Ulrich Schwer, Hotel de Rome, a Rocco Forte Hotel
Aufgenommen: Hotel de Rome, a Rocco Forte Hotel, Berlin
Germany49 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Das Rührei bringt sich ja nicht über Zoom an den Tisch. Da muss wirklich einer hinkommen.“
Ulrich Schwer, 40:37
Ulrich Schwer ist General Manager im Hotel de Rome am Berliner Bebelplatz, ein Jahr nach seinem Start dort und 20 Jahre nach seiner Ausbildung im Adlon. Er erzählt, wie aus der Hauptzentrale der Dresdner Bank ein Haus mit 145 Zimmern und Suiten wurde, woher der Name kommt und was der Teilverkauf von Rocco Forte an den saudischen Fonds PIF für das Wachstum bedeutet. Dazu kommen die fehlenden Direktflüge nach Berlin und die Schwierigkeit, Stellen im Front Office zu besetzen.
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Kernaussagen
- 6 von 160 Flügen: Von täglich 160 internationalen Flügen nach Deutschland landeten nur 6 in Berlin, der Großteil ging nach Frankfurt und München. Sir Rocco schrieb dazu einen Brief an den Regierenden Bürgermeister, visitBerlin arbeitet an einer Lösung mit der Lufthansa.
- 145 Zimmer, 177 Festangestellte: Das Haus hat 145 Zimmer und Suiten, 177 Festangestellte und mit Aushilfen knapp über 200 FTE. Adlon und Ritz-Carlton haben mehr als doppelt so viele Zimmer, daraus leitet Schwer den persönlicheren Service ab.
- PIF als Miteigentümer: Nach der Bekanntgabe des Teilverkaufs an den saudischen Fonds PIF standen die Telefone nicht still, Investoren fragten nach Häusern mit Rocco Forte. Eine Markenrepräsentanz in Saudi-Arabien hielt Schwer für den nächsten Schritt.
- Name ohne Rom-Bezug: Der Name geht auf ein früheres Grand Hotel de Rome Unter den Linden zurück, dessen Gebäude nicht mehr steht. Das heutige Haus entstand 1886 bis 87 als Hauptzentrale der Dresdner Bank, war später Staatsbank der DDR, der Pool liegt im ehemaligen Tresorbereich.
- Front Office unter Druck: Als Schwer seine Ausbildung beendete, kamen die Bewerbungsmappen kistenweise vom Postamt ins Hotel. Kollegen für Front of House zu finden nannte er eine große Herausforderung, weil andere Branchen ähnliche Tätigkeiten mit besseren Arbeitszeiten anbieten.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Sage und schreibe 100 Episoden liegen zwischen unserer ersten und letzten Begegnung.
Damals noch im Althoff Hotel am Schlossgarten in Stuttgart, heute im Berliner Hotel de Rome.
Ulrich Schwer empfängt mich auf über 200 Quadratmetern, wie sie edler nicht sein können, in der Royal Bebel Suite.
Für ihn schließt sich ein Kreis. Seine Ausbildung nahm er vor über 20 Jahren im Hotel Adlon auf. Aber was hat sich seitdem in der hauptstädtischen Luxushotellerie getan?
Wie wurde aus dem ehemaligen Bankgebäude ein Hotel dieser Klasse und woher stammt dessen Name eigentlich?
Derzeit tut sich viel bei den Rocco Forte Hotels, bald auch in Saudi Arabien? Der neue Miteigentümer Public Investment Fund (PIF) würde sich bestimmt freuen.
Wo ist Sir Rocco Forte die kommenden Wochen anzutreffen und wer rückt innerhalb der Familie nach?
Wie schon vor drei Jahren, steht Ulrich Schwer auch diesmal wieder für die vielfachen Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Hospitality-Branche ein und zeigt diese eindrucksvoll auf.
Herzlichen Dank hierfür und alles erdenklich Gute für das bald beginnende zweite Jahr am Bebelplatz.
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Transkript öffnenTranskript schließen49 Min · Ronald M. Arndt und Ulrich Schwer
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:07 Ronald M. Arndt
Einen schönen guten Morgen, Ulrich Schwer.
- 00:09 Ulrich Schwer
Guten Morgen, Herr Arndt.
- 00:10 Ronald M. Arndt
Vielen Dank für das Frühstück.
- 00:13 Ulrich Schwer
Sehr gern.
- 00:14 Ronald M. Arndt
Was ich hier gerade genossen habe in einer Suite mit dem Namen Royal Babel Suite in Berlin.
- 00:24 Ulrich Schwer
In Berlin.
- 00:25 Ronald M. Arndt
Sie sind zurück in Berlin, jetzt auch schon wieder Ja, eine kleine Weile, ein Jahr. Jetzt gerade Jubiläum, glaube ich, gell?
- 00:33 Ulrich Schwer
Im Mai wird es genau ein Jahr werden, richtig. Also sagen wir mal so, ein Jahr hier im Hotel de Rome. Vorher die 2 Monate im Hotel Telegrafenamt, wenn ich die noch mitzähle, ist es ein bisschen über ein Jahr. Aber Hotel de Rome ist es doch in der Tat jetzt Mitte Mai genau schon wieder ein Jahr.
- 00:49 Ronald M. Arndt
Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich weiß gar nicht, wo die Zeit geblieben ist. Ja, wo ist die Zeit geblieben? Auch zwischen unseren Begegnungen, denn richtig, glaube, es hat niemand zum Start des Hotel-Podcasts so beigetragen wie Sie, Herr Schwer. Vielen Dank. Episode Nummer 3, damals noch im Hotel am Schlossgarten, Althoff, an die ich mich sehr, sehr, sehr gerne erinnere und die mich natürlich auch darüber hinaus motiviert hat, mit dem Format überhaupt ja durchzustarten.
- 01:20 Ulrich Schwer
Ja, und auch Gratulation, dass Sie das so wunderbar aufgezogen haben. Über 100 Folgen mittlerweile, wirklich beeindruckend. Und ich höre gerne immer wieder mal rein und gratuliere zu diesem Erfolg.
- 01:32 Ronald M. Arndt
Dankeschön. Auch Ihre Reise in der Hotellerie hat vor 20 Jahren ungefähr in Berlin begonnen.
- 01:39 Ulrich Schwer
Ja, genau.
- 01:40 Ronald M. Arndt
Von daher schließt sich da ja auch beruflich ein Kreis, oder hat sich geschlossen, im Adlon.
- 01:46 Ulrich Schwer
Ja, die Straße runter sozusagen. Hotel de Rome gab es damals noch nicht, 2000 bis 2003.
- 01:52 Ronald M. Arndt
Da wurde noch Geld gehortet wahrscheinlich damals hier.
- 01:55 Ulrich Schwer
Ich glaube, zu dem Zeitpunkt stand es schon komplett leer und dann wurde es über die Hoch-Tief, wurde es dann entwickelt und 2006 dann unter der Rocco Forte Marke eröffnet und jetzt seit 18 Jahren betreiben wir dieses Haus. Aber zurückzukommen, 2000 bis 2003 im Adlon, da war das hier noch ein etwas ruhigerer Platz. Und wie Sie sagen, der Kreis hat sich geschlossen, wieder zurück in Berlin. Und ich bin immer wieder erstaunt, ich bin ab und zu auch mal wieder im Adlon, sei es auf Veranstaltungen oder einfach, wenn ich in der Nähe bin, dass ich immer noch ehemalige Kollegen von damals treffe. Das finde ich echt klasse.
- 02:33 Ronald M. Arndt
Was hat sich in dem Segment so die letzten 20 Jahre getan? Viel, würden Sie sagen? Hier war der Platz noch ruhiger natürlich damals.
