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Germany · Episode #46 · 23.11.2022 · 29 Min

Die Perle vom Schluchsee

Maximilian HegerParkhotel Flora
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Aufgenommen: Parkhotel Flora, Schluchsee

Standbild aus der Episode mit Maximilian Heger Germany29 Min

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„Das hat unser Vater uns auch immer früh mitgegeben: Bitte seid nicht diejenigen, die abends dann ins Restaurant hocken und euch à la carte bestellen, sondern wir sind wirklich mittätig.“

Maximilian Heger, 17:39

Maximilian Heger ist dritte Generation im Parkhotel Flora am Schluchsee, hat BWL dual studiert und anschließend eine Kochausbildung im Schwarzen Adler gemacht. Er erzählt, wie seine Großeltern über eine Annonce in der Bank von Heidenheim in den Hochschwarzwald kamen, warum das Haus die Tagung aufgegeben hat und was der geplante Sky Spa auf dem Dach bringen soll. Dazu kommt, woran Häuser in der Umgebung scheitern: Brandschutzauflagen, die sich schneller ändern als die Betriebe investieren können.

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Kernaussagen

  1. Tagung aufgegeben: Bis Corona gab es Tagungen im Haus, dann nahmen Homeoffice und Zoom-Meetings zu. Heger sagt, Tagung beißt sich mit dem Wohlfühlanspruch, aus dem Bereich wurde ein größerer Fitnessraum.
  2. Sauna aufs Dach: Der Wellnessbereich wird vergrößert, oben soll ein Sky Spa mit Sauna und Blick auf Ort und Schluchsee entstehen. Ein Schwimmbad auf dem Dach bleibt aus, weil das Außenbecken in den Garten integriert ist.
  3. Brandschutz stoppt Übernahmen: Heger kennt Betriebe in der Umgebung, die übernommen werden sollten und es nicht konnten, weil die Brandschutzauflagen sich laufend ändern und das Geld fehlte. Die meisten werden abgeschlossen und bleiben zu.
  4. Alle arbeiten mit: Sechs Familienmitglieder sind im Betrieb: Schwester, Mutter und Verlobte im Restaurant, Vater, Schwager und er in Küche und Facility. Beim Mittagessen wird der Tag besprochen, so entstehen die Ideen für den Umbau.
  5. Arrangements als Einstieg: Sehnsuchtswochen in der Nebensaison für Gäste, die das Haus erst testen wollen, dazu die Verschnaufpause mit Entrecôte double am Tisch tranchiert. Auszubildende lernen dabei die Tischarbeit der alten Schule.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

Mit Maximilian Heger lassen wir einmal mehr der jungen Generation den Vortritt.

Zu finden ist der studierte Betriebswirt und gelernte Koch im Parkhotel Flora am Schluchsee, dem größten See im Schwarzwald.

Den gleichnamigen Ort habe ich persönlich nicht in allerbester Erinnerung, aber seit meinem Besuch liegt nun auch dieses Kindheitstrauma hinter mir.

Beeindruckend ist der bedingungslose Zusammenhalt bei Familie Heger, aber könnte ein solches Haus überhaupt anders funktionieren?
 Und was passiert mit Hotels in der Umgebung, deren Zukunft weniger blumig aussieht?

Übrigens erst im Jahre 1974 entschieden sich Maximilians Großeltern zum Umzug in den Hochschwarzwald und machten aus wenig viel. Ich bin mir sicher, dass es erst der Anfang war.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen29 Min · Ronald M. Arndt und Maximilian Heger

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:07
    Ronald M. Arndt

    Max Heger, hallo, herzlich willkommen im Hotel-Podcast. Vielen Dank, danke für die Einladung. Ich bin hier im Parkhotel Flora, ein schöner Name, ja, ein paar Floras sehe ich ja hier schon in einer eurer Suiten, richtig, auf dem Bild hinter dir. Also das Thema Ist schon mal konsequent durchgezogen. Genau, kleine Hausführung, schließen wir ja einen Hotel-Podcast an heute. Normalerweise bin ich ja im Hotel selbst schon eine Nacht davor oder gucke mir zumindest mal das Haus davor an. Deswegen müssen wir heute erstmal ein bisschen mehr sprechen und sehen, schauen dann nachher.

  2. 00:44
    Maximilian Heger

    Ja, sehr gerne.

  3. 00:46
    Ronald M. Arndt

    Ich habe ja, wo sind wir denn? Wir sind Schluchsee in der Region Hochschwarzwald.

  4. 00:52
    Maximilian Heger

    Genau, jawohl.

  5. 00:52
    Ronald M. Arndt

    Wie viele Regionen gibt es eigentlich im Schwarzwald? Hochschwarzwald, Nordschwarzwald. Ja, genau, also man kennt Das ist schon so eine Marketingregion auch ein bisschen, ne?

  6. 01:00
    Maximilian Heger

    Ja, genau. Also Nordschwarzwald ganz klar bekannt, Rottweil-Turmbach, Bareiß, weitere gute Namen. Und ja, hier eben noch der Hochschwarzwald, war lange Zeit nicht ganz so bekannt. Früher stark durch Hinterzarten noch.

  7. 01:12
    Ronald M. Arndt

    Ja, ja. Warum Hinterzarten? Warum bekannt durch Hinterzarten?

  8. 01:16
    Maximilian Heger

    Also hauptsächlich als Ferienregion, Kurort.

  9. 01:20
    Ronald M. Arndt

    Ski, ne?

  10. 01:21
    Maximilian Heger

    Ja, Ski.

  11. 01:21
    Ronald M. Arndt

    Skisprung auch, ja.

  12. 01:22
    Maximilian Heger

    Ja, auch. Dann Hotel Adler war früher sehr, sehr renommierter Laden, immer noch. Okay, dann ja, und vor allem gerade auch ein großes Physiotherapiezentrum, auch deutschlandweit bekannt. Okay, und ja, wunderschön zum Laufen auch. Also ich habe selber auch schon in Hinterzarten gewohnt tatsächlich, ja, und jetzt seit einem Jahr wieder fest in Schluchsee wohnhaft, aber jetzt schon wieder seit 4 Jahren mit im Betrieb.

