Die Unternehmerin im Unternehmen
Aufgenommen: Hotel Oderberger, Berlin
Germany24 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Ich kann mich auf die Empfehlung von diesen beiden Stammtischen tausendmal mehr verlassen als auf irgendein Internetrating oder Google-Rating.“
Tini Diekmann, 18:15
Tini Diekmann kam über das GLS Sprachenzentrum ins Hotel Oderberger und saß dort ab Januar 2016 zu zweit an der Rezeption eines noch nicht fertigen Hauses. Sie erzählt, wie sie die Distribution von null aufgebaut hat, warum der PMS-Wechsel mitten in Corona nötig war und welche Tools seitdem dazugekommen sind. Außerdem geht es um die Entscheidungsfreiheit im Haus und um zwei Berliner Stammtische, über die sie Tools auswählt.
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Kernaussagen
- PMS-Wechsel in Corona: Der Wechsel vom alten System Tokapi fiel genau in den März, als Corona losging. Weil sich weder Adressen noch Reservierungen exportieren ließen, haben zwei Kollegen drei Wochen lang alle gebuchten Reservierungen des Jahres per Hand ins neue System übertragen.
- Nachteil als Training: Die Handarbeit war am Ende ein Vorteil: Die Kollegen waren vor dem Go-Live fit darin, Reservierungen einzugeben, zu stornieren und zu ändern. Ihr Learning aus der Umstellung: Wer das System wechselt, muss auch Arbeitsprozesse ändern.
- Mehr Entscheidungsgewalt: Im Gespräch mit GMs großer Hotelgruppen merkt sie, dass diese weniger entscheiden dürfen als sie als Assistenz oder Deputy. Die kurzen Wege motivieren und jeder im Team kann eigene Ideen einbringen.
- Tools über Stammtische: Sie wählt Tools über den Boutique-Table-Stammtisch und den Mews Berlin Stammtisch aus. Bei David Henning vom Big Mama hat sie sich Mews angesehen, das war ein großer Grund für die Entscheidung.
- Alles digitalisieren: Nach dem PMS kamen Channel Manager, VoucherCart, Upsell Guru, HQ Revenue, Webinate als CRM, eine Schnittstelle zum Sprachschulsystem Fidelo, Faundit für Fundsachen, digitaler Badeinlass und Urlaubskalender.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Nach Episode #26 mit Dr. Verena Jaeschke, hat mein Weg erneut ins Hotel Oderberger im Prenzlauer Berg geführt. Dieses Mal treffe ich auf Tini Diekmann, die Frau der ersten Stunde. Vor sechs Jahren mit einem eigens entwickelten Reservierungssystem gestartet, macht sie das heute unter Denkmalschutz stehende Boutique Hotel von Tag zu Tag ein bisschen besser.
Dabei bedient sie sich gerne allerlei digitaler Lösungen und hat dabei mehr Entscheidungsgewalt als mancher General Manager größerer Hotels. Bei diesen stapeln sich aber auch keine Badelatschen im Büro.
Vielen Dank für unser Gespräch! Du bist ein grandioses Beispiel dafür, wie auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den eigenen Reihen zum „Unternehmer im Unternehmen“ werden können.
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Transkript öffnenTranskript schließen24 Min · Ronald M. Arndt und Tini Diekmann
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:07 Ronald M. Arndt
Ouais, on commence, Tini. Ça va être notre hôtel podcast édition française. Bienvenue. Merci beaucoup. Quel plaisir, quel plaisir. Les trajectoires. Also Spaß beiseite. Hotel Podcast weiter auch auf Deutsch und trotzdem kommen wir hier auch heute auch auf verschiedene Sprachen zu sprechen. Mit der Verena hatte ich ja schon das Vergnügen, denn zu eurem Hotel Oderberger gehört, oder zum Familienunternehmen, auch das GLS Sprachzentrum. Und soweit ich weiß, führte dein Weg auch vom Sprachzentrum ins Hotel.
