Welcome to Saint-Tropez
Aufgenommen: Villa Belrose, Gassin
Germany34 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Wir werden vom Fischerdorf zur Weltstadt und schlafen danach wieder ein und werden wieder zurück zum Fischerdorf.“
Robert-Jan van Straaten, 20:43
Robert-Jan van Straaten leitet die Althoff Villa Belrose in Gassin über der Bucht von Saint-Tropez. Im Gespräch mit Ronald M. Arndt erzählt er, wie Thomas Althoff ihn mit 32 zum Direktor machte, warum das Haus fünf bis sechs Monate im Jahr geschlossen bleibt und wie aus rund 100 Mitarbeitern im Sommer im Winter sechs werden. Dazu kommen zehn Villen rund ums Hotel als zweites Standbein und das Restaurant Club L’Indochine mit The Duc Ngo.
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Kernaussagen
- Direktor mit 32: Van Straaten fing 1994 im Schloss Lerbach für Thomas Althoff an und war der erste Management-Trainee der Gruppe, von Althoff persönlich begleitet. Im Januar 2001 wurde er mit 32 Jahren zum Direktor des Hauses benannt, von 2003 bis 2005 führte er zusätzlich das Vista Palace über Monaco.
- Saison von sechs Monaten: Das Haus ist fünf bis sechs Monate im Jahr geschlossen, ab Oktober zu und im April oder Mai wieder auf. Im Sommer arbeiten rund 100 Mitarbeiter im Haus, im Winter bleiben sechs: Küchenchef, Concierge, Reservierungsleiterin, Haustechniker, der Direktor und der Director of Administration.
- 50 bis 60 an Tag eins: Zum Saisonstart kommen 50 bis 60 Leute gleichzeitig neu ins Haus und müssen in kurzer Zeit auf Level gebracht werden. Saisonkräfte zu finden ist für ihn deutlich schwieriger geworden als früher.
- Zehn Villen als Standbein: Seit knapp vier Jahren vermietet das Hotel zehn Villen rund um das Haus, eine davon gehört der Familie Althoff, neun sind angemietet oder laufen über ein Kommissionsmodell. Die Gäste bekommen tägliches Housekeeping und Frühstück, alles weitere auf Wunsch.
- Zeit am Gast: Bei Althoff gilt, dass Hoteldirektoren am Gast sind. Ein Verantwortlicher für Buchhaltung, Administration und Human Resources nimmt ihm die Bürothemen ab, im 40-Zimmer-Hotel bleibt so Zeit auf dem Flur.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Ein Niederländer in Saint-Tropez, da ist gute Stimmung garantiert.
Allein das erneute Reinhören hat mich mehrmals zum Schmunzeln gebracht. Oder wisst ihr etwa, als was ein Holländer im Schwabenländle bezeichnet wird?
Früher der Hügel der Arbeiter, liegt die Villa Belrose hoch oben in Gassin über der Bucht von Saint-Tropez. Seit dem Jahr 1997 den Althoff Hotels zugehörig, wird sie seit nunmehr 23 Jahren von Robert-Jan van Straaten als Hoteldirektor geleitet.
Damals wie heute eine wahre „Opportunité“, wie unsere französischen Nachbarn sagen würden, sind doch nur etwa sechs Monate im Jahr Gäste im Haus. Aber was passiert eigentlich in der zweiten Jahreshälfte?
Viel, denn von nichts kommt bekanntlich nichts. So sind seit diesem Jahr mit Jimmy Coutel und The Duc Ngo gleich zwei kulinarische Aufsteiger für das leibliche Wohl vor Ort verantwortlich. Was für ein Dreiklang, wenn man noch die heimischen Erlebnisse, wie dem Club 55 der Familie de Colmont am Strand von Pampelonne, hinzunimmt.
Insgesamt eine sehr inspirierende Reise durch das Leben eines Mannes, der nicht nur der erste Management Trainee an der Seite von Thomas Althoff höchstpersönlich war, sondern noch so viel mehr gesehen und erlebt hat.
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Transkript öffnenTranskript schließen34 Min · Ronald M. Arndt und Robert-Jan van Straaten
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:07 Ronald M. Arndt
Ich habe schon vorgewarnt, ich mache ein paar Witze oder versuche witzig zu sein. Ihr Holländer seid immer noch ein bisschen witziger als ich, von daher wird das eine Challenge. Wir müssen das Mikrofon nur ein bisschen— Wenn ich an einen Holländer denke in Frankreich, dann kommt mir immer das Bild der Tour de France. Ja, Alpe d'Huez, Holländerkurve, da wo diese kleine Kirche ist mit dem Friedhof. Ich weiß nicht, welche Kehre das ist, aber ich fahre ja seit über 20 Jahren. Also ich habe sehr, sehr früh begonnen, jedes Jahr zur Tour de France. Ja, und such mal eine schöne Etappe raus mit meinem Kumpel, mal Alpe d'Huez, Galibier, aber auch schon Pyrenäen, Tourmalet, alles schon gesehen. Aber ich kehre immer gerne, und ich glaube schon 3 oder 4 Mal nach Alpe d'Huez zurück, weil eben da die besagte Holländerkurve ist, weil die Party richtig abgeht. Und da mangelt es an nichts. Also da ist der Heineken-Kühlschrank dabei und DJ-Pult. Also da macht es richtig Spaß. Und das waren bislang für mich Holländer in Frankreich. Jetzt bin ich bei Ihnen, habe den kurvigen Weg gewählt, hier von Saint-Tropez hoch bis nach Gassin. Und in Ihrem, habe ich gerade ein bisschen durchgeblättert, in Ihrem Magazin, Ihrem Althoff Magazin, steht hier drin, wenn man dann so einen Tag in Saint-Tropez war, im Sac-en-Saint haltgemacht hat oder auch eine Tarte Tropézienne gegessen hat, dann kehrt man in seine Bleibe zurück. Es sind schöne Bleibe hier.
