Fabian Nusser, Maison Talmühle
Aufgenommen: Maison Talmühle, Sasbachwalden
Germany34 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Kommen Probleme in einer Sanierung ja nicht unbedingt unerwartet. Man weiß nur nicht, wann sie kommen, und man weiß nicht, welche Probleme das sind.“
Fabian Nusser, 19:59
Wir sprechen mit Fabian Nusser im Musterzimmer des Maison Talmühle in Sasbachwalden, das sich zum Zeitpunkt der Aufnahme noch im Umbau befindet. Nusser, zuvor Hoteldirektor im Le Grand Bellevue in Gstaad, schildert, wie er 22 Suiten mit viel Haustechnik, Automatisierung und Partnern aus dem Dorf plant und was ihn als erstmals eigenständigen Unternehmer beschäftigt. Zum Zeitpunkt der Aufnahme ist die Eröffnung im Januar geplant.
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Kernaussagen
- Automatisierung statt Personal: Nusser setzt auf Lichtsteuerung, Gebäudeleittechnik und eine PVT-Anlage mit Wärmepumpe. Über die Zutrittsdaten der Mitarbeiter weiß er, wer im Gebäude ist, und kann Aufgaben automatisch zuweisen. Das nennt er einen Gamechanger für eine schlanke Personalstruktur.
- Erstmals Unternehmer: Zum ersten Mal ist er in absolut eigener Sache unterwegs. Am Ende des Monats bleibt nur, was er selbst erwirtschaftet hat, das sichere Gehalt bleibt im Bedarfsfall aus.
- Partner im Dorf: Einen traditionellen Bäcker und einen Metzger mit eigener Schlachtung, beide keine 50 Meter entfernt, will er zu 100% integrieren. Dazu kommt das Malerhaus als Kooperationsrestaurant. In jeder Suite gibt es eine vollständige Küche für das Frühstück, ein klassisches Hotelrestaurant gibt es nicht.
- Findlinge unter dem Haus: Beim Graben für die Drainage stellt sich heraus, dass die Grundplatte des Gebäudes auf Findlingen gegründet ist und das Haus anfängt zu wackeln. Die Lösung ist, höchstflüssigen Beton mit Hochdrucklanzen unter das Gebäude und zwischen die Findlinge zu spritzen.
- Gastgeber bei 22 Suiten: Als Individualhaus mit 22 Suiten sieht Nusser den Sweet Spot, um sich an jeden Gast zu erinnern. In Gstaad hat er normalerweise jede Arrivée selbst begrüßt.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Fabian Nusser war 5,5 Jahre General Manager des Le Grand Bellevue in Gstaad und davor 14 Jahre in der Oetker Collection. Heute geht er mit dem Maison Talmühle in Sasbachwalden erstmals den Schritt in die Selbstständigkeit. Ronald M. Arndt trifft ihn im Musterzimmer auf der Baustelle.
Über 4.000 Quadratmeter Innenbaufläche, ein schlankes Team, Automatisierung und eine PVT-Anlage: Fabian Nusser erzählt, wie er das Projekt angeht, warum regionale Partner wie Bäcker, Metzger und das Malerhaus in Achern eine wichtige Rolle spielen und wie es dazu kam, dass das Gebäude beim Graben auf Findlinge zu wackeln begann.
Die Eröffnung des Maison Talmühle mit 22 Suiten ist für Anfang 2027 geplant.
KAPITEL
00:00 Musterzimmer auf der Baustelle01:59 Karriere von Oetker bis Gstaad03:18 Bauprojekt als One-Man-Show05:19 Vom Direktor zum Unternehmer06:58 PVT-Anlage und Automatisierung10:23 Sasbachwalden und Zielmärkte12:42 Eröffnung und Vermarktung14:47 Bäcker, Metzger und Malerhaus17:04 Der Wunschgast19:52 Findlinge unter dem Gebäude22:11 Innenarchitektur und Holz25:44 Gastgeber bei 22 Suiten
Episodenseite mit Transkript:
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Transkript öffnenTranskript schließen34 Min · Ronald M. Arndt und Fabian Nusser
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:00 Ronald M. Arndt
Also lieber Fabian, ich muss dir gestehen, ich habe meine Überschuhe hier unterm Tisch ausgezogen. Durfte ich eigentlich nicht, ja. Denn wir sitzen hier—
- 00:10 Fabian Nusser
Ich denke, wir können heute noch ein Auge zudrücken, ja, das ist okay.
- 00:14 Ronald M. Arndt
Denn wir sitzen hier in einem Musterzimmer, wobei Musterzimmer völlig untertrieben ist.
- 00:21 Fabian Nusser
Ja, also wir sind noch nicht da, wo wir unbedingt ganz, ganz am Schluss hinwollen, aber—
- 00:26 Ronald M. Arndt
Stimmt, da hinten ist noch ein bisschen—
- 00:29 Fabian Nusser
Ja, es ist noch ein kleiner Weg, aber peu à peu, Stück für Stück, bit by bit kommen wir in die Richtung, wo wir schlussendlich uns wiederfinden wollen. Und ja, so das, was wir heute sehen, ist zum Großteil eigentlich schon das, was wir auch final im Hotel dann wiederfinden werden.
- 00:47 Ronald M. Arndt
Genau, am Ende wird es das Maison Talmühle in Sasbachwalden. Für mich ein Ort gar nicht so weit weg von Stuttgart, wo ich heute hierher gereist bin. Hattest du eine Verbindung zu Sasbachwalden jemals zuvor?
- 00:59 Fabian Nusser
Also ursprünglich mal.
- 01:01 Ronald M. Arndt
Bist ja auch Süddeutscher.
- 01:02 Fabian Nusser
Ganz, ganz ursprünglich mal hatte ich schon mal eine Verbindung nach Sasbachwalden, die mir aber erst nach Längerem wieder eingefallen ist. Und zwar gab es eine nette Anekdote. In Sasbachwalden gab es sehr lange ein sogenanntes Dinner-Hopping. Und meine Frau und ich haben das in der Kennenlernphase, haben wir das tatsächlich gemacht. Ist ja erst nach einigem Hin und Her ist uns das wieder eingefallen, dass wir tatsächlich hier auch in der Talmühle damals das Dessert hatten. Was es als Dessert gab, weiß ich nicht mehr, aber auf jeden Fall kann ich mich noch daran erinnern. Und ja, ganz interessant. Sonst eigentlich—
- 01:34 Ronald M. Arndt
Warst du damals schon der Koch? Weil das ist ja eigentlich deine Ausbildung beim Dinner-Hopping.
- 01:40 Fabian Nusser
Ich bin gelernter Restaurantfachmann. Nein, ich war damals nicht der Koch. Der Gutbert Fallert, der hier sehr, sehr lange, also 40 Jahre lang fast, einen Stern im Guide Michelin gekocht hat, ist der vorherige Besitzer und Eigentümer gewesen, und damals hatten wir das Dessert von ihm genießen dürfen.
- 01:59 Ronald M. Arndt
Ja, also wie ich sehe, Gastronomie, Hotellerie begleitet dich seit jeher. Sag doch mal ein bisschen was dazu. Wo hat es dich bislang hin verschlagen? Wo warst du zuletzt?
- 02:10 Fabian Nusser
Also zuletzt, die letzten 5,5 Jahre, bevor ich hier vor gut einem Jahr hier zurück in die Region gekommen bin, habe ich in der Schweiz verbracht, in Gstaad. War dort als GM vom Le Grand Bellevue und habe die 14 Jahre zuvor in der Oetker Collection verbracht, an unterschiedlichen Standorten. Ganz, ganz ursprünglich eine Restaurantfachausbildung im Brenners Parkhotel gemacht, dann studiert und dann in unterschiedlichen Häusern für die Oetker Collection unterwegs gewesen. Zuletzt davor tatsächlich wieder back to the roots, damals die Villa Stefanie 2016 übernommen, bis 2019 geführt und von dort aus dann in die Schweiz gegangen.
- 02:46 Ronald M. Arndt
Ja, Brenners Parkhotel Baden-Baden ist gar nicht so weit weg für alle, die Sasbachwalden nicht kennen.
- 02:51 Fabian Nusser
Korrekt, wir sind 20, 25 Minuten entfernt und das ist ja eine sehr schöne Distanz. Ist für uns natürlich auch, also ich habe meine Frau in Brenners kennengelernt, wie das sehr häufig der Fall ist, dass man sich eben auf der Arbeit über den Weg läuft. Und nach 2 Kindern, die wir inzwischen haben, sind wir dann sehr bewusst wieder in die Region zurückgekommen und haben uns dann jetzt hier mit dem Projekt wiedergefunden.
- 03:18 Ronald M. Arndt
Also hier ist unheimlich viel los. Du hast eine interessante Führung gerade gegeben. Allein, was ich in den Minuten schon gesehen habe, hier die Kräne, was die durch die Gegend hieven, die ganzen Gewerke. Wie fühlt sich das gerade so bei dir an? Wo stehst du gerade emotional?
- 03:36 Fabian Nusser
Zwischen natürlich aufregend, teilweise auch sehr ehrlich überwältigend. Also wir haben über 4000 Quadratmeter Innenbaufläche. Wir haben dann zusätzlich den Garten noch mal mit mehreren Hektar, die wir umbauen. Das alles in einem sehr schmal gesetzten Team. Das bedeutet, hotellerieseits mache ich das für den Moment zum Großteil alleine, habe inzwischen seit 6 Wochen eine Kollegin, die mich unterstützt, aber sonst hotellietechnisch tatsächlich lange eine One-Man-Show gewesen. Und ja, natürlich große Unterstützung von unserem Bauteam, keine Frage. Aber ja, es ist herausfordernd, es ist sehr, sehr spannend, es gibt extrem viel zu lernen auch, auch der ganze Prozess, ne. Also wenn man 5,5 Jahre Hoteldirektor war, denkt man immer, man hat relativ viel gesehen, und ich durfte auch in den vergangenen 20 Jahren immer sehr schnell sehr viel Verantwortung übernehmen und sehr viele Dinge sehen. Am Ende vom Tag ist man dann doch nicht unbedingt drauf vorbereitet, was einen in so einem Projekt dann erwartet, was auch, glaube ich, ganz gut ist. Ich weiß nicht, ob man es unbedingt, wenn man das alles vorher wüsste, dann noch mal so machen würde. Insofern ist das eine gewisse Blauäugigkeit, glaube ich, auch ganz gut, wenn man es mit Sinn und Verstand zum einen, zum anderen auch natürlich mit einer gewissen Expertise in dem Metier dann doch hoffentlich ganz gut über die Runden bekommt.
- 05:06 Ronald M. Arndt
Ja, vom schönen Start kenne ich gut. Ich kenne auch Le Grand Bellevue gut von innen, von außen. Nur glaube ich, haben uns damals nicht gesehen, aber haben wir schon mal drüber gesprochen, sich die Wege.
- 05:15 Fabian Nusser
Ich glaube, wir haben uns Ganz knapp, ganz knapp verpasst.
- 05:19 Ronald M. Arndt
Ja, dann, wenn du hier öffnest, das Maison Talmühle, bist du erstmal Unternehmer, ne?
- 05:26 Fabian Nusser
Korrekt, ja. Ich habe, also gefühlt im Geiste war man das natürlich als Hoteldirektor schon auch, ne. Also ich denke, unternehmerisches Denken gehört zu der Position immer mit dazu. Jetzt tatsächlich das erste Mal in absolut eigener Sache unterwegs, ja, und Ja, das ändert auch dann tatsächlich doch noch mal so ein ganz klein wenig die Perspektiven. Ganz interessant in verschiedenen Aspekten, die man einfach dann doch noch mal anders überlegt, im Gegensatz zu dem, wenn man mit anderen Mitteln arbeitet, auch mal ganz ehrlicherweise.
- 06:05 Ronald M. Arndt
Meinst du mit fremden Mitteln oder mit—
- 06:08 Fabian Nusser
Ja, es macht noch mal einen Unterschied, wenn man einfach weiß, am Ende vom Monat ist natürlich dann wirklich nur noch das übrig, was man selbst erwirtschaftet hat, und das sichere Gehalt bleibt im Bedarfsfall erstmal aus. Ja, okay, das macht was mit einem, gewollt oder ungewollt, positiv wie negativ. Ich glaube, man arbeitet noch mal etwas intensiver, als man ursprünglich mal gedacht hatte, dass man das schon tut. Ich glaube aber auch, dass man sich daran gewöhnen muss und gewöhnen darf, wie es einfach ist, die Möglichkeiten und die Freiheiten zu haben, auch grundsätzlich nachher mit anderen, also die Freiheiten, die man hat, gibt man auf anderer Seite natürlich auch wieder auf. Das ist immer ein Geben und Nehmen.
- 06:58 Ronald M. Arndt
Ja, wir haben beim Rundgang ein bisschen zugesprochen, was du hier alles an Technik und einfach an modernsten Lösungen, die ich selbst noch gar nicht kannte, verbaust.
- 07:08 Fabian Nusser
Ja.
- 07:09 Ronald M. Arndt
Wahrscheinlich meinst du auch das damit, dass man einfach sich sehr, sehr tief reinfuchst, weil es am Ende natürlich langfristig vor allem auch auf die Betriebskosten, sprich aufs eigene Gehalt des Unternehmers, Einfluss hat.
- 07:21 Fabian Nusser
Also ich habe, wir haben hier, also das Gebäude an sich ist zum Teil ja wirklich schon sehr, sehr alt. Also wir sprechen von 1600, wo der erste Gebäudeteil damals mit erbaut wurde. Insgesamt sind es 4 verschiedene Gebäudeteile, die wir zusammen erschließen und jetzt zum ersten Mal tatsächlich in einer Grundsanierung so zusammenführen, wie sie auch bautechnisch zusammengeführt werden sollten. Das gibt uns in vielerlei Hinsicht Möglichkeiten, auch in dem Bereich Technik und Haustechnik. Wir haben 22 Suiten insgesamt, verbauen aber natürlich technisch sowohl Klimatechnik wie auch alles andere in Form von Lichtsteuerung, in Form von Gebäudeleittechnik. Sehr viele Dinge, die man so selten in Hotels sieht. Also wir hatten vorhin die Möglichkeit, kurz über unsere PV-Anlage bzw. über unsere PVT-Anlage zu sprechen, wo wir einfach die Möglichkeit haben, mit einer PVT-Anlage neben der eigentlichen Sonnenenergie zusätzlich die Hitze noch mal in eine Wärmepumpe umzuleiten und auch diese Abwärme eigentlich, die sonst verpuffen würde, noch mal zusätzlich zu nutzen mit einer Wärmepumpe und dort noch mal andere Energieressourcen schlussendlich zu nutzen. Das Ganze kombiniert mit einem persönlichen Steckenpferd, Automatisierung, die für mich in einem sehr, ich sag's jetzt mal, leanen Umfeld, was die Personalstruktur angehen soll, dann einfach ein Gamechanger ist. Ja, da muss man ganz klar so sagen, Betriebskosten zu senken und nachher auch zu wissen, dass dein Gebäude viele Dinge im Bedarfsfall von selbst erledigt, egal ob das vom Schließrundgang ist, den man klassischerweise eben kennt, ein bisschen zu dem, dass ich über die Zutrittsmöglichkeiten unserer Mitarbeiter weiß, wer sich im Gebäude aufhält, und dann auch Aufgaben im Bedarfsfall automatisiert zuweisen kann. Ja, Dinge, die technisch sehr viel Komplexität zwar auf der einen Seite in der Vorleistung bedarf, auf der anderen Seite natürlich in der operativen und in der kostentechnischen Struktur nachher enorme positive Auswirkungen bringen.
- 09:32 Ronald M. Arndt
Also wie so ein schwäbischer Häuslebauer, aber als Hotelier hier, der sich wirklich tief reinarbeitet. Was haben wir hinter dir stehen?
- 09:39 Fabian Nusser
Weil das ist natürlich auch nicht Ausstattung des Musterszimmers eigentlich, sondern nein, das ist unsere Netzwerktechnik. Auch das, sage ich mal, bis zu einem gewissen Grad bedingt durch mein persönliches Faible dafür. Ich mache die komplette Netzwerktechnik hier im Haus selbst, von der Planung bis zur Installation. Die Kabel macht unser Elektro— unser Elektropartner natürlich, also die Verkabelung, aber alles, was dahinter kommt und danach kommt, das kommt alles aus meiner Feder, aus meinen Bedürfnissen, die wir auch als Hotelier und als Betrieb nachher haben. Und dann lag es relativ nah, da es ohnehin schon von mir kommt, dass ich es dann auch selber einbaue. Und das bringt noch mal eine andere Tiefe mit sich.
- 10:23 Ronald M. Arndt
Gehen wir ein bisschen vor die Haustür. Sasbachwalden, ein nettes Städtchen.
- 10:29 Fabian Nusser
Ja, also ich sage immer, das Parade— das Paradedorf für Deutschland. Wir haben hier sehr, sehr viel Fachwerk. Wir sind ein kleines, tatsächlich sehr touristisch geprägtes Dörfchen.
- 10:41 Ronald M. Arndt
Du sagst Dörfchen, ich sage Städtchen.
- 10:43 Fabian Nusser
Ja, Sasbachwalden wirbt zum Beispiel damit, 365 Tage im Jahr heiraten zu können. Also als du vorhin nach Sasbachwalden reingefahren bist, hast du es vielleicht gesehen. Wir sind, was das angeht, tatsächlich ein ein sehr aktives Dorf auch, ja. Sasbachwalden hat von dem großen Ton- und Musikfestival, das momentan stattfindet, ein bisschen zum glutenfreien Weihnachtsmarkt einfach so ein paar Sachen abseits von dem, was man normalerweise so hat, und unterstützt, also das Dorf unterstützt unseren Bau sehr, sind alle natürlich sehr gespannt. Die Talmühle war sehr lange das Aushängeschild natürlich auch, mit dem man geworben hat, und wir hoffen, dass wir alles dafür tun können und dürfen, um dort auch wieder mit anknüpfen zu können.
- 11:31 Ronald M. Arndt
Ja, das muss man nicht gut aufgepasst haben, aber wer ungefähr weiß, wo der Schwarzwald liegt, der weiß auch, dass die Schweiz nicht weit weg ist, Frankreich unmittelbar vor der Haustür liegt. Du hast deine Verbindung in die Schweiz und das deutsche Klientel natürlich, ne? Also ja, kann man eigentlich aus dem Vollen schöpfen.
- 11:49 Fabian Nusser
Korrekt. Auch der Name Maison Talmühle hat ja auch eine französische Anmutung mit, hängt mit einer persönlichen Präferenz in die Richtung Frankreich zusammen. Ich habe 7 Jahre in französischsprachigen Ländern gelebt und schätze die Sprache sehr. Und so kam es auch ein bisschen unter anderem mit zum Namen. Und Sasbachwalden, ja, in der Verbindung natürlich mit der Schweiz. Wir sind ca. 90 Autominuten von Basel entfernt. Das ist mit Sicherheit eine von den Märkten, die wir, die wir sehr, sehr intensiv bespielen wollen. Die Nähe natürlich dann Richtung Europapark, auch die Tangente, muss man auch sagen, von den Benelux-Ländern liegt der Schwarzwald prädestiniert dazu, um noch mal einen Stopp zu machen, bevor man in die Schweiz rübergeht. Insofern, ja, haben wir verschiedene, verschiedene Zielmärkte, die die geografische Lage einfach zusätzlich unterstützen.
- 12:42 Ronald M. Arndt
Ja, das kann ich mir vorstellen, weil alle Aufregung, die hier am Ende doch auch mitherrscht, natürlich, bis so ein Haus dann steht und fertig ist. Das Thema Vermarktung, wie du gerade gesagt hast, das steht wahrscheinlich noch ein bisschen hinten an, oder ist man da schon parallel Also natürlich laufen erste Gespräche parallel.
- 13:01 Fabian Nusser
Wir rechnen mit einer Eröffnung Anfang '27. Der Plan sieht momentan tatsächlich den Januar vor. Wie es eben bei so Bauvorhaben ist, ist man nicht davor gewappnet, dass es eventuell noch mal 2, 3 Wochen nach hinten geschoben wird oder nicht. Aber aktuell sind wir guter Dinge, dass wir den Januar halten können. Und natürlich müssen wir irgendwann in die Vermarktung gehen. Sobald das Datum tatsächlich sehr fix dann ist, wollen wir dann auch etwas härter man dort in den Markt reingehen. Aber ja, die ersten Gespräche laufen und sind auch sehr, sehr positiv. Ich glaube, wir haben hier in der Region nicht sehr viele Häuser, also zumindest auf unserer Seite vom Schwarzwald, die Ähnliches bieten, was wir hier bauen. Wir haben ja noch einen, sage ich mal, verhältnismäßig großen Spa, den wir gerade auch mitbauen. Wir haben unseren Außenpool, den Gartenbereich, den wir mitgestalten. Ich denke, das Gesamtpaket von dem, das wir hier schaffen, ist auch durch die, sage jetzt mal, Art der Suiten, die wir bauen. Ja, wir haben ja in jeder Suite von den 22 haben wir eine vollständige Küche, in der wir Frühstück servieren, haben Kooperationsrestaurant, das wir aktiv mitbespielen, das ist das Malerhaus in Achern. Insofern haben wir dort, glaube ich, ganz gute Möglichkeiten, uns am Markt zu etablieren mit einem etwas anderen Produkt auf der einen Seite. Auf der anderen Seite natürlich auch, sage ich mal, ist die Region Richtung Karlsruhe hoch haben wir natürlich Bahn-Bahn mit tollen Häusern. Richtung Freiburg runter wird es dann aber schon etwas spärlicher. Insofern, ja, haben wir, glaube ich, hoffe ich, sehr gute Möglichkeiten.
- 14:47 Ronald M. Arndt
Eigentlich eine schöne Art und Weise, neu zu starten und die Region, die Ortschaft direkt mit einzubinden über Partnerschaften. Ja, eigentlich auch.
- 14:56 Fabian Nusser
Also ganz, ganz wichtig. Wir haben Wir haben hier in Sasbachwalden tatsächlich den großen Vorteil, dass wir keine 50 Meter die Straße hoch haben wir noch einen traditionellen Bäckerbetrieb, der auch wirklich noch handwerklich Brot herstellt. 50 Meter die Straße runter haben wir noch einen Metzger mit eigener Schlachtung. Beides Betriebe, die wir natürlich zu 100% integrieren werden. Und das Malerhaus in Achern ist 4 Autominuten weg, ja, 5 Autominuten. Und das sind natürlich Partner, die man so in das System mit einbinden kann und einbinden sollte. Ich denke, ich habe vorhin Dorf zu Sasbachwalden gesagt, das ist natürlich, hilft uns allen schlussendlich. Ja, wenn es, wenn es den Kooperationspartnern gut geht, geht es einem meistens selbst dann auch gut. Insofern sehe ich da eigentlich immer nur ein Win-win.
- 15:45 Ronald M. Arndt
So, und wo früher hier die Küche war zum dazugehörigen Restaurant, kommt jetzt rein. Genau, und zwar, also, und in die Netter Fun Fact vorher: Ins Fleischkühlhaus kommt die finnische Sauna.
- 16:01 Fabian Nusser
Also war tatsächlich wirklich nicht der Plan. Ich hatte es vorher erwähnt, als wir damals die Grundrisse angeschaut haben und geguckt haben, wie wir das Layout am besten machen vom Spa, haben wir natürlich die Örtlichkeiten versucht, so gut wie möglich zu nutzen, die schon gegeben waren aus statischen Gründen etc., und hatten uns dazu dann entschieden, in in diesen Raum die finnische Sauna mitzubringen. Und unser Gärtner, der tatsächlich Mitarbeiter Nummer 0/Nummer 1, sprich der Marco Wenner, ist seit 18 Jahren schon hier in der Talmühle, war vorher Gärtner, ist auch heute noch Gärtner. Der hat den ganzen Garten auch über die ganze Bauzeit hinweg gepflegt. Und er kam und hatte dann irgendwann mal gefragt: Hey, wie machen wir das? Was passiert hier? Und dann hatte ich ihm das gesagt und dann musste er selber so ein bisschen schmunzeln. Das war im Übrigen mal das Fleischkühlhaus, ja, und so ergibt sich das, dass wir aus dem Fleischkühlhaus die finnische Sauna gemacht haben, ja.
- 16:57 Ronald M. Arndt
Ob Schweiz, Deutschland oder Frankreich, kann man den zukünftigen Gast so ein bisschen beschreiben?
- 17:04 Fabian Nusser
Ich würde nicht unbedingt in Ländergrenzen denken, das liegt mir immer so ein bisschen fern.
- 17:09 Ronald M. Arndt
Ja, jetzt poppt einer oben, aber das kriegen wir höchstwahrscheinlich noch rausgefiltert.
- 17:14 Fabian Nusser
Ja, also ich denke, Natürlich nicht unbedingt in Ländergrenzen. Ich denke auch nicht unbedingt in den demografischen Strukturen. Für uns geht es natürlich eher darum, gewisse Gefühle stimulieren zu wollen und gewisse Emotionen dort einfach mit abholen zu wollen. Der Park lädt natürlich zum Entspannen ein. Deswegen haben wir auch das Thema Spa ganz klar gewählt. Und insofern, glaube ich, sind wir, würde ich eher sagen, Leute, die die Ruhe suchen, die im Bedarfsfall auch die aktive Ruhe suchen. Die Destination ist prädestiniert zum Wandern, zum Biken, Mountainbiken, Rennradfahren, egal in welche Richtung das dann nachher gehen soll, haben wir unendliche Möglichkeiten. Und ich würde sagen, das geht eher in die Richtung, dass ich sagen würde, ich bestimme unseren Gast, beziehungsweise ich habe einen Wunschgast. Leute, die aktive Entspannung suchen in jeglicher Form, jegliches Alter, jegliche Couleur. Am Ende vom Tag, wie gesagt, haben wir Anknüpfungspunkte an viele unterschiedliche Nationalitäten. Und hoffen, dass wir dort die Gäste finden, die uns toll finden und die das Produkt toll finden und auch dann hoffentlich häufig kommen.
- 18:31 Ronald M. Arndt
Wenn man so einen Bestand baut und so ein altes Juwel hier wieder zum Leben erweckt, dann hat man eben auch das Glück und die Belohnung, dass da manchmal Dinge dabei sind, die man halt so vielleicht ja nicht hätte. Beim kleinen Spaziergang durch den Park habe ich zwei Bäche gesehen. Ja, die führen direkt dadurch.
- 18:48 Fabian Nusser
Ja, genau. Also wir haben den enormen Vorteil, dass wir mal auf dem Grundstück tatsächlich zwei natürliche Wasserquellen haben, zwei Bäche, einmal den Brandbach und einmal den Saßbach, die das Grundstück einmal tangieren. Also der Saßbach, der hier unten direkt am Grundstück entlangläuft und das Grundstück eingrenzt, und dann den Brandbach, der hier tatsächlich einmal quer durchs Grundstück drüberläuft. Also an Idylle und an Wassergeplätscher, dass man eben dann tatsächlich auch im im Panoramapool schlussendlich noch hört, eigentlich ja schon fast zu schön, um wahr zu sein.
- 19:22 Ronald M. Arndt
Da könnte man theoretisch auch die Füße reinhängen.
- 19:24 Fabian Nusser
Ja, absolut. Also nicht auf unserem Grundstück, aber 50 Meter weiter oben gibt es ein natürliches Kneippbecken noch. Aber auch hier, wir haben 2 Plateaus, die begehbar sind. Wir werden es natürlich so nicht unbedingt aktiv bewerben, weil es nicht unser Gewässer ist. Aber ja, Die Möglichkeit an sich würde bestehen.
- 19:44 Ronald M. Arndt
So, jetzt haben wir von der Sonnenseite gesprochen bis heute bei deinem Projekt, von Start bis jetzt.
- 19:51 Fabian Nusser
Ja.
- 19:52 Ronald M. Arndt
Was bereitet dann doch auch mal schlaflose Nächte?
- 19:59 Fabian Nusser
Schlaflose Nächte würde ich begrenzt dazu sagen. Wenn man, ich glaube, wir können jeden Abend mit gutem Gewissen ins Bett gehen. Insofern, natürlich gibt es Herausforderungen. Ich kann mich noch gut an verschiedene Situationen erinnern. Eine war, dass das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, als wir angefangen haben, dort auf der Rückseite zu graben, aber weil wir dementsprechend Drainagen legen mussten, sind wir auf Findlinge gestoßen. Und dort hat man eben dann Erde abgetragen und Findlinge weggenommen. Und als dann bemerkt wurde, dass die Fassade anfängt zu wackeln oder das Haus anfängt zu wackeln, ja, ist der Puls dann doch mal relativ zügig nach oben gegangen und es wurde die Erde sehr schnell wieder aufgeschüttet, um zu eruieren, woher es kommt. Was wir dann schlussendlich rausgefunden haben, ist eben, dass die Grundplatte sozusagen des Gebäudes tatsächlich auf Findlingen gegründet wurde und natürlich jeder Kubikmeter Erde, den man dort rausgenommen hat, die Stabilität der Findlinge dementsprechend gefährdet hat und somit auch die Struktur des Gebäudes. Und bis man dann eine Lösung gefunden hatte, die dann so ausgeschaut hat, dass man mit Hochdrucklanzen unter das Gebäude gebohrt hat und dann höchstflüssigen Beton unter das Gebäude spritzt und zwischen die Findlinge spritzt und in der Hoffnung, dass das dann so austrocknet, wie man sich das vorgestellt hat und in die Löcher stopft sozusagen, die man braucht, um die Stabilität wieder zu gewährleisten. Ja, das sind so Situationen, wo man dann nachher sagt, okay, Zum Glück hat man nicht am falschen Stein gewackelt, ja, bis hin zu Unwägbarkeiten, die sich einfach ergeben, ja. Aber im Großen und Ganzen muss ich sagen, kommt eine Sanierung ja, oder kommen Probleme in einer Sanierung ja nicht unbedingt unerwartet. Man weiß nur nicht, wann sie kommen, und man weiß nicht, welche Probleme das sind. Aber im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden, ja. Soweit das in einer Sanierung dann eben auch sein kann.
- 22:11 Ronald M. Arndt
Ja, lass uns mal zurück in dieses Musterzimmer, diese Suite hier gehen. Im Bildausschnitt erkennt man ja einiges, aber vielleicht hast du ein paar Worte zu sagen. Technik haben wir schon erwähnt.
- 22:22 Fabian Nusser
Ja, also innenarchitektonisch arbeiten wir mit einem ganz tollen Innenarchitekturbüro aus Wien zusammen, Mezza Maiso. Wir hatten tatsächlich halfway through, hatten wir einen einen Wechsel der Innenarchitektur machen müssen, weil unsere ursprüngliche Innenarchitektin aus gesundheitlichen Gründen das Projekt nicht mehr weiterverfolgen konnte. Eine der Unwägbarkeiten, die man eben so mitnimmt. Hatten dann mit dem, ich sage jetzt mal, 30, 40, 50% fertigen Innenarchitekturplänen nach einem neuen Partner gesucht, der uns dort mit begleiten kann, was herausfordernd war, weil man natürlich mit den Vorstellungen kommt, dass man ja schon dort auch Energie und Ressourcen reingesteckt hat und dort nicht unbedingt noch mal komplett von Anfang an beginnen möchte, was natürlich für einen, ich sage jetzt mal, künstlerischen Beruf wie die Innenarchitektur nicht ganz einfach ist, die Idee von jemand anders aufzugreifen und dann fertig zu denken. Und ja, Mezza Maiso hat es aber tatsächlich ganz hervorragend gemacht, unserer Meinung nach, haben viele Dinge aufgegriffen, haben natürlich auch Dinge wieder zum Besseren mit verwandelt, muss man auch ganz klar sagen. Ja, wir haben teilweise noch mal in die Struktur der Räume eingegriffen, was mit Sicherheit aus Bauherrensicht keine einfache Entscheidung war, weil man gewisse Dinge einfach dann noch mal angefangen hat zurückzudrehen, um sie dann noch mal neu aufzubauen, aber final mit Sicherheit die richtige und die gute Entscheidung war. Die Grundrisse sind deutlich harmonischer geworden, und ja, was Innenausstattung angeht, was Losmöblierung angeht, haben wir, glaube ich, ganz ja, ein sehr geschmackvolles Händchen dort mit engagieren können, die uns dahingehend nach unserem Gusto natürlich auch und Gusto von unserem Bauherrn in die richtige Richtung begleitet haben.
- 24:15 Ronald M. Arndt
Ja, passend zum Schwarzwald und generell, was aber ein tolles Material ist, Holz. Ja, viel Holz, helles Holz.
- 24:25 Fabian Nusser
Alles Holz nicht.
- 24:26 Ronald M. Arndt
Nicht alles Holz. Viel Holz, ja.
- 24:27 Fabian Nusser
Aber ja, also wir haben die Esche im Prinzip bei uns als Hauptprodukt gewählt in dem Bereich Holz. Haben dort einiges an Wandvertäfelungen. Uns war aber auch immer wichtig, dass wir, dass wir einen relativ zeitlosen und modernen Stil noch mit dazu bekommen. Also einfach auch Dinge, wo man nachher sagt, okay, das ist nicht das, ja, wir hatten immer vom Holzkästchen gesprochen. Wir wollten einfach nicht das typische Schwarzwald-Holzkästchen haben, aber natürlich Naturprodukte, so weit und so gut wie möglich. Viele Holzmöbel natürlich auch, wo wir einfach sehr viel Wert drauf gelegt haben, dort auch Kontrastpunkte zu finden.
- 25:07 Ronald M. Arndt
Aber trotzdem noch diese Schindel, ne? Also das ist dieser typische Schwarzwaldcharakter.
- 25:11 Fabian Nusser
Also kulturell ist das einfach natürlich auch tief in die Strukturen von Sasbachwalden verwoben. Es wäre einfach ja grundsätzlich, glaube ich, falsch, solche Möglichkeiten von Highlights dann auch auszulassen. Ja, ich denke, dass die Schindeltechnik und auch jetzt das, was wir hier gewählt haben, mit dem Farbkonzept in Harmonie zu bringen, ist tatsächlich was, was schade gewesen wäre, wenn man es nicht tun würde. Weil an sich ist es einfach ein Handwerk und auch Handwerkskunst, die man so weiterleben lassen sollte.
- 25:44 Ronald M. Arndt
Hast du schon so ein Ideengefühl, wie und wo du später deinen Gästen hier begegnen wirst?
- 25:49 Fabian Nusser
Ja, also ich bin aktiv Gastgeber. Das ist das, was ich ursprünglich mal gelernt habe. Das ist das, was—
- 25:54 Ronald M. Arndt
Auf sehr hohem Niveau. Unter anderem in Gstaad, aber auch überall sonst.
- 25:59 Fabian Nusser
Ja, also die letzten 20 Jahre habe ich in der Hotellerie verbracht, wo Gastgebertum neben dem Unternehmertum einfach ein Alltägliches war. Ja, also ich habe auch in Gstaad, habe ich unsere Gäste, wir hatten, haben 7, wir hatten, dort gibt es noch 57 Zimmer. Ich habe normalerweise eigentlich jedes Arrivée habe ich selbst begrüßt. Ja, das gehört mit dazu, und ich glaube, das macht auch einen großen Unterschied, auch wenn mich nie erdreisten würde zu sagen, dass der Aufenthalt besser wird, weil die Leute, die Gäste den Hoteldirektor getroffen haben. Aber ich glaube, es macht noch mal einen Unterschied zu wissen, wer sich um das Haus kümmert und wer wirklich dahinter steht. Als Gast einfach die Sicherheit auch zu haben, zu wissen, okay, das ist, das unterscheidet, glaube ich, ein Individualhaus auch immer bis zu einem gewissen Grad von eher anonymisiert geführten Kettenhäusern. Ja, insofern, das ist sehr, sehr wichtig. Ich glaube, noch wichtiger bei 22 Suiten, dass wir dort einfach die Möglichkeit haben, uns sehr individuell um Gäste zu kümmern. Ich denke, das ist so der Sweet Spot, wo man wirklich noch gut sagen kann, ich kann mich wirklich mit gutem Gewissen eigentlich an jeden Gast erinnern und kann sagen, okay, ich weiß wirklich, wie jeder Aufenthalt abgelaufen ist. Ab einer gewissen Größe ist das eben nur mit einem guten Team möglich. Auch dann Na, ich habe mit Sicherheit in den Häusern mit Größen über den 22 und auch über 50 Zimmern gehabt, wo wir auch einen hervorragenden Service hatten, aber natürlich dann mit deutlich mehr Personal, dass wir einfach versuchen, hier sehr schlank zu halten bei einem dennoch sehr anspruchsvollen Servicelevel.
- 27:50 Ronald M. Arndt
Luxushotellerie begeistert dich seit jeher, und was bedeutet das für dich persönlich? Ist es dieser enge Kontakt mit dem Gast? Ist es die Qualität im Produkt?
- 28:00 Fabian Nusser
Per se erstmal so ein bisschen reingerutscht, also familiärerseits eigentlich nicht wirklich den Kontaktpunkt dort gehabt, sondern die Geschichte—
- 28:08 Ronald M. Arndt
Ich bin früher im Urlaub auch immer nur in die großen Hotels rein, habe mir einen Prospekt geholt.
- 28:12 Fabian Nusser
Also nein, die Geschichte ist tatsächlich ganz klein wenig anders. Die Geschichte ist die, dass ich Zivildienst in der Bar gearbeitet habe und der Eigentümer der Bar, dessen Bruder tatsächlich der vorherige DEHOGA-Präsident dann schlussendlich war und dort im Prinzip über Kontakt, also mir hat das damals viel Spaß gemacht und ich wollte unbedingt was in die Richtung machen nach dem Abitur und hatte dann ganz ursprünglich mal geplant, Mensch, Studier doch was in der Richtung. Hatte mir dann die Hotelfachschulen in der Schweiz angeguckt und das wäre sehr interessant gewesen, aber natürlich einfach mit finanziellen, sage ich mal, Notwendigkeiten einhergegangen, die ich so nicht aufwenden konnte zu dem Zeitpunkt. Und habe dann die Möglichkeit bekommen, hey, möchtest du nicht eine Ausbildung machen? Und wenn dir das doch Spaß macht, dann mach doch die Ausbildung oder mach ein Studium an der DHBW. Und ja, habe im Prinzip habe mich ganz, ganz ursprünglich mal beworben als DHBW-Student. Dann wurde mir relativ schnell klar und auch klar mitgeteilt, dass ein Studium in der Art und Weise nur mit abgeschlossener Ausbildung möglich ist. Und ja, habe dann gesagt, gut, wenn das die Bedingung ist, dann mache ich die Ausbildung auch. Und durch das, dass es mir im Alltäglichen Spaß gemacht hat, mich um Gäste zu kümmern und mit Menschen zu tun zu haben, habe ich dann die Ausbildung als Restaurantfachmann gemacht und im Anschluss dann das Studium. Genau richtig. Und das eben durch verschiedene Zufälle in der Hotellerie, in der ich dann die letzten 20 Jahre verbracht habe. Also vom Brenners Parkhotel über die Eröffnung in Marrakesch bis hin zu den Seychellen, Paris. Ja.
- 30:04 Ronald M. Arndt
Und deine Frau und Familie sind da immer mitgereist?
- 30:08 Fabian Nusser
Ja, ich habe das Glück, dass meine Frau sehr viel Verständnis aufgebracht hat für die Zeit, und für den natürlich auch für die Anstrengungen, die man dort reinsteckt. Also der Hoteliersjob ist nicht 24 Stunden am Tag, aber zumindest mal der Kopf ist gefühlt immer sehr, sehr lange im Hotel. Und die Arbeitszeit, die man dort einfach auch sehr gerne mit Gästen verbringt, geht natürlich auf einer anderen Seite verloren. Haben inzwischen 2 Kinder und Natürlich ändert das die Perspektive immer noch mal so ein bisschen, aber grundsätzlich, ja, sehr, bin ich sehr dankbar, dass meine Familie das mitmacht. Die letzten 5,5 Jahre in der Schweiz, jetzt natürlich auch der Schritt für uns zurück näher an dort, wo wir uns ursprünglich mal kennengelernt haben und näher auch wieder natürlich an unsere Familien, war sehr bewusst. Und insofern, ja, sind wir für den Moment auf jeden Fall mal sehr, sehr glücklich mit der Entwicklung und auch wieder hier zu sein.
- 31:08 Ronald M. Arndt
Natürlich haben wir da schon ein bisschen drüber gesprochen, aber Ich finde die Idee cool, weißt du. Jetzt haben wir, wenn du dich anstrengst und deine Jungs hier entsprechend auch schnell sind, ein halbes Jahr. Wir könnten natürlich über die nächsten 6 Monate bis Januar oder bis Frühjahr 2027 die Weiterentwicklung hier ein bisschen dokumentieren.
- 31:28 Fabian Nusser
Super gerne. Also ich glaube tatsächlich, dass wir auch noch das eine oder andere, worüber ich heute noch nicht reden darf—
- 31:33 Ronald M. Arndt
Heute war es noch ein bisschen staubig da vorne.
- 31:35 Fabian Nusser
Ja, ich weiß, ich weiß. Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen, hatte ich am Anfang gesagt. Nein, aber es gibt noch das eine oder andere Thema, wo ich heute noch nicht nicht drüber reden kann und nicht drüber reden darf, das aber glaube ich durchaus die Möglichkeit bietet, noch mal andere Gesprächspunkte zu finden. Ja, ich würde mich sehr freuen, wenn du das ein bisschen reingehen in die—
- 31:57 Ronald M. Arndt
wie nennt man es eigentlich, Outlet? Sagt man Spa, oder?
- 32:00 Fabian Nusser
Ja, also ganz klassisch eigentlich das Outlet. Ja, neben Spa ist das Thema F&B, dass wir einfach so ein bisschen anders bespielen, wie man das klassischerweise kennt, ne. Ich hatte vorher erwähnt, dass wir Frühstück in den Suiten servieren, aber tatsächlich kein klassisches Hotelrestaurant haben und das auf andere Art und Weisen lösen, die dem Gast, glaube ich, nicht unbedingt weniger Komfort bieten, aber Möglichkeiten aufgetan haben, wie wir das unternehmerisch einfach auch lösen.
- 32:28 Ronald M. Arndt
Also viele tolle Ideen gepaart mit der weltweiten Erfahrung, die du gesammelt hast. Ja, steckt ja alles hier rein dann.
- 32:37 Fabian Nusser
Ja, es ist ein kleines Projekt mit vielen Möglichkeiten, also auch die Überschaubarkeit mit der Anzahl der Zimmer, mit den Möglichkeiten, die wir haben, war für mich natürlich auch einfach so mal das Paradebeispiel, um zu gucken, funktioniert das Konzept, funktioniert die Idee, um dann den Blueprint auch im Bedarfsfall zu haben, dort mehr draus machen zu können.
- 32:59 Ronald M. Arndt
Ja, so, wir werden ein paar Bilder, Stand heute, mit in die Shownotes packen, ja, und Social Media natürlich. Und dann würde ich sagen, ich komme in gut 4 Wochen wieder. Ich freue mich, zweite Episode, zweite Ausgabe, und wir schauen was bis dahin passiert ist.
- 33:16 Fabian Nusser
Für alle, die es nachmachen wollen. Auch das gerne als Leitfaden nutzen, wenn der, also wir Hoteliers untereinander, ist ja tatsächlich immer so, man hilft sich sehr gerne und das ist auch einer der Gründe, warum ich die Branche immer so toll finde. Nach wie vor noch Kontakte in alle Häuser, wo wir vorher waren und ja, wenn jemand einen Nutzen daraus ziehen kann oder Interesse hat, sehr, sehr gerne.
- 33:44 Ronald M. Arndt
Top. Und für uns Frankophile, merci à toi.
- 33:46 Fabian Nusser
Merci.
- 33:46 Ronald M. Arndt
À la prochaine. Ciao.
- 33:47 Fabian Nusser
À bientôt.
- 33:48 Ronald M. Arndt
À bientôt.