- 00:48 Tini Diekmann
Ja, ganz genau. Also mein Weg bei GLS hat eigentlich schon 1999 angefangen. Eine Zahl, wo einige, die zuhören, vielleicht noch gar nicht geboren sind, wahrscheinlich. Aber da hat mein Weg bei GLS angefangen, und zwar als Praktikantin während meiner Ausbildung als internationale Touristikassistentin. Die Ausbildung habe ich damals in Dresden gemacht für 2 Jahre, weil es die in Berlin damals noch gar nicht gab. Und da musste man dann nach dem ersten Jahr so ein Praktikum machen. Genau, und da hatte ich, also fand ich Sprachen halt sehr interessant, habe Praktikum gemacht in der Highschool-Abteilung, wo Schüler ins Ausland geschickt werden. Ja, dann bin ich sogar nach der Ausbildung noch mal für ein Jahr zum GLS-Sprachenzentrum gegangen, weil es mir da gut gefallen hat und ich dann auch direkt übernommen werden konnte. Und dann hat mich aber das Fernweh gepackt, und zwar, ja, das hatte ich eigentlich schon immer. Also ich glaube, seit ich 12 bin, weiß ich sogar, da kam Sterne des Südens. Das ist ein TV-Format, wie gesagt, dann eher für Jahrgänge aus meinem Jahrgang, die das vielleicht kennen. Sterne des Südens, eine ganz tolle 80er-Jahre-Animation. Es waren so Animateure, die waren im Club auf Kreta, auf Mallorca und hatten dann so Highlife. Genau, das hat mich gleich schon fasziniert mit 12, wie die da Partys gemacht haben und gereist sind und Abenteuer erlebt haben. Und da hat mich eigentlich schon das Fernweh gepackt und für mich war ganz klar, das will ich auch.
- 02:15 Ronald M. Arndt
Ich bin dann im Endeffekt mit 13 losgezogen.
- 02:18 Tini Diekmann
Genau, also nicht ganz mit 13, aber gleich nach dem Abi. Also ich war auch ein Jahr tatsächlich selber zum Schüleraustausch in den USA. Und dann habe ich, war mir ganz klar, ich möchte nicht studieren, sondern ich will gleich arbeiten ins Ausland und bin dann nach der Ausbildung, nachdem ich dann bei GLS war, als Reiseleiterin lange gewesen in Spanien, also Kanaren, Spanien-Festland, Portugal. Ein Jahr habe ich auch in Disneyland Paris an der Rezeption gearbeitet, also verschiedenste Stationen und war dann halt keine Animateurin, sondern Rezeption und Reiseleitung. Ja, und ich wollte eigentlich nur so 1, 2 Jahre weg, und ich glaube, im Endeffekt waren es dann 13 Jahre.
- 02:58 Ronald M. Arndt
Okay.
- 02:59 Tini Diekmann
Und dann habe ich irgendwann mal gedacht, genau, mit doch mal näher bei der Familie und den alten Freunden zu sein, wieder zurückzukommen. Und was hat sich da besser angeboten, als wieder beim GLS Sprachenzentrum anzurufen nach 13 Jahren? Sag mal, hättet ihr da vielleicht was? Ich würde mal nach Berlin kommen. Und dann habe ich gleich angefangen, diesmal in der Station, Abteilung Deutsch als Fremdsprache, habe da 3, 4 Jahre gearbeitet und dann hatte ja Frau Jeschke, also die Mutter von Verena, die glorreiche Idee, hier dieses Oderberger Stadtbad—
- 03:32 Ronald M. Arndt
Hat sie wieder so eine Idee gehabt.
- 03:34 Tini Diekmann
Genau, sie hat ja da, hat sie erzählt, hat da in dem Büro gesessen, direkt hier angeguckt, hat gesagt, ach Mensch, ich öffne ein Hotel. Und dann musste das natürlich irgendjemand machen und da habe ich gesagt, ach Mensch, ja, wenn wir hier so ein Hotel eröffnen, also ich komme ja eigentlich aus dem Tourismus, sitze jetzt aber in der Sprachschule, das wird eigentlich—
- 03:48 Ronald M. Arndt
Hättest du auch nicht geglaubt, ne? Ja, hätte ich auch nicht gedacht.
- 03:50 Tini Diekmann
Also das Hotel kam zu mir sozusagen. Also ich musste gar nicht zum Hotel, das Hotel kam zu mir, weil ich habe dann gesagt, ja okay, das mache ich, hört sich gut an, dann bin ich wieder in der Hotellerie. Und dann saß ich hier seitdem, ich glaube, es war der 10. Januar 2016, saß ich hier. Da kam das Wasser noch aus den Stromleitungen und es war, wie es bei Eröffnungen so ist, es war definitiv nicht fertig, aber wir haben eröffnet.
- 04:16 Ronald M. Arndt
Aber ist die Mutter von der Verena die Idee hatte? Das hat man wahrscheinlich hier alles noch nicht so ahnen können, was das mal wird.
- 04:23 Tini Diekmann
Genau, man konnte sich das gar nicht vorstellen.
- 04:24 Ronald M. Arndt
Oder dass da wieder was draus wird.