  13. 01:47
    Ronald M. Arndt

    Also wir haben hier Blick auf den Schluchsee, die Gemeinde heißt Schluchsee, Wunderschöne Ecke. Schluchsee ist ja auch recht großes Gewässer, sage ich mal, im Vergleich zum Titisee beispielsweise.

  14. 01:59
    Maximilian Heger

    Der größte See im Schwarzwald sogar.

  15. 02:01
    Ronald M. Arndt

    Ja, okay, siehste, ich lerne dazu. Ich bin ja aus Stuttgart, das ist nicht weit weg, aber ich weiß nicht warum. Man hat früher natürlich immer so Tagesausflüge gemacht, mal mit der Familie, als ich noch Kind war, von Stuttgart in den Schwarzwald. Aber so das Ganze ein bisschen mehr kennenzulernen, war irgendwie die ganzen Jahre nicht drin. Jetzt umso mehr. Und genau, heute Schluchsee. Ich habe eine persönliche ich aber erst gerade drauf gekommen beim Herfahren, Verbindung zu Schluchsee. Und zwar hat unser Schullandheim damals in Schluchsee stattgefunden. War wahrscheinlich das erste Mal, wo man ein paar Tage eben alleine von zu Hause weg war. Sind einige Dinge passiert in der Zeit. Ich glaube, meine Schwester ist vom Gaul gefallen, hat sich da die Schulter gebrochen. Haben wir dann am Telefon noch am Münzapparat damals das Weinen bekommen, als meine Mutter das erzählt hat. Allerdings andere Geschichte, bin ich auch zum Weinen gekommen. Das Das war nämlich im Jahr 1998. Im Jahr 1998 hat die deutsche Fußballmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Frankreich, Frankreich wurde ja nachher Weltmeister, nicht allzu gut abgeschnitten, denn die sind, soweit ich mich erinnern kann, im Viertelfinale rausgeflogen. Und das war nämlich, haben wir dann in der Jugendhilfe gesehen, gegen Kroatien, 3:0-Klatsche. Und das ist aber auch der letzte Fetzen, den ich noch im Kopf habe. Der Wörns, Christian Wörns, der hat da irgendwie irgendwas nicht so gut gemacht. Oder Klinsmann damals noch im Sturm und so. Aber ja, da hängende Köpfe bei uns Jungs, 3:0 im Schluchsee.

  16. 03:34
    Maximilian Heger

    Also Schluchsee kann man auch verbinden mit der deutschen Nationalmannschaft. Wir waren hier oben doch im Vier Jahreszeiten, früher noch Hetzel Hotel. Da waren die damals quasi, haben die gehaust und hier oben auf dem Sportplatz haben die trainiert tatsächlich. Ja, die Story habe ich öfters von meiner Mutter zuhören bekommen, weil die hat damals oben geschafft, eben an der Rezeption.

  17. 03:55
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  18. 03:55
    Maximilian Heger

    Und ja, da Lothar Matthäus und Co. Und die hat auch gesagt, es war super, eine kleine Gaudi, aber man darf ja nicht zu viel verraten, ne?

  19. 04:03
    Ronald M. Arndt

    Ja, am Schlusssee verweilt, stelle ich mir schon gut vor. Okay, spannend, kommen wir gleich mal drauf. Deine Mutter Susanne heißt sie, gell? Richtig. Du sagst, sie hat im anderen Hotel gearbeitet, frage ich gleich mal warum. Warum nicht hier im eigenen Betrieb?

  20. 04:18
    Maximilian Heger

    Ja, also wir hatten es ja vorhin noch mal zurückzuführen auf Hinterzimmer, hatten, auf den Adler. Da haben mein Vater, hat dort Restaurantfachmann gelernt und meine Mutter Hotelkauffrau.

  21. 04:28
    Ronald M. Arndt

    Im Adler beide?

  22. 04:29
    Maximilian Heger

    Im Adler, jawohl. Und wie es der Zufall so will, natürlich dann irgendwann an einem Sonntag, wo viel los war, durfte meine Mutter, wo wenig los war, ja, durfte meine, durfte meine Mutter dann mal in Service, gerade erster Tag, und direkt zu meinem Vater als Commis. Mein Vater hat dann auch gesagt, oh je, super, Bude voll, Commis macht richtig Spaß. Und so kam das dann eigentlich, dann haben sie sich dort kennengelernt. Mein Vater, ja, hat dort gelernt ursprünglich. Natürlich kommt er hier von Schluchsee, ist immer gependelt. Meine Mutter ist gebürtige Neustädterin. Okay. Und ja, so hat sich das dann entwickelt. Und meine Mutter wollte aber dann noch nicht direkt hier mit einsteigen, die war dann noch oben, wollte einfach Erfahrung sammeln, weil damals—

  23. 05:10
    Ronald M. Arndt

    also das heißt, der Betrieb bestand schon mal, glaub '74, 1974 gegründet, von einer Generation vorher noch mal.

  24. 05:16
    Maximilian Heger

    Genau, genau. Also, also mein Opa und meine Oma, die Wir kommen ursprünglich aus Heidenheim an der Prenz, auch aus dem Schwabeländle.

  25. 05:23
    Ronald M. Arndt

    Und deswegen sind wir uns so sympathisch wahrscheinlich.

  26. 05:28
    Maximilian Heger

    Und dort hatten sie schon ein Hotel, Hotel Ochsen. Das war aber dann eben mehr so ein Tagungshotel. Mein Opa, der wollte immer aufs Land. Und wie es der Zufall so wollte, eines Tages bringt er Geld auf die Bank, war eine Annonce drin, die Perle vom Schluchsee hieß hier damals, das Flora noch, mehr nur Ferienwohnungen. Ist er hierher gefahren.

  27. 05:45
    Ronald M. Arndt

    Also in der Bank war eine Annonce?

  28. 05:47
    Maximilian Heger

    Genau, wie man es so kennt, einfach wie ein Hausaufgabenheft. Ja, ja, ja, sieht man ja manchmal auch heute noch.

  29. 05:51
    Ronald M. Arndt

    Also vielleicht ja doch, doch, auf Gasthöfen und so weiter, klar, sieht man schon ab und an. Ja, genau, und jetzt sind sie hergekommen, okay, haben gesagt, das ist es, gekauft. Und so kam dann von Heidenheim in Schwarzwald, genau, Familie Heger quasi hierher. Also so Anfang der 70er Jahre, genau, schöne Geschichte.

