Martin Lachout, ARCOTEL Hotels
Aufgenommen: ARCOTEL Hotels, Wien
Germany49 Min Das Video kommt von YouTube und lädt erst, wenn du auf Abspielen klickst.
„Früher war es am Anfang leichter, ins Geschäft zu kommen, und heute ist es schwerer, im Geschäft zu bleiben.“
Martin Lachout, 20:39
Martin Lachout leitet die ARCOTEL Hotels als Vorstand und spricht mit Ronald M. Arndt und Katharina Beatriz Varga in Wien über 35 Jahre Unternehmensgeschichte und seine ersten zehn Jahre im Haus, die mit einer Restrukturierung begannen. Er erklärt, warum ARCOTEL Gastronomie ausbaut, während die Kettenhotellerie sie reduziert, und was hinter Kissenmenü, mobiler Minibar und einem eigenen Check-in-Kiosk steckt. Dazu geht es um Gründer Raimund Wimmer, die Zusammenarbeit mit Eigentümerin Dr. Renate Wimmer und zwei neue Häuser in Wien und Linz.
Die Audiodatei kommt beim Abspielen von Spotify for Creators. Vorher wird nichts geladen.
Kernaussagen
- Start mit Restrukturierung: Lachout begann 2014 mit einer Restrukturierung. Zwei Hotels wurden abgegeben, darunter das Moser Verdino in Klagenfurt mit 84 Zimmern ohne Klimaanlage, wo jeder Gast im Sommer drei Ventilatoren ins Schlafzimmer gestellt bekam. Erst nach zwei Jahren ging es ans Weiterentwickeln.
- Gastronomie statt Reduktion: Während die Kettenhotellerie Gastronomie zurückfuhr, hielt ARCOTEL daran fest und arbeitet ohne zugekaufte Convenience. Das Frühstück ist laut Lachout in den Destinationen stadtbekannt und hilft beim Verkauf von Veranstaltungen.
- Ein Weg zur Entscheidung: Dr. Renate Wimmer ist einzige Eigentümerin und stellt im Hintergrund die Liquidität. Lachout geht einmal durchs Sekretariat und hat sein klares Go oder ein Nein, gegen das auch ein gutes Betriebsergebnis keine Argumente liefert.
- Mehr Hotel im Detail: Aus eineinhalb Jahren Arbeit mit Gäste- und Mitarbeiterbefragungen entstanden das Kissenmenü, ein Achterl-Glas mit zweitem Eichstrich und eine mobile Minibar auf Rollen, die der Rezeptionist aufs Zimmer bringt. Produkte, die nicht angenommen wurden, nahm ARCOTEL wieder weg.
- Standort vor Wachstum: ARCOTEL könnte nach Lachouts Worten innerhalb kürzester Zeit enorm wachsen, prüft aber jedes Angebot auf Marke und Standort. B-Standorte in der Peripherie reizen nicht, gesucht werden Immobilien im Viersternesegment mit Standort und Attraktion.
Shownotes zur Episodeaus dem Podcast-Feed
Dieses Jahr feiern die ARCOTEL Hotels ihr 35-jähriges Bestehen – und auch Martin Lachout hat Grund zum Feiern: Seit exakt 10 Jahren leitet er das Unternehmen als Vorstand.
Was anfangs ein herausfordernder Start war, hat sich mittlerweile zu einem beeindruckenden Erfolg entwickelt. Heute präsentieren sich die Wiener stärker denn je, und schon bald werden zwei neue Hoteleröffnungen die Erfolgsgeschichte weiterschreiben.
In Linz erwartet die Gäste bald ein einzigartiges gastronomisches Erlebnis – in der 27. Etage, auf höchstem Niveau. Und wer das Frühstück in einem der bald 12 Häuser noch nicht probiert hat, sollte das dringend nachholen.
Im Gespräch werfen wir zudem einen Blick auf die Gründerlegende Raimund Wimmer und die enge Zusammenarbeit mit der heutigen Inhaberin, Dr. Renate Wimmer. Lachout beschreibt sie mit einem Augenzwinkern als „seine beste Mitarbeiterin“ – natürlich mit einem Schuss Wiener Schmäh.
„Gastgeber aus Leidenschaft“ ist für die ARCOTEL Hotels mehr als ein Slogan – es ist eine Philosophie, die sich im Namen widerspiegelt: Der „Arche“ (dt. Bogen) symbolisiert die enge Verbindung zwischen Gastgeber und Gast.
Keine Episode verpassen
Folge HOTEL-PODCAST dort, wo du sowieso hörst. Neue Episoden aus sechs Ländern kommen dann ganz von selbst. Oder tritt unserer WhatsApp-Community bei, um über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden zu bleiben.
Weitere Episoden
Alle EpisodenTranskript
Transkript öffnenTranskript schließen49 Min · Ronald M. Arndt und Martin Lachout
Automatisch transkribiert mit AssemblyAI, Sprecher automatisch zugeordnet. Nicht redigiert.
- 00:00 Ronald M. Arndt
So, Katharina, jetzt legst du mal die Akten beiseite.
- 00:02 Martin Lachout
Ja, ich möchte ja nicht so viel Fragen stellen.
- 00:05 Ronald M. Arndt
Martin is ready.
- 00:05 Katharina Beatriz Varga
Martin ist besser vorbereitet als wir heute.
- 00:09 Martin Lachout
Okay, gut, super.
- 00:10 Ronald M. Arndt
Real Talk wie immer im Hotel-Podcast. Martin, und wenn ich so hinter dich schaue und meine Heimatstadt sehe, da lacht mein Herz.
- 00:18 Martin Lachout
Das ist schön.
- 00:19 Katharina Beatriz Varga
Dir geht es warm ums Herz.
- 00:20 Ronald M. Arndt
Deins auch, oder Katharina?
- 00:22 Katharina Beatriz Varga
Stuttgart weniger.
- 00:24 Martin Lachout
Ja, wir haben ja noch andere Destinationen zu bieten außer Stuttgart.
- 00:28 Ronald M. Arndt
Wann warst du das letzte Mal im Schwabenländle?
- 00:31 Martin Lachout
Im Schwabenländle war ich vor einem Dreivierteljahr.
- 00:35 Katharina Beatriz Varga
Das war ja eigentlich, ist ja gerade gewesen.
- 00:38 Martin Lachout
Ja, ja, das kommt mir alles so weit vor. Die Zeit läuft so schnell momentan und das kann man gar nicht abschätzen.
- 00:44 Katharina Beatriz Varga
Ja, wenn wir Podcast aufnehmen, ist auch eine halbe Stunde, fühlt sich ganz oft an wie 5 Minuten, weil einfach so viel erzählt wird und wir uns die Fragen vorher nicht überlegen im Vergleich zu dir.
- 00:58 Ronald M. Arndt
Jetzt gratulieren wir erst mal. Ja.
- 01:00 Katharina Beatriz Varga
Eigentlich müssten wir Happy Birthday singen, aber ich kann leider nicht singen.
- 01:02 Ronald M. Arndt
Das haben wir nicht geübt. ARCOTEL, 35 Jahre. Herzlichen Glückwunsch.
- 01:08 Katharina Beatriz Varga
Danke.
- 01:08 Ronald M. Arndt
Gratuliere. Und 10 Jahre Martin Lachout bei ARCOTEL.
- 01:12 Martin Lachout
Das ist schön. Genau, das ist ein schöner, runder Geburtstag, den wir heuer gefeiert haben im Herbst.
- 01:18 Ronald M. Arndt
Hast du das damals gedacht, vor 10 Jahren, dass die Reise eine so lange werden würde?
- 01:24 Martin Lachout
Ich habe es gehofft, muss ich ehrlich gestehen. Ja, ich bin immer daran interessiert, möglichst lange bei einem Unternehmen zu sein, weil die Früchte, die man so sozusagen sät, man viel später erntet. Das ist ja nicht so, dass du sagst, okay, ich setze jetzt eine Maßnahme und kann gleich damit rechnen, dass sich das realisiert. Ja, wir haben ja nicht nur Ideen, wir haben auch Mitarbeiter, und dann gibt es ja noch Gäste, die das Produkt auch noch annehmen sollten.
- 01:50 Katharina Beatriz Varga
Ja, das wäre eigentlich am Schluss das Beste, gell, dass die Gäste das auch akzeptieren.
- 01:55 Martin Lachout
Zufriedene Gäste.
- 01:56 Ronald M. Arndt
Aber ein schöner Satz. Und eben das Problem, was die Politik manchmal so ein bisschen hat, dass man eben da bis zur nächsten Wahl eigentlich nur schaut, da irgendwas abzuliefern. Jetzt bist du natürlich nicht in irgendeinem Hotelunternehmen hier tätig und CEO, sondern bei einem Unternehmen in Familienhand seit jeher.