- 04:25 Tini Diekmann
Genau, genau. Also das war ja wirklich eine absolute Ruine und ja, hier wurden ja illegale Partys gefeiert und das war wirklich also total runtergekommen und dass da überhaupt sowas draus wird, konnte sich niemand vorstellen.
- 04:38 Ronald M. Arndt
Also die Vision war stark.
- 04:40 Tini Diekmann
Genau, die Vision war stark von der Verwaltung.
- 04:42 Ronald M. Arndt
Wurde dann auch mitgetragen, wie man sieht und was das heute draus geworden ist.
- 04:45 Tini Diekmann
Genau, genau. Und die Verena hat ja hier die Inneneinrichtung so super gemacht. Das passt so gut, dieses Neue zu dem Alten. Und genau, also es war, wie gesagt, es war nicht fertig, als wir eröffnet haben, aber relativ schnell danach wurde es dann fertig. Und genau, seitdem bin ich hier. Also ich saß ganz am Anfang alleine an der Rezeption, noch mit einem Kollegen, der Frontoffice-Manager, der kam auch aus der Sprachschule und ich als Reservation-Manager. Wir waren aber die einzigen beiden Personen, die hier gearbeitet haben. Also es war sehr spannend und sehr lehrreich und sehr anstrengend. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt, weil ja, ich bin so begeistert. Also ich liebe dieses Produkt, ich liebe das Haus, ich stehe so dermaßen dahinter und es macht mir so einen Spaß, hier zu arbeiten. Und was will man mehr?
- 05:28 Ronald M. Arndt
Was ist dann, wenn man so in einem neuen, erstmal leeren Hotel sitzt? Was sind da so die ersten Schritte? Wie bekommt man die ersten Gäste?
- 05:37 Tini Diekmann
Genau, also das Erste ist natürlich—
- 05:39 Ronald M. Arndt
Das ist ewig lang zurück, aber trotzdem.
- 05:41 Tini Diekmann
Genau, man muss erstmal sich überlegen, wie soll meine Distribution aussehen? Also wo will ich Gäste herhaben? Da habe ich dann irgendwie erstmal überhaupt die Portale ja erstmal angeschlossen. Es gab ja gar nichts, also war komplett überall mal einen Account angelegt. Erstmal genau, erstmal bei den typischen OTAs, HRS, Expedia, Booking. Und Booking weiß ich noch, die kamen vorbei und haben schon gesagt, Mensch, das ist zwar hier noch nicht fertig, aber das wird sich verkaufen wie geschnitten Brot.
- 06:06 Ronald M. Arndt
Ja, 20% Kommission, wir verkaufen das heute.
- 06:10 Tini Diekmann
Und genau, also wir haben am Anfang halt sehr viel über die Portale, weil unser Web, das also alles Eigene, hat noch gar nicht funktioniert und kam halt Stück für Stück erstmal hauptsächlich über OTAs und dann halt Stück für Stück immer mehr Direktbuchungen die Webseite erstmal aufgebaut. Und dann, ja, dann mit der Zeit haben sich auch viele Stammgäste etabliert, die von alleine immer wieder kommen. Und jetzt haben wir halt, ja, also wenn ich das jetzt vergleiche, das sind 6 Jahre, ist es jetzt mal überlegen, 6 Jahre her. Wir sind, also ich habe das auch auf dem Panel gesagt, wir sind wirklich vom Mittelalter ins 21. Jahrhundert innerhalb von kürzester Zeit. Also wir hatten so ein ganz altes Buchungssystem aus der Sprachschule, Ja, das war ein System, weil die Sprachschule hatte ja auch schon irgendwie Betten und so, ne? Genau, genau, das ist ja hier das Hotel Die Schule, die haben ja auch 48 Zimmer für die Schüler, und da gab es halt so ein ganz altes Reservierungssystem für die Schüler und die Sprachschule und, und mit dem Hotel aber zusammen, also das ging gar nicht. Also da war es beinahe explodiert. Genau, also wir mussten ja irgendwas erstmal nehmen, aber das ist dann wirklich so an die Grenzen gestoßen, weil man dann hat immer nur, also man dachte gleich, jeden Moment bricht es komplett zusammen, weil das war einfach viel zu viel für dieses arme System. Und ja, aber wir mussten halt erstmal so hier ja die Struktur alles aufbauen und dann irgendwann konnten wir uns dann also vor 2 Jahren mal darum kümmern, das System zu wechseln.
- 07:30 Ronald M. Arndt
Und dann hört der Tag ja nicht auf, wenn man da anfängt.