  30. 06:08
    Maximilian Heger

    Ja, und so kam es dann.

  31. 06:09
    Ronald M. Arndt

    Und da ist dann die Oma, also haben alle mitgemacht, ja, von Anfang an.

  32. 06:14
    Maximilian Heger

    Also mein Vater, der ist dann damals, hat dann die waren hier noch in dem Alter, wo sie noch zur Schule gegangen sind. Als Schule rum war, ist mein Vater dann eben nach, in Adler nach Hinterzarten gegangen. Gefolgt ist dann später noch mein Onkel, der hat auch eine Kochausbildung gemacht. Die Einzige, wo nicht in der Hotellerie geblieben ist, war dann meine Tante. Genau, die ist dann nach Frankreich, hat eine Schneiderlehre gemacht, die ist nach Frankreich und wollte eigentlich zu den Großen. Hat dann leider nicht ganz so geklappt wie erhofft, aber Schneiderlehre, also eine andere Lehre, aber da zu den Großen. Genau, genau. Genau, quasi, ja. Und ist aber nach wie vor noch in Paris auch und fühlt sich super wohl. Schön, ja.

  33. 06:50
    Ronald M. Arndt

    Okay, also ich habe eine starke frankophile Ader, meine Familie, alle, also meine Frau, meine Kinder, aber andere Geschichte, wäre ein anderer Podcast, Frankreich-Podcast, mache ich vielleicht auch noch mal. Ja, die Heger-Männer sind alle Köche, hast du vorher kurz gesagt. Ist richtig, jawohl. Das ist schöne Identität, eine DNA, die sich da irgendwie durchzieht, oder?

  34. 07:12
    Maximilian Heger

    Ja, es ist auch so, also Bei mir war es ganz, ganz früher, als ich in der Schule war.

  35. 07:16
    Ronald M. Arndt

    Das würde ja heißen, dass du gar keine andere Wahl hattest.

  36. 07:18
    Maximilian Heger

    Also es war in der DNA schon verankert, sage ich mal. Ursprünglich wollte ich mal mit 14, 15 Lehrer werden, und dann habe ich aber immer mehr, als ich hier dann tagsüber auch mal mehr rumgelaufen bin, meinem Vater zuschaue, habe ich dann so diese, diese Art, aus quasi aus wenig viel zu machen, das hat mich so fasziniert. Und auch wie einfach ja diese Produkt— wie mit den Produkten umgegangen wird.

  37. 07:41
    Ronald M. Arndt

    Das klappt als Lehrer nicht, ne, aus wenig viel zu machen, oftmals. Ja, wenn es, wenn die Schüler danach gut werden, dann ist okay, aber man kann Okay, aber genau das habe ich auch schon mal gedacht. Aus wenig viel zu machen. Mach weiter. Super.

  38. 07:52
    Maximilian Heger

    Ja, und ja, so kam das. Wie gesagt, mein Onkel, mein Vater Kochausbildung gemacht, mein Opa Kochausbildung gemacht. Und dann habe ich aber erst ein BWL-Studium gemacht, weil ich gesagt habe, wenn wir da— also meine Schwester und ich haben uns entschieden, wir möchten dann in das Hotel später mit einsteigen. Wir sind jetzt die dritte Generation. Da muss aber auch irgendwo natürlich das Fundament BWL irgendwo sein. Das heißt bitte der Meister oder sonst was. Und dann habe ich gesagt, okay, jetzt gerade Abi gemacht. Da mache ich gleich weiter mit dem Studium, BWL dual studiert in Ravensburg und habe anschließend meine Chorusbildung dann im Schwarzen Adler in Oberberg noch gemacht.

  39. 08:24
    Ronald M. Arndt

    Genau, Familie Keller, jawohl, bei der Familie Keller. Da siehst du, Franz Keller war ja Gast Nummer 2 im Hotel-Podcast, damals noch ohne Kamera leider. Hätte ich auch gerne angefangen, da lag der mit mir da zum Teil auf dem Boden, weiß auch nicht, um zumindest mal das Foto zu machen. Aber da haben wir gut gebechert während dem Podcast schon. Das hat Spaß gemacht. Na ja, da hast du den gelernt. Genau. Beim Franz oder beim Fritz? Wie war das jetzt?

  40. 08:47
    Maximilian Heger

    Beim Fritz.

  41. 08:48
    Ronald M. Arndt

    Beim Fritz.

  42. 08:48
    Maximilian Heger

    Ja, genau. War super Zeit, wirklich.

  43. 08:52
    Ronald M. Arndt

    Glaube ich dir. Okay. Ja, da kann man schon sagen, dass die Heger-Männer alles Köche sind.

  44. 09:02
    Maximilian Heger

    Also ja, ist auch so.

  45. 09:03
    Ronald M. Arndt

    Bei den Stationen, sage ich mal.

  46. 09:05
    Maximilian Heger

    Ja, auch der Vater, der war damals, deswegen kamen wir damals eigentlich auch auf den Adler, wo es ging immer darum, wo mache ich denn meine Kochausbildung? Ausbildung. Und mein Vater war dort auch schon in der Küche, kurz nachdem der Franz dort weggegangen ist, hatten aber auch noch 2 Sterne, wenn ich mich recht erinnere. Und dort hat er auch geschafft. Und wir haben, sind verwandt zum Weingut Heger aus Ieringen.

  47. 09:26
    Ronald M. Arndt

    Genau.

  48. 09:27
    Maximilian Heger

    Und da hat mein Vater dann mit dem Joachim Heger gesprochen, ja, wo können wir denn meinen Sohnemann hinschicken? Dann sind sie alle, und dann war das eigentlich beschlossene Sache. Ich bin runtergefahren, super wohlgefühlt, gesagt Das ist es, ja.

