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Germany · Episode #34 · 13.09.2022 · 26 Min

Parkhotel Adler, hier wird gerockt

Katja NewmanParkhotel Adler
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Aufgenommen: Parkhotel Adler, Hinterzarten

Standbild aus der Episode mit Katja Newman Germany26 Min

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„Und ja, haben ihn dann freiwillig zurückgegeben. Andere haben ihn verloren, wir geben ihn wieder zurück.“

Katja Newman, 24:05

Katja Newman führt das Parkhotel Adler in Hinterzarten in der 16. Generation, ihr Sohn wäre die 17. Im Gespräch mit Ronald M. Arndt erzählt sie, wie sie aus dem Münchner Nachtleben ins Familienhaus kam und es mit einem Investitionsstau von 20 bis 25 Jahren übernahm. Außerdem geht es um die Rückgabe des Sterns in Corona, fast 60 Prozent Stammgäste und ihren Plan für Luxusbaumhäuser im Park.

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Kernaussagen

  1. Namen an der Tür: An jeder Zimmertür hängt ein Messingschild mit einem VIP-Gast, der hier residiert hat. Der Gast muss sich das verdienen, Namen wurden auch wieder entfernt, wenn jemand aus der Politik nicht mehr tragbar war.
  2. Investitionsstau abgearbeitet: Beim Start hatte das Haus einen Investitionsstau von 20 bis 25 Jahren. Zuletzt wurden 34 Zimmer in einem Schwung renoviert, dafür war das Hotel vier Wochen geschlossen.
  3. Stern freiwillig zurück: Das kleine Gourmetrestaurant hatte im ersten Jahr einen Stern. In Corona gab Newman ihn freiwillig zurück, weil Kurzarbeit lief und sie es gegenüber den anderen Mitarbeitern sozial nicht vertreten konnte.
  4. Fast 60 Prozent Stammgäste: Der Stammgästeanteil liegt bei fast 60 Prozent. Gäste werden persönlich angeschrieben und per Newsletter informiert, viele fragen schon im Januar nach Plänen für Mai.
  5. Baumhäuser als Projekt: Auf 40.000 Quadratmetern Park liebäugelt sie mit 10 bis 15 Luxusbaumhäusern mit Glasdächern, die Idee kommt von einem Bild aus Burma. Offen ist noch die Logistik zum Haupthaus.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Wer kann schon von sich behaupten, dass sein Name an der Zimmertüre verewigt wurde? Aber nicht immer auf Lebenszeit, gutes Benehmen natürlich vorausgesetzt.

Mit Katja Newman ist nun bereits die 16. Generation im Parkhotel Adler, eingebettet in einem wahren Naturparadies von über 40.000 Quadratmetern Fläche in Hinterzarten, am Ruder.

Die Anfänge waren mit einer Poststation eher bescheiden, dafür aber bereits im Jahre 1446. Mit viel Fleiß, stets einer gehörigen Portion Frauenpower, den richtigen Menschen im Team und großem unternehmerischem Weitblick, gehört das Haus heute zu den ersten Adressen im Hochschwarzwald.

Die bislang sehr spannende Geschichte einer Frau, deren Leben in einem Flugzeug eine entscheidende Wendung nahm, dem Nachtleben nie abgeneigt war und sich in Burma Ideen für eines ihrer nächsten Projekte vor Ort holt.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen26 Min · Ronald M. Arndt und Katja Newman

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:07
    Ronald M. Arndt

    Katja Newman, herzlich willkommen im Hotel-Podcast.

  2. 00:10
    Katja Newman

    Dankeschön.

  3. 00:11
    Ronald M. Arndt

    Ja, ich sitze hier mit Ihnen auf so einer Bank, wie sie früher Thomas Gottschalk hatte bei Wetten, dass...? Ja, mit seinen Stars und Sternchen. Ich freue mich heute, einen Star der Hotellerie auf meiner Bank zu haben beim Hotel-Podcast. Naja, naja, ich bin zu Gast im Parkhotel Adler in Hinterzollern. Im schönen Schwarzwald. Ich bin das erste Mal da, überrascht von der Weitläufigkeit. Man sieht es ja hier im Hintergrund. Wir sitzen in der lichtdurchfluteten Lobby des Parkhotels und ich kann mir vorstellen, dass hier aber trotzdem schon der ein oder andere Star auch zu Gast war.

  4. 00:50
    Katja Newman

    Ja, an jeder Zimmertür im Hotel hängt ja so ein schönes Messingschild mit einem VIP-Gast, der hier bereits residiert hat.

  5. 00:58
    Ronald M. Arndt

    Also wenn der ausgecheckt hat, kommt gleich der Graveur und haut den Namen—

  6. 01:02
    Katja Newman

    Das muss er sich erst verdienen. Das gucken wir natürlich, ob er würdig ist, an die Tür zu kommen.

  7. 01:06
    Ronald M. Arndt

    Okay, und vor allem muss er noch ein zweites Mal kommen wahrscheinlich.

  8. 01:08
    Katja Newman

    Wir haben auch schon wieder Leute entfernt, aber die Namen werden wir hier natürlich nicht nennen.

