug, ne?

  56. 37:49
    Rolf Wernicke

    Und unser Whirlpool hat, also der große, das große Whirlpoolbecken hat 34 Grad. Da kannst du auch mit einem Neugeborenen rein, habe ich selber gemacht. Und unser Außenpool hat 32 Grad. Das sind so die 2 wärmeren, sodass du auch mit Kleinkindern wirklich schwimmen kannst. Du kennst es selber, wenn das Wasser zu kalt ist, gibt es nur Geschrei.

  57. 38:08
    Ronald M. Arndt

    Ja, so, jetzt hast du eine Vision und du hast auch einfach den Typ an Gast schon hier, den du, den du hier siehst, auch für die Zukunft. Am Ende bist du aber trotzdem der Unternehmer, der auch, sag ich mal, die Wege finden muss, um genau die und immer mehr und von überall her hierher zu bringen. Ja, hast du da so ein bisschen Schlüssel schon gefunden, oder?

  58. 38:31
    Rolf Wernicke

    Also wir haben unsere Distributionskanäle erweitert, wir haben mit den Preisen auch ganz viel experimentiert. Social Media ist ein Riesenthema, wir haben eine PR-Agentur, wo wir Events machen und, sag ich mal, auch so im Raum München natürlich auch nach Aufmerksamkeit suchen. Und ich sag mal, wir sind recht unkonventionell im Vorgehen. Also wenn wir was sehen, was cool ist, dann probieren wir es aus. Wenn es nichts ist, dann ist das so, ja. Am Ende des Tages machen wir ja eh alle das Gleiche. Wir bieten alle auf die gleichen Schlagbegriffe mit, mit SEO sehr und treiben die Preise bei Google nach oben. Weil wir alle einen Wellnessbereich haben. Dementsprechend kannst du gar nicht so laut sein, wie du es sein willst, ja. Also das funktioniert so. Ich habe ein cooles Loyalty-Programm gefunden, wo ich echt happy bin, was, wo du ein direktes Cashback kriegst per E-Mail. Für uns super einfach. Ich, das Ding wird bombig genutzt. Der Campingplatz war, fand ich mega cool, wirklich geil. Man muss einfach schauen, was, wann kam die Idee, also Es gab eine Tagung vor 2 Jahren und da war eine ehemalige, ein ehemaliges Vorstandsmitglied der Firma und die hatte einen Camper dabei. Und da haben wir es den Tag vorher, haben wir das eingeführt und die hat als Erste auf den Camper. Das war cool, das war richtig cool.

  59. 40:14
    Ronald M. Arndt

    Ich meine, das ist ja ein wachsendes Segment, ne?

  60. 40:16
    Rolf Wernicke

    Also nicht nur Glamping, sondern aber auch, die sind doch alle unterwegs gewesen in der Corona-Zeit und ich weiß nicht, wie hunderttausende Camper da hast. Und Freunde haben sich dann selber die Dinger ausgebaut, ne. Leute, die Kohle hatten, die haben eine halbe Million auf den Tisch gelegt. Und da habe ich mir immer gedacht, wenn du eine halbe Million auf den Tisch legst für so einen Camper, dann hast du doch eigentlich gar keinen Bock zu campen, ja. Du fährst dann doch nicht auf so einen Campingplatz mit so 500 in der Reihe, wo man seine Flagge in den Boden sticht und neben dir ist ein Zelt und irgendwie wird da gesoffen und es lauert, sondern du willst das Erlebnis haben, dieses Campern, was, aber du willst eigentlich den Service eines Hotels. Und genau das ist der Fall. Also die kommen ja hier mit Geräten an, das ist ja ein Tiny House, ne, und parken da. Und es ist cool, die freuen sich auch, ne, die können wirklich da durchs Tor, die brauchen 2 Meter zum Pool, und sonst haben die ja alles. Dann gehen die frühstücken bei uns, sehen auch, also alle sind happy. Ich bin happy und die sind auch happy. Wir haben da 5 Sterne von 5 Sternen bewertet. Das schaffst du ja heute gar nicht mehr irgendwo, weil du gar nicht jeden zufriedenstellen kannst, ne? Aber da haben wir 5-Sterne-Campingplatz.