  49. 09:39
    Ronald M. Arndt

    Ist es weit weg von hier dann, oder so gute Stunde, 15 Grad? Also da schon vor Ort gewohnt wahrscheinlich, oder? Oder bist du ja—

  50. 09:44
    Maximilian Heger

    nee, nee, nee, schon vor Ort. Ich wollte, ich habe immer gesagt, da wo ich auch die Ausbildung mache, dort will ich leben, weil ich finde gerade so Küche, Regionalität, das gehört alles dazu. Kaiserslautern sowieso super, Gegend. Es war auch wichtig, dass ich dort vor Ort bin, natürlich auch klar, wenn es mal bisschen länger geht abends, dass man dann auch—

  51. 10:00
    Ronald M. Arndt

    nee, macht ja gar keinen Sinn. Okay. Also muss schon sagen, hört sich zumindest so an, hat sich gelohnt, dass Oma und Opa irgendwann mal in den Schwarzwald gezogen sind.

  52. 10:10
    Maximilian Heger

    Ja, sowieso. Also man wird ja immer oft gefragt von den Freunden, ja, warum machst du das eigentlich, die Arbeitszeit und so. Aber es ist immer, ich sage auch immer so, jetzt ist man auch in dem Alter, ich werde jetzt 30 dieses Jahr, sag auch, ja, Partyzeit ist ja eh schon rum, und man fühlt sich wohl hier. Man hat einen See vor der Haustür, seine Freunde von früher sind noch da, es macht unheimlich viel Spaß, in der Küche zu stehen. Und auch andererseits, also ich schaffe auch öfters mal im Service mit, durchs Studium hatte ich auch eben Servicebereich. Ja, und es wird nie langweilig.

  53. 10:36
    Ronald M. Arndt

    Einen Kaffee hast du schon ohne Verschütten hochgebracht.

  54. 10:38
    Maximilian Heger

    Ja, es macht einfach unheimlich viel Spaß, mit Menschen zu tun. Es wird nie langweilig.

  55. 10:45
    Ronald M. Arndt

    Schön, toll, da sprechen wir eine Sprache. Deine Schwester Laura, hat die denn auch einen BWL-Hintergrund?

  56. 10:53
    Maximilian Heger

    Die hat auch einen BWL-Hintergrund. Okay. Genau, sie hat allerdings erst einen anderen Weg eingeschlagen. Sie hat bei der Ruhrschwarze Tourismus GmbH gearbeitet.

  57. 11:00
    Ronald M. Arndt

    Auch eine Sache, die ich super finde.

  58. 11:01
    Maximilian Heger

    Ja, sowieso.

  59. 11:03
    Ronald M. Arndt

    Wahrscheinlich gibt es da auch geteilte Meinungen, aber Was so der Endkunde aktuell so sieht, ist schon mal richtig gut.

  60. 11:09
    Maximilian Heger

    Ja, wenn man mal—

  61. 11:09
    Ronald M. Arndt

    die Marke gefällt mir. Pre-Stay-E-Mails bekommst du sogar, wenn man eben sich für die Konus Card angemeldet hat. Also da funktioniert schon einiges.

  62. 11:17
    Maximilian Heger

    Ja, also ich habe es auch noch kennengelernt vor der HTG natürlich. Da war natürlich Schluchsee für sich allein gestanden, Marketing egal was. Und dann kam die HTG ins Spiel und die haben eigentlich alle Gemeinden hier eben unter ein Dach gebracht, unter einen Hut gebracht. Und man sieht es ja also durch die HTG Card, Das war so ein Alleinstellungsmerkmal größtenteils. Und natürlich eben Sachen Marketing, man konnte ganz anders streuen, man konnte nicht nur einen Ort, sondern man konnte die ganze Destination Hochschwarzwald einfach viel, viel besser ins Licht rücken, vermarkten. Und das haben sie wirklich sehr, sehr gut gemacht.

  63. 11:51
    Ronald M. Arndt

    Okay, tatsächlich, so einem großen Hotel groß zu werden, das ist, denke ich, stelle ich mir schön vor. Ja, also weil auch wenn du heute noch sagst, du magst es einfach mit Menschen immer was los gewesen.

  64. 12:05
    Maximilian Heger

    Ja, also ich war auch immer, oder beziehungsweise meine Schwester auch, wir haben immer Leben gebraucht im Haus. Also das hat einfach dazugehört. Und ja, es war immer jemand da, auch die Angestellten haben, als ich noch jünger war, haben dann immer gesagt, ja, wie geht's dir? Und ja, und wenn man abends dann mal wirklich nichts zu tun hat, kein Fußball, oder ist man einfach runtergegangen, da hat man halt mal Gläser gespült einfach. Und da waren die auch so dankbar für. Damals konnte man das gar nicht begreifen groß, was man eigentlich macht. Und heute denke ich mir auch so, aber War eigentlich echt cool, cool, muss man wirklich sagen. Ja, weil es war nie langweilig, man hat immer jemand um sich. Auch in der Küche, bin ich in die Küche und so klassisches Zwiebelstehen, so kann ich euch was helfen einfach. Und im Sommer habe ich halt Rasenmäher gefahren, das war dann so der Ferienjob.

  65. 12:45
    Ronald M. Arndt

    Cool. Heute seid ihr ein Wohlfühlhotel, 4 Sterne S. Ja, genau, also sehr hoch klassifiziert, ja, hier in Schluchsee. Ihr habt ein recht großen Spa-Bereich, Flora Spa. Ja, das seht ihr schon auch so als Schwerpunkt, oder?

  66. 13:02
    Maximilian Heger

    Tatsächlich nicht, das finde ich auch gut, gut, dass du es gesagt hast mit Wohlfühlhotel. So, es gibt ja das Klassische mit, mit Tagungshotel, Wellnesshotel, da sind ja, muss man ganz offen reden, andere Hotels noch stärker vertreten.

  67. 13:15
    Ronald M. Arndt

    Wie ist im Bereich Tagung oder im Bereich, nee, im Bereich Wellness?

  68. 13:17
    Maximilian Heger

    Also wir hatten tatsächlich auch Tagung noch bis vor Corona, und dann haben wir natürlich auch diesen Trend mitverfolgt, okay, es wird viel Homeoffice betrieben, dieses Zoom-Meeting etc. wurde immer viel stärker. Haben wir auch gesagt, okay, jetzt ist der Punkt, wo wir sagen können, okay, es beißt sich vielleicht. Wir sind Wohlfühlhotel, die Gäste wollen entspannen, die Ruhe mit Naturpark im Hintergrund. Deswegen auch Parkhotel, nicht weil man hier parken kann, wie manche Gäste sagen.