  9. 01:11
    Ronald M. Arndt

    Also die, die dann die Gitarre im Hotelzimmer zerschlagen, wie man es so kennt.

  10. 01:16
    Katja Newman

    Ja, aber eher aus der Politik, wo wir sagen, es ist nicht mehr tragbar.

  11. 01:21
    Ronald M. Arndt

    Ah, okay, gut. Man sieht, wir lernen sie kennen, langsam aber sicher, die Frau Newman. Das ist doch eine gute Aussage, dass Sie da Stellung nehmen, Stellung beziehen und auch Leute direkt verweisen, die da nicht so ins Bild passen. Ja, ich freue mich jetzt im Hotel-Podcast auf eine kleine Reise durch die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ja, das Parkhotel Adler hat ja eine lange Vergangenheit, über 500 Jahre. Man muss jetzt gar nicht anfangen, groß zu rechnen, weil da kommt auf jeden Fall ein Rechenfehler. Aber 1446 ging es, glaube ich, schon los. Und 1446 war das die Familie, ich habe es mir aufgeschrieben, Liechtenstein. Ja, genau. Das ist dann die irgendwo 16. Generation, glaube ich.

  12. 02:10
    Katja Newman

    Also mein Sohn ist jetzt 17. Generation, ich 16.

  13. 02:13
    Ronald M. Arndt

    Okay. Und Ihr Sohn, der ist schon?

  14. 02:15
    Katja Newman

    Der ist erst 14, der ist noch, also der hofft natürlich immer, dass der auch in unsere Fußstapfen tritt, aber das kannst du nicht erzwingen und wenn es nicht ist, dann ist es nicht.

  15. 02:24
    Ronald M. Arndt

    Genau.

  16. 02:24
    Katja Newman

    Ich glaube, das Schlimmste ist, wenn du jemanden in die Gastronomie zwingst, der da nicht wirklich glücklich ist. Das hat noch nie gut funktioniert.

  17. 02:31
    Ronald M. Arndt

    Okay, aber er wird hier auf dem Grund groß und ich glaube, ihm wird es schon ganz gut gefallen. Und dann muss er am Ende entscheiden, wie er weitermacht.

  18. 02:41
    Katja Newman

    Mein Traum ist immer Koch, aber dass er mal kocht. Ja, das finde ich toll. Wenn der Eigentümer ein toller Koch ist, dann ist das schon die halbe Miete. Und der isst unheimlich gern und der isst auch sehr Also der hat schon als Kind alles gegessen. Also der hat schon mit 12 Austern gegessen, der hat mit 4 Jahren schwarze Oliven gegessen. Also der isst einfach alles von innen rein, weißt du. Deswegen hat er ein Problem.

  19. 03:04
    Ronald M. Arndt

    Das erinnert mich ein bisschen an meinen Sohn, der jetzt knapp über 3 Jahre alt ist. Und der isst auch wirklich alles.

  20. 03:09
    Katja Newman

    Ja, und das finde ich toll. Also ich finde immer, wenn Kinder so rumpicken und nicht essen, ich nicht.

  21. 03:15
    Ronald M. Arndt

    Vor allem, ich sage dann auch immer, du, das hat der Papa auch noch nicht probiert. Lass es mal zusammen probieren. Und dann nehmen wir beide ein kleines Stückchen in den Mund.

  22. 03:21
    Katja Newman

    Genau, ich finde, die Kinder müssen experimentieren. Und ja, ich denke, das kann man auch ein bisschen steuern. Wenn die Eltern selber schwierige Esser sind, sage ich jetzt mal, dann lernen die Kinder das auch.

  23. 03:33
    Ronald M. Arndt

    Jetzt hat er gerade die gute Soße kennengelernt zu den Spätzle. Spätzle mit Soße, also natürlich das typische Kindergericht. Hat er echt gemerkt, oh, ist doch ein richtiger Schwabe. Ich komme aus Stuttgart. Sie sind hier groß geworden.

  24. 03:48
    Katja Newman

    Ich bin in Bayern groß geworden. Ich bin zwar in Freiburg geboren, aber bin schon ganz sofort mit meinen Eltern nach Bayern und bin ja vor 20 Jahren zurückgekommen.

  25. 03:57
    Ronald M. Arndt

    Genau. Sie waren dann eine lange Zeit in München und da auch in der Gastroszene aktiv und erfolgreich, bevor es dann nach Hinterzarten zurückging. So sah die Tournee aus. Auf dem Weg dahin sind Sie ein bisschen durch die Welt gechattet, haben auf dem Weg da in einem der vielen Flieger Ihren Mann kennengelernt.

  26. 04:15
    Katja Newman

    Genau.

  27. 04:16
    Ronald M. Arndt

    Richtig. Den Herrn Newman. Und ja, mit ihm auch so ein bisschen die Bühne der Welt bespielt. Ja, ist das richtig?