- 02:15 Martin Lachout
Ja, ja, also für mich, also nur kurz gefasst, ja, jeder Vorstand hat einen Vorstandsvertrag und der dauert in der Regel auch nur 5 Jahre, immer 5 Jahre. Und wenn man natürlich rechtzeitig drauf schaut, dann verlängert man diesen Vertrag.
- 02:32 Ronald M. Arndt
Rechtzeitig.
- 02:32 Martin Lachout
Mhm. Und das ist das Wichtigste, damit man auch beide Seiten wissen, wie langfristig man arbeitet und wie langfristig man denken kann.
- 02:40 Ronald M. Arndt
Mhm. Wo stand ARCOTEL damals 2014? Wir wissen ja auch, dass es—
- 02:46 Martin Lachout
2014 war kein einfaches Jahr bei ARCOTEL. ich würde sagen, es war einer meiner ersten Aufgaben, hier eine Restrukturierung durchzuführen. Wir haben 2 Hotels abgegeben, die wirtschaftlich kaufmännisch nicht vertretbar waren, und das war das Hotel, Moser Verdino in Klagenfurt, 84 Zimmer, keine Klimaanlage, 30 Grad im Zimmer, und jeder Gast hat im Sommer 3 Ventilatoren ins Schlafzimmer gestellt bekommen. Das ist mittelfristig—
- 03:15 Katharina Beatriz Varga
so hast du angefangen?
- 03:16 Martin Lachout
So habe ich angefangen bei ARCOTEL, ja, ja, ja.
- 03:20 Katharina Beatriz Varga
Dann ein doppeltes Gratuliere, die Ventilatoren sind nicht mehr in den Zimmern vermutlich, oder? Nein, nein, nein, nach 10 Jahren haben sie—
- 03:26 Martin Lachout
nein, das ist ein schönes Haus geworden. Leider ist die Immobilie verkauft worden und hat mittlerweile einen anderen Betreiber, aber nichtsdestotrotz, wie ich Ich habe die Chance gehabt, gemeinsam mit der Frau Dr. Wimmer, nachdem ich mich bewiesen habe nach 2 Jahren, haben wir angefangen, uns weiterzuentwickeln. Und bisher, und seither kann ich sagen, wir haben das Hotel Castellani dazugewonnen. Das haben wir sogar im Eigentum mittlerweile. Wir haben auch in Wien ein neues Hotel eröffnet, das Hotel Donauzentrum, und sind mittlerweile auch während der Pandemie in Dresden. Einer neuen Destination. Das ist immer etwas ganz Besonderes, ein Hotelprojekt zu entwickeln in einer neuen Destination. Und ja, und wir haben noch 2 Hotels, die wir demnächst noch aufbauen werden.
- 04:16 Ronald M. Arndt
Aha, werden die heute noch verraten, oder?
- 04:17 Martin Lachout
Ja, natürlich, das sind doch auch unsere Kunden.
- 04:19 Katharina Beatriz Varga
Bleibt der Satz jetzt so stehen, oder dürfen wir da nachfragen?
- 04:23 Martin Lachout
Gerne, gerne, gerne, immer, immer. Die 2 neuen Häuser, eines ist in Wien, Das Hotel Arcu, das ist auch auf einem Bahnhof, nämlich auf der Hochgarage beim Franz-Josef-Bahnhof, wird 157 Hotelzimmer umfassen, ein klassisches Arc Hotel. Und es ist das erste Haus, und das ist eine Premiere, mit einem Panoramalift.
- 04:46 Katharina Beatriz Varga
Ah, ein Panoramalift. Fantastisch.
- 04:49 Martin Lachout
Fantastisch. Und das höchste Haus in unseren Händen wird das Hotel Tabakfabrik sein, steht dann in Linz. Ja, gleich in unmittelbarer Nähe neben unserem Hotel Nike, das ja auch in Linz ist, und hat 27 Etagen. Ja, und da gibt es wieder etwas ganz Besonderes. Wir haben uns vertraglich die 27. Etage angemietet und werden dort oben auf höchstem Niveau Gastronomie, ein Gastronomiekonzept, ein modernes Gastronomiekonzept umsetzen, was top in der Stadt Linz sein wird.
- 05:27 Katharina Beatriz Varga
Ist das Thema Gastronomie neu für ARCOTEL oder macht ihr das schon in ein paar Häusern mit?
- 05:33 Martin Lachout
Das Thema Gastronomie gehört bei uns eigentlich zu unserer DNA. Österreichisches Unternehmen, das heißt, jeder kommt zu uns, weiß ganz genau Schnitzel, läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Ja, wir definieren uns auch über Gastronomie. Wir haben auch gesehen, dass die Kettenhotellerie anfängt, Gastronomie zu reduzieren, zu reduzieren, zu reduzieren. Und wir sagen, nein, wir müssen uns da klar positionieren. Das heißt, wir arbeiten ohne Convenience, also Convenience natürlich selbstgemachte Convenience ist natürlich notwendig, aber für uns ist es ganz, ganz wichtig, dass wir hier punkten, dass unsere Mitarbeiter in der Küche auch das Handwerk beherrschen. Und wir sind auch sehr erfolgreich damit. Das führt wieder dazu, dass Gäste bei uns gerne frühstücken. Ich glaube, das ARCOTEL-Frühstück ist stadtbekannt in den Destinationen, wo es ein ARCOTEL gibt. Und damit punkten wir. Und im Gegenzug führt das natürlich dazu, dass wir auch Convention gut verkaufen können. Und unsere Gäste sind hier sehr zufrieden und suchen auch das Hotel dann aus, weil sie sagen, okay, da ist man gut, da wird man gut versorgt, da gibt's auch eine Bar, da gibt's einen Barkeeper, der kennt sich aus, da machen wir unsere Veranstaltung.
- 06:52 Ronald M. Arndt
Na ja, ich musste gerade meine Woche planen, weil die Bushaltestelle zur Kita meiner Jungs, die ist in unmittelbarer Nähe hier vom Hotel in Stuttgart, im Camino. Und vielleicht gehe ich dann in Zukunft mal frühstücken noch.
- 07:04 Martin Lachout
Ja, gerne.
- 07:05 Katharina Beatriz Varga
Können wir unser nächstes Brainstorming für den Hotel-Podcast machen.
- 07:07 Ronald M. Arndt
Wenn du es mal wieder nach Stuttgart schaffst, Katharina.
- 07:09 Katharina Beatriz Varga
Genau. Aber beim Hotel-Podcast steht ja auch der Mensch im Vordergrund. Und bevor wir wieder zu ARCOTEL zurückkommen, würde uns schon interessieren, deinen Hintergrund. Was hat dich in die Hotellerie geführt? Also ich möchte gerne diese Geschichte teilen, weil die ist schon sehr spannend. Was heißt, ich möchte sie teilen? Du sollst sie bitte teilen.
- 07:33 Martin Lachout
Gut. Schuld ist meine Mutter.
- 07:35 Katharina Beatriz Varga
Wie an vielem sind Mütter schuld.
- 07:38 Martin Lachout
Ja, ja, nach dem Gymnasium und dann nach dem Militärdienst habe ich so nicht so recht gewusst, was ich machen soll. Ja, ich habe nicht gewusst, in welche Richtung es gehen soll. Und ich habe dann kurzfristig für meinen Onkel in der Gastronomie angefangen, habe für ihn gearbeitet. Das war natürlich als 20-Jähriger eine große Herausforderung. Ja, ich habe mich kennengelernt, Ich habe gelernt, wie wirke ich auf Gäste, wie wirke ich auf Vorgesetzte, wie kann ich mich da am besten beweisen. Und ich habe für damalige Verhältnisse sehr viel Geld verdient als 20-Jähriger. Und ja, dann war ich ein halbes Jahr in den Vereinigten Staaten, bin zurückgekommen, hat meine Mutter gesagt, so, Schluss, jetzt musst du das Handwerk richtig lernen, und hat mich in die Hotelfachschule geschickt. Und dort habe ich nach 2 Jahren meinen Abschluss gemacht und bin nachher direkt in die Hotellerie eingestiegen.
- 08:30 Katharina Beatriz Varga
Und so, die Hotelfachschule hier in Wien oder in Gleisheim?
- 08:34 Martin Lachout
In Salzburg, Gleisheim. Das ist immer besser, wenn man ein bisschen, 20-Jährige, ein bisschen weiter weg von zu Hause.
- 08:40 Katharina Beatriz Varga
Ja, da wollte ich auch einmal hin.
- 08:42 Martin Lachout
Ja, ausgezeichnete Ausbildung genossen, ja, auch den Abschluss gemacht. Und dann ging es los in die Ferienhotellerie, und dann muss es natürlich gleich 5 Sterne sein. Und da hat es mich ins Gasteinertal verschlagen, und da war ich zweieinhalb Jahre in den unterschiedlichen Betrieben der Epicur-Gruppe. Tätig, zuerst im aktiven Service an der Rezeption und dann im kaufmännischen Bereich durfte ich als Einkäufer und Controller monatliche Inventuren ausrechnen.