- 02:41 Ulrich Schwer
Also generell war Berlin vor 20 Jahren deutlich ruhiger, auch gerade die Entwicklung in der City West, das war ja auch zu der Zeit gar nicht, oder das war ja, das existierte alles ja noch gar nicht. Bis es das Waldorfer Astoria, was sich entwickelt hat, nebenan das Motel One, das ist jetzt alles in den letzten Jahren, jetzt auch nicht so letzte Jahre, aber in den 20 Jahren, die ich nicht mehr hier bin, hat sich das stark entwickelt und auch gut gemausert wieder. Die City West ist auch ein sehr schöner Bereich der Stadt geworden hier in Berlin, in der Mitte sozusagen, in Berlin-Mitte mit dem Hotel de Rome, dem Ritz-Carlton, dem Adlon. Das sind so hier diese Häuser um das Brandenburger Tor herum, Unter den Linden. Da gab es jetzt nicht so die große Entwicklung in der Nachbarschaft, das Hotel Luc, was neu aufgemacht hat vor wenigen Jahren. Aber ich denke, Berlin generell hat sich unglaublich entwickelt. Der Bettenzuwachs über die letzten Jahre, die Qualität auch in der Stadt. Man merkt einfach, es ist ein anderes Berlin als das, was ich vor 21 Jahren verlassen habe.
- 03:47 Ronald M. Arndt
Rocco Forte hat das Haus hier überhaupt erst als Hotel eröffnet.
- 03:51 Ulrich Schwer
Korrekt.
- 03:52 Ronald M. Arndt
War da vorher keins? Das hat eine lange Historie.
- 03:55 Ulrich Schwer
Ja.
- 03:57 Ronald M. Arndt
Können Sie sagen, wo der Name Hotel de Rome herkam, oder war das so ein bisschen die Brücke zwischen Italien und Deutschland?
- 04:04 Ulrich Schwer
Das ist eine wunderbare Frage, und das habe ich auch erst gelernt, als ich hier angefangen habe.
- 04:10 Ronald M. Arndt
Immerhin.
- 04:11 Ulrich Schwer
Immerhin, genau. Das ist ein ganz komischer Zufall, dass es wirklich auch de Rome heißt. Rocco Forte als britisches Unternehmen mit italienischen Wurzeln, ist das ein toller Bogen, der gespannt wurde. Aber der Name kommt wirklich ursprünglich vom Hotel de Rome, was ein Grand Hotel war, 400 Meter oder 300 Meter auch Unter den Linden zur Seite. Das Gebäude existiert heute nicht mehr, aber das war eines der ersten Grand Hotels auch der Stadt. Und diesen Namen hat man sozusagen adaptiert und hat dieses Hotel auch aufgrund der Nähe, wahrscheinlich auch den italienischen Bezug, Hotel de Rome genannt. Hat also nichts mit Rom an sich zu tun. Es sind eh so ein paar lustige Dinge bei uns in der Company. Das Hotel in Rom heißt ja Hotel de Russie und unser Hotel in Russland, in Sankt Petersburg, heißt Hotel Astoria. Also das sind so jedes Mal, wenn ich mich auf irgendwelchen Messen vorstelle und sage, ich komme vom Hotel de Rome. Ach, Rom ist so eine schöne Stadt.
- 05:11 Ronald M. Arndt
Nee, nee, Entschuldigung.
- 05:13 Ulrich Schwer
Das ist das Haus in Berlin. Und da gibt es immer aber einen schönen Auftakt, um ein Gespräch zu starten. Also wirklich sehr lustig.
- 05:21 Ronald M. Arndt
Ja, vielleicht können wir kurz auf die Historie von dem Gebäude eingehen, denn die ist ja spannend.
- 05:25 Ulrich Schwer
Ja, 1886 oder 85 bis 87 gebaut als Hauptzentrale der Dresdner Bank. Wenn Sie sich bei uns den historischen Ballsaal ansehen, den originalen Mosaikfußboden, es ist so ein Terrazzoboden, da haben wir auch so ein Mosaik immer noch in den Boden, wo die 4 Hauptzentralen der Dresdner Bank gezeigt werden, also Dresden, Bremen, London und Berlin. Das Haus atmet so viel Historie, ist dann natürlich über die Jahre als Bank genutzt worden, die großen Tresore, Schließfächer im Keller. Dann hat es den Krieg ganz gut überlebt. Es gibt heute noch sehr viele beeindruckende historische Zeit bezeugen. Also wir haben zum Beispiel in unseren historischen Suiten haben wir eine Holzvertäfelung, wo noch Splitterschäden aus Kriegszeiten zu sehen sind, die auch so belassen wurden. Dann nach dem Krieg mit dem Beginn der Teilung Deutschlands war es dann auch eine Zeit lang die Staatsbank der DDR und dann, als dann natürlich die Mauer gefallen ist und sich Berlin und Deutschland wiedervereint hat, stand es eine Weile leer und dann hat man durch die Entwickler natürlich gesagt, das ist ein idealer Hotel, und ich freue mich, dass sie es auch so gemacht haben und als Hotel auch entwickelt haben.
- 06:46 Ronald M. Arndt
Und man brauchte nur noch einen Namen, und der hat sich auch schnell gefunden: Hotel de Rome. Und mittlerweile, wie viele Häuser hat und Resorts Rocco Forte? Um die 14, glaube ich.
- 06:55 Ulrich Schwer
Richtig, richtig. Wir eröffnen jetzt als Allernächstes das Rocco Forte Haus in Mailand, Longstay, ganz bald gefolgt von dem Carlton Hotel in Mailand. Dann eröffnen wir ein Haus auf Sardinien und auch schon bekannt gegeben Neapel. Das wird ein alter Palazzo, der auch in ein Hotel umgebaut wird. Wunderschön, sehr viel Historie, auch das erste wirklich wahre Luxushotel in Neapel. Da freuen wir uns als Unternehmen sehr drauf. Und dann gibt es natürlich noch viele, viele andere Projekte. Und seitdem jetzt vor 3 Monaten der Teilverkauf an PIF, den Saudi Investment Fund, bekannt gegeben wurde, stehen bei uns die Telefone nicht mehr still. Es ist ein sehr großes Interesse an der Marke. Die Investoren stehen fast schon Schlange, wenn ich das sagen darf, ein Haus mit Rocco zu eröffnen. Und wir haben unsere Fühler in viele Bereiche ausgestreckt. Der Wunsch ist natürlich auch nach einem Wachstum, einem gesunden Wachstum. Und wenn Sie jetzt noch so 3, 4 Wochen warten, dann werden wir wahrscheinlich auch nochmal 1, 2 weitere Projekte auch bekanntgeben, die jetzt kurz vor der Unterzeichnung stehen. Aber nochmal, erst wenn es unterzeichnet ist, Können wir gerne drüber reden, aber es sieht sehr, sehr gut aus, auch außerhalb Europas das erste Haus wieder zu eröffnen.
- 08:13 Ronald M. Arndt
Genau, ja, da sind die arabischen Staatsfonds mit 49%, korrekt, soweit ich weiß, eingestiegen. Wie ich es raushöre, sehen Sie das als durchaus positive Entwicklung von Rocco Forte.
- 08:24 Ulrich Schwer
Ja, absolut.
- 08:27 Ronald M. Arndt
Geht wahrscheinlich gar nicht mehr anders heutzutage, wenn man sich—
- 08:31 Ulrich Schwer
Ja, geht vielleicht auch anders. Es ist natürlich einfacher mit einem sehr starken finanziellen Partner im Rücken, die aber auch Interesse haben an einer, an einem Wachstum und das auch mit unterstützen und fördern. Es gibt ja viele Investoren, die im Endeffekt auch nur auf dann Bottomline und, und die Erträge aus sind. Aber ich glaube, da hat auch, das haben wir auch von Sir Rocco persönlich gehört, der auch jetzt gerade wieder bei uns war, auch erfahren, dass er auch da tolle Partner hat, mit denen er dieses Hotelunternehmen auch gerne weiter aufbauen möchte.
