Suche
Germany · Episode #31 · 22.08.2022 · 28 Min

Aus kleinem Anfang entspringen alle Dinge

Johannes EckelmannCocoon Hotels
Episode hören28 Min Läuft weiter, während du auf der Seite stöberst

Aufgenommen: Cocoon Hauptbahnhof, München

Standbild aus der Episode mit Johannes Eckelmann Germany28 Min

Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.

„Man darf auch mal Fehler machen und man darf auch ein Projekt mal an die Wand fahren. Nur so lernt man.“

Johannes Eckelmann, 21:24

Johannes Eckelmann erzählt Ronald M. Arndt und Lisa Rentzsch im Cocoon am Hauptbahnhof in München, wie aus einer kleinen Pension am Viktualienmarkt mit Etagenbädern sieben Hotels wurden, vier davon im Eigentum. Er erklärt die Idee hinter dem Namen Cocoon, die Bergwelt im Haus mit auseinandergeschnittenen Gondeln aus der Schweiz und warum er bei maximal 200 Zimmern bleiben will. Dazu kommen Kaltakquise vor dem Fremdenverkehrsamt und die Übergabe an Harald Witulski und sein Patenkind Raphael Koppmann.

Die Audiodatei kommt beim Abspielen von Spotify for Creators. Vorher wird nichts geladen.

Kernaussagen

  1. Start mit einer Pension: Eckelmann fing mit einer kleinen Pension am Viktualienmarkt an, 20 bis 25 Zimmer mit Etagenbädern, der Zimmerpreis lag bei 45 bis 50 Mark mit Frühstück. Er baute Bäder in die Zimmer ein, putzte selbst und stand abends an der Mangel.
  2. Kaltakquise am Hauptbahnhof: Ohne Internet stellte er sich im Anzug und Trenchcoat vor das Fremdenverkehrsamt und sprach Ankommende aus den Zügen aus Paris und Florenz direkt an. Dabei half, dass er sechs Sprachen spricht und die Mentalität der Gäste kennt.
  3. Erlebnis statt Standard: Jedes Cocoon wird neu erfunden: Wiesen und Felder im ersten Haus, Waldoptik am Stachus, Bergwelt am Hauptbahnhof. Für die sieben Suiten holte er Gondeln aus der Schweiz, schnitt sie auf und baute Badezimmer hinein, Partner wie Almdudler und Jägermeister gestalteten mit.
  4. Maximal 200 Zimmer: Cocoon will nicht skalieren. Vorab definierte Parameter schließen 400-Zimmer-Häuser aus, maximal 200 Zimmer in innerstädtischer Prime Location, weil die Mannschaft das stemmen können muss.
  5. Übergabe an die Jüngeren: Harald Witulski hat die Geschäftsführung auf Cocoon-Seite übernommen, Patenkind Raphael Koppmann die Eckelmann Hotels. Eckelmann bezeichnet sich als graue Eminenz im Hintergrund und kümmert sich um Development-Projekte statt um die Operation.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Mit einer kleinen Pension am Viktualienmarkt gestartet, ist Johannes Eckelmann über die Jahre zu einem wahren Gipfelstürmer der Münchner Hotellerie geworden. Im Jahr 2008 eröffnet er sein erstes Cocoon Hotel, dessen Konzept dieses Jahr gar in Salzburg Fuß fasst.

Woher aber stammt der Begriff „Cocoon“ und hat er am Ende wirklich etwas mit einem Schmetterling voller Tatendrang zu tun?

Meine frühere und sehr geschätzte Kollegin Lisa Rentzsch und ich erfahren und sehen einiges, darunter eine Gondel mitten im Hotelzimmer und wie Johannes Eckelmann in seinen Anfangsjahren vor dem lokalen Fremdenverkehrsamt um Reisende aus aller Herren Ländern warb. Kaltakquise pur.

Mit Harald Witulski und seinem Patenkind Raphael Koppmann hat er sein Lebenswerk bereits der nächsten Generation anvertraut. Ich bin mir aber sicher, dass der Pfälzer Eckelmann trotzdem auch weiterhin an Highlights in seinen urbanen Wohlfühloasen arbeitet.

Keine Episode verpassen

Folge HOTEL-PODCAST dort, wo du sowieso hörst. Neue Episoden aus sechs Ländern kommen dann ganz von selbst. Oder tritt unserer WhatsApp-Community bei, um über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden zu bleiben.

Weitere Episoden

Alle Episoden

Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen28 Min · Ronald M. Arndt und Johannes Eckelmann

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:07
    Ronald M. Arndt

    Jetzt haben wir gerade gelacht, weil der erste Teil der Aufnahme, den mussten wir gerade wieder löschen, denn wir haben vergessen, das Aufnahmegerät zu starten.

  2. 00:14
    Johannes Eckelmann

    Was überhaupt kein Problem ist.

  3. 00:15
    Ronald M. Arndt

    Scheint wohl so, als wenn mir die Höhenluft hier oben nicht so gut bekommen ist.

  4. 00:20
    Johannes Eckelmann

    Kein Problem, dafür sind wir da.

  5. 00:21
    Ronald M. Arndt

    Ich als Stuttgarter, naja.

  6. 00:23
    Johannes Eckelmann

    Kriegen wir hin. Passt.

  7. 00:26
    Ronald M. Arndt

    Gut. Herr Eckelmann, Johannes Eckelmann, ich freue mich, mit meiner Kollegin, mit meiner Begleitung heute, Lisa, bei Ihnen zu sein im Cocoon am Hauptbahnhof in München.

  8. 00:38
    Johannes Eckelmann

    Freut mich, dass Sie vorbeischauen bei uns auf der Alm.