  28. 04:26
    Katja Newman

    Mein Mann ist ja aus Kalifornien und hatte damals einen Plattenvertrag mit der Polydor und flog gerade nach Deutschland, hatte sich da gerade niedergelassen. Ich glaube Hamburg oder Berlin. Genau, haben wir uns im Flieger kennengelernt. Und wie die Künste sind sehr, sehr schwierig, auch zu überleben, sage ich mal. Und ich habe Dann, ich habe ja damals auch Musik gemacht, und dann haben wir gesagt, wir brauchen noch ein zweites Standbein, um zu leben. Und ich habe ja Hotelfachlehre gemacht und sind dann, haben uns dann selbstständig gemacht, das erste Mal auf Usedom. Das war sehr, sehr spannende Zeit in Heringsdorf. Sind dann zurück nach München. Da waren wir schon zu zweit.

  29. 05:03
    Ronald M. Arndt

    Also da haben Sie gesagt, er ist musikalisch beheimatet, Sie haben eine Ausbildung im Hotelfach.

  30. 05:11
    Katja Newman

    Genau, unter anderem.

  31. 05:11
    Ronald M. Arndt

    Und da wollten Sie sofort auch was zusammen machen.

  32. 05:13
    Katja Newman

    Finde ich schön. Genau, dann haben wir gesagt, du musst da jetzt irgendwie reinwachsen. Learning by doing.

  33. 05:17
    Ronald M. Arndt

    Auch ins Deutsche reinwachsen, ein bisschen. Vielleicht war das in Usedom leichter als im Schwabenländle oder sonst wo.

  34. 05:23
    Katja Newman

    Der konnte ja kein Deutsch. Das hat er sich dann mühsam beigebracht. Und so sind wir so durch die Gastrowelt getingelt. Und wir hatten ja dann noch eine Bar, eine Cocktailbar in München, 6 Jahre.

  35. 05:37
    Ronald M. Arndt

    Da war dann Usedom aber das Kapitel geschlossen. Das war abgeschlossen.

  36. 05:41
    Katja Newman

    Genau. Und Ja gut, Nachtleben ist, das geht einfach an die Substanz. Das kannst du mal machen, ein paar Jahre, aber dann lebst du ja wie ein Vampir. Du hast kein Tageslicht mehr und das kannst du eigentlich nur machen, wenn du wirklich jung bist. Und irgendwann war der Punkt, wo wir gesagt haben, also jetzt müssen wir auch an unsere Gesundheit denken und müssen raus aus dem Nachtleben. Sonst kriegt man auch diesen Absprung nicht mehr. Und dann kam eben das Angebot von meinem Vater, hier nach Hinterzarten zu kommen, und da haben wir irgendwie gar nicht lang gefackelt. Ich glaube, das war gut so. Hätte ich noch mehr drüber nachgedacht, ja, so von München nach Hinterzahn ist schon ein Sprung.

  37. 06:16
    Ronald M. Arndt

    Nicht nur ein Sprung, sondern auch wirklich eine Umstellung.

  38. 06:20
    Katja Newman

    Und Gott sei Dank haben wir das ganz spontan und schnell entschieden. Und genau, das war vor 20 Jahren und jetzt sind wir immer noch hier.

  39. 06:27
    Ronald M. Arndt

    Standen da nur Sie zur Wahl oder gab es noch Geschwister damals?

  40. 06:30
    Katja Newman

    Nee, das war der Punkt. Mein Onkel war dann weg und dann hat man sich, glaube ich, noch mit 2 Hoteldirektoren so ja über Wasser gehalten, mehr oder weniger über Wasser gehalten, und hat dann ganz schnell gemerkt, dass so ein Haus mehr Familie braucht, ja, dass das mit einem Hoteldirektor nicht gut funktioniert hat, ja. Das haben auch die Gäste nicht akzeptiert, und das hat man ganz schnell gemerkt, ja. Da kam dann Unruhe, und insofern war einfach die Überlegung, was machst du? So ein Traditionshaus dann entweder verkaufen, oder du findest jemand in der Familie, der es macht. Und da kam nur ich in Frage, weil ich die Einzige war mit Hotel- oder Gastronomie-Background.

  41. 07:09
    Ronald M. Arndt

    Genau, im Grand Hotel Continental in München gelernt.

  42. 07:14
    Katja Newman

    Unter dem Herrn von Sachsen. Das war noch eine sehr spannende Zeit. Tolles Hotel, gibt es heute nicht mehr. Leider. Das war wirklich sehr, sehr schön damals. Ein 5-Sterne-Luxushotel. Und es war eine tolle Zeit.

  43. 07:26
    Ronald M. Arndt

    Aber damals schon die Entscheidung, in jungen Jahren in der Hotellerie zu lernen. Das war auch das Wahre.

  44. 07:32
    Katja Newman

    Also für mich ist, also gut, du musstest ja irgendwie auch, ich habe ja im Nachhinein dann noch Betriebswirtschaft. Drangehängt. Aber ich finde, die Basis, eine klassische Hotelfachlehre, ist schon Grundvoraussetzung, finde ich. Also das ist meine Meinung. Andere sagen, sie machen nur Hotelfachschule, aber ich denke, auch Zimmerputzen gehört genauso dazu wie die Frühstücksplatten zu machen um 6 Uhr. Ja, ja, ja, ja.

  45. 07:59
    Ronald M. Arndt

    Nein, auf jeden Fall gut, um es dann entsprechend natürlich dem Team auch vorleben zu können und auch mal anzupacken, wenn irgendwo Not am Mann ist. Genau. Sie sagten über Wasser halten. Das klingt jetzt erstmal nicht so positiv. Das klingt nach niedriger Belegung, wirtschaftlich angespannten Zeiten damals.