- 09:06 Ronald M. Arndt
Das heißt, der Sir Rocco war bei Ihnen wieder?
- 09:08 Ulrich Schwer
Ja, ist gestern abgereist.
- 09:09 Ronald M. Arndt
Ah toll.
- 09:10 Ulrich Schwer
Genau, gestern abgereist. Er war auf der IHIF, dem Investors Forum, hatte da auch eine, eine, eine, eine, ein Panel Talk, wo er teilgenommen hat, eine Q&A-Session. Und es ist immer wieder schön, wenn er bei uns im Haus ist, weil Sir Rocco auch jemand ist, der es genießt, in seinen Häusern zu sein, und es auch genießt, mit den Mitarbeitern zu sprechen. Und auch jedes Mal, wenn er uns besucht, haben wir auch immer so ein Townhall-Meeting, wo wir alle Kollegen einladen, er die Mitarbeiter anspricht, auch gerade das Positive immer heraushebt. Das Hotel hat sich in den letzten Jahren deutlich nochmal weiterentwickelt, was Qualität angeht, und das genießt er immer. Und das schätze ich auch sehr an ihm, das auch mit den Mitarbeitern zu teilen. Er ist auch eine sehr nahbare Person, spricht wirklich mit jedem Kollegen, geht durch den Raum und schüttelt Hände und ist für jede Frage offen. Ganz wunderbar.
- 09:57 Ronald M. Arndt
Das deckt sich zu 100% mit den Aussagen von Fabian Arndt, der auch schon im Hotel-Podcast war, oder ich bei ihm zu Gast im The Charles in München, und da war nämlich auch gerade Sir Rocco aus der Tür gegangen und ich sozusagen reingekommen. Gutes Timing, gutes Timing. Ich glaube, er hat mein Taxi dann direkt genommen. Wie sieht's deine Familie aus? Wer kommt irgendwann mal nach Sir Rocco? Ist da jemand in Aussicht, der auch so nahbar ist?
- 10:34 Ulrich Schwer
Ja, ich muss ganz ehrlich sagen, die Familie Forte ist, also wie sie auftritt, sehr, es ist unglaublich angenehm. Es ist sehr, ist ein wunderbares Arbeiten. So, Rocco hat ja 3 Kinder. Lydia, Lydia Forte kümmert sich um den gesamten F&B-Bereich, Entwicklung, neue Konzepte. Dann Irene, Irene, die mit ihrer Spa-Linie, ja, wir haben auch die ganzen Gäste im Haus. In jedem Hotel von Rocco Forte haben natürlich die Produkte von Irene Forte. Es gibt Irene Forte Spas, also das ist ihre Linie, die sie weiterentwickelt. Und dann gibt es Charles, den jüngsten Sohn, auch schon Anfang 30, der das Thema Development sehr stark vorantreibt, noch sehr erfolgreich damit ist. Und ich habe Charles, der übrigens auch da war, auch bis gestern, auch für das IHIF, als einen jungen Mann kennengelernt, der großes Potenzial hat, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und da auch sich richtig entwickelt. Er ist, und aber nicht nur er, alle 3 Kinder sind unglaublich sympathisch, sind auch sehr, sehr offen. Man hat einen wunderbaren Austausch, einen unkomplizierten Austausch. Die klassische WhatsApp geht immer und da wird schnell geantwortet. Da ist ein Respekt, da ist ein freundliches Miteinander. Das weiß ich unglaublich zu schätzen. Und ich denke, dass er auf jeden Fall dort die Fahne weiter hochhalten kann, das Unternehmen auch weiterführen kann.
- 12:03 Ronald M. Arndt
Sie haben gesagt, Interessenten, mit Rocco Forte zusammenzuarbeiten, die gibt es immer mehr. Ja, das ist auch nachvollziehbar. Vielleicht kommen wir mal ein bisschen auf die Gästestruktur zu sprechen hier im Haus, weil auch das könnte natürlich in Zukunft ein Weg sein, dass eben der neue Miteigentümer eben auch Gäste nicht nur nach Berlin, aber generell in die Rocco-Forte-Häuser bringt.
- 12:26 Ulrich Schwer
Absolut, davon gehen wir aus.
- 12:28 Ronald M. Arndt
Ich kann mir vorstellen, dass relativ viel doch Gäste hier im Haus aus Deutschland kommen.
- 12:33 Ulrich Schwer
Ja, der Großteil, absolut. Natürlich USA, UK, das sind unsere größten Märkte, aber Middle East ist ein Markt, der natürlich auch durch diesen Teilverkauf, also den wir sehen, der auch noch weiter wachsen wird. Ich glaube, es ist aber auch wichtig, dass wir erstmal noch eine Marken- Repräsentanz vielleicht in Saudi-Arabien auch bekommen.
- 12:54 Ronald M. Arndt
Okay.
- 12:54 Ulrich Schwer
Und ich gehe auch davon aus, dass das nicht mehr allzu lange dauern wird. Das ist natürlich klar, dass PIF da auch den Wunsch hat, dass es Rocco Forte auch in Saudi-Arabien gibt. Und ich denke, da werden wir auch ganz bald auch was drüber berichten dürfen und können.
- 13:09 Ronald M. Arndt
Spannend, spannend. Ja, Deutschland, UK, USA, zum großen Anteil gibt's ja Eine Zahl ungefähr, wie viele Deutsche sind wir? Also wir haben ja immer das Problem, kennen wir ja, wird ja auch oft diskutiert, dass eben andere Metropolen wie Paris und London dann eher noch internationales Publikum anziehen. Das ist auf lange Sicht optimierbar, lösbar, oder wer steht sich da wem im Wege?
- 13:39 Ulrich Schwer
Also zur ersten Frage gehen wir mal so von 2 Dritteln deutscher Gäste aus. Berlin hat absolut als Bundeshauptstadt viel mehr Potenzial für internationale Gäste. Es hapert allerdings an den Flugverbindungen in diese Stadt, und ich glaube, das ist die größte Krux. Ich bin, seitdem ich hier bin, in einem sehr guten Austausch mit visitBerlin Partnerhotels e.V., und dort haben wir regelmäßige Treffen und tauschen uns aus. Und habe ich eine sehr interessante Zahl gehört, das ist täglich nach Deutschland 160 internationale Flüge gibt, davon gerade aber mal 6 hier in Berlin ankommen, weil der Großteil sich Richtung Frankfurt und München verlagert. Also kann ich natürlich sagen, wie in Frankfurt Hahn oder so, ne, so ungefähr. Jetzt kann ich natürlich sagen, das ist nicht so dramatisch, die kommen ja wenigstens nach Deutschland, aber man darf nicht unterschätzen, wie sehr doch eine Direktverbindung sehr viel komfortabler ist für Gäste, auch in ihrer Entscheidung, wo ich denn hinfliege oder wo ich dann auch meine Zeit verbringe. Berlin hat unglaublich viel zu bieten und das schätzen unsere Gäste. Deswegen kommen sie auch nach Berlin. Aber uns fehlt einfach die, schlicht und einfach die Flugverbindungen. Ich weiß aber auch, dass visitBerlin das als Tourismus-, als Marketingtourismusunternehmen dort auch sehr stark zusammenarbeitet mit unserem Regierenden Bürgermeister. Selbst Sirocco hat sich dort auch engagiert, hat auch einen Brief an den Regierenden Bürgermeister geschrieben, wo er auch sagt, wir brauchen das mehr, die Stadt braucht das mehr. Und ich glaube, es ist auch angekommen. Und bei der letzten Ministerkonferenz der östlichen Bundesländer, ich glaube, die war jetzt gerade erst vor 3, 4 Wochen, wurde das auch stark thematisiert. Und ich hoffe, dass man dort auch zusammen mit der Lufthansa eine Lösung findet, wie wir das hier in Berlin ein bisschen mehr in Waage bringen können. Hoffen wir mal, dass es bald passiert.