  9. 00:41
    Ronald M. Arndt

    Ja, auf der Alm. Wir haben ja nicht die Seilbahn genommen hier ganz nach oben, sondern eben den Klettersteig. Und ja, direkt mal noch ein Weißbier bestellt, um Um sich gut gehen zu lassen. Genau richtig, um hier den Tag in München bei Ihnen genießen zu können. Vielen Dank erstmal. Ja, wir haben schon kleine Führung bekommen. Ja, Wahnsinn, was da alles drinsteckt an Ideen. Ja, also wir haben, glaube, in einer Suite haben wir heute gesehen, da steht eine ganze Gondel drin. Wie kommt man auf die Idee?

  10. 01:17
    Johannes Eckelmann

    Wo, wo Also grundsätzlich Cocoon, vielleicht darf ich da noch mal ein bisschen zusammenfassen. Cocoon ist ja eigentlich die Verpuppung. Die Metamorphose steht im Vordergrund. Das heißt, diese gefräßige Raupe, die sich in einem Cocoon dann verpuppt und quasi als Schmetterling voller Energie und Tatendrang das Hotel verlässt. Das soll auch so ein bisschen den Gast widerspiegeln. Das heißt, wir geben, wir entführen ihn in eine Erlebniswelt. Und speziell hier haben wir eben diese diese Bergwelt kreiert. Und dieses Almfeeling wollten wir natürlich ein bisschen kundtun. Wir haben bei dem ersten Cocoon, das wir 2007 entwickelt haben, 2008 dann auf den Markt gebracht haben, haben wir Wiesen und Felder kommuniziert. Beim zweiten, am Cocoon Stachus, haben wir dann die Waldoptik gebracht. Und hier haben wir jetzt eben diese Bergwelt mit dargestellt. Und in verschiedenen Variationen haben wir das auch in den Suiten kommuniziert. Wir reden ja hier über eine Konversion, das heißt, es war vorher ein Bürogebäude. Das Bürogebäude wurde eben aufgestockt, nochmal um 2 Stockwerke.

  11. 02:22
    Ronald M. Arndt

    Durch Sie dann, oder?

  12. 02:23
    Johannes Eckelmann

    Durch uns, genau, haben wir dann eben dann realisiert. Und das heißt, wir haben nochmal baurecht geschaffen und haben dann eben mit dem Grundriss ein bisschen gespielt. Und deswegen sind da auch verschiedene Kategorien, Zimmerkategorien entstanden. Es gibt eben die Cosy Alm, es gibt die Relax Alm, wir haben auch den Alm, den Chalet mit 2 Stockwerken. Unglaublich. Genau. Und dann haben wir eben noch unsere Suiten. Davon haben wir insgesamt 7 Stück. Und da haben wir uns auch ein bisschen unserer Kreativität freien Lauf gelassen und haben uns auch Kooperationspartner mit ins Boot genommen. Also zum Beispiel Almdudler, Jägermeister und verschiedene, die wir dann eben, die dann sich dann auch ein bisschen austoben durften in den jeweiligen Suiten. Haben Sie ja schon gesehen. Und wir haben aber dann eben auch wirklich richtige Gondeln aus der Schweiz geholt, bisschen auseinandergeschnitten und haben dann die Badezimmer zum Beispiel auch in diese Gondel mit eingebaut. Das heißt ganz bewusst ein besonderes Erlebnis. Es ist kein Standard, was wir hier anbieten. Und wir wollen die Leute auch wirklich entführen, dass sie das Gefühl haben, wir sind jetzt auf dem Berg. Ja, und die Idee kam eigentlich wirklich beim Skifahren. Das heißt, mit Freunden wirklich in so einer Almhütte, ja, bisschen verraucht und vielleicht auch nach 2, 3 Bierchen, die man da getrunken hat. Und da ist die Idee gekommen, wo wir gesagt haben, eigentlich ist es ganz, ganz cool. Cozy und ganz gemütlich hier. Und eigentlich fühlen die Leute sich alle hier wohl. Viel Holz, der Kamin war an und so ein paar Runden sind dann auch gelaufen, so von dem Schnaps von dem Wirt, der die dann ausgeschenkt hat. Dann habe ich gedacht, eigentlich ist das so ein Umfeld, in dem sich jeder wohlfühlt, jeder Gast eigentlich. Das erleben wir eigentlich tagtäglich hier, dass die Gäste hier reinkommen und so ein Wow-Gefühl haben und dann, wie gesagt, auf Entdeckungsreise gehen, dann meinetwegen auch mal eine Gondelfahrt im Aufzug dann mitmachen. Und wir kriegen eben tolles Feedback, wo die Leute sagen, endlich mal nicht die 0815-Hotellerie, sondern mal was anderes.

  13. 04:21
    Ronald M. Arndt

    Wir haben schon erfahren, dass man später dann auch übers Gondeltelefon mal noch ein Bier bestellen kann.

  14. 04:25
    Johannes Eckelmann

    Richtig.

  15. 04:25
    Ronald M. Arndt

    Oder auch einen Champagner. Genau. Also toll, wunderbar.

  16. 04:29
    Lisa Rentzsch

    Das ist das, was mir auch besonders aufgefallen ist, diese Liebe zum Detail, dass man wirklich in jeder Ecke irgendeine kleine Besonderheit findet. Was Sie auch dann oben in der Suite aufgezeigt haben, da sind sogar die Fliesen dann in der Optik, dass man sich fühlt, als wäre man in einer Gondel und trotzdem irgendwie auf dieses gemütliche, schöne Erlebnis einfach mitgenommen wird. Und da eben mehr geboten wird als nur die reine Übernachtung.

  17. 04:56
    Johannes Eckelmann

    Das ist die Kunst.

  18. 04:57
    Lisa Rentzsch

    Das Gesamtpaket.