  46. 08:20
    Katja Newman

    Ja gut, als ich, als ich, als wir angefangen haben, mein Mann und ich, hatte das Hotel, würde ich sagen, Investitionsstau von 20 bis 25 Jahren. Und das war schon enorm. Also wir haben, was wir in den letzten 20 Jahren auch investiert haben und, und renoviert haben, ist schon unglaublich. Das war einfach, also das war auch eine Prämisse. Ich habe gesagt, wenn man ein 5-Sterne-Hotel dann führen möchte, dann muss es einfach auch dieses Niveau haben, und das hatte es nicht mehr, ja, von der Hardware her. Insofern mussten wir da einfach viel Geld in die Hand nehmen. Und wie gesagt, jetzt bin ich ja, komme ja gerade von der Baustelle. Jetzt haben wir noch mal 34 Zimmer gemacht in einem Schwung, und jetzt sind wir, jetzt sind wir wirklich durch. Jetzt muss mal Pause sein, jetzt müssen wir Geld verdienen. Jetzt ist Corona hinter uns und jetzt müssen wir einfach durchstarten. Das war jetzt einfach auch für die Gastronomie, waren das jetzt 2 harte Jahre. Und jetzt hoffen wir einfach, dass wir alle wieder das machen können, was wir lieben und was wir wollen, ohne große Auflagen. In der Hoffnung, dass der Herbst uns da nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht.

  47. 09:18
    Ronald M. Arndt

    Ja, ganz klar. Aber Ihr Weg ist klar. Sie sind ein strategischer Kopf und das Haus hat sich ja auch schon über die ganzen Man muss ja gar nicht sagen Jahrzehnte, sondern Jahrhunderte gewandelt. Es ging los mit einer Schenke, eine Poststation war es, glaube ich mal. Kann man sich gar nicht vorstellen, wenn man heute die Dimensionen hier sieht. Dann haben sie es mal, oder ihre Vorahren, betitelt als Grand Hotel, als Boutique Hotel. Jetzt sind wir, glaube ich, beim Boutique Resort Hotel. Ein Begriff, den ich sehr mag, weil der schon zum Ausdruck bringt, wer sich hier in Zukunft auch vermehrt aufhalten soll. Resort, ja, da bleibe ich halt mal auch längere Zeit und da komme ich auch mit der ganzen Familie.

  48. 10:04
    Katja Newman

    Das Schöne ist also, aber das hat sich so entwickelt, dafür haben wir eigentlich gar nichts getan, ist, dass sich mehrere Generationen hier treffen. Also wir haben jedes Wochenende so Großfamilien, die aus Deutschland, aus der Schweiz, einfach so aus dem Umland kommen auch und sagen, lass uns mal wieder alle treffen und suchen sich dann eine Destination aus. Und deswegen halt auch dann immer große Tische. Und viele, die erzählen, ich war als Kind schon hier. Ich finde es so schön, wenn man so alte Geschichten aus der Vergangenheit hört. Meine Großeltern haben hier geheiratet, ich hatte hier Taufe. Das ist halt, das macht das Haus auch aus, eben diese lange Geschichte.

  49. 10:41
    Ronald M. Arndt

    Ja, und das macht es zum Alleinstellungsmerkmal hier in der Region und hinter Zarten. Es waren meistens Frauen, die hier im Hotel vorstanden. Ist das richtig?

  50. 10:52
    Katja Newman

    Ja, das liegt natürlich auch daran, dass durch die Kriege, also 2 Weltkriege, waren die Männer im Krieg, kamen zurück, waren natürlich gebeutelt, angeschlagen, und in der Zeit mussten die Frauen ja die Leitung übernehmen. Das ist auch übrigens eine tolle Geschichte hier im Hochschwarzwald über die Höfe. Weil die Männer in den Krieg ziehen mussten, gibt es auch ein tolles Buch drüber, und die Frauen auch auf dem Hof dann das Ruder an sich gerissen haben oder mussten und das aber teilweise so gut gemacht haben, auch in der Gastro, dass die da Geschmack dran gefunden haben. Ich sage immer, das war so die erste Emanzipation, ja, und die haben da richtig Freude gehabt. Und dann kamen die Männer zurück und dann haben die Frauen gesagt, du musst dich ausruhen, du musst dich schonen, leg dich hin. Sie wollten es einfach auch nicht mehr aus der Hand geben. Und so ist es eigentlich gekommen und so sind die auch gewachsen.

  51. 11:44
    Ronald M. Arndt

    Das erinnert mich gerade an meinen zweiten Gast damals im Hotel-Podcast, Franz Keller.

  52. 11:49
    Katja Newman

    Ja, da war ich erst vor einer Woche.