- 15:48 Ronald M. Arndt
Das sprechen hoffentlich nicht nur Sie als Hotel de Rome mit Stadt und Lufthansa, sondern da gibt's auch einen Schulterschluss.
- 15:56 Ulrich Schwer
Absolut, weil alle Hotels profitieren natürlich davon. Ja, Berlin hat unglaublich viele Übernachtungen und steigt auch wieder in— es geht in die richtige Richtung, aber es fehlt halt stark an internationalen Gästen. Das sehen wir.
- 16:08 Ronald M. Arndt
Jetzt gibt es ja ein paar Häuser Ihrer Klasse in Berlin, gar keine Frage. Auf welche Alleinstellungsmerkmale setzen Sie hier fürs Hotel de Rome, oder wo sagen Sie, ja, da können wir auch den Unterschied machen? Oder anders gefragt, was ist Ihnen als sehr, sehr erfahrener Luxushotelier wichtig, und mit was möchten Sie einen Stempel hier aufdrücken?
- 16:35 Ulrich Schwer
Ich glaube, Berlin hat ganz viele wunderbare Luxushotels. Die Frage ist natürlich auch immer, wie definiert man Luxus? Ist es jetzt ein Luxushotel, weil es hat 5 oder 5 Sterne plus? ist es das nicht klassifizierte, neu aufgemachte, trendige Hotel, was genauso Luxus ist und tollen Service bietet? Ich glaube Wenn ich mal jetzt den klassischen Luxusbegriff definiere und man sagt, na ja, man hat halt ein Hotel mit einer gewissen Größe, die Zimmer eine gewisse Größe, eine gewisse Ausstattung, Pool, Concierge, Service, dann unterscheiden wir uns in diesem 5-Sterne-Luxussegment schon signifikant, würde ich sagen. Gerade wenn ich jetzt ein Adlon oder ein Ritz-Carlton nehme, das sind Häuser, die haben mehr als doppelt so viele Zimmer wie wir. Wir sind auch das einzige Haus, was in einem wirklich wahren historischen Gebäude ist, jetzt das Stue mal ausgenommen. Das ist ja in der ehemaligen, im ehemaligen Botschaftsgebäude, auch ein wunderschönes Haus, kleiner. Aber ich glaube, wir können hier in diesem Bereich dadurch punkten, dass wir mit unseren 145 Zimmern und Suiten ein sehr Das klingt jetzt immer so ein bisschen vermessen, weil ich weiß auch, dass Adlon, Ritz und die Kollegen machen alle einen wunderbaren Job. Aber wir möchten auch, weil es aufgrund dieser etwas kleineren, des kleineren Hauses etwas vielleicht nicht einfacher ist, aber es ist sehr viel ein persönlicherer Service, den wir auch weiter bieten möchten und auch tun. Und ich glaube, dieses Authentische, das unterscheidet uns vielleicht. Wir haben durch die Rocco Forte Marke natürlich auch eine ganz starke Philosophie. Das ist gerade die Familie, die bei uns im Vordergrund steht, und das leben wir auch. Und ich glaube, dass wir dadurch vielleicht auch eine gewisse Art von Gefühl transportieren können, die auf unsere Gäste sich überträgt. Und das würde ich sagen, das ist unser großer Punkt. Natürlich dann die wunderbare Architektur, das Einzigartige. Unser Pool ist im ehemaligen Tresorbereich. Sie laufen durch dieses Haus, egal in welcher Ecke sehen Sie etwas, was 100, jetzt muss ich kurz rechnen, 140 Jahre fast alt ist. Das ist schon beeindruckend und ich glaube, das macht genau diesen Reiz aus. Und auch, dass wir vielleicht ein bisschen weniger da sind, wo der Trubel ist, also weniger City West oder Potsdamer Platz, Brandenburger Tor. Da ist sehr viel los. Wir sind so ein bisschen an der Seite, so ein bisschen, ich will nicht sagen versteckt, aber vielleicht ein wenig Ja, ein bisschen mehr Privatsphäre in gewisser Art und Weise, dass halt nicht, wenn Gäste anreisen, jeder direkt vor der Tür gleich sieht, wer kommt denn da an. Das ist in anderen Häusern vielleicht etwas schwieriger zu verstecken. Ja, und das schätzen unsere Gäste sehr.
- 19:33 Ronald M. Arndt
Ich habe verstanden, wie diese Philosophie von Familie Forte so eben auch durch die Besuche vor Ort mit Sohn, mit Kindern überschwappt, sage ich mal, auf die Kollegen. Andersherum, wie gibt es— gibt es die Möglichkeit für Sie als GM und der einem dieser 14, 15 Häuser vorsteht, auch aktiv an der Marke Rocco Forte mitzuarbeiten?
- 19:57 Ulrich Schwer
Absolut, ja, ja, das gibt es. Es gibt bei Rocco Forte— das Unternehmen ist ja auch jetzt in den letzten Jahren noch mal mehr gewachsen, und durch dieses anstehende Wachstum hat man auch in unserem Head Office in London auch früh schon die Weichen gestellt, sich auch stärker aufzustellen, sei es im Bereich Human Resources, Learning and Development, Quality. Da haben wir in den letzten 12 Monaten sehr viele neue Personen eingestellt, die genau sich darauf fokussieren. Und aus diesen Positionen heraus wurden auch verschiedene Councils gegründet. Das heißt, ich habe das große Glück, in der Quality Council mitzusitzen, und wir tauschen uns regelmäßig aus, wo genau diese Dinge auch besprochen werden. Wo es GMs aus verschiedenen Häusern gibt und Standards besprochen werden, Ideen besprochen werden. Insofern hat man da auch sehr viele Möglichkeiten mitzugestalten. Wir sind jetzt vielleicht nicht so in einem sehr starren Standardkorsett, sondern wir haben auch in allen Bereichen, F&B zum Beispiel, meistens auch keine Standards, eher Guidelines oder Recommendations. Das heißt, man lässt uns also auch Spielraum in den Bereichen, weil es natürlich auch auf dieses Authentische und auch auf das Haus, das Land einspielen soll. Man kann es nicht so Cookie-Cutter überall gleich machen. Und diese Freiheit, die wird einem GM, die wird einem F&B-Manager, einem Küchenchef auch gelassen. Wir haben den wunderbaren Support, aber was ich ganz besonders schätze, ist Die Vorschläge werden gehört, sie werden evaluiert und dann teilweise auch umgesetzt.
- 21:45 Ronald M. Arndt
Mhm. Ein Haus mit dieser Historie steht sich das manchmal auch ein bisschen selbst im Weg in puncto, was er sagt. Da so die, die Herausforderung. Ich erinnere mich da gerne an meinen Podcast in Köln mit Herrn Plesser im Ernst Excelsior, wo er übrigens auch gesagt hat, diese Freiheit muss der Mitarbeiter haben, vom Auszubildenden an, um eben auch selbst wirklich sich als der Gastgeber im Moment zu sehen.