- 09:10 Katharina Beatriz Varga
Wenn deine Mutter diesen Satz nicht gesagt hätte, gell?
- 09:13 Martin Lachout
Ja, dann wüsste ich nicht, was aus mir geworden wäre. Und wenn ich das noch weiter ausführen darf, ja, danach hat es mich nach— wurde ich sehr jung Vater, ja, bin ich nach Wien gekommen und habe die Chance bekommen, nachdem ich bei Horvath Consulting ein Jahr in der Beratung war. Das hat mir gar keinen Spaß gemacht. Beratung war für mich viel zu trocken. Ich habe nur Projekte— ich war damals der Experte für Horvath aus der operativen Sicht, und ich habe für Wirtschaftlichkeitsberechnungen immer den Personalstellenplan zusammengestellt für die Hotels. Das war meine Spezialität. Und so wurde ich entdeckt von damals Vienna International 1991. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, das ist wirklich sehr lange her. Und da habe ich die Chance gehabt, im Development einzusteigen, und wir haben das geschafft, in 22 Jahren von 4 Hotels. Das war ein Hotel in Prag, ein Hotel in Bydgoszcz in Polen, ein Hotel in Miedzyzdroje auch in Polen und ein Kurhotel in Karlsbad. Also komplett unterschiedliche Hotels, Ferienhotellerie, Stadthotellerie, und dann natürlich tschechisch und polnisch. Also ein ganz neuer Markt, haben wir angefangen, diese Gruppe aufzubauen von 4 Hotels.
- 10:25 Katharina Beatriz Varga
Und konntest du dadurch auch einen Themenfächer sammeln in der Hotellerie?
- 10:29 Martin Lachout
Unglaublich, unglaublich. Alle anderen Kollegen, die mit mir die Hotelfachschule gemacht haben, sind entweder in die in die Familienbetriebe eingestiegen oder sind nach Frankreich gegangen oder nach Deutschland gegangen. Und ich habe die Chance gesehen, also der Osten öffnet sich, '91, die Mauer ist gefallen, es gab hier ein riesengroßer Nachholbedarf und es gab tolle Städte. Touristisch gesehen ist Prag ja eine wunderbare Stadt und da hatten wir mit dem Hotel Diplomat 400 Zimmer plötzlich als erstes internationaler Betreiber am Markt, war sensationell. Ja, und dann ging es eigentlich weiter. Ich kann immer nur sagen, die Chancen, die sich geboten haben, ich habe jede Chance, jede mögliche Chance ergriffen, war Hoteldirektor, habe im Controlling gearbeitet, Marketing, alles. Ich habe glaube ich bis auf Housekeeping jedes, jede Abteilung von der Pike auf gelernt und gemacht und habe es dann in bei der Vienna International auch aufgrund der, der vielen Wechsel und dass die Firma so schnell gewachsen ist, wir haben zum Schluss über 40 Hotels gehabt, bin ich in den Vorstand gerufen worden, operativ als Chief Operating Officer in den Vorstand. Und das hat mir natürlich Riesenspaß gemacht. Kann auch dazu sagen, 2009 war unsere Spitzenleistung, wir haben 7 Hotels eröffnet in einem Jahr.
- 11:50 Katharina Beatriz Varga
In einem Jahr?
- 11:51 Martin Lachout
Einem Jahr. Von, von, ja, das war unglaublich. Ich habe nachgemessen, oder meine Frau hat das nachgezählt, ich habe genau 250 Tage in dem Jahr nicht zu Hause geschlafen.
- 12:07 Katharina Beatriz Varga
Ja, die Frau zählt die Nächte, die du nicht zu Hause schläfst, und du zählst die Nächte, die du unterwegs warst.
- 12:13 Martin Lachout
Ja, genau, genau. Auslegungssache.
- 12:16 Ronald M. Arndt
Ja, ja, ja. Vorher erwähnt, 35 Jahre ARCOTEL. Was kann man da so ein bisschen kurz drüber sagen, über die, die Gründung damals? Raimund Wimmer.
- 12:27 Martin Lachout
Ja, Raimund Wimmer ist sozusagen, ist wirklich der, die, die DNA schwingt noch immer von, von ihm mit, und zwar das das Thema, vom, von dem, von unserem Slogan, der, der ganz wichtig ist, der, der uns auch am besten beschreibt, ja. Das, der lautet Gastgeber aus Leidenschaft, ja. Und mit diesem Slogan hat das Ganze angefangen. Raimund Wimmer hat eine Idee gehabt, er hat sich selbstständig gemacht mit dem ersten Haus in Wien, das er auch selbst entwickelt hat. Das war das Hotel Wimberger, das noch immer von uns geführt wird, selbstverständlich, eine, eine tolle Immobilie. Und da hat er seine Vision von einem 4-Sterne-Hotel, Stadthotel, umsetzen können. Und auch der Name ARC, ja, der Bogen zwischen dem Gast und dem Hotel, hat bei uns—
- 13:20 Katharina Beatriz Varga
dafür steht das.
- 13:21 Martin Lachout
Ja, ja, wir schlagen die Brücke sozusagen. Und das ist, das bekommt auch jeder neue Mitarbeiter gleich mit, um das zu verstehen. Woher kommt das? Was ist es? Und der Herr Wimmer war sehr, sehr genau, was Arbeitsabläufe anbelangt. Ich habe, ich habe Handbücher vorgefunden, die noch von seiner Handschrift sozusagen erstellt wurden. Wir haben auch auf Ideen zurückgegriffen, die von Dr. Wimmer sind gekommen. Er sagt, ja, da haben wir eine Idee, das haben wir schon mal überlegt, können Sie etwas damit anfangen? Und da habe ich mich gerne eingelesen und habe gesehen, wie fundiert er sich damals schon mit Themen auseinandergesetzt hat. Und auf der Basis und auch auf dem Mitarbeiterstab, der treu dem Unternehmen treu ist, habe ich aufbauen können. Und das war der große Vorteil. Also ich habe nicht bei null anfangen müssen, Gott sei Dank, aber es war trotzdem keine einfache Aufgabe.
- 14:22 Ronald M. Arndt
Ja, und er ist dann aus dem Leben geschieden 2006. Und habe auch da gelesen, dass er den Camino nach Santiago, ja, das war eines seiner letzten Kuren, die er gemacht hat. Und auch deswegen gibt es eine besondere Beziehung zwischen der Frau Wimmer eben und dem Hotel in Stuttgart.
- 14:41 Martin Lachout
Ja, er hat nicht nur, er hat nicht nur den, den Weg eingeschlagen, er hat auch viele Projekte damals, also auch vor meiner Zeit muss ich dazu sagen, die haben nicht ich realisiert, hat er schon auf den Weg gebracht. Da ist das Haus in Hamburg, Ja, das Onyx, ja, das Rubin, das Camino, dass die Verträge lagen eigentlich am Tisch, ja. Und die Frau Dr. Wimmer hat damals den Mut besessen und gesagt, okay, ich habe ein Team, wir haben eine Vision, und ich möchte das im Namen meines Mannes zu einem erfolgreichen Ende führen. Also das Development, und das ist die Grundbasis, der Grundstein, auf dem ARCOTEL aufgebaut wurde. Und das ist sensationell. Die Frau Dr. Wimmer ist eremitierte Rechtsanwältin, hat sozusagen immer wahrscheinlich alles zu Hause mitbekommen, aber so richtig in der Operation hat sie sich nicht involviert, sondern einfach gesagt, okay, ich habe ein starkes Team, ich habe eine Idee, ich habe eine Marke, eine starke Marke, wir werden von den Kunden und von den Gästen akzeptiert. Und auf dem haben wir, hat sie aufgebaut.
- 15:50 Katharina Beatriz Varga
Und wie groß ist der Bogen in den letzten 10 Jahren geworden? Was hast du, was, was du zu dem Bogen beigetragen. Ja, oder die Veränderung, seitdem deine Expertise bei ARCOTEL dabei ist.
- 16:06 Martin Lachout
Ja, man kann sagen, in den letzten 35 Jahren ist in der Hotellerie, in der Stadthotellerie vor allem, wahnsinnig viel passiert. Ja, das kann man, das darf, ja, das kann man sich gar nicht vorstellen, wie wir früher gearbeitet haben. Ja, die Kommunikation mit den Gästen zum Beispiel. Ja, früher hatten wir von Reisebüros und von Firmen ein Fax bekommen.
- 16:22 Katharina Beatriz Varga
Ein was?