- 01:38 Robert-Jan van Straaten
Ich glaube, wir beschweren uns nicht. Ich glaube, das Haus zeichnet sich natürlich durch unterschiedliche Facetten aus, aber hauptsächlich durch den gigantischen Blick, den wir auf der Bucht von Saint-Tropez haben. Und wie Sie gerade gesagt haben, man geht durch eine kurvige Straße nach oben. Das Tolle ist, dass wir in einem privaten Villenviertel liegen, wo es extrem ruhig ist, und das gerade für diese verrückte Stadt ist schon was Außergewöhnliches.
- 02:06 Ronald M. Arndt
Stichwort Villenviertel, ich glaube, das waren früher auch mal Villen, oder?
- 02:09 Robert-Jan van Straaten
Es waren alles, also der Hügel, das ist eigentlich ganz witzig, der wurde Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre entwickelt. Weil man unten an der Straße eine Firma hat und immer noch anwesend ist, die heißt DCNS. Und die DCNS machten die Torpedos für Frankreich und sind auch integriert zu dem französischen Staat. Und die suchten für ihre Mitarbeiter Unterkünfte. Und so wurde dieser Hügel oder zwei Hügel, es gibt unseren Sinopolishügel, wie wir sie nennen, und auf der anderen Seite gibt es die Résidence du Golf. Und deswegen sind es eigentlich alles relativ humane Villen, die mittlerweile natürlich verkauft wurden, hauptsächlich an französische und europäische Gäste, die nicht aus der Bucht von Saint-Tropez kommen. Aber Häuser sind mit plus minus ungefähr 1000 Quadratmeter Grundstück, was für Saint-Tropez relativ klein ist. Natürlich gibt es andere, die sagen, mein Gott, das ist riesengroß. Das sind schöne Grundstücke, aber es ist für die Umgebung, waren das damals kleine Grundstücke. Und in den Köpfen der Einheimischen ist dieser Hügel immer noch ein Hügel der Arbeiter. Was ja ganz witzig ist, weil die kleinste Villa kostet mittlerweile 3 Millionen und mehr. Und unter anderem auch—
- 03:28 Ronald M. Arndt
Ist er aber noch verfügbar?
- 03:29 Robert-Jan van Straaten
Ja, ja, also jetzt in den letzten 2 Covid-Jahren wurde schon extrem viel verkauft, weil die Leute noch mal neu rausgefunden haben, dass man Sandrup über Auto erreichen kann und auch weg kann, wenn mal was passiert wie in Covid. Also von dem her hat der Hügel vielleicht noch ein bisschen mehr Wert bekommen, aber man findet schon noch Sachen auf dem Hügel. Aber das Tolle an dem Hügel ist einfach, dass unter anderem auch durch das Hotel man rausgefunden hat, dass der schönste Blick auf die Bucht von Sandrup von diesem Hügel ist. Und dieser Blick, warum ist sie so schön? Weil sie immer animiert ist, tagsüber und abends. Man guckt auf Saint-Tropez und Saint-Maximin und dann natürlich im Sommer auf die wunderschönen Yachten. Und es gibt natürlich auf der Halbinsel von Saint-Tropez andere schöne Ausblicke, aber die oft abends in ein schwarzes Loch gucken. Und wir haben die große Freude, dass wir immer auf die Lichter von Saint-Tropez und Saint-Maximin und dann die gigantischen Lichter der großen Yachten gucken dürfen.
- 04:21 Ronald M. Arndt
Das heißt, ich bleibe noch ein bisschen länger und dann kann ich auch heute Abend In das helle Loch darunter schauen. Und das Hause Althoff hat den Hügel ja auch schon vor vielen Jahren entdeckt. Ich glaube, 1997 war das.
- 04:32 Robert-Jan van Straaten
Also das Hotel wurde gebaut zwischen '92 und '97. Das war ein schwieriger südfranzösischer Bau und der zweite Eigentümer, der da involviert war, war ein Bauherr aus Berlin, der nichts mit Hotellerie zu tun hatte und direkt von Anfang an Thomas Althoff gebeten hat, sich um das Haus zu kümmern. Das haben wir dann auch bei Eröffnung im Juni '97 gemacht und ich habe die Freude gehabt, im ersten Jahr Januar 2001 hier als Direktor durch Herrn Althoff benannt zu werden, was damals sicherlich auch von Herrn Althoff aus sehr courageux war, wie die Franzosen so schön sagen, weil ich damals 32 war und noch mit relativ wenig Erfahrung. Aber ich habe dann durch viel Arbeiten und mit extrem viel Spaß bei der Arbeit hier das Haus für ihn führen dürfen.
- 05:18 Ronald M. Arndt
32, stark.
- 05:20 Robert-Jan van Straaten
Ja, das war damals wirklich eine Opportunité, um bei den französischen Wörtern zu bleiben. Nochmals, ich habe für Thomas Althoff 1994 in unserem wunderschönen Schloss Lerbach damals für ihn anfangen dürfen und habe dann irgendwann in '98, hatten wir noch ein wunderschönes Haus, was ein ehemaliges Kronich Hotel war, das Vista Palace überhalb von Monaco. Und ich war damals der Erste innerhalb der Althoff-Gruppe, der eine Art Management-Trainee anfing. Das gab es eigentlich schon noch nicht und wurde auch von Herrn Althoff persönlich begleitet dabei, was eine große Ehre war. War und ist und musste dann meinen Empfangsteil machen, weil ich aus der Restauration von der F&B-Seite kam und habe dann in unserem Vista Palace ein Jahr eine Saison am Empfang gearbeitet. Bin dann zurück nach Deutschland und sollte dort Buchhaltung machen. Das war ein bisschen weniger interessant für mich.
- 06:19 Ronald M. Arndt
Zu wenig Party?
