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Germany · Episode #37 · 03.10.2022 · 41 Min

Zwei Schwaben in Berlin

Philip IbrahimThe Student Hotel Berlin
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Aufgenommen: The Student Hotel Berlin, Berlin

Standbild aus der Episode mit Philip Ibrahim Germany41 Min

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„Also wir sind ein Hospitality-Unternehmen, in das jetzt in der Krise investiert wurde. Das ist natürlich der größte Proof of Concept von dem, was wir mitnehmen können.“

Philip Ibrahim, 08:17

Philip Ibrahim hat The Student Hotel in Berlin im Oktober 2019 eröffnet und kurz danach in den Krisenmodus geschaltet. Er erklärt Ronald M. Arndt, warum das Haus mit 475 Zimmern nie zuhatte: Studenten, die ein Semester bleiben, sorgten für die Grundauslastung, während Hotelgäste wegblieben. Außerdem geht es darum, wer Community kuratiert, welche deutschen Städte für das Konzept in Frage kommen und was ihm ein Jahr im Tschad gebracht hat.

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Kernaussagen

  1. Nie zugehabt: Studenten, die über ein Semester im Haus wohnen, waren auch während der Krise da und sorgten für ein Grundrauschen. Verkauft hat das Hotel fast 20 Prozent mehr Studentenzimmer als ursprünglich geplant.
  2. Connector kuratiert Community: Für Community gibt es im Budget einen festen Plan und einen Mitarbeiter mit dem Titel Connector, der nichts anderes macht als Menschen zusammenzubringen und Events zu kuratieren. Nebenbei beim Haustechniker funktioniert das nicht.
  3. 300 Zimmer als Untergrenze: Berlin hat 475 Zimmer, Wien ist mit 806 Zimmern das größte Hotel Österreichs, kein Haus der Kette hat unter 300 Zimmer. In München bräuchte es mindestens 17.000 Quadratmeter, deshalb bleiben für Deutschland München, Hamburg, Köln oder Düsseldorf und Berlin.
  4. 870 Euro im Monat: Der Preis startet bei rund 850 bis 870 Euro im Monat, wenn man sechs Monate bleibt, inklusive Fitnessstudio, Wäscherei, Fahrrad, Internet und Programm. Wer zwölf Monate bucht, zahlt weniger, dazu kommen Stipendienprogramme der Schulen.
  5. Als Obdachlosenheim eingetragen: Mit einem sozialen Träger der Stadt hat das Haus über die Corona-Krise fast 100 Zimmer für über 130 Menschen bereitgestellt, Familien, die ihre Wohnung verloren hatten, und Menschen mit Asylantrag.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Lange habe ich mich auf diese Veröffentlichung gefreut. Schließlich haben wir beide Schwaben und natürlich Fans des VfB Stuttgart gut 40 Minuten lang wirklich alles gegeben.

Zwar hält sich Philip Ibrahim bereits knapp 20 Jahre in Berlin auf, seine Herkunft aus dem vergleichsweise beschaulichen Süden Deutschlands hört man aber mehr als einmal raus. Man könnte auch meinen: ein Schwäbisch-Kurs für Anfänger.

Im Oktober 2019 eröffnete er das The Student Hotel in Berlin und schaltete kurz darauf in den Krisenmodus. Dass dabei zwar ein Großteil der Hotelgäste ausblieben, nicht aber Studenten, hat sich im Nachhinein als großer Vorteil des hybriden Geschäftsmodells erwiesen. Man könnte fast meinen, dass Charly McGregor dies bei Gründung der immer noch jungen Hotelkette hätte kommen sehen.

Warum gerade Toulouse zu den nächsten Standorten gehört und nicht etwa Tübingen? Dazu hat Philip mit seiner Erfahrung aus 18 Jahren Accor und der Leitung seines „Studentenwohnheims“ (was es natürlich nicht ist) mit 475 Zimmern eine klare Meinung.

Beruflich wie persönlich sollte es ein einjähriger Ausflug ins Afrikanische Tschad sein, der ihn ein entscheidendes Stück im Leben weiterbrachte.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen41 Min · Ronald M. Arndt und Philip Ibrahim

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:07
    Philip Ibrahim

    Du bist einfach ein Profi.

  2. 00:08
    Philip Ibrahim

    Ich habe gesagt, du bist einfach ein Profi. Nicht so wie ich.

  3. 00:10
    Ronald M. Arndt

    Genau, genau. Die Stimme ist etwas lädiert.

  4. 00:14
    Philip Ibrahim

    Bei mir ja.

  5. 00:14
    Ronald M. Arndt

    Bei dir? Ich auch. Wir waren gestern Abend ein bisschen on Tour bei Big Mama, im Big Mama Hotel in Wedding, vom David. Ja, Friedemann Henning.

  6. 00:28
    Philip Ibrahim

    Ich habe gerade kurz überlegt, aber ja, ich war auch da. Ich kann es auch nicht leugnen.

  7. 00:32
    Ronald M. Arndt

    Zumindest habe ich mich kurz dann umdrehen müssen, als einer VfB gerufen hat. Dann habe ich gedacht, du, das kann nicht sein, ich hier als Schwabe in Berlin und ruft einer VfB. Es war ganz sympathisch, waren sogar ein paar Schwaben.

  8. 00:43
    Philip Ibrahim

    Ich wollte gerade sagen, weil aus jeder Ecke ging direkter Wechselgesang los und jeder hat zurückgewechselt.

  9. 00:49
    Philip Ibrahim

    Man hört natürlich auch heute dass die Stimme nicht mehr stadiontauglich ist.

  10. 00:54
    Philip Ibrahim

    Weil also früher 90 Minuten kein Problem, heute 5 Minuten schreien und Stimme hört sich an, wie wenn du im Stimmbruch bist.

  11. 01:00
    Ronald M. Arndt

    Die Ränge bei uns sind hier genauso geleert wie gerade in vielen Stadien.

  12. 01:04
    Philip Ibrahim

    Das liegt aber daran, dass wir so viel mehr Geld für die Tickets genommen haben.

  13. 01:10
    Ronald M. Arndt

    Ich freue mich sehr, Philip Ibrahim hier bei dir mal zu Gast zu sein im The Student Hotel in Berlin. Ja, ich habe ja ein paar Anläufe gebraucht, aber heute darf ich und durfte ich vorbeikommen.

  14. 01:21
    Philip Ibrahim

    Ja, also vielen Dank.

  15. 01:23
    Philip Ibrahim

    Hätte auch vorher schon kommen können.

  16. 01:25
    Philip Ibrahim

    Ich bin ja nicht so oft da. Als Schwabe ist man natürlich offen für alles. Hier in Berlin gehört man ja zur Minderheit. Aber ich freue mich sehr, dass du da bist. Ich freue mich sehr, dass es geklappt hat. Ist ja auch eine spannende Woche irgendwie mit ganz viel, was so passiert. Deswegen bin ich echt glücklich, heute den Abschluss zu machen.

  17. 01:38
    Ronald M. Arndt

    Spannende Woche. Das ist jetzt privat gesehen oder weltpolitisch oder hsmartig gesehen?

  18. 01:46
    Philip Ibrahim

    Du machst natürlich das noch deutlich größer, wie ich dran gedacht habe. Das stimmt. Weltpolitisch auf jeden Fall. Aber ich finde, für uns jetzt hier in Berlin, Das ist ja die klassische ITB-Woche, und die klassische ITB-Woche gab es seit 2 Jahren so klassisch nicht mehr. Und deswegen bin ich doch ganz froh, dass auch in einer nicht klassischen ITB-Woche am Freitag meine Stimme trotzdem versagt, weil das heißt ja irgendwie, dass in der Stadt sehr viel Dynamik war und auch sehr viel passiert ist.

  19. 02:10
    Ronald M. Arndt

    Das ist jetzt das 3. Mal ausgefallen, 20, 21, 22.

  20. 02:13
    Philip Ibrahim

    Wir haben im ersten Jahr noch was gemacht, auch hier, da waren wir noch ein bisschen mutiger, auch mit einigen Industriepartnern.

  21. 02:19
    Ronald M. Arndt

    Erinnere mich, das hat hier stattgefunden bei euch, genau.

  22. 02:21
    Philip Ibrahim

    Das war, das war gut, und zu dem Zeitpunkt hat sich richtig angefühlt, aber so circa 3 Wochen später hat sich total falsch angefühlt. Pralles Gefühl. Ich erinnere mich, wir haben, wir haben das beendet, und original, ich glaube, 3 Wochen später haben wir so einen Call gemacht und haben gesagt, wenn wir jetzt heute das hätten, würden wir das jetzt noch mal machen? Und dann haben wir zu viert oder zu fünft gesagt, eigentlich nicht. Also der Hausmann, der Seife, der 40 kam der Flow Montag, oder nicht? Okay, heute würden wir das sofort nicht mehr machen, aber zu dem Zeitpunkt hat sich ganz gut angefühlt.

  23. 02:56
    Ronald M. Arndt

    Das etwas kalkulierte Risiko, damals wusste man wirklich nicht, in welche Richtung es geht, aber gehört natürlich immer auch dazu. Ob jetzt als Unternehmer, dass die Namen gerade aufgezählt von deinen, unseren Partnern, oder du natürlich in deiner Position ja auch als GM, ja, stehst ja dem Student Hotel hier vor seit der Eröffnung, glaube ich.

  24. 03:15
    Philip Ibrahim

    Genau, ich habe 2019 im Oktober praktisch das Haus aufgemacht, und dann sind wir in der Eröffnung vorher Und dann direkt in Krisenmodus.

  25. 03:24
    Ronald M. Arndt

    Gut, aber das Hotel steht ja eigentlich für offene Türen, für Austausch. Das heißt, da wirst du jetzt mit einer kleinen Verzögerung von 2 bis 3 Jahren erst irgendwann mal so richtig reinkommen.

  26. 03:34
    Philip Ibrahim

    Ja, also man muss ja sagen, das Konzept selber, da geht es natürlich sehr viel um die Community, ums Community-Bildende. Und wir haben auch nie zugehabt. Viele andere Kollegen hatten auch nicht zu, aber das ist immer so die meistgestellte Frage: Hattet ihr zu? Nein, wir hatten nicht zu. Das liegt am Konzept, weil wir innerhalb dieses Hotelkonzepts hybride sag ich mal, Studenten, die über ein Semester bei uns wohnen, vereinen mit Leuten, die eben nur kürzer hier wohnen oder auch mal länger, je nachdem. Und die waren auch während der ganzen Krise hier. Dementsprechend gab es immer so ein Grundrauschen, vorsichtig gesagt, und wir haben immer so einen Purpose gehabt, hier zu sein. Die Leute waren alle da, das war schon ganz gut. Aber du hast recht, so eine Positionierung von so einem Produkt hat normalerweise einen anderen Faktor, muss auch anders beworben werden. Das fehlt uns natürlich. Und Ich sag mal das Beispiel meiner Eltern irgendwie, als sie gehört haben, ich gehe zu das Studentenhotel, sagen die, muss ich jetzt im Studentenwohnheim schlafen? Und das ist natürlich auch was, was wir mit dem Brand zu kämpfen haben, weil wir sind ja nicht nur ein Studentenhaus, sondern wir sind eben ein voller Ort, so wie du schön gesagt hast, der Kommunikation und des Treffens, oder wie wir das sagen, ein communitybildender Ort. Also wir wollen die Complete Connected Community, also die komplett verbundene Einheit von Menschen, die bei uns leben. Oder zu Gast sind und machen auch keine Unterschiede, ob das ein Tagesgast ist oder länger hier wohnt.

  27. 04:52
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, die jüngere Generation zumeist, die studiert, trifft hier auf die Welt.

  28. 04:58
    Philip Ibrahim

    Schön gesagt. Also Charlie McGregor, der Founder, sagt immer, er will die Leute, die nie aufhören zu lernen. Das finde ich eigentlich ganz schön, weil das das Alter so ein bisschen rauslässt. Aber es gibt keine Altersdynamik. Man sieht auch, das siehst du wahrscheinlich auch, wenn du hier durchs Hotel schlenderst, gerade heute, dass auch der Altersdurchschnitt total gemischt ist.

  29. 05:17
    Philip Ibrahim

    Also nicht nur wir beide hier, den Durchschnitt, den Abend, sondern auch die Gäste.

  30. 05:22
    Philip Ibrahim

    Und das ist aber auch genau, was wir wollen. Und man muss ja eine Komponente mit dazu nehmen. Wir haben ja als großes Standbein von The Student Hotel auch gerade diese Young Workers, also immer wieder mit dem Alter, oder diese Gründer, Founder, alle, die halt irgendwas Neues entwickeln. Also weniger altersneu, sondern eher mit der Idee neu. Und da wollen wir auch, dass vielleicht jemand, der 25 ist oder 30 und jetzt studiert, vielleicht den zweiten Studiengang, aber hier ist ein Founder, der irgendwie hier als Coworker arbeitet oder Coworker lebt, hat mit 24 gegründet, dass der genauso seine Erfahrung an die andere Person weitergeben kann, ohne dass es diese, diesen Altersbrücke gibt. Normalerweise sagst du ja, der 30-Jährige hat viel mehr Erfahrung, aber genau darum geht's, dass wir eben diese Brücke bauen wollen aufgrund dem, ich möchte irgendwie hier zusammenkommen mit Menschen und möchte vielleicht auch unterschiedliche Sachen sehen.

  31. 06:10
    Ronald M. Arndt

    Okay, muss man dieses Zusammenkommen moderieren? Also fällt da deutlich mehr Arbeit an, als nur hier die Räumlichkeiten und Lounge-Area etc. zur Verfügung zu stellen?

  32. 06:19
    Philip Ibrahim

    Ja, ist eine sehr, sehr starke Frage und ist auch die Frage, die ist eigentlich auch die Antwort, mit der ich das immer beantworte, weil du wirst oft gefragt, was muss denn ein anderes Hotelkonzept, ein Mercure, weil ich ja so lange bei Accor war, oder Novotel, was müssen wir morgen anders machen, um einen ähnlichen Vibe zu kreieren oder das ähnlich hinzubekommen? Und ich habe das eigentlich beantworte das genauso, wie du das schon so schön suggestiv mitgeschoben hast. Es muss irgendwie kuratiert werden. Also es muss dedicated Menschen geben, die sich damit beschäftigen. Und was zum Beispiel nicht funktioniert, ist, wenn du sagst, das macht der— ganz abstruses Beispiel— das macht der Haustechniker mit. Ja, sondern wir haben in unserem Investment, in unserem Budget einen festen Plan, nicht nur für Events. Das ist das eine. Ich kann auch eine Eventagentur einstellen. Aber es gibt auch einen Mitarbeiter, das ist der Connector. Der heißt auch so, das ist der Titel. Dominiks Aufgabe ist nichts anderes, wie genau das zu machen, Menschen zusammenzubringen, kuratierte Events. Und wir versuchen innerhalb der Events auch die Bandbreite abzudecken. Also zum einen Education, was können wir machen, Sprachkurs, dass du dich weiterbildest zum Beispiel. Was können wir machen, Kreativität, Musik, Programmierkurse, Malkurse, Spaß, Comedy Nights, oder auch irgendwie hier im Hof. Du siehst ja schön, wo wir sitzen, also der Hof ist ja riesengroß. Da machen wir im Sommer Partys und dann sind hier 600, 700 Leute und DJ, und dann hast du hier halt ein relativ schönes Community- Gefühl. Das ist genau der Unterschied.

  33. 07:47
    Ronald M. Arndt

    Ist der Erfolg dann eher ein Gefühl, oder kann man den Erfolg irgendwie messen, indem man sagt, hier, wir haben heute dieses Jahr, diesen Monat 5 Erfolgsgeschichten produziert, weil X und Y zusammengekommen sind und jetzt das und das zusammen machen?

  34. 08:03
    Philip Ibrahim

    Du stellst die Fragen schon mega gut, weil das ist es genau. Also zum einen geht es ja bei Erfolg, Erfolg ist ein messbares Kriterium, das heißt Ist das Studentenhotel als Konzept erfolgreich? Ja, wir—

  35. 08:14
    Ronald M. Arndt

    muss ja sein, weil es gibt ja nicht nur eins oder zwei, es gibt ja ein paar.

  36. 08:17
    Philip Ibrahim

    Genau, wir sind 16, wir machen jetzt 3 auf. Wir haben, ich glaube, als eine der wenigen Hotelcompanies— also es gibt noch ein paar nette Kollegen, die es auch haben— ich glaube, 400 Millionen jetzt noch mal gesourct in den letzten 3 Monaten. Also wir sind ein Hospitality-Unternehmen, in das jetzt in der Krise investiert wurde. Das ist natürlich der größte Proof of Concept von dem, was wir mitnehmen können. Wenn jemand sagt, hey, Hier hast du Kohle, mach mal neue Häuser. Ja, ist genau, was wir machen. Der Investmentplan ist klar. Wir haben unterschriebene Verträge in Rom, in Glasgow, wir machen Toulouse jetzt auf, Madrid, Barcelona. Also man kann sich schon auch gucken, dass das Konzept eine Bühne hat, und auf der Bühne spielen wir eine große Rolle. Ich bin total happy, dass wir nicht die Einzigen sind, aber ich bin auch happy, dass wir die Einzigen sind, die skaliert haben, zumindest in der Größe, wo du sagen kannst, Hier sind ja nicht 100 Zimmer oder 30 Apartments, sondern wir haben hier 475 Zimmer. Ich habe in Wien das Haus, ist das größte Hotel Österreichs mit 806 Zimmern. Das sind also Zahlen, wo notwendig ist, dass du Erfolg hast mit dem, was du tust. Und das zweite Thema ist, von dem, was du ansprichst, abseits von diesem monetären Erfolg, den du irgendwie messen musst, ja, auch dieser emotionale Erfolg. Wie kommunizieren wir das? Content ist ein Riesenthema. Also ich finde Content Ja, wir sitzen jetzt in einer Woche, wo nur Content produziert wurde mit allen Partnern. Ist so wichtig, damit man darstellen kann, was wir tun. Also der Content zum einen, das, was für uns relativ einfach begreifbar ist, Instagram und so weiter und so fort, also alles, was mit Freizeit-Content zu tun hat, aber auch so ein Bildungscontent. Wir haben einen Partner hier, Piece by Piece, Fatsum und Teddy, die machen ganz viel im Bereich Bildung, auch gerade mit Flüchtlingskindern, unabhängig von der aktuellen Situation, schon seit Jahren. Die Sprachkurse hier bei uns anbieten, wo wir die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, wo es wirklich darum geht, auch einen Mehrwert gesellschaftlich zu bringen. Und das ist genau das, was wir transportieren müssen. Und da finde ich schon einen Erfolg gegeben. Und du siehst gerade mit so Beispielen wie Teddy und Fatsho, die hier im Haus sitzen, und dann kommt irgendwie einer vorbei und du sagst, ah, das ist übrigens der und der, der leitet das und das. Und nach 2, 3, 4 Tagen siehst du, wie diese Person sich dann mit irgendjemandem trifft, der hier bei uns arbeitet, wohnt oder eben gerade auf der Durchreise ist. Und genau das sind die Momente, die wir brauchen.

  37. 10:32
    Ronald M. Arndt

    Okay, jawohl. Stichwort Content. Wenn er dann irgendwie festgehalten wurde mit Fotos, Film etc., wird er dann hier direkt bei euch vor Ort aufbereitet und rausgeschickt? Ja, oder geht das noch mal irgendwo über eine Zentrale?

  38. 10:46
    Philip Ibrahim

    Und ja, jetzt aufpassen. Gut, dass die alle nicht so gut Deutsch sprechen. Nein, nein, nein, klar. Also es gibt sowohl einen kuratierten Content von unserer Zentrale, das ist klar, der ist relativ einfach trackbar, der ist auch relativ leicht darstellbar. Da gibt es einen Social-Media-Plan oder auch einen Content-Plan über alle Sprachrohre, die wir haben. Also Charlie, unser Founder, hat natürlich eher was, der sagt was zum Thema, wenn der interviewt wird, eher was zum Thema Investment oder auch zum Thema Tech-Stack, dass wir jetzt nicht mehr selber bauen, worüber ich sehr froh bin, sondern inzwischen auch kaufen, was ja auch hilft, gerade bei Experten. Und dann haben wir den Content, wo es wirklich um den Social Leads geht, dann haben wir Content, wo es um uns geht. Also Community schließt ja auch unsere Mitarbeiter, unsere Teams mit ein. Auch da ist ja Content, den wir produzieren wollen, und Leute, die wir glücklich machen wollen. Aber Es gibt einen großen Zug hin zu Empowerment. Ich bin auch ein sehr gutes Beispiel. Ich war einer der ersten Hoteldirektoren, die wirklich seit langem bei Student Hotel von außerhalb eingekauft wurden, einfach um vielleicht meine oder eine andere Vision noch mal mitzubringen. Und ich bin kein Berliner, das wissen wir, ich bin Schwabe, aber ich bin jetzt ja schon 18, 17 Jahre in Berlin. Also da habe ich schon auch eine gewisse Berliner Street Credibility, glaube ich, bekommen. Aber das ist schon ein Ziel gewesen. Also sie wollten schon jemanden haben, der auch vielleicht den Markt kennt. Und wir haben während der Krise, kurz vor der Krise, hier einen Deal gemacht mit einem Partner und haben gesagt, hey, office-mäßig, ich habe die Kapazität hier, zieh doch hier zu uns ein. Und die sind Video— das ist ein Videograf und Fotograf, alles was wir an Content haben, der ist hier. Und wenn ich jetzt sage, ich brauche irgendwas, dann macht der Bilder und bereitet das für uns vor. Und auch um da Werbung zu machen, der hat auch zum Beispiel bei den Events, die bei uns stattfinden, eigentlich immer direkt hilft der mit, unterstützt und macht mit seinen, mit seiner Schnitt- und Videotechnik eigentlich alles, was wir aus dem Haus schieben.

  39. 12:39
    Ronald M. Arndt

    Cool. Okay.

  40. 12:40
    Philip Ibrahim

    Ja, aber das ist tatsächlich, es war auch ein relativ einfacher Call, weil so was kostet richtig Geld, wenn du es richtig machen willst. Das wisst ihr ja. Also Content kostet, das ist nie, oder? Na ja, stimmt nicht. User-generated Content kostet auch, aber das ist ein Geld, was du nicht sofort findest. Aber wenn du Content produzieren willst, und ich meine, du brauchst ja auch eine gewisse Zeit, meine Stimme halbwegs so hinzubekommen, dass man die sich anhören lassen kann.

  41. 13:00
    Ronald M. Arndt

    Das hat mich das ganze Wochenende gekostet.

  42. 13:05
    Philip Ibrahim

    Nein, aber genau diese Kosten irgendwie darzustellen und zu sagen, wir haben das irgendwie gegengerechnet und wir gewinnen alle gerade. Das ist schon schön.

  43. 13:14
    Ronald M. Arndt

    Okay, ihr gewinnt alle.

  44. 13:15
    Philip Ibrahim

    Das heißt, wir gewinnen. Also in einer Partnerschaft ist ja so, nicht nur ich will Content haben, der Partner will ja auch irgendeine Gegenleistung haben. Und ob ich dem jetzt viel Geld bezahle, was er verdient und wert ist, oder sag, guck mal, instead of that, ich habe das Zimmer, du kannst deine Post hierher schicken, du bist immer 24 Stunden, ist jemand da, du kannst da immer rein, du kannst immer in Ruhe arbeiten, alle Facilities benutzen. Das ist ja auch eine Möglichkeit, das irgendwie zu machen.

  45. 13:40
    Ronald M. Arndt

    Hast vorher gemeint, nach Toulouse geht es sogar für The Student. Freut das einen Phil? Phil heißt er, ne? In Kurzform. Phil, besonders, hast du da ein bisschen, war da nicht irgendwas studientechnisch? Frankreich?

  46. 13:51
    Philip Ibrahim

    Nee, also Frankreich, ich würde gerne sagen, ich habe studiert, aber nein, also tatsächlich Ich habe 18 Jahre bei Accor verbracht, das ist ein französischer Konzern, und da ist mehr als ein bisschen Herzblut hängen geblieben. Ich bin ja bis heute mit dem, mit Accor super eng, wirklich. Wenn du so viel Zeit da verbracht hast, natürlich deine Karriere dort aufgebaut hast, dann ist es schon was. Deswegen freut mich natürlich immer, wenn es irgendwas Französisches gibt, weil dann ist auch so eine Sprache, ich kann halt Französisch und kein Holländisch, also es hilft mir auf jeden Fall mehr. Aber wir haben schon Häuser in Paris, was total lustig ist, weil ich da noch nie war. Und es liegt einfach nicht an dem Haus von uns, das liegt einfach an Paris. Da war ich schon so oft, dass du sagst, ja, okay, juhu, Champs-Élysées. Nach Toulouse freue ich mich tatsächlich, weil da war ich noch nie.

  47. 14:40
    Ronald M. Arndt

    Schöne Ecke, definitiv.

  48. 14:42
    Philip Ibrahim

    Aber es wird auch, glaube ich, ein cooles Haus. Und es ist auch interessant zu sehen, weil wenn du so die Städtenamen dir anhörst, so Wien, Berlin, Amsterdam, Toulouse, dann denkst du auch, okay, krass. Ist jetzt nicht die erste Stadt, an die du denkst, aber bei uns in der Entwicklung sind eben diese Faktoren, wie viele Studenten sind da, was für internationale Studienkurse werden angeboten, weniger relevant wie, wie viele Menschen leben dort und wie viele Menschen, die dort leben, sind Studenten. Also die Marktdichte, die Internationalität der Studiengänge und dann auch so ein generelles Ambiente in so einer Stadt. Was für einen Impact können wir da mitbringen?

  49. 15:18
    Ronald M. Arndt

    Ja, interessant. Das heißt, eine Studentenstadt, ja, also sollte es natürlich schon sein.

  50. 15:24
    Philip Ibrahim

    Wir überlegen ja immer, wo geht es weiter in Deutschland. Wir sind ein super wichtiger Markt, auch von diesem Funding geht ein Großteil aus Reutlingen, Tübingen.

  51. 15:33
    Philip Ibrahim

    Studentenhotel in Reutlingen, das können wir machen. Hat jeder sich frei, ihr kriegt Konzession für 100 Zimmer, wir brauchen aber 300.

  52. 15:43
    Philip Ibrahim

    Nein, also tatsächlich, Tübingen ist immer so lustig, Weil als Schwabe, wenn du, wenn du, wenn du Studenten hörst, dann denkst du immer an Tübingen.

  53. 15:51
    Philip Ibrahim

    Das ist die erste Stadt. Stadt, allein schon das ist lustig, dass wir das als Stadt bezeichnen.

  54. 15:55
    Ronald M. Arndt

    Naja, aber genau, eine Personal Brand mit Boris Palmer über die Landesgrenzen.

  55. 16:01
    Philip Ibrahim

    Ich weiß jetzt nicht genau, ob der jetzt marketingtechnisch auf welcher Seite der Freude steht, aber man muss ja eins sagen, eine Stadt wie Tübingen, ich meine, die sind ja relativ bekannt, aber genau happy mit ihm.

  56. 16:13
    Ronald M. Arndt

    Aber schauen, wie die nächste Wahl ausgeht. Geht. Ich glaube, die steht noch an. Erstmal als Freier, parteilos.

  57. 16:19
    Philip Ibrahim

    Ich mag ja Leute, die polarisieren. Bei Boris Palmer denke ich manchmal, naja, komm. Na, wir müssen jetzt hier über Politik reden.

  58. 16:27
    Ronald M. Arndt

    Hättest noch mal drüber geschlafen, oder was?

  59. 16:29
    Philip Ibrahim

    Ja, ich bin ja auch eher so einer, der vielleicht erst redet und danach dann doch noch mal zurückklebt und sagt, war das jetzt notwendig? Und ich wünsche mir einfach, dass der Boris Palmer manchmal auch zu Hause sitzt und das Gleiche sagt.

  60. 16:39
    Ronald M. Arndt

    Also Student Tübingen erstmal Ja, nee, ich habe es vorgeschlagen.

  61. 16:42
    Philip Ibrahim

    Spaß beiseite, wir haben tatsächlich geguckt, was wären denn die nächsten möglichen Städte für Deutschland.

  62. 16:47
    Ronald M. Arndt

    Da ein Phil Ibrahim so involviert?

  63. 16:50
    Philip Ibrahim

    Ja, also ich bin kein Developer, aber ich bin natürlich auch in der Firma einer, der den Markt kennt. Noch lange genug. Muss mich auch erst dran gewöhnen, dass ich inzwischen ein Alter erreicht habe, wo ich eine Kompetenz mitgebracht habe.

  64. 17:01
    Ronald M. Arndt

    Dass man auch da gefragt wird.

  65. 17:02
    Philip Ibrahim

    Also es ist auch gut so, und es zeichnet natürlich auch eine Firma aus, wenn sie da jemanden nachfragen. Am Ende des Tages gibt es ja irgendwie jemanden, der Hotel führen soll. Dann macht es schon Sinn, zu sagen, macht ein Studentenhotel mit 500 Zimmern in Tübingen Sinn? Da würde ich wahrscheinlich sagen, ja, eher nicht so. Ja, glaube ich, dass die Marge da—

  66. 17:17
    Ronald M. Arndt

    wie war das bei Accor in Frankreich? Ist ja eher zentralisiert oder für Zentralisierung bekannt. Ja, also wurde man auch gefragt oder eher weniger?

  67. 17:25
    Philip Ibrahim

    Ja und nein. Es ist ja so, dass natürlich Accor deutlich größer ist. Wenn du 400 Zimmer hast, hast du nicht die Zeit, alle 400 Filz zu fragen, ob sie es gut finden, wenn in Wuppertal noch ein Ibis aufgemacht wird.

  68. 17:34
    Philip Ibrahim

    Irgendwie verstehe ich das auch.

  69. 17:37
    Philip Ibrahim

    Und natürlich, die Teams sind auch noch mal anders strukturiert. Da sind auch in den Nationen schon Leute, die vielleicht die Länder besser kennen, ohne dass ich das jemand absprechen möchte. Aber auch bei Accor gibt es eine Mitsprache, und es ist immer eine Frage, wie du dich einbringst und wie du dich einbringen willst. Würde ich kritisieren, ist die Frage, wirst du gehört, wenn du mitsprichst? Aber auch das verstehe ich in einem Konzern. Aber ich muss auch mal da die Lanze brechen, das Haus hier in Berlin, das Mercure, als wir das renoviert haben, da durftest du voll mitsprechen. Da hast du auch, du bist ja auch derjenige, der nachher sagt, ey, ich mache das, weil ich damit Erfolg haben möchte. Und das ist schon schön zu sehen. Und das hat Mercure und auch Accor.

  70. 18:14
    Ronald M. Arndt

    Steigert die eigene Verantwortung.

  71. 18:15
    Philip Ibrahim

    Natürlich. Du willst Kaufmänner haben, die irgendwie sagen, ach krass, ich habe jetzt hier nicht eine Badewanne, sondern ich habe hier irgendwie eine Dusche, weil es mehr Sinn macht. So nach dem Motto. Aber das war schon gegeben. Aber bei Stone Hotel ist das natürlich noch mal was anderes, weil natürlich diese Target-Städte ein bisschen klarer definiert sind. Wenn du dir anguckst, du musst ja gucken, wie gesagt, Studiengang, Größe der Stadt, Anzahl der Studenten. So, das erste, erste Stadt, die wir in Deutschland kennen, oder eine der wichtigsten, ist Münster. Aber auch da wäre die Frage mit Sicherheit relevant: Ist Münster eine Stadt für ein Studentenhotel? Ich wage das zu bezweifeln. Warum? Als deutscher Student findest du in Münster mit Sicherheit relativ schnell zurecht, weil ob du zum Finanzamt in Reutlingen rennst oder in Münster oder zum Einwohnermeldeamt, ist der gleiche.

  72. 18:55
    Ronald M. Arndt

    Finanzamt Reutlingen kenne ich in der Tat gut, weil ich da mein erstes Startup gegründet habe.

  73. 18:59
    Philip Ibrahim

    Willst du einen Shoutout geben an die Frau Häfele?

  74. 19:03
    Ronald M. Arndt

    Liquidation ist mittlerweile beendet.

  75. 19:07
    Philip Ibrahim

    Aber ich kann nicht versichern, das macht dem Finanzamt Reutlingen überhaupt nichts aus.

  76. 19:10
    Ronald M. Arndt

    Hat auch 10 Jahre gedauert. War zu Studentenzeiten, weil ich habe in der Tat auch in Reutlingen da 2 Jahre studiert und eben 2 Jahre in Frankreich. Deswegen das Interesse auch an Toulouse.

  77. 19:21
    Philip Ibrahim

    Aber hast du in Toulouse studiert?

  78. 19:22
    Ronald M. Arndt

    Nein, nein, in Reims in der Champagne, also ein bisschen weiter nördlich.

  79. 19:27
    Philip Ibrahim

    Genau, aber ich muss sagen, Reutlingen ist ein schönes Gebäude, das Finanzamt Reutlingen. Alles in Reutlingen ist schön. Ich bin aus Afrika zurückgekommen, nachdem ich im Tschad war, und habe meine Eltern, sind ja, kommen aus der Region Reutlingen, sind da gemeldet, haben Häuschen da noch gebaut. Also ich komme daher, ihre Häuser da, ihre Häuser, muss ich bei Eichblucher sagen, aber es ist ein Häuschen, das sie gebaut Und ich weiß noch, ich kam zurück und musste mich natürlich arbeitslos melden.

  80. 19:51
    Philip Ibrahim

    Und wenn du dich in Berlin arbeitslos meldest, dann hast du jeden Horrorgedanken mit Nummer ziehen, morgens um 8 rein mit einer Stulle und abends um 10 wieder raus, total durchgefrustet. Und in Reutlingen war das wirklich so, du kommst da an und ich ziehe eine Nummer und noch während ich meinen Namen auf den Zettel schreibe, wird meine Nummer aufgerufen.

  81. 20:08
    Philip Ibrahim

    Und dann kommst du in so ein Riesenbüro, wo eine Person im Einzelbüro sitzt, also nichts abgetrennt und eine Lautstärke irgendwie, Geruch und dies und das, sondern da sitzt eine Person, also im lichtdurchfluteten Raum, und setzt sich mit dir richtig hin, wollt jetzt einen Kaffee trinken, und ist total angenehm so.

  82. 20:23
    Philip Ibrahim

    Und dann merkst du halt, da ist halt keine Arbeitslosigkeit, wenn du Arbeitslosigkeit von unter 2% hast oder was sie haben.

  83. 20:28
    Philip Ibrahim

    Und dann guckt die meine Unterlagen, muss ich erzählen, guckt sie meine Unterlagen durch und sagt sie, ha, ich glaube, ihr seid uns nimmer.

  84. 20:36
    Philip Ibrahim

    Sag ich, wieso?

  85. 20:37
    Philip Ibrahim

    Sagt sie, na ja, ich verstand schon, jetzt kommen Sie erst einmal wieder und dann sind Sie in 3 Monaten wieder im Geschäft.

  86. 20:43
    Philip Ibrahim

    Genauso war es natürlich dann auch.

  87. 20:46
    Philip Ibrahim

    Ich glaube, die hat mich wahrscheinlich nicht mal am Computer angelegt, aber gab es noch nicht. Doch, doch, so lange ist es nicht her.

  88. 20:52
    Ronald M. Arndt

    Die sind ein bisschen langsam.

  89. 20:54
    Philip Ibrahim

    Ich weiß nicht, ob es einen Computer im ganzen Haus gab, aber deshalb abgelegt. Die nächsten Städte, die für Deutschland richtig sind und wichtig sind, natürlich die, wo ein internationaler Student hingeht, wo einer hingehen würde, der jetzt nicht von Münster gehört hat. Und wir hatten ja auch ein Haus in Dresden, was ich schließen durfte während der Krise oder relativ am Anfang der Krise, was sehr, sehr traurig war. Aber auch da war immer die Frage: Warum hat es in deinem Hotel nicht funktioniert? Und ich sage, das ist der gleiche Grund. Du brauchst natürlich einen Reisegrund für unsere Studenten. Und die Studenten sind die, die den Beat von unserem Konzept machen. Wir brauchen eine Grundauslastung mit Studenten. Und deshalb gibt es in Deutschland, denke ich, auch jetzt erst mal in der Entwicklung 3 bis 4 Städte, auf die es sich fokussiert. Und die sind auch für jeden wahrscheinlich klar erkennbar. Das wäre München, München, Hamburg und Köln, Düsseldorf, je nachdem, wo man da die Grenze ziehen möchte, und Berlin halt weiterhin. Und in der Logik zu gucken, in München neues Hotel, wir brauchen mindestens 17.000 Quadratmeter, habe ich hier, weil eine große Größenordnung muss schon sein, sonst bringt das Konzept nichts. Und wir haben kein Haus, was unter 300 Zimmer hat. Und das weiß, und das in München zu finden, ja, da freut sich jede Bank. Und als Hospitality-Unternehmen muss man viel Geld mitbringen. Deshalb gibt es wahrscheinlich Städte, jetzt habt ihr wieder 400 Millionen Ja, aber du willst ja nicht die alle nur in eine Stadt bringen.

  90. 22:04
    Ronald M. Arndt

    Reutlingen freut sich.

  91. 22:05
    Philip Ibrahim

    Reutlingen, hi!

  92. 22:06
    Philip Ibrahim

    Die würden sich echt freuen. Nein, aber ja, die, die deshalb, ich glaube, das sind die nächsten Städte, wo wir hin müssen.

  93. 22:14
    Ronald M. Arndt

    Jetzt bin ich schon ein bisschen raus aus dem Studentenleben, Anschluss verloren. Was hat denn jetzt diese Corona-Geschichte dafür Auswirkungen? Kommen weniger Studenten auf absehbare Zeit? Weil die eher in ihren Ländern bleiben, oder ich habe da keine Ahnung. Wie schaut es da gerade aus? Was ist da zu erwarten? Beeinflusst das irgendwie euer Konzept?

  94. 22:37
    Philip Ibrahim

    Also beeinflusst Corona—

  95. 22:39
    Ronald M. Arndt

    seid ihr auf ausländische, internationale Studenten angewiesen?

  96. 22:42
    Philip Ibrahim

    Ja, das ist Teil des Gesamtverständnisses. Also ich kann das so ein bisschen erklären. Zum einen, da wo die Universitäten und die Städte haben natürlich ein Interesse daran, dass Studenten da sind. Also stell dir mal vor, Tübingen ohne Studenten, dann würde keiner über Boris Palmer wahrscheinlich sprechen, weil dann wäre das eine relativ beschauliche kleine Stadt. An einem sehr kleinen Fluss, da zumindest in der Ecke.

  97. 23:01
    Ronald M. Arndt

    Der Neckar, gell?

  98. 23:01
    Philip Ibrahim

    Der Neckar, da kann man Stockerkar fahren. Ich glaube, dass also diese Internationalität macht eine Stadt natürlich auch erst aus, und das ist genau der Spirit, den du brauchst. Das heißt, die Universitäten, je mehr Universitäten da sind, je mehr private Hochschulen, je mehr ein attraktives Angebot schaffen, desto mehr kommen auch attraktive Studenten und internationale Studenten her. Also das eine hat mit dem anderen zu tun. Wir haben also während Corona gesehen, dass viele Universitäten natürlich den den Präsenzunterricht runterfahren mussten und runtergefahren haben. Und dadurch war es gar nicht mehr so notwendig, dann in der Stadt zu sein. Aber du bist ja selber, hast ja selber gerade gesagt, du hast in der Champagne studiert. Ein Teil von diesem Verständnis als Student ist andere Kultur, anderes Leben und vielleicht auch irgendwo anders ankommen und scheitern, Menschen kennenlernen. Das ist genau das, was nachher den Unterschied macht.

  99. 23:47
    Ronald M. Arndt

    Und wenn du gescheitert bist, nachher in Reutlingen.

  100. 23:49
    Philip Ibrahim

    Aber es geht ja nicht um die Scheidung einer Firma, aber Also du hast bestimmt mal jemanden kennengelernt, der am Ende dann doch nicht mit dir nach Hause gegangen ist.

  101. 23:58
    Ronald M. Arndt

    Habe ich versucht, aber am Ende bin ich jetzt doch schon seit meinem 17. Lebensjahr mit meiner jetzigen Frau zusammen.

  102. 24:03
    Philip Ibrahim

    Also wir dürfen ja auch nicht sagen, dass du es dort versucht hast, oder das war davor.

  103. 24:08
    Philip Ibrahim

    Ja, okay.

  104. 24:10
    Philip Ibrahim

    Nein, also das Letzte. Lass uns das anders machen. Du hast ja schon mal versucht, irgendwo einen Drink auszugeben, und dann hat die Person gesagt, nee, ich will das nicht so. Also es sind ja die kleinen Momente in so einer intersozialen Struktur, die du auch lernst, oder auch sprachliche Themen. Und das wird auch weiterhin passieren. Da sind wir natürlich—

  105. 24:26
    Ronald M. Arndt

    der Drang ist da, also ist nicht zu ersetzen.

  106. 24:29
    Philip Ibrahim

    Unsere Generation ist die Generation, die davon profitiert, dass man reisen darf. Unsere Eltern waren noch so, die wollten reisen, es konnte sich nicht jeder nicht in der gleichen Dynamik leisten. Und ich glaube, viel von der Kreativität, der Dynamik und auch diesem, dieser, diesem Leben, was wir gerade auf der Welt sehen, auch wenn es nicht immer gerade überall schön ist, hat damit zu tun, dass wir gemerkt Grenzen nicht mehr ganz so ernst nehmen.

  107. 24:50
    Ronald M. Arndt

    Interessant.

  108. 24:51
    Philip Ibrahim

    Und die Studenten kommen wieder, da sind wir sicher. Die Studenten sind ein wichtiger Teil, aber es hat was mit unserem Geschäft gemacht, aber in die andere Richtung. Was passiert ist, es sind weniger Touristen gekommen, weniger Menschen sind als Touristen in die Stadt gekommen, aber dieser Drang, im Ausland zu studieren, der war fast gleichbleibend hoch, weil in deine Bildung willst du ja gerade in dem Alter, du hörst ja jetzt nicht auf. Keiner von denen hat gesagt, okay, dann mache ich 2 Jahre Pause. Das ist ja nicht Die haben trotzdem gemacht. Und viele von den internationalen Leuten haben nur einmal die Chance, ihr Kind irgendwie so über den Ozean zu schicken oder irgendwohin, und die waren trotzdem da. Das heißt, wir haben mehr Studentenzimmer angeboten, als wir initial in unseren Plänen hatten, fast 20% mehr Studenten verkauft. Die Frage ist, und das ist genau das, wie verändert sich das morgen? Und ich bin mir sicher, das wird sich morgen noch deutlich weiter verändern, noch deutlich dynamischer werden. Auch so eine Jetzt gerade dieser Konflikt, der da ist, der ist unglaublich kräftezehrend und unglaublich schlimm. Gucken wir nach morgen, an das Morgen, irgendwann wird dieser Konflikt enden. Dann kommt eine Generation von Leuten, die dafür sorgen wollen, dass so ein Konflikt nicht noch mal passiert. Und wie kriegen die das hin? Nur mit intersozialer Kultur. Und das hat natürlich auch was damit zu tun, was wir brauchen. Und das ist viel wichtiger, ist, wir brauchen ein gewisses solventes Publikum. Also das ist ja bei Studentenhotels so, Ich finde, ich habe hier einen sehr fairen Preis. Also falls die Frage noch am Zettel ist, wir fangen so bei um die 870 Euro an im Monat, 850, 870, wenn du 6 Monate bei uns bleibst. Wir haben relativ stringente Stornierungsbedingungen, also wenn du da bist, bist du da. Jetzt kann man sagen, ja, ich kann in Berlin auch für 400 Euro wohnen. Das stimmt, in Marzahn und auch vielleicht ein bisschen weiter draußen gibt es mit Sicherheit WGs für einen kleineren Teil, aber wir leben ja hier mit Blick auf den Alexanderplatz, direkt zwischen Alexa und Jannowitzbrücke. Und dafür finde ich den Preis sehr fair für das, was drin ist. Also ein Fitnessstudio dabei, eine Wäscherei, Fahrrad ist dabei, Internet, Programm, die kuratierten Sachen. Und das muss man zusammenrechnen, korrekt. Und wenn du das, dann ist es eigentlich ganz fair.

  109. 26:48
    Philip Ibrahim

    Aber dass trotzdem jemand aus Baden-Württemberg, die können sich vielleicht irgendwo anders, der Vater sagt 870 Euro, bist bescheuert, ich kann dir 200 Euro, dann kannst du mit dem Fahrrad aus Marzahn nach Mitte fahren, zum deiner Universität. Wir sind früher gelaufen, früher haben Deckel nur 10 Cent gekostet.

  110. 27:08
    Philip Ibrahim

    Ja, aber das ist genau, wo die Entwicklung eher so hingeht. Ja, okay, schön. Abschauen müssen, wo es, wie es weitergeht.

  111. 27:15
    Ronald M. Arndt

    Bis aus Afrika nach Reutlingen, was war das?

  112. 27:19
    Philip Ibrahim

    Naja, erstmal bin ich aus Berlin nach Afrika.

  113. 27:24
    Philip Ibrahim

    Hört sich an, bis aus Afrika nach Reutlingen, klassische Fluchtgeschichte. Nee, das war es nicht.

  114. 27:28
    Philip Ibrahim

    Ich war schon deutlich Ja, tatsächlich habe ich nach 9 Jahren Accor zum ersten Mal beschlossen, oder insgesamt 18, glaube ich, Jahre. Ja, 18 Jahre waren es. Ich habe tatsächlich irgendwann gesagt, ich will Hoteldirektor werden. Und ich war ja Verkäufer und habe im Verkauf wirklich tolle, mit tollen Menschen zusammenarbeiten dürfen und auch ganz viel lernen dürfen, strategisches Denken und so, was mir auf jeden Fall geholfen hat. Und wollte aber der Hoteldirektor werden. Und die Grenze damals, oder diese Brücke zwischen dem strategischen Regionalverkäufer und einem operativen Hoteldirektor, die war, und da war ein unglaublicher Graben dazwischen. Das konntest du fast nicht überbrücken. Und ich habe bei Accor auch niemanden gefunden, der mir geholfen hat, irgendwie diese Brücke zu bauen. Und dann habe ich gesagt, gut, dann gehe ich. Und habe dann in Afrika einen Job angeboten bekommen von meinem guten Freund Christian Huschka. Wir sind immer noch befreundet. Karma Resort Bavaria, kleiner Shoutout an der Stelle, wirklich, der war vor 2, 3 Jahren, als wir die Mini-Idee hatten, war der auch hier. Der hat mir gestern auch geschrieben, ich wäre jetzt gern da. Der hat mich irgendwie angerufen, sagt er, hast du schon mal vom Tschad gehört? Sage ich, nee, was ist das? Dann habe ich gegoogelt, dann war irgendwie Wikipedia, seit 16 Jahren Bürgerkrieg, 160 Kilometer befestigte Straße. Da habe ich gesagt, bist du bescheuert? Habe aufgelegt. Aber so mit dem zweiten Luft und auch mit Chancen und Möglichkeiten, habe ich gesagt, okay, wir haben uns geeinigt, ich habe das gemacht und habe das dann als Challenge genommen und bin nach Afrika gegangen und habe danach, nach dem Jahr halt gesagt, jetzt habe ich wirklich alles mitgenommen, irgendwie wiederholen. Und dann bin ich zurückgekommen, aber alles mitgenommen als— ich war Hotel-Direktor. Also hätte ich deutlich mehr Geld verdient, weil die kriegen eine Sicherheitszulage, die habe ich gar nicht so groß gekriegt. Ich war Director of Sales und Marketing, weil noch mal um diese, um diese Brücke zu bauen. Ich war ja als Regionalverkäufer super strategisch, wenig operativ, und ich musste, um Hoteldirektor zu werden, erstmal wieder den Fuß ins Hotel zu bekommen. Da ich jetzt Verkäufer war, war natürlich klar, dass ich was mit Sales und Marketing mache. Und das habe ich bei Kempinski gemacht dort und habe das, wie soll ich sagen, von der Pike gelernt. Aber nochmal der Unterschied zwischen strategischem Verkauf und dem relativ punktuellen kleinteiligen Erfolg und irgendwelchen Flyern gestalten für Fußballwochenende in der Champions League ist natürlich noch was anderes. Aber das war dann so der Sprung in die Operative.

  115. 29:47
    Ronald M. Arndt

    Ja, aber an wen und was hast du da im Chart verkauft?

  116. 29:50
    Philip Ibrahim

    Ja, also Hotelzimmer relativ simpel. Wir waren das einzige Hotel zu dem Zeitpunkt da. Das andere waren, da gab es zwar auch andere Hotels, da gab es noch Novotel, aber die waren zum Beispiel nicht mit einem abgeschlossenen Gebäude, sondern eher so motelmäßig, wo du dann so einen offenen Gang hast. Du hast also relativ dünne Wände gehabt und wir waren gemauertes, wirklich festes Gebäude. Hört sich total lustig an heutzutage, aber so ein richtiges Hotel.

  117. 30:11
    Ronald M. Arndt

    Ja, für uns, die aus Süddeutschland, wohlhabenden, Stuttgart und Reutlingen kommen, die Leute, die dort waren, waren genau die. Mal einordnen können. Ja, okay.

  118. 30:21
    Philip Ibrahim

    Und wir haben mit den Regierungs-, also Menschenberater, Gäste der Regierung, die kommen ja in so eine Hauptstadt relativ vehement. Wenn du jetzt überleg mal, da kommt immer irgendein Minister irgendwo an. Wenn es das einzige Hotel ist, dann ist das schon Markt. Und das Zweite war Öl. Das Land hat Öl. Kurz, ich glaube, 10 Jahre bevor ich kam, haben die Öl gefunden. Das Öl wird abgebaut. Abbauen tun es entweder Chinesen oder Amerikaner. In dem Fall waren es Amerikaner, das war Esso oder ExxonMobil. Okay, die haben dann da gewohnt. Und alle, die Afrika aufbauen, also Telekommunikation, Armee, Soldaten, ranghöhere Offiziere, also alles, was du dir da vorstellen kannst, das sind so die Klassiker gewesen. Energie und Telekommunikation, wenn du es ganz genau nimmst.

  119. 30:59
    Ronald M. Arndt

    Ja, okay. Und was nimmst du noch mit aus der Zeit, aus Afrika?

  120. 31:03
    Philip Ibrahim

    Ja, also wenn du jetzt zurückdenkst, ich habe natürlich noch wirklich, das ist ja 2009 gewesen, das ist schon eine Weile her, aber ich habe immer noch gutes Verhältnis zu den Leuten. Das muss man sich mal vorstellen, weil ich dort auch wirklich, das waren Locals, klar. Also wir haben ein Managementteam gehabt von, ich glaube, 20 Expats, 16 Expats. Da ist auch noch Kontakt da, aber mit vielen aus den Locals habe ich noch Habe ich noch einen Draht? Was nehme ich mit? Ich bin natürlich auch super dankbar geworden. Du hast natürlich noch mal ein anderes Grundverständnis für das, wo wir hier aufwachsen dürfen, wenn du da wirklich in so einem Land lebst. Und wenn du morgens aufstehst und es geht nicht darum, ob WhatsApp geht, sondern habe ich, habe ich, genau, ist das Wasser da, ist Strom da? Mach mal, setz mal eine Rate irgendwo hoch oder runter.

  121. 31:48
    Philip Ibrahim

    Wenn du kein Internet hast, kannst du ja auch keinem einen Brief schreiben.

  122. 31:50
    Philip Ibrahim

    Also das sind schon Sachen, dass du ein bisschen dankbarer wirst und auch so ein bisschen den Themen zugewandter. Das hat mir unglaublich geholfen, weil ich ja doch eher einer bin, der gerne lebt und vielleicht auch immer mal ein bisschen zu laut ist und auch mal irgendwie über die Grenzen rüberschießt. Und dann in so einem Land zu sein, wo die Grenzen halt von der Struktur gegeben werden. Du hast heute— ich habe dort Leute ins Restaurant trainiert oder mit Leuten Trainings gemacht, die haben noch nie Besteck in der Hand gehabt. Und dann erklär denen mal, dass der Teller von der einen Seite eingesetzt und von der anderen ausgehoben werden muss. Der sagt so, hä, wieso? Hauptsache, das Essen steht da.

  123. 32:25
    Ronald M. Arndt

    Gestern Abend habe ich noch einen Döner gegessen mit meinem Christian Struppert oder Matthias Hehl. Da hatte ich auch das Gefühl, dass viele, dass die nicht essen können, weil die Besteck in der Hand hatten.

  124. 32:39
    Philip Ibrahim

    Die haben auch nur ein Hemd dabei gehabt und es riecht nach Zwiebeln.

  125. 32:44
    Ronald M. Arndt

    Aber tatsächlich sind das so Themen, die für mich auch so noch mal nachts um 2, was da so rumspringt hier bei euch.

  126. 32:52
    Philip Ibrahim

    Ach komm, wo wohnst du jetzt?

  127. 32:56
    Ronald M. Arndt

    In Stuttgart.

  128. 32:56
    Philip Ibrahim

    Das ist eine schöne Stadt, das ist die schönste Stadt der Welt. Natürlich, Killesberg, natürlich. Es läuft auch finanziell jetzt sehr gut, nachdem das alles abgewickelt worden ist. Hast du so neben Perkins Park, hast du so eins von diesen Eigenheimen da?

  129. 33:08
    Ronald M. Arndt

    Ja, natürlich, Penthouse, Schwimmbad und auf dem Dach und so weiter.

  130. 33:11
    Philip Ibrahim

    Ich sehe dich ja auch oft, wenn du da oben stehst.

  131. 33:13
    Ronald M. Arndt

    Ja, aber ich winke ungern runter. Ja, ich winke immer hoch. Doch, Understatement.

  132. 33:18
    Philip Ibrahim

    Aber du kannst mich auch nicht sehen aus dem 23.

  133. 33:20
    Ronald M. Arndt

    Stock. Es wird jetzt um die Ecke ein Porsche Design Tower gebaut, da kannst du dann vielleicht—

  134. 33:26
    Philip Ibrahim

    Du baust den mit, nehme ich an, also gleich.

  135. 33:28
    Ronald M. Arndt

    Ja gut, wir haben natürlich alle die Finger irgendwo immer drin.

  136. 33:33
    Philip Ibrahim

    Ich hoffe, dass alle wissen, was noch wahr ist und was nicht. Warte mal, deine Angaben Angebote. Mir geben irgendwie, mir werden alle Münchner irgendwie Hotelangebote für Millionenbeträge geschickt.

  137. 33:43
    Ronald M. Arndt

    Kommt ja auch mit dem Hotel rein.

  138. 33:45
    Philip Ibrahim

    Ja, stimmt, ist auch ein eigenes. Ist ja jetzt hier das Steinberger Design.

  139. 33:49
    Ronald M. Arndt

    Das ist die Frage, kommt da dieses Steinberger Porsche Gedöns rein, oder?

  140. 33:53
    Philip Ibrahim

    Wir können mal fragen, wo die Leute von Steinberger Porsche herkommen. Können Sie mal drunter antworten.

  141. 33:58
    Ronald M. Arndt

    Runterfahren mit dem Taycan, gell? Sind ja nur 500 Meter.

  142. 34:04
    Philip Ibrahim

    Ich muss ehrlich, ich mag Stuttgart, das hat sich auch krass verändert da.

  143. 34:07
    Ronald M. Arndt

    Ja, ich wollte aber noch fragen, mit den Locals, wo du jetzt Kontakt hast seit 12, 13 Jahren, hat sich bei denen im Leben was verändert?

  144. 34:18
    Philip Ibrahim

    Ja, ja, ja, also wenn man 12, 13 Jahre was macht, machen was mit Leuten, nicht alles immer zum Guten, aber so ist es glaube ich überall. Also wenn ich mir angucke, so meine nächsten Mitglieder aus dem Team, mit dem ich gearbeitet habe, Die, die haben alle so ihr Leben im Griff, würde ich sagen. Also meine gute Mitarbeiterin Giselle, die ist immer noch auch in der Industrie. Ich glaube, sie ist inzwischen auch Director of Sales und Marketing für Hilton dort im Tschad, wenn ich es richtig weiß. Das finde ich eigentlich ganz schön. Aber es gibt natürlich auch andere Geschichten. Also es gibt auch Leute, die irgendwie einen Job verloren haben und dann mir immer noch schreiben, ob ich ihnen Geld schicken kann und so. Also das ist schon auch was, was was da bleibt, dass, dass du als Westlicher irgendwie immer als Schräfkuh gesehen wirst, ohne dass das jetzt— ich nehme da niemand was übel. Also ich sag halt, wenn das anfängt, inzwischen antworte ich dann halt nicht mehr, wenn die mich fragen, wie es geht, wie geht's dir, und wir reden, dann reden wir normal. Und wenn dann dieses Geldthema kommt, ich antworte dann auch nicht, weil das ist auch oft nicht immer ganz greifbar. Aber sind Schicksale, ne, die leben anders. Du musst dir vorstellen, wenn ihr das googelt, das hat 50 Grad im Sommer, ne, da ist Ohne Klimaanlage hast du keine Chance.

  145. 35:26
    Ronald M. Arndt

    Waren bei den Menschen so, hat man da irgendwie Ambitionen schon erkennen können, dass man, dass sie vielleicht irgendwie mal in andere Länder wollen?

  146. 35:36
    Philip Ibrahim

    Wir haben ja gerade von Bildung geredet und Bildung ist der Schlüssel. Also auch dieses Studententhema hat auch viel mit Bildung zu tun. Da, wo die Leute die Möglichkeit haben zu lernen und gebildet zu werden und gebildeter zu sein, siehst du auch Ambition. Da, wo das nicht ist, wo du eigentlich nur ums Überleben kämpfst, hast du viel mehr Energie, die du fürs Überleben brauchst. Und auch das sieht man in solchen Ländern. Wir haben, ich war dort, als die erste Hotelschule, Fachschule, also nicht Ausbildung, Hotelfachschule als Universität, als Lucé aufgebaut wurde. Da hast du schon gesehen, dass dann plötzlich Leute auch kamen, die irgendwie andere Fragen gestellt haben. Allerdings Vielleicht auch gerade für uns nachvollziehbar. Überall, wo Krieg herrscht oder wo Bürgerkrieg nahe ist, da hast du noch mal anderes Leben. Also wenn du wirklich die an die Grenze, der Tschad grenzt ja mit Darfur an das größte Flüchtlingsheim oder Flüchtlings-, für die größte Flüchtlingslager der Welt dahin fährst, dann da gibt es keine Ambitionen, gibt es einfach nicht. Ja, mit Waisenkindern dort, mit den Waisenhäusern gemacht, also der, der, der, die, die UNICEF und auch die anderen Organisationen, Waisenhäuser, die da, die da sind, die sagen, wir könnten immer größer werden, weil werden ja wirklich Kinder in die Hauptstadt gebracht und dort ausgesetzt. So, das sind die traurigen Sachen. Also deshalb, das Bildungsthema und das soziale Thema fängt unten an. Deshalb so, was ich vorhin gesagt habe, Piece by Piece, Feds und Teddy, was die machen mit Schulen bauen und mit M-Bauern, das ist das, was der Kontinent braucht. Aber das brauchen generell bildungsferne Schichten und Leute. Das ist genau der Unterschied. Deswegen hoffe ich und will auch mit Student Hotel genau daher ansetzen, dass wir das Thema Bildung, und ist ja auch Teil der Nachhaltigkeit, auch mit als das verstehen.

  147. 37:15
    Ronald M. Arndt

    870€, es findet da nicht eine natürliche Auslese statt, oder gibt's da vielleicht Programme? Ich weiß nicht, was der Charlie dazu im Kopf hat, ein bisschen, bisschen durchlässiger zu sein für den ein oder anderen, sage ich mal. Ja, ich will da jetzt nicht, also kein Sozialunternehmen in der Form, aber interessant wäre es mal.

  148. 37:38
    Philip Ibrahim

    Nicht alles, was wir tun, müssen wir kommunizieren, finde ich persönlich. Da stehe ich ein bisschen drauf. Also wir haben jetzt gerade mit dieser Ukraine-Krise natürlich auch den Fall, dass ich Häuser habe, wo ich viele ukrainische und russische Studenten drin habe. Und wenn ich jetzt ganz ehrlich bin, da gehe ich eigentlich davon aus, dass relativ zeitnah, wenn die Familie nicht im Westen situiert ist, das Geld ausgehen wird, und zwar auf beiden Seiten. So, was mache ich jetzt? Schmeiße ich die raus?

  149. 38:04
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  150. 38:04
    Philip Ibrahim

    Oder nicht? Ja, genau, das sind Entscheidungen, die wir treffen. Wir nehmen Flüchtlinge auf, wir haben Mitflüchtlings— wir haben auch— also ich habe hier im Haus, um das vielleicht anzureißen, auch wenn ich— ich rede tatsächlich nicht so gern darüber, weil ich finde einfach, kann ja auch ein Signal, ein Vorbild wieder nach außen sein. Wir haben das ja auch am Anfang der Krise mit einem sozialen Träger hier in Berlin gesprochen und haben fast 100 Zimmer, wenn man über 130 Menschen hier im Haus gehabt über die ganze Corona-Krise, die aus sozial schwachen Situationen kommen, Familien, die ihre Wohnung verloren haben, Asylanträge gestellt haben, mit einem Träger der Stadt, für die Stadt. Also die Stadt hat irgendwann zu mir gesagt, mich zu schockieren, wir haben euch jetzt hier als Obdachlosenheim eingetragen. Das muss man, da muss man das Ego weit nach hinten schieben, was mir nicht ganz so leicht fällt, wie viele wissen. Aber genau das haben wir gemacht. Und ich glaube, da gibt es viel. Aber es gibt auch andere, die da deutlich noch mehr machen. Auch jetzt in der Krise gibt es Kollegen, die hier in Berlin direkt 130 Familien aufgenommen haben. Also ich muss da, da bin ich echt, da sind wir in einer geilen Branche. Aber um das zu, du hast gefragt, ob wir an den Preisen durchlässig sind, ob es da Möglichkeiten gibt. Zum einen, wir yielden ja andersrum. Wenn du sagst, du bleibst 12 Monate, wird es ein bisschen günstiger. Das ist das eine. Zum zweiten hast du Schulen. Die Schulen haben Förderprogramme. Programme. Die Schulen haben Stipendiatenprogramme, manchmal kaufen— wir haben ja in diesem Konzept, haben wir Business-to-Business, wir haben aber auch Business-to-Client, und wir haben auch Business-to-Business-to-Client. Also manchmal ist eine Schule, die sagt, hey, mein Top-Kurs, da kommen die Leute, wir zahlen das, das Teil davon, Funding dafür, der hat ein Stipendium.

  151. 39:33
    Ronald M. Arndt

    Und vielleicht muss man sich da auch einfach nur bemühen manchmal, und dann hier—

  152. 39:37
    Philip Ibrahim

    genau. Aber ich Ich will das nicht, gar nicht so leicht machen. Ich glaube, das ist schon eine relativ, wie sagt man, ausgesiebte Situation, wann eine Schule ein Stipendium gibt. Aber gerade die amerikanischen Schulen haben natürlich ein anderes System mit Bezahlungen, Stipendiaten und auslandsbezahlten Auslandssemestern. Manchmal hast du auch irgendwie einen Wirtschaftsträger, der das bezahlt. Also es ist total unterschiedlich und nicht jeder, nicht jeder könnte sich das hier selber leisten, muss man auch sagen.

  153. 40:04
    Ronald M. Arndt

    Ja, Phil, ich befürchte im Positiven, dass wir noch ein bisschen Material und Gesprächsthemen hätten.

  154. 40:13
    Philip Ibrahim

    Ja, es liegt aber auch daran, weil wir beide Schwabe sind, wir können eine halbe Stunde lang schwätzen. Wir können noch ein bisschen prudeln über der Palma.

  155. 40:18
    Ronald M. Arndt

    Und ja, ich muss jetzt ein bisschen Akku sparen hier.

  156. 40:22
    Philip Ibrahim

    Heute kommen noch 10 Leute und ich habe nachher noch wichtige.

  157. 40:25
    Philip Ibrahim

    Jetzt wollte ich nur mal hier das Mikrofon aufladen, aber jetzt kommen noch die wichtigen Interviewpartner.

  158. 40:29
    Ronald M. Arndt

    Ich habe letzte Woche für 4 Batterien 9 Franken 50 bezahlt.

  159. 40:34
    Philip Ibrahim

    Aber das ist schon gesagt, dass es finanziell bei dir läuft.

  160. 40:38
    Ronald M. Arndt

    Also hat natürlich geschmerzt.

  161. 40:40
    Philip Ibrahim

    Du bist reingegangen, sagen, dann nehme ich alle, die ihr habt.

  162. 40:44
    Philip Ibrahim

    Hast du überlegt, gehe ich jetzt noch mal volltanken oder kaufe ich Batterien? Ja, okay, verstehe.

  163. 40:50
    Ronald M. Arndt

    Es war mir eine große Freude.

  164. 40:52
    Philip Ibrahim

    Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte.

  165. 40:54
    Ronald M. Arndt

    Tatsächlich, lasst da mal ein irgendwann das Ganze noch mal fortsetzen.

  166. 40:57
    Philip Ibrahim

    Ja, auf jeden Fall.

  167. 40:58
    Ronald M. Arndt

    Kleines Update.

  168. 40:58
    Philip Ibrahim

    Viel Spaß noch.

  169. 40:59
    Ronald M. Arndt

    Dankeschön.