  69. 13:39
    Ronald M. Arndt

    Hätte ich noch gefragt, parken konnte ich immer gut.

  70. 13:43
    Maximilian Heger

    Und, und dann sind wir von dem Tagungshotel, sind wir von der Tagung quasi weggegangen, haben dort jetzt einen größeren Fitnessraum daraus gestaltet.

  71. 13:52
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  72. 13:52
    Maximilian Heger

    Ist ja auch immer wichtiger, natürlich. Und unsere Stärke liegt wirklich tatsächlich einfach in diesem Wohlfühlen. Damit sagen wir, wir wollen hier eigentlich ein zweites Wohnzimmer sein. Die Gäste sollen kommen wie Freunde, sagen wir auch immer, sollen sich hier wohlfühlen, sollen gute Gastronomie— das ist auch unser Steckenpferd, würde ich behaupten. Und ja, also wir haben jetzt einen größeren Bau vor uns. Corona hat leider alles ein bisschen in die Länge gezogen, wie bei vielen auch. Wir wollen jetzt den Wellnessbereich trotzdem noch vergrößern. Hier kommt dann noch quasi aufs Dach ein Sky Spa, aber da will ich auch nicht zu viel schon vorwegnehmen. Es muss ja spannend bleiben. Ja, und dann haben wir eigentlich das Paket, was wir haben wollten.

  73. 14:31
    Ronald M. Arndt

    Aber ihr seid ja schon nah am Himmel hier, ne? Wir sind ein bisschen auf der Höhe hier, aber auch was den Blick angeht und so auf dem Schluchsee. Das wird ein richtiger Sky Spa.

  74. 14:41
    Maximilian Heger

    Also da denke ich, wenn wir dann eine Sauna oben auf dem Dach haben mit Blick direkt auf den Ort, auf den Schluchsee, ich denke, das wird dann schon Gutes, wann kommen solche Ideen, wo kommen solche Ideen zustande? Immer ganz ehrlich, wenn man abends mit der Familie zusammensitzt und ein Fläschchen trinkt. Nein, natürlich, man guten Hegerwein, ja, ja, sowieso. Nee, man verfolgt ja natürlich auch das ganze Geschehen um einen herum, der, man beobachtet den ganzen Markt. Wellness natürlich viel wichtiger, deswegen auch Thema Gesundheit spielt immer mehr eine Rolle. Ich merke es verstärkt in der Küche auch, wie Veganer, vegetarisch, leichte Kost immer mehr gefragt ist. Und so kam halt auch der Gedanke, okay, wir brauchen größeren Wellnessbereich, wie kann man es gestalten, was andere vielleicht noch nicht haben? Haben wir auch gesagt, bevor es nach draußen geht, gehen wir doch diesmal in die Höhe. Wir haben die Gegebenheiten, ist ja auch ein allgemeiner Trend, eher in die Höhe. Ja, ist ja auch so. Ja, ja, viele sagen eigentlich auch, ja, und dann muss man natürlich noch ein Schwimmbad oben aufs Dach setzen. Das machen wir nicht, weil wir haben ein schönes Außenbecken genau in den Garten integriert. Das war immer ein ganz großes Thema für meinen Opa, seinen Garten. Also wenn er in seiner Freistunde, er war immer draußen, also egal bei welchem Wetter.

  75. 15:51
    Ronald M. Arndt

    Und ja, das ist daher wahrscheinlich der Name Flora.

  76. 15:54
    Maximilian Heger

    Ja, genau. Ja, ja, nee, wirklich. Also man sieht hier auch, wie vorhin schon gesagt, wir haben hier uns viele Rosen, auch der Teppich im Restaurant sind Rosen gezeichnet, und das frühere Logo bestand auch aus Rosen. Und ja, und das war immer schon wichtig, aber das ist auch das, was die Gäste hier sehr schätzen. Wenn man immer die Rezension liest, heißt immer, der Garten schön gepflegt, ist dann Ja, ich bin durch, bisschen durch die Rezension.

  77. 16:18
    Ronald M. Arndt

    Ausschließlich 5 Sterne auf Google. Paar Affen, aber vielleicht von 300, 3 Stück oder was dabei. Aber selbst die habt ihr gut beantwortet.

  78. 16:27
    Maximilian Heger

    Ja, man muss immer fair bleiben. Ja, also es gibt natürlich immer, aber ich denke mal, die gibt es überall.

  79. 16:32
    Ronald M. Arndt

    Nein, nein, nein, natürlich gibt es die überall. Aber ich finde es immer gut, ich bin immer interessiert, wie reagiert ein Hotel? Ja, also so die Mischung aus höflich, aber auch Ja, bestimmt selbstbewusst, weil man ganz genau weiß, woran es am Ende liegt.

  80. 16:44
    Maximilian Heger

    Ja, man muss auch, man darf sich auch, man muss auch ehrlich sein in der heutigen Zeit. Jetzt gerade bei Corona hat man es gemerkt. Während Corona waren die Gäste sehr dankbar dafür, dass sie wieder raus können. Und jetzt nach Corona hat man schon ein anderes Verhalten tatsächlich gesehen. Da muss man schon auch sagen, man muss auch strikt irgendwo seine Linie haben. Man kann jetzt nicht, früher war es ja ganz oft, da hat man alles für den Gast, ist auch richtig, aber man muss auch an sich denken, an seine Mitarbeiter und vor allem ganz wichtig halt hinter seinen Leuten stehen. Das gehört auf jeden Fall dazu.

  81. 17:10
    Ronald M. Arndt

    Das wäre schon so eine Frage gewesen auch, was glaubst du denn, wie sich das Leben des Hoteliers unterscheidet früher und heute? Also ganz schwierige Frage jetzt, aber klar, wir haben das Thema Digitalisierung, ganz klar. Man muss mit diesen Bewertungen arbeiten, man kann sie nicht einfach nur da im Raum stehen lassen, klar. Das ist ein Aufgabenbereich, der kommt für den Hotelier von heute dazu. Beschäftigt sich mit solchen Themen dein Vater noch, in Anführungszeichen?