- 07:32 Tini Diekmann
Genau, also man kann ja immer weitermachen. Genau, es gibt immer was zu tun, immer zum Weiterentwickeln und das finde ich auch so toll. Also das ist auch diese, die Firmenkultur hier, die Unternehmenskultur. Gerade auch von Frau Jeschke, dieser Unternehmergeist, dieses nicht so, ich habe jetzt was erreicht und jetzt lege ich mich auf meinen Liegestuhl, sondern nein, was können wir denn jetzt noch machen? Und dadurch wächst das Unternehmen ständig.
- 07:53 Ronald M. Arndt
Das hat eine Ausstrahlung dann auch aufs Team.
- 07:57 Tini Diekmann
Ja, auf jeden Fall. Genau, also so wie es vorgelebt wird, so mutig versucht man dann auch weiterzumachen.
- 08:02 Ronald M. Arndt
Glaubst du, dass da auch Leute erst diesen Antrieb bekommen oder muss man den schon irgendwie in sich tragen, bevor man hier bei euch anfängt?
- 08:09 Tini Diekmann
Na, ich glaube, man kriegt den nicht.
- 08:10 Ronald M. Arndt
Wird man gar nicht angestellt, wenn das nicht da ist.
- 08:13 Tini Diekmann
Nein, nein, nein.
- 08:13 Ronald M. Arndt
Aber es ist immer so ein Plus halt einfach.
- 08:15 Tini Diekmann
Genau, also es ist natürlich gut, wenn man das so ein bisschen drin hat, aber ich glaube, dass hier wirklich viele das erstmal mitkriegen. Also es ist auch sehr, sehr ungewöhnlich, glaube ich, bei uns in der Unternehmenskultur, man darf sehr viel selber entscheiden. Also das merke ich manchmal, wenn ich mich mit GMs von irgendwelchen großen spanischen Hotelketten oder irgendwas unterhalte, die haben weniger Entscheidungsgewalt als ich, als praktisch Assistenz oder Deputy. Und das finde ich immer faszinierend. Also hier sind die Wege so klein und jeder kann so viel entscheiden. Also das motiviert ja auch unglaublich. Also natürlich, wenn man mehr entscheiden kann, arbeitet man viel lieber, als wenn man alles so vorgesetzt und vorgekaut kriegt. Und dann entstehen auch super Ideen und jeder kann seine Ideen sagen.
- 08:57 Ronald M. Arndt
Und ja, das ist so die ersten Kunden, die ja damals über euer selbstgebautes PMS Hotelsoftware eingecheckt habt. Erreicht ihr die heute auch noch? Habt ihr da irgendwie Daten mit der Zeit integrieren können oder glaubst du, dass da auch ein bisschen was verloren gegangen ist?
- 09:14 Tini Diekmann
Nee, also die Daten sind tatsächlich alle verloren gegangen. Das ist aber auch nicht so schlimm. Also das war so, dieses System war so alt, dass es gar keine Daten— also wir hätten die zwar ins neue, wir haben ja jetzt Mews als PMS, also wir hätten die natürlich, wenn wir die irgendwie in eine Excel-Tabelle gekriegt hätten, hätten wir die auch in Mews hochladen können. Das Problem war aber, wir konnten die nicht aus dem alten System runterladen. Also die waren alle komplett weg. Aber wir dachten, okay, egal, haben wir auch weniger Fehleranfälligkeit, weniger. Also wir haben wirklich dann mit Mews von null gestartet, noch mal ganz frisch. Und das war jetzt aber auch nicht schlimm. Also wir haben uns dann natürlich so ein bisschen unsere Gästedatei, also Stammgäste rausgezogen, aber jetzt nicht. Also das ist alles einfach neu gestartet.
- 09:57 Ronald M. Arndt
Super. Und nach dem PMS, weißt du noch, was kam dann? Was war dann das nächstwichtigste?
- 10:02 Tini Diekmann
Genau, also das war erst mal die Grundvoraussetzung, weil ich weiß, Verena und ich waren dann immer auf verschiedenen Panels und Veranstaltungen und alle haben uns immer von so tollen Tools erzählt, die man ja anschließen kann, und die Verkäufer wollten uns immer alles Mögliche verkaufen, und wir dann, na ja, aber das ist ja schön und gut, aber das können wir leider überhaupt nicht an unser— es hieß Tokapi, unser— ein bisschen wie so ein gefährliches Tier, also Tokapi. Und genau, da konnte man überhaupt nichts anschließen. Dann haben wir halt gesehen, okay, wir brauchen hier gar nicht weitermachen, wir müssen erstmal das PMS wechseln und müssen hier erstmal den Schritt gehen, digital, modern, Open APIs und das in die Richtung zu gehen. Und dann können wir anfangen. Ich habe mir extra hier eine Liste gemacht, weil ich das immer gar nicht alles im Kopf habe.