  61. 41:25
    Ronald M. Arndt

    Ich kann mir gut vorstellen, Rolf, dass du die, deine Leute, dein Team, deine Mannschaft, allein schon aufgrund deiner Art gut mitziehen kannst. Hast du trotzdem so ein bisschen manchmal was, was, wie schaffst du das? Wie bindest du die ein?

  62. 41:40
    Rolf Wernicke

    Wie, also ich bin tatsächlich sehr, sehr viel im Haus unterwegs. Ich kenne die alle persönlich, sage ich, kenne auch 98, 99% der Namen, je nachdem wie viele Wochen zwischen Neueinstellung sind. Es ist immer natürlich in der Regel ein sehr lockerer Umgang und auch eher ein freundschaftlicher. Und wenn es dann halt mal danebengeht, dann muss man auch einfach mal streng sein, sagen, bis hierhin und nicht weiter. Man kann hier Spaß haben, und das ist auch der Weg. Man muss Spaß haben an seinem Job in der Hotellerie, weil im Zweifelsfall kriegst du von den Gästen mal einen weg, ja. Und da musst du einfach auch aufgestellt sein und wissen, wir, das Hotel, stehen hinter dir als Angestellten. Und das zeige ich auch in manchen Situationen. Also wenn dann jemand angeschrien wird am Empfang, dann gehe ich auch dazwischen, und dann lasse ich mich anschreien, und dann sage ich, Sie haben Glück, dass Sie mich angeschrien haben, weil sonst hätte ich Sie jetzt nach Hause geschickt und den Beherbergungsvertrag aufgehoben. Und ich sage auch den Leuten, wenn sie gut sind, hin und wieder, ne, es ist nicht zu viel. Ich weiß, da könnte man noch ein bisschen mehr machen, versuche ich auch, aber eher, ich bin eher der motivierende Typ, der aber auch weiß, wie Hotellerie funktioniert. Das muss vielleicht einfach selber auch mal mit den Leuten reden. Das ist natürlich immer einfach gut, über sich selbst zu sprechen, aber es ist fast familiär, ganz ehrlich, fast familiär. Wenn hier was ist, wenn Mitarbeiter ein Problem hat, dann helfen wir dem, aber richtig. Also, und wenn es eine Kleinigkeit ist und du ziehst um morgen, dann helfen wir dir auch mal mit dem Transporter, dass er nicht ganz so oft gehen muss.

  63. 43:21
    Ronald M. Arndt

    Wie gesagt, noch habe ich nicht die Gelegenheit gehabt, mich hier im Detail umzuschauen. Das startet gleich nach dem Podcast mit dem Barbecue. Ich weiß gar nicht, wie viel Platz du hier noch hast, um irgendwelche Dinge neu zu machen. Gibt es da so ein paar Sachen, wo du sagst, die nächsten Jahre, was fehlt, was soll?