  19. 04:58
    Johannes Eckelmann

    Das ist eigentlich die Kunst, dass man wirklich dem Gast was Ausgefallenes anbietet. Und dass er wirklich das Gefühl hat, dass hier jemand sich Gedanken gemacht hat, dass es nicht an Komfort mangelt, sondern dass er hier wirklich in die Dusche reingeht. Eine riesen begehbare Dusche in der Almhütte. Das ist natürlich eine Gaudi.

  20. 05:18
    Lisa Rentzsch

    Und es passt auch zu München wie die Faust aufs Auge. Wo sonst steigt man in die S-Bahn und sieht Skifahrer und Surfer nebeneinander.

  21. 05:26
    Johannes Eckelmann

    Das ist genial. Das ist genial. Und das ist auch, was das internationale Publikum sehr schätzt. Die kommen hier wirklich an in München und erwarten das Dieses Klassische. Die kommen natürlich mit dem klassischen Hotelgedanken und tauchen dann hier ein und denken, wow, hier ist was und da ist wieder was und da wird wieder was gemacht. Und dann hat man meinetwegen die Tassen, die noch mal aus Emaille sind, das wiederholt sich dann oben beim Waschbecken in den Zimmern mit drin und, und, und. Und das ist eigentlich das, was uns Spaß macht, uns persönlich auch, und auch Spaß an der Freude, also auch beim Gast eben rüberkommen muss, dass diese Herzlichkeit und dieser Gastgebertum eben wieder neu entdeckt wird. Und das Tolle ist, wir kriegen eben auch was zurück vom Gast. Ja, also er fühlt sich wohl, wir kriegen Komplimente, es entstehen auch Freundschaften dadurch und auch Stammpublikum, die sagen, da kommen wir immer wieder hin. Wenn wir nach München kommen, dann möchten wir gerne ins Cocoon Hauptbahnhof.

  22. 06:18
    Ronald M. Arndt

    Ja, die Münchner Gipfel haben Sie schon erklommen, aber ich habe gehört, es geht weiter ins Salzburg.

  23. 06:22
    Johannes Eckelmann

    Ja, genau. Also Nachbarland. Wir sagen ja immer, München und Salzburg gehört ja zusammen. Das ist ja gleich ums Eck, wie man so schön sagt. Und da haben wir eben ein Angebot bekommen und haben gesagt, okay, warum nicht? Ja, für uns, mit dem Zug sind wir in eineinhalb Stunden in Salzburg. Also von der Managementsichtweise ist es eigentlich ohne Probleme zu realisieren. Und die Herausforderung haben wir angenommen und nächste Woche übernehmen wir eben unser Cocoon in Salzburg und freuen uns da schon mit unserer neuen Hoteldirektorin, die auch aus Salzburg kommt. Und da eben Leben in dieses Gebäude zu hauchen.

  24. 07:01
    Ronald M. Arndt

    Aus kleinem Anfang entspringen alle Dinge. Ein Zitat, das Ihnen bekannt sein dürfte. Sie haben auch ganz klein angefangen.

  25. 07:10
    Johannes Eckelmann

    Genau. Also wenn man so ein bisschen zurückblickt, ist schon ein paar Jahre her, glaube ich. Ganz jung. Ja, damals war ich noch jung und knackig. Heute knackt es hier und da. Und aber damals war es wirklich so, dass man mit einer kleinen Pension angefangen hat am Viktualienmarkt, sogar noch mit Etagenbäder, also keine Bäder in den Zimmern. War schon damals nicht ganz einfach. Habe dann auch die Zimmer umgebaut, Bäder in den Zimmern dann realisiert. Ich glaube, wir haben damals 20, 25 Zimmer gehabt.

  26. 07:38
    Ronald M. Arndt

    Und was hat man da so verlangt pro Nacht?

  27. 07:40
    Johannes Eckelmann

    Das war damals so 50 Mark.

  28. 07:43
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  29. 07:43
    Johannes Eckelmann

    Ja, also war noch günstig. Oder 45 Mark. Das war meistens noch so der Dreh, was man da verlangt hat. Ja, dann hat es ein Frühstück gegeben. Das war damals immer noch inklusive. Es war selbstverständlich beim Garni, dass das eben dann auch—

  30. 07:57
    Ronald M. Arndt

    Da kam man gar nicht auf die Idee.

  31. 07:58
    Johannes Eckelmann

    Genau, da kam man gar nicht auf die Idee. Das haben sie erst abgekoppelt mit den OTAs, die dann eben hier auch mehr Transparenz reingebracht haben. Genau, aber haben Zimmer geputzt, an der Mangel abends gestanden, noch die Bettwäsche und die Frottee gemangelt und ja, alles gemacht eigentlich.

  32. 08:13
    Ronald M. Arndt

    Klingt jetzt gar nicht nach so einem Junggesellenleben, wo man die Wäsche am Wochenende zur Mama fährt.

  33. 08:17
    Johannes Eckelmann

    Ja, leider gab es das nicht.

  34. 08:18
    Ronald M. Arndt

    So gab es mehr Wäsche noch.