- 10:45 Ronald M. Arndt
Also wie gesagt, überall passiert das. Mein Gesprächspartner, meine Gesprächspartnerin vorbereitet, so gut vorbereitet sind.
- 10:54 Tini Diekmann
Also wie gesagt, weil ich immer dann jemand vergesse und dann kriege ich immer nachher Ärger, dass ich vergessen habe. Genau. Also das Wichtigste ist natürlich das PMS und dann aber, um da Das war, das haben wir genau, es ist auch genau zusammengefallen mit dem Anfang von Corona. Also es war genau im März.
- 11:12 Ronald M. Arndt
Tokapi und Corona.
- 11:13 Tini Diekmann
Genau, also Tokapi und Corona, also es war wirklich eine sehr schöne Zeit. Ja, Tokapi ging, Corona kam und dann noch gleichzeitig, also das war ziemlich hart. Aber wir haben es irgendwie geschafft und mit dem Team hingekriegt. Das Gute ist, das alte PMS war so schlecht, dass das Team sofort so an Bord war, was überhaupt was Neues, was anderes zu kriegen. Also das ist so viel wert, wenn das ganze Team dahinter steht. Ich glaube, das ist manchmal schwierig, wenn Leute sehr lange schon mit einem PMS arbeiten, die dann wieder da irgendwie dranzukriegen. Bei uns waren alle super motiviert und hatte auch den Vorteil, da wir halt weder Adressen exportieren und halt ins neue PMS importieren konnten, noch Reservierungen, mussten wir komplett alle, und ich muss sagen, unsere Belegung war schon immer sehr gut, auch mit dem alten PMS. Wir mussten alle Reservierungen, die wir hatten, per Hand ins Neue, also vom kompletten Jahr, also die gebucht waren. Wir waren ja schon irgendwie, keine Ahnung, zu 60, 70% schon ausgebucht für den Rest des Jahres. War ja bevor Corona losging. Und das mussten wir alles per Hand übertragen. Dachte ich auch erst, oh Gott, aber im Endeffekt war das gar nicht so schlecht. Wir haben 3 Wochen mit 2 Kollegen dafür gebraucht, aber dafür waren die Kollegen dann super fit im Reservierung eingeben, bevor der Live-Go war. Also das war super. Wenn das alles automatisch gegangen wäre, dann hätten die Kollegen am ersten Tag nicht gewusst, wie gebe ich Reservierungen ein, wie storniere ich, wie ändere ich. Also das fand ich auch interessant zu sehen. Nur wenn was nicht so funktioniert, wie man sich das vorgestellt hat, ist es nicht unbedingt schlecht. Es ist einfach nur anders und vielleicht eine andere tolle Lösung. Also sowohl im Privaten als auch im Beruflichen muss man das wirklich mal so sehen. Und was wir auch gemerkt haben, was ich auch jedem empfehlen würde, der das PMS wechselt, man muss im Kopf wirklich ein bisschen flexibel sein, weil man kann nicht ein System wechseln, ohne, wie sagt man denn, ohne so Arbeits— wie soll ich das denn sagen, so Arbeitswege oder Arbeitsprozesse zu ändern. Also man muss offen sein, wenn man ein System ändert, muss man auch teilweise Arbeitsprozesse ändern. Und das ist was, war eigentlich so mein größtes Learning während der PMS-Umstellung, Dieses, okay, wir müssen uns allgemein ändern, aber das ist gut, das ist nicht schlecht, dass wir uns ändern müssen, sondern das ist gut. Und dadurch konnten wir dann halt auch Sachen anschließen wie— darf ich den Namen heute sagen?
- 13:35 Ronald M. Arndt
Bitte, bitte. Okay, ich kann ja im Nachhinein noch so ein Piep machen.