- 16:23 Martin Lachout
Ja, ein Fax, dieses, dieses Papier, das einmal hineinlässt, drauflegt.
- 16:33 Katharina Beatriz Varga
Ich schaue zwar jung aus, so jung bin ich nicht mehr, aber ich habe mich als Kind immer gefragt, wie das Fax eigentlich funktioniert. Du schiebst das rein und es kommt in der gleichen Sekunde drüben wieder raus.
- 16:43 Martin Lachout
Es geht, manchmal dauert es ein bisschen, bis das durchkommt, ja. Aber wir haben echt noch mit Papier gearbeitet. Wir haben Ordner, wir haben auch Lager voll mit Ordnern mit Schriftverkehr gehabt, ja. Also das kann man sich nicht vorstellen. Und diese Dynamik, diese Geschwindigkeit, die wir heute sozusagen auch in unserer Arbeitswelt, in der gesamten Arbeitswelt an den Tag legen, hat natürlich für die Hotellerie keinen, keinen, keinen Halt gemacht. Heute wollen unsere Gäste sofort wissen, ob sie ein Zimmer gebucht haben. Wir haben ja Preislisten gehabt, wir haben Aushänge gehabt. Da ist der Rezeptionist nach hinten gegangen, sagt, okay, welche Saison ist heute, oder welche Saison ist angefragt, und hat auf Basis einer Preisliste eine Antwort in das, in die Schreibmaschine eingegeben, oder Computer viel später. Ja, also da gab es enorme Veränderungen. Heute, heute heißt es, wie entwickelt sich der Preis? Das kann ich mir alles im Internet anschauen.
- 17:30 Katharina Beatriz Varga
Gutes Revenue Management heute ist anders als vor Yielden ist so das wichtigste Schlagwort geworden.
- 17:37 Martin Lachout
Ja, heute muss ich drauf anschauen, was, was der Markt, was sich am Markt tut, ja, welche Veranstaltungen stattfinden, wie viele Arrivals am Flughafen gibt und, und, und. Also viele Parameter sind heute ausschlaggebend. Und früher hatten wir es ja viel leichter. Wir hatten die Nachfrage, war manchmal wesentlich größer als das Angebot. Heute gibt es so viele Hotelzimmer, die zu befüllen sind, die natürlich auch zeitweise befüllt werden, aber zeitweise auch leer liegen. Das heißt, man muss wirklich smart und clever umgehen, damit man auch am Markt realisiert. Und das ist das Entscheidende. Diese Dinge gibt es. Aber das, mein Lieblingsbeispiel ist ja auch das, dass ich sage, wie ich mich um die letzten Stellen als aktiver Mitarbeiter in einem Hotel beworben habe, da habe ich gewusst, ich bin nicht der Einzige. Da kommen 30 andere, die genau das Gleiche können, die genauso gut sind wie ich, vielleicht sogar besser. Und wie, was muss ich alles, wie bereite ich mich auf ein Bewerbungsgespräch vor? Was weiß ich über die Firma? Wie zeige ich mich von der besten sollte. Heute ist es umgekehrt. Heute wissen alle, okay, die suchen händeringend um, um junge Talente. Jetzt ist der Spieß sozusagen umgedreht worden.
- 18:47 Katharina Beatriz Varga
Ja, der Satz, Sie sind in der engeren Auswahl, sagt nicht mehr der Arbeitgeber, sondern der Bewerber.
- 18:54 Martin Lachout
Ja, unglaublich.
- 18:55 Katharina Beatriz Varga
Ja, sind immer, immer mehr Menschen, die auch unterwegs sind. Ich meine, das hat sich auch in den— das sind ja nur 10, 20 Jahre, wie sich das verändert hat. Ich hatte als Kind ja das Glück, im Gebäude vom Hotel Sacher aufzuwachsen. Und ich war gestern noch mal dort und da stand ja eine gefühlt 3 Kilometer lange Schlange vor dem Café. Genau, das habe ich als Kind so nicht gesehen. Also so arg war das nicht.
- 19:21 Martin Lachout
Das war vor Corona auch noch nicht so arg.
- 19:23 Katharina Beatriz Varga
Hat das Corona mitgebracht?
- 19:25 Martin Lachout
Nein, das hat nicht— es hat mit Corona— es steht mit Corona in keinem kausalen Zusammenhang. Aber diese Kaffeehauskultur, ja, die wollen unsere Gäste, die nach Wien kommen, auch erleben. Und da gibt es ein paar Lokale oder ein paar Kaffeehäuser, wo das eben eben auch imagemäßig entscheidend ist, dass du dort gewesen bist. Ja, wenn du im Café Central ein Selfie schießt, ja, dann sind wir gerade vorbeigefahren, Instagrammable. Genau, dann, und das, und das ist natürlich das Thema. Und solche Dinge haben sich geändert. Und wir als ARCOTEL würde sagen, wir sind uns dessen bewusst, dass wir nicht ruhen dürfen und dass wir uns auch anpassen müssen und dass sich der Gast heute darüber entscheidet oder die Auswahl hat, welches Quartier er sich aussucht.
- 20:11 Ronald M. Arndt
Und deswegen müssen wir uns noch viel besser präsentieren.
- 20:14 Martin Lachout
Und natürlich, das Gleiche gilt auch für Mitarbeiter. Für Mitarbeiter müssen wir auch sagen, okay, was können wir als Arbeitgeber euch anbieten, was interessiert euch, und wie kommen wir zusammen, ja, dass es ein Match gibt.
- 20:28 Katharina Beatriz Varga
Und findest du diese Entwicklung gut, oder findest du sie schwierig?
- 20:32 Martin Lachout
Ich meine, ich finde es—
- 20:36 Katharina Beatriz Varga
du hast ja beides mitbekommen, das Fax und die E-Mail.
- 20:39 Martin Lachout
Also ich kann sagen, früher war es am Anfang leichter, ins Geschäft zu kommen, und heute ist es schwerer, im Geschäft zu bleiben. Ja, also heute müssen wir, heute können wir nicht darauf bauen, dass wir, dass man eine Broschüre in der Hand hat und sagt, okay, da will ich hin, ja, und jetzt buche ich es einfach. Heute hat der Kunde auch die Möglichkeit, alles nachzulesen. Ich kann mich über ein Hotel oder einen Gastronomiebetrieb genau informieren. Und das heißt, wir müssen jeden Tag unsere Leistung liefern. Wenn da einmal ein Hoppala passiert ist, dann hat die Welt nicht davon erfahren. Wenn heute bei uns ein Hoppala passiert, dann erfährt die ganze Welt, die sich zumindest dafür interessiert.
- 21:14 Katharina Beatriz Varga
Kunden Gäste werden halt einfach sehr schnell zu Experten.
- 21:19 Martin Lachout
Das sind sie bereits.
- 21:20 Ronald M. Arndt
Ja, springen wir ein bisschen ins Heute. Ja, dann auch gerne nochmals vom Fax ins Heute. Ganz genau. Ich glaube, 650 Mitarbeiter habt ihr dann schon.
- 21:29 Martin Lachout
Ja, ja, es hängt natürlich saisonal ab. Wir sind natürlich im Sommer, werden wir immer mehr Leute brauchen als im Winter. Das ist saisonal bedingt. Für uns ist, wie gesagt, der Mitarbeiter ist der wichtigste Faktor am Ende des Tages. Er bringt die Leistung am Gast, er muss motiviert sein. Er bringt unsere Philosophie sozusagen hinüber und er erkennt die Bedürfnisse und die Erwartungen, die ein Gast hat. Und das ist dann ausschlaggebend für alle Bewertungen, die wir dann bekommen. Und da glaube ich, sind wir ganz stark, dass wir mit unseren Kollegen darauf achten. Das wird jeden Tag im Management-Meeting mit den Abteilungsleitern darüber gesprochen, was haben wir für eine Resonanz bekommen, was ist besonders gut aufgefallen, aber auch natürlich, was ist reklamiert worden, ist Das ist eine Chance, jetzt etwas besser zu machen. Und das ist eine gelebte Praxis, die für uns ganz wichtig ist, dass das auch in den Hotels gelebt wird. Nicht nur, dass es von mir gewünscht wird, sondern auch am Ende des Tages auch umgesetzt wird. Und wenn das in Fleisch und Blut übergeht, dann funktioniert das. Aber ich kann auch ein Beispiel liefern, dass das mir sehr gut—
- 22:39 Katharina Beatriz Varga
Wir lieben Beispiele.