  35. 08:20
    Johannes Eckelmann

    Die Dimension von der Waschmaschine von meiner Mutter war damals begrenzt. Und die hätte mich wahrscheinlich gescheucht, wenn ich da die Wäsche am Wochenende gebracht hätte mit dem LKW dann vor der Haustür. Also das ist schon damals sehr gut gelaufen. War am Anfang ein bisschen schwierig. Warum? Weil man natürlich nicht das Geld hatte. Ja, und aber ich habe da auch ein bisschen Unterstützung vom Eigentümer gehabt, der mir dann gesagt hat, okay, die erste Miete zahlst du am Ende des Monats, nicht am Anfang des Monats. Hat mir also das Geld verdienen lassen. Und so hat sich das eins nach dem anderen entwickelt. Und dann hat man mal ein Angebot gekriegt für ein anderes Hotel von einem Stammgast. Und ja, mittlerweile sind es jetzt eben, wie gesagt, 7 Hotels geworden. Von den 7 sind 4 im Eigentum. Das ist auch für uns immer ganz wichtig. Das war jetzt auch zu Corona-Zeiten sehr, sehr wichtig, weil man da natürlich eine gewisse Flexibilität hatte. Und ja, und es gibt nicht nur die Cocoon Hotels, es gibt natürlich eben, wie gesagt, noch 4 andere. Betriebe, die wir haben, auch Pachtbetriebe, die wir hiermit abdecken. Besonders zu erwähnen eben auch das Hotel Gio am Goetheplatz, das auch mittlerweile sehr bekannt ist und wo wir das Thema Italian Lifestyle, also Dolce Vita, zelebrieren und auch den Gast einladen, eben auch die toskanische Hotelwelt zu entdecken.

  36. 09:36
    Ronald M. Arndt

    Aber diese Marke Cocoon, da haben Sie schon eine Menge Herzblut reingesteckt. Also jedes, ich sage jeder, ich denke mal, ich gehe mal davon aus, dass auch jeder Buchstabe noch mal für was steht, oder?

  37. 09:45
    Johannes Eckelmann

    Ja, haben wir auch. Genau das. Also was wir gemacht haben, wir haben natürlich jedes Cocoon wieder neu erfunden, muss man ganz ehrlich sagen. Ja, wir, also ein wichtiges Thema bei Cocoon ist natürlich die Natur. Also wir versuchen immer, die Natur umzusetzen. Wir versuchen auch immer mehr, was für den Klimaschutz zu tun. Also wir haben jetzt zum Beispiel keinen Teppichboden mehr in den Zimmern oder Fliesen, sondern wir haben jetzt zum Beispiel Korkboden, nachwachsende Materialien. Wir werden nicht von heute auf morgen komplett klimaneutral sein, aber wir versuchen zumindest einen kleinen Beitrag zu leisten, dass wir das Klima schützen und hier und da eben alternative Materialien dann auch verwenden.

  38. 10:24
    Lisa Rentzsch

    Ist ja auch schön, wenn das einfach mit ins Konzept einfließen kann. Und gerade bei den Themen, da ist es ja quasi sehr eng verbunden zur Natur.

  39. 10:33
    Johannes Eckelmann

    Und gerade mit dem Schmetterling, mit den Insekten, die wir mit drin haben. Das macht Sinn. Und wir haben da auch sehr viele im Team, viele junge Leute, die auch sagen, lass uns doch mal eine Alternative dazu noch entwickeln. Und dieser Korkboden kam auch wirklich aus dem Team raus, wo eine Mitarbeiterin gesagt hat, lass uns doch eine Alternative suchen. Und dadurch ist eben auch dieser Korkboden entstanden. Damit sind wir eine der ersten Hotelgesellschaften, die auch das umsetzen.

  40. 11:01
    Ronald M. Arndt

    Sie sind aber selbst nicht in München groß geworden?

  41. 11:04
    Johannes Eckelmann

    Nein, sondern ich bin Pfälzer, bin aus der Pfalz gekommen. Wie gesagt, bei mir in der Familie sind lauter Mediziner und ich bin so ein bisschen aus der Reihe getanzt. Das schwarze Schaf der Familie, wenn ich das sagen darf. Und bin eben in die Hotellerie gewechselt, einfach weil ich da so meine Träume erfüllen konnte. Ich konnte bauen, ich konnte Gastgeber spielen, ich konnte auch so ein bisschen selbst entwickeln und selbst Einfluss nehmen auf das Unternehmen. Und das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Und wenn man dann zurückblickt und sagt, pass auf, das eine oder andere war vielleicht gar nicht so verkehrt, dann erfüllt es einen mit Stolz.

  42. 11:46
    Ronald M. Arndt

    Ein paar Downs gab es auch. Natürlich gab es, glaube ich mal.

  43. 11:51
    Johannes Eckelmann

    Genau. Also wir hatten sogar 2 Brände. Also einmal, genau, also die üblichen Sachen, die man halt so hat als Hotelier.

  44. 11:59
    Ronald M. Arndt

    Ja, also in Deutschland und so, da heißt es ja immer nur—

  45. 12:03
    Johannes Eckelmann

    Genau.

  46. 12:03
    Ronald M. Arndt

    Aber das ist wohl angesehen, wenn es bergauf geht. Aber es gibt beim Unternehmer natürlich immer auch größere Dellen, kleine und größere.

  47. 12:09
    Johannes Eckelmann

    Das gehört eben zum Unternehmertum hinzu. Das merkt man jetzt auch in der Corona-Krise. Ja, da muss man Standvermögen zeigen und auch so Downs eben durchschreiten, bewusst durchschreiten, weil das auch einem umso mehr Spaß macht, wenn es dann wieder läuft, weil man es wertschätzt und auch genau weiß, dass es sich gelohnt hat durchzustehen. Und auch seinen Beitrag zu leisten und auch den Teamspirit oben zu halten. Und ja, das gehört dazu. Also wenn ich zurückblicke, wir haben viele, viele Probleme gehabt. Und auch gerade jetzt zur Corona-Krise waren natürlich auch die Mitarbeiter, ja, wie geht es weiter, wo geht es hin? Und dann hat man eine gewisse, ja, wie soll ich sagen, nicht Souveränität, aber man ist da ein bisschen gelassener, weil man einfach schon viele Themen hinter sich hat.