- 13:37 Tini Diekmann
Du kannst ja noch was rausschneiden und ausschwärzen. Also wir haben dann halt natürlich erst mal einen Channel Manager, weil vorher war ich also der Channel Manager noch zeitgleich, weil Ich musste halt gucken, welche Kanäle, welche Distribution und musste alles per Hand einzeln jedes Zimmer bei Booking einschalten und so weiter. Da war ich dann sehr froh, dass das endlich ein Ende hatte. Und genau das war das Allerwichtigste. Und dann haben wir jetzt Tools dazu wie VoucherCart, wo wir halt Voucher verkaufen. Das läuft sehr gut, dass wir Zusatzgeschäft auch jetzt während der Schließzeit hatten. Wir haben super viel Umsatz mit Gutscheinen gemacht. Dann über Upsell Guru machen wir halt Zusatzverkauf vor Anreise. Das gibt auch noch mal extra Revenue. Dann haben wir noch eine Schnittstelle zu dem System von der Sprachschule bauen lassen, und zwar das heißt Fidelo, also nicht Fidelio, sondern Fidelo. Das ist ein Sprachschulsystem, damit die Schüler, die in der Sprachschule Unterricht haben, auch bei uns halt eingebucht sind als Kunden im Hotel. Dann haben wir, was haben wir denn noch? Genau, Revenue habe ich, HQ Revenue als einfach Price Intelligence Tool und Mit Webinate haben wir jetzt angefangen als CRM. Ja, dann haben wir, also wir digitalisieren immer weiter. Es gibt ja kein Ende. Das Neueste habe ich jetzt letzte Woche abgeschlossen, war Faundit für die Fundsachen. Also man kann ja wirklich alles digitalisieren.
- 15:02 Ronald M. Arndt
Bei so einem großen Haus kann man doch auch mal was verlieren.
- 15:03 Tini Diekmann
Man findet, genau, also gerade hier, du glaubst nicht, wie viele Badeanzüge und Badelatschen. Also mein ganzes Büro läuft über, weil das wird erstmal alles bei mir abgeladen. Bin ich sehr froh, dass wir das jetzt digitalisiert haben und erstmal weitermachen. Dann genau für die Badtickets haben wir jetzt auch das Badeinlass, habe ich auch digitalisiert, dass man direkt seinen Slot bezahlt und dass es dann halt Corona-konform ist, wie viele Personen, welche Uhrzeit und genau alles. Also wir auch, das war so lustig gestern mit Verena, da wollte sie irgendwie, kam sie aus dem Urlaub und wollte ihren neuen Urlaub in den Kalender eintragen und ich so, wie Kalender? Wir haben alles digitalisiert, wir haben auch den Urlaubskalender digitalisiert, da musst muss hier im Urlaub leider nicht genehmigt. Entscheidend, aber das wirklich, die Kollegen, die haben halt eine App und sagen dann, die können von zu Hause aus, wo auch immer sie sind, können, ah, ich hätte gern von dann und dann Urlaub, dann kommt das bei mir an und ich mache dann, ja, klick genehmigt oder nicht, und dann trägt es sich automatisch noch in den Urlaubskalender ein. Also ein Traum, man kann alles digitalisieren.
- 16:08 Ronald M. Arndt
Ihr habt da Spaß dran an dem Thema, euch das Leben ja auch einfach nur einfacher zu machen und eben dafür mehr Zeit wieder für für den Gast, natürlich aber auch für neue Ideen zu haben. Genau, weißt, was noch hier auch alles so entsteht, ne?
- 16:19 Tini Diekmann
Genau, es geht ja, geht ja bei euch da manchmal auch, manchmal auch rasch.
- 16:23 Ronald M. Arndt
Jetzt sagtest du, die Verkäufer, die kommen auf euch zu und bieten euch das und das an. Wenn ihr jetzt aber sagt, ihr braucht einen Channel Manager, wie sucht man da den richtigen aus? Wie, wie findet man ihn und entscheidet vor allem auch nachher, das ist er? Ist es ja klar, ihr habt euer Netzwerk, es sind Veranstaltungen, wo man hingehen kann, aber es sind ja vielleicht auch nur ein paar immer, die—
- 16:50 Tini Diekmann
Ja, also ich muss sagen, das Netzwerk ist da tatsächlich hier in Berlin sehr, sehr wichtig. Also wir haben zwei große oder also zwei kleine, aber sehr wichtige Stammtische, und zwar einmal den Boutique-Table-Stammtisch. Da sind wir.
- 17:03 Ronald M. Arndt
Klingt gut.