- 22:40 Martin Lachout
Ja, ich sehr gerne, sehr gerne. Ich kann auch ein Beispiel nehmen, wo Mitarbeiter einen Wunsch geäußert haben und sie wollten ein Mitspracherecht, was die Bekleidung, also die Uniform anbelangt. Unser Hotel in Kastellani in Salzburg, haben die Mitarbeiter sich gewünscht, dass sie in Tracht arbeiten dürfen. Und ich habe gesagt, das kann man sich nicht vorstellen, kriegt jetzt jeder ein Dirndl, ja, und eine Lederhose? Der Hoteldirektor sagt, ja, Martin, bitte gib uns die Chance, ja, ja. Was müssen wir tun? Das war das Spannende. Was müssen wir tun, damit wir das bekommen? Und ich habe dann eine Zahl genannt und gesagt, okay, ich bewahre sie mir, dass wir Ende des Jahres dort stehen. Und er sagt, okay gut, ich werde Nachricht an meine Mitarbeiter weiterleiten und dass wir ein gemeinsames Ziel haben. Und sie haben das Ziel erreicht. Sie haben es knapp verfehlt, muss ich ehrlicherweise gestehen, aber das war kein Problem für mich, sondern ich habe gesagt, okay, ich habe gesehen, wie, wie sehr sie es wollen.
- 23:34 Katharina Beatriz Varga
Aber es hat dir wahrscheinlich die Überzeugung, hat dich ja beeindruckt.
- 23:38 Martin Lachout
Ja, absolut, absolut. Das hat mich total beeindruckt, dass sie gesagt haben, okay, wir wollen das und das passt doch zu uns und wir fühlen uns wohl so. Und natürlich, ein Salzburger fühlt sich in, in, in Tracht wahrscheinlich wesentlich wohler als, als jemand, der sagt, okay, ich gehe jetzt damit auf den Kirtag. Ja, oder auf die Wiesen.
- 23:55 Ronald M. Arndt
Ihr habt euch den Slogan gegeben, das Mehr Hotel, auch M-E-H-R, mehr. Ja, mehr spielt da unter anderem der gastronomische Teil mit rein, oder was kann man sich darunter vorstellen?
- 24:06 Martin Lachout
Ja, da spielt gleich, glaube ich, alles hinein. Ja, ich meine, wir haben lange daran gearbeitet und gesagt, okay, wie können wir uns von den anderen Hotels etwas absetzen bzw. signalisieren, dass wir bereit sind, mehr zu geben, oder dass wir mehr können? Und das war nicht nur ein Slogan, sondern da haben wir wirklich vor Corona eineinhalb Jahre dran gearbeitet, um, um das herauszufinden. Wir haben Gästebefragungen durchgeführt, wir haben Mitarbeiterbefragungen durchgeführt, haben interessanterweise festgestellt, wer unsere Gäste sind, was ihre Bedürfnisse sind, und sind darauf, sind dann darauf zugegangen. Und es haben natürlich Dinge, sind natürlich Dinge zum Vorschein gekommen, wie unser Kissenmenü. Ich hätte mir nie im Leben gedacht, dass das Kissenmenü so einen Anklang findet. Das muss natürlich kommuniziert werden. Damit sind wir in der Pre-Arrival Nachricht im Letter.
- 24:58 Katharina Beatriz Varga
Was auch wieder mit Kommunikation zu tun hat.
- 25:00 Martin Lachout
Natürlich, selbstverständlich. Und das ist wirklich spannend, weil da baust du eine persönliche Kommunikation auf. Wie erreichen Sie? Und dann, wie bestellt sich jemand 2 Seitenschläfer interessanterweise im Einzelzimmer? Aber auch diese Wünsche können wir erfüllen oder erfüllen wir. Und dieser Gast kommt natürlich wieder, weil wir können ihm 2 Einzelschläferkissen bieten.
- 25:22 Katharina Beatriz Varga
Die ein Seitenschläfer braucht zwischen den Knien noch ein Kissen.
- 25:26 Martin Lachout
Das ist das Seitenschläferkissen. Das ist ein ganz langer, ein länglicher Polster.
- 25:33 Katharina Beatriz Varga
Ja, habe ich auch.
- 25:34 Martin Lachout
Ja, siehst du, siehst du, siehst du, toll damit zu schlafen. Diese, diese Dinge bieten wir an, ja, damit du dich wie zu Hause in dem Fall fühlst, ja, oder mehr, oder mehr, ja. Und das ist es eben. Und da bringen wir auch unsere Gäste auf Ideen. Wir haben auch zum Beispiel das ARCOTEL Achterl, also das heißt in Achterl Österreich. In Deutschland ist es ein Deziliter. Ja, das heißt, wir haben einen anderen Eichstrich. Wir haben spezielle Gläser, wo du siehst, dass da Eichstrich für ein Achtel, und dann haben wir einen Eichstrich, der etwas drüber ist. Und dann kommt der Mitarbeiter her, der einen offenen Wein natürlich verkauft. Bei Bordellen geht sich das leider nicht aus, oder wir kriegen nicht mehr raus aus einer Flasche. Und dann gießt er ihm das ein, und da sieht dann der Gast, okay, da wäre das Achtel, und da gibt es das Achtel, das etwas mehr ist. Und mit diesen Dingen kommen wir in die Kommunikation mit unseren Gästen. Aber das geht mit Möglichkeiten, dass du dein bei uns in der Garage selbst die Scheiben putzen kannst und, und, und. Also da haben wir viele Produkte genützt, aber auch ein paar wieder weggenommen, die eben nicht so gut angekommen sind, wo der Arbeitsaufwand dann am Ende des Tages von unserer Seite her ja nicht angenommen wurde. Aber die, die Minibar, die du im Hotel Wienberger mitnehmen kannst, hat natürlich, führt natürlich zu Aufsehen. Verstehe.
- 26:51 Katharina Beatriz Varga
Gibt es auch andere noch?
- 26:52 Martin Lachout
Die gibt's noch heute, die portable Minibar auf Rollen. Ein Gast hat ein Zimmer bestellt, der Komfortzimmer hat keine Minibar bei uns, ja, sagt, ich hätte gerne Minibar, geht der Rezeptionist nach hinten und bringt ihm so einen Kühlschrank auf Rädern, ja, der so wie ein kleiner R2-D2 mitgezogen werden kann. Der fährt also mit rauf aufs Zimmer, hat er seine Minibar.
- 27:11 Katharina Beatriz Varga
Und die kann er vorher mitbuchen oder spontan?
- 27:14 Martin Lachout
Die, da müsste ich jetzt lügen, ich glaube nicht, dass wir es buchen können, aber wir bieten es an. Also wir haben, wir haben diese Information natürlich auf der Homepage, und, und, und ich weiß nicht, wo wir das kommunizieren, aber ist super, die gibt es, die gibt es. Es gibt Kunden, die noch sagen, ich hätte gerne eine Minibar, kein Problem. Sind sie sehr überrascht, die glauben, sie kriegen vielleicht ein Upgrade, aber sie kriegen eine Minibar.
- 27:38 Ronald M. Arndt
Cool. Ja, aber das ist doch mega innovativ einfach, ne, über solche Stories, über solche Zusatzangebote.
- 27:45 Katharina Beatriz Varga
Vor allem, wenn alle gerade die Minibar abschaffen, ja, ja, ja, absolut, die einfach portabel anbieten mieten.
- 27:50 Martin Lachout
Ja, ja, es ist eine ganz einfache Geschichte in Wirklichkeit. Ja, ich meine, das widerspricht ja jeder Nachhaltigkeit, eine Minibar.
- 27:59 Katharina Beatriz Varga
Ja, aber keine portable, ihr habt ja nicht diesen Dauerverbrauch.
- 28:04 Martin Lachout
Ja, wir produzieren damit Wärme, die wir über die Klimaanlage wieder runterkühlen. Ja, und dann, dann rennt ein Gerät auf, auf, das sind ja einfachste Geräte, diese Minibars, die haben ja einen schlechten, eine schlechte Energiebilanz dazu. Und, und in Wirklichkeit das Produkt wird von den meisten Gästen gar nicht mehr beansprucht. Auch diese Gäste, die früher gesagt haben, okay, ich hole mir noch eine Cola, die, also Minibar war noch nie ein Geschäft in der Hotellerie, aber hat zum guten Ton gehört.
- 28:35 Ronald M. Arndt
Hast du eine Sache, die ihr wieder abgeschafft habt, die aber interessant war?
- 28:40 Katharina Beatriz Varga
Ja, ja, wir haben, wir haben so, siehst du, dir fällt ganz schnell was ein.
- 28:44 Martin Lachout
Ja, es fällt mir dann schon ein, ja. Ich verdränge diese Dinge meistens, ja, ja. Also Man erinnert sich lieber an eine Folge. Wir haben so ein Dampfbügeleisen gehabt, ja, so ein, wo du hängst, wo du es aufhängst. So, man kennt das sicherlich aus dem Teleshopping, ja, wo du dann mit einer Dampfbürste da drüber fährst. Es hat nicht funktioniert. Also ich weiß nicht, woran es gescheitert hat, aber die Hoteldirektoren haben gesagt, bitte nicht, ja, gleich wieder wegräumen. Wir arbeiten wieder klassisch mit dem richtigen Bügeleisen, so wie das gute alte Bügeleisen mit Kabeln uns ab.