- 06:20 Robert-Jan van Straaten
Exakt, die Party fehlt aber auch diese ganze Zeit. Mittlerweile habe ich es gelernt und schätze es gelernt. Aber wir hatten damals das große Glück, dass Herr Althoff einen ausgezeichneten Director of Finance hatte, und der hat mich dann in relativ wenigen Monaten so fit wie möglich gemacht, lassen Sie es mal so ausdrücken. Und dann gab es eine Veränderung im Vistapalast und bin ich zurückgegangen und wurde dort stellvertretender Direktor und bin dann anschließend in 2001 hierüber gewechselt und habe zwischendurch sogar noch beide Häuser gleichzeitig geführt, von 2003 bis 2005. Und hatte eigentlich ein bisschen den Vorteil, dass, und das hört sich jetzt ein bisschen doof an, aber die Deutschen kein Französisch sprachen und die Franzosen kein Deutsch. Sie sind ja eine sehr gute Ausnahme dabei, wenn ich das so frech sagen darf, lieber Arndt. Und als Holländer musste ich meine Sprache lernen, weil kein Mensch versteht Holländisch und das ist auch gut so. Und von dem her beherrschte ich beide Sprachen mehr oder weniger und durfte dann für ihn hier unten anfangen.
- 07:22 Ronald M. Arndt
Super. Und seitdem auch?
- 07:24 Robert-Jan van Straaten
Seitdem, ich arbeite seit 27 Jahren mit viel Stolz für die Familie Althoff. Herr und Frau Althoff haben eine wirklich beeindruckende Firma aufgebaut, wo ich als kleiner Holländer dazwischen durchtanzen durfte, wenn ich das so sagen darf. Und die Firma ist immer größer geworden. Wir haben heute fast 1800 Mitarbeiter, 18 Hotels in 3 verschiedenen Branchen. Und das ist schon ein Riesenstück Lebenswerk, was Herr und Frau Althoff da geleistet haben. Und ich habe natürlich die letzten 23 Jahre mittlerweile mich hier auf die Berghofs konzentrieren dürfen, habe aber auch zwischendurch unser Seehotel Überfahrt für ihn aufmachen dürfen, wo wir das übernommen haben von der Rindt. Wir haben jetzt ein neues Standbein hier unten mit einer Villavermietung. Wir haben insgesamt 10 Villen rund um das Hotel, die wir unseren Gästen anbieten. Also von dem her geht es auch innerhalb der Firma und auch für mich persönlich super.
- 08:18 Ronald M. Arndt
Die aber nicht zugekauft wurden?
- 08:20 Robert-Jan van Straaten
Nein, also wir haben jetzt einer, der uns selbst gehört, oder der Herrn Althoff und Frau Althoff selbst gehört, gleich neben das Hotel, das wir Ende Juni fertigstellen. Aber die anderen 9 Stück werden angemietet von Eigentümern, beziehungsweise haben wir ein Kommissionsmodell, was für die Eigentümer auch sehr interessant ist, weil natürlich die Qualität des Hotels dahinter steht und wir uns komplett um die Villas kümmern, während wir sie an unsere Gäste vermieten.
- 08:44 Ronald M. Arndt
Ganz spannend, also einen privaten Ort zu haben hier auf dem Hügel und trotzdem natürlich die ganzen Vorzüge.
- 08:51 Robert-Jan van Straaten
Die Vorteile für die Gäste sind natürlich, dass sie eine Villa bekommen, wo tägliches Housekeeping durchgeführt wird, das Frühstück serviert wird und und alles andere können Sie dazu bekommen, müssen Sie aber nicht. Und das in einer Umgebung von St. Tropez machen zu dürfen, hält das Leben richtig spannend, weil das sind natürlich Gäste, die erstens extrem viel Geld dafür ausgeben, aber dadurch natürlich auch eine hohe Erwartungshaltung haben. Und die versuchen wir, und glaube ich auch, werden wir bestätigen, während sie bei uns sind. Also wir haben das jetzt seit knapp 4 Jahren und haben uns die letzten 2 Jahre deutlich ausgebaut und sind schon relativ erfolgreich damit.
- 09:26 Ronald M. Arndt
Das heißt, die Eigentümer wohnen nicht das ganze Jahr in der Villa, sondern sind halt nur teilweise da, und in den Zwischenräumen kann die Villa auch gemietet werden.
- 09:33 Robert-Jan van Straaten
Also das ist witzig, dass Sie das sagen. Ich hatte letztens Gäste, die haben innerhalb—
- 09:38 Ronald M. Arndt
wo kam die Idee her?
- 09:40 Robert-Jan van Straaten
Also natürlich sind das größtenteils Franzosen oder Ausländer, die das als Zweitwohnung haben. Aber ich hatte eine Diskussion mit meinem Kollegen Vincent Ludwig in der Überfahrt am Tegernsee, und der sagte, bei uns ist das viel schwieriger, weil die würden ihre Villen selber nicht vermieten, oder denen gehört die Villa und sie In Südfrankreich ist das in einer anderen Art und Weise, und die gleichen Gäste haben auch hier Villen und sind hier bereit, sie zu vermieten, und würden das vielleicht zu Hause in Deutschland oder in anderen Ländern eher weniger machen. Hier ist es eigentlich vielleicht nicht gang und gäbe, aber schon sehr häufig. Und die Anbieter auf dem Markt, es gibt ein wunderschönes Beispiel von der Hôtellerie Réserve in Ramatuelle, die das schon sehr lange machen, aber auch die Immobilienfirmen bieten das an. Nochmal, der Vorteil für den Eigentümer, das mit uns zu machen, ist, dass es einfach etwas mehr Sicherheit gibt, dass wir uns auch wirklich tagtäglich darum kümmern.
- 10:35 Ronald M. Arndt
Super. Wird mit den Yachten wahrscheinlich oft ähnlich sein.
- 10:38 Robert-Jan van Straaten
Ja gut, die Yachten, das ist nochmal eine separate Geschichte. Die Yachten, vor allem jetzt gerade mit der Ukrainekrise, gibt es schon ein bisschen weniger Yachten, als wir das die letzten Jahre noch hatten, weil ein paar ja festgelegt sind. Aber die Vermietung der Yachten ist nochmal eine Sache für sich, weil es dort einmal schwierig ist, für einen Tag oder 2 Tage Yachten zu mieten, weil die dann doch eher daran interessiert sind, das für eine Woche oder 2 Wochen oder 3 Wochen zu machen. Und ich glaube, das liegt am Ende des Tages noch mal über Ferienvermietung und Hotelzimmer.