- 17:04 Tini Diekmann
Genau, das hat Verena und damals der Jan Brettschneider vom Oranier, die haben sich zusammengetan, das in Leben gerufen. Und das haben wir jetzt schon seit mehreren Jahren, dass wir uns so regelmäßig alle paar Monate treffen aus den, ja, sagen wir mal bekanntesten Boutique-Hotels hier in Berlin. Und das ist unglaublich wertvoll, was man da austauscht an Erfahrung, sei es mit Tools, sei es mit Mitarbeitern, was auch immer. Und der zweite Stammtisch, der sich so ins Leben gerufen hat, das ist der Mews Berlin Stammtisch. Ich meine, der David Henning von Big Mama War glaube ich das erste Hotel, das Mews in Berlin hatte. Genau, und der hat das dann hier wie ein Lauffeuer verbreitet sozusagen. Also bei ihm war ich auch zum Hören, zum Schauen, wie es aussieht mit Mews, und war ein großer, großer Grund, eine große Entscheidung, das halt so zu sehen und die Erfahrung von anderen Hoteliers zu hören. Und das muss man auch sagen, also es ist immer so, diese zwei Stammtische, wenn ein Tool es dann mal geschafft hat reinzukommen, dann empfehlen wir uns das gegenseitig weiter, und das ist schon sehr viel wert. Ich kann allen Verkäufern nur empfehlen, in die Stammtische, wenn man da einen rumgekriegt hat, dann—
- 18:12 Ronald M. Arndt
ach so, also empfehlen wir auch, dass Teilnehmer des Stammtisches—
- 18:15 Tini Diekmann
genau, und wenn der das genau rumkriegt, dann muss man das natürlich noch gut finden, und dann wird es wirklich im großen Kreis weiterempfohlen, weil man weiß, also ich kann mich auf die Empfehlung von diesen beiden Stammtischen tausendmal mehr verlassen als auf irgendein Internetrating oder Google-Rating oder was auch immer.
- 18:31 Ronald M. Arndt
Also stark. Was steht noch an gerade? Also die Liste, da ist ja noch ein bisschen Platz auf meiner Liste. Genau, also das Fundsachen-Ding fand ich jetzt schon ganz gut.
- 18:44 Tini Diekmann
Genau, das war jetzt das Letzte. Ja, was wir jetzt noch gerade neu machen, ist zum Beispiel, genau, das mache ich nächste Woche, das ist Hotels for Trees. Und zwar, vielleicht hat da Verena schon was erzählt zu Nachhaltigkeit. Genau, wir sind ja ganz auch im Thema Nachhaltigkeit unterwegs, sowohl für die Sprachschule als auch für das Hotel. Und da steht nächste Woche dann das Audit für Greensign an, damit wir das auch endlich mal zertifizieren lassen. Und das heißt, da kann ich im Buchungsprozess CO2 kompensieren ein bisschen, oder? Ja, also da gibt es ganz viele Sachen, die man erfüllen muss, um dann da praktisch dieses Siegel zu bekommen. Und das kann man sich dann halt überall hinpappen und dann wissen alle Gäste, ah Mensch, das ist ja, da weiß ich, dass die und die Sachen wie Ökostrom und dass das Die Server mit Ökostrom und wir haben ja auch hier Regenwasser, das wir sammeln und so weiter. Und genau, was ich dann mache, ist dieses Hotels for Trees. Das ist, dass wenn man, das haben wir jetzt auch schon, dass wenn man auf seine Zimmerreinigung verzichtet, also wenn man halt länger als eine Nacht bleibt, manche ganz Schlauen, die sagen immer, ja, ja, ich verzichte drauf, bleib aber nur eine Nacht.
- 19:50 Ronald M. Arndt
Die sind lustig.
- 19:51 Tini Diekmann
Soll der Nächste dann ins Schmutzige? Also das ist unglaublich, wie viele Leute das ankreuzen, die nur eine Nacht bleiben.
- 19:56 Ronald M. Arndt
Was kriegen die dann?
- 19:57 Tini Diekmann
Und jedenfalls normalerweise ist es, wenn man länger als eine Nacht bleibt, und dann kann man das ankreuzen, man verzichtet auf seine Zwischenreinigung. Und das hatten wir, haben wir jetzt schon länger. Wir haben halt die Tablets von BetterSpace und da können die Gäste das dann anklicken und dann kann man, konnte man immer wählen, dass man entweder statt der Zimmerreinigung einen Schwimmbadeintritt bekommt oder ein Gläschen Sekt oder eine Badeente.
- 20:18 Ronald M. Arndt
Ich komme ja aus dem Süden.
- 20:19 Tini Diekmann
Was lachst du jetzt?
- 20:20 Ronald M. Arndt
Ich weiß nicht. Ich war ja heute Morgen beim Philipp Ibrahim vom The Student Hotel. Der ist ja auch ein Ur-Schwabe wie ich und verdammt noch mal, in jedem Podcast muss ich immer an diese Schwaben denken. Okay, was du jetzt erzählst, ich bleibe nur eine Nacht, krieg aber den Badehauszutritt, wenn du mich auf die Zwischenreinigung— das hat alles so ein Ding, ne?