- 29:17 Ronald M. Arndt
Und noch eine Sache, die du dir noch auf den Weg bringst irgendwann? Ihr habt da bestimmt so eine kleine Liste, oder? Na ja, was man noch mehr anbieten kann.
- 29:25 Martin Lachout
Die Liste haben wir nicht. Wir haben jetzt einen Feldversuch, wir haben immer wieder Feldversuche. Wir arbeiten jetzt an einem eigenständigen Kiosk. Also das heißt, wir wollen nun dem Gast die Möglichkeit geben, dem wir eigentlich schon die gesamte Guest Journey abgenommen haben, dass er auch das dann am Ende des Tages bei uns an einem Terminal erledigen kann. Und diese Terminalregelungen, die ich gesehen habe, die haben mir alle nicht gefallen. Das, was standardmäßig gibt, schaut furchtbar aus, also hässlich, und das will ich nicht bei uns in einer Lobby sehen. Und deswegen habe ich gesagt, okay, nehmen wir bitte alle Komponenten, ja, und bauen einen eigenen. Und da haben wir jetzt einen Feldversuch gehabt, und der war bis jetzt positiv verlaufen. Ein paar Features sind nicht, sind noch nicht ab funktionstüchtig, und ich rechne damit, dass wir nächstes Jahr dann sicherlich das in allen Hotels anstellen, also aufstellen wollen. Das soll nicht die Rezeption ersetzen, sondern das Zusatzangebot geht nur so. Wenn ich sehe, du, ich, ich bin hier jedes Mal in Stuttgart und jede zweite Woche bleibe ich hier ein paar Tage, ich kenne alles, ich weiß alles, ich habe alles auf meinem Device, ich habe einen QR-Code, gibt so ein Display, der sagt mir, wie viel Keycard willst du haben, zack, zack, zack, und das ist schon draußen dabei. Dann bin ich ja gleich fertig. Ich kenne das Haus, ich kenne den, den Gebrauch, ich weiß, wann das Frühstück ist fertig. Ja, denen wollen wir das zusätzlich anbieten. Und meine Herausforderung ist es, dem, dem Gast hier einen Weg zu ersparen, der natürlich uns auch hilft. Das sage ich auch ganz ehrlich, weil der Mitarbeiter kann sich dann um die Gäste kümmern, die eine Frage haben oder die Zeit brauchen, und die kann man sich dann mehr kümmern. Das ist so ein Feature, wo ich sage, das will es, aber ästhetisch und nicht von der Stange.
- 31:10 Ronald M. Arndt
Wie, also sprichst du von Software wie Hardware, also einfach alles.
- 31:13 Martin Lachout
Okay, ja, alles in Verbindung mit einem, unserem Provider natürlich. Okay, das ist das Spannende an der ganzen Geschichte. Sehr tricky, muss ich gestehen. Ich habe mir es viel einfacher vorgestellt. Ich habe gedacht, das kriegen wir in einer Woche rüber, kein Problem, zerleg es, bau es wieder zusammen, wird schon funktionieren.
- 31:28 Katharina Beatriz Varga
Das ist kein IKEA-Prinzip.
- 31:31 Martin Lachout
Nein, nein, nein, da muss man mit vielen Schnittstellen arbeiten, ja, die dann wirklich auch miteinander kommunizieren.
- 31:38 Katharina Beatriz Varga
Ja, muss ja auch komplett integriert sein und schick ausschauen im Gebäude und auch noch gut ausschauen.
- 31:44 Ronald M. Arndt
Und wir sprechen hier in Anführungszeichen von 12 Hotels, glaube ich, gerade.
- 31:49 Martin Lachout
Die haben ja 11, also das 12. Hotel sollte demnächst aufsperren. Ja, damit wollen wir auch an den Start gehen. Und ja, aber ich möchte auch nicht einen Gast jetzt sozusagen an ein Terminal schicken und die Befürchtung haben, dass er nicht alle, ich sag mal auf Wienerisch, alle Stückeln spielt. Ja, das muss wirklich passen, das muss sitzen, ansonsten habe ich mehr Aufwand und einen unzufriedenen Gast. Ich möchte haben, dass Gäste bei uns sich nicht mit Technologie abgeben müssen, ja, sonst wird das auch nicht angenommen, und das spricht sich sehr schnell herum, wenn etwas nicht funktioniert.
- 32:27 Katharina Beatriz Varga
Ja, Martin, noch mal zu dir persönlich: Gibst du die Hotelgedanken auch zu Hause weiter? Du hast kurz vor der Aufnahme mit deiner Tochter telefoniert, haben wir mitbekommen. Ja, sind, ist, ich weiß, ist es nur eine Tochter?
- 32:40 Martin Lachout
Ich habe 3 Töchter.
- 32:41 Katharina Beatriz Varga
3 Töchter, gratuliere! Danke, dreifaches Gratuliere! Ja, gibst du das weiter, oder sind die auch in die Richtung unterwegs?
- 32:50 Martin Lachout
Nein, nein, die sind, sie machen alle etwas anderes, dürfen auch alle machen, was sie wollen. Selbstverständlich, selbstverständlich. Das ist das, das ist das Wichtigste, dass, dass man heute, wenn man etwas machen möchte, dass, dass man genau das macht, wofür man brennt, eine Leidenschaft entwickelt. Man muss so viel Zeit investieren für das, damit man die Fertigkeiten auch wirklich gut beherrscht. Und das ist mir das Wichtigste, dass meine Kinder— und ich sag das auch jedem Mitarbeiter, ja, du musst dafür brennen, du musst bereit sein, dich da Zeit zu investieren zwischen 9 und 17:30 Uhr, wirst du keine Karriere machen. Und am Ende des Tages macht das keinen Sinn. Das ist— und die Jüngste, die du gehört hast, die will Med machen, ja, also will Humanmedizin studieren nächstes Jahr, und das ist nicht so einfach in Österreich.
- 33:38 Katharina Beatriz Varga
Ja, das stimmt.
- 33:41 Ronald M. Arndt
Frau Dr. Wimmer ist ja auch ab und an anzutreffen, oder wie sieht da die Zusammenarbeit aus?
- 33:46 Martin Lachout
Frau Dr. Wimmer hat eigentlich ein Büro für unser Sekretariat, hat zwei Türen, eine in meine Richtung und die andere zu Frau Dr. Wimmer. Ist meine beste Mitarbeiterin, sage ich immer. Ja, das meine ich wirklich so. Mit ihr stimme ich mich natürlich täglich ab. Ja, das ist mir ganz wichtig, dass wir, dass wir die Dinge auch rechtlich— wir haben sehr viel mit Verträgen zu tun, wir haben sehr viel mit Herausforderungen zu tun. Diese— und die Frau Doktor ist eine leidenschaftliche Technikerin. Ja, und der gesamte Bereich, der gesamte Bereich der Technik, und das ist essenziell als Betreiber von Hotels. Ja, man glaubt nicht, was da, was da alles passieren kann oder was notwendig ist und wie viel Geld dahinter steckt. Wenn eine Maschine ausfällt, wie sie gewartet wird. Und jetzt ist das Thema natürlich Energie, Nachhaltigkeit, Energiesparen, die Aufwände. Und das ist auch ihr Thema. Und da müssen wir uns natürlich auch abstimmen, auch an das Thema Technik. Aber sie ist, sie ist da von montags bis donnerstags. Freitags ist sie nie da.
- 34:57 Katharina Beatriz Varga
Die Frau, die freitags nicht kann.
- 34:59 Martin Lachout
Genau, genau, das kommt jetzt alles bekannt vor. Aber es ist eine ausgezeichnete Zusammenarbeit, ja, und wir verfolgen das gleiche Ziel. Und, und es ist sehr befruchtend, muss ich auch sagen, in Bezug auf Ideen. Und, und können Sie sich das vorstellen, vor allem wenn es um neue Projekte geht, und das ist das Entscheidende, da bin ich viel schneller bei einer Entscheidung. Während die anderen großartige Unterlagen, PowerPoint-Präsentationen für den Aufsichtsrat machen müssen, gehe ich sozusagen einmal durchs Sekretariat durch und sag, Frau Dr. Wimmer, was sagen Sie zu Das ist dann deine Präsentation. Das ist, nein, es gibt da natürlich ein paar Informationen, es gibt meistens ein, ein, eine Art Factsheet, aber das geht auf der Tonspur ja natürlich viel einfacher, der Arbeitsaufwand, den man normalerweise betreibt, betreiben muss. Und wir haben eigentlich jeden Tag eine Anfrage, interessiert Sie das? Und man sieht auch, und das ist das gute Zeichen auch, was da am Markt los ist. Und wir könnten innerhalb kürzester Zeit enorm wachsen. Aber da sind wir picky, da müssen wir genau darauf achten, wer passt zu uns, wer passt zur Marke, ja, ist da ein Missverständnis, was den Standort anbelangt. Und das können wir alles gleich klären. Jetzt willst du wissen, wie viele Projekte wir haben, gell?