  48. 12:54
    Ronald M. Arndt

    Resilienz.

  49. 12:55
    Johannes Eckelmann

    Ja, genau. Man hat da einfach gesagt, ja, das haben wir auch schon gehabt. Jetzt ist das halt als nächstes Thema. Auch da müssen wir durch. Wir sehen irgendwie am Ende des Tunnels, sehen wir schon ein bisschen die ersten Lichtblicke. Und die Buchungen ziehen bei uns aktuell sehr stark an. Also wir merken, dass da auch entsprechende Nachfrage wieder generiert wird. Und ja, in 2, 3 Jahren wird man vielleicht da zurückblicken und sagen, weißt du noch, wie Corona damals war? Es wird uns natürlich weiterhin begleiten, aber ich denke, das wird wie jedes andere auch dann irgendwie relativiert.

  50. 13:27
    Ronald M. Arndt

    Ja, wie sieht denn so eine Unternehmensstruktur aus mit 7 Hotels mittlerweile, mit einer Pension damals gestartet und selbst gewaschen und Frühstück gemacht und geputzt? Oder wie ist die herangewachsen? Hat man mittlerweile, wie muss man sich vorstellen, gibt's noch mal irgendwo ein großes Büro, wo es gibt eine Zentrale? Genau, also wir haben, wir haben natürlich selbst hier oben auf dem Berg funktioniert, sogar, sogar Genau, aber gut, dass man überall Empfang haben will, Tausenden von Metern. Genau, also wir haben die Zentrale gerade erwähnt, jetzt rufen sie gleich an.

  51. 14:08
    Johannes Eckelmann

    Genau, die wollen mich schon, du hast uns gerufen.

  52. 14:12
    Ronald M. Arndt

    Das ist wie Alexa.

  53. 14:15
    Johannes Eckelmann

    Ja, genau. Nein, also als ich gewachsen bin, ja, wir haben da also wirklich bei null angefangen und dann kam eben, wie gesagt, Housekeeping, dann kam die Abteilung F&B mit rein, dann haben wir natürlich hier Reservierungsdepartement mit rein, Sales dann auch mit reingepackt, auch Development dann irgendwie mit einer Abteilung kreiert. Und Schritt für Schritt, mittlerweile haben wir eben ein großes Büro in der Fliegenstraße hier in der Nähe. Das ist ein Gebäude, was uns gehört. Da haben wir ein großes Büro jetzt eingerichtet, da ziehen wir jetzt demnächst um. Bisher sind wir im Nachbargebäude vom Cocoon 1, also vom Sendlinger Tor. Und Cocoonity nennen wir das immer. Und genau, und so ist das Ganze gewachsen. Und mittlerweile bin ich auch gar kein Geschäftsführer mehr von Cocoon Menschen GmbH, sondern der Herr Harald Wiltulski hat mittlerweile alles übernommen, Cocoon-seitig. Und auf der anderen Seite von den anderen Hotels hat mein Patenkind, Raphael Koppmann, hat da eben jetzt die Eckelmann Hotels auch mit übernommen. Das heißt, ich bin jetzt die graue Eminenz im Hintergrund und lasse jetzt einfach mal auch einen Generationswechsel vonstattengehen. Man muss dann irgendwie dann auch mal überlegen, dass auch jüngere Mitarbeiter jetzt mal in die erste Reihe gehen und auch mal Verantwortung übernehmen und auch mal entscheidungsfreudig an diese ganze Sache herangehen. Und das hat sich bis jetzt sehr gut bewährt.

  54. 15:41
    Ronald M. Arndt

    Dieses Loslassen gerade am Anfang, das stelle ich mir so als Unternehmer schwierig vor. Ist es vielleicht in der Hotellerie aber am Ende dann sogar einfacher? Nächste Zentrale ruft, weil es da vielleicht eine Position gibt, ja, oder weil man da schneller ein Team auch hat, mit dem man sich ein bisschen üben kann.

  55. 16:01
    Johannes Eckelmann

    Also man hat es natürlich nicht von heute auf morgen gemacht, ja, sondern man hat es vorbereitet, man hat eben auch Mitarbeiter beobachtet, man hat mit denen auch Gespräche geführt, ob Interesse besteht, und auch so ein bisschen Perspektive geboten. Hat gesagt, okay, was, wo möchtest du dich denn in 3 Jahren, wo möchtest du gerne hin, was macht dir Spaß, möchtest du da unterstützen? Und das hat man im Vorfeld natürlich schon geklärt. Und dann irgendwann hat man das Schritt für Schritt gemacht. Aber dann gibt es den Point of No Return, und der war eben Ende des Jahres, wo wir dann gesagt haben, okay, jetzt seid ihr dran. Und klar muss man als Founder, wie man so schön sagt, muss man dann auch hier und da einfach mal die Klappe halten, wie man so schön sagt, einfach weil die Verantwortung jetzt übertragen wurde. Und dann muss man sich um andere Spielfelder begnügen, Development-Projekte und wo man dann mit dran ist. Und dann, wenn man da gut beschäftigt ist, dann kümmert man sich nicht mehr ums Operation.

  56. 16:59
    Ronald M. Arndt

    Und haben Sie noch eine große Vision, oder geht es eher darum, Cocoon— bleiben wir bei den Cocoon Hotels— die so in die Breite zu bringen, auszubauen?

  57. 17:08
    Johannes Eckelmann

    Also was wir nicht machen, wir werden nicht skaloppieren.

  58. 17:11
    Ronald M. Arndt

    Also wie viele Familienunternehmen ja auch nicht zwingend.

  59. 17:14
    Johannes Eckelmann

    Wir wollen nicht skaloppieren, wir schauen uns immer die Projekte an, wir kriegen sehr viel angeboten.