  64. 43:38
    Rolf Wernicke

    Was viel passiert ist, ich habe viele Möbel neu anschaffen dürfen. Und die haben auch einen direkten Impact einfach auf das Flair gegeben. Also im Wintergarten ist nicht mehr der typische Luxushotellerie-Pressspan-Tisch, den du unter einer Tischdecke verstecken musst, und der gediegene Stuhl, sondern wir haben da super, so wie hier auch, super hochmoderne Tische und Stühle von der Firma Wagner, die halbe Stunde von hier ist, also auch lokales Unternehmen, Familienunternehmen, super cool. Und damit sind auch die Tische weggefallen. Und das Gleiche ist jetzt auch auf der Terrasse. Da haben wir auch super moderne, frische Stühle, die sind gestern gekommen. Musst du mir mal dein Feedback geben, was du dazu sagst. Und ansonsten habe ich jetzt baulich, dadurch dass gerade ein 10-Millionen-Projekt hier abgeschlossen wurde, noch keine großen Anforderungen. Ich würde natürlich gerne irgendwann, weil das wäre für mich als Direktor das Einfachste, einen Pool separat von den anderen Pools bauen, dass du sagst, okay, Kinder, die mal richtig die Energie rauslassen müssen, können da machen, was sie wollen. Backflips und alles, also einfach die Energie rauslassen und brüllen und sich freuen und die Rutschbahn und was auch immer. Und in einem anderen für die Leute, die die Ruhe suchen, dass ich das räumlich trennen könnte. Im Moment geht das nicht. Es geht nur über eine gewisse Art von Respekt, den einen sowie aber auch den anderen gegenüber. Dass ein Kind aus Freude mal schreit, ist ganz normal. Dass ein älteres Paar, was hierher kommt, oder auch ein jüngeres, mal Ruhe braucht, das wissen wir auch. Ja, also die Generationen müssen sich derzeit respektieren. Das wäre mit so einer baulichen Veränderung natürlich leichter. Und ansonsten ein Biergarten im Hotelpark.

  65. 45:40
    Ronald M. Arndt

    Also draußen dann. Ja, ja, genau. Da freut sich auch der Camper wieder.

  66. 45:47
    Rolf Wernicke

    Das wäre cool. Der kürzeste Weg zum Biergarten aller Zeiten.

  67. 45:51
    Ronald M. Arndt

    Bist du, ich meine, du hast Family und alles und hast hier viel zu tun. Brauchst du noch Inspiration? Holst du dir noch Inspiration? Das ist schwierig.

  68. 46:03
    Rolf Wernicke

    Ich bin, ich bin sehr kreativ, würde ich behaupten, sehr fantasievoll. Wir haben hier, ich habe auch eine tolle unterstützende Frau Servatius, also sie ist meine rechte Hand eben im Sinne der Marketingmaßnahmen, der strategischen Maßnahmen, wo ich viel mit ihr spreche. Sie ist auch deutlich jünger als ich, ist 25. Und wir haben, oder wir haben hier sehr, sehr viel umgesetzt in der kurzen Zeit. Wir haben von der Bildsprache, wir haben die Hotelprospekte ja so umgesetzt, wo ich sage, das ist glaube ich auch zeitgemäß. Also wenn du unser Hotelprospekt aufmachst, da steht da fast nichts drin, da sind nur Bilder, das sind nur Emotionen. Und ich glaube, ohne, ich will mich gar nicht irgendwie vorreden, aber wenn ich da draußen bin auf irgendeiner Messe und jetzt reden alle über KI und so weiter. Ich glaube, da sind wir denen um einiges voraus. Ich habe schon die erste Müll-KI wieder abbauen lassen, weil ich festgestellt habe, die wird so nicht angenommen, weil sie auch nicht ideal funktioniert. Aber ein System, was erfasst, was weggeworfen wird, in welcher Menge und zu welchem Wert, und dann Vorschläge gibt, was hättest du daraus machen können, dass das hier KI eingesetzt wird, ist völlig klar. Ja, wir haben auch keine Angst davor. Ich bin mir sicher, dass in Zukunft einige Jobs wegfallen werden. Da muss man auch ganz offen und ehrlich sein, was Verwaltung angeht. Wenn Two-Way-Schnittstellen da sind und ein Hotelprogramm mit der KI arbeitet und auch wieder zurück die Information schickt, was denkst du, wie viele Stellen unnötig werden? Da muss man gar nicht hier groß rumlügen. Das ist so. Das war so, wie als die Roboter eingeführt wurden im Fahrzeugbau. Also wir sind für alles offen. Wir setzen vieles um, wo, was ich denke, was, was schon innovativ ist, auch ohne dass wir uns viel von anderen abgucken oder dass ich viel in andere Hotels gehe und sage, oh, guck mal, die machen das so und so. Ich glaube, es ist Common Sense, weil am Ende ist die Branche uralt. Wir sind, ich weiß nicht, seit wie viel tausenden Jahren unterwegs, und die Basis ist, oder der Kern ist, wir geben dem ein gutes Zimmer, und wir geben dem Gast was Leckeres zu essen. Und aller technischer Schnickschnack wird daran nie was ändern.