- 36:20 Katharina Beatriz Varga
Wir sind schon so weit, dass du die nächsten Fragen kennst.
- 36:22 Martin Lachout
Ja, wunderbar.
- 36:24 Ronald M. Arndt
Es klingt aber so, dass einfach ARCOTEL hier in einem 4-Sterne-Segment in der Größe Nähe zwischen Vorstand und Eigentümerin einfach so, das ist, das sich gut eingerichtet hat.
- 36:39 Martin Lachout
Das ist ein Familienbetrieb. Das ist wirklich in der Hinsicht flache Hierarchien, kurze Entscheidungswege. Aber man muss aber auch dann, und das ist das Entscheidende, auch mit einer schlechten Nachricht umgehen können. Weil die Frau Doktor sagt das genauso raus und analysiert das für sich ganz einfach, sagt nein, das will ich nicht. Und da brauche ich mit wirtschaftlichen Zahlen gar nicht kommen. Also ich habe Projekte gehabt, da war ein positives, also ein wirklich gutes positives Betriebsergebnis, sowohl für die AG als Managementgesellschaft als auch für den Betrieb selber. Und sie sagt, nein, das will ich nicht. Und dann brauche ich auch gar keine Argumente finden. Dann ist mir vollkommen bewusst und klar, das ist eine klare Entscheidung, die die Eigentümerin fällt, weil sie auch im Hintergrund auch die Liquidität zur Verfügung stellt. Das muss man ja immer im Hinterkopf haben. Da geht es nicht darum, dass wir ein Hotelwachstum vorantreiben, die getrieben durch Anleger, zum Beispiel Frau Dr. Wimmer ist auch die einzige Eigentümerin, ja, anlegergetrieben, ja, ich muss Wachstum darstellen, Wachstum. Dann sagt die Frau Doktor zu mir, Herr Lachout, es muss nicht sein, das, das ist nicht, nein, nein, das gefällt mir nicht, der Standort ist nicht so, das reizt, reizt du dich. Und das ist auch wiederum das Schöne, ja. Also der Standort in Wien und auch der in Linz, ja, sind ausgezeichnet sensationelle Gebäude und, und, und, und Standorte, ja. Das reizt uns, ja. Das ist etwas ganz Besonderes. Und, und wenn das, sage ich einmal, ein Standort, ein B-Standort in der Peripherie ist, dann reizt uns das nicht. Und das passt auch nicht zu ARCOTEL. ARCOTEL ist eher eine Hotelgesellschaft, die im Viersternsegment ihre Immobilien betreibt, und die haben einen, einen Standort und eine Attraktion. Ja, und dadurch generieren wir dann auch Auslastungen, ja, und müssen nicht mit einer geringen Auslastung oder geringen Durchschnittspreisen dann schauen, wie, wie schaffen wir das auf die Länge von 15, 20, 25 Jahre Pachten.
- 38:43 Katharina Beatriz Varga
Und war das Beispiel mit Freiburg gerade ein Beispiel für einen neuen Standort, oder was gibt's denn für neue Projekte? Wir stellen jetzt die Frage, oder?
- 38:52 Martin Lachout
Ja, die Frage ist, die Frage ist, die Frage Frage ist gut. Was interessiert uns jetzt? Also auf der einen Seite strategisch interessiert uns der Westen von Österreich, ja. Uns fehlt das Haus in Innsbruck. Wir haben schon 3 Projekte in Innsbruck gerechnet, analysiert und waren schon sehr nah dran. Leider sind die Projekte nicht realisiert worden, da hat uns Corona leider auch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber da sind wir mit einer Idee, sage ich einmal, da haben wir ein, ein Angebot einmal gelegt. Dann haben wir ein Angebot in Hamburg gelegt und eins in Berlin. Aha, mhm, das sind die 3, die, über die ich von, von der, von, vom Standort genau sprechen kann. Ja, es gibt noch andere Standorte, die wir aber jetzt erst analysieren. Also da gibt's ein prinzipielles grünes Licht, das ist ganz, ganz wichtig. Damit weiß ich, dass die Bereitschaft gegeben ist. Und ja, da, da wissen wir, dass wir nach nachfassen dürfen.
- 39:51 Ronald M. Arndt
Aber wir sprechen von Deutschland und Österreich eben, ne?
- 39:54 Martin Lachout
Ja, wir sprechen derzeit von Deutschland und Österreich. Für mich ist, wäre vollkommen gleich, würde auch in den Osten gehen, wieder in den Osten gehen, mit der Verbindung mit der Vergangenheit. Ja, natürlich, ja, ich habe auch ein paar Kontakte noch, aber da hat sich momentan nichts aufgegeben, wo ich gesagt habe, ich könnte die Frau Dr. Wiemer überzeugen. Und das muss eigentlich die, wie gesagt, das Licht aufflackern.
- 40:19 Katharina Beatriz Varga
Ja, die 3 Buzzwords, oder? Die für Sie dann entscheidend sind.
- 40:23 Martin Lachout
Richtig, richtig. Ohne die, das würden wir nicht mehr den Weg gehen. Wir waren schon einmal in Prag, wir waren schon mal in Zagreb. Ja, also deswegen.
- 40:33 Ronald M. Arndt
Was kann man generell zu den Ländern sagen in Osteuropa? Weil für uns aus Deutschland, Stuttgart raus, ist alles ein bisschen weiter weg wie für euch hier. Stuttgart raus? Na ja, für einen Wiener ist das alles so vor der Haustür, Haustür gefühlt. Ich fahre auch morgen nach Prag, also ich direkt weiter. Ja, ab dem Franz-Josef-Bahnhof übrigens. Ja, kann ich mal vorbeischauen bei der Baustelle. Aber was kannst du da sagen über die, über den osteuropäischen Hotelmarkt?
- 40:55 Martin Lachout
Ja, der osteuropäische Hotelmarkt ist genauso unterschiedlich, wie wenn du jetzt Italien oder Deutschland oder Österreich oder die Schweiz vergleichst. Ja, jeder Markt ist sehr unterschiedlich und es gibt Destinationen, da würde ich sofort ein Haus übernehmen wollen, wie zum Beispiel Prag oder Krakau oder Warschau. Das sind Destinationen, da würde ich würde mir jeden Standort gerne ganz genau anschauen. Das ist, das sind Destinationen, die sowohl für den Geschäftsreisenden funktionieren als auch touristisch gut, gut funktionieren. Das, was natürlich die Schwierigkeit ist, ist, du musst deine Organisation aufbauen. Ja, also wenn ich als Österreicher nach Deutschland gehe, dann spreche ich zumindest die gleiche Sprache. Ich meine, es trennt uns ein paar Begrifflichkeiten, aber wir können uns sehr gut verstehen.
- 41:46 Katharina Beatriz Varga
Einige Begrifflichkeiten. Wie ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin, war ich schon bisschen überfordert.
- 41:50 Martin Lachout
Echt?
- 41:52 Katharina Beatriz Varga
Ja, mein erstes Einkaufserlebnis, Decker und Gramm.
- 41:54 Martin Lachout
Also Decker und Gramm, ja, verstehe. Ja, ja, ich, ich zum Beispiel, ja, ja, ich habe das Thema eher so mit zeitlichen Distanzen, so Dreiviertel und Viertel. Ja, nein, nein, noch viel schlimmer, ich komme gleich. Ja, was heißt gleich? Das Gleich ist in Deutschland auch anders als gleich, wird ganz anders bewertet für Deutschland.
- 42:13 Katharina Beatriz Varga
Das geht sich aus, das versteht auch keiner.
- 42:14 Martin Lachout
Das geht sich aus, etwas Ja, ich komme gleich. Ja, der wartet einen halben Tag. Ja, aber für, für, für jeden Developer muss klar sein, wenn ich, wenn ich in eine neue, eine neue, neues Land gehe, neues Arbeitsrecht, ich muss die Sprache können, ich brauche einen guten Steuerberater, da laufen, laufen die Uhren wiederum anders. Und das sind Fallstricke, den muss man, da muss man sich bewusst sein, dass man die in Kauf nimmt, wenn du dort gehst. Du kannst, du kannst das beste Hotel Hotelmanager sein, aber du kannst am Ende des Tages das Geld dort wieder verlieren, wenn du dich steuerlich falsch aufgestellt hast oder arbeitsrechtlich ein Problem hast oder, oder, oder, oder. Ja, das heißt, das muss gewiss sein. Und wir wären ja auch schon, wir hätten wieder den Sprung gemacht, das wäre überhaupt kein Problem gewesen. Aber ich brauche eine gewisse Schwungmasse, um das auch finanzieren zu können. Und das, und das hat leider für das eine Projekt jetzt wieder gefehlt. Noch jung, kann ja noch was passieren.
