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Switzerland · Episode #1 · 21.07.2025 · 26 Min

Christian von Rechenberg, Baur au Lac

Christian von RechenbergBaur au Lac · Zürich
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Aufgenommen: Baur au Lac, Zürich

Standbild aus der Episode mit Christian von Rechenberg Switzerland26 Min

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„Wir haben noch keinen Tag zugehabt seit der Eröffnung in 1844. Nicht während dem Ersten Weltkrieg, nicht während dem Zweiten.“

Christian von Rechenberg, 05:32

Eva Kramer eröffnet HOTEL-PODCAST Switzerland im Baur au Lac in Zürich. Christian von Rechenberg, seit drei Jahren General Manager und insgesamt zehn Jahre im Haus, erzählt, wie das Hotel seit der Eröffnung 1844 keinen einzigen Tag geschlossen hatte und jedes Jahr zehn Prozent der Zimmer renoviert wird. Dazu Geschichten von Sharon Stone und Sean Penn und sein Weg zum General Manager über New York, Hongkong und London.

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Kernaussagen

  1. Zehn Prozent pro Jahr: Die Familie investiert jedes Jahr und renoviert zehn Prozent der Hotelzimmer, samt Klimatisierung und Technik. Kein Zimmer ist älter als zehn Jahre.
  2. Nie geschlossen: Seit der Eröffnung 1844 hatte das Haus keinen Tag zu, auch nicht in den beiden Weltkriegen und nicht während Covid.
  3. 80 Prozent Zürcher: In allen drei Restaurants kommen 80 Prozent der Gäste aus der Stadt. Das Haus arbeitet bei Street Parade, Zurich Film Festival und Sechseläuten mit Zürich zusammen.
  4. Weg zum GM: Nach der École Hôtelière de Lausanne Internship, Restaurantleiter, Food and Beverage, Vizedirektor, dazwischen New York, Hongkong und London. Er empfiehlt jedem Auslandserfahrung.
  5. Kleine Dinge, Champions League: Fingerabdrücke an der Glastür oder nicht abgeräumte Room-Service-Trolleys lässt er nicht durchgehen. Bei echten Fehlern nimmt er Leute dagegen in Schutz.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed

In der allerersten Episode des neuen HOTEL-PODCAST.COM SWITZERLAND spricht Gastgeberin Eva Kramer mit Christian von Rechenberg, General Manager des legendären Baur au Lac in Zürich.

Christian kennt das Haus seit über zehn Jahren mit spannenden Zwischenstationen in New York, Hongkong und London. Er verrät, wie ein Luxushotel dieser Klasse über Jahrzehnte modern bleibt, welche Geschichte Sharon Stone im Baur au Lac hinterlassen hat und was heutige Gäste wirklich erwarten und mitnehmen möchten.

Außerdem spricht er darüber, warum die Hotellerie nach wie vor eine exzellente Karrierewahl für junge Menschen ist und wie man eigentlich General Manager wird.

Die Street Parade am vergangenen Wochenende haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

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Transkript

Transkript öffnenTranskript schließen26 Min · Ronald M. Arndt und Christian von Rechenberg

Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.

  1. 00:00
    Eva Kramer

    Grüezi und herzlich willkommen zum Hotel Podcast Switzerland. Mein Name ist Eva Kramer und ich berichte aus einzigartigen Hotels in der Schweiz. Ich spreche mit charismatischen Hotelpersönlichkeiten und bin immer auf der Suche nach spannenden Hotelgeschichten. Und meine allererste Folge führt mich nicht in irgendein Hotel, sondern in eines der legendären Zürcher Luxushotels in Zürich, meiner Heimatstadt. Und zwar, es ist das einzige 5-Sterne-Hotel in Zürich, was einen Park hat im Stadtzentrum. Und nach über, seit über 180 Jahren ist es immer noch im Familienbesitz. Die Rede ist natürlich vom Baur au Lac und ich freue mich riesig, dass Christian von Rechenberg, General Manager des Baur au Lac, heute da ist. Herzlich willkommen.

  2. 00:54
    Christian von Rechenberg

    Eva, herzlich willkommen im Baur au Lac. Und ich freue mich sehr, dass wir bei der ersten Sendung dabei sein dürfen.

  3. 01:01
    Eva Kramer

    Das ist das größte Geschenk.

  4. 01:02
    Christian von Rechenberg

    Mega cool. Vielen, vielen Dank.

  5. 01:04
    Eva Kramer

    Und zweitens herzlichen Dank auch dafür für deine Zeit, weil ihr seid nämlich eigentlich heute fully booked und deswegen sitzen wir nicht in einer Suite oder im Hotelzimmer, sondern sind heute in der Brasserie Baur's. Und jetzt zum Beginn fangen wir gleich an. Als ich mich für den Podcast vorbereitet habe, ist mir— also ich habe YouTube-Videos angeschaut, ich habe Artikel durchgelesen und natürlich weiß ich als Zürcherin schon einiges auch über das Baur au Lac. Und trotzdem ist mir eins sofort aufgefallen, und zwar, dass du zum Inventar gehörst. Du bist schon, wenn man alles zusammenrechnet, insgesamt 10 Jahre hier im Hotel, also schon seit über 10 Jahren hier. Und deswegen könnte ich mir keinen Besseren vorstellen, der mehr über das Baur au Lac und die Geschichte und die Besonderheiten des Hauses erzählt als du. Erzähl uns mehr über dein Baur au Lac.

  6. 01:58
    Christian von Rechenberg

    Ja, genau. Über mein Baur au Lac. Es ist ein wunderschönes Haus, wie du gesagt hast. Ich habe das Glück, dass ich insgesamt 10 Jahre da sein darf. Ich bin zum dritten Mal da. Ich bin immer wieder weggegangen, war im Ausland, durfte in New York arbeiten, Hongkong und London. Aber ich bin jetzt seit 10 Jahren insgesamt da, habe ein Internship hier gemacht nach der Hotelfachschule, war in diesem Restaurant Restaurantleiter eine Zeit lang.

  7. 02:26
    Eva Kramer

    Wie hiess es vorher?

  8. 02:29
    Christian von Rechenberg

    Rivegauche. Das war noch Rivegauche-Zeiten. Genau. Und durfte dann die ganze Food and Beverage Division übernehmen und bin dann, wie gesagt, noch mal raus und vor 7 Jahren zurückgekommen als Vizedirektor und jetzt seit ziemlich genau 3 Jahren als Direktor. Aber ich muss auch noch dazu sagen, es gibt natürlich sehr viele Leute hier und Mitarbeiter, jetzt mal ausgenommen von der Familie Kracht, von den Besitzern, die einiges länger als 10 Jahre da sind. Also da hättest du Leute, Eine ganze Schrie, die sind 25 Jahre und mehr da.

  9. 03:02
    Eva Kramer

    25 Jahre und mehr. Okay, das heisst, die haben sicher auch sehr viele Geschichten zu erzählen. Jetzt über die Geschichte des Hauses. Johannes Baur hat ja das Baur au Lac 1844 erbaut. Damals war das eher untypisch. Wieso eigentlich?

  10. 03:19
    Christian von Rechenberg

    Johannes Baur hat, das war sein zweites Haus, er hat zuerst am Paradeplatz gebaut und hat dann gemerkt, es wäre doch toll, eine Sommerdependance zu haben am See. Hat man damals nicht gemacht.

  11. 03:30
    Eva Kramer

    Visionär war das damals.

  12. 03:32
    Christian von Rechenberg

    Genau, sehr. Damals hat es hier Viecher und Insekten gehabt am Wasser und alle haben gesagt: Was machst denn du? Und er hat gesagt: Nein, das ist toll. Und ich mache es auch gleich so, dass die Fenster zum See zeigen, weil das eine tolle Aussicht ist. Und das war so der Grundstein 1844 für dieses tolle Haus, das dann über die Jahre immer mehr gewachsen ist. Nach wie vor, wie du schön gesagt hast, in 7. Generation von der Familie Kracht besitzt werden.

  13. 04:01
    Eva Kramer

    Jetzt ist es natürlich so, also die Familie Kracht stammt von der Familie Bauer ab. Es war ja die Hochzeit von der Emilie Bauer, die dann den Karl Kracht geheiratet hat, und seitdem heißt die Familie Kracht. Ja, jetzt, ihr habt eine unglaubliche Geschichte, Tradition, 7. Generation, die das Haus führt. Wie schafft ihr das eigentlich? Es ist ja ein Drahtseilakt zwischen Erbe, das verpflichtet ja, es hat ja auch zum Teil so was Schweres, es verpflichtet, und gleichzeitig, dass sie modern bleibt. Also wie schafft ihr es trotzdem, mit der Zeit zu gehen, also modern zu bleiben? Was macht ihr?

  14. 04:44
    Christian von Rechenberg

    Ja, also ich glaube, du hast schon recht, oder? Ein Traditionshaus mit viel Vergangenheit. Aber was die Familie schon sehr, sehr lange macht, ist, sie investieren jedes Jahr ins Haus, damit es frisch bleibt. Wir wollen kein Museum sein, sondern wir wollen am Puls der Zeit sein. Wir haben das Glück, dass wir jedes Jahr eigentlich 10% unserer Hotelzimmer renovieren dürfen. Und das ist nicht nur ein Pinselanstrich, sondern es ist dann wirklich mit Air Conditioning, mit der ganzen Technik dahinter. Und das macht uns sicher Sehr einzigartig. Ich kenne jetzt nicht viele Häuser, die sagen können, dass sie kein Zimmer haben, das älter ist als 10 Jahre.

  15. 05:26
    Eva Kramer

    Also ihr seid eigentlich ständig am— also man hat auch das Gefühl, es läuft immer irgendwas.

  16. 05:32
    Christian von Rechenberg

    Und auch immer am offenen Herz. Also wir haben noch keinen Tag zugehabt seit der Eröffnung in 1844. Nicht während dem Ersten Weltkrieg, nicht während dem Zweiten. Und Covid? Nein, haben wir auch offen behalten. Und ich glaube, das ist auch was Tolles, was wahrscheinlich vor allem auch möglich ist, wenn man eine Familie hat, die wirklich an ihr Produkt glaubt und an die Mitarbeiter glaubt und das Haus offen behält, auch in schwierigen Zeiten.

  17. 05:57
    Eva Kramer

    Das heisst, Baur au Lac ist ständig im Wandel. Und trotzdem würde ich behaupten, dass sich eines nie ändert, nämlich die ganzen kleinen Geheimnisse und Geschichten. Ich würde sagen, dass wenn die Wände reden könnten, dann würden sie sehr viele verschiedene Stories zum Besten geben können. Christian, was ist denn so deine Lieblings-Baur au Lac Story? Ich bin natürlich jetzt hierher gekommen, um auch ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern, dir ein bisschen ein paar Geschichten aus der Nase zu ziehen. Und ja, ich kenne den Ehrenkodex der Diskretion der Hotellerie. Es gibt nicht nur das Bankgeheimnis, es gibt auch das Hotel-, das Schweizer Hotelgeheimnis. Was kannst du uns denn, was darfst du denn erzählen?

  18. 06:45
    Christian von Rechenberg

    Ja, es gibt viele Persönlichkeiten, die hier ein- und ausgegangen sind. Aber ich glaube, das ist noch nicht mal das Spannendste. Ich glaube, es ist der Hotelalltag, der wirklich spannend ist. Das Haus ist im Familienbesitz, aber es fühlt sich auch an, als wären wir eine grosse Familie. Das ist, glaube ich, auch einer der grossen Erfolgsfaktoren. Wenn man dann von schönen Geschichten spricht, Also von Stars. Sternchen möchtest du?

  19. 07:11
    Eva Kramer

    Ja, Stars und Sternchen.

  20. 07:14
    Christian von Rechenberg

    Ja, also eine ganz schöne Geschichte. Das ist eigentlich wirklich lustig. Und das darf ich so erzählen, weil es war in der Presse auch so. Sharon Stone kam zum Zürich Film Festival. Und damals, eines ihrer Kinder hat sich sehr interessiert für den Job Koch. Also der wollte Koch werden. Dann hat Sharon Stone kurz vor der Galaabend oder der Eröffnungsabend, sie war im Glitzerkleid, goldenes Glitzerkleid, very glamorous, hat dann gefragt, ob sie noch kurz die Küche sehen darf. Ist dann in die Küche gegangen und hat dann so über den Pass mit dem Küchenchef geredet und sich ausgetauscht. Da gibt es ein Foto von ihr. Ist übrigens auch in einem Buch vom ZFF. Und da sieht man sie, wie sie da so über den Küchenpass mit dem Küchenchef spricht. Und es war total familiär und casual und schön. Und es gibt auch ein tolles Foto, weil sie da in diesem Glamourkleid da steht.

  21. 08:17
    Eva Kramer

    Ach ja, ich erinnere mich. Das war so ein richtiges Glitzerkleid. Ah ja, ja, tolles 80s Sharon Stone. Alles klar. Und sonst irgendwie eine andere Geschichte, die du vielleicht zum Besten geben könntest? War es vielleicht mit einem Gast? Es muss gar kein Star oder Sternchen sein. Also irgendeine andere, ein Drama? Oder ein Thriller oder irgendwas, was du erzählen könntest, was mal passiert ist oder totaler Fail?

  22. 08:44
    Christian von Rechenberg

    Totaler Fail?

  23. 08:44
    Eva Kramer

    Ja, kann ja.

  24. 08:45
    Christian von Rechenberg

    Nein, also es gibt auch Geschichten, die haben wir—

  25. 08:47
    Eva Kramer

    Komm jetzt, da gibt es doch sicher einige. Diskretion, ich sehe schon, er weicht aus.

  26. 08:52
    Christian von Rechenberg

    Die haben wir 2, 3 Mal schon erzählt, aber ich erzähle sie gerne noch mal, weil es ist eigentlich wirklich eine schöne Geschichte. Die Dame ist vielleicht 70 Jahre alt und hat einen Hund. Und der Hund, der macht sein Geschäft am liebsten auf Gras. Und tatsächlich, ich war dabei, das ist nicht eine erfundene Geschichte, sondern ich habe es gesehen, ist unser Guest Relations Manager, wir haben einen sehr schönen Park mit Rasenfläche, hat auf einem Blech so eine Rasenfläche ausgestochen und das aufs Zimmer gestellt, damit der Hund auch auf dem Zimmer sein Geschäft ausrichten kann.

  27. 09:27
    Eva Kramer

    Im Hotelzimmer. Wann war denn das?

  28. 09:29
    Christian von Rechenberg

    Ja, das ist noch nicht mal so lange her. Ich würde sagen, das war kurz nachdem ich zurückgekommen bin. Unglaublich. Vielleicht so vor 5, 6 Jahren. Und ja, das fand ich auch unglaublich. Aber es ist eine Geschichte, die man immer wieder gerne erzählt.

  29. 09:41
    Eva Kramer

    Ja. Und dann? Ja, und dann so diese— Ich habe gelesen, die Kaiserin Sissi war auch hier. Stimmt das?

  30. 09:48
    Christian von Rechenberg

    Die Kaiserin Sissi war hier.

  31. 09:49
    Eva Kramer

    Ich bin ja so ein Sissi-Fan.

  32. 09:52
    Christian von Rechenberg

    So schön.

  33. 09:52
    Eva Kramer

    Ja.

  34. 09:53
    Christian von Rechenberg

    Der Nobelpreisträger wurde hier erfunden, in unserem Ballsaal. Wagner hat die Walküre hier zum ersten Mal preisgegeben, oder einen Teil davon, muss man sagen, preisgegeben.

  35. 10:13
    Eva Kramer

    Ja, also all diese Geschichten machen ja nicht nur das Baur au Lac besonders, sondern auch den Standort Zürich.

  36. 10:21
    Christian von Rechenberg

    Ich habe noch einen guten.

  37. 10:22
    Eva Kramer

    Also bitte.

  38. 10:23
    Christian von Rechenberg

    Den habe ich vergessen.

  39. 10:23
    Eva Kramer

    Ja, bitte. Aber einen, den wir noch nicht—

  40. 10:26
    Christian von Rechenberg

    Nein, den kennst du noch nicht.

  41. 10:27
    Eva Kramer

    Okay, cool.

  42. 10:28
    Christian von Rechenberg

    Sean Penn hat eine Pressekonferenz hier gegeben fürs ZFF und hat tatsächlich während der Pressekonferenz einen Joint angezündet.

  43. 10:37
    Eva Kramer

    Nein.

  44. 10:37
    Christian von Rechenberg

    Doch.

  45. 10:38
    Eva Kramer

    Und dann kam die Polizei, oder?

  46. 10:40
    Christian von Rechenberg

    Nein, ich weiß auch nicht. Er hat so das Bad-Boy-Image und das hat er da richtig ausgelebt. Und das ist auch noch eine Geschichte. Die man ab und zu wieder hört.

  47. 10:51
    Eva Kramer

    Alles klar. Ja gut, also all diese Geschichten machen nicht nur das Baur au Lac besonders, sondern auch den Standort Zürich. Was hat denn das Baur au Lac für eine Rolle in Zürich für dich? Also für mich, kannst du?

  48. 11:06
    Christian von Rechenberg

    Ja, ich bin selber auch in Zürich aufgewachsen und für mich war es eigentlich immer so das Haus in der Stadt, das man halt gekannt hat. Und wenn man auch unseren Gästemix anschaut, Restaurants, das gilt eigentlich für alle 3 Restaurants, es sind 80% Leute aus der Stadt. Und das finde ich sehr schön, weil ich glaube, es ist ein Haus von Zürich für Zürich. Also wir Institution, wir machen sehr viel mit der Stadt zusammen, eine Institution, sei es Street Parade, sei es eben das ZFF oder auch beim Sechseläuten. Und ich denke, es ist, weil es im Herzen von Zürich ist, auch ein großer Teil von Zürich, im Stadtteil von Zürich und für die Zürcher Bevölkerung.

  49. 11:51
    Eva Kramer

    Also, und da möchte an dieser Stelle sagen, eben Street Parade hast du jetzt gerade gesagt und auch ganz besonders sind so diese, ja, die traditionellen Events. Dazu gehört auch das Weihnachtsbaum, ja, wie nennt ihr das?

  50. 12:05
    Christian von Rechenberg

    Christmas Tree Lighting.

  51. 12:07
    Eva Kramer

    Das ist immer ruckzuck ausgebucht und sowieso Street Parade habe ich gesehen, ist auch schon längst ausgebucht. Also wenn ihr mal hier, ja, 7 Minuten, also wenn ihr mal an so einem Event dabei sein wollt, dann Müsst ihr schnell sein, tut mir leid, oder ihr müsst mehr Leute zulassen. Okay, also auf jeden Fall, wie wenn dich jetzt ein Stammgast fragen würde, was sind so deine 3 Top Baur au Lac Experiences, die du, wo du sagst, hey, die müsst ihr hier in Zürich erlebt haben bei uns im Baur au Lac, bevor ihr weiterreist?

  52. 12:41
    Christian von Rechenberg

    Du hast den Park erwähnt. Ich glaube, der Park, das ist wirklich etwas sehr Einzigartiges, weil es halt eine Oase inmitten der Stadt ist, direkt am See. Finde ich wunderschön mit unserem Bienenhaus. Wir machen unseren eigenen Honig da, den man also auch gerne beim Frühstück probieren kann. Das ist sicher ein Platz, da würde ich jedem empfehlen, mal vorbeizugehen.

  53. 13:01
    Eva Kramer

    Darf ich kurz fragen, habt ihr einen eigenen hoteleigenen Imker?

  54. 13:06
    Christian von Rechenberg

    Also wir haben einen Partner, er macht nicht nur hier. Okay, und der kommt dann vorbei und—

  55. 13:12
    Eva Kramer

    Imker, ja.

  56. 13:14
    Christian von Rechenberg

    Ja, genau. Er macht es nicht nur für uns, aber wir haben einen Imker, der kommt regelmässig und schaut, dass es den Bienen gut geht. Die werden übrigens ausquartiert während der Street Parade, damit die nicht irgendwie Schaden nehmen. Das ist ja sehr laut und viele Gerüche und so. Also sicherer Park. Und dann, ja, ich denke, unsere Restaurants, die sind schon toll. Also das Baur haben wir 2019 mit dem Designer Martin Brunitzky Dürften wir das Baur's machen und letztes Jahr das Margitta mit der Terrasse und dem Innenbereich. Das sind tolle—

  57. 13:47
    Eva Kramer

    Die Sonnenschirme sind auch so herrlich, sehen auch sehr schön aus. Ja, also ich schaue einfach auf diese Details.

  58. 13:53
    Christian von Rechenberg

    Ja, es ist sehr detailliert, er ist sehr detailorientiert. Ich finde, er schafft so ein internationales Flair. Und ja, unbedingt mal vorbeischauen.

  59. 14:01
    Eva Kramer

    Ja, jetzt für unsere zukünftigen Erlebnisgestalter, weil Das möchte ich noch sagen. Diese Erlebnisse sind ja eigentlich nur möglich mit einem Orchester von verschiedenen Mitarbeitern. Und für die zukünftigen Hoteliers, die hier zuschauen, was braucht es denn? Oder wieso hast du dich damals für die Hotellerie entschieden? Was würdest du sagen, warum ist es der schönste Beruf für dich?

  60. 14:31
    Christian von Rechenberg

    Also ich glaube, man muss sicher Menschen gern haben.

  61. 14:34
    Eva Kramer

    Vielen Dank. Trop, oder wie sagt man da?

  62. 14:37
    Christian von Rechenberg

    Ja, menschliche Zwischenliebe und so. Also es sind ja nicht nur die Gäste, sondern es sind auch die Kollegen, die Mitarbeiter, die Lieferanten, die wunderbaren Podcaster. Man muss Menschen gern haben, muss Spaß haben, mit Menschen zusammen zu sein, sonst ist es ziemlich schnell ziemlich schwierig. Und ich glaube, man muss Freude haben, Erlebnisse zu kreieren, weil das ist ja eigentlich, was wir tun hier.

  63. 15:01
    Eva Kramer

    Jeden Tag aufs Neue.

  64. 15:03
    Christian von Rechenberg

    Jeden Tag aufs Neue.

  65. 15:04
    Eva Kramer

    Es gibt ja nichts, was man immer wieder—

  66. 15:07
    Christian von Rechenberg

    Genau. Ich glaube, was die Gäste mitnehmen wollen, sind schöne Erlebnisse, schöne Erinnerungen. Es ist super, wenn man die Möglichkeit hat, solche Designmöbel an einer tollen Lage zu haben. Aber am Ende erinnern sich die Gäste wahrscheinlich schon an die Menschen, die da zum Tisch kommen oder die hinter dem Rezeptionstisch oder auch in der Küche stehen. Übrigens, Wenn ich Küche sage, meine ich nicht nur die Köche in Weiss, sondern auch das ganze Stewarding-Team. Ohne Stewarding-Team gibt es auch kein Essen auf dem Teller etc. Es spielt alles zusammen und man muss das gerne haben. Wo Menschen sind, entstehen Konflikte. Man muss bereit sein, vielleicht mal zu diskutieren, etwas auszudiskutieren und sich wiederzufinden, wenn es mal schwierig war. Aber wenn man das gerne macht, dann hast du das schön gesagt, ist das wirklich ein wunderbarer Beruf. Ich möchte vielleicht diese Plattform auch ein bisschen nutzen, um den Jungen zu sagen: Hey, probiert es. Es ist hart, gerade am Anfang, aber es ist—

  67. 16:14
    Eva Kramer

    Was meinst du mit hart?

  68. 16:18
    Christian von Rechenberg

    Also ja, es ist halt viel Präsenzzeit. Wir arbeiten nach dem LGAV, also auf jeden Fall. Aber wenn man da Zimmerstunde hat und dann noch mal kommen muss oder Wenn man an Weihnachten arbeiten muss, wenn die Familie zu Hause ist und so, dann ist das manchmal, ja, dann muss man ein bisschen durchbeißen. Aber meiner Meinung nach lohnt es sich zu 100%.

  69. 16:40
    Eva Kramer

    Und da noch eine kleine Notiz am Rande: Es ist die allerbeste Lebensschule. Also wenn ihr nachher irgendwann mal auch eine Familie gründet oder Kinder habt, dann seid ihr mit der Hotellerieausbildung auf jeden Fall gut dabei, im Gegensatz zu anderen. Ja, wie wird man denn General Manager? Hier vom Baur au Lac? Was muss man machen? Also ich meine, das weiß man ja gar nicht. Das ist wie irgendwie so eine— ich meine, wenn jetzt ein 18-Jähriger sagt, er entscheidet, es interessiert ihn, was ist der Werdegang? Wie kann man das werden?

  70. 17:11
    Christian von Rechenberg

    Ja, also man braucht immer auch ein bisschen Glück, muss man auch sagen. Und ich hatte jetzt das Glück, dass ich zum dritten Mal im Baur au Lac bin und die Familie gut kennenlernen durfte und so. Aber ich glaube, wenn man General Manager werden möchte, ist es sicher wichtig, dass man Passion und ein bisschen Durchhaltewillen hat, aber auch, dass man neugierig ist. Mir hat die Zeit im Ausland sehr gut gefallen. Würde ich jedem empfehlen. Ich hatte das Glück, dass ich mit meiner damaligen Freundin und heutigen Frau und Mutter meiner Kinder das alles durchmachen oder erleben durfte. Ich denke, das hilft einem, den Horizont etwas zu erweitern. Kulturen besser zu verstehen. Vielleicht ist man danach auch ein bisschen mutiger, Sachen zu erkunden oder Sachen auszuprobieren. Also Ausländerfahrung kann ich jedem empfehlen. Und dann halt ja wirklich, es ist die Passion, es ist die Freude am Beruf. Und das sehen andere Leute. Und durch das wird man auch gepusht, weiterzumachen und aufzusteigen und im besten Fall dann GM zu werden.

  71. 18:25
    Eva Kramer

    Aber du hast die Hotelfachschule gemacht, École Hôtelière de Lausanne.

  72. 18:29
    Christian von Rechenberg

    Genau, ja, École Hôtelière de Lausanne.

  73. 18:31
    Eva Kramer

    Das ist auch ein langer Name noch, aber es gibt auch verschiedene Bereiche, wie man dorthin kommen kann. Ja, jetzt Dos und Don'ts. Was gibt es so? Ich habe— wir haben uns letztens zum Kaffeetrinken getroffen und dann saßen wir an der Bar und du hast keine— ich meine, wir haben geredet und keine einzige Sekunde hast du aber die Hotelmitarbeiter aus dem Auge gelassen. Was sind so Was regt dich besonders auf? Also das möchte ich so, weil du bist so nett, so kommst sehr sympathisch rüber. Aber ich bin mir ganz sicher, dass du auch sehr auf gewisse Sachen achtest und dann auch rügen kannst. Was ist ein absolutes No-Go bei dir?

  74. 19:14
    Christian von Rechenberg

    Was ich gar nicht mag, ist, wenn man es so schleifen lässt. Also wenn man zum Beispiel durch den Haupteingang läuft, das ist eine Glastür und es hat offensichtlich Kinderfinger. Untendran und man läuft zum dritten Mal dran vorbei. Das sind so die kleinen Sachen. Aber ich glaube, auf dem Level, auf dem wir spielen oder spielen wollen, Champions League, kann es nicht sein, dass man dann seinen Arbeitsbereich nicht irgendwie auch kontrolliert und stolz ist drauf. Also grundsätzlich, das wollte ich auch noch sagen, grundsätzlich ist, glaube ich, ganz wichtig, dass wenn man dann mal General Manager ist, dass man die Leute so, wie soll ich sagen, motiviert coacht, aber auch unterstützt, dass sie stolz sind, in dem Haus zu arbeiten. Und wenn ich dann so Schmierfinger auf den Scheiben sehe oder auch unabgeräumte Room-Service-Trolleys auf den Gängen und so, wo man einfach vorbeigeht, weil man jetzt gerade keine Lust hat, das mitzunehmen, Das sind Sachen, da kannst du schon mal ein bisschen lauter werden. Aber ich glaube, wenn man motiviert ist und so diese Dinge mitnimmt und dann Fehler macht, jedem passieren Fehler. Und auch morgen werden auch wir hier Fehler machen. Das ist halt so, weil Menschen da sind. Das ist ja auch das Schöne daran. Dann kann ich da gut drüber hinwegsehen oder auch mal jemanden in Schutz nehmen und sagen, hey, auf gut Deutsch, shit happens.

  75. 20:48
    Eva Kramer

    Bart, darf man hier noch Bart tragen? Oder ich weiß nicht, ist ja heutzutage das Moderne, ist ja so, jeder trägt Bart. Ich kenne das von früher noch so, um Gottes willen, nein, und unbedingt rasieren. Also da scheiden sich ja auch die Geister. Wie ist es denn im Baur au Lac?

  76. 21:02
    Christian von Rechenberg

    Ja, ich bin wahrscheinlich der Konservativste hier.

  77. 21:05
    Eva Kramer

    Ja, aber ich meine, man muss ja eine Linie haben, oder?

  78. 21:08
    Christian von Rechenberg

    Nein, Bart okay, Tattoos okay, rote Fingernägel.

  79. 21:13
    Eva Kramer

    Tattoos okay.

  80. 21:14
    Christian von Rechenberg

    Wir haben keine Dutz mehr für die Damen. Also wir haben da—

  81. 21:18
    Eva Kramer

    Es hat sich gelockert, kann man sagen.

  82. 21:20
    Christian von Rechenberg

    Sehr. Und auch wenn du jetzt unsere Uniformen anschaust, wie gesagt, ich bin der Letzte mit Krawatte, vielleicht noch. Im Excom-Team der eine oder andere. Aber ich glaube, wir haben uns da auch mit der Zeit angepasst, wie das Haus sich anpasst vom Design her. Aber immer noch eine Linie, die auch widerspiegelt, was wir machen wollen.

  83. 21:44
    Eva Kramer

    Gut, jetzt lassen wir euch jungen Leuten, die in der Berufswahl stecken, ein bisschen träumen von der zukünftigen Karriere im Baur au Lac als eventuell in 20 Jahren General Manager. Jetzt würde ich aber gerne auch mit dir ein bisschen träumen, und zwar, wenn du jetzt ein Erlebnis noch— stellen wir uns vor, es wäre alles möglich im Baur au Lac und du könntest dir etwas aussuchen, erfinden, ein Erlebnis, eine Persönlichkeit oder irgendetwas, was hier passiert. Was wäre das? Gibt es irgendwas?

  84. 22:17
    Christian von Rechenberg

    Wow, wow. Ja, nein, ich glaube, jetzt bin ich gespannt. Ja, ich auch. Ich glaube, was toll wäre, also grundsätzlich wäre es natürlich schön, wenn wir noch mehr Zimmer gegen den See hätten.

  85. 22:29
    Eva Kramer

    Ah, okay. Also die würdest du so gerne herschnipsen?

  86. 22:32
    Christian von Rechenberg

    Wenn wir schnipsen könnten und alle Zimmer Seesicht hätten, weil es ist natürlich so schön, wenn man über den Park schaut und dann auf den See, dann würde ich mir das sehr wünschen. Sonst, weißt du, das Schöne ist ja auch, dass das Baur au Lac seit vielen, vielen Jahren so ist, wie es ist und diesen Charakter hat. Und wenn ich jetzt hier anfange, Helikopterplätze und was weiß ich alles zu bauen, würde wahrscheinlich sehr viel von dem Charakter weggehen. Also von dem her, ich glaube, wir dürfen uns unglücklich schätzen, dass das Haus so ist, wie es ist. Und ich würde das, glaube ich, auch so belassen. Aber den See, das würde ich schon gerne, dass alle Zimmer das hätten. Das wäre toll.

  87. 23:10
    Eva Kramer

    Aber hat so ein Drittel oder zwei Drittel des Hauses, wie viele haben Seesicht? Also wahrscheinlich will hier jeder Seesicht. So kann ich mir das vorstellen.

  88. 23:18
    Christian von Rechenberg

    Genau. Also vor allem die Suiten vorn heraus sind mit Seesicht und das ist ja ein Viertel von den Zimmern. Wir sind ja auch gebaut wie eine Acht. Wir haben zwei Innenhöfe. Also wir haben auch Zimmer, gerade wenn man es ein bisschen ruhiger haben möchte, weil wir sind im Herzen der Stadt, überall Strassen ringsum. Da kann man auch gegen den Innenhof wohnen und das dann etwas ruhiger. Aber ja, wir haben ja auch schön den Schanzengraben nebendran. Da bist du auch am Wasser.

  89. 23:49
    Eva Kramer

    Ja klar.

  90. 23:49
    Christian von Rechenberg

    Den Fluss haben wir noch. Genau.

  91. 23:52
    Eva Kramer

    Wenn jetzt, und jetzt zu dieser Geschichte, also Meer, Zimmer zum Zürichsee. Ich liebe ja immer, also für mich sind Hotels wie Drehorte und die Gäste sind wie Charaktere. Wenn du jetzt einen Soundtrack erstellen müsstest fürs Baur au Lac, welche wären dann auf der Playliste? Welche Songs? Fällt dir gerade einer ein?

  92. 24:14
    Christian von Rechenberg

    Du machst es wirklich, du machst es mir schwer.

  93. 24:16
    Eva Kramer

    Ja, ein bisschen. Aber sonst war es ja bis jetzt ganz gut.

  94. 24:19
    Christian von Rechenberg

    Ich hätte jetzt spontan gesagt Rhapsody.

  95. 24:22
    Eva Kramer

    Rhapsody?

  96. 24:23
    Christian von Rechenberg

    Ja, von Queen. Die hat so viele verschiedene Musikstile und trotzdem ist es ein Teil. Das ist so wie die Bauersbrasserie und dann haben wir Margitta und dann haben wir vielleicht auch, wir haben noch ein Boot auf dem See, was man als Gast kaufen kann.

  97. 24:39
    Eva Kramer

    Genau, wie heißt das noch mal? Die Phoenicia. Mega.

  98. 24:41
    Christian von Rechenberg

    Also es hat so viele Facetten hier, das ist wahrscheinlich Rhapsody wert.

  99. 24:45
    Eva Kramer

    Okay, alles klar. Ja, jetzt sind wir auch schon fast am Ende dieser ersten Podcastfolge. Ganz kurz noch, Upcoming Event ist Street Parade.

  100. 24:56
    Christian von Rechenberg

    Street Parade, 9. August geht es wieder los. Ausverkauft, freuen wir uns sehr. Dann haben wir Christmas Tree Lighting im Dezember.

  101. 25:05
    Eva Kramer

    Wann ist das genau? Weiß man das schon? Und wann ist das Event, wo ich 7 Minuten Zeit habe, um mir ein Ticket zu schnappen?

  102. 25:12
    Christian von Rechenberg

    Das war jetzt eben die Street Parade. Und was auch schön ist, im Moment haben wir noch Art in the Park. Das ist immer eine Woche vor Art Basel, geht's los und geht dann in den August rein. Also wer sich für Kunst interessiert, herzlich willkommen bei uns im Park.

  103. 25:25
    Eva Kramer

    Und da kann jeder schauen gehen.

  104. 25:27
    Christian von Rechenberg

    Darf jeder kommen. Wir freuen uns über den Besuch. Ja, komm vorbei.

  105. 25:30
    Eva Kramer

    Gut. Ja, ich bedanke mich ganz herzlich bei dir, Christian. Vielen Dank für deine Zeit heute und ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg im Baur au Lac. Alles Gute! Und das war der erste Hotel-Podcast Switzerland. Die nächste Folge ist bereits in Planung und ihr habt jetzt gesehen, die besten Geschichten werden in Schweizer Hotels geschrieben. Vielen Dank fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal. Auf Wiederlurke! Tschüss!

  106. 25:55
    Christian von Rechenberg

    Danke vielmals!