Arno Schwalie, B&B Hotels
Aufgenommen: Zentrale B&B Hotels, Hochheim am Main
Germany57 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Ich suche Gastgeber, Menschen, die Lust auf Menschen haben. Buchhalter haben meistens Lust auf Zahlen. Und ich liebe Zahlen über alles, aber die sind nur ein Resultat.“
Arno Schwalie, 21:37
Arno Schwalie trat am 1. September 2024 als CEO von B&B HOTELS Central & Northern Europe an. Mit Ronald M. Arndt und Katharina Beatriz Varga zieht er in Hochheim Bilanz nach zwei Jahren: 180 Hoteliers, knapp über 280 Häuser, 553 Millionen Euro Umsatz und eine Positionierung, die aus dem Zwei-Sterne-Budgetsegment in Richtung Economy und Premium Economy rückt. Dazu das Ziel von 500 Häusern bis 2030, die Kriterien für neue Standorte und die Frage, welche Menschen ein B&B-Hotel führen sollen.
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Kernaussagen
- 500 Häuser bis 2030: In Arnos Verantwortungsbereich liegen knapp über 280 Häuser, in Deutschland über 240, geführt von gut 180 Hoteliers. Bis 2030 sollen es 500 Häuser in Zentral- und Nordeuropa werden, mit der Vorgabe, bestehende Märkte nicht zu kannibalisieren und die Häuser dauerhaft auf über 70 Prozent Belegung zu bewirtschaften.
- Faustregel für Standorte: Ein Standort braucht mindestens 100.000 Übernachtungen, im Schnitt geht B&B mit knapp 100 Zimmern hinein, der Sweet Spot liegt bei 140 bis 160 Zimmern. Dazu Nähe zu Bahnhöfen, Flughäfen, Industrieknoten und starken Autobahnachsen.
- Pacht liegt bei B&B: B&B schließt Pachtverträge über im Schnitt 20 bis 25 Jahre und liefert das FF&E, die Bewirtschaftung macht ein Hotelier über eine GmbH. Das öffnet den Weg für Leute aus Hotelgruppen, die eine Pacht selbst nicht beleihen könnten.
- Gastgeber vor Zahlen: Arno wählt Hoteliers danach aus, ob sie Lust auf Menschen haben. Rechnen sollen sie auch können, für ihn sind die Zahlen aber ein Resultat der kurzen Begegnung am Check-in.
- Academy mit Zertifizierung: Im Keller in Hochheim hat B&B den Ground Floor eines Hotels nachgebaut, mit Lobby, Rezeption, Frühstücksraum und Back of the House, Platz für 30 bis 40 Leute. Jeder neue Hotelier läuft durch ein dreiwöchiges Zertifizierungsprogramm, das Hoteliers mitgestaltet haben.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Arno Schwalie ist seit September 2024 CEO von B&B HOTELS Central & Northern Europe. Im HOTEL-PODCAST GERMANY erzählt er, was ihn in seinen ersten zwei Jahren beschäftigt hat, wie sich die Marke verändert und wo die Reise hingehen soll.
B&B HOTELS hat inzwischen mehr als 280 Häuser in der Region und will bis 2030 auf 500 Hotels wachsen. Dabei geht es Arno nicht um Wachstum um jeden Preis, sondern um die richtigen Standorte, ein starkes Produkt und Strukturen, die mit dem Portfolio mitwachsen.
Wir sprechen auch über den Wandel von B&B HOTELS vom klassischen Budgetsegment hin zu Economy und Premium Economy. Für Arno steht dabei ein ehrliches Produkt mit fairem Preis-Leistungs-Verhältnis im Mittelpunkt, vor allem aber die Menschen dahinter. Gute Hoteliers sind für ihn Gastgeber, die gerne mit Menschen arbeiten und ihren Gästen das Gefühl geben, willkommen zu sein.
Weitere Themen:
- 500 Hotels bis 2030 und warum Polen und Österreich besonders spannende Wachstumsmärkte sind
- die richtige Standortstrategie und wie Kannibalisierung vermieden werden kann
- die B&B Academy und die Ausbildung neuer Hoteliers
- mehr als 700.000 Loyalty-Mitglieder und die Weiterentwicklung des Programms
- steigende Energie-, Personal- und Bürokratiekosten
- Leadership, Leistungssport und Arnos Verständnis von Teamwork
- persönliche Highlights wie die Partnerschaft mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und der B&B Dreamers Cup mit rund 67.000 Euro Spenden für den guten Zweck
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Transkript öffnenTranskript schließen57 Min · Ronald M. Arndt und Arno Schwalie
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:00 Ronald M. Arndt
Lieber Arno, zweites Mal im Hotel-Podcast. Heute sind wir zu zweit, endlich mal wieder. Katharina ist dabei. Und für mich ist es auch schon das zweite Mal hier in Hochheim bei B&B Hotels. Wir freuen uns, bei dir, bei euch zu sein.
- 00:14 Arno Schwalie
Ja, super. Schön, dass ihr da seid in geballter Kompetenz. Freut mich sehr. Herzlich willkommen.
- 00:21 Katharina Beatriz Varga
Aber nicht zum Podcast.
- 00:22 Ronald M. Arndt
Und die Zahl 2, ich glaube, dein zweites Jahr neigt sich auch dem Ende zu, allmählich.
- 00:27 Arno Schwalie
Tatsächlich. Am 1. September hier angetreten, 1. September 2024, und die 2 Jahre sind wirklich wie im Flug vergangen. Also das hatte ich in dieser Geschwindigkeit gefühlt noch nicht, aber super spannende Herausforderung, spannende Firma, spannender Markt, heißes Marktumfeld.
- 00:52 Katharina Beatriz Varga
Aber dass die Zeit so schnell vergeht, hat ja auch oft mit einer Veränderung zu tun. Also so, dass ja B&B sich ja vom, von der, wie nennt man das, vom Style her, vom Auftreten her, vom, von der Marke her ja einfach eine große Veränderung vorhat oder auch plant. Und ich glaube, da hat man einfach das Gefühl, dass die Zeit noch schneller vergeht, oder? Also was, was ihr alles—
- 01:16 Arno Schwalie
absolut, absolut. Also die Themenvielfalt der letzten 24 Monate war sehr, sehr groß. Mein Vorgänger hat hier einen unglaublichen Job gemacht über 8 Jahre, was das Development anbelangt. Wir sind rasant gewachsen. Dann kam Covid, da musste man mal auf die Vollbremse, sich danach wieder sammeln. Dann ging es in '23, '24 wieder sehr, sehr steil nach oben. Wir haben sehr viele Hotels an den Start gebracht, aber wir mussten uns natürlich in einem Marktumfeld, das sich verändert hat, also wir haben, wir sind nach wie vor in Deutschland bei den Hotelübernachtungen auf einem Vorniveau vor 2019, 2019. Gleichzeitig ist die Anzahl der Hotelzimmer gestiegen. Das heißt, da ist eine hohe Kompression auf die Nachfrage, und dementsprechend müssen wir uns auch stärker behaupten mit der Vielzahl der Häuser, die wir in Erst- und Zweit- und Drittstädten eigentlich auch haben, wo wir ganz anders agieren als unser Wettbewerb, und sich dafür aufzustellen, auch die Prozesse nachzuziehen, operativ den Vertrieb nachzuziehen, aber auch die Positionierung so ein bisschen raus aus diesem 2-Sterne-Budgetsegment, in dem wir, in dem wir viele Jahre sehr, sehr gut unterwegs waren, eine Positionierung näher in das Thema Economy, Premium Economy zu rutschen. Wir haben einige wunderbare Häuser. Also all das bedarf natürlich einer größeren Transformation, und die ist sehr, sehr vielfältig verlaufen und auch sehr erfolgreich verlaufen, soweit. Ich bin sehr happy mit dem, was das Team und auch die Hoteliers in der Fläche vollzogen haben. Und von daher, natürlich fühlt sich sowas wie im Zeitraffer an, die letzten 2 Jahre. Die sehen echt vorbeigeflogen aus. Vielen Dank, das ist lieb von dir. Liegt wahrscheinlich an dem tollen Wetter, dass man ab und zu mal rauskommt und ein bisschen Farbe bekommt.
- 03:19 Katharina Beatriz Varga
Und als ehemaliger Leistungssportler hat man ja auch eine andere Herangehensweise an gewisse Dinge.