- 22:14 Ulrich Schwer
Korrekt. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich hatte, bevor ich das Haus wirklich in- und auswendig kennenlernen durfte, auch ein bisschen Bedenken. Ja, historisches Haus, man ist ein bisschen limitiert, weil man ja mit den Gegebenheiten, die man vorgefunden hat, arbeiten musste. Aber ich bin wirklich überrascht, wie Optimales damals auch geplant wurde. Also sei es jetzt die Verkehrswege für Mitarbeiter, Aufzüge, Office. Natürlich fragen Sie jeden Hotelier, ich glaube, jeder Hotelier wird Ihnen sagen, ich habe nicht genug Lagerfläche. Ist aber im Endeffekt auch nur eine Sache der Organisation und man hat meistens auch mehr Sachen, als man braucht. Also wenn man da auch ein bisschen aufräumt, dann hat man auch wieder mehr Lagerfläche. Nur insofern muss ich da wirklich sagen, auch die Warenannahme, die Anlieferung, Garage. Das ist schon sehr, sehr gut gelöst. Also vielleicht das Einzige, was uns limitiert, ist vielleicht, ja, ich glaube, der barrierefreie Zugang, der ein bisschen schwierig ist. Unsere wunderschöne Dachterrasse zum Beispiel ist nicht barrierefrei zugänglich, ist auch einfach bautechnisch nicht möglich. Und insofern, das ist vielleicht etwas, wo ich sage, das würde man in einem Neubau vielleicht anders machen. Aber auch da finden wir Lösungen.
- 23:29 Ronald M. Arndt
Ich habe mir mittlerweile einen Traum verwirklicht von Ronald.House, nenne ich das Format, wo ich einfach die ein oder andere Hotellobby einen Abend lang bespiele. Und da heißt es, Ronald wird zum Gastgeber für einen Abend. Ja, das war so mein— ich wollte einfach auch immer schon mal Hoteldirektor sein. Ich musste ganz ehrlich sagen, Teilzeit-Hoteldirektor.
- 23:51 Ulrich Schwer
Ich musste an das Ronald McDonald House denken, als Sie das gerade sagten, deswegen lachte ich. Aber okay.
- 23:56 Ronald M. Arndt
Gibt es in einem Haus wie Ihrem auch Konzepte oder Überlegungen, sage ich mal, so eine Lobby aktiver zu bespielen und da auch die Gäste und vielleicht auch Gäste und Nachbarn zusammenzuführen? Weil das macht ja für mich am Ende auch so eine klassische Hotellobby aus.
- 24:15 Ulrich Schwer
Ja, ich glaube, unsere Hotellobby, also die wir erst auch kürzlich renoviert haben, sehr viel mehr Leben reingebracht haben mit den großen Palmen, auch einen sehr mutiges Design auf unseren Lobbycouchen, die mir sehr gut gefallen. Danke, gebe ich gern weiter nach London.
- 24:34 Ronald M. Arndt
Ich werde noch ein paar Bilder beifügen.
- 24:37 Ulrich Schwer
Also ich glaube, was mein großer Wunsch ist, wir haben ja direkt hinter der Lobby diesen wunderbaren Opera Court. Das sind zwei Bereiche, die auch mit diesem Skylight tageslichtversorgt werden. Der Opera Court ist bei uns in den kalten Monaten für Afternoon Tea der Ort. Aber ich möchte das Ganze erweitern. Ich möchte diesen Operacourt mehr als zusätzliche Lobby entwickeln und da haben wir jetzt ein paar Ideen, wie wir das umsetzen können. Jetzt ist natürlich ein wenig die Herausforderung, dass es ein unglaublich beliebter Raum ist, auch gerade für Veranstaltungen. Insofern da permanent etwas zu installieren, wäre schwierig. Ich glaube, da würde man sich selber eher so ein bisschen ein Bein stellen, wenn man das komplett und permanent umwandeln würde. Aber wir wollen das einfach weiterführen, führen. Es gibt hier im Haus auf jeden Fall auch, und das habe ich von meinem Vorgänger übernommen, einen kleinen Club, ist der Bären 37, der gegründet wurde, wo wir sehr viele, ja, nennen wir es mal Mover und Shaker aus Berlin in diesem Club haben, die wir regelmäßig auch einladen und mit denen hier das auch weiter zelebrieren. Wir haben eine gute Zusammenarbeit mit dem Arts and Nature Social Club, auch gerade was die Kunst angeht. Wir haben einen aktuell einen weiteren Künstler, Thomas Pöllmann, der bei uns im Haus seine Bilder ausstellt. Und ich glaube, dadurch bringen wir viele Gäste auch in dieses Hotel hinein.
- 26:06 Ronald M. Arndt
Also auch Gäste, die eben da nicht zwingend hier schlafen, korrekt, aber sich irgendwo am Leben hier beteiligen.
- 26:12 Ulrich Schwer
Genau.
- 26:13 Ronald M. Arndt
Ich finde es generell interessant, Kooperation mit— einfach Kooperation, offen sein.
- 26:18 Ulrich Schwer
Genauso ist es.
- 26:20 Ronald M. Arndt
Irgendwo ist es ja dann am Ende auch eine Kooperation mit Saudi-Arabien, und da Gäste langfristig nach Berlin zu bringen. Ja, aber natürlich gibt's da unternehmerisch so viele, so viele Möglichkeiten. Welches Haus von Rocco Forte wäre jetzt so Ihr nächstes Wunschreiseziel?
- 26:45 Ulrich Schwer
Wunschreise?
- 26:46 Ronald M. Arndt
Haben Sie schon alle gesehen?
- 26:47 Ulrich Schwer
Entschuldigung, nein, aber ich habe immer das ganz große Interesse, relativ schnell die Häuser zu besuchen. Und ich habe es doch bei Althoff tatsächlich geschafft, alle Althoff, Amoron, Urban Lofts auch besuchen und dort auch schlafen zu dürfen.
- 27:05 Ronald M. Arndt
Da bin ich auch auf einem guten Wege.
- 27:07 Ulrich Schwer
Was fehlt Ihnen noch?
- 27:11 Ronald M. Arndt
Ja, Urban Loft fehlt mir noch eins. Ich habe auch nur zwei gerade. Ja, also ich war noch nicht an Ihrer ersten Althoff-Station. Ach so, von Althoff im Seehotel Überfahrt, da war ich noch nicht.
- 27:26 Ulrich Schwer
Oh, das müssen Sie nachholen, das ist wunderschön. Ich rufe gerne mal den Herrn Ludwig an, wenn Sie, wenn Sie möchten. Vielleicht kann er da, vielleicht kann er mir mal sagen, wann er noch ein Zimmerchen frei hat.
- 27:35 Ronald M. Arndt
Sehr gern.
- 27:37 Ulrich Schwer
Nein, also ich hatte bisher schon das große Glück, unser Hotel in London, das Browns, zu besichtigen, das Savoy in Florenz, die Villa Igea in Palermo und Verdura Resort auf Sizilien. In Brüssel im Hotel Amigo war ich und natürlich im Charles. Also von unseren 14 Häusern hatte ich jetzt fast die Hälfte schon besucht. Was auf jeden Fall ganz oben auf meiner Liste steht, steht, ist das Balmoral, das Schloss Balmoral in Edinburgh. Da habe ich auch eigentlich schon geplant, jetzt zu Pfingsten hinzufahren, hat sich jetzt aber zeitlich doch nicht ergeben. Das heißt, muss jetzt aufschieben. Und natürlich noch mal die ewige Stadt Rom mit unseren beiden Häusern, das Dürussi und das de la Ville. Das sind zwei Ikonen und das steht auch ganz oben auf der Agenda. Da muss ich auf jeden Fall ganz bald hin. Ich hoffe nur, dass ich das entweder jetzt vor dem Sommer noch schaffe oder vielleicht danach. Ich habe gehört, im Sommer sollte man nicht nach Rom fahren, ist ein bisschen warm.
- 28:39 Ronald M. Arndt
Ja, in unserem Podcast damals im August 2021 sind wir ja detailliert auf Ihren, auf Ihren Werdegang mit Savoy, mit dem Plaza, ja, mit den USA, wo auch Ihre Kinder auf die Welt gekommen sind, eingegangen. Dürfen die jetzt auch auf die verschiedenen Touren mit ab und an?