  60. 17:19
    Ronald M. Arndt

    Die bekommen Sie?

  61. 17:20
    Johannes Eckelmann

    Ja, ja, genau. Ja, wir kriegen sehr viel angeboten, einfach weil der eine oder andere auch mal im Cocoon Cocoon waren, sagt, das wäre vielleicht ein toller Betreiber für das eine oder andere Projekt.

  62. 17:30
    Ronald M. Arndt

    Ja, und leuchtet mir ein, ist anders als der Wettbewerb, könnte funktionieren.

  63. 17:34
    Johannes Eckelmann

    Gerade nach Exporeal kriegt man meistens hier und da noch mal ein paar interessante Geschichten mit rein. Und da überlegen wir genau, macht es Sinn, ein Cocoon dazu zu kriegen? Können wir das stemmen mit unserer Mannschaft? Ja, ist auch immer ganz wichtig.

  64. 17:47
    Ronald M. Arndt

    Woher erfahren die Anbieter, dass Sie aktiv suchen nach Objekten?

  65. 17:51
    Johannes Eckelmann

    Weil wir natürlich aktiv sind, weil wir auch ein Netzwerk haben, weil wir natürlich auch präsent sind.

  66. 17:59
    Ronald M. Arndt

    Aber auch offen kommuniziert, was ihr sucht.

  67. 18:01
    Johannes Eckelmann

    Ja, genau.

  68. 18:02
    Ronald M. Arndt

    Ganz klare Vorstellungen definiert.

  69. 18:04
    Johannes Eckelmann

    Es gibt Kennzahlen, die für uns interessant sind, Parameter, die im Vorfeld definiert werden, wo wir sagen, also wir brauchen kein 400-Betten- oder 400-Zimmer-Hotel.

  70. 18:14
    Ronald M. Arndt

    Die Cocoon World.

  71. 18:15
    Johannes Eckelmann

    Genau, das wollen wir nicht. Wir wollen so bleiben, dass wir sagen maximal 200 Zimmer. Das ist sehr schön für uns, da kann man das noch gut managen und das ist auch eine schöne Größe, mit der wir Cocoon auch sehr gut kommunizieren können. Und dann müssen wir natürlich die Location noch mal ein bisschen schauen. Cocoon ist bekannt eigentlich dafür, dass wir innerstädtisch in Prime Location mit drin sind, auch Salzburgs, direkt am Hauptbahnhof gelegen. Okay, und soll so bleiben, oder sollte so bleiben?

  72. 18:42
    Ronald M. Arndt

    Ja, es gibt natürlich verschiedene Ist natürlich auch irgendwo auch da wieder ein Vorteil, Erlebnis in einem Stadthotel zu bieten. Genau, so ein bisschen der Unterschied, wo jetzt die viele Stadthotels eben keine Alleinstellungsmerkmale haben, leiden werden.

  73. 18:56
    Johannes Eckelmann

    Genau, also haben wir die Toplage, das ganz wichtig, weil jeder, der nach München kommt, der möchte natürlich nicht in Freimann wohnen, sondern müssen natürlich in der Innenstadt wohnen. Das ist das Erste. Und wir bieten natürlich immer so eine urbane Oase in der Innenstadt. Ja, also der Gast zu uns kommen.

  74. 19:09
    Ronald M. Arndt

    Schritt weiter als alle anderen, ne?

  75. 19:11
    Johannes Eckelmann

    Ja, ich weiß nicht, ob wir da weiter sind, aber zumindestens kriegen wir so das Feedback von den Gästen, die einfach sagen, ihr seid nicht 0815. Und das ist, glaube ich, das, was uns auch ausmacht, wo wir einfach immer wieder sagen, wir wollen dem Gast ein Aha-Erlebnis bieten in der Innenstadt. Und der kommt hier an, weiß gar nicht, was ihn da erwartet. Klar hat er hier und da ein paar Bilder, aber wenn der dann in so eine Suite reinkommt und ist auf einmal in der Almdudlerwelt oder in der Jägermeistersuite. Und dann ist das natürlich eine tolle Überraschung. Und wir haben auch viele Leute, die dann auch entsprechende Bewertungen in den Portalen hinterlassen, wo man einfach dann auch merkt, okay, das hat funktioniert. Ja, und gerade bei so einer Sache, wie wo wir jetzt zum Beispiel hier sitzen, das war jetzt mal ein Müllraum. War früher der Müllraum vom Bürogebäude. Und wenn man sieht, wie diese Metamorphose Um bei dem Wording zu bleiben, was geworden aus der Raupe. Ja, genau. Also wir sitzen jetzt in einer Tierpelzstube, ja, die mit Holz ausgeschlagen ist, und das hat dieses Almfeeling, ja. Und darum geht's eigentlich.

  76. 20:13
    Ronald M. Arndt

    Ja, der Hotel-Podcast kann oder tut es schon auch ein bisschen motivieren zum Gründen, ne. Also ich kann mich anstellen lassen in der Hotellerie, aber ich kann ja auch eigene Projekte starten, ja. Würden Sie denn sagen, dass so eine Laufbahn, unternehmerische Laufbahn, wie Sie die jetzt hingelegt haben bis jetzt, heute noch so möglich wäre? Oder gibt es Faktoren, die das eigentlich ausschließen?

  77. 20:35
    Johannes Eckelmann

    Also ich denke schon, dass es die Möglichkeit noch gibt. Ich denke aber auch, dass es ein bisschen schwieriger geworden ist. Ja, also die Herausforderungen, die heute einem gestellt werden, die waren, glaube ich, damals ein bisschen einfacher. Da habe ich auch ein bisschen Glück gehabt. Ich glaube, das gehört man, braucht man auch dazu. Aber man muss auch fleißig sein.