- 11:13 Ronald M. Arndt
Wie kam es denn, dass Sie in der Hotellerie Fuß gefasst haben? Was war damals der Auslöser?
- 11:19 Robert-Jan van Straaten
Also ich habe das von Anfang an, wo ich schon ganz jung war— mein Vater war leidenschaftlicher oder ist leidenschaftlicher Hobbykoch. Und von dem her war Essen und Trinken immer schon wichtig in der Familie, obwohl in meinen jungen Jahren viel gesehen. Ja, ich habe damals schon gut und viel essen dürfen, aber mein Vater kommt aus der Holländer, essen generell auch, ja, aber auch nicht immer gut.
- 11:42 Ronald M. Arndt
Aber kein Wunder, dass immer so 1,96,6 haben sie gesagt, die 1,6 daraus kommen.
- 11:52 Robert-Jan van Straaten
Da sind ein paar Pommes reingegangen. Aber nein, mein Vater kam aus der— mein Großvater vor allem aus der Aufzugsbranche. Und das war was, womit ich mich überhaupt nicht anfreunden konnte und habe eigentlich von jung auf gesagt, dass ich in die Hotellerie, Gastronomie rein wollte. Und dann haben meine Eltern irgendwann entschieden, es gab in Süddeutschland witzigerweise am Tegernsee eine gute Hotelfachschule und haben gesagt, dann gehst du da mal hin. Im Nachhinein hat mein Vater das ein teures Kindergarten genannt. Das war es vielleicht auch, aber ich habe trotzdem die Liebe für diesen Beruf da noch weiter ausgebaut und bin dann zurück nach Holland und habe in Holland eine Hotelfachschule von 4 Jahren gemacht. Und weil ich schon in Deutschland war, hatten die ein paar Praktikumsplätze in Deutschland und bin dann in Ihr Stuttgart gelandet und durfte im Hotel Fontana Stuttgart mein Praktikum machen und bin dort dann 2 Jahre noch hängen geblieben.
- 12:43 Ronald M. Arndt
Hängen geblieben.
- 12:45 Robert-Jan van Straaten
Sie haben recht, lieber Arndt, das hört sich doof an, aber hängen geblieben insoweit, man hat mir dort auch die Möglichkeit gegeben, dort in der, das hieß damals die Wirtschaft, das war ja alles, was in der Küche hinter die Kulissen vorbereitet wurde für Service und Küche. Und ich hatte das Glück, dass ich da in eine Mannschaft kam, die aus dem ursprünglichen Stuttgart International kam, was ja ein sehr großes Hotel damals war. Und mit einer extremen Erfahrung. Und ich habe immer das Glück in meiner Karriere gehabt, dass ich immer Leute vor mir hatte, auch nachher bei Althoff übrigens, die sich in diesem Metier extrem gut auskannten und praktisch noch nach alter Art und Weise geführt haben. Und das war nicht immer einfach, aber das war schon eine sehr, sehr gute Lehre. Und ich hatte es da zu tun mit Leuten, die auch schon mindestens 30, 40 Jahre Karriere in der Hotellerie, Gastronomie hatten und von dem her mir wirklich sehr viel haben beibringen dürfen und können und ich davon profitiert habe.
- 13:53 Ronald M. Arndt
Ich hatte mir vorher die Frage gestellt, ob ich weiß, was ein Holländer im Schwabenland ist. Ich habe dann gesagt, lassen Sie uns die Antwort im Hotel-Podcast gleich geben.
- 14:01 Robert-Jan van Straaten
Ein Käsespätzle. Nein, aber ich, also nochmals, um darauf zurückzukommen, das ist schon Ich glaube, das ist auch heutzutage vielleicht was, was sich ein bisschen geändert hat. Aber ich habe immer noch meistens den Vorteil gehabt, dass es viele sehr gute Abteilungsleiter und Direktoren gab, mit denen ich habe arbeiten dürfen. Und auch bei Althoff, wir hatten in Leerbach natürlich Dieter Müller, der, während ich dabei oder da gearbeitet habe, seinen dritten Stern bekam. Aber der hatte auch einen Chef-Sommelier, der übrigens ursprünglich aus Schweizer Stuben von Andreas Schmidt kam. Und habe danach auf meinem bei Althoff natürlich auch Andreas Schmidt als Direktorchef gehabt. Und das waren alles Leute, die mich immer wieder weitergebracht haben und auch heute noch weiterbringen. Also das ist, ich glaube, es ist ein Metier, wenn du glaubst, dass du alles gesehen hast, dann ist es schön, in Sandtrup zu sein, weil dann kommt wieder was Neues.
- 14:57 Ronald M. Arndt
Jetzt habe ich auch schon ein paar Hoteldirektoren der Althoff Hotel Collection kennengelernt oder auch von Ameron. Ich nehme mal an, dass diese Vorbildfunktion bis heute da ist, wenn man in einem Haus Es beginnt, ja. Oder meinen Sie, der Führungsstil hat sich verändert und somit auch—
- 15:16 Robert-Jan van Straaten
Nein, nein, also bei Althoff hat sich der Führungsstil sicherlich nicht geändert. Herr Althoff hat es immer selber für sehr wichtig gefunden, dass seine Hoteldirektoren am Gast sind. Und wir haben das auch hier in Loberos so organisiert, dass ich am Gast sein kann. Und ich habe immer gesagt, es ist ein Bonus.
- 15:32 Ronald M. Arndt
Das wird sehr eingefordert von Ihrem Klientel?
- 15:36 Robert-Jan van Straaten
Ja, also am Ende des Tages geben Sie das ja selber vor. Wenn Sie viel anwesend sind, fragt der Gast auch automatisch schneller nach sich selbst. Also von dem her ist das am Ende des Tages für mich eine Win-win-Situation. Aber es war bei Althoff immer wichtig, dass die Hoteldirektoren am Gast sind. Und ich glaube, dass wir ein Metier machen, wo am Ende des Tages man manchmal vergisst, dass der Gast im Mittelpunkt stehen soll und diese ganze Geschichte um den Gast geht. Und das hört sich immer schön an, das ist schnell gesagt, und das können Sie eigentlich sowohl für Ihre Mitarbeiter als auch für Ihre Gäste nur machen, wenn Sie auch wirklich auf dem Arbeitsflur sind. Und das ist eine reine Organisationsfrage. Ich habe Kollegen, die sitzen hauptsächlich in ihrem Büro. Das ist eine Entscheidung.