- 29:00 Ulrich Schwer
Ja, ja, sie waren mit in Florenz, sie waren mit in der Valle d'Egea, in Verdura. Da hatten wir das große Glück, letztes Jahr ein bisschen Zeit Familienurlaub zu verbringen. Das ist auch wunderbar, dass das bei Rocco Forte auch möglich ist. Und ansonsten, oh, Brüssel waren sie auch mit. Genau, da waren wir letztes Jahr im November. Ansonsten, der Rest ist eher dann geschäftlich. Und obwohl, was erzähle ich denn? Im Charles waren sie auch natürlich. Also eigentlich waren sie nur noch nicht im Browns, ansonsten waren wir überall gemeinsam. Stimmt richtig.
- 29:35 Ronald M. Arndt
Was macht es mit so einem Kind, wenn man sich doch oft in so schönen Häusern— Antwort kann ich mir auch selbst geben, aber als noch junger Vater, sage ich mal, möchte ich ja wissen, wie es da weitergeht.
- 29:50 Ulrich Schwer
Ich glaube, also zum einen ist es natürlich schön. Sie genießen es sehr. Sie lieben den Roomservice. Sie lieben es, in die Pools der Hotels zu springen. Ich glaube, es ist aber auch ganz wichtig, ihnen zu zeigen, es gibt halt nicht nur Luxus, ja, dass wir auch immer da versuchen, Spagat zu machen. Wenn wir Luxusurlaub machen, auch noch mal vielleicht einen Urlaub, der etwas einfacher ist, sei es eine Art Campingurlaub oder sei es auch Airbnb mal zu nutzen in Bereichen, die halt jetzt auch keine schönen Hotels haben. Also da versuchen wir die Balance zu halten. Was mich auf jeden Fall sehr gefreut hat, ist, dass jetzt erst letzten Monat einer meiner Söhne sein Schulpraktikum hier bei mir im Hotel de Rome gemacht hat. Und das kam daher, dass er auch durch dieses, diese Erfahrung in den Hotels, das selber zu sehen, gesagt hat, Mensch, das möchte ich gerne machen.
- 30:39 Ronald M. Arndt
Toll.
- 30:40 Ulrich Schwer
Und hat sich mit seinem besten Freund in Zug gesetzt, sind hier nach Berlin gefahren und haben eine Woche ihr Praktikum gemacht.
- 30:46 Ronald M. Arndt
Das wäre so eine Frage gewesen. Natürlich gibt's ja schon Tendenzen, dass einer sagt, das wäre auch ein, ein Umfeld.
- 30:54 Ulrich Schwer
Gut, ich meine, die beiden sind 14, die werden 15 dieses Jahr. Ich glaube, es ist noch zu früh. Und ich, wenn er es machen möchte, würde ich mich sehr freuen natürlich, aber da ist kein, kein, kein Zwang, kein Druck. Ich glaube, ihr sollt einfach machen, oder beide sollen einfach das machen, was sie möchten, was sie glücklich macht. Wenn es Hotellerie wird, wunderbar. Ich meine, es hat mir, meiner Frau, die ebenfalls in der Hotellerie gestartet ist, natürlich sehr viele Möglichkeiten gegeben, die Welt zu sehen oder auch zu erleben. Ich meine, man kann die Welt sehen, indem man reist, aber wenn man in anderen Ländern auch lebt, dann hat man noch mal ein ganz anderes Verständnis für das Land, für andere Kulturen. Und ich glaube, das ist sehr, sehr wertvoll. Und das, wenn ich das meinen Kindern mitgeben kann, das ist schon mal ein großer, ein großer, wichtiger Punkt.
- 31:45 Ronald M. Arndt
Ja, ich erinnere mich, London, Samatha, Arizona, wo sie überall schon waren. Jetzt aber einfach in Deutschland auch glücklich, solange. In 10 Jahren waren sie in Stuttgart im Schlossgarten.
- 32:03 Ulrich Schwer
Ja, genau. Ja, man darf aber auch nicht unterschätzen, was Deutschland zu bieten hat. Jetzt ist— es wird immer so viel schlechtgeredet in Deutschland. Ich glaube, dass man muss sich das mal von außen betrachten, dass es uns doch hier auch immer noch wirklich sehr, sehr gut geht und wir auf einem sehr hohen Niveau uns teilweise beklagen. Wir haben damals ganz klar die Entscheidung getroffen, aus den USA nach Deutschland zurückzugehen, aus familiären Gründen, klar, für die Großeltern. Das war so die Hauptentscheidung, aber auch Schulbildung. Und das ist, glaube ich, etwas, worauf wir hier in Deutschland sehr, sehr stolz sein können. Und das war uns auch wichtig, dass unsere Kinder dort auch eine gute Schulbildung bekommen. Und insofern sind wir jetzt auch, oder seit über 10 Jahren, meine Familie wohnt auch noch in Stuttgart. Ich bin hier in Berlin, bin regelmäßig dann zwischen—
- 32:59 Ronald M. Arndt
fast Nachbarn.
- 33:00 Ulrich Schwer
Ja, genau richtig. Also fast regelmäßig oder nicht nur fast, sondern regelmäßig in Stuttgart und versuche, so oft es geht, dann in die alte Heimat zu fahren, was nicht immer einfach ist. Die Distanz ist dann doch schon etwas größer. Aber es ist uns wirklich einfach sehr am Herzen gelegen, dass die beiden dort in ihren Schulen, in ihrem Freundeskreis bleiben können und dort auch einfach die Schulausbildung zu Ende machen, sind ja noch 3, 4 Jahre, dann ist sowieso, dann werden die Karten neu gemischt und dann sehen wir, wie es weitergeht. Und dann vielleicht ist noch mal die Möglichkeit, wenn sie dann ausziehen, irgendwo studieren, dass man sagt, ja, dann bin ich offen und dann geht's vielleicht noch mal nach Südostasien oder Südafrika, ich weiß es nicht, ne.
- 33:42 Ronald M. Arndt
Ja, zoomen wir ein bisschen raus kurz aus Berlin, aus Deutschland, aus Europa. Wo tut sich denn gerade wirklich was in der gehobenen Hotellerie? Wo Schiebt man so ein bisschen hin, wo kann man sich inspirieren lassen?
- 33:55 Ulrich Schwer
Also gute Frage. Ich glaube, es gibt, es gibt kaum Märkte, die nicht schon irgendwie immer weiter erschlossen werden. Interessanterweise sehe ich aber, dass auch gerade viele große Marken wieder sehr stark nach Europa kommen. Beispiel Rosewood, haben jetzt München, Wien neu eröffnet, öffnen jetzt Schloss Fuschl. Also ich sehe dass doch irgendwo, nachdem vor Jahrzehnten man immer raus in die Welt gegangen ist— ich erinnere mich, Kempinski mit seinem großen Push nach China, ja, wo dann auf einmal Hotels in China bekannt gegeben wurden, wo ich mir dachte, von der Stadt habe ich noch nie was gehört damals, ja, und, und man dort erstmal gelernt hat, wie viele Millionen Städte es dort gibt. Und ich glaube, gerade Europa wird wieder immer mehr interessant. Wir als Rocco Forte, die in Europa schon stark vertreten sind mit der Marke, wir schauen natürlich stark Richtung USA. Wir haben eine unglaublich große Fanbase, sage ich mal, in den USA, was die Marke angeht. Und da wäre es natürlich auch schön, wenn wir dort eine Repräsentanz haben. Und da ist natürlich New York ganz oben auf der Liste.
- 35:04 Ronald M. Arndt
Eben auch, weil Sir Rocco Forte da oft selber ist.
- 35:07 Ulrich Schwer
Ja, ist er. Und was auch ganz unglaublich interessant ist, dass Sir Rocco auch in seinen wirklich noch sehr jungen 79 Jahren topfit immer auf diese unglaublich interessanten Roadshows geht, wo er wirklich durch die ganzen USA reist. Ich weiß jetzt, erst in 10 Tagen geht's nach Mexiko, Houston, dann geht's nach Dallas, wenn ich mich nicht täusche, Phoenix interessanterweise auch, nach Arizona. Und er ist überall dabei, besucht Travel Agents, Und das beeindruckt mich. Und ich glaube, das ist auch ein Grund dafür, dass wir dort auch in USA so einen großen Zuspruch zu dieser Marke haben.