  78. 20:51
    Ronald M. Arndt

    Also man muss auch einfach anfangen.

  79. 20:53
    Johannes Eckelmann

    Ja, genau, genau, doing.

  80. 20:54
    Ronald M. Arndt

    Ja, das ist, ich kann nicht gleich von einer großen Hotelkette träumen, sondern ich fange halt an mit der Pensionierung.

  81. 20:58
    Johannes Eckelmann

    Und man muss manchmal auch mal, klar, als Diplomkaufmann, wenn man von der Uni kommt, hat Prädikatsexamen gemacht, dann hätte da beinahe irgendwo anfangen können.

  82. 21:07
    Ronald M. Arndt

    Lebenslauf, genau, nach dem Studium mit Pralinen, handgemachten Pralinen angefangen und so. Ja, zum Beispiel, die Marke gibt's ja heute noch, Schokolato. Ja, aber auch da, alle anderen sind halt irgendwie zu den Beratungen gegangen und Banken und haben sich vom ersten Tag an dumm und dämlich verdient.

  83. 21:21
    Johannes Eckelmann

    Genau.

  84. 21:21
    Ronald M. Arndt

    Und man muss gucken, dass die Karte wieder aus dem Automaten zurückkommt.

  85. 21:24
    Johannes Eckelmann

    Ja, aber genau darum geht es, dass man einfach sagt, man wagt mal was und man ist mutig. Und vielleicht geht es hier und da mal daneben. Man muss auch so eine Unternehmerkultur wie in Amerika haben. Man darf auch mal Fehler machen und man darf auch ein Projekt mal an die Wand fahren. Nur so lernt man. Genau. Und wichtig ist wieder aufstehen und trotzdem dran glauben und dann aus den Fehlern auch lernen. Das ist wichtig. Das habe ich auch gemacht. Ich habe auch einige Fehler gemacht in der Vergangenheit. Und wichtig, man lernt daraus und beim nächsten Mal macht man es besser. Punkt. Und nicht irgendwie die Welt bricht zusammen und ich bin kein Unternehmer, sondern dranbleiben, Ärmel hochkrempeln, nicht auf die Uhr gucken und komm, lass uns noch mal einen anderen Weg finden. Das ist wichtig, glaube ich. Und die Möglichkeit gibt es heute auch noch. Aber es ist natürlich nicht mehr so einfach, weil Auch dieser Kapitalbedarf, den man natürlich braucht, wenn man sich selbstständig macht in der Hotellerie, ist schon enorm. Also entweder hat man dann Investor natürlich im Kreuz oder sonst was. Aber es ist nicht ganz einfach. Ja, also da habe ich ein bisschen Glück gehabt. Ja, und ja, unterm Strich bin ich glaube ich ganz zufrieden damit, wie es gelaufen ist.

  86. 22:35
    Ronald M. Arndt

    Mit einer Pension haben Sie früher gestartet. Nehme mal an, da gab es noch kein Internet.

  87. 22:39
    Johannes Eckelmann

    Nein.

  88. 22:40
    Ronald M. Arndt

    Wie hat man denn dann da in München Gäste für sich begeistern können?

  89. 22:44
    Johannes Eckelmann

    Ja, ich habe es vorhin schon kurz erwähnt, also sehr, sehr pragmatisch, wie man so schön sagt. Man hat leere Zimmer und dann überlegt man, okay, jetzt was mache ich mit den leeren Zimmern? Wo kommen denn unsere Gäste an? Die kamen dann meistens über den Hauptbahnhof, über die Züge, und dann hat man natürlich geschaut, welche Züge kommen denn rein aus Paris, Florenz. Und da hat man auch hier und da Backpackers gehabt oder Familien, die eben im Zug angekommen sind, die eben noch keine Buchung hatten. Und da war der direkte Weg eigentlich zum Fremdenverkehrsamt. Und genau da habe ich mich hingestellt. Ich hatte damals auch noch ein paar andere Hoteliers oder zumindest Mitbewerber, wie man so schön sagt.

  90. 23:23
    Ronald M. Arndt

    Die das auch so gemacht haben, oder?

  91. 23:24
    Johannes Eckelmann

    Die haben das auch gemacht. Genau, da waren wir also so.

  92. 23:26
    Ronald M. Arndt

    Das heißt, man hat sich vors Verkehrsamt gestellt und direkt die Nachfrage abzugreifen, bevor die Leute überhaupt da sind.

  93. 23:32
    Johannes Eckelmann

    Also das ist kalte Akquise, wie man so schön sagt.

  94. 23:35
    Ronald M. Arndt

    Kennt man ja noch aus anderen Bereichen.

  95. 23:36
    Johannes Eckelmann

    Griechenland oder was weiß ich. Da kommt man mit dem Schiff an und dann wird man gleich schon angebaggert. Und das haben wir damals auch gemacht. Anzug angezogen, Trenchcoat und dann eben auf die Leute zu. Und man hat dann die Leute—

  96. 23:50
    Ronald M. Arndt

    Man hat eine Menge Sprachen beherrscht. Ja, natürlich. Aus Florenz, aus Paris.

  97. 23:53
    Johannes Eckelmann

    Ja, natürlich. 6 Sprachen, also ist kein Thema. Das ist auch wichtig, ja, also gerade wenn man in dem Bereich unterwegs ist, dass man da auch mit den Leuten in der Sprache unterwegs ist und auch die Mentalität so ein bisschen kennt. Ich würde einem Italiener das Thema anders verkaufen wie zu einem Griechen oder einem Amerikaner. Also das lernt man ganz schnell. Direktakquise heißt wirklich, jetzt musst du verkaufen. Genau, ja, du hast deinen Kunden vor dir und den musst jetzt abschleppen, wie man so schön sagt. Und das lernt man wirklich auch, sich zu präsentieren und auch das Produkt zu verkaufen.