- 16:15 Ronald M. Arndt
Und machen Buchhaltung.
- 16:17 Robert-Jan van Straaten
Das haben Sie jetzt gesagt, das würde ich mir über meine Kollegen nicht erlauben. Aber in der Althoff-Gruppe ist es immer für Herrn Althoff. Herr Althoff ist selber nach wie vor extrem anwesend und Frank Marrenbach jetzt natürlich auch. Und wenn Gäste Fragen haben oder Anliegen haben, dann stehen die beiden da auch zur Verfügung. Und von dem her leben die das uns vor. Und können wir uns das unsere Mitarbeiter vorleben? Und es hat mal ein sehr guter und alter Kollege von mir innerhalb der Althoff-Gruppe, Kurt Wagner, zu mir gesagt, ich kann es nur vormachen und dann kann ich nur hoffen, dass es übernommen wird. Und das stimmt nicht hundertprozentig, aber grundsätzlich ist das schon so. Und wenn Sie selber immer noch schneller die Kaufverträge schneller in Gericht servieren, als Ihre Mitarbeiter das tun, dann müssen die automatisch nachlegen.
- 17:05 Ronald M. Arndt
Stark. Brigitte Bardot hat ja, glaube ich, Saint-Tropez weltberühmt gemacht mit einem Film. Das habe ich jetzt erst erfahren. Also das war mir gar nicht so bekannt.
- 17:14 Robert-Jan van Straaten
Nein, nein. Also es gibt am Ende des Tages 2, 3 Personen, die Saint-Tropez bekannt gemacht haben. Die erste vor Brigitte Bardot ist sicherlich Colette gewesen. Danach hat Bardot natürlich durch den Film Dieu créé la femme Saint-Tropez noch mal deutlicher auf der Karte gesetzt. Und das Tolle an dieser Geschichte ist ja, dass Brigitte Bardot mit ihrer Filmcrew auf die Strände von Pamplona am Drehen war und dort sich die Familie de Colmont, was jetzt Club 55 ist, niedergelassen hat. Was übrigens alleine für sich eine tolle Geschichte ist, weil die Familie ist per Schiff hier angekommen in diese Bucht und dann hat der Vater gesagt, das ist ein demokratisches Land, es gibt da keine wilden Tiere, hier machen wir uns ansässig. Und haben dann eine kleine Bude aufgeschlagen.
- 17:57 Ronald M. Arndt
Wo kamen die her mit ihrem Schiff?
- 17:58 Robert-Jan van Straaten
Ja, die waren auf einer Weltreise mit dem Schiff. Und sind irgendwann hier in der Umgebung einfach vor Anker gegangen. Und so ist dann, dann hat die Mutter de Colmont, hat sich getroffen mit dieser Filmcrew und die Filmcrew war auf der Suche nach jemand, der für den Essen machen konnte. Und dann hat die Mutter gesagt, ich koche schon für die Familie, dann kann ich auch für eine Filmcrew kochen. Und so hat die Geschichte angefangen. Und das Tolle ist, dass heutzutage immer noch der Sohn und die Tochter beide und sogar jetzt die Tochter von dem Sohn, jetzt wird es etwas schwieriger, auch noch im Betrieb ist und der Club 55 nach wie vor ein Ort ist, wo man sagt, man seine Freunde begrüßt. Und Patrice de Colmont, der den Laden wirklich fest im Griff hat, sagt immer, wenn ein Gast das erste Mal kommt, dann werden wir gucken, ob der Gast gerne zu uns kommt und wir den auch für die Zukunft behalten wollen, oder ob es jemand ist, der eher unangenehm ist, und dann werden wir alles daran tun, dass er nicht nicht wiederkommt. Was natürlich ein starker Spruch ist, weil keiner erlaubt sich das in der Hotellerie-Gastronomie, aber Club 55 kann sich das erlauben. Danach kümmert er sich trotzdem toll um seine Gäste, aber Patrice de Caumont begrüßt seine Gäste immer selbst und platziert sie immer selbst. Und auch das ist für mich immer ein Beispiel gewesen, weil am Ende des Tages nochmals, und da kommen wir zurück auf das, man sich um Gäste kümmert und Menschen kümmert, das macht man in Club 55 perfekt. Um zurückzukommen auf Brigitte Bardot, Brigitte Bardot hat natürlich Saint-Tropez gemacht und ist auch nach wie vor eine wichtige Figur, auch wenn sie nur noch ganz, ganz selten im Ort zu sehen ist. Aber es hat diesen— Brigitte Bardot hat diesen leichten Flair an Saint-Tropez gegeben und auch diese Mischung, wo wir immer etwas blöder sagen, aber zwischen Arm und Reich. Und ich glaube, das ist auch die Miete von Saint-Tropez. Am Ende des Tages kann jeder nach Saint-Tropez. Es gibt auf den Stränden von Pamplona immer ein Stück publiken Strand, wo Sie sich auch mit dem Handtuch hinlegen können. Und das Gleiche gilt für die Stadt. Es gibt ein paar tolle kleine Restaurants, die die natürlich vielleicht etwas teurer sind wie woanders, aber nicht so teuer sind, dass man da nicht schön—
- 20:05 Ronald M. Arndt
Eine Schwabe trinkt lieber noch mal einen Kaffee bei Ihnen und dann fährt sie wieder runter mit seinem Handschuh.
- 20:09 Robert-Jan van Straaten
Exakt, exakt, exakt.
- 20:10 Ronald M. Arndt
Vielleicht kann man auch mitnehmen.