  82. 17:39
    Maximilian Heger

    Ja, noch. Also mein Vater ist also wirklich, wirklich, aber ich würde sagen, das ist generell noch die, ich sage jetzt mal, die Generation vor uns, die, die wirklich fit sind in dem, was sie tun. Auch sie gehen auch mit der Zeit. Also ist jetzt auch nicht so, dass mein Vater, jetzt ist auch über 60, dann sagt, ja, ich will damit nichts mehr zu tun haben. Ganz im Gegenteil, er sagt dann auch hier, wie sieht das und das aus. Er kontrolliert auch, er schaut, sind die aktuellen Bilder online, und, und tut uns dann auch wieder hinführen, sagen, ja, schaut da vielleicht mal drüber, dass man mal jetzt Bilderwechsel macht. Aber ja, zurück zu deiner Frage, ich zitiere da meinen Vater mal gerne, er sagt halt auch, durch die ganzen Auflagen ist es immer schwieriger, als Chef selber Gastgeber zu sein. Also man hat wirklich, habe es auch jetzt in der Zeitung letztens gelesen, auch hier von Kollegen, die das auch sagen, sie haben auch gesagt, sie haben mehr Zeit, einfach am Gast zu sein, wirklich. Aber man muss natürlich differenzieren, ist man jetzt Ist man jetzt ein Kettenhotel, ist man Familienhotel? Als Familienhotel, sage ich, bist du schon verstärkt auch operativ tätig. Also wir sind alle mit im Geschäft. Das hat unser Vater uns auch immer früh mitgegeben: Bitte seid nicht diejenigen, die abends dann ins Restaurant hocken und euch à la carte bestellen, sondern wir sind wirklich mittätig. Meine Schwester, meine Mutter, meine Verlobte sind mit im Restaurant, mein Schwager, mein Vater und ich, wir machen da Facility-Aufgaben quasi, sind in der Küche. Also wir sind so die Datschmer, sagt man hier so, die, die alles machen. Ah, die Datschmer, Datschmer dies, Datschmer jenes.

  83. 19:00
    Ronald M. Arndt

    Genau, ja, wir verstehen uns da auch hier noch sprachlich. Und ja, wenn, wenn unsere Hamburger Zuhörer das hören, dann werden sie erstmal das Wörterbuch rausholen müssen.

  84. 19:10
    Maximilian Heger

    Also okay, gut. Ja, es hat, es hat immer Vor- und Nachteile. Ist natürlich vieles einfacher geworden, auch gerade in Sachen Marketing, dass man natürlich so kostenlose Tools wie Facebook, Instagram hat. Das machen dann schon wir. Also ich bin gerade im Marketingbereich.

  85. 19:22
    Ronald M. Arndt

    Okay.

  86. 19:22
    Maximilian Heger

    Halt auch dahingehend vom Studium. Ja, und ja, aber gesunde Mischung ist eigentlich. Aber wie gesagt, man wünscht sich oft, dass man ein bisschen weniger Auflagen hätte, was wirklich manchmal das Leben echt schwer macht.

  87. 19:35
    Ronald M. Arndt

    Vor allem, also meinst du jetzt da noch konkret, ja, Auflagen, also die, die halt generell Unternehmer hat in Deutschland, ne?

  88. 19:42
    Maximilian Heger

    Meinst du generell? Ja, z.B. ganz großes Thema, es kommt ja immer wieder, ist leider Brandschutz. Brandschutz, also hier oben sind natürlich noch mal in erster Linie von betroffen, ne? Ja, und hier sind, ja, hat halt wirklich super Läden, die es übernehmen wollten, die konnten es einfach nicht, weil die Brandauflagen, die ändern sich ja in so kurzer Zeit immer. Du hast was gemacht, kommt, kommt das Nächste schon. Und die dann wirklich sagen mussten, wir können es nicht weitermachen, weil wir die finanziellen Mittel nicht haben. Da kam noch Corona sowieso noch dazu, das war das leidige Thema. Und wirklich sehr, sehr schade, weil es waren wirklich super Menschen. Und ja, das tut einem in der Seele halt weh, wenn man weiß, was da alles dahinter steckt, und die es einfach nicht machen können, weil sowas im Raum steht.

  89. 20:19
    Ronald M. Arndt

    Ja klar. Nee, das sind ja, also das denke ich immer wieder bei Hotels von eurer Größe, das sind einfach auch Summen. Ja, also klar, da kannst du Bank haben, die mitspielt, aber die Bank macht es auch nicht.

  90. 20:30
    Maximilian Heger

    Ja, ist halt auch immer, ja, nee, sowieso. Und das Schlimme ist halt, oder was heißt das Schlimme, ich meine, es ist ja wichtig, es geht um Menschen, gar kein Thema, gar keine Frage. Ist halt auch immer, du reflektierst halt immer, was hättest du dafür noch anderes investieren können, wo die Gäste aber auch wirklich wahrnehmen. Das ist ja oft so, dass der Gast sieht, der es Ja, das ist, man merkt es auch, wenn man dann einen Post macht, mal wieder zum Beispiel auf Facebook oder sozialen Kanälen, heute gibt es das zum Essen, da sieht man, wie die Likezahlen ansteigen. Dann haben wir jetzt auch mal gepostet mit, ja, neues WLAN, alles gemacht, auch super. Und dann sagt man, ja, Brandschutz neu, wenn es 10 gefällt, dann ist schon viel. Und das sieht man halt, wo der Trend so ein bisschen leider ist, steigert jetzt nicht zwingend das Gästerlebnis. Genau, genau. Aber ja, nee, wie gesagt, ist wichtig, ist auch richtig so, aber manchmal schon sehr, sehr.

  91. 21:21
    Ronald M. Arndt

    Was passiert mit so Häusern, wo die Inhaber solche Investitionen nicht mitgehen können? So im Groben, kommen die auf den Markt und werden dann von anderen willigen Hoteliers übernommen, oder im besten Fall, oder halt übernommen von eventuell auch von Ketten?

  92. 21:36
    Maximilian Heger

    Also ganz ehrlich, die meisten, die ich kenne, die werden halt abgeschlossen und erstmal zu, weil eben natürlich Wenn jetzt natürlich ein Investor kommt und sagt, der würde es übernehmen, aber muss dann erst mal in ein altes Haus, jetzt mal grob einfach mal 500.000 € investieren.

  93. 21:50
    Ronald M. Arndt

    Ist ja nicht wie früher, wo dein Opa sagte, hier, ich sehe da in Heidenheim eine Chance und jetzt lass mal rüber.

  94. 21:56
    Maximilian Heger

    Also wenn man ehrlich ist, wann hat das mit dem rauchenden Restaurant aufgehört?

  95. 21:59
    Ronald M. Arndt

    Genau.

  96. 22:00
    Maximilian Heger

    So lange ist das noch nicht her. Das habe ich auch noch mitbekommen. Und dann muss ich auch sagen, ja, früher ist nicht viel mehr passiert. Wenn man mit Brandschutzbeauftragten spricht, die haben gesagt, mittlerweile gibt es mehr Brände. Und warum? Weil die Brandschutz- Anlagen irgendwie einen Defekt haben und in Flammen aufgehen. Da, da fragst du dich auch, früher haben sie geraucht in Flugzeugen, Restaurants, Hotel, ist relativ wenig passiert. Jetzt so. Wobei, ich bin auch pro Nichtrauchen im Restaurant, weil wenn neben dir einer eine Zigarre anzündet, schmeckt nicht mehr so, schmeckt nicht mehr so.

  97. 22:26
    Ronald M. Arndt

    Ja, genau. Aber jetzt habe ich Hänger. Nee, ich habe gerade gefragt, wenn so ein Haus abgesperrt wird, das heißt, die Inhaber machen nicht weiter, Gibt es da einen Trend vielleicht mittlerweile, dass wieder junge Leute aus der Stadt oder woanders her in den Schwarzwald kommen und sich dann Traum erfüllen und so ein Hotel übernehmen? Oder ist es erstmal von vornherein ausgeschlossen, weil die Investition eben so hoch ist? Nee, also sprich, es kann vielleicht nur ein vermögender Unternehmer sein, der da weitere Lebensdrittel oder so genießt. Kette weiß ich jetzt gar nicht, so viele Ketten kommen doch gar nicht hier.

  98. 23:04
    Maximilian Heger

    Nee, also ganz früher war ja, war Steigenberger, hat ja so ein bisschen so die Hand über dem Hetzel zum Beispiel gehabt, aber es hat dann nicht so ganz funktioniert. Gut, man kennt den Tidissee noch, das Maritime jetzt zum Beispiel. Ja, also natürlich, kleine Häuser sind für Ketten nicht lukrativ, würde ich jetzt auch mal behaupten, mit wenig Betten.

  99. 23:21
    Ronald M. Arndt

    Vielleicht in Zukunft, ne?

  100. 23:23
    Maximilian Heger

    Vielleicht in Zukunft, ja.

  101. 23:24
    Ronald M. Arndt

    Es ist halt ein Markt auf jeden Fall, der sowieso gerade auch das Rufsuchende—

  102. 23:27
    Maximilian Heger

    ich meine, man kriegt es ja hier auch oft mit, die Leute von der Stadt, einfach von Großstädten, die sagen einfach, ja, bei uns hat man einfach nicht mehr diesen Erholungsfaktor, wir müssen weiter wegfahren. Jetzt gerade während Corona haben wir es auch erlebt, wo es dann losging. Viele aus dem Raum Stuttgart, München sind wirklich—

  103. 23:45
    Ronald M. Arndt

    also selbst bei mir Stuttgart, da verändert sich komplett alles, Tapetenwechsel, und eine Stunde 50.

  104. 23:51
    Maximilian Heger

    Und das kann gut sein, dass da letztendlich, dass die Kette sagt, okay, oder eine Kette sagt, ja, es wird ja lukrativ werden, weil es halt ruhesuchend ist. Hier ist ja auch eine große Debatte hier mit—

  105. 24:01
    Ronald M. Arndt

    was ist denn so die Debatte?

  106. 24:02
    Maximilian Heger

    Die Debatte ist, es geht ja, es geht darum, ob da drüben quasi noch ein weiteres Resort neben den Vier Jahreszeiten hinkommen soll. Das ist gerade ein weiteres großes Thema, wäre jetzt aber zu lang, um es auszuholen. Genau, aber da sieht man halt, also Interesse ist da von größeren Unternehmern auch. Junge Unternehmer, ich sehe es vermehrt auf Facebook, lese ich öfters, dass viele schon Lokalitäten suchen, um einfach ihren Traum zu erfüllen. Ich finde es auch wichtig, dass man auch den Jungen die Chance gibt, aber Da ist eben wieder Thema Bürokratie in Deutschland ja wirklich sehr, sehr groß. Wenn man überlegt, in Österreich, wenn ich jetzt nichts falsch sage, wird ja zum Beispiel auch, wenn du baust, die Hälfte subventioniert einfach. Okay, hier ist halt immer noch nach wie vor Industrie in Deutschland halt sehr, sehr groß geschrieben, weil halt immer noch der Primärfaktor für die Wirtschaft ist.

  107. 24:47
    Ronald M. Arndt

    Also du meinst, wenn man im Tourismus baut, oder?

  108. 24:49
    Maximilian Heger

    Ja, genau. Okay, weil Österreich Tourismus Nummer 1, klar, und den wird halt einfach unter die Arme gegriffen. Hier natürlich auch, gar kein Thema, aber halt nicht in der Größe wie zum Beispiel in Österreich.

  109. 24:59
    Ronald M. Arndt

    Okay. Genau, ich habe auf der Webseite ein bisschen gespickelt, da gibt's ja ganz viele schöne Arrangements. Das ist auch so ein bisschen mein Steckenpferd, finde ich einfach toll, sich da auch mal Dinge auszutesten und einfach mal online zu stellen und schön zu betiteln, mit Bildern zu versehen und zu gucken, bucht jemand, bucht niemand. Wer ist da so der Kopf?

  110. 25:22
    Maximilian Heger

    Das steht auch so, also eigentlich wir alle. Jetzt zum Beispiel meine Eltern, die haben das damals ja eingeführt, geführt. Das ist unsere Verschnaufpause.

  111. 25:28
    Ronald M. Arndt

    Da entsteht ja so ein Riesenmehrwert, finde ich immer.

  112. 25:30
    Maximilian Heger

    Ja, es ist so, ja, du kannst die Leute auskitzeln.

  113. 25:33
    Ronald M. Arndt

    Genau, was können wir denn?

  114. 25:34
    Maximilian Heger

    Genau, das ist ja immer, du willst den Gästen ja auch viele, viele, die jetzt vielleicht auch nicht so internetaffin sind, einfach schnell die Möglichkeit geben, etwas Gutes zu finden. Und da haben wir halt verschiedene Sachen. Wir haben einmal, wo du wirklich, jetzt haben wir zum Beispiel unsere Sehnsuchtswochen, wo man da ein bisschen günstiger quasi zu uns kommt, gerade in der Nebensaison, einfach für Leute, die es mal testen wollen. Wie es hier ist. Wir haben die Verschnaufpause, das ist ein bisschen mein Favorite, weil es wieder gastronomielastig, das ist, da kriegen sie eine Entrecôte double am Tisch tranchiert quasi. Dann machen wir unsere Platte und dann wie früher, der Service ist einfach, wie gesagt, wieder Steckenpferd. Gastronomie ist uns sehr wichtig, dass wir auch unsere Auszubildenden quasi die alte Schule noch beibringen, gerade wie, wie diese, ja, Tischarbeit einfach. Wie macht man das mit dem, mit dem Fleisch am Tisch noch tranchieren, richtig, ohne dass man mit der Gabel reinkickt, sondern wirklich die Gabel auf auflegt aufs Fleisch. Und ja, auch mit Forellen hatten wir früher noch, wir haben jetzt leider kein À-la-carte mehr, aber es hat sich einfach auch nicht mehr rentiert, muss man ganz offen drüber reden. Hatten wir auch noch ein eigenes Forellenbecken hier, Forellenbassin, und haben dann auch noch mal Forellen am Tisch tranchiert.

  115. 26:42
    Ronald M. Arndt

    Und das ist ja schön als Unternehmer, man kann ja, wenn man da absehen kann, dass der Markt es möchte, dann auf jeden Fall, also sie laufen jetzt immer wieder Dinge einfach wieder einführen Genau, was vielleicht mal—

  116. 26:53
    Maximilian Heger

    genau, jetzt kommt, jetzt kommt das Spargelarrangement, ist jetzt gerade da. Und ja, man geht halt immer saisonell mit, was hat man. Dann gibt's ein Wanderarrangement im Herbst noch.

  117. 27:02
    Ronald M. Arndt

    Genau, ja, aber da bewegst du dich ja, deine Familie, wirklich immer so zwei Welten: Restaurant, Hotellerie. Oder man sieht das als eins, aber ich stelle mir das schon als sehr unterschiedliche—

  118. 27:10
    Maximilian Heger

    ja, aber dadurch, dass man—

  119. 27:12
    Ronald M. Arndt

    aber als Paket ist es wunderbar.

  120. 27:13
    Maximilian Heger

    Ja, man muss auch sagen, wir haben wirklich das Glück, muss sagen, ich krieg's von vielen mit, wo das Konstrukt Familie nicht ganz so harmonisch funktioniert, leider. Muss ich wirklich sagen.

  121. 27:22
    Ronald M. Arndt

    Und Großteil der Fälle eigentlich, ja.

  122. 27:24
    Maximilian Heger

    Und hier muss man wirklich sagen, auch Corona hat in dem Fall, weil das Positive hat uns sehr, sehr noch mehr zusammengeschweißt. Wir waren eh wirklich schon immer eine Einheit. Und ja, und man merkt auch, wir hocken dann beim Mittagessen halt mal noch zusammen und besprechen den Tag, was steht Neues an, haben gute Ideen auch, wie Thema Nachhaltigkeit, wie kann man das voranbringen. Und so wächst dann eigentlich, wachsen die Ideen, wie hier mit dem Umbau. Und ja. Cool. Und so, es sprudelt quasi, es sprudelt. Ja, wir sind jetzt hier 6 eigene mit mittlerweile, doch. Ja, wie gesagt, mein Schwager ist jetzt mit an Bord, meine Verlobte ist jetzt mit im Unternehmen.

  123. 27:59
    Ronald M. Arndt

    Ja, da freue ich mich dann für euch, wenn es dann bald soweit ist. Erster Schritt ist gemacht. Ja, herzlichen Glückwunsch.

  124. 28:05
    Maximilian Heger

    Danke schön.

  125. 28:05
    Ronald M. Arndt

    Vielen Dank.

  126. 28:06
    Maximilian Heger

    Ja, doch, nee, es ist einfach auch schön, wie sich halt alle verstehen. Auch meine Verlobte und mein Schwager z.B. ist ja auch aus oft nicht der Fall. Und ja, macht einfach, macht einfach wirklich Spaß, sind auch wirklich wie gute Freunde. Also auch wenn man mal zusammen frei haben sollte, hockt man ganz oft abends zusammen und genießt einfach die Zeit.

  127. 28:23
    Ronald M. Arndt

    Also die Stimmung gefällt mir gut, das Haus genauso. Wenn es dann auf dem Dach sprudelt, spätestens dann komme ich wieder vorbei, sehr, sehr gerne mit meinem Mikro und fange ein kleines Update ein, was es hier bei Hegers dann Neues gibt. Ja, und Ja, bis dahin, Max, ganz, ganz lieben Dank für das Kennenlernen.

  128. 28:42
    Maximilian Heger

    Ja, ich habe zu danken, dass du den Weg auf dich genommen hast. Ja, vom Schwabeländle aus.

  129. 28:45
    Ronald M. Arndt

    Vom Schwabeländle. Ja, wie gesagt, ich musste zurück. Die 3:0-Schmach, die belastete mich seit vielen, vielen Jahren. Ja, aber jetzt habe ich ein ganz anderes Bild vom Schlusssee, und das war das Ziel ja irgendwo auch.

  130. 29:00
    Maximilian Heger

    Jawohl, freut mich auf jeden Fall.

  131. 29:01
    Ronald M. Arndt

    Max, danke dir. Und danke dir, deine Familie, deine Verlobte, Wenn es das Wort ist. Alles, alles Gute und Liebe. Vielen Dank.