- 43:15 Katharina Beatriz Varga
Genau, zusammengefasst ist die DNA von ARCOTEL was?
- 43:22 Martin Lachout
Die DNA von ARCOTEL ist eigentlich unser Hauptslogan, und das ist wirklich Gastgebersleidenschaft zu sein. Ich glaube, das ist das, das ist das, das Prägnanteste, oder fasst das zusammen, ja. Mitarbeiter, die für uns tätig sind, müssen als Gastgeber auftreten können, ja. Und das heißt auch Gäste empfangen, und das heißt auch, sich in die Rolle des Gastes zu setzen und, und, und auf dessen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen und seine Wünsche— wir haben immer so gesagt, von den Lippen ablesen. Das ist natürlich schwer, man versteht ja nicht alle, aber das Entscheidende ist, dass wir das können und diese Einstellung zu haben, dass wenn ein Gast an dich herantritt und sagt, ich hätte gerne, dass man sofort weiß, okay, das ist jetzt ein Wunsch, den er geäußert hat, für den ich verpflichtet bin, ihn zu erfüllen. Und das ist, glaube ich, ganz, ganz wichtig. Und das ist eine DNA, die in vielen, in vielen Procedures unterschwellig mittransportiert wird. Aber das ist der Hauptgedanke. Und wenn du diesen Dienstleistungsgedanken in dir trägst, dann bist du auch in der Branche gut aufgehoben. Und ich glaube, das ist das Wichtigste für junge Mitarbeiter, die sich für die Branche interessieren, zu wissen, da kommt man weiter, da sieht man Chancen. Und das ist auch aus der Vergangenheit gesehen ein krisensicheres Geschäft. Man sieht jetzt heute überall, wo es schlechte Nachrichten gibt, wo Mitarbeiter ersetzt werden und gespart, dass wir der Mitarbeiter in der Hotellerie und auch in der Gastronomie, in der gehobenen natürlich, der wird nicht ersetzt. Ja, der ist notwendig, weil das Erlebnis, dass ein Gast heute sich bei uns in einem ARCOTEL erwartet, die kann, den kann ich nur mit damit zufriedenstellen, dass er mit jemandem zusammenkommt, der sich dafür interessiert, was du haben möchtest. Und das ist, glaube ich, das Entscheidende. Und das wollen wir allen Mitarbeitern, die bei ARCOTEL anfangen, mitgeben. Und das finden wir auch sehr, sehr schnell heraus, ob das passt oder nicht passt.
- 45:20 Ronald M. Arndt
Ja, es wäre noch mal so die Frage gewesen, ne, kann man das bei der Einstellung abgleichen? Ist da jemand da, der aus Leidenschaft Gastgeber ist, oder investiert man erstmal so ein bisschen in ihn?
- 45:32 Martin Lachout
Und nein, nein, das, das, das, das, auf das muss man sich auch einlassen. Von beiden Seiten her muss man sich darauf einlassen.
- 45:37 Ronald M. Arndt
Aber ihr kommuniziert eben klar, ne?
- 45:39 Martin Lachout
Ja, natürlich.
- 45:39 Ronald M. Arndt
So sehen wir unsere DNA.
- 45:41 Martin Lachout
Also das ist, das ist wichtig. Wir versuchen natürlich auch, auf die persönlichen Wünsche von Mitarbeitern Rücksicht zu nehmen. Und das ist auch, auch nicht so einfach, weil heute die Erwartungshaltung natürlich ist, ich möchte auch ein Privatleben haben und ich möchte geregelte Arbeitszeiten haben und so weiter. Aber auf der anderen Seite gibt es welche, die sagen, ich arbeite am liebsten am Abend, da habe ich meine Ruhe, da gibt, da scheppert das Telefon nicht, da kann ich mich auf Dinge konzentrieren. Und am Wochenende arbeite ich auch sehr gerne, weil ich am Wochenende arbeiten möchte, da habe ich meine Ruhe, da kann ich mich drauf einstellen. Und wenn du, wenn du in dieser Lebensphase bist, dann funktioniert das auch. Ich weiß, dass es nicht für alle gilt, aber ich glaube, da können wir für jeden etwas finden.
- 46:18 Ronald M. Arndt
Mir gefällt's, wie er die, die Dinge, manche sagen Mankos, Hotellerie so ins Positive dreht.
- 46:24 Martin Lachout
Ja, das stimmt.
- 46:26 Ronald M. Arndt
Leute werden immer diverser, ja, und unterschiedlicher.
- 46:29 Martin Lachout
Ja, ich finde das sensationell.
- 46:30 Ronald M. Arndt
Und demnach gibt's zwar auch wieder Leute, die eher abends arbeiten, und ja, natürlich, genau, natürlich.
- 46:36 Martin Lachout
Also wir haben, wir haben, ich will nicht sagen Nachteulen, auch in unserem Geschäft, aber wenn du am Abend gerne arbeitest, ja, und sagst, okay, ich möchte am Abend mich, ich möchte Ich habe untertags Interessen. Ja, ja, ich wäre mal ein Künstler, der malt, ja, der braucht Tageslicht, ja, und der ist ein fanatischer Maler, ja, der will nur am Abend arbeiten, den könnte ich in den Tagsdienst gar nicht verschieben, ja, das würde ihn, er braucht Tageslicht und sonst geht es nicht. Und wenn du es, wenn du so ein Match hast, ja, dann hast du gewonnen, ja.
- 47:10 Ronald M. Arndt
Also ich freue mich wirklich sehr für euch. Und auch über die Tür-an-Tür-Konstellation mit der Frau Dr. Wimmer und dir, wenn ihr da am Austüfteln seid und Frau Wimmer dann im Keller vielleicht an den neuen Check-in-Terminals arbeitet. Kann ich mir gut vorstellen.
- 47:28 Martin Lachout
Der steht nicht in einem Keller, der steht bei uns im Hotel, im Donauzentrum. Während der Entwicklungsphase noch. Aber das Spannende wird eben, wie gesagt, auch in der Zukunft sein. Wie gehen wir mit KI um? Werden wir mit KI unsere Arbeitswelt noch einmal ändern? Wir haben vorher über das Fax gesprochen, ja, ohne das Fax. Ich, ich kenne auch das Telexgerät, ja, wo wir so Lochstreifen gehabt haben, so eine riesengroße Maschine, Lochstreifen drucken. Bist du wahnsinnig, ja. Also das war das erste Gerät, und irgendwann haben wir das Büro besiedelt, und dann stand die Maschine da, und dann haben wir gesagt, wann ist das letzte Mal da was rausgekommen? Na, wir lassen es einfach gleich stehen da und lassen wir das abholen. Aber genau das wird KI für uns auch machen und wird auch da uns dabei unterstützen, dass wir in der Arbeitswelt noch präziser, noch individueller auf die Wünsche von, von unseren Gästen und von auch von Mitarbeitern Rücksicht nehmen, um noch besser zu werden, ein besseres Ergebnis zu erzielen. Das ist unser, glaube ich, unser Ansporn für die, für die Zukunft in der Branche. Und es ist, und ich, wir haben über auch Wettbewerb kurz gesprochen, ich sehe das auch als großer Vorteil, wenn du innovativ bist, wenn du in der richtigen Größe des Unternehmens agieren kannst, ja, nicht dass die Entscheidung für 5000 Hotels treffen musst oder für die ganze Welt, ja. Ich stelle mir das sehr kompliziert und sehr komplex vor, wie viel Hierarchien da überzeugt werden müssen. Ich muss wie gesagt, nur einmal durch das Sekretariat laufen und dann habe ich ein klares Go.
- 48:54 Ronald M. Arndt
Und wenn das auch ein klares Nein, ja, oder ein klares Nein, ja.
- 48:58 Katharina Beatriz Varga
Kurze Wege ist immer gut. Und ich glaube auch, dass ihr das genau richtig macht, oder?
- 49:02 Ronald M. Arndt
Also ARCOTEL hat definitiv hier 2 neue Fans. Vielen Dank für die Einladung, dass wir hier in Wien bei euch vorbeikommen durften. Und ja, hat richtig Spaß gemacht, würde ich sagen.
- 49:14 Martin Lachout
Wir sehen uns sehr bald und ich hoffe, in einem ARCOTEL.
- 49:16 Ronald M. Arndt
Das tun wir. Martin, herzlichen Dank, alles Gute euch, alles Liebe, bleibt gesund.
- 49:20 Martin Lachout
Vielen Dank, euch auch. Ciao.