  69. 48:36
    Ronald M. Arndt

    So, eine kleine Pause gemacht, um das Bier nachzufüllen. Aber es war spannend, was du gerade gesagt hast, dass man in der Hotellerie einfach natürlich auch auf dem Niveau immer sofort ad hoc ein Feedback bekommt auf das, was man tut, ne.

  70. 48:51
    Rolf Wernicke

    Das hat man in wenigen Industrien und Branchen. Absolut, das ist das Spannende. Also Gast kommt auf sein Zimmer und da fehlt ein Stuhl, weil auf der Homepage war ein Stuhl abgebildet in dem Zimmer oder in der Kategorie, und dann die wollen Manager sprechen, und dann stehst du da, musst denen das erklären.

  71. 49:10
    Ronald M. Arndt

    Und hast du vorher gesagt, die Stühle sind eine halbe Stunde nur entfernt von hier, oder Tisch oder was?

  72. 49:15
    Rolf Wernicke

    Und das hast du halt sonst nicht, ne. Also sagen wir mal, du kaufst irgendwo einen Schuh und der ist 3 Monate später kaputt, oder 7 Monate später, dann sagst du, okay, der Schuh ist kaputt, ich kaufe mir einen neuen. Du kannst nicht überall nach dem Verantwortlichen fragen, bei uns schon. Und das ist deshalb auch eine ganz andere Branche, und wir reagieren und arbeiten auch ganz anders, weil wir das direkte Feedback erhalten können, je nachdem wie das Hotel ausgelegt ist, ne. Also es gibt auch Häuser, wo du—

  73. 49:44
    Ronald M. Arndt

    das hast du gerade hier erwähnt, 10 Millionen sind schon wieder hier versenkt. Ja, gibt es denn die Möglichkeit, egal wer der Eigentümer ist am Ende von so einem Haus, ein Haus so, wie du es führst, wirtschaftlich erfolgreich zu führen? Oder ist es immer auch—

  74. 50:01
    Rolf Wernicke

    Absolut, es ist immer die Frage, wie weit schaffst du es mit der Auslastung? Ist die Durchschnittsrate für irgendwen wichtig? Also das ist schon durchaus möglich. Mein Bruder, der leitet ein Haus eine halbe Stunde von hier, ist ein ganz anderes Konzept. Der hat übrigens auch seine Ausbildung hier gemacht. Und diese, diese Renditeobjekte sind hervorragend aufgestellt, ne. Wir haben mit Robotik, mit Digitalisierung natürlich auch neue Möglichkeiten in der Luxushotellerie.

  75. 50:37
    Ronald M. Arndt

    Also die KIs, die kosten einfach Herzenswert, ne. Ja, absolut.

  76. 50:43
    Rolf Wernicke

    Nichtsdestotrotz, also du hast natürlich immer stark dran zu arbeiten, weil eben hohe Personalintensität und Schwankungen in der Auslastung, große Konkurrenz. Also wenn ich nach Südtirol heute schaue und sehe, was die Kollegen da bauen können, dann bin ich schwer beeindruckt. Also so ein Stelzen-Infinity-Pool, nur dass ich auf Instagram sowas posten kann, das ist schon beeindruckend. Aber da bist halt auch fürs Wochenende irgendwie in der kleinsten Kategorie 8.000€ los. Das können wir hier Also wir müssen uns wirklich Gedanken machen, wie kriegen wir den Gast hierhin? Es fällt uns nicht einfach so in den Schoß. Es gehört wirklich Hirnschmalz und viel Leidenschaft dazu. Ja, aber ich freue mich für die Kollegen in Südtirol, wirklich. Ich bin beeindruckt. Ich liebe die Ecke auch. Das ist wundervoll. Auch in Tirol gibt es ganz tolle—

  77. 51:37
    Ronald M. Arndt

    und auch da ist ja nichts den Leuten zugeflogen. Es gibt einen Hotel-Podcast jetzt auch in Südtirol mittlerweile, wo man schon weiß, da wurde vor 10 Jahren sehr viel Geld auf eine Karte gesetzt und erst jetzt sieht man, dass man die Raten entsprechend durchsetzen kann, dass es dann auch irgendwie die Zielkundschaft erreicht. Nein, nein, das ist ja das Schöne. Genau, aber ich finde den Vergleich super interessant, weil natürlich müssen wir gucken, muss Bad Wörishofen schauen, wie man den Zauber wecken kann. Das ist, wie du es alles beschrieben hast, und der Kurpark ist eine Sache, das Haus ist die andere Sache. Da ist so viel möglich, wenn man macht.

  78. 52:19
    Rolf Wernicke

    Absolut. Ich meine, es gab, es gibt ja auch für alles seine Phasen. Es gibt Skigebiete irgendwo in Italien, die waren mal cool.

  79. 52:28
    Ronald M. Arndt

    Genau.

  80. 52:29
    Rolf Wernicke

    Und dann kommen neue auf. Wenn man hier in diese Region guckt, ist vor 70 Jahren war hier nur Landwirtschaft. Oberstdorf, ja, was ist da passiert? Es hat sich schon enorm entwickelt. Aber es gibt halt auch neue Destinationen. Was hört man jetzt alles über Albanien? Albanien. Ja, alle sagen Albanien.

  81. 52:48
    Ronald M. Arndt

    Ja, mein Kumpel hat mir gestern ein Bild geschickt aus Albanien vom Infinity Pool und dahinter der See. Und ich glaube, ich glaube, das ist richtig.

  82. 52:58
    Rolf Wernicke

    Und dementsprechend, wir werden ja nicht von heute auf morgen 20-mal mehr Reisende. Also man muss halt schauen, okay, wie kriegt man was ab vom Kuchen?

  83. 53:06
    Ronald M. Arndt

    Rolf, du begeisterst mich. Ganz lieben Dank einfach. Und ich glaube auch ganz viele andere Zuhörer, Zuschauer vom Hotelpodcast. Das ist mehr als Motivation Das ist ganz, ganz, ganz lieben Dank dafür. Der Grill ist an. Ich rieche ihn zwar nicht, aber ich spüre es. Ja, und es ist nicht weit Bad Wörishofen für mich. Und ich befürchte und ich glaube und ich wünsche es dir, dass der Weg hier erst wieder einen Anfang genommen hat. Du hast vorher gesagt, 2 Jahre jetzt in der, in der, in der führenden, leitenden Position Ja, Glückwunsch schon mal da zu dem kleinen Jubiläum und für die nächste Zeit. Und ich, Ronald, und Hotel Podcast, wir bleiben dran und ich komme da ganz bald wieder.

  84. 53:57
    Rolf Wernicke

    Großartig. Ich danke dir, Ronald, auch für das sehr angenehme Gespräch, Interview. Du hast mich viel ausreden lassen. Ich hätte gar nicht gedacht, dass so viel am Stück—

  85. 54:06
    Ronald M. Arndt

    Das war jetzt Teil 1, ja.

  86. 54:10
    Rolf Wernicke

    Ich wünsche dir einen wunderschönen Abend hier mit deiner Familie, dass du ein bisschen das Haus erlebst, so wie ich es auch sehe.

  87. 54:15
    Ronald M. Arndt

    Merci. Danke. Ciao.

  88. 54:17
    Rolf Wernicke

    Ciao.