  53. 11:51
    Ronald M. Arndt

    Okay, super. Genau, habe ich so ein bisschen mal einen Hotel-Podcast mit ihm ausprobiert, wurde dann schnell feuchtfröhlich, aber hat ein gutes Ende genommen. Aber was er auch damals im Hotel-Podcast sagt, es war Episode Nummer 2 demnach, die erste Episode war eine Frau aus München, eine junge Hotelier. Aber der Franz meinte damals, dass die Adlerwirtschaft, hat ja Stern auch irgendwann bekommen, mit dem hatte sich der Vater gerühmt, aber eigentlich die Köchin war die Mutter. Ja, ganz spannende, ganz spannende Geschichte. Das hat mich auch gerade noch mal so, wenn es um starke Frauen geht im Unternehmertum etc. Aber klar, also Völlig einleuchtend und umso schöner, dass so ein Haushalt einfach über so lange Zeit aufrechterhalten werden konnte. Das heißt, die Faszination für die Hotellerie, die hat Sie nie verlassen? Da gab es nicht irgendwann mal einen Durchhänger oder so?

  54. 12:52
    Katja Newman

    Das Gastronomie in München, wo Sie dumm— Gastronomie fasziniert mich generell, auch in jedem Urlaub, wo vielleicht die Leute mehr Wert drauf legen, dass sie einen tollen Pool haben oder den Luxus drumherum. Hat mich schon immer Das Erste, was ich mache, ist, wenn ich in eine Stadt gehe oder selbst in einen Resort-Urlaub mache, wo sind die spannenden Restaurants? Und es müssen nicht Sternerestaurants sein. Da geht es oft, ist es auch das Interieur, was mich natürlich fasziniert, wo ich immer schaue, was wird Neues gemacht, was gibt es, was ist der neue Trend, auch neue Küche. Also das ist eigentlich immer Schwerpunkt Restaurant, was mich fasziniert.

  55. 13:29
    Ronald M. Arndt

    Da liegt es nahe, dass du so ein Vielleicht ja mal, wenn er möchte.

  56. 13:34
    Katja Newman

    Ja, ja, schauen wir mal.

  57. 13:34
    Ronald M. Arndt

    Den Weg in die Küche findet.

  58. 13:35
    Katja Newman

    Die Hoffnung stirbt zuletzt. Genau. Und was ich liebe, sind so alte Grand Hotels. Also in einer Stadt. Ich würde in einer Großstadt jetzt weniger in so ein ganz top durchgestyltes Designhotel gehen, sondern da liebe ich wirklich diesen Grand-Hotel-Stil. Das darf auch so ein bisschen angestaubt sein. Das würde ich jetzt nicht immer vielleicht in meinem Haus umsetzen, aber das macht für mich so ein Stadthotel aus. Muss immer eine tolle Lobby haben, und das darf auch alles so ein bisschen schwerer sein, finde ich. Okay, das soll statt—

  59. 14:07
    Ronald M. Arndt

    Verweise ich gerne auf Episode Nummer 20 im Hotel-Podcast mit dem Wilhelm Luxem im Beau-Hôtel in Zürich. Das dürfte so ein bisschen das Grand Hotel sein, was Sie da gerade vor Augen haben. Okay, das heißt, Ihre Inspiration unternehmerisch, man sieht es ja hier, das ist ja durchdacht, aber mit viel Ja, mit Mitleidenschaft einfach und mit Wissen und mit Erfahrung. Die kommt auch durchs Reisen. So die Inspirationsquellen. Okay.

  60. 14:34
    Katja Newman

    Und ich muss halt immer diesen Mix auch bewahren zwischen Tradition und Moderne. Das sehe ich auch an den Gästen, wenn wir schreiben oder die erfahren, dass wir wieder renovieren oder was neu machen. Oh, aber nicht so viel neu und nicht so viel ändern. Und es muss aber alles so. Ältere haben sowieso nicht gerne Veränderung, da werden wir wahrscheinlich alle gleich sein, wenn wir mal älter sind, dass wir einfach das liebgeworden sind.

  61. 15:00
    Ronald M. Arndt

    Nein, das sind auch mit Erinnerungen, dann haben Sie ja vorher gesagt, ne, also ich habe die ganzen Familienfeiern und Zusammenkünfte, die man hier schon erlebt hat, ja.

  62. 15:06
    Katja Newman

    Genau, die Jungen sagen, oh, das muss aber, wir wollen aber, wir haben einen Anspruch an Moderne und es braucht schon so ein bisschen einen Pfiff. Und das ist dieses, dieser Spagat zwischen, zwischen modern und alt, ja. Und, und das Schwarzwaldhaus eben und Stammhaus drüben, das hat diese Tradition.

  63. 15:20
    Ronald M. Arndt

    Ja, genau, 1639.

  64. 15:21
    Katja Newman

    Genau, mit diesen niedrigen Decken und viel Holz und das muss man bewahren. Da könnte ich jetzt nicht einfach so einen Minimalismus durchziehen. Da muss man schon aufpassen, dass es den Charme bewahrt. Und das ist so die Kunst, denke ich, dass man das kombiniert.