- 20:42 Tini Diekmann
Ja, das waren wahrscheinlich alle Schwaben, die das angekreuzt haben. Ja, ja, das kann ich mir gut vorstellen. Na, und jedenfalls, das Neue ist jetzt dann, wenn wir das mit diesem Hotels for Trees machen, kann man halt, kriegt man halt nicht nur ein Voucher oder, oder eine Badeente, sondern man kann auch sagen, nee, das will ich nicht, sondern ich lasse einen Baum pflanzen. Und genau, das ist dann auch direkt connected mit unserer Webseite. Da können die Gäste dann sehen, wie viele Bäume wurden gestern oder überhaupt schon jetzt durch das Oderberger, durch die Zimmerreinigung gepflanzt. Und ja, das ist eine super Sache. Also, und das sind Sachen, wir sind immer auf der Suche nach neuen Ideen. Und jetzt muss man auch wirklich sagen, dadurch, dass halt das normale Geschäft jetzt endlich so automatisiert läuft mit Channel Manager, mit Buchungsmaschine, alles, dass man sich da nicht so viel kümmern muss, das läuft eigentlich alleine, hat man halt super viel Zeit und Muße für neue Ideen, Projekte, und ja, und das macht wirklich Spaß.
- 21:32 Ronald M. Arndt
Also ich sehe, wie es dir Spaß macht.
- 21:34 Tini Diekmann
Ja, danke.
- 21:35 Ronald M. Arndt
Also muss man auch ehrlich sein, das sieht man nicht bei jedem Hotelier. Okay. Also nee, ja, ist ja auch ein bisschen vielleicht auch in Deutschland bisschen speziell, aber es sind nicht alle so offen, überhaupt nicht, ne, okay, für, für neue, für, für Digitalisierung allgemein, ja, obwohl es ja doch Freiheiten bringt. Und Raum für Neues.
- 21:55 Tini Diekmann
Ja, eben, eben. Also ich finde es so wichtig, dass man offen ist für Neues und neue Ideen und Spaß. Also ich meine, das Schlimmste ist ja, wenn man keinen Spaß an der Arbeit hat und jeden Tag dahin läuft, 8 bis 10 Stunden da ist und keinen Spaß hat.
- 22:06 Ronald M. Arndt
Also selbstverständlich, hier kommt es ja von einem Mit— im weiteren Sinne, du bist jetzt auch, du hast das Haus ja hier aufgeschlossen, ganz klar, bist ja mehr als Mitarbeiterin, ne, ganz, bist ja irgendwie auch Mitunternehmerin auf jeden Fall. Aber es ist toll, ja, und ich wünsche euch da— ich weiß ja gar nicht, was noch alles kommen kann, aber ich habe die Vermutung.
- 22:27 Tini Diekmann
Ja, also man kann immer gespannt sein. Frau Jeschke und wie gesagt auch die beiden Töchter Verena und Rebna, man kann sehr gespannt sein, was das nächste Projekt wird. Also mich würde nicht wundern, wenn hier jetzt bald noch ein zweites Boutiquehotel auf dem— also es ist ja noch ein bisschen Platz, wir sagen immer hier bei dieser—
- 22:42 Ronald M. Arndt
das kann ich jetzt noch nicht abschätzen, aber vielleicht laufe ich danach mal durch.
- 22:45 Tini Diekmann
Eine Lücke haben wir hier und da hinten hinterm Parkplatz, also da ist auf jeden Fall noch Raum für mehr.
- 22:51 Ronald M. Arndt
Super.
- 22:51 Tini Diekmann
Auf jeden Fall nicht aufhören, sich zu weiterentwickeln, weiterzumachen, Ideen zu haben.
- 22:56 Ronald M. Arndt
Und okay, ich werde mal wieder anklopfen mit dem Hotel-Podcast und lass mich dann informieren, was ich Neues tue. Genau, sehr gerne.
- 23:02 Tini Diekmann
In 5 Jahren noch mal, wer weiß, wo wir dann hier sitzen.
- 23:05 Ronald M. Arndt
Genau, vielleicht auch schon ein bisschen früher. Dann bedanke ich mich.
- 23:08 Tini Diekmann
Sehr gerne.
- 23:08 Ronald M. Arndt
Tini Diekmann, vielen Dank, dass du heute hier Gast warst, dass ich bei euch sein durfte. Wie gesagt, Wie du schon gesagt hast, mit der Verena hatte ich schon einen schönen Austausch, jetzt mit dir Digitalisierung eines Individualhotels, hochinteressant. Und ja, ich komme wieder.
- 23:24 Tini Diekmann
Ja, super, ich freue mich. Vielen Dank für deinen Besuch und ich bin sehr gespannt, was ich dir in 5 Jahren erzählen kann.
- 23:30 Ronald M. Arndt
Alles klar, danke dir.
- 23:31 Tini Diekmann
Danke.