- 35:51 Ronald M. Arndt
Ja, aber das war sicherlich auch die, mit die Basis von vielem.
- 35:55 Ulrich Schwer
Und deswegen müssen wir auch dann auch mal ein Haus in den USA eröffnen.
- 35:59 Ronald M. Arndt
Und spannend ist ja auch wirklich, wenn man bedenkt, dass die Marke Rocco Forte ja gar nicht mal so alt ist.
- 36:04 Ulrich Schwer
Die wurde ja 1995 gegründet, nachdem die Trust House Forte leider ja zerschlagen wurde. Und er hat sich damals, und das sagte er auch in einem der Interviews zu der damaligen Zeit, auch geschworen, ich baue das wieder, ich komme zurück. Und er hat es wirklich beeindruckend, auf beeindruckende Art und Weise getan und verkörpert irgendwo dann den Gastgeber wie aus dem Bilderbuch, oder?
- 36:34 Ronald M. Arndt
Mit diesem, diesem persönlichen, nahbaren Stil.
- 36:37 Ulrich Schwer
Absolut, absolut. Und ich glaube, seine ganz große Stärke ist so sein Charme. Also er hat wirklich diese natürliche Fähigkeit, Leute für sich zu gewinnen, aber nicht mit einem Kalkül, sondern als naturell. Und das ist wirklich beeindruckend.
- 37:00 Ronald M. Arndt
145 Zimmer haben Sie hier in Berlin. Wie viele Mitarbeiter braucht es da ungefähr, um so ein Haus zu führen?
- 37:10 Ulrich Schwer
Also wir haben 177 Festangestellte, dann natürlich Aushilfen. Also wenn man so nach diesem schönen Hotelierslingo FTE gesprochen sind wir knapp über 200.
- 37:31 Ronald M. Arndt
Das heißt, Sie kümmern sich um dann doch auch 200 Seelen und deren Familien.
- 37:38 Ulrich Schwer
Genauso ist es, genauso ist es.
- 37:40 Ronald M. Arndt
Das vergisst man manchmal so ein bisschen als Außenstehender, was da eigentlich schon in Unternehmensgröße—
- 37:48 Ulrich Schwer
man unterschätzt es oft, was das bedeutet, ja, weil man natürlich auch viele Kollegen hat, die im nicht sichtbaren Bereich arbeiten. Und das ist unsere Aufgabe als Leadership-Team, die auch sichtbar zu machen. Sei es im Housekeeping, sei es im Stewarding, Küche, Technik. Das sind alles Bereiche, die maßgeblich zu dem Erfolg und der Gästezufriedenheit natürlich beitragen, die aber oft übersehen werden. Man sieht den Maître im Restaurant, man sieht den Guest Relations Manager, den Concierge, den Doorman, die vor der Tür stehen. Aber die spielen alle einen ganz, ganz, ganz wichtigen Part in dem großen Ganzen.
- 38:32 Ronald M. Arndt
Wie wichtig? Und ist es auch manchmal so, dass diejenigen, die Kollegen, die man nicht sieht, auch mal die Gäste sehen oder Aber das geliebte Produkt, das ist wahrscheinlich nicht der Fall.
- 38:53 Ulrich Schwer
Eher weniger, eher weniger natürlich.
- 38:57 Ronald M. Arndt
Oder gibt's einfach Bereiche, wo man sagt, nee, das ist einfach rein administrativ da oder technisch?
- 39:03 Ulrich Schwer
Nee, nein, nein, also das nicht. Unsere Kollegen sind natürlich im ganzen Haus unterwegs, logisch.
- 39:10 Ronald M. Arndt
Also würde es nicht anders gehen. Richtig, ja. Eigentlich kann man sich da nicht aus dem Weg gehen.
- 39:13 Ulrich Schwer
Nein, kann man nicht.
- 39:15 Ronald M. Arndt
Kann man, will man nicht.
- 39:17 Ulrich Schwer
Natürlich ist man als, nochmal, ich komme auf das Beispiel, als Doorman, wo man jeden Gast begrüßt, ein ganz anderes Gesicht für den Gast.
- 39:24 Ronald M. Arndt
Der mich auch direkt mit Namen kannte.
- 39:25 Ulrich Schwer
Schön.
- 39:26 Ronald M. Arndt
Warum auch immer. Das Geheimnis werde ich jetzt nicht versuchen zu entlocken.
- 39:30 Ulrich Schwer
Weiß ich jetzt auch nicht, wie das sein konnte. Nein, aber wir haben auch viele Kollegen, die das vielleicht auch gar nicht möchten, die vielleicht auch sagen, ich arbeite lieber ein bisschen für mich und sind da auch vollkommen fein und zufrieden mit. Insofern, das muss man einfach respektieren. Was ich sehr, sehr schätze, ist, dass wir auch mal unsere Köche teilweise auch mal vielleicht rauskommen, auch vielleicht mal einen Gang servieren. Das passiert. Ich finde es sehr schön, dass wir sehr viele Stammgäste haben, die auch einen tollen Bezug schon zu diversen Kolleginnen, die im Housekeeping arbeiten, aufgebaut haben und auch immer sich freuen, wenn die gleiche Kollegin dann da ist oder der gleiche Kollege sich darum kümmert. Das finde ich schön, wenn das von den Gästen auch gesehen wird. Wir als Leader tun da unser Bestes, das natürlich auch wiederzugeben. Also das ist auch dann mit Recognition. Es gibt einmal im Jahr die Internationale Housekeeping Week zum Beispiel. Wir haben eine Culinary Chefs Week, die wir auch durchführen und alles das so ja, den Mitarbeitern diese, diese Recognition auch geben. Und das ist etwas, das kann man nicht genug machen.
- 40:37 Ronald M. Arndt
Fällt's Ihnen mit so einer großen Marke im Hintergrund dann leichter als anderen, Mitarbeiter zu halten, Mitarbeiter zu finden?