- 20:11 Robert-Jan van Straaten
Wir machen auch Takeaway. Aber ich glaube, das ist schon auch ein bisschen das Geheimnis von Saint-Tropez. Das ist auch der Unterschied vielleicht mit Städten wie Capri, Portofino und andere in der Welt. Haben nach wie vor sehr einheimische Geschichten, Sachen. Eine Firma wie Kiwi Bademode kommt aus Saint-Tropez, Vibrikant kommt aus Saint-Tropez. Es gibt einen Discjockey in der Cave du Roi, der quer durch die Welt geht über den Winter.
- 20:42 Ronald M. Arndt
Und richtig gutes Unternehmertum.
- 20:43 Robert-Jan van Straaten
Ja, Unternehmertum absolut. Und auch die Marke Saint-Tropez weiter nach vorne bringen. Ja, man darf nicht vergessen, Saint-Tropez ist eine Stadt von noch 5000 Einwohner und das werden im Sommer 1 bis 2 Millionen, manche sagen 3 bis 4 Millionen Menschen. Also wir werden vom Fischerdorf zur Weltstadt und schlafen danach wieder ein und werden wieder zurück zum Fischerdorf. Und gerade das ist wunderschön. Und dann hat man auch im Vergleich zu anderen Ecken in Europa und in der Welt es geschafft, die Natur nicht wirklich zu berühren. Und Sie haben nach wie vor Weinfelder, die fast bis ins Wasser reinwachsen. Sie haben, wenn Sie vom Schiff aus die Bucht von Saint-Tropez sich angucken, dann sehen Sie, wie unheimlich grün und schön das ist und dass eigentlich noch sehr wenig bebaut ist. Und wir hoffen auch, dass das in der Zukunft so bleibt.
- 21:30 Ronald M. Arndt
Ja, Stichwort Wein, Rosé. Ich hatte das Glück, vor 3 bis 4 Wochen in Düsseldorf zu sein mit meinem guten Freund aus Aix auf der ProWein-Messe und habe da all die Herren kennengelernt, die hier rund um Saint-Tropez ihre Weingüter haben. François Maton, Miniti, Steven von Mirabeau. Und jetzt war auch geplant, dass ich vielleicht noch ein bisschen mit meinem Hotel-Podcast bei denen vorbeischaue, aber ich bin auch privat unterwegs mit meiner Familie. Das nächste Mal, ja, sollten Sie machen, werde ich bei den beiden noch vorbeischauen. Wir wollen mit dem Hotel-Podcast ja immer so ein bisschen Einblick geben in die Arbeit einer Hoteldirektorin, eines Hoteldirektors, natürlich auch in anderen Bereichen eines Hotels. Thema Buchhaltung haben wir schon angesprochen. Immer am Gast zu sein und gerne sein zu wollen, ist ja schön und gut, aber Sie sind ja auch für ein Unternehmen hier zuständig. Wie viel ist man dann am Ende doch im Büro? Also, wie teilt man das auf?
- 22:32 Robert-Jan van Straaten
Ich habe einen sehr guten Verantwortlichen oder Direktor für alles, was Buchhaltung und administrative Aufgaben sind und Human Resource. Der nimmt mir—
- 22:44 Ronald M. Arndt
das ist ein reiner Bürojob, das ist ein reiner Bürojob, ja, 100% Bürojob.
- 22:49 Robert-Jan van Straaten
Und der kümmert sich am Ende des Tages um diese ganzen administrativen Aufgaben. Natürlich gibt es Momente am Tag und im Monat, wo ich selber auf die Zahlen gucke, weil das ist und bleibt was Wichtiges. Vor allem Thomas Althoff möchte ja auch dass wir das wirtschaftlich korrekt machen und zu Recht. Aber ich habe schon immer versucht, dass er das so weit wie möglich vorbereitet, damit ich wirklich das am Ende des Tages kurzfristig entscheiden kann und meine Zeit am Gast weiter benützen kann. Und das ist was, nochmals, am Ende des Tages ist das eine reine organisatorische Geschichte. Natürlich, desto größer das Hotel wird, desto schwieriger wird das. Das ist schon richtig. Und ich habe den großen Vorteil, dass ich ein 40-Zimmer-Hotel habe, wo das noch möglich ist. Ich habe auch immer gesagt, ich mag sehr die Kleinhotellerie oder Boutiquehotellerie, weil ich finde, dass man sich persönlich um seine Gäste kümmern kann. Und wenn man das in einer Umgebung wie Saint-Tropez machen darf, dann können Sie jedes Jahr wieder ein Buch schreiben.
- 23:52 Ronald M. Arndt
Ja, das heißt, der betriebswirtschaftliche Teil wird hier schon aber von einem Kollegen—
- 23:56 Robert-Jan van Straaten
Sie dürfen auch nicht vergessen, dass wir natürlich den Vorteil haben, dass wir 5 bis 6 Monate im Jahr zu haben.
- 24:03 Ronald M. Arndt
Wirklich dann zu?
- 24:03 Robert-Jan van Straaten
Ja, leider. Ich habe vor 23 Jahren mit meiner Großholländischen Klappe mal gesagt, in 5 Jahren machen wir das Jahr auf. Die Saisons verkürzen sich leider auch durch Covid natürlich. Aber leider ist Saint-Tropez nach wie vor ein Sommerort. Also ab Oktober wird zugemacht und das wird im April, Mai wieder wieder aufgemacht. Was noch mal sehr schade ist, weil man darf nicht vergessen, dass die Côte d'Azur eigentlich ein Winterüberwinterungsort ist.
- 24:34 Ronald M. Arndt
Ich habe ja in Aix-en-Provence 2 Jahre gelebt, ist jetzt auch nicht ewig weit weg. Also da hat man es immer gut aushalten können.
- 24:39 Robert-Jan van Straaten
Das ist ein Traum. Ein Ort wie Menton neben Monaco war ja eine Hochburg der Engländer, wo die Engländer überwinterten. Ich bin auch der Meinung, dass das grundsätzlich auch in der Zukunft möglich ist, diese Saisons zu verlängern und auszubauen.
- 24:54 Ronald M. Arndt
Jetzt durch die Möglichkeit, Zeit von überall aus arbeiten zu können.