  65. 15:37
    Ronald M. Arndt

    Ja, die beste Form auch der Nachhaltigkeit, wenn man da einfach schon ein bisschen vorausdenkt und sich überlegt, es muss ja jetzt nicht immer ultramodern sein. Passt ja auch hier gar nicht rein. Aber was hat da einfach längere Zeit Bestand und erfreut die Gemüter? Thema Grand Hotel gefällt mir persönlich auch sehr gut. Großer Fan von, einfach weil es so eine Welt für sich ist. Und ja, da wird es auch noch ein paar Folgen dann eben geben, wenn ich dann weiterziehe durch die Grand Hotels dieser Welt. Wenn wir jetzt trotzdem mal ein bisschen nach vorne schauen, was gibt's denn, was ist noch so ein Projekt im Kopf von der Frau Newman, wo sie sagt, das würde ich mir irgendwann mal noch hier fürs Parkhotel Adler wünschen? Also Sky Pool oder so, da werden wir jetzt ja wahrscheinlich drauf verzichten. Aber gibt's noch irgendwas Abgefahrenes, wo Sie sagen, hier, das wäre— ich habe auch schon die Pläne, habe ich schon Oder wo ein Gast vielleicht mal sagte, hey, das, oder wo Sie sagten, die Idee von dem Gast, die war jetzt gar nicht so doof.

  66. 16:42
    Katja Newman

    Das war jetzt keine Idee von dem Gast. Ich habe das auch mal auf einem Bild gesehen, ich glaube in Burma oder so. Also diese Treehouses, die kennt man ja schon, also durchgestylte Baumhäuser.

  67. 16:52
    Ronald M. Arndt

    Also ich stelle mir noch mal kurz raus, da haben wir noch ein paar Bäume.

  68. 16:55
    Katja Newman

    1000 Quadratmeter Park. Okay, ja. So, und das ist ein USP, der ist jetzt, da würde ein Unternehmensberater sagen, oh mein Gott, das ist ja totes Kapital. Ich sag, das ist ein Luxus, den muss man sich erstmal leisten können. Ja, 40.000 Quadratmeter nur Natur. Und da habe ich mir gedacht, so hinten noch so 10, 15 Luxusbaumhäuser, das fände ich jetzt toll, weil wir haben den Platz. Und ich habe also das Design, wenn du dann so ein— das muss natürlich schon urig, muss ja passen in den Schwarzwald. Aber wenn du dann z.B. Dächer hättest aus Glas und du liegst da Ich stelle mir vor, du liegst da so in diesem Baumhaus zwischen diesen ganzen Tannen und schaust so in den Himmel. Das würde mir schon noch gut gefallen. Ja, da sind wir nur logistisch noch so am Überlegen, wie kriegst du den Gast dann hier rüber? Aber das ist ja alles lösbar. Aber das wäre so was, das würde mir gut gefallen und da liebäugle ich schon noch mit.

  69. 17:45
    Ronald M. Arndt

    Okay, also ich meine, den Gast dann vom Baumhaus wieder in Richtung Lobby, trockenen Fußes.

  70. 17:51
    Katja Newman

    Oder man muss es dann einfach anders vermarkten, dass es autark ist und dass es dann quasi Ein paar Schwarzwälder Gummistiefel kriegt er dann. Urlaub in der Natur und Selbstversorgung zum Beispiel. Das wäre eine Idee. Das fand ich noch ganz spannend.

  71. 18:03
    Ronald M. Arndt

    Wäre auch ein interessanter Bruch so ein bisschen.

  72. 18:05
    Katja Newman

    Mega Designs habe ich gesehen. Von Skandinavien bis wirklich Asien. Muss man mal.

  73. 18:11
    Ronald M. Arndt

    Und Ihr Gatte, inwieweit ist der in den Hotelbetrieb involviert?

  74. 18:15
    Katja Newman

    Der ist auch, also der macht viel draußen. Also der liebt den Park zum Beispiel. Der kümmert sich auch, dass der Park tiptop ist und steht abends auch am Pass an der Ennonce und delegiert es so zwischen Küche und Service, dass das reibungslos funktioniert.

  75. 18:29
    Ronald M. Arndt

    Also das ist ja wirklich eine besondere Geschichte, Liebesgeschichte, wie sie sich kennengelernt haben, dann wie es zum ersten Projekt kam in Usedom, wie er dadurch natürlich auch so ein bisschen die Integration hinbekommen hat, sicherlich sprachlich und gesellschaftlich, weil auf mehr Deutsche hätte er ja nicht treffen können, sage ich mal, oder Europäer, und jetzt hier mit Ihnen zusammen an diesem Familienerbe weiterarbeitet. Ganz, ganz toll.

  76. 18:54
    Katja Newman

    Und vor allem, dass der kein Heimweh hat. Aber das Lustige ist, die erste Frage, die er immer gestellt bekommt, ist, oder die zweite: Wo kommen Sie her? Aus Kalifornien. Was machen Sie hier? Die zweite Frage: Was machen Sie hier? Warum sind Sie hier? Und mein Mann möchte auf keinen Fall zurück nach Amerika. Und ich wollte immer nach Amerika. Also nicht für immer, aber ich wollte immer einmal geschäftlich was aufziehen in Amerika. Ich fand das eine extreme Challenge und ich hätte da hätte ich wirklich, wirklich Spaß dran gehabt.

  77. 19:21
    Ronald M. Arndt

    Ist ja wie Licht und Schatten, Kalifornien, Schwarzwald.

  78. 19:24
    Katja Newman

    Ja, hätte auch nicht Kalifornien sein müssen, hätte bei mir nicht Kalifornien sein müssen, aber ich fand es eine echte Herausforderung, in Amerika was auf die Beine zu stellen.

  79. 19:31
    Ronald M. Arndt

    Also unternehmerisch?

  80. 19:32
    Katja Newman

    Ja, unternehmerisch.

  81. 19:33
    Ronald M. Arndt

    Mit einem Gastro-Konzept beispielsweise?

  82. 19:34
    Katja Newman

    Ich hatte auch ein tolles Konzept, das hat man mittlerweile umgesetzt, auch in Las Vegas, läuft sehr, sehr gut. Die Idee hatte ich schon vor 25 Jahren, aber gut, es kam anders und jetzt ist es, wie es ist.

  83. 19:45
    Ronald M. Arndt

    Es kam anders, weil Sie dann den Weg hier ins Familienunternehmen gefunden haben.

  84. 19:49
    Katja Newman

    Genau, weil mein Mann ja auch jetzt ein nicht Heimweh hatte, sodass ich da gedrängt wurde, sondern der liebt Deutschland.

  85. 19:55
    Ronald M. Arndt

    Darf ich da mal einfach so indiskret fragen, was er an Deutschland liebt im Vergleich zu seinen Amis?

  86. 20:00
    Katja Newman

    Die Sicherheiten, die Sicherheit überhaupt, dass du, dass du, also Amerika, klar, Sonnen- und Schattenseiten, ganz klar, soziales Gefälle extrem. Also du musst einfach Geld in Amerika haben, um gut zu leben. Das brauchst du in Deutschland auch, aber du wirst hier schon mehr aufgefangen.

  87. 20:22
    Ronald M. Arndt

    Also die Bilder, die so die letzte Zeit kursieren, auch aus San Francisco und so.

  88. 20:26
    Katja Newman

    Die Homeless. Und da gibt es so viel Schulbildung, das Gesundheitssystem. Da liegt schon wirklich einiges im Argen. Und natürlich, wenn man viel Geld hat, kann man es da wunderbar haben. Aber das hat ja nun mal nicht jeder. Und da ist das, ist in Deutschland schon noch mal eine andere Hausnummer.

  89. 20:46
    Ronald M. Arndt

    Das ist die Sicherheit.

  90. 20:48
    Katja Newman

    Die Sicherheit auch, dass man sich, du kannst überall hingehen, ohne Angst zu haben, in irgendwelche Gangs zu geraten. Es gibt bestimmt auch in Deutschland mittlerweile Gegenden, wo du nachts auch nicht mehr gerne spazieren gehst. Aber das ist kein Vergleich. Der fühlt sich hier wirklich sehr, sehr wohl und Gott sei es gelobt.

  91. 21:06
    Ronald M. Arndt

    Auf jeden Fall. Das wäre schade gewesen, hätte er irgendwann mal da doch Heimweh bekommen. Und das ganze Thema so der Menschenschlag, Deutschland, Amerikaner, Deutsche, gefällt es Ihnen da?

  92. 21:18
    Katja Newman

    Wir haben auch internationale Freunde und das Tolle ist, dass wir—

  93. 21:21
    Ronald M. Arndt

    Und hier kommt ja auch natürlich internationales Publikum vorbei.

  94. 21:23
    Katja Newman

    Das ist natürlich auch ein Punkt, der wirklich viel Spaß macht, dass wir so internationales Klientel haben.

  95. 21:29
    Ronald M. Arndt

    Kann sogar seine Heimatsprache ja auch tagtäglich—

  96. 21:31
    Katja Newman

    Durch das Dreiländereck und Amerikaner. Wir haben einfach von überall überall her Gäste, und das macht es natürlich schon auch multikulti und spannend.

  97. 21:39
    Ronald M. Arndt

    Cool, okay. Jetzt haben Sie vorher gesagt, wenn Sie Ihren Gästen kommunizieren, was es wieder Neues gibt und Neues geben wird, dann würde mich jetzt mal rein technologisch interessieren: Wie kriegen denn Ihre Gäste, Ihre Bestandsgäste, Kundschaft mit, was sich hier so tut im Parkhotel Adler?

  98. 21:57
    Katja Newman

    Ja, wir schreiben die natürlich schon alle an, persönlich.

  99. 22:01
    Ronald M. Arndt

    Okay, also noch schön mit einem Brief?

  100. 22:03
    Katja Newman

    Ja, und wenn jetzt, und jetzt war ja das Hotel wieder 4 Wochen geschlossen wegen 36 Zimmern, das kannst du nicht während laufendem Betrieb machen. Dann ist erstmal, wenn du versuchst zu buchen, merkst du ja schon, dass es nicht geht. Dann bist du auf der Homepage, dann kriegst du die Nachricht, dass wir Zimmer wieder renovieren. Und die Stammgäste kriegen ja auch durch Newsletter, werden die informiert, da wird es natürlich auch angekündigt. Also ja, und das ist ja eigentlich, wir sind ja eine kleine Gemeinschaft. Und wir haben sehr hohen, wir haben fast 60% Stammgäste, ist ein sehr, sehr hoher Stammgästeanteil.

  101. 22:35
    Ronald M. Arndt

    Also die wollen auch wissen, was passiert.

  102. 22:37
    Katja Newman

    Die informieren sich quasi schon im Januar, wenn du im Mai irgendwas planst.

  103. 22:43
    Ronald M. Arndt

    Also für die ist es wirklich so ein erweitertes Wohnzimmer einfach hier, oder erweiterter Garten, sage ich mal. Ja, wunderbar, ganz toll. Thema Küche, da sind Sie ja hier auch für bekannt. Jetzt ist hier gerade kein Koch, Sie sind der Koch. Wie hat sich der Bereich so die letzten Jahre erweitert, verändert?

  104. 23:08
    Katja Newman

    Restaurant, ja gut, wir haben ja unseren Küchendirektor Herr König, der ist ja glaube ich schon, möchte jetzt gar nicht lügen, 11 Jahre bei uns.

  105. 23:15
    Ronald M. Arndt

    Ja, gutes Zeichen.

  106. 23:16
    Katja Newman

    Der ist ja auch Gewürz-Sommelier. Der hat die Küche ja fest im Griff. Und wir hatten ja zwischendrin noch ein kleines Gourmetrestaurant. Da hatten wir ja dann auch im ersten Jahr schon einen Stern erworben, den wir dann in Corona zurückgegeben haben, freiwillig. Und dadurch, dass wir unser Konzept jetzt auch—

  107. 23:35
    Ronald M. Arndt

    Den gibt man dann zurück, freiwillig?

  108. 23:37
    Katja Newman

    Ja, also da habe ich angerufen. Wir haben das ganz transparent gemacht, haben das sofort ganz offen kommuniziert auch. Das war da, also 7 Monate war er da, waren es glaube ich 3 Monate und es war nicht in Sicht, wann wir wieder aufmachen. Und war einfach Kurzarbeit und auch im Hinblick auf meine anderen Mitarbeiter, sich so was zu leisten, das muss man können. Ja, das ist personalintensiv, das weiß jeder. Haben wir gesagt, nee, das kann ich sozial auch nicht vertreten.

  109. 24:05
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  110. 24:05
    Katja Newman

    Und ja, haben ihn dann freiwillig zurückgegeben. Andere haben ihn verloren, wir geben ihn wieder zurück.

  111. 24:11
    Ronald M. Arndt

    Okay. Nee, nee, also entweder ganz oder gar nicht.

  112. 24:14
    Katja Newman

    Ja, und es war eine schöne Erfahrung, war wunderbar. Hat uns geehrt, gefreut, dass wir es überhaupt bekommen haben. Und eine Ära, die dann auch vorbei ist. Und wir fokussieren uns jetzt einfach auch auf das große Restaurant. Alle Gäste essen bei uns. Das ist natürlich auch eine Hausnummer. Und dann willst du die Qualität auch auf den Teller bringen bei der Größe und jede im Schnitt 4 Gänge. Ja, das musst du schon auch koordinieren.

  113. 24:41
    Ronald M. Arndt

    Inwieweit beschäftigen Sie sich heute noch mit Musik? Weil das war ja früher so.

  114. 24:45
    Katja Newman

    Wir hätten jetzt eigentlich wieder einen Auftritt gehabt im Januar und das ging ja noch nicht. Da war ja noch nichts gelockert. Und ich denke, wir planen das jetzt für Herbst. Wir haben ja auch ein Kulturprogramm, was ich persönlich auf die Beine stelle, auch bei uns in dem wunderschönen Kaffeehaus in der ehemaligen Diva. Architektonisch wunderbar, auch akustisch toll.

  115. 25:05
    Ronald M. Arndt

    Das war dieses Wiener Kaffeehaus, ne?

  116. 25:07
    Katja Newman

    Wiener Kaffeehaus, genau. Und da hatte ich einen ganzen Katalog schon fertig. Von Vernissagen, Lesungen, Konzerte. So, mussten wir alles absagen und werde ich jetzt alles wieder langsam ankurbeln.

  117. 25:17
    Ronald M. Arndt

    Super, dann kann die Party doch jetzt, die Show, must go on. Das passt doch ganz gut zu Ihnen, Frau Newman, denn die Vision ist da, die Ideen sind da, ist alles vorbereitet, alles in Schublade. Also darauf freue ich mich und ich habe es mit Daniel gesagt schon, dann buche ich mich ja auch mal ein mit meiner Familie. Und dann kommt auch ein Stuttgarter mal ein paar Tage rüber.

  118. 25:44
    Katja Newman

    Ja, und dann seid ihr wirklich nicht weit. Also nach 5 Stunden gibt es keine Ausrede.

  119. 25:47
    Ronald M. Arndt

    Nein, gibt es keine. Aber da, ich weiß gar nicht, woran es lag, aber so diese Juwelen, die muss man schon erst mal finden im Schwarzwald. Und wenn ich so an die Kindheit zurückdenke, das war halt der Schwarzwald. Aber man hat da nie dran gedacht, das als Naherholung Ort irgendwie auch zu sehen. Genau. Frau Newman, herzlichen Dank. Ich danke Ihnen, dass Sie heute mein Gast waren. Ihnen alles Gute und bis bald. Wir sehen uns hier bei der Party. Dankeschön. Merci.