- 40:47 Ulrich Schwer
Ich glaube, es ist leichter, aber es ist nicht leicht. Mhm. Wir sehen besonders auch vor Corona schon, aber besonders seit Corona sehen wir natürlich einen ganz großen Mangel an Fachkräften. Ich unterhalte mich mit vielen Kollegen und jeder stellt die gleiche Frage: Wo sind denn alle hin? Ich glaube, es gibt unglaublich viele tolle Mitarbeiter draußen. Unsere Aufgabe ist es, sie davon auch zu überzeugen, dass sie bei uns im richtigen Haus sind. Jetzt sage ich nicht, wir machen einen besseren Job als die Kollegen hier in der Stadt oder anderswo in Deutschland. Ich glaube, jeder muss für sich entscheiden, was er tut. Ich glaube, was wir am besten machen können, ist dieses familiäre Gefühl weiterzugeben. Und es macht mich stolz zu sehen, dass wir unzählige Mitarbeiter haben, die teilweise seit Tag 1 hier arbeiten, und von unseren Gästen auch sehr geschätzt werden. Das ist jetzt kein Alleinstellungsmerkmal, das haben andere Hotels auch, aber es ist ein sehr positives Zeichen. Wir haben große Herausforderungen, gerade im Bereich Front of House Kollegen zu finden, weil wir natürlich auch wählerisch sind. Ich glaube aber auch, dass was vor 20 Jahren, als ich meine Ausbildung beendet habe, sehr attraktiv war, das Front Office. Und das hat sich ein bisschen gedreht, weil man die Tätigkeiten, die man ausübt— man ist freundlich zu den Gästen, man begrüßt sie, man kümmert sich um Probleme, man organisiert. Ich sag das immer so gerne, für mich ist das Front Office so ein bisschen wie der Kopf eines Tintenfisches. Das Hotel ist der Tintenfisch und das Front Office ist der Kopf, der denkt und lenkt, und die Arme müssen dann gesteuert werden, weil alle Gäste Anfragen gehen eigentlich fast immer noch über das Frontoffice und werden daraus wieder weiter kommuniziert. Und diese Tätigkeiten bieten aber auch andere Bereiche, andere Branchen an. Und da ist natürlich, was Arbeitszeit angeht, die Hotellerie vielleicht nicht die attraktivste. Ich finde es aber sehr schade, weil, und das hatte ich beim letzten Podcast schon gesagt, der da hieß Mein rechter, rechter Platz ist leer, Dass ich immer begeistert bin, wenn ich junge Menschen sehe, die weiter für die Hotellerie brennen und diese Leidenschaft haben. Und da gibt es genug. Wir müssen sie überzeugen, nur wieder zu uns zurückzukommen. Jetzt können wir in der Hotellerie schwieriger als andere Branchen vielleicht ein Homeoffice anbieten, denn das rühre Ei bringt sich ja nicht über Zoom an den Tisch. Ja, da muss wirklich einer hinkommen. Aber ich glaube, und das hat meine geschätzte Kollegin Dr. Caroline Kretschmann gesagt, Arbeit kann auch erfüllend sein. Und auch das direkte Feedback vom Gast, das Lächeln, das Dankeschön, das erlebt man auch wirklich nur, wenn man auch dann dort ist. Und ich habe sehr viele auch Kollegen, die vielleicht auch mal Hoteldirektoren waren, die die Hotellerie verlassen haben, die sagen: Mensch, mir fehlt so ein bisschen dieser Zusammenhalt. Mir fehlt das Aktive. Mir fehlt dieses Kribbeln. Und das ist positiv, weil die Branche bleibt unglaublich interessant, spannend, aufregend. Kein Tag ist wie der andere. Kann gut, kann schlecht sein. Aber ich glaube, sonst wäre ich nach nicht über 20 Jahren nicht auch noch in dieser Branche, wenn es mir nicht jeden Tag Freude bereiten würde.
- 44:34 Ronald M. Arndt
Ja, immer spannend einfach, ne?
- 44:36 Ulrich Schwer
Absolut.
- 44:37 Ronald M. Arndt
Und wer weiß, wer da gerade so bei einem im Haus ist.
- 44:41 Ulrich Schwer
Ja, genau.
- 44:42 Ronald M. Arndt
Sie sagen, die jungen Menschen, die gibt's, die muss man nur finden.
- 44:46 Ulrich Schwer
Ja.
- 44:47 Ronald M. Arndt
Gibt's aber deutlich weniger, meinen Sie?
- 44:50 Ulrich Schwer
Ja, die gibt es deutlich weniger. Ob es jetzt mit Geburtenstärken, Jahrgängen zu tun hat, sei jetzt mal dahingestellt. Auch zu meiner Zeit vor, vor— ich habe 2020, 2000 meine Ausbildung begonnen— gab es unglaublich starke Azubis, wenn ich jetzt beim Thema Auszubildende bleibe. Es gab auch Azubis, die vielleicht nicht den gleichen Anspruch hatten wie andere. Das hat, das hat ja schon immer existiert. Das ist ja kein Generationsproblem, sondern es gibt immer die, die wirklich dafür brennen und die die muss man einfach finden. Es ist einfach nur schwieriger geworden, sie auf einen aufmerksam zu machen, weil jedes Unternehmen natürlich ein sehr starkes Employer Branding betreibt, sehr viel mehr Fokus auch darauf legt, weil es auch notwendig ist. Ja, ich erinnere mich, dass wir in unserer Ausbildung, als wir in der Abteilung Porter waren, dann immer diese, diese Gänge zum Postamt gemacht haben und diese großen gelben Postkisten mit den damals noch sehr populären DIN-A4-Bewerbungsmappen kistenweise ins Hotel gebracht haben, jeden Tag, weil sich so viele beworben haben. Die Zeiten sind lange vorbei, aber dennoch kriegen wir wirklich tolle Bewerbungen. Es sind nur wirklich deutlich, deutlich weniger.
- 46:08 Ronald M. Arndt
Ja, und dann gibt es ja eben auch die Möglichkeit, ich meine, für jemanden, der vielleicht per Zufall auf den Hotel-Podcast stößt. Aber es gibt natürlich Möglichkeiten, würde mich freuen, innerhalb eines Hotels mit all diesen verschiedensten Bereichen, innerhalb einer Gruppe wie Rocco Forte, innerhalb einer Stadt an verschiedenen Standorten einfach weiterzuentwickeln, wie wirklich nirgendwo sonst.
- 46:31 Ulrich Schwer
Ja, absolut. Und das Lustige ist, dass, als ich das Hotel in Stuttgart schließen musste, mehrere Kollegen hier auch nach Berlin gewechselt sind. Die ich auch regelmäßig in anderen Häusern auch noch sehe und mich austausche. Es freut mich, dass ich auch sehe, dass die ja auch diesen Karrieren, diese Karriereschritte gehen konnten und die Chance haben. Und das macht mich auch ein bisschen stolz zu sehen, wie toll die sich entwickelt haben und immer weiterentwickeln.
- 47:01 Ronald M. Arndt
Es hat wirklich, war ein besonderer Hotelpodcast, Herr Schwer, für mich, weil doch schon über 100 Episoden dazwischen liegen.
- 47:10 Ulrich Schwer
Ist das jetzt die 103. heute?
- 47:13 Ronald M. Arndt
Das ist die 103.
- 47:15 Ulrich Schwer
Das wäre ja von der 3. zur 103., das wäre ja ganz witzig eigentlich.
- 47:19 Ronald M. Arndt
Da haben Sie recht. Oder? Das ist die 103., ja.
- 47:21 Ulrich Schwer
Ist jetzt wirklich, ne?
- 47:22 Ronald M. Arndt
Ja, absolut.
- 47:24 Ulrich Schwer
Als ob wir es geplant hätten, oder? Schön. Als ob wir es geplant hätten.
- 47:28 Ronald M. Arndt
Wir haben an dem Termin ja schon ein bisschen gearbeitet, aber hat Nils recht.
- 47:32 Ulrich Schwer
Dann sollte es genauso sein, dass wir uns jetzt erst heute zur 103. Folge treffen, oder?
- 47:38 Ronald M. Arndt
Wahrscheinlich. Ich glaube, genau, das Schicksal. Super.
- 47:41 Ulrich Schwer
Genau. Herr Arndt, vielen Dank, dass Sie auch hier in Berlin sind und dass Sie auf— ich weiß, Ihr Zug geht auch in kurzer Zeit, aber dass Sie das auf jeden Fall noch eingeplant haben. Ich habe von Anfang an mir gewünscht und gehofft, dass dieser Podcast so einen Erfolg auch haben wird, und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg, tolle, spannende Gäste in Ihrem Podcast zu haben, tolle Gespräche zu führen. Es ist immer wieder schön, auch zu hören, wie andere Kollegen sprechen. Und machen Sie einfach weiter so. Viel Erfolg!
- 48:12 Ronald M. Arndt
Danke, Herr Schwer. Ihnen alles Gute in Ihrem Haus und natürlich auch liebe Grüße an die Familie.
- 48:17 Ulrich Schwer
Richte ich aus. Und wenn nicht, komme ich mal in der Nachbarschaft, wenn ich in Stuttgart bin, komme ich einmal auf einen Kaffee bei Ihnen vorbei.
- 48:23 Ronald M. Arndt
Sehr, sehr, sehr, sehr gerne. Sie sind herzlich eingeladen. Vielen Dank. Danke schön.