  98. 24:26
    Ronald M. Arndt

    Das ist eigentlich vielleicht der direkteste Weg, um eine Strategie davon abzuleiten. Heutzutage wird man vielleicht eher sich irgendwie—

  99. 24:33
    Johannes Eckelmann

    ja, heute ist halt alles digitalisiert, das war damals eben nicht. Wie gesagt, also man musste die Leute überzeugen innerhalb von, weiß ich nicht, man hat vielleicht 20 Sekunden.

  100. 24:43
    Lisa Rentzsch

    Ja, und in die heutige Zeit anzupassen, Also wenn wir uns jetzt mal überlegen, man geht so von dem, wie haben sie damals verkauft, wie standen sie da, zu wie wird heute verkauft. Heute holt jeder schon im Zug wahrscheinlich sein Smartphone raus, schaut Hotel München, und dann, das ist Ihr Marktplatz. Also hier müssen Sie auch dann innerhalb von wenigen Sekunden, weil keiner nimmt sich die Zeit, da lange rumzuschauen und sich lange zu informieren, sondern innerhalb von wenigen wenigen Sekunden über dann heutzutage die Internetpräsenz da verkaufen. Also ich denke, es sind einige Parallelen, die man immer wieder erfährt.

  101. 25:21
    Johannes Eckelmann

    Sehr oft kommt, bevor die in den Zug steigen, haben die teilweise schon die Buchung. Das heißt, Buchungsverhalten ist spontaner, schneller, das mit Sicherheit. Aber man muss sich natürlich auch innerhalb kürzester Zeit in einem Wettbewerb präsentieren. Das heißt, sehr wichtig sind natürlich tolle Bilder, sehr sehr wichtig sind Bewertungen. Das hat man ja früher gar nicht in der Art und Weise gehabt. Auch der Buchungsvorgang war um einiges länger, wenn man sich überlegt. Also da hat man irgendwie einen Brief gekriegt. Brief, ja genau. Einen Brief gekriegt, da wurde dann die Anfrage für ein Prospekt gestellt. Dann hat man ein Prospekt hingeschickt mit einer Preisliste. Da wurde ein konkreter Zeitraum angefragt. Da musste man wieder zurückschreiben, Angebot. Dann wurde auf das Angebot reagiert. Das heißt, diese ganze Buchungssituation Die hat um einiges länger gedauert.

  102. 26:05
    Ronald M. Arndt

    Dafür gab es weniger Stornos wahrscheinlich.

  103. 26:06
    Johannes Eckelmann

    Dafür gab es mit Sicherheit weniger Stornos. Dann hat man Schecks gekriegt, die musste man einlösen. Also lauter Sachen, die man heute gar nicht mehr kennt. Ja, alles ist schneller geworden, digitaler. Aber das Grundverständnis von Verkaufen: Ich muss einen USP anbieten, ich muss ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten, ich muss eine gute Lage anbieten. Der Gast muss aus dem Hotel rausgehen und sagen: Boah, super, toll war's. Da gehen wir wieder hin.

  104. 26:31
    Ronald M. Arndt

    Jetzt haben Sie eine junge Führungsmannschaft schon nach vorne geschoben. Sind Sie da froh, jetzt vor den ganzen Herausforderungen der Digitalisierung, da mit dem einen oder anderen Thema nichts mehr zu tun zu haben, oder also aus der Front nichts mehr zu tun zu haben?

  105. 26:44
    Johannes Eckelmann

    Also ich interessiere mich natürlich schon sehr stark.

  106. 26:47
    Ronald M. Arndt

    Warum?

  107. 26:47
    Johannes Eckelmann

    Weil es ja nicht nur in der Vermarktung digitalisiert wird, sondern was wir auch gemacht haben, wir haben auch in der Verwaltung, in der administrativen haben wir sehr viel digitalisiert. Also viele Abteilungen wurden schlanker gestaltet, schneller. Wir haben das komplette Rechnungswesen, Kreditoren haben wir komplett digital umgestellt und das wollen wir mehr und mehr machen. Wir wollen also insgesamt schlanker, schneller und digitaler werden und das auch grüner, dass wir grüner werden. Das ist auch ein ganz besonderes Anliegen von Cocoon, dass wir einfach sagen, wir wollen fair mit Mitarbeitern umgehen, wir wollen klimaschonender unterwegs sein und aufeinander achten, wie man so schön sagt. Ja, das ist wichtig.

  108. 27:30
    Ronald M. Arndt

    Super. Johannes Eckelmann, ganz, ganz lieben Dank.

  109. 27:34
    Johannes Eckelmann

    Danke Ihnen fürs Vorbeikommen.

  110. 27:36
    Ronald M. Arndt

    Für die gemeinsame Tour hier hoch auf den Gipfel des Cocoon in München am Hauptbahnhof. Ich würde mich ehrlich gesagt freuen, da auch mal in Salzburg vorbeizuschauen.

  111. 27:46
    Johannes Eckelmann

    Sehr gerne, sind Sie jederzeit willkommen.

  112. 27:49
    Ronald M. Arndt

    Nachdem ich das hier kennengelernt habe, bin ich umso gespannter.

  113. 27:52
    Johannes Eckelmann

    Ja, neue Erlebniswelt.

  114. 27:54
    Ronald M. Arndt

    Da haben einfallen lassen. Herzlichen Dank Ihnen weiterhin, alles Gute, Herr Eckelmann.

  115. 27:59
    Johannes Eckelmann

    Vielen Dank noch mal, Ihnen auch.

  116. 28:00
    Ronald M. Arndt

    Danke schön.