- 24:57 Robert-Jan van Straaten
Ja, einmal das, aber auch, wir brauchen in Saint-Tropez irgendwas an einer kleinen Kongresshalle-Möglichkeit, und da ist die örtliche Politik jetzt auch dran, um zu gucken, ob das möglich ist. Das würde uns etwas weiterhelfen. Und dann ist es natürlich so, die Côte d'Azur wäre nicht so grün, wenn es nicht auch ab und zu mal regnen würde. Und wenn Sie ein Wochenende an der Côte d'Azur verbringen und es regnet 3 Tage, dann sagen sie, das mache ich nicht mehr. Auch weil der übergroße Teil der Hotels und die Vorgänge, die es gibt, meistens auf den Sommer ausgelegt sind. Nehmen Sie allein unsere wunderschöne Althoff Villa Berghaus. Wenn es regnet, schließe ich 50% des Hauses, weil Sie müssen die Terrassen benutzen können und diesen Ausblick benutzen können. Aber trotzdem bin ich nach wie vor der Meinung, dass wir das noch ausbauen können. Wir hoffen auch, dass wir über diesen Villa-Firmenbereich den Winter noch etwas beleben können. Es Leute gibt, die sagen, hör mal, es war 3 Monate grau in Deutschland, jetzt habe ich die Schnauze voll und flieg mal 2 oder 3 Wochen an die Côte d'Azur. Die Anfragen kommen jetzt langsam. Natürlich, was Sie gerade gesagt haben, Herr Arndt, hat ja Covid auch dazu beigetragen, dass Leute es natürlich jetzt einfacher von zu Hause arbeiten oder von einem anderen Ort aus arbeiten können. Und das würde noch mal helfen. Also ich bin da sehr optimistisch, dass wir da in der Zukunft vielleicht noch etwas ausbauen können. Aber um zurückzukommen, warum wir überhaupt damit angefangen haben, ist, dass ich natürlich dann über den Winter auch die Möglichkeit habe, diese ganze Zahlengeschichten und so weiter und administrative Arbeiten gut vorzubereiten für den Sommer, um in den Sommer Zeit zu haben für den Gast. So, jetzt ist das Ding rund.
- 26:34 Ronald M. Arndt
Hat mich interessiert.
- 26:37 Robert-Jan van Straaten
Aber das ist schon ein großer Schritt. Idee zu geben, wir haben im Sommer plus minus 100 Mitarbeiter, ohne die fehlen, und im Winter bleiben davon 6 übrig. Das ist mein Küchenchef, das ist mein Concierge, meine Reservierungsleiterin, mein Haustechniker, ich und mein Director of Administration. Und in diesen 5, 6 Monaten bereiten wir die Saison richtig vor. Wir haben meistens noch so einen Monat Nachlauf von der Saison in Oktober. Dann über Weihnachten, Silvester wird wirklich komplett zugemacht, und dann ab Januar fangen wir wieder an einzustellen, vorzubereiten und das Haus auf Vordermann zu bringen.
- 27:16 Ronald M. Arndt
Okay, was ja dann auch wiederum eine Herausforderung sein dürfte, neu einzustellen. Ja, man kann wieder aufs Neue.
- 27:23 Robert-Jan van Straaten
Ein Hotel, wo ich hier hinkam, dachte ich, boah, das ist ja toll, Thomas Althoff bezahlt mir 6 Monate Urlaub und dann arbeite ich schon mal 6 Monate ein bisschen was. Also das stimmt noch nicht ganz. Im Nachhinein habe ich rausgefunden, dass es gar nicht so war. Aber es ist eine andere Art und Weise vom Arbeiten. Jemand, der ein Hotel aufs Jahr hat, teilt sich das anders ein, ist nicht unbedingt 6 bis 7 Tage die Woche da im Sommer. Und wir haben halt den Vorteil, dass wir im Winter eine Art Bürojob haben, wo trotzdem noch genügend hängen bleibt. Von dem her, das mit dem Urlaub, das habe ich mittlerweile sehr ich das anders. Aber wir haben halt eine intensive Saison über 6 Monate, wo auch gleich von Anfang an natürlich eine Mannschaft auf ein Level gebracht werden muss. Und das ist, glaube ich, die größte und auch schönste Herausforderung. Man hat sehr wenig Zeit, um die auf das Level zu bringen, wo man sie haben will. Und dafür haben wir natürlich mittlerweile Möglichkeiten, um das auch zu prüfen und zu gucken, dass das so schnell wie möglich geht. Aber das ist unsere Herausforderung. Und in einem Hotel aufs Jahr wechselt mal ein Mitarbeiter oder mal 2 oder 3 oder 4, aber bei uns kommen am Ende des Tages 50 bis 60 Mann an Tag 1 rein und die müssen geschult werden.
- 28:40 Ronald M. Arndt
Nicht ganz passendes Beispiel, aber wie so eine Eisdiele in Deutschland.
- 28:42 Robert-Jan van Straaten
Ja, absolut. Nein, nein, ist richtig. Ja, ich war vor anderthalb Monaten, kurz vor Eröffnung, hier noch in die Niederlande am Meer und da hat wie das heute üblich ist, jede Strandbude und jedes Restaurant hat einmal seine Karte und einmal eine Anzeige, welche Mitarbeiter sie noch suchen. Also mittlerweile müssen auch wir ein bisschen mehr kämpfen, weil früher kamen die Saisonmitarbeiter eigentlich relativ einfach nach Saint-Tropez. Es ist nach wie vor eine interessante Ecke, um zu arbeiten, aber es ist natürlich deutlich schwieriger geworden und ein Eisdiele hat das exakt genauso wie wir.
- 29:16 Ronald M. Arndt
Nein, nein, das Hat Ihr Vater, der leidenschaftliche Koch, eigentlich auch noch die Möglichkeit gehabt, hier immer wieder ein paar Tage zu verweilen?
- 29:24 Robert-Jan van Straaten
Die verbringen wegen ihrer Enkelkinder einen Teil des Sommers hier. Bei Eltern ist das ja so, irgendwann sind die Kinder dann weniger interessant und sind die Enkelkinder interessanter, was übrigens eine sehr gute Sache ist. Aber nein, die verbringen einen Großteil des Sommers hier.
- 29:39 Ronald M. Arndt
Okay, super. Und jetzt kam, glaube ich, noch mal ein Spitzenkoch, ist auch wieder das falsche Wort, aus Berlin, ja, und auch einen Weg gefunden nach Saint-Tropez.
- 29:49 Robert-Jan van Straaten
Wir haben die große, große Freude, dass wir in diesem Jahr unsere—
- 29:52 Ronald M. Arndt
ich habe mich jetzt nicht getraut, den Namen auszusprechen.
- 29:54 Robert-Jan van Straaten
Das mache ich gerne. Das weiß ich nicht. Nein, nein, wir haben die große Freude, dass Thomas Heithoff und Frank Marrenbach einen Kontakt zu The Duck and Go aus Berlin gefunden haben über den Winter und wir seit der Eröffnung unser Clubland d'Ochin haben. Und Club L'Indochine sind die besten Produkte aus Frankreich und der Mediterranee mit den Einflüssen und Geschmäckern aus Indochina. Und der Duc hat ja in Berlin 10 wirklich wunderbare Restaurants, hat insgesamt 15 Restaurants in Deutschland. Und ich glaube, auch das ist wiederum eine Win-win-Situation, weil für den Duc& Go ist es ein erster richtiger Auslandsauftritt. Und von dem her für ihn auch sehr wichtig.
- 30:37 Ronald M. Arndt
Ist ja noch ein junger Kerl.
- 30:38 Robert-Jan van Straaten
Ja, er ist ein sehr junger Mann, der mit 5 Jahren nach Berlin gekommen ist, eigentlich nach New York gehen sollte, zum Schluss in Berlin gelandet ist. Hängen geblieben. Ja, ja, exakt, richtig. Und eine begeisternde Persönlichkeit ist. Und er hat in seinem Betrieb als Partnerin Kim Nhu Hang, der seine ganze Innendekoration macht und auch bei uns das Restaurant neu gestaltet hat. Hat. In diesem Jahr ist es noch eine Art Pop-up-Restaurant, weil wir nicht mehr genügend Zeit hatten, um alles fertig zu machen. Aber wir werden über den nächsten Winter das noch mal neu angehen. Und wir haben das große Glück, dass wir im Hause Jimmy Coudet als Küchenchef haben, der auch für diese Saison erneut zu uns gekommen ist, weil er ein ehemaliger Sous-Chef von uns war und jetzt das tägliche Geschäft für uns durchführt. Und in Zusammenarbeit mit The Duke& Go hier wirklich ein tolles neues Restaurant hingestellt hat und The Duke wirklich beeindruckende Gerichte auf die Karte gebracht hat. Nein, nein, da freuen wir uns sehr drüber.
- 31:44 Ronald M. Arndt
Schön zu hören, wie sich Sie, Ihr Haus mit immer neuen Ideen trotz so langer Zeit natürlich schon vor Ort immer wieder neu erfindet.
- 31:53 Robert-Jan van Straaten
Also für Thomas Heidt Althoff und Frank Marrenbach ist es auch immer wichtig gewesen, immer wieder weiter nach vorne zu gehen. Ja, Thomas Althoff war ja derjenige, der die Sternekostümie zurückgebracht hat in die großen Hotels. Und wir haben schon auch gemeinsam überlegt und natürlich auf seine Impulse aus, wie das in die Zukunft weitergehen kann. Und Sie sehen ja sehr viel heute in größeren Hotels diese Signature Restaurants von anderen. Und ich glaube, da auch, da haben wir jetzt wieder eine Nische finden können mit The Duke& Go, weil The Duke& Go ist in Deutschland sehr bekannt, aber im Ausland noch nicht so, wie er sich das auch für die Zukunft vorstellt und auch wir. Und das ist jetzt wirklich eine begeisternde neue Challenge, die wir mit viel Spaß durchführen und auch wirklich die ersten Erfolge schon aufzeichnen können.
- 32:43 Ronald M. Arndt
Ja, in diesem Sinne möchte ich mich bedanken für den Einblick in Ihr Leben, in Ihre Zeit hier in Saint-Tropez, in Ihr Haus, in die Einblicke in die Umgebung, einiges erfahren, was sich hier so getan hat und wie es dazu kam, dass Saint-Tropez so weltberühmt ist. Ihnen wünsche ich für die weitere Zeit hier alles, alles Gute, viel Gesundheit und viel Spaß.
- 33:06 Robert-Jan van Straaten
Vielen, vielen lieben Dank, Herr Arndt. Danke, dass Sie die Zeit genommen haben, zu uns zu kommen. Und ich glaube, vielleicht darf Darf ich noch zufügen, Saint-Tropez ist ein beeindruckender Ort, weil Sie einmal natürlich Saint-Tropez haben, wo die Welt hinreist, und die Strände von Pamplona. Aber es hat ein Hinterland, was seinesgleichen in der Welt sucht. Und das geht bis Aix-en-Provence, was Sie gut kennen. Aber das ist wirklich was, was eine Reise wert ist und zum Glück viele auch machen. Aber die meisten—
- 33:34 Ronald M. Arndt
man braucht auch eine Dreiviertelstunde von der Autobahn.
- 33:37 Robert-Jan van Straaten
Exakt. Aber diese Dreiviertelstunde führt Ihnen durch gigantische Natur, durch unterschiedliche Weingüter, durch wirklich traumhafte Umgebungen. Und das ist was, wofür ich mich auch gerne stark mache, weil natürlich rennen alle nach Saint-Tropez, und das ist auch gut so, weil da verdienen wir gut unser Geld mit. Aber es gibt ein Hinterland, was seinesgleichen in Europa sucht und sogar vielleicht in der Welt sucht. Vielen, vielen lieben Dank. Es war mir eine große Freude, dass Sie hier waren und dass ich das mit Ihnen machen durfte.
- 34:05 Ronald M. Arndt
Dankeschön. Merci à vous.