- 03:24 Arno Schwalie
Ja, Leistungssport prägt einen natürlich. Das ist natürlich nicht gesund, sage ich jetzt mal, für jedermann, weil die Erwartungshaltung sehr hoch ist, das Tempo sehr hoch ist. Man muss aber auch immer darauf achten, dass man alle mitnimmt, ja, und da die richtige Balance zu finden zwischen vorauszupatschen, ganz schnell ganz viele Dinge zu verändern, aber auch das zu konservieren, das zu behüten, was wirklich exzellent ist in dieser Firma, das war die große Herausforderung. Ich glaube, das ist uns ganz, ganz gut gelungen, und die Ambition, da bin ich irgendwo verdammt, sage jetzt mal, wenn du als Kind im Leistungssport aufwächst, hast du natürlich immer den Anspruch, Und auch diese Competitiveness, die teilweise auch heute in unserer Gesellschaft fehlt.
- 04:12 Katharina Beatriz Varga
Ja, aber du warst ja kein Einzelsportler, sondern ein Mannschaftssportler.
- 04:14 Arno Schwalie
Ich war ein Mannschaftssportler. Ich war immer Mannschaftssportler, bin ich nach wie vor. Und ich weiß, dass ich ja ohne dem Team, ohne die richtigen Teammitglieder niemals auch so weit gekommen wäre, beziehungsweise die Firma wäre heute nicht so weit, wenn wir nicht das unmittelbare Team um mich herum, aber ich bezeichne natürlich auch unsere knapp 180 Hoteliers da draußen als das erweiterte Team, in dem wir in eine wahnsinnig partnerschaftliche und sehr, sehr innige Beziehung eingestiegen sind, die ich von Anfang an, und das habe ich vielleicht auch aus der klassischen Hotellerie mitgebracht, dieses Führen einer Community, auch wenn sie jetzt nicht direkt an mich oder an uns reporten, aber sozusagen ist alles ein elementarer Baustein, Teil des Erfolgs, wie wir mit den Menschen, die am Ende des Tages den Gast bespielen, dass die Gästebeziehung jeden Tag pflegen, wie wir mit ihnen umgehen und was wir ihnen zur Verfügung stellen. Und da muss ich sagen, ganz, ganz tolle Leute. Bin sehr, sehr begeistert nach wie vor von der Hotel-Community.
- 05:21 Ronald M. Arndt
Bleiben wir ein bisschen bei den Zahlen. 180 Hoteliers hast du gerade genannt. Bezieht sich auf die Region Zentral- und Nordeuropa?
- 05:28 Arno Schwalie
Es sind genau, es sind 180, ein bisschen über 180 Hoteliers. Nicht zu vergessen, manche haben mehr als ein Haus. Die haben teilweise 3, 4, 5 oder auch mal 6 Häuser. Insgesamt liegen wir jetzt bei knapp über 280 Häusern in meinem Verantwortungsbereich. Deutschland wird die 250 jetzt bald knacken. Also es ist natürlich eine schiere Masse. Ich glaube, das ist das nächstgrößte Unternehmen in der Hotellerie. Als Single Brand hat es um die 73 Hotels. Wenn man jetzt Accor mit Ibis, Ibis Red, Ibis Budget und Ibis Styles zusammenrechnet, dann sind die irgendwo bei 140. Also wir sind schon mit Abstand was die Marktdurchdringung als Single Brand anbelangt, ganz weit vorne. Und das macht mich stolz, aber das kommt auch immer mit einer großen Herausforderung, was den Vertrieb, was die Operation, was die Strukturen, was den Support anbelangt, den wir vielleicht in der Zeit, bevor ich ankam, ich möchte nicht sagen vernachlässigt haben, aber den mussten wir straffen und adjustieren, weil diese schiere Menge an Hoteliers, die wollen wir bestmöglich unterstützen, und dafür braucht es intern auch wirklich gute Strukturen.
- 06:38 Ronald M. Arndt
Und all diese Hotels haben zusammen über eine halbe Milliarde Umsatz, glaube ich, allein letztes Jahr generiert.
- 06:44 Arno Schwalie
Ja, im letzten Jahr waren es 553 Millionen. Das ist über 90% kommt aus dem Zimmeranteil. Das ist eine ordentliche Zahl. Das ist mir jetzt kein unbekanntes Volumen. Als ich ja bei Korian war, war ich ja für knapp über eine Milliarde verantwortlich in der Pflege, ein wesentlich statischeres Geschäft natürlich. Aber das ist ja jetzt richtig entspannt.
- 07:08 Katharina Beatriz Varga
Da ist gefühlt entspannt.
- 07:11 Arno Schwalie
In der Pflege musstest du einmal im halben Jahr dein Zimmer verkaufen, sozusagen. Hier müssen wir fast jeden Tag das Zimmer neu verkaufen. Das heißt, da kommt eine ganz andere Dynamik und natürlich die Saisonalität hinzu. Zu Messezeiten hat man viel zu wenig Zimmer und im Januar oder auch mitten im August denkt man sich, ich würde eigentlich mit 30% vom Inventory auch auskommen. Aber das gehört dazu, das kennt jeder, der Hotellerie tätig ist. Aber ja, ist ein spannendes Volumen, ist ein Volumen, das mir auch liegt, und ja, bin auch ein Stück weit stolz drauf.
- 07:50 Ronald M. Arndt
Und dann kannst du vielleicht noch ein bisschen was zu den Ländern sagen, die sich hinter diesem großen Namen verbergen.
- 07:53 Arno Schwalie
Ja, also das Filetstück auf dem Teller ist natürlich Deutschland, ja, wo wir über 240 Hotels heute in Betrieb haben, natürlich noch einige unterzeichnet, die in den nächsten Monaten und Jahren auch noch hinzukommen. Der zweitgrößte Markt ist im Augenblick Polen, ein Land, das sich ja prächtig entwickelt. Da haben wir heute 20 Hotels, Entschuldigung, und gefolgt von Österreich, dann Dänemark, Holland. Wir haben in Prag ein Hotel, also in der Tschechei, und ein Hotel in Liechtenstein. Also noch mal, Deutschland ist der Kernmarkt, sowohl was Inbound, aber auch was Outbound. Zum Beispiel sehr viele Deutsche reisen nach Polen, sehr viele deutsche Kunden gehen nach Österreich. Da ist unsere Marke natürlich auch am bekanntesten. Und diese Märkte profitieren davon, und das sind vor allem Polen und Österreich. Das sind zwei Märkte, da sehen wir durchaus 40, 50, 60 Häuser. Also es ist eine hohe Nachfrage, und das Produkt kommt wirklich sehr, sehr gut an.
- 08:55 Ronald M. Arndt
Zum einen entwickelt sich Polen natürlich immer, letzte Zeit, letzten Jahre hört, sehr gut.
- 09:01 Arno Schwalie
Polen entwickelt sich in vielerlei Hinsicht fantastisch. Polen ist aber auch ein Land, das natürlich durch unterschiedliche Ballungszentren auch eine sehr gute Verteilung hat, ein hohes industrielles Aufkommen, Die IT-Firmen, die Rüstungsfirmen sind sehr aktiv. Sehr viele Polen, die auch wieder zurückgehen in ihre Heimat, die früher in Deutschland, in Frankreich oder speziell auch in UK gearbeitet haben, kehren alle zurück, weil sie dort teilweise bessere Arbeitsbedingungen vorfinden, weil sie dort teilweise mehr Netto von ihrem Brutto auch haben und weil sie natürlich in eine Wirtschaft auch einsteigen, die im permanenten Wachstum ist, was wir zum Teil nicht mehr so sehen bei uns. Ja, toller Markt.
- 09:50 Katharina Beatriz Varga
Wir haben gehört, dass die Pläne eigentlich auch sind, eine Verdopplung der Hotels, nicht nur der Zimmer, sondern eben der Hotels. Und von den ganzen Plänen, die du gerade gesprochen hast, stimmt das überhaupt, oder ist das eigentlich mehr?
- 10:01 Arno Schwalie
Also wir hatten natürlich, als ich hier angefangen habe, 2024 waren wir bei knapp über 200 Hotels, beziehungsweise wir waren knapp drunter, wir waren bei 180. Dann hatten wir eine große Akquisition mit dem ARC-Portfolio, 30 Häuser, die wir von Accor übernommen haben, die wir übrigens in den letzten 2 Jahren komplett einmal durchrenoviert haben. Also da haben wir sehr, sehr viel investiert in die Hardware. Alle 30 Häuser sind jetzt frisch renoviert. Aber die Vorstellung war damals schon so in Richtung 400. Heute sind wir, dass wir sagen, 500 Häuser bis 2030 in der Region Zentral- und Nordeuropa. Und da bewegen wir uns eigentlich schon mit großen Schritten darauf zu. Das ist dann ja zu 2024 eine Verdoppelung. Und ich glaube, wir müssen nur sehr, sehr stark das Thema qualitatives Wachstum im Hinterkopf behalten. Also A, wie sehr benötigen die Destinationen ein weiteres Hotel? Weil wir sind, ich denke mal, mit Motel One im Augenblick die einzigen, die wirklich mit oder über Pachtverträge sehr intensiv noch wachsen. Wir sehen viele andere konsolidieren oder verschwinden aus dem Markt und es findet eine totale Marktbereinigung statt. Das heißt, wir sind nach wie vor die, die, die zentrale Adresse als Ansprechpartner für viele Immobilienbesitzer. Wir müssen nur schauen, dass wir qualitativ wachsen, und das sind 2 Dinge. Das eine ist, dass wir Märkte nicht kannibalisieren, wo wir bereits sind, und das zweite ist, dass wir sicherstellen, dass wir mit der Infrastruktur und den Strukturen, die wir uns heute geschaffen haben, intern, was den Support anbelangt, aber auch was den Vertrieb anbelangt, die nötige Firepower haben, diese Häuser auch zu befüllen. Das ist ein wichtiges Thema. Ein Haus hat man mal schnell unterschrieben, aber das über viele, viele Jahre auf 70+ Prozent Belegung zu bewirtschaften und so zu bewirtschaften, dass dann auch gesunde Margen dabei rauskommen, dass uns nicht Dinge passieren wie dem einen oder anderen in dem Markt, da muss man, da muss man mit Vernunft, zwar mit hoher Ambition, aber vernünftig vorgehen. Und ich mag dieses englische Wort mindful, be mindful, und die Entwicklungen Die sollten wir immer, immer sehr fokussiert, sehr ambitioniert, aber immer aufpassen, dass wir da auch wirklich an den richtigen Standort gehen und auch die Infrastruktur dafür haben.
- 12:35 Ronald M. Arndt
Ja, du hast schon—
- 12:36 Katharina Beatriz Varga
ja, ich habe das Mikro schon gezückt.
- 12:38 Ronald M. Arndt
Genau, Teamsport vorher erwähnt. Ja, und es hat sich auch auf der Personalseite super viel getan, auch in deinem Umfeld managementseitig. Ging das dann auch schnell alles?
- 12:48 Arno Schwalie
Das ging relativ schnell. Also ich muss sagen, ich bin— es ist ja jetzt nicht auch nicht mein erster Job, wo es darum geht, Unternehmen auch weiterzuentwickeln. Und ich brauche da 3 Monate für eine vernünftige Anamnese und einen Plan aufzustellen und zu sagen, dass ähnlich wie bei einem Fußballcoach, wenn der in eine neue Saison geht, sagt er, ich habe den Kader und ich brauche auf folgenden Positionen möglicherweise eine Verstärkung, weil ich möchte aus den hinteren Tabellenrängen vielleicht nach vorne, ich möchte in die Champions League, ich möchte möglicherweise Meister werden. Dann muss man sich ja an der einen oder anderen Stelle natürlich auch verstärken. Und wir haben das an den 3 zentralen Stellen gemacht, die mir auch sehr wichtig waren. Das eine ist das Thema Operation, das zweite war das Thema Commercial, also alles mit Revenue Distribution, Sales, Marke, und das dritte war das Thema People. Ja, die Position haben wir neu geschaffen als C-Level-Rolle, und diese 3 Positionen waren wichtig in der Weiterentwicklung. Ich war im Bereich CFO sehr gut aufgestellt. Wir hatten ein sehr gutes Development und auch das Asset Management, da hatten wir sehr gute Teams und auch eine sehr gute Führung. Aber in den anderen 3 Bereichen, denn da haben wir die eine oder andere Veränderung auch vorgenommen und uns da auch tatsächlich verstärkt mit sehr kompetenten und auch sehr, ja, sehr, sehr menschliche Charaktere, die natürlich auch diesem, diesem Top-Management-Team geholfen haben. Das ist nämlich auch ganz wichtig, das Top-Management muss unter meiner Führung immer als Team agieren. Ich bin da keiner, der es gern hat, wenn in diesem kleinen Kreis schlechte Energie herrscht oder ein extremer Konkurrenzkampf. Also mir ist es schon wichtig, dass die Mannschaft da eine echt gute Kultur hat, weil diese Mannschaft beeinflusst dann auch die nächsten Managementlevel in dem Unternehmen. Und ja, das ist relativ zügig geschehen, und da bin ich auch sehr, sehr happy mit den Entscheidungen.
- 15:00 Katharina Beatriz Varga
Ich würde gerne noch einmal auf die Standorte zurückkommen. Das fand ich gerade sehr interessant, Arno, weil du gesagt hast, ihr wollt euch nicht selber kannibalisieren. Das macht ja Sinn und auch die Qualität behalten oder auch die neue Qualität, die vielleicht dadurch entsteht durch euer Development. Was sind denn die Kriterien einer Destination, ob da ein B&B-Hotel hinkommt? Wird es eine Destination für uns, wenn es da schon ein Haus gibt, eben um das auszuschließen?
- 15:25 Arno Schwalie
Ja, also wir haben da so eine Faustregel, es muss mindestens 100.000 Übernachtungen geben und im Schnitt gehen wir mit einem Hotel mit knapp 100 Zimmern rein. Das heißt, die 7 großen Städte und Ballungszentren in Deutschland, die haben alle noch viel Raum. Wir haben im Münchner Raum knapp 15 Häuser, im Berliner Raum 16, 17 Häuser. Da ist natürlich auch noch Luft für mehr. Wenn man im Schnitt 100 Zimmer nimmt, das ist überschaubar, ja, das ist ein größeres Westin oder Sheraton Hotel, ja, wenn du alle zusammenstecken würdest. Das heißt, wir versuchen da schon immer sehr gut verteilt zu sein. Und die anderen Kriterien sind Nachfrage, in erster Linie Nähe zu Infrastruktur, Bahnhöfe, Flughäfen, industrielle Knotenpunkte, Verkehrswege, Flussmündungen, also überall da, wo Frequenz herrscht. Aber wir sind auch oft entlang von der Autobahn, aber die großen, die wesentlichen, wo 3, 4 Millionen Autos im Jahr einmal durchrauschen, wo die Leute dann auch, wenn sie von Rotterdam runterfahren nach Südtirol, einfach mal Halt machen und sagen, ich kriege für einen schmalen Taler eine echte konsistente eine gute Übernachtung. Da ist alles dabei, was, was ich benötige: ein gutes Frühstück, ein Parkplatz und ein schönes Bett. Und das ist sauber und anständig und einigermaßen modern im Design. Aber was wir natürlich teilweise auch durch Portfolioübernahmen in den letzten Jahren gesehen haben, dass dann ein Haus auf der linken Seite, also Bahnhof Ost und Bahnhof West, in 300, 400 Meter Entfernung hast du ein zweites Haus, ja, weil du sagst, musst ein Portfolio auch übernehmen, wo du dann auch schauen musst, wie regelt man das Ganze. Und wo wir in der Vergangenheit da möglicherweise versucht haben, in den Wettbewerb einzusteigen zwischen den Häusern, um die ein bisschen anzuheizen, sagen wir heute, mach doch du als Einzelhotelier beide Häuser mit und nutze den Mikrostandort. Ja, also dieses, dieses, der Mikrostandort, den auch aktiv zu beleben, auch mit lokalen Gästen, auch dort gut vernetzt zu sein bei den lokalen Firmen im unmittelbaren Wettbewerb, das, oder in unmittelbarer Nachbarschaft, das ist mir schon, schon sehr wichtig.
- 18:00 Katharina Beatriz Varga
Und so verschieben sich auch die Kriterien, ob ihr da schon ein Haus habt oder eben nicht.
- 18:05 Arno Schwalie
Genau, genau, genau. Und noch mal, unsere Häuser sind im Schnitt 100 Zimmer, also 103 ist glaube ich, ja, wir fangen dabei 80 Zimmer eigentlich an und gehen hoch, das, ich sag mal, der Sweet Spot liegt so 140 bis 160 Zimmer, also nehmen auch mal ein Haus, was 200 Zimmer hat. Aber wir versuchen schon, in unserem Sweet Spot zu bleiben. Das ist überschaubar, das trauen wir uns zu, das passt auch gut zu unserer Klientel.
- 18:32 Ronald M. Arndt
Ja, bevor wir gleich noch mal auf den Hotelier zu sprechen kommen, einmal vielleicht doch zu klären das Verhältnis von euch zur Immobilie. Ja, Asset Light, wie viele andere auch.
- 18:41 Arno Schwalie
Wir sind Pächter, also das ist jetzt Frage der Interpretation. Wenn ich mich mit einem amerikanischen Journalisten unterhalten würde, würde er sagen Asset Heavy. Nach IFRS ist das Ganze schon zu bilanzieren. Langer Pachtvertrag, im Schnitt 20, 25 Jahre. Also wir gehen da, wir gehen da in die Pachtverantwortung. Wir liefern auch das FF&E, aber wir outsourcen sozusagen das Management an eine GmbH, an einen Hotelier, der die Bewirtschaftung der Immobilie dann macht. Das ist ein relativ spezielles Geschäftsmodell, gibt's Gab es früher noch stärker und noch intensiver, aber das passt jetzt nicht in das klassische Franchise, purely Operation oder Lease oder Immobilienbesitzer. Das ist irgendwo ein gewisser Hybrid, weil im klassischen Franchise wäre es eher so, dass der Hotelier dann auch die Pachtverantwortung hätte.
- 19:40 Katharina Beatriz Varga
Ja, das wird ja nicht getrennt eigentlich.
- 19:42 Arno Schwalie
Und in dem Fall liegt die Pachtverantwortung ganz klar bei uns. Dementsprechend ist es extrem wichtig, dass wir die richtigen Hoteliers, die richtigen Partner, die zu uns passen, die den, den Entrepreneurial Spirit mitbringen, die aber auch bereit sind, die B&B-Markenvorgaben, unsere Standard Operating Procedures auch anzuwenden und die auch diesen B&B-Spirit leben. Weil wir erwarten schon, dass die Leute dann auch zum Teil in den Immobilien halt auch wohnen. Ja, da gibt es eine Managerwohnung und klassisch im B&B-Spirit. Immer vor Ort sind und dann mit einer geringen Anzahl von Mitarbeitern sehr erfolgreich die Hotels führen.
- 20:19 Ronald M. Arndt
Und du wohnst dann hier in 423?
- 20:21 Arno Schwalie
423 wäre definitiv schön, würde ich auch mal ausprobieren. Aber wir haben hier keinen Wasseranschluss, von daher wäre es ungeschickt. Aber ich wohne tatsächlich in München. Und wenn ich hier vor Ort bin in Hochheim, was donnerstags, also meistens montag bis donnerstags ist, Versuche ja auch, 4 Tage vor Ort zu sein, was nicht immer machbar ist. Unser Headquarter ist in Paris, da bin ich mindestens zweimal im Monat, und natürlich versuche ich sehr stark, in der Fläche zu sein. Und dann habe ich auch mal die Ehre, das eine oder andere Hotel zu besuchen, was für mich nach wie vor das Schönste an meinem Job ist, ehrlicherweise. Ja, aber wenn ich hier bin, bin ich meistens in Wiesbaden. Das bietet sich an, das sind 10, 12 Minuten mit dem Auto, und da habe ich tatsächlich ein Zimmer, das immer sozusagen für mich gerichtet wird. Freue ich mich, freue ich mich immer drauf.
- 21:20 Ronald M. Arndt
Dein Vorgänger, als ich damals hier zum Hotel-Podcast war, der hatte gesagt, eigentlich sucht ihr bei W&B so den Buchhalter, der Lust hat, Hotelier zu werden. Ja, jetzt bin ich hier vorher mit der Katharina durch den Flur gelaufen und da hängen links und rechts mittlerweile die Hoteliers an der Wand. Ja, aber ehrlich gesagt, da sieht keiner so nach Buchhalter aus.
- 21:37 Arno Schwalie
Nein, nein, nein, ich glaube, da verändert die dann auch optisch, dass die in die Hotellerie Ja, ich sehe das auch ein bisschen anders. Das ist vollkommen egal, ob du jetzt im 2-, 3- oder 5-Sterne-Bereich unterwegs bist. Ich suche Gastgeber, Menschen, die Lust auf Menschen haben. Buchhalter haben meistens Lust auf Zahlen. Und ich liebe Zahlen über alles, aber die sind nur ein Resultat. Bis du an die Zahlen kommst, musst du in erster Linie ein Gefühl aufbauen. Ja, dieses Gefühl ist für mich Vertrauen, Willkommensein und den Menschen das Gefühl geben, dass sie gerne da sind. Ja, dass sie sich freuen, auch wenn ich nur einen Check-in-Prozess mache oder mir begegnet jemand im Gang, einfach mal zu sagen, schön, dass Sie hier sind. Sie haben übrigens einen schönen Koffer oder ich finde Ihren Anzug toll und by the way, hier haben wir unseren Automaten und da gibt es einen tollen Wein und morgen Frühstück ab 7 Uhr. Das reicht mir schon in der Interaktion, weil das eine Haltung— du vermittelst einem Menschen: Schön, dass du hier bist. Und ich glaube, da haben wir die letzten 2 Jahre schon die Perspektive ein bisschen gewechselt, und wir versuchen, den Menschen wirklich als klassischen Hotelier zu sehen. Das hat auch was mit den Menschen und mit deren Haltung gemacht. Wir haben sehr viele Leute im Netzwerk, auch lange vor meiner Zeit, die früher Jumeirah, bei Sofitel, bei Anantara, bei Marriott, bei Motel One gearbeitet haben und die irgendwann für sich entschieden haben, sie möchten jetzt Hotelier werden. Und es ist schwierig für einen einfachen General Manager oder Director of Operations, eine Pacht zu besichern, zu beleihen für eine Immobilie, in unserem Netzwerk ist so, wir übernehmen das Thema, du führst das Haus. Und da sind wir natürlich schon auch der, der Hafen für, für sehr viele Hoteliers. Wenn ich da an den Frieder Niemann denke, ja, zum Beispiel Graf Henning von Schwerin, da gibt es viele Beispiele, die waren früher in sehr hohen Positionen und großen Verantwortungen auch in Hotelketten und haben den Weg zu uns gefunden und fühlen sich, glaube ich, auch sehr wohl und fühlen sich natürlich auch anders wahrgenommen. Seit ich hier ein bisschen das Spektrum bzw. Den Blickpunkt verändert habe. Und das hat was mit uns als Marke getan, weil du hast natürlich auch darüber gesprochen, und ohne die Hoteliers, die die Haltung an den Tag legen und diesen Weg von mir mitgehen als Leuchtfiguren, als Ambassadors, wird es auch immer schwer sein, immer so eine Philosophie zu leben. Aber rechnen sollten sie auch können. Ja, also das meinte wahrscheinlich der Max. Ich kenne Max sehr, sehr gut und schätze ihn auch sehr. Er hat da eine sehr pragmatische Sichtweise. Was manche Themen anbelangt, zu Recht und lange sehr erfolgreich. Ich glaube nur, dass wir in ein— jede Firma entwickelt sich weiter, und dass wir jetzt in der Evolutionsphase sind, wo wir schon stärker darauf achten sollten, dass wir echte Gastgeber werden und das auch wirklich sehr, sehr gut hinbekommen. Wir sehen unseren Satisfaction Score, der sich über die letzten Monate sehr, sehr positiv entwickelt hat.
- 25:11 Katharina Beatriz Varga
Das muss ja auch unabhängig von der Marke sein eigentlich, ne? Ob das jetzt Economy oder Luxury ist, dass der Gast sich wohlfühlt, das Das ist ja unser Job als Gastgeber, egal was wir für ein Konzept sind.
- 25:24 Arno Schwalie
Genau, und selbst wenn ich ein Ein-Mann-Hotel bin, selbst wenn ich unbemannt bin, ist im Idealfall meine KI menschenfreundlich. Ja, willkommen, da wollen wir natürlich nicht hin. Wir wollen nicht, wir bleiben natürlich eine Hotelgruppe, die den Mitarbeiter stark im Fokus hat. Aber ich glaube, dass diese kurzen Momente auch im 1-, 2-Sterne-Bereich, wo man nicht viele Mitarbeiter hat, wo man auch nicht viel Interaktion hat, weil wir natürlich versuchen, so effizient wie möglich so einen Check-in-Prozess und auch einen Check-out-Prozess zu gewährleisten, diese kurze Interaktion ist eine Frage der Haltung und eine Frage, wie begegne ich jemandem, und gibt es ein kurzes Lächeln, gibt es einfach dieses kurze Wahrnehmen, die Empathie, die Wärme, die ist mir unglaublich wichtig. Und das ist mir auch bei der Auswahl, wenn ich meine Kollegen hier briefe, ich sage, das ist für mich das Allerwichtigste. Kann einer die Zahlen rauf und runter rechnen, 25 Mal, ist alles super, aber ich möchte das Gefühl haben, dass diese Person Menschen mag.
- 26:31 Katharina Beatriz Varga
Ich war letztens so ein Durchreisegast in einem B&B, okay, und ich bin wirklich spät angekommen, ich war nur kurz da, aber das Team war so nett. Also nachts, der Bildschirm ist ausgefallen beim Check-in, ja, ist egal, kann passieren, aber es hat keine 5 Minuten gedauert, das ist einfach geregelt wurde, ne. Und es war wirklich spät, und das Strahlen von den Kollegen an der Rezeption, das war genau das, was du beschreibst, das ist unbezahlbar.
- 27:00 Arno Schwalie
Und das ist authentisch, und das ist ehrlich. Und ich glaube, wir sprechen, wir haben so viele Standard-Marketing-Floskeln in der Hotellerie, aber diese kurze Begegnung, die dir auch in Erinnerung bleibt, wie, wie, wie verlässt du das Hotel, mit welchem Gefühl, ja. Und es werden nie Dinge perfekt funktionieren.
- 27:17 Katharina Beatriz Varga
In keinem Hotel. Aber ein Lächeln kann es wieder gut machen.
- 27:20 Arno Schwalie
Man erinnert sich daran, wie wird man empfangen, wie wird man wahrgenommen, wie wird man behandelt, wie wird man verabschiedet. Und ich glaube, da ist natürlich schon was entstanden die letzten 2 Jahre, wo ich sehr stark dafür gepusht habe, weil mir das persönlich wichtig ist, weil ich persönlich gerne Leute zu Hause habe, weil ich persönlich gerne Gastgeber bin. Und weil ich glaube, der Unterschied in unserer Industrie gegenüber vielen anderen Industrien ist dieser Instant-Feedback. Moment, wo du Herzlichkeit vergeben und aufnehmen kannst. Und das ist, das ist nach wie vor das, was mich an dieser Industrie am meisten fasziniert.
- 27:58 Ronald M. Arndt
Du bist dafür bekannt, Dinge anzustoßen, zu transformieren, aber vorher schon gesagt, 2 Jahre ist nicht viel, trotzdem ist so viel passiert. Passieren viele Dinge dann doch im Gleichschritt auch mit anderen Märkten? Sprich, du musst dich abstimmen mit dem Headquarter nach wie vor in Frankreich und anderen Märkten und CEOs, oder?
- 28:15 Arno Schwalie
Ja, also wir haben natürlich eine ganzheitliche Strategie. Wir sind dieses Jahr knapp 1000 Häuser. Also es wäre extrem kontraproduktiv, wenn der eine Markt in die Richtung geht und der andere in die andere Richtung. Wir haben uns im Vorfeld natürlich schon abgestimmt. Ich habe meine Strategie präsentiert und es war sehr, sehr stark im Einklang mit dem, wo sich die Firma ganzheitlich hin entwickeln möchte. Wir haben einige Märkte, die sind Dadurch, dass die Marktkonstellation, wie zum Beispiel in Italien, wo es kaum Ketten gibt, es ist eine sehr privatwirtschaftlich geführte Hotellerie, eine andere Situation, da ist dieses Gastgeber-Gen noch viel stärker ausgeprägt. Wir haben da zum Teil auch fast keine Neubauten, sondern nur Konversionen. Da sind Häuser dabei, wo du sagst, die fühlen sich eher wie 3, 4 Sterne an. Da ist eine andere Wirtschaftung dahinter. Es ist aber eben nach wie vor dieses Bed and Breakfast, also B&B. Wir machen jetzt keine Restaurants und betreiben keine Swimmingpools. Bus und haben keine Event Spaces. Aber die sind, was das Thema Herzlichkeit, Freundlichkeit und Gastfreude oder Gastwirtschafts-Gen anbelangt, sind die schon ein Stück weiter gewesen. Dann hast du natürlich mit der jüngste Markt Iberia, der hier vor allem auch höherpreisiger rein ist. Und die Franzosen, unser Heimatmarkt mit 430 Häusern plus, wo du natürlich eine Historie hast, 30, 40 Jahre, wo du von Autobahnhotel mit außenliegenden Gängen bis hin zu wirklich wunderschönen umgebauten ehemaligen Châteaus, so ein ganz breites Spektrum auch vorfindest. Und das haben wir versucht als Executive Committee, wir sind 7 Leute da drin, ja einen Weg zu finden, der für alle passt. Und all das, was ich präsentiert habe und den Weg, den ich eingeschlagen habe, der war sehr stark im Einklang mit dem, der klassischen Ausrichtung der Zukunft für B&B Hotels. Und von daher ist es, ist es mir ein Anliegen. Also wir erwirtschaften hier den Löwenanteil, einen sehr großen Anteil des Company EBITDAs auch in Deutschland, weil es nach wie vor die größte, drittgrößte Weltwirtschaft, einer der größten touristischen Märkte, auch inbound wie outbound. Und natürlich ist es, ist es schon wohlwollend gesehen, dass wir da so eine Rolle einnehmen, die an der der, an der Vorfront ist. Aber es passiert nichts ohne, ohne Abstimmung, und das ist auch gut so.
- 30:47 Ronald M. Arndt
Ja, vor allem musst du den Menschen mitnehmen, hast du auch vorher schon erwähnt.
- 30:50 Arno Schwalie
Absolut.
- 30:50 Ronald M. Arndt
Eine Türe weiter nebenan habe ich die Academy schon gesehen.
- 30:54 Arno Schwalie
Ja, wart ihr unten?
- 30:56 Ronald M. Arndt
Nein, ich habe nur den Namen gesehen.
- 30:58 Arno Schwalie
Ihr habt nur das Schild gesehen. Ich nehme euch danach mit runter.
- 31:00 Katharina Beatriz Varga
Ja, voll gern.
- 31:01 Arno Schwalie
Ja, ja, die Academy ist letztendlich ein Projekt, dass das als Schnapsidee gestartet ist. Also ich sag mal, die hier zu haben, der typische Bierdeckel. Genau, letztendlich hatten wir da unten eine Kellerfläche. Die Academy als Gedanken, den hatte ich von Anfang dabei, weil ich immer gesagt habe, wie bilde ich denn die Hoteliers der Zukunft aus und wo schule ich Standard Operating Procedures, wo schaffen wir auch Transformation und Learning irgendwo zu verankern. Die Fläche da unten hat sich angeboten. Wir haben letztendlich eine Hotellobby und einen Frühstücksraum und eine Rezeption und den Back of the House. Wir haben es nachgebaut. Das heißt, du kannst, und mittendrin ist dann, ist dann Learning. Also du hast dann die Stühle, du hast den Bildschirm, du hast die ganze Technik, die du benötigst, um klassisch zu unterrichten. 30 bis 40 Leute passen da unten rein, aber du kannst auch dein Frühstück vorführen, du kannst Calls annehmen, du kannst jemand einchecken. Das heißt, wir haben letztendlich den Ground Floor eines B&B Hotels da unten nachgebaut. Wir haben hier Zimmer 423, ist ein Musterzimmer, das ist unser permanentes Weiterentwicklungsprojekt, ja, was wir hoffentlich nie aufhören weiterzuentwickeln, und haben dann da unten diesen Ground Floor. Und so können wir natürlich die Hoteliers, die hierher kommen, die wir durch so ein Zertifizierungsprogramm dann schleusen, was es in der Vergangenheit nicht gab. Es war mir sehr, sehr wichtig zu sagen, Wir, wir, wir, wir richten ein Hotel, kostet im Schnitt, keine Ahnung, 2 Millionen Euro, so eine FF&I-Ausstattung für ein Hotel, machen einen Pachtvertrag über 20, 25 Jahre und händigen jemandem Schlüssel aus. Ähnlich wie beim Führerschein, ja, geh mal durch eine B&B-Schule, ja. Das heißt, was wir, wir suchen die richtigen Charaktere aus und schauen, dass die Skills und Know-how da ist, aber wir trimmen die dann in einem dreiwöchigen Programm mittlerweile durch so eine Zertifizierung, die mitgestaltet wurde von Hoteliers. War mir ganz, ganz wichtig, dass das nicht irgendwie hier so ein Mindfuck ist, sondern dass wir wirklich genau da schulen, was ihnen wichtig ist. Und dieses Zertifizierungsprogramm, das haben wir unlängst erst gestartet, und da läuft jetzt jeder neue Hotelier durch. Und da bin ich echt stolz drauf, muss ich sagen.
- 33:26 Katharina Beatriz Varga
Habt ihr da einen eigenen Trainer bei B&B, oder ist das ein externer Trainer?
- 33:31 Arno Schwalie
Wir haben sowohl eigene Mitarbeiter wie auch OTJs. Das heißt, wir haben so einen Pool, je nachdem welches Modul stattfindet, haben wir eigene Trainer. Teilweise sind es Kollegen von uns, teilweise sind es Externe, je nachdem wie wir aufgestellt sind. Und das Ganze ist auch zertifiziert.
- 33:54 Katharina Beatriz Varga
Ja, also Also da sind auch Quereinsteiger, die dann diese Academy—
- 33:59 Arno Schwalie
sind zum Teil auch Quereinsteiger. Also die, die Academy durchmachen, das sind groß— größtenteils auch Quereinsteiger. Aber die Schulen, das sind dann schon Profis.
- 34:10 Ronald M. Arndt
Übernehmt ihr hier in Hochheim auch Services für die Hotels vor Ort? Also außer natürlich Vermarktung?
- 34:17 Arno Schwalie
Also in Hochheim speziell nicht. Also wir haben ein Callcenter für die ganze Firma. Also wir haben ein Callcenter, was natürlich Buchungen anbelangt. In Portugal bei TP in der Nähe von Lissabon. Also da, da geht es aber hauptsächlich um den Overflow, also die Calls, die zu den, zu den Zeiten, wo viel los ist, nicht angenommen werden können. Der Overflow, der geht dann, der geht dann da nach Portugal. Aber ansonsten, wir machen, es gibt Support im Revenue Management, es gibt Support im Sales, es gibt Support im Finance, es gibt Support im Bereich Technical Engineering, Maintenance und so weiter. Aber wir haben uns schon so aufgestellt, dass wir die Hoteles dabei unterstützen können, bestmöglich ihren Job losgelöst von dem Headquarter in Hochheim zu machen. IT auch so ein Thema. Also wir schauen, dass die Maschine im Hintergrund läuft und da wird es immer Schwierigkeiten geben. Ihr kennt das ja, jahrelang Hotellerie auch gemacht. Das ist immer die Spannungsfläche zwischen der Hotel Operations am Gast und der sogenannten Hauptverwaltung, die für mich heute viel mehr als Corporate Support Office agiert, also wirklich eine unterstützende Funktion, die ist immer da, aber da haben wir sehr, sehr viel dazugelernt und sind auf einem exzellenten Weg. Also wir versuchen da, dass die Hotels so autark wie möglich auch agieren und arbeiten können.
- 35:46 Ronald M. Arndt
Ja, die gemeinsame Power ist am Ende entscheidend, die so viele Hotels unter einer Brand, wie du gesagt hast, eben ausmacht und Und in dem Kontext haben ja auch viele ein Loyalty-Programm und BMW Hotels eben auch. Be&Me heißt es, glaube ich, ne?
- 36:04 Arno Schwalie
Be&Me, genau. Be&Me ist ein bisschen auf dem Prüfstand. Wir haben mittlerweile in meiner Region knapp über 700.000 Mitglieder, aber das Thema Loyalty bei uns ist ja kein klassisches Punktesystem, wo du Punkte sammelst und dann eine Redemption machst. Ja, also kannst natürlich hier Frankfurt Messe 30, 40 Tage im Jahr absteigen und dann gehst du an den Flughafen ran und machst eine Redemption eine Woche. Nee, so funktionieren wir nicht. Ja, wir haben auch viel zu wenig, viel zu wenig Häuser im Leisure-Bereich, dass das wirklich funktioniert. Aber mal davon abgesehen, dass dieses komplette Programm heute auf dem Prüfstand ist und dass wir uns schon überlegen, wie wir es, wie wir es weiter ausbauen können, ist ein Gruppentask jetzt. Wir haben einen sogenannten Value Creation Plan für den ganzen kommerziellen Bereich etabliert, und da spielt Loyalty eine ganz große Rolle. Warum? Was ist Loyalty am Ende des Tages? Ist, wie erkenne ich, wie behandle ich und wie incentiviere ich meine allerwichtigsten Gäste? In erster Linie ist für uns jeder Gast wahnsinnig wichtig, ob der über Booking.com kommt, ob der direkt zu uns kommt, worauf wir immer einen Wert Aber der Gast entscheidet am Ende des Tages, in welche Beziehung er oder sie mit uns treten will. Wir müssen sicherstellen, dass die in der Beziehung das Bestmögliche für sich auch bekommen. Dadurch, dass wir kein klassisches Tiers- und Punkteprogramm haben, ist der Mehrwert letztendlich immer nur Recognition und hier und da Da mal ein kleiner Nachlass. Da bin ich nicht, also sind wir alle im Executive Committee nicht happy damit. Das heißt, wir haben ein großes Programm gelauncht jetzt, wo wir zusammen mit einem externen Partner das Programm neu aufsetzen wollen. Wir wollen Recognition, Incentivation komplett neu ausbauen und auch schauen, wie können wir ohne das klassische Punktesammeln instant Remuneration geben für die Leute, die wirklich loyal und, und, und klassischen Road Warrior. Ja, ich habe Menschen begegnet, die sind 80, gehören dazu, 80+ Tage bei uns in den Häusern. Und da sollten wir, da sollten wir besser werden, nicht nur die zu erkennen, sondern denen auch ein Instant, eine Instant Remuneration geben. Ja, also ich bin noch nicht Das ist eines der letzten Themen, wo ich sage, ist aber auch eines der komplexesten Themen. Und komischerweise, und da komme ich wieder zurück an den Punkt, womit ich immer anfange, wer ist unser Kunde? Und wir reden immer über Strukturen, über Prozesse, über Operation, über Hoteliers, über an welchen Standort gehen wir. Aber wie gut kennen wir denn eigentlich unsere Kunden? Und einer der Slogans der letzten Jahre war es only for everyone. Okay, also wir sind wirklich das Hotel für jedermann. Wenn man bei uns auf den Parkplatz geht, ähnlich auch wie bei Motel One, du siehst vom Porsche Cayenne bis zum Sprinter bis zum kleinen VW Golf alles. Also wir haben einen Querschnitt der Gesellschaft bei uns. Ja, da kommen junges Pärchen an, die auf ein Konzert gehen, da sind die Handwerker, die im Sprinter da sind, das ist die Familie mit 2 Kindern auf Durchreise, da sind aber auch die Rentner, die ihre Kinder besuchen und nicht auf dem Sofa schlafen wollen.
- 39:48 Ronald M. Arndt
Wollen.
- 39:48 Arno Schwalie
Also das ganze Spektrum dabei, und dieses Spektrum mit dem richtigen Loyalitätsprogramm, also auch dies zu bespielen, das ist eine Aufgabenstellung, die wir uns jetzt vorgenommen haben, in der Hoffnung, dass wir, dass wir da schon noch bis zum Ende des Jahres mit was Neuem rauskommen.
- 40:07 Ronald M. Arndt
Sind wir gespannt. Aber ja, unheimlich schwer zu fassen, wer der Kunde ist, von der Familie bis Unternehmer und 80 Tage im Jahr in einem Hotel. Unglaublich. Verändern sich diese Kundentypen so über die Jahre?
- 40:25 Arno Schwalie
Also seit ich dabei bin, muss ich sagen, hat sich die Klientel, also ich meine, in den letzten 2 Jahren, was ich so erlebt habe, natürlich innerhalb von B&B nicht, aber ich bin ja seit über 20 Jahren gefühlt in der Hotellerie und ich glaube, was ich schon verändert hat. Es trennt sich so ein bisschen die Spreu vom Weizen. Du hast die eine Klientel, die bereit ist, unglaublich viel Geld für eine Hotel-Experience auszugeben, und dann hast du, glaube ich, schon eine große Masse an Menschen, die sagen, no frills, value for money, verarsch mich hier nicht, erzähl mir nichts von irgendeiner Experience, sondern gib mir ein ehrliches Produkt, ja, eine gute Übernachtung, Freundliches Personal, ein gutes Frühstück, ein Parkplatz, Sauberkeit und der Preis ist fair. Und ich glaube, in diesem Segment findet man immer mehr Menschen, die in den 3,5 bis 4,5 Sterne, wo sie nicht so richtig wissen, wo befinde ich mich jetzt eigentlich, im Privaten wahrscheinlich, wenn sie die Möglichkeit haben, in den Luxus gehen oder in den All-Inclusive, was ein Monster Wachstum verbucht zurzeit, ja, aber no frills. Oder ich gehe, ich gehe ins Economy, Budget Economy, und da haben sich ja auch die meisten Marken entwickelt. Was ich sehe, was spannend ist, dieses Thema Budget war ja früher, sag ich jetzt mal, danach kam Midscale, ja. Also heute siehst du Budget Economy, Premium Economy, also du siehst innerhalb dieses Segments zwischen 60 und 100 Euro gehen noch mal Fächer auf. Das ist ein riesengroßer Markt geworden, weil genau für diesen Markt eine echte Nachfrage da ist. Die Leute wollen, blöd gesagt, sich nicht verarschen lassen.
- 42:30 Katharina Beatriz Varga
Vor allem die Deutschen.
- 42:32 Arno Schwalie
Also der deutsche Gast, der ist ja auch von den westlichen Ländern. Ja, aber ich sage ganz ehrlich, die Holländer und die Österreicher und die Dänen, die haben alle diesen Instinkt. Also es ist jetzt nicht nur ein urdeutsches, es ist ein sehr zentraleuropäisches Phänomen, wo vielleicht in Frankreich ist es möglicherweise anders, in Italien ist es ganz sicher anders, weil da auch die Gästeklientel, also die haben viel höheren Anteil an Leisure und die haben viel höheren Anteil an internationalem Publikum. Wir sind bei uns bei knapp 90% Domestic Market, ja, und sehr hoher Anteil auch Business. Und ich sage immer wieder, ich bin Teil der Infrastruktur, ja, weil wenn ich, wenn ich schaue, die Transporter mit, mit Handwerker, wenn ich mir die, die Ingenieure anschaue, die irgendwelche Turbinen installieren. Wenn ich mir wirklich dieses, die Amazon-Driver, die Polizei, die Bundeswehr, ich meine, es sind alles riesige Accounts von uns, die da durch die Nähe der Infrastruktur, die Nähe zu Bahnhöfen, die Nähe zu Drehkreuzen, Verkehrsdrehkreuzen, die ist natürlich prädestiniert, dass du genauso so ein Publikum auch hast. Passt. Aber man muss das ganze Spektrum bedienen. Und ich muss ganz ehrlich sagen, zum ersten Mal in diesem Segment auch, und mir macht es tierisch viel Spaß, weil es so unglaublich ehrlich, selbst in Entwicklung, so euch in die Karten spielt, das Segment.
- 44:08 Ronald M. Arndt
Was am Ende die Herausforderung, die dann doch auch B&B bleiben mit all seiner Power, es ist der Wettbewerb, der natürlich auch nicht schläft.
- 44:16 Arno Schwalie
Ja, ich glaube, eine der Hauptherausforderungen ist, dass das große Portfolio immer frisch zu halten. Ja, wir haben uns vorgenommen, alle 5 Jahre soft zu renovieren, jedes Haus, und alle 10 Jahre, sage ich jetzt mal, schon tiefer ins Design einzusteigen und zu schauen, das Produkt aufzufrischen. Das Design, was wir heute haben, das ist in seiner Entwicklung auch vor Corona. Also wir steigen da auch in eine neue Entwicklung ein, das Zimmer weiterzuentwickeln, das Produktpalette, Farbpalette, gehen mit der Zeit. Das abzustimmen bei der Masse, bei der Größe, um immer frisch zu bleiben, das ist mir das ganz wichtiges Thema, das unterschätzen ganz viele. Also diesen Investmentstau auszuweichen, sind auch Themen, die der Max Luscher wahnsinnig gut gemacht hat mit seinem Team, was bei 120, 130 Häusern in Deutschland einfacher ist als bei 250 oder dann bald 300. Aber da müssen wir aufpassen, dass wir genau das weitermachen. Also das ist eine sehr große Herausforderung. Die andere große Herausforderung, die betrifft sehr stark natürlich auch unsere Hoteliers. Mir ist daran gelegen, dass sie ordentlich Geld verdienen. Das ist alles, was mit der Volkswirtschaft zu tun hat, sei es Energiekosten, sei es die Tariflöhne, die überbordende Bürokratie, also die Themen, die uns politisch jeden Tag in den Nachrichten erreichen, aber auch tagtäglich in der Fläche. Also vor allem das Thema Energie und ja auch teilweise Inflation, Personalkosten, Fachkräftemangel habe ich das Gefühl, das kriegen unsere Leute ganz gut in den Griff. Aber zu gewährleisten, dass sie, sage ich jetzt mal, zu den vorhandenen Kosten eine gute Leistung jeden Tag bringen und Das bleibt eine Herausforderung. Also Faktor Mensch, Produktivität, und Produktivität für mich immer gepaart mit Lebensfreude. Ja, das ist für mich ein ganz wichtiges Thema. Und das dritte große Thema ist, glaube ich, in der jetzigen wirtschaftlichen und allgemeinpolitischen Situation, dass die Menschen Zuversicht behalten. Ja, das ist so für mich Das, wo ich versuche, auch meinen Mitarbeitern und vor allem den Leuten in der Fläche zu sagen, bleibt positiv, bleibt optimistisch und bleibt zuversichtlich, weil das macht einen Riesenunterschied aus. Ja, es ist ganze Themen und Krisen, die wir heute jeden Tag sehen, und man ist eigentlich in unseren Köpfen. Ja, und wenn man das Leben ein bisschen positiver angeht und vor allem auch jeden Tag auch sieht, was man da eigentlich hat. Und wir sind selbstständig, die Hoteliers sind selbstständig, die können ihren Tag gestalten, wie sie wollen. Da kommen Leute zu Besuch, eigentlich ein wunderbarer Job. Dabei verdienen sie Geld und haben die Freiheit zu sagen, ich habe jetzt nicht ein Investment von mehreren Millionen zu tragen, sondern das macht B&B. Und das ist eine Herausforderung, aber ja, die bespielen wir schon.
- 47:35 Ronald M. Arndt
So ganz hat es nicht geklappt, dass auch diejenigen, die bei uns die Rahmenbedingungen vorgeben, mal nach Polen schauen und sehen, hey, wie macht man manche Dinge auch besser?
- 47:44 Arno Schwalie
Ja, es ist eine hochkomplexe Lage.
- 47:49 Katharina Beatriz Varga
Vielleicht zieht sich das Gespräch in eine andere Richtung.
- 47:50 Arno Schwalie
Ja, nee, ich glaube, das ist eine wichtige Richtung für uns, weil das beschäftigt jeden Unternehmer, es beschäftigt jeden Mitarbeiter, Familie, Rentner. Es ist schon durchaus eine komplexe Gesamtgemengelage, ähnlich wie beim Fußballnationaltrainer. Ja, 80 Millionen wissen es besser, wenn man dann mal selber in den Schuhen steckt und auch sieht, wie gefangen die teilweise sind in vertraglichen Gegebenheiten, die sie nicht von einem Tag auf den anderen verändern können. Aber mir würde schon ein bisschen mehr Führung und ein bisschen mehr Richtung Und vor allem auch bisschen mehr Ehrlichkeit würde mir, würde mir schon gefallen politisch. Aber ob man da jetzt— Polen hat es gut gemacht, die holen aber auch auf, die kommen aus einer ganz anderen Welt. Die Dänen machen es mit Sicherheit gut, die Kanadier machen es gut, die Schweizer machen es gut. Es gibt viele, viele Beispiele, aber es ist viel zu komplex. Und ich muss ehrlich sagen, wenn ich jetzt tauschen würde, weiß ich jetzt auch nicht, ob ich es hinbekomme, aber ich würde zum ersten ganz am Anfang über die Kosten sprechen. Also, und die Kostensituation, die ist horrende. Wir haben, glaube ich, ein echtes Thema. Wir müssen lernen, dass weniger mehr ist.
- 49:13 Ronald M. Arndt
Ja, im letzten Hotel-Podcast haben wir auch schon drüber gesprochen, wo du deinen Input herholst, weil auch du musst natürlich bei guter Laune bleiben, sonst wird es schwierig, die weiterzugeben. Da warst du viel in Harvard damals.
- 49:24 Arno Schwalie
Ja, Harvard ist leider zu lange her. Harvard war wirklich einer der tollsten Bildungs- oder Ausbildungserlebnisse, die ich je hatte. Hat mich sehr, sehr inspiriert. Die Denke, wo wir hier von klein auf lernen, Risiko zu vermeiden, ging es in Harvard sehr, sehr stark darum. Das haben die uns von Anfang an gesagt. Harvard Business School, bei uns geht es ums Geschäft. Das heißt Innovation und Mut zum Risiko. Das befeuern wir hier. Neue frische Ideen, da geht es nicht ultimativ darum, den Fehler zu finden, sondern in erster Linie, wo sind die Opportunities. Aber auch allgemein, jetzt gut, ich war seit Trump an der Macht ist nicht mehr in den Staaten, aber dieser Pioneer Spirit, dieser Mut, dieser Optimismus, Dinge anzupacken, auch Mut zu haben, dass man mal das Falsche macht, also es fehlt mir schon sehr. Also es war für mich ja höchst Maß Inspiration. Die Inhalte waren natürlich auch toll, es ist Harvard, ja, aber so dieser, dieser Mindset. Und ja, also ich habe die letzten 2 Jahre, war ich sehr nach innen gerichtet hier in Richtung B&B und habe versucht, hier meine ganze Energie und meine Kraft und meinen Intellekt hier in die Firma zu stecken. Und es freut mich, und daraus schöpfe ich die Energie, es freut mich, wenn dann die Ergebnisse kommen und ich das Gefühl habe, dass die Mitarbeiter sich besser bestätigt fühlen. Und ich sage mal, wir sind die größte Hotelmarke in Deutschland. Lasst uns auch so auftreten. Lasst uns dieses Selbstbewusstsein auch an den Tag legen und seid stolz darauf. Es ist eine der letzten oder der wenigeren deutschen wirklichen Success Stories. Da bin ich sehr, sehr stolz drauf.
- 51:18 Katharina Beatriz Varga
Arno, wenn wir jetzt auf diese letzten 2 Jahre von dir hier bei B&B Hotels zurückblicken, du strahlst ja eine unglaubliche Positivity aus. Einer eurer Werte, die ich hier auf dem Bildschirm in dem Raum hier sehe, ist ja auch Empathy. Man spürt es einfach auch, dass das dass du das lebst. Was waren denn die größten Highlights für dich persönlich?
- 51:37 Arno Schwalie
Erstmal danke, dass du das so siehst, das freut mich, versuche ich immer zu verkörpern. Ja, die letzten 2 Jahre waren natürlich geprägt durch viele Meilensteine, aber ich picke jetzt mal 2 heraus, die mich persönlich sehr stolz gemacht haben und auch mir viel Freude bereitet haben. Das eine war Wir konnten im letzten Jahr mit dem Deutschen Olympischen Sportbund eine Partnerschaft schließen für die Olympischen Spiele, Winterspiele in Italien, in Mailand und in Cortina. Und wir haben unser Hotel in Mailand und unser Hotel in Cortina freigeräumt und haben es geschafft, die deutschen olympischen Funktionäre, die da über 4 Wochen unterzubringen. Und das geschah natürlich in Zusammenarbeit mit dem italienischen Team. Und da ist eine unglaubliche Dynamik und auch eine Freundschaft entstanden mit dem Deutschen Olympischen Sportbund. Und wir haben dann beschlossen, auf 2 Jahre der Partner zu sein. Also wir sind Hotelpartner für das deutsche Team gewesen und sind das für die nächsten eineinhalb Jahre noch. Und das war schon was richtig Großes, ja. Also da zusammen auch mit den Olympioniken in Cortina hinter der Flamme zu stehen oder vor der Flamme zu stehen bei der Entzündung und so, das war schon ein ganz besonderes Highlight. Also da war ich sehr, sehr stolz und auch sehr berührt. Und das hat nicht nur die Olympioniken, sondern auch die Paralympics beinhaltet. Und das war eine ganz tolle Geschichte. Glaube ich, das klingt doch echt fantastisch. Ja, das war wirklich schön. Und das Zweite, Das ist gar nicht so lange her, das sind knapp 4 Wochen. Wir haben unseren Dreamers Cup organisiert bei Mainz 05 in der MEWA Arena. Einen Tag bevor der Rasen abgebaut wurde, durften wir auf den heiligen Rasen mitten ins Stadion rein und haben ein Fußballturnier organisiert.
- 53:43 Katharina Beatriz Varga
Dass dich das besonders glücklich macht, das können wir uns alle vorstellen.
- 53:47 Arno Schwalie
Ja, ja, das war in vielerlei Hinsicht besonders. Wir konnten insgesamt 26 Teams stellen. Der Großteil kam aus den Hotels, also jedes Hotel hat sich sozusagen in dieses Turnier eingekauft, und das Geld, was wir gesammelt haben, konnten wir an 2 Organisationen spenden, einmal Bärenherz und einmal Mainz 05 hilft, 2 Organisationen, die Charity im tiefsten Sinne machen, sich auf der einen Seite um Kinder mit sehr seltenen Krankheiten kümmern und auf der anderen Seite auch im Bereich Palliativ unterstützen. Wir konnten da wirklich viel Geld einsammeln. Ich glaube, es gab 67.000 Also 2 große Schecks ausstellen. Aber wir hatten das Ganze, also all die Themen, die uns Menschen ausmachen, konnten wir irgendwie verbinden. Also über den Fußball, den Wettbewerb, und ich muss sagen, ich war so stolz, ich konnte meine Mannschaft, meine FCA-Mannschaft von 1993 zusammentrommeln. Thomas Mägle, Mario Söhner und Konsorten, mit denen wir damals den Titel gewonnen haben, die heute heute jetzt, wir sind heute alle über 50, ja, aber wir haben uns gar nicht so schlecht geschlagen. Also ich bin mit meinem ehemaligen FCA-Team angetreten, wir hatten aber auch die Italiener dabei, die Spanier dabei, wir hatten die Franzosen dabei, wir hatten Partner dabei. Das heißt, wir konnten alles vereinen, was so im Umfeld von B&B mit uns tätig ist und an dieser B&B-Geschichte teilhat und sie mitgestaltet. Also Also war wunderschön. Das Turnier hat dann Amiri and Friends gewonnen. Also Amiri hat noch eine Videobotschaft geschickt aus den Staaten. Sein sozusagen Charity-Team hat am Schluss gewonnen. Einer unserer BMW Hotels war im Finale. Aber ein ganz tolles Event. Danach kam Milo. Milo hat unplugged für uns gesungen. Und dann ging das Sommerfest los. Ja, wir hatten 1200 Leute, größtenteils natürlich alle Mitarbeiter, aber auch Partner und Kollegen und Leute, die am Unternehmen mitwirken konnten. Und am Abend ging es dann über in eine Party. Und das war für mich Musik, Sport, Menschen, Sommer, 36 Grad. Also es war einer der ganz besonderen Tage. Und der Dreamers Cup, der kam wirklich unglaublich toll an. Und das Ganze auch zu einem sehr, sehr guten Zweck. Also es war für mich so ein Tick all the boxes. Ist und ein absolutes Highlight, was ich so in meiner beruflichen Laufbahn auf so einem Niveau noch nicht gehabt habe. Also es war top.
- 56:30 Katharina Beatriz Varga
Best of all worlds irgendwie, oder? Ja, das Persönliche, was dir sehr wichtig ist, dann der Sport kombiniert mit einem guten Zweck.
- 56:39 Arno Schwalie
Mit einem guten Zweck und happy employees, ja. Und ja, Mehr davon bitte.
- 56:47 Katharina Beatriz Varga
Ja, dann würde ich sagen, streicheln wir alle den Arno einmal auf den Kopf.
- 56:50 Ronald M. Arndt
Ja, auch gleich, wenn die Kamera aus ist. Aber ich sage, da wünschen wir ihm und seinem Team noch weiterhin viel, viel Spaß, noch viel mehr dieser positiven unternehmerischen Vibes und am Ende den Erfolg, den ihr euch verdient habt.
- 57:04 Arno Schwalie
Vielen herzlichen Dank. Danke, dass ich diese Stunde mit euch verbringen durfte. Vielen Dank fürs Kommen.
- 57:09 Ronald M. Arndt
Danke.
- 57:10 Katharina Beatriz Varga
Wir freuen uns auf die Entwicklung.
- 57:13 Ronald M. Arndt